Im Schatten der Entdecker: Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Schatten der Entdecker: Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender' von Volker Matthies
NAN
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Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender
Broschiertes Buch
Alexander von Humboldt erforschte Südamerika - hat er den Weg allein gefunden? Bis heute hält sich das Bild, die berühmten Entdecker und Forschungsreisenden seien völlig auf sich gestellt durch fremde Länder gezogen oder über Ozeane gesegelt. Doch ob James Cook, David Livingstone oder Sven Hedin - sie alle hatten Helfer vor Ort, die zum Erfolg der Unternehmungen beitrugen. Wer waren diese Menschen?
Hier werden sie zum ersten Mal in den Blick genommen: die Führer und Dolmetscher, Informanten und Transporteure. Nicht selten waren sie sogar die eigentlichen Leiter der Expeditionen. Anhand von Beispielen aus allen außereuropäischen Kontinenten rückt Volker Matthies ihren Beitrag zur Vermessung der Welt ins rechte Licht.

Format:Taschenbuch
Seiten:248
EAN:9783861539896

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Zartbittertod

Buchseite und Rezensionen zu 'Zartbittertod' von Elisabeth Herrmann
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

21.5 cm x 13.5 cm München 480 Seiten [Neuwertig und ungelesen, als Geschenk geeignet Kinder- und Jugendliteratur ]

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: cbj
EAN:9783570165133
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Rezensionen zu "Zartbittertod"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Jun 2018 

    Wenn die süßeste Versuchung zur Gefahr wird...

    Elisabeth Herrmann ist mir natürlich von ihren Büchern für Erwachsene ein Begriff und auch mit dem Jugendbuch "Seefeuer" konnte sie mich begeistern, so dass ich gespannt mit der Lektüre startete.

    In der Geschichte geht es um Mia, die für ihre Bewerbung an der Journalistenschule eine knallhart recherchierte Story benötigt. Was würde sich da besser eignen als die ominöse Herkunftsgeschichte ihres Urgroßvaters, der einst aus Namibia unter mysteriösen Umständen nach Deutschland kam? Bei der Recherche stößt Mia auf ein Geheimnis und plötzlich stirbt jemand. Doch bald ist auch ihr Leben in Gefahr, was nur geht da vor?

    Die spannende Handlung wird uns über einen Erzähler nahe gebracht, der alle handelnden Protagonisten etwas näher beleuchtet.

    Hier ist vor allem die Hauptakteurin Mia im Vordergrund. Mia hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Auf eine sympathische Art ist sie selbstbewusst, aber nicht zu übertrieben. Zudem ist sie nicht an ihrem eigenen Vorteil interessiert, sondern wirklich nur daran die Geschichte ihrer Vorfahren zu lüften und die hat es wirklich in sich.

    Doch auch Will, den man als Sohn reicher Eltern erstmal argwöhnisch betrachtet, konnte im Verlauf der Geschehnisse meine Sympathie gewinnen. Mich hat nicht gestört, dass sich da zwischendurch etwas anbahnt zwischen ihm und unserer zukünftigen Journalistin.

    Mir gefällt gut, dass die Autorin die Geschichte der Herero und die Kolionalisierung Namibias durch die Deutschen thematisiert, denn ich muss gestehen, dass ich davon wenig bis gar nichts wusste und dieses Kapitel deutscher Geschichte im schulischen Geschichtsunterricht nie Gegenstand war, so dass man als Leser in jedem Fall noch dazu lernt.

    Die dargestellte Geschichte startet noch recht gemächlich und wird mit der Zeit immer spannender. Die Dramatik der Geschichte spitzt sich immer mehr zu und je mehr man liest, desto mehr bekommt man Herzklopfen. Zum Schluss liest man wirklich atemlos, denn man möchte endlich das Geheimnis lüften und zudem wissen, wer denn nun hinter allem steckt.

    Die Auflösung kam für mich dann doch sehr überraschend, hatte ich als Täter jemanden von der Familie Herder selbst im Visier.

    Besonders gern gelesen und regelrecht herbeigesehnt habe ich die Textauszüge aus Briefen und den Schriftstücken aus der Zeit um 1904. Hier wurde sehr deutlich, was die Kolonisten von den Farbigen hielten.

    Einziger Nachteil am Buch: wenn man dauernd von den Leckereien liest, die Mia und ihre Familie so zaubern können, da musste die ein oder andere Tafel Schokolade beim Lesen dran glauben.

    Fazit: Ein Jugendroman, der seinesgleichen sucht. Wer Spannung liebt und Geschichte etwas abgewinnen kann, der wird hier wie ich absolut begeistert sein. Klare Leseempfehlung, klasse!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Apr 2018 

    Schuld und Sühne

    Inhalt:
    Mias Eltern betreiben eine Chocolaterie in Meißen, dort hängt schon immer ein Bild von ihrem Urgroßvater Jakob als Kind und seinem Lehrherrn. Daneben ein Schokoladen-Nashorn und genau dazu möchte Mia nun, für eine Aufnahmeprüfung an der Journalistenschule,  die Geschichte herausfinden. Wie kam ihr Urgroßvater als schwarzes Kind mit seinem weißen Lehrherrn nach Deutschland und warum. Ihre Recherche führt sie in die Kolonialzeit und zu den Herders, wo sie mit ihren Fragen für ganz schön viel Wirbel sorgt.

