Rules For Being A Girl

Buchseite und Rezensionen zu 'Rules For Being A Girl' von Candace Bushnell
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Rules For Being A Girl"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag:
EAN:9783748800422
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Rezensionen zu "Rules For Being A Girl"

  1. Macht Teenies Mut zu sich selber zu stehen

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 25. Sep 2020 

    Wer kennt das nicht? Die ganzen ungeschriebenen Regeln für Mädchen! Rasiere dir die Beine, aber zeig nicht zu viel von deinen Beinen. Sei lustig und locker, aber bloß nicht ZU lustig und locker. Sei natürlich, aber stets geschminkt. Ich glaube jede Frau und jedes Mädchen weiß wovon ich rede. So auch die junge Marin, die im laufe des Buches lernt, was es bedeutet ein Mädchen und sein und welche Regeln diese zu befolgen haben. Durch einen Vorfall in der Schule werden Marin die Augen geöffnet. Statt den Regeln zu folgen schreibt Marin ihre eigenen Regeln… mit mehr oder weniger großem Erfolg.
    Das Cover ist recht schlicht und wirkt durch den dunklen Hintergrund mit der vorwiegend weißen Schrift wie eine Tafel, was hervorragend zum Highschool Thema passt. Auch inhaltlich konnte mich das Buch überzeugen. Zum einen vermittelt das Buch in einem sehr einfachen und teenagergerechten Format eine sehr wichtige Botschaft (sei dir selber treu!) und zeitgleich fühlt man sich beim lesen gut unterhalten. Ich habe häufig mit Marin mitgefiebert und mich selber – wenn auch in einer deutlich jüngeren Version – darin wiederfinden können. Besonders gefallen hat mir, dass die Autoren Marin nicht nur die gängigen Regeln brechen lassen, sondern sie auch mit den Konsequenzen umgehen lernen muss. Manchmal habe ich eine richtige Wut im Bauch gehabt, weil Marin ungerecht behandelt wurde, zumindest meinem Empfinden nach. Dennoch schafft es das Buch, einen nicht hoffnungslos und deprimiert zurückzulassen, sondern man hat das Gefühl etwas bewegt zu haben.
    Einen Stern Abzug gibt es von mir wegen dem aus meiner Sicht etwas unrunden Ende, insbesondere was Marins Beziehung zu Gray angeht. Ihr Verhalten ihm gegenüber konnte ich nicht nachvollziehen und daher auch mit dem offenen Ende was die beiden anbelangt nichts anfangen.
    Alles in allem fand ich das Buch klasse und kann es empfehlen.

 

Lillys magische Schuhe, Band 1: Die geheime Werkstatt

Buchseite und Rezensionen zu 'Lillys magische Schuhe, Band 1: Die geheime Werkstatt' von Usch Luhn
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Lillys magische Schuhe, Band 1: Die geheime Werkstatt"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
Verlag:
EAN:9783473405510
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Rezensionen zu "Lillys magische Schuhe, Band 1: Die geheime Werkstatt"

  1. Ein tolles und magisches Kinderbuch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Okt 2020 

    Lilly die in dem geheimen und magischen Schuhladen ihres Onkels arbeitet , hat alle Hände voll zu tun . Ihr Onkel ist schon seit zwei Wochen auf Schiffsreise . Gegenüber ist Florentìne mit ihren Eltern in das Haus ihrer Tante eingezogen . Die zwei Mädchen werden zu Freundinnen ...

    Archibald den regenbogenfarbigen Drachen mit dem französischen Dialekt habe ich sofort in mein Herz geschlossen . Aber auch die anderen Protagonisten sind sowas von sympathisch . Für Spannung ist natürlich auch in diesem Buch gesorgt . Die Handlung ist sehr magisch und spielt sich in und um die geheime Schuhwerkstatt ab . Der Schreibstil ist kinderleicht , einfach und unkompliziert zu lesen .

    Fazit : Die Schrift in diesem Kinderbuch ist relativ groß , so dass auch Leseanfänger recht gut mitkommen . Die Kapitel sind mit tollen schwarzweiß Bildern untermalt . Das Cover mit seiner lila Farbe macht das Gesamtbild perfekt .Je nachdem man das Buch hält glitzern die kleinen Marienkäferchen und ein paar andere Dinge . Es ist ein wunderschönes und wunderbares Kinderbuch voller Magie für Mädchen ab 8 Jahre . Es ist der erste Band einer bisher dreiteiligen Reihe . Es ist in sich abgeschlossen . Es gibt im Anschluss noch eine kleine Leseprobe für den nächsten Teil .

 

Alles still auf einmal: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Alles still auf einmal: Roman' von Rhiannon Navin
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Alles still auf einmal: Roman"

Format:Broschiert
Seiten:384
EAN:9783423262170
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Rezensionen zu "Alles still auf einmal: Roman"

  1. Wenn ein Amoklauf dein Leben verändert...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Aug 2019 

    Auf dieses Buch bin ich eher zufällig in der Bahnhofsbuchhandlung aufmerksam geworden. Gespannt begann ich zu lesen und wurde völlig überwältigt.

    In der Geschichte geht es um Zach, der bei einem Amoklauf seinen älteren Bruder Andy verliert. Wie geht die Familie damit um? Was macht die Presse aus der ganzen Sache? Und was verdammt soll man mit sechs Jahren fühlen, wenn der eigene Bruder nicht mehr lebt?

