Grace (Oktaven

Buchseite und Rezensionen zu 'Grace (Oktaven' von Paul Lynch
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Grace (Oktaven"

Diskussionen zu "Northanger Abbey: Roman"

- Renie vor 1 Jahr
Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:550
EAN:9783772530227
read more

Rezensionen zu "Grace (Oktaven"

  1. Eine Odyssee durch Irland

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Jan 2022 

    In Irland herrscht im Jahr 1845 große Not. Die Ernsten sind ausgefallen und die Menschen wissen nicht, wie sie sich noch ernähren sollen. Arbeit gibt es auch nicht. Darunter hat auch die Familie von Grace zu leiden. Die Mutter schneidet ihr die Haare ab, steckt sie in Jungenkleider und wirft die Vierzehnjährige aus dem Haus. Der jüngerer Bruder Colly schließt sich ihr einfach an. So macht sich Grace auf eine Wanderschaft, um zu überleben. Doch sie und ihr Bruder sind nicht die einzigen, die unterwegs sind, um Arbeit und Nahrung zu finden. Sie erleben auf ihrer Odyssee viel Schlimmes, aber manchmal auch Hilfsbereitschaft. Wird Grace ihre Familie jemals wiedersehen?
    Paul Lynch hat eine poetischen Schreibstil, der mich gepackt hat. Die Geschichte ist düster und ergreifend.
    Die Charaktere sind sehr vielschichtig und authentisch beschrieben. Wie groß muss die Not sein, dass Sarah ihre Tochter einfach wegschickt, damit Grace für sich selbst sorgen muss. Es ist gut, dass Colly wenigstens eine Zeit lang an ihrer Seite ist. Trotzdem ist es schwer, sich gegen gestandene und verzweifelte Männer zu behaupten, die keine Rücksichtnahme kennen. Sie wird zu einer jungen Frau, was sie zusätzlich verunsichert, da sie mit niemandem darüber sprechen kann, was mit ihr vorgeht. Doch egal was sie unterwegs erlebt, sei es Tod und Gewalt, lässt sie stärker werden. Es ist aber auch schön, dass ihr ein junger Mann begegnet und sie beschützt.
    Diese Geschichte ist nicht leicht zu lesen. Ich habe mit Grace gelitten, ihren Schmerz, ihre Verzweiflung und ihre Angst gespürt, aber auch ihren Mut und ihren Willen zum Überleben.
    Wahrlich keine leichte Kost!

    Teilen
 

Der Meister und Margarita

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Meister und Margarita' von Michail Bulgakow
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Meister und Margarita"

Diskussionen zu "Northanger Abbey: Roman"

- Renie vor 1 Jahr
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:576
EAN:9783730609125
read more
 

Berlin Alexanderplatz

Buchseite und Rezensionen zu 'Berlin Alexanderplatz' von Alfred Döblin
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Berlin Alexanderplatz"

Diskussionen zu "Northanger Abbey: Roman"

- Renie vor 1 Jahr
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:736
EAN:
read more

Rezensionen zu "Berlin Alexanderplatz"

  1. Großstadtdschungel und Lebensbild

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Jan 2020 

    Eine Herausforderung aufgrund des asynchronen Erzählstils, der Verknüpfung verschiedener Parallelwelten, der Einarbeitung von aktuellen Zeitgeschehnissen (Versammlungen, Fahrplan/Wetter/Auslagen), Zitaten von Goethe/Schiller etc., Vergleiche mit Götterbildnissen, Einarbeitung von Kulturgut des 19./20. JHs (Kinderlieder, Zählreime, Schlager), konkrete Darstellungen der damaligen Lebensverhältnisse, dezidierte Orts - und Zustandsbeschreibungen der Großstadt Berlins und des dortigen Lebens, verknüpft mit dem Schicksal des in diesem Sumpf strauchelnden Franz Biberkopf; kurzum ein Feuerwerk alles in Allem, das trifft es wohl am besten.

    Es zu lesen ist nicht einfach, zu kompliziert die Darstellung unseres Charakters Franz Biberkopf, seine Gedanken gemischt mit seinen tatsächlichen Handlungen und diese wiederum mit dem einflussnehmenden Erzähler, der ausruft, mitteilt, anprangert, hinweist. Man möchte meinen, es ist ein armer Tropf, dieser vom Leben gebeutelte Protagonist, der aus dem Gefängnis entlassen, in die dunkle, triste Welt Berlins der schwermütigen 20 ger Jahre geschubst, ohne Geld, Können, Perspektive, aber mit enorm großen Selbstbewußtsein...
    "... man muß sich abfinden. Man soll sich nicht dicke tun mit seinem Schicksal."