    Meine Meinung:
    Ich liebe Schokolade und ich lese sehr gerne die Jugendbücher von Elisabeth Herrmann. So war es nur ein logischer Schluss dass ich Zartbittertod lesen wollte.

    Die Schokolade wird aber recht schnell nebensächlich, denn es geht um alte Schuld, die Kolonialzeit und die Zukunft von Mia. Ganz schön viel auf einmal. aber total spannend und fesselnd und das von Beginn an.

    Elisabeth Herrmann schafft es wiedermal mit ihrem Schreibstil zu überzeugen und mich als Leser direkt in den Bann der Geschichte zu ziehen. Es gibt keine große Einleitung und genau das ist gut so. Als Leser ist man fast so unwissend wie Mia selbst und so bleibt vieles ein Rätsel.
    Zugleich wird ein Thema behandelt, dass heute noch aktuell ist, denn auch heute noch werden Länder ausgebeutet um für uns billig zu produzieren und das nicht nur bei Kakao. So geht es hier nicht nur um spannende Unterhaltung, sondern auch ein wenig um Moral. Eine Geschichte die im nachhinein noch zum nachdenken und vielleicht auch umdenken anregen soll. Ob das bei der Zielgruppe sinnvoll ist, sei dahin gestellt. Es wäre aber wünschenswert.

    Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind gespickt mit Seiten aus einem Tagebuch. Die Geschichte ist frei erfunden, hat aber geschichtliche Bezüge und kommt einem so schon Nahe. Sie spielt in der Gegenwart, zeigt aber das schon vor der Nazi-Zeit nicht alles in Ordnung war.

    Die Figuren sind recht überschaubar. Es gibt Mias Eltern, eine Namibische Delegation, Die Herders und ihr Personal, dazu noch Ermittler. Alles in allem kann man die Figuren aber gut auseinander halten. Ich kam nie durcheinander, selbst bei den Nebenfiguren nicht.
    Mia ist neben Will die Hauptfigur der Geschichte. Sie möchte mehr über ihre Familiengeschichte herausfinden und hätte nie gedacht was sie damit auslöst. Sie wirkt manchmal klein und schwach und empfindet sich wohl auch selber so, doch eigentlich ist sie recht stark und mutig.
    Will ist zwar der Sohn der großen Herders, doch wer hier ein arrogantes Papasöhnchen erwartet liegt falsch. Er hat mich in der Geschichte wirklich überrascht.

    Am Ende geht es um die Begleichung von Schuld, um das Aufzeigen von Dingen, die auch heute noch falsch Laufen, um Moral und Ausbeutung.
    All das zusammengefasst in einer sehr spannenden Geschichte um die Aufklärung einer Vergangenheit, die manche Leute lieber unter den Tisch kehren würden.

 

Imperien: Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten

Buchseite und Rezensionen zu 'Imperien: Die Logik der Weltherrschaft - vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten' von Herfried Münkler
NAN
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Spätestens mit dem Ende der Sowjetunion schien die Zeit der Imperien endgültig zu Ende. In der globalsierten Welt sei, so die weit verbreitete Einschätzung, für eine imperiale Machtentfaltung angesichts der ebenso vielfältigen wie komplexen Abhängigkeiten zwischen den Staaten kein Raum mehr. Zudem war man mehrheitlich der Überzeugung, imperiale Politik zu betreiben, liege eigentlich auch in keines Staates Interesse. Spätestens angesichts der weltpolitischen Alleingänge der USA jedoch, die zuletzt ein ums andere Mal auch Verbündete mit weit gespannten Machtansprüchen und Gefolgschaftserwartungen brüskierten, hat man begonnen, diese Einschätzung zu revidieren. In den USA und auch anderswo mehren sich die Stimmen, die fordern, Amerika solle seine Rolle als Imperium nicht nur nicht länger leugnen, sondern sie zum eigenen und zum Wohle der Welt offensiv gestalten.

All dies ruft Herfried Münkler uns in Erinnerung und zeigt sogleich, woran es bei der Diskussion heute zumeist hapert. So bestehen über Begriff und Wesen des Imperiums sowie den möglichen Sinn und Nutzen imperialer Politik bei den Diskutanten und Autoren häufig enorme Unsicherheiten. Begriffe wie Imperialismus und Hegemonie werden nur selten hinreichend trennscharf differenziert, Missverständnisse sind deshalb an der Tagesordnung. Der "wandelnde Ein-Mann-Think-Tank", als den Die Zeit den Politikwissenschaftler von der Berliner Humboldt-Universität einmal bezeichnet hat, sortiert in Imperien deshalb zunächst zu Recht sehr ausführlich das entsprechende Begriffsfeld. Sodann zeichnet er eine prägnante Typologie imperialer Herrschaft und analysiert an den historischen Beispielen die Aufgaben imperialer Ordnung und führt uns vor Augen, worin die Ursachen für das häufige "Scheitern der Imperien an der Macht der Schwachen" zu suchen sind.

Ein ausgesprochen lesenswerter Band für all jene, die statt an wohlfeilen Allgemeinplätzen, wie sie in der Diskussion um das amerikanische Imperium heute an der Tagesordnung sind, an historisch und theoretisch fundierter Information und Analyse interessiert sind. -- Andreas Vierecke

Format:Taschenbuch
Seiten:336
Verlag: rororo
EAN:9783499622137

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