    Die Handlung wird uns über den sechsjährigen Zach als Ich- Erzähler nahe gebracht. Deswegen ist man sehr nah an Zach als Figur dran und erlebt das Schlimmste was passieren kann aus der Sicht eines Kindes, was einige Gänsehautmomente parat hält.

    Mich hat vor allem beeindruckt, dass es der Autorin sehr glaubwürdig gelingt die Sichtweisen eines Sechsjährigen darzustellen. Dieser findet es nicht immer schlimm, dass der große Bruder nicht mehr lebt, hat er die Eltern doch nun für sich alleine.

    Jede aufgeführte Figur weiß den Leser für sich einzunehmen und jeder geht mit dem Verlust anders um. Während die Mutter des Jungen mittels der Presse gegen die Eltern des Täters wettert und ihre Trauer in Wut verpackt, versucht der Vater das alltägliche Leben am Laufen zu halten, was ihm mehr schlecht als recht gelingt. Auch Großmutter Mimi versucht klein Zach zu unterstützen wo sie kann und dennoch ist jeder für sich irgendwie in seiner eigenen Trauer gefangen.

    Mir hat unheimlich gut gefallen wie Zach den Fall beleuchtet und wie ihn das alles belastet. Besonders schön fand ich die Idee mit den Gefühlsblättern und dass jedes Gefühl seine eigene Farbe hat.

    Ich habe noch nie so einen derben Verlust erleiden müssen wie Zach und seine Familie und dennoch konnte man es regelrecht am eigenen Leib beim Lesen erfahren wie hart es sein muss ein sehr nahes Familienmitglied zu verlieren.

    Nachdem ich fast schon dachte, dass alles den Bach runtergehen wird, schafft Zach es dann doch noch seine Eltern zur Besinnung zu bringen. Das Ende hat mir daher unheimlich gefallen, da es doch so anders war als ich es erwartet hatte.

    Fazit: Ein Roman voller Gefühl, der jede Menge Emotionen im Leser weckt. Ich kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Klasse!

 

Sonne und Beton: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Sonne und Beton: Roman' von Felix Lobrecht
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sonne und Beton: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:224
EAN:9783548290584
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Rezensionen zu "Sonne und Beton: Roman"

  1. Hart wie Stahlbeton...

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 21. Jun 2019 

    Ich mag Felix Lobrecht als Slampoeten unheimlich gern, weshalb ich großes Interesse an seinem Buch hatte, das so ganz anders war als ich es erwartet habe.

    In der Geschichte geht es um Lukas und seine Kummels, die in Neukölln leben und versuchen dort klar zu kommen. Eine falsche Entscheidung bringt die Jungs in Schwierigkeiten. Wie sollen sie nur aus dieser Klemme wieder raus kommen?

    Ehrlich gesagt habe ich einen lustigen Roman über das Leben dort erwartet, doch ich bekam eine Geschichte voller Gewalt, Kraftausdrücken und Einblicke in eine Gesellschaft, die mich sehr hart hat schlucken lassen. Ich bin absoluter Berlin- Fan und hatte mir vor der Lektüre noch nie Gedanken darüber gemacht, dass Berlin auch anders kann.

    Der Autor gibt uns schonungslose Einblicke in einen Wohnbezirk, in dem man weder wohnen, geschweige denn aufwachsen möchte.

    Am Anfang haben mich die Jungs, allen voran Julius ziemlich genervt mit ihrer derben Sprache und ihrem Gehabe, aber woher sollen sie es besser wissen bei dem was sie täglich erleben?

    Am ehesten konnte ich mich noch mit Lukas, der hier als Ich- Erzähler fungiert, identifizieren. Er macht sich wenigstens noch Gedanken über die Konsequenzen, die ihn da erwarten könnten bei dem Mist, den er mit seinen Kumpels verzapft hat. Zudem hat mir bei ihm gut gefallen, dass er große Stücke auf seinen großen Bruder hält, denn genauso ergeht es mir mit meiner großen Schwester.

    Das Berlinern fand ich noch irgendwie cool, aber die recht derbe Sprache und das ewige "Dings" waren dann doch eine Herausforderung.

    Die Handlung an sich hat mich sehr mitgenommen, da in meiner Kleinstadtrealität so etwas schlichtweg nicht stattfindet, weshalb mich der Roman ein wenig sprachlos zurückgelassen hat.

    Fazit: Ein augenöffnendes Buch über das etwas andere Großstadtleben. Wer sich an der derben Sprache nicht stört, dem wird das Buch gefallen. Bedingt spreche ich eine Leseempfehlung aus.

 

Das Volk der Bäume

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Volk der Bäume' von Hanya Yanagihara
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Volk der Bäume"

Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:480
Verlag: Hanser Berlin
EAN:
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Rezensionen zu "Das Volk der Bäume"

  1. Ein beeindruckendes Konstrukt!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Sep 2020 

    Hier habe ich ein Buch gelesen, welches es mir inhaltlich nicht leicht gemacht hat!

    Ein wirklich unsympathischer Hauptcharakter gibt Einblicke in seine Gedankenwelt. Der Arzt Norton Perina macht eine ungeheuer wichtige Entdeckung, ist also auf wissenschaftlichen Gebiet eine Koryphäe, menschlich dagegen zeigt Perina einige unschöne Züge, die sich gen Ende bis ins Unermessliche Steigern, ekelerregend sind. Und hier möchte ich vorwarnen, es geht um Kindesmissbrauch, nicht jeder Leser möchte so etwas lesen. Mit der