    Der Leser erkennt gut, das vom Ersten Weltkrieg schwer gebeutelte Volk, den kleinen Mann und seine Perspektivlosigkeit, die Schwermut, die schwierigen Lebensverhältnisse, der strake Zynismus der Berliner/des Volkes diesen schwierigen Lebensvoraussetzungen zu begegnen... Diese Nachkriegsjahre waren stark geprägt von gedrückter Stimmung, Wut auf die Regierung und Desillusion, ja gar Resignation. Man sah nicht den Sinn, sondern vor allem die Sinnlosigkeit des Abstrampelns im Sumpf der 20ger Jahre, in dem ein Aufrappeln, trotz all des Fleißes und aller Bemühungen kaum aussichtsreich bzw. möglich schien. Kurz um, all dies zeigt uns Berlin Alexanderplatz in seiner vollen Wucht, ein Potpourri an Gesellschaftskritik, Zeichnung von Lebensentwürfen und Zustandsbeschreibung der Nachkriegsgeneration, des deutschen Volkes in den 20ger Jahren. Wie ein Puzzle fügt Döblin all dies geschickt zusammen.

    Und nein, Franz Biberkopf konnte mir trotz der Umstände, in die er aufgrund seiner, ja was eigentlich - Dummheit, Naivität, Gleichgültigkeit, Angst vorm Versagen, schlechter Startbedingungen, seines trotz alledem übersteigerten Selbstbewußtseins - nicht leid tun. Genug Grips als Zuhälter zu fungieren, Gewalt auszuüben und eben eingenommenes Geld zu versaufen, hatte er immerhin, eingebettet in dieses allgemeine destruktive Lebensgefühl wohl aber irgendwie nachvollziehbar...

    " Der Mensch ist seines Lebens froh, gewöhnlich nur als Embryo ! (Goethe) ... Da ist der gute Vater Staat, er gängelt dich von früh bis spat..."

    Dass dies alles, trotz seiner nunmehr körperlichen Versehrtheit, einen guten Ausgang nimmt, da er im Mordprozess redlich aussagt und letztlich Hilfsportier in einer Fabrik wird und so über die Möglichkeit eines festen Einkommens verfügt, sowie der damit verbundenen Perspektive, fortan redlich zu leben, stimmt geradezu froh nach diesem Feuerwerk.
    " Das muß man nicht als Schicksal verehren, man muß es ansehen, anfassen, zerstören. Wach sein, Augen aufgepasst... Biberkopf ist ein kleiner Arbeiter. Wir wissen was wir wissen, wir habens teuer bezahlen müssen."

    Und schon lässt das Marschieren und das Fahnenschwenken im Großstadtdschungel Berlin erneut erahnen, dass das deutsche Volk direkt in den nächsten- wir wissen es- "Schlamassel" rein schliddert, zu groß die Sehnsucht nach Wohlstand und Ende der Perspektivlosigkeit, des Abstrampeln... Ja, auch da immer noch und schon wieder, gefährliche Parallelen zum Hier und Jetzt.

    Fazit: Wer Einblick möchte in ddas wie und warum des destruktiven Lebensgefühl der Bevölkeurng der 20ger Jahre und den sich darus ergebenden Entwicklungen, unbedingt lesen. Fünf Sterne!

    Teilen
  1. Sensationelles Gesamtkunstwerk

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Aug 2019 

    „Der Krieg hört nicht uff, solange man lebt, die Hauptsache ist, dass man uff die Beene steht.“ (S. 451)

    Klas-si-ker, der – laut Duden etwas, das „zeitlos“ ist. Nun, regelmäßige Leser*innen meiner Rezensionen wissen ob meiner Affinität zu eben solch (literarischem) Stoff.

    In einer bemerkenswerten Leserunde haben wir „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin gelesen bzw. gehört, seziert, wieder zusammengesetzt und für „klassikerwürdig“ befunden. Der Großteil der Mitleserinnen und –leser war bzw. ist sich auch einig, dass man die Aussage Döblins, dass Buch zweimal oder dreimal zu lesen, durchaus ernst nehmen sollte – zu vielschichtig ist dieses Werk, um alle Einzelheiten der (Kern-)Geschichte oder der enthaltenen Versatzstücke (Döblin selbst nennt es „Montagestil“), bereits beim „Erstkontakt“ zu erfassen und sie in Zusammenhang mit dem unabwendbaren „Tod“ und der „Auferstehung“ von Franz Biberkopf zu bringen.

    Franz Biberkopf ist ein Loser – er steht auf der „falschen“ Seite der Gesellschaft in einer Zeit, die im Umbruch begriffen ist und einige Jahre später völlig darniederliegen wird; er fällt hin, steht wieder auf, lässt sich aber immer wieder auf Leute ein, die ihm nicht guttun und es muss (natürlich) erst zum Äußersten kommen, bevor es nach einem grandios in Szene gesetzten Zwiegespräch zwischen seinem Innersten und dem Tod zu einer Auferstehung seines „geläuterten“ Selbst kommt. Wir haben es hier also nicht nur mit einem Opfer, sondern auch mit einem Täter zu tun – alleine das macht einen Teil der Sympathie für die Figur des Franz Biberkopf aus.

    Alfred Döblin fordert seine Leserschaft hinaus. Nicht nur mit der allgegenwärtigen „Berliner Schnauze“ (okay, einen Großstadtroman, der in Berlin spielt mit Plattdeutsch auszustatten, würde auch etwas komisch anmuten *g*), sondern auch mit der bereits genannten Melange aus Zeitungsartikeln, Liedern, Werbeprospekten usw. – ein buntes Kaleidoskop, dass brillant das Berliner Leben Ende der 1920er Jahre vor das geistige Auge des „Betrachters“ wirft. Man hat wirklich das Gefühl, Berliner Luft zu „atmen“ und die Straßenarbeiter auf dem Alexanderplatz, die Zeitungs- und Obstverkäufer, die Schurken und die Damen der Straße bei ihrer jeweiligen Arbeit oder Tätigkeit live zu begleiten. Selten habe ich etwas Authentischeres gelesen.

    Die Kombination aus der fiktiven Figur Franz Biberkopf und dem echten Leben in Berlin funktioniert also auch heute (90 Jahre nach der Erstveröffentlichung) immer noch erstaunlich gut und dürfte es auch noch im nächsten Jahrzehnt, Jahrhundert…tun.

    Mehr muss und will ich gar nicht zu diesem Gesamtkunstwerk sagen.

    Teilen
 

Die Wasserfälle von Slunj: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Wasserfälle von Slunj: Roman' von Heimito Doderer
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Wasserfälle von Slunj: Roman"

Diskussionen zu "Northanger Abbey: Roman"

- Renie vor 1 Jahr

Lesern von "Die Wasserfälle von Slunj: Roman" gefiel auch

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:394
Verlag: C.H.Beck
EAN:
read more

Rezensionen zu "Die Wasserfälle von Slunj: Roman"

  1. Wien um 1900

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Jan 2022 

    Rastoke im gebirgigen Mittelteil von Mittelkroatien mit seinen gut erhaltenen Mühlen und den malerischen kleinen Wasserfällen (‚von Slunj‘) war eines der Ziele der Hochzeitsreise des englischen Hochzeitspaars Robert und Harriet Clayton. (Aber auch für das tragische Ende bildet dieses landschaftlich reizvolle Eck den Handlungsort.) Bei ihrer Rückkehr nach ‚Brindley Hall' im südwestlichen England erfahren sie, dass Vater Clayton inzwischen in Wien ein Werk für landwirtschaftliche Maschinen errichten lässt.

    Und so kann der Leser nicht nur die Geschichte der Familie Clayton über 3 Generationen verfolgen, sondern auch die des Maschinen-Werks ‚Clayton und Powers‘. Nebenbei erfahren wir auch vom beruflichen Aufstieg von Josef Chwostik: von seiner Stellung in der Devotionalien-Erzeugung (+ seiner beengten und seltsamen Wohnverhältnissen) zum Kanzlei-Chef. Auch von einer Gruppe Gymnasiasten, dem Metternich-Club, und von Mann und Frau, denen es nicht gelingt, ‚einen wirklichen Kontakt zu bekommen‘ lesen wir.
    ‚Es kommt halt immer was vor‘ hat einmal ein Wiener Beisl-Kellner in Ottakring es so schön zusammengefasst.

    Dieses Buch gewährt uns einen Einblick in die ‚dritte Gesellschaftsschicht‘ – das Unternehmertum – des Wiens um 1900 mit Droschken, mit Dienstmädchen und allem, was dazugehört. Überrascht hat mich, dass zu der damaligen Zeit im Hotel ‚Britannia‘ schon geduscht werden konnte (S 343), schwappte doch die Erfindung der Dusche erst 1879 von den französischen Gefängnissen in den deutschsprachigen Raum des damaligen Europas.

    Begeistert hat mich der Aufbau der Geschichte: Wie bei einer filigranen Klöppel-Handarbeit wurden manche Fäden (Personen) dazwischen unbeachtet gelassen, später wieder aufgenommen und ich staunte immer wieder über die faszinierenden Zusammenhänge! Viele Ausdrücke waren für mich ungewohnt, da nicht mehr gebräuchlich, und ich musste auch durch die Länge der Sätze höllisch aufpassen, dass ich nichts überlas. Zum Schnelllesen ist dieses Buch völlig ungeeignet!

    Was mich jedoch sehr abstieß und zusehends nervte: die überhebliche, abwertende Art, mit der der Autor manche Personen beschrieb: ‚das Knollengewächs‘, ‚die alte Runzel‘, ‚das Dickerchen‘ mit ‚seinem fetten Lachen‘ usw. (die Wirkung wurde auch nicht durch x Wiederholungen besser)! Das schmälerte meinen Genuss erheblich, so dass ich in meiner Bewertung nicht über 3,5 Sterne hinauskomme, aufgerundet auf 4!

    Teilen
 

Seiten