Der Fluch der Kelten (Anna Bentorp)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Fluch der Kelten (Anna Bentorp)' von Magarete von Schwarzkopf
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Fluch der Kelten (Anna Bentorp)"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:320
Verlag: Emons Verlag
EAN:
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Rezensionen zu "Der Fluch der Kelten (Anna Bentorp)"

  1. Anna Bentorp schlittert in ihren nächsten Fall

    "Der Fluch der Kelten" stellt den Abschluss einer Trilogie innerhalb der Reihe von Margarete von Schwarzkopf dar, denn hier findet die Geschichte der Familie des us dem ersten Band bekannten schottischen Kartoogen ihr Ende. Anna Bentorp rutscht eher zufällig in diesen Fall hinein, denn aus einem Kloster am Steinhuder Meer verschwindet ein Buch, in dem von alten keltischen Masken berichtet wird. Der zuständige Archivmitarbeiter ist ein entfernter Verwandter von Anna und gerät wegen seines Verschwindens in Verdacht, später werden er und eine weitere Leiche ermordet auf dem Klostergelände aufgefunden. Anna recherchiert die Geschichte der mittlerweile verschwundenen und und in alle Welt zerstreuten Masken, was sie bis nach Irland führt, wo sie, wie bisher immer, auch prompt in Lebensgefahr gerät. Da die Masken, Relikte eines letzten legendären irisch-keltischen Königs, aus purem Gold sind, wecken sie zum einen das Interesse habgieriger Schatzjäger, zum anderen werden ihnen aber auch magische Kräfte im Fall der Wiederzusammenführung nachgesagt, wesahlb irische Nationalisten, die im Zuge des (zur Handlungszeit noch bevorstehenden) Brexit ihre Stunde gekommen sehen. Es beginnt eine mörderische Auseinandersetzung nach dem Muster Jeder gegen Jeden.

    Wer die Reihe schätzt, wird wieder einmal gut unterhalten.

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Blutland

Buchseite und Rezensionen zu 'Blutland' von Kim Faber
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Blutland"

Martin Juncker ist gerade zur Kopenhagener Polizei zurückgekehrt, da entbrennt in der dänischen Hauptstadt ein Kampf zwischen Neonazis und Rechtsradikalen auf der einen Seite und autonomen Gruppen und Einwandererbanden auf der anderen. Dabei wird ein Neonazi erstochen, und Junckers frühere Partnerin Signe Kristiansen übernimmt die Untersuchung des Mordes. Kurz darauf wird die Leiche einer Frau in einem Naturschutzgebiet gefunden: erdrosselt und sexuell missbraucht. Martin ermittelt in diesem Fall, und zum ersten Mal seit langer Zeit arbeitet er wieder mit Signe zusammen. Denn die beiden vermuten, dass die Taten von demselben Mann verübt wurden – einem eiskalten Killer, der es vermag, auch die erfahrensten Polizisten auf die falsche Fährte zu locken.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:485
EAN:
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Rezensionen zu "Blutland"

  1. 4
    22. Mai 2022 

    Gänsehaut

    Endlich können Martin Juncker und Signe Kristiansen wieder zusammenarbeiten. Signe ist nach ihrer Versetzung in den Streifendienst wieder zurück bei der Kriminalpolizei. Bei einem Aufeinanderprallen von Rechtsradikalen mit Autonomen und Clans kommt einer der Rechten zu Tode. Signe hofft diesen Fall gemeinsam mit Juncker übernehmen zu können. Dieser jedoch wird an den Fundort einer Frauenleiche gerufen, die grausam umgebracht wurde. Umso erstaunter sind die Ermittler als der Verdacht für beide Taten auf den selben bereits polizeibekannten, aber noch nie verurteilten Mann fällt. Haben sie schon die Lösung gefunden? Der Verdächtige bestreitet vehement, etwas Unrechtes getan zu haben.

    In ihrem dritten Fall können Signe und Martin endlich wieder ihre Kräfte bündeln. Doch Signe ist innerlich immer noch mit einer Sache beschäftigt, die sie nicht überwinden kann. Sie bemüht sich allerdings, dass ihre Arbeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Auch Martin erzählt seiner Kollegin nicht alles. Dass seine anstehende Scheidung ihn belastet, ist allerdings kein Geheimnis. Dennoch suchen Juncker und seine Kollegen fieberhaft nach Beweisen. Die Familie des Verdächtigen verweigert sich, soweit sie kann. Müssen die Beamten vielleicht umdenken und einen anderen Ansatz finden?

    Das Autorenduo nimmt sich beim dritten Auftritt von Juncker und Kristiansen ein brisantes Thema vor. Es geht um Missbrauch, Vergewaltigung und eigenartige sexuelle Vorlieben. Manchmal ist dann die Lektüre nicht leicht zu ertragen. Spannend wie Signe und Martin es schaffen, sich durch ihre Fälle zu wühlen. Auch wenn der eine Strang möglicherweise ein wenig vernachlässigt erscheint, so ist der andere doch sehr fesselnd und überraschend. Man stellt sich die Frage, wie es so kommen kann. Eine richtige Antwort kann auch die Profilerin nicht geben und so müssen die Ermittler in erster Linie den oder die Täter finden und ihrer gerechten Strafe zuführen. Gebannt verfolgt man sie auf ihrem Weg dorthin. Als möglicher Abschluss der Reihe macht dieser Thriller eine wirklich gute Figur.

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Stumm lauert der Tod (Ein Abby-Mullen-Thriller 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Stumm lauert der Tod (Ein Abby-Mullen-Thriller 2)' von Mike Omer
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Stumm lauert der Tod (Ein Abby-Mullen-Thriller 2)"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:478
Verlag: Edition M
EAN:
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Rezensionen zu "Stumm lauert der Tod (Ein Abby-Mullen-Thriller 2)"

  1. Ein echter Pageturner

    Der zweite Teil der Abby Mullen Reihe ist sogar noch beklemmender und rasanter als der erste Teil. An der Schule von Abbys Tochter geschieht eine Geiselnahme, und Abby muss mit den Geiselnehmern verhandeln.

    Das Tempo ist die ganze Zeit sehr hoch, es passiert sehr viel in wenigen Stunden und hier liegt auch meine einzige Kritik. Der Autor hätte die Vorgänge ein wenig genauer zeitlich beschreiben können, evtl., mit einer Uhrzeit / Datum zum Kapitelbeginn. Ich wusste zwischendurch nicht mehr, ob es Tag oder Nacht ist und wie alles zusammenhängt.
    Ansonsten ist das Buch mal wieder absolut fantastisch. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und konnte einfach nicht mehr aufhören. Abby, als Protagonistin, bekommt hier die volle Breitseite des Lebens und ich war zwischendurch geneigt, das Buch abzubrechen, da es mir als Mutter einer neunjährigen, die zum Zeitpunkt des Lesens in der Schule war, stellenweise echt too much war, diese Ängste , diese Ungewissheit, aber ich habe genau wie die Protagonisten tapfer durchgehalten und wurde mit einem tollen Thriller - Leseerlebnis belohnt. Schön ist auch die Nebenfigur von Carver, er bringt etwas Ruhe und Besonnenheit in die Handlung und ist ein wunderbarer Kontrast, weil man ihm glauben und vertrauen darf.

    Das Thema des Buches war für mich ebenso verstörend wie die Handlung. Internetgruppierungen , die Verschwörungstheorien verbreiten und diese dann wahrhaftig im täglichen Leben umsetzen und ausleben. Gerade zu Zeiten einer Pandemie ein schweres Thema. Was gibt es nicht alles für Verschwörungstheorien rund um Corona. Und ...ganz ehrlich....auch ich habe mich beim Lesen solcherart gestalteter Artikel schon beim Grübeln, Zweifeln und weiter nachforschen ertappt. So schnell kann es gehen im anonymen Internet. Zumal man dort ja auch sein eigenes klägliches Leben ein wenig weichzeichnen kann und die Macht solcher Theorien dann richtig auskosten kann. Man steht dann auf der richtigen Seite!

    Fazit: Ein absoluter Pageturner und ein toller Thriller. Ich liebe diese Reihe und freue mich sehr auf den nächsten Band und hoffe sehr, dass das eintritt, was der letzte Telefonanruf von Abby vermuten lässt :)

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Der Holländer

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Holländer' von Mathijs Deen
4.4
4.4 von 5 (5 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Holländer"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:263
Verlag: mareverlag
EAN:
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Rezensionen zu "Der Holländer"

  1. Auch was verloren ist, ist ja irgendwo (Zitat)

    Während einer Patrouillenfahrt wird eine männliche Leiche auf einer Sandbank gefunden. Das ansteigende Wasser zwingt die Besatzung schnell zu handeln und ohne erst die Zuständigkeiten zu klären, die Leiche zu bergen. Schnell ist der Tote identifiziert es handelt sich um den Extrem-Wattwanderer Klaus, der mit seinem Freund Peter vom ostfriesischen Festland nach Borkum wandern wollte. Liewe Cupido, ein inoffizieller Ermittler, der an der Küste aufgewachsen ist, beginnt mit der Spurensuche.
    Der Schreibstil ist flüssig und ruhig. Der Autor erzeugt aber durch seine Wortwahl eine faszinierende Lebendigkeit in der Story. Durch die detaillierten Beschreibungen der Natur und den Informationen zum Wattwandern, wird hier eine schöne, aber auch teilweise beklemmende Stimmung geschaffen.
    Mit dem "Holländer" Liewe hat Mathijs Deen einen sehr interessanten Ermittler geschaffen, der typisch ostfriesisch auch ohne vieler Worte auskommt und die für den Fall relevanten Spuren mehr durch Zuhören und guter Beobachtung sammelt.
    Obwohl man die Tathintergründe schon schnell erahnen kann, hat mir dieser atmosphärische Krimi sehr gut gefallen.

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  1. Außergewöhnlicher Kriminalfall im Naturpark Wattenmeer

    Mitten durch die Nordsee verläuft die Grenze zwischen Texel in den Niederlanden und Borkum in Deutschland, der genaue Grenzverlauf ist tatsächlich bis heute nicht genau geklärt. Meistens arbeiten die Behörden nachbarschaftlich problemlos zusammen, überall ist Wasser – also was soll´s? Nun wird aber genau auf einer Sandbank, deren nationale Zugehörigkeit nicht genau definiert ist, eine Leiche gefunden und zwar die eines Deutschen, der sich zusammen mit zwei Kameraden einen Namen als Extremwattwanderer gemacht hat. Das Trio Peter, Klaus und Aron hat bereits unzählige Touren erfolgreich gemeistert und Bücher darüber veröffentlicht. Bei der verhängnisvollen Wanderung jedoch fehlte Aron, der sich zum fraglichen Zeitpunkt um seine Frau kümmern musste. Route und Termin waren anhand von Gezeiten und Strömungen genau berechnet worden und erlaubten keinerlei Aufschub. Trotzdem gab es bei der Querung eines Priels unvorhergesehene Schwierigkeiten. Obwohl durch ein Sicherheitsseil mit seinem Begleiter Peter verbunden, rutschte Klaus ab und kam zu Tode. Aufgefunden wird die Leiche vom holländischen Grenzschutz. Der Leichnam weist Verdächtiges auf und muss obduziert werden, die Kriminaler müssen zunächst die Todesursache und später Tatverdächtige ermitteln. Aber welcher Staat ist nun zuständig? Während an der Basis konstruktiv kooperiert wird, verstrickt sich die vorgesetzte Ebene in Kompetenzgerangel, das zu manch humorvoll-skurriler Szene führt.

    Deens Stärke sind die Charaktere. Haupt- wie Nebenfiguren bekommen jeweils ein völlig eigenes Profil, das sie im Zuge des Romans zur Geltung bringen können. Sie wirken wie aus dem Leben gegriffen. Im Mittelpunkt steht der deutsche Kriminalkommissar Liewe Cupido, Sohn deutsch-niederländischer Eltern, warum man ihn (titelgebend) „den Holländer“ nennt. Er ist als ruhiger Vertreter ein brillanter Ermittler, der durch sein Schweigen schon manchen Kriminellen zum Reden gebracht hat – stille Pausen kann nicht jeder vertragen. Unkonventionell holt sich Cupido einen jungen niederländischen Grenzpolizisten als Assistenten an die Seite, beide bilden schnell ein gutes Team. Puzzlestein für Puzzlestein fügt sich zusammen, um Licht ins Dunkel zu bringen.

    Neben dem gelungenen Figurenkarussell nimmt das Wattenmeer mit seiner Küste eine weitere Hauptrolle ein. Der Leser erfährt viel über das extreme Wattwandern, über Vorbereitung, Ausrüstung, Risiken und Gefahren. Man spürt die Liebe und Fachkenntnis des Autors zum Nationalpark Wattenmeer, in dessen Umfeld große Teile der Ermittlungen stattfinden und die den Leser damit an einen unüblichen Handlungsort mit viel Naturschönheit führen. Jeder, der eine Affinität zu diesem Landstrich verspürt, wird den Roman lieben. Doch auch alle anderen sollte der nordisch ruhige, lakonische Erzählstil mit dem spannenden Kriminalfall gefangen nehmen.

    Der Roman besticht durch seine intensive Atmosphäre. Der Sprachstil liest sich flüssig und ist sehr ausdrucksstark, gerade wenn es um bildhafte Beschreibungen oder realistische Dialoge geht. Die Nebengeschichten rund um die Ermittelnden halten sich in Grenzen, so dass man nicht unnötig von der Ermittlung abgelenkt wird. Ich habe den Roman innerhalb von zwei Tagen inhaliert. Er ist die perfekte Lektüre für ein verregnetes Wochenende, das man gedanklich an der Nordsee verbringen möchte. Lange wird man im Trüben gelassen, wie der Extremwattwanderer zu Tode kam und kann sich ganz seinen eigenen Spekulationen hingeben - wie es sich für einen guten Kriminalroman gehört. Ich hoffe, dass Mathjis Deen noch weitere Bücher rund um den sympathisch-eigenwilligen Ermittler Liewe Cupido schreiben wird. Lesen werde ich sie auf jeden Fall. Große Lese-Empfehlung!

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  1. 4
    04. Mai 2022 

    Freundschaft?

    Mathjis Deen hat hier ein richtig interessantes Buch erschaffen. Einerseits und auch hauptsächlich dreht sich das Buch um einen Kriminalfall. Einer von drei miteinander befreundeten Extrem-Wattwanderern wird tot im niederländisch-deutschen Grenzgebiet aufgefunden. Durch eine unklare Grenzziehung kommen sich nun niederländische und deutsche Behörden in die Queere. Und hier soll "Der Holländer" Abhilfe schaffen, Liew Cupido, das Kind einer Deutschen und eines Holländers, auf der niederländischen Insel Texel aufgewachsen, heute ein deutscher Polizist und ein Kenner der Begebenheiten der niederländisch-deutschen Küstengebiete. Denn die wichtigste Frage an diesem Fall ist ja nicht die nach dem Staatsgebiet auf dem der Tote lag, sondern wie der Tod eintrat, natürlich oder mit Fremdeinwirkung. Und mit diesem Liew Cupido nimmt das Buch auch Fahrt auf und wird soghafter, und das Geschehen um die Todesursache wird etwas zentraler gestellt. Dieser etwas eigenwillige und kantige Charakter des Liew Cupido macht Lust auf mehr, ich bin neugierig, was hier noch passiert.

    Mathjis Deen hat hier in seinem Buch "Der Holländer" absolut interessant und eckig gezeichnete Figuren (und damit meine ich nicht nur den titelgebenden Holländer) und einen geschickt aufgebauten Kriminalfall erschaffen, einen Kriminalfall, der auf der Charakterzeichnung beruht und nicht durch Effekthascherei glänzt.

    Ein weiterer und absolut wichtiger Pluspunkt des Buches ist für mich die Zeichnung und Beschreibung der Landschaft, der Natur der niederländisch-deutschen Küstenlandschaft. Man merkt die Liebe des Autors zu diesem Landstrich und auch dies macht einen großen Zauber des Buches aus. Ein absolut atmosphärisches Buch! Denn man fühlt sich als Leserin mittendrin in der Landschaft, hört das Rauschen des Meeres und das Schreien der Möwen. Und auch diese tiefe und deutlich spürbare Liebe zur Natur macht Lust auf mehr von Mathjis Deen.

    Nur wenig fehlt für mich hier für den letzten Stern. Ich habe mich nur nicht vollkommen von der Geschichte mitgerissen gefühlt, denn sie ist bedächtig und ruhig geschrieben. Aber irgendwie passt diese Ruhe/diese Bedächtigkeit auch wieder sehr gut zu der friesischen Landschaft. Und von daher war das Buch auch richtig stimmig. Ich habe dieses Buch von Mathjis Deen sehr gern gelesen!

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  1. 4
    26. Mär 2022 

    Grenzfang

    Eine Pensionierung ist auch nicht mehr das, was es mal war. Auf ihrer letzten Patrouillenfahrt will sich Geeske Dobbenga eigentlich von ihrer Mannschaft verabschieden und eine ruhige Fahrt in den Holländisch-Deutschen Gewässern verbringen. Doch auf einer Sandbank, von der wirklich umstritten ist, zu welchem Staatsgebiet sie gehört, entdecken sie eine Leiche. Die müssen sie mitnehmen, sonst würde sie von der steigenden Flut davongetragen. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um den bekannten deutschen Wattwanderer Klaus Smyrna handelt. Sein Kollege Peter Lattewitz kommt völlig entkräftet auf Borkum an. Das Trio hätte Aaron Reinhard komplettieren sollen.

    Drei erfahrene Wattwanderer, Aaron hat sogar ein Buch über seine Wanderungen veröffentlicht, wollten eigentlich den gefährlichen Weg zu Fuß nach Borkum wagen. Doch Aaron zieht es vor bei seiner kranken Frau in England zu bleiben. Doch die Wettervorhersage für die Wanderung ist günstig und wann wird eine solche Gelegenheit sich noch einmal bieten? Peter und Klaus wagen den Weg und nur Peter kommt lebend, aber sehr traumatisiert zurück. Um noch größeres Zuständigkeitsgerangel zu vermeiden, ermittelt Kommissar Liewe Cupido, dessen Vater Niederländer war, ohne es an die große Glocke zu hängen. Denn der Tod von Klaus Smyrna gibt einige Rätsel auf.

    Anscheinend hat der Autor hier den Start einer Reihe hingelegt und der ist sehr gelungen. Die nickeligen Grenzstreitigkeiten zwischen den holländischen und deutschen Polizeibehörden erscheinen realistisch, geben dem Roman aber auch eine gewisse Leichtigkeit, weil sie mitunter zum Schmunzeln einladen. Der tragische und rätselhafte Tod des Wattwanderers erfordert schon genauere Nachforschungen und denen ist der schweigsame Cupido gemeinsam mit seiner pragmatischen Kollegin Dobbenga gut gewachsen. Die Beschreibungen des Watts, dass für unerfahrene und wie man hier liest manchmal auch für erfahrene Wattwanderer sehr gefährlich werden kann, sind sehr stimmungsvoll und zeugen von genauer Recherche oder auch guter Kenntnis des Autors. Dieser Kriminalroman besticht durch sein sympathisches Personal und durch die lebendigen und authentischen Beschreibungen sowohl der Landschaft, der Menschen und des Watts.

    4,5 Sterne

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  1. 5
    10. Mär 2022 

    Extremwattwandern

    Mathijs Deen ist ein niederländischer Autor und Journalist, in seiner Heimat besser bekannt als bei uns. Im deutschsprachigen Raum sind bisher drei Romane von ihm erschienen (dem Mare Verlag sei Dank):
    Unter den Menschen
    Der Schiffskoch
    Der Holländer

    Die Romane von Mathijs Deen haben folgendes gemeinsam: sie haben einen Bezug zum Meer, besitzen hohe literarische Qualität und zeichnen sich durch einen wundervoll lakonischen Humor aus.
    Vor Kurzem erst ist „Der Holländer“ erschienen, der als literarischer Kriminalroman zu lesen ist.
    Schauplatz ist die Gegend um Borkum, genaugenommen das Wattenmeer, welches innerhalb des Dreiecks liegt, das von Borkum, der holländischen sowie der deutsch-ostfriesischen Küste gebildet wird. Wir befinden uns also im Grenzgebiet von Deutschland und den Niederlanden. Durch dieses Wattenmeer verläuft die Grenze, doch tatsächlich ist der genaue Grenzverlauf nicht geklärt, was auch im Jahre 1960 dokumentiert wurde. Immerhin ist man sich einig, dass man sich nicht einig ist. Sowohl die holländischen als auch die deutschen Behörden versuchen also, in nachbarschaftlicher Eintracht, ihre Arbeit in diesem Gebiet zu machen. Dies betrifft insbesondere Polizei, Zollbehörden und die Marine. Diese Eintracht gelingt nicht immer.
    So auch zu Beginn des Romans „Der Holländer“, als ein toter deutscher Wattwanderer auf einer der Sandbänke im Wattenmeer von einem holländischen Patrouillenboot geborgen wird und sich die Behörden uneinig sind, in welchen Zuständigkeitsbereich nun dieser Todesfall fällt. Das daraus entstehende Machtgerangel, das von den karrierebewussten Vorgesetzten der Behörden ausgeht, ist schon sehr amüsant zu lesen und erinnert an eine Posse ähnlich den Erzählungen über die legendären Schildbürger.
    Während die Oberen also mit den Säbeln rasseln, machen die Beamten an der Front die eigentliche Arbeit. Sie haben keine Probleme, mit den Kollegen der anderen Nation zusammenzuarbeiten und wählen gern den pragmatischen Ansatz, um dem Geheimnis über den Tod des Wattwanderers auf die Spur zu kommen.
    Liewe Cupido, genannt „Der Holländer“, ist prädestiniert für die Ermittlungsarbeit, die ihn zwischen Holland und Deutschland pendeln lässt. Liewe ist als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers auf Texel großgeworden. Natürlich spricht er beide Sprachen fließend – wenn er spricht. Denn er ist eher ein schweigsamer Mensch. In Gespächen macht er nur wenige Worte, sein Schweigen verleitet seine Gesprächspartner dazu, die schweigsamen Lücken durch eigene Wortergüsse zu überbrücken. Seine Kollegen haben sich an Liewes Art gewöhnt, Menschen, die ihn nicht kennen, haben ihre Schwierigkeiten mit dieser Art der Konversation, so auch die Zeugen, die zum Todesfall des Wattwanderers befragt werden.

    Der tote Wattwanderer ist einer von drei Freunden, die sich dem Extremwattwandern verschrieben haben und für ihre bisherigen erfolgreichen Wanderungen bekannt sind.
    Aus „Der Holländer“ habe ich gelernt, dass Wattwandern nicht gleich Wattwandern ist. Das, was die drei Männer als Sport betreiben, hat nicht viel gemein, mit den gemütlichen Gummistiefel-Matsch-Spaziergängen, die bei Nordseetouristen so beliebt sind. Hochinteressante Informationen zu diesem Thema sind in die Handlung des Romans „Der Holländer“ eingebaut und machen den Roman noch fesselnder als er eigentlich schon ist.
    Nur soviel: die Tour durchs Watt von der holländischen Küste nach Borkum (ca. 12 km) gilt als die Besteigung des Mount Everest unter den echten Wattwanderern. Und an dieser Besteigung ist der Tote gescheitert, aus welchen Gründen auch immer und mit wessen Dazutun auch immer.

    Dieser Roman übt aufgrund seines besonderen Schauplatzes und des ungewöhnlichen Hobbies der Beteiligten eine große Faszination aus. Dem Autor Matthijs Deen gelingt es, die Naturgewalt, die vom Wattenmeer und seinen Strömungen und Gezeiten ausgeht, über seinen Roman zu transportieren. Die Geschichte ist unglaublich fesselnd, der Holländer verbeißt sich in der Ermittlung und bringt Erkenntnisse zutage, die selten vorhersehbar sind. Dennoch bleibt der Krimi auf einem entspannten Niveau, ist in keinster Weise blutig oder reißerisch, sondern konzentriert sich auf die Aufklärungsarbeit sowie die unterschiedlichsten Charaktere, die einem in dieser Geschichte begegnen.

    Mein Fazit:
    „Der Holländer“ ist ein naturgewaltiger, aber entspannter Kriminalroman, mit einem eigenwilligen, aber sympathischen Protagonisten, von dem ich gern noch mehr lesen möchte.

    Leseempfehlung!

    ©Renie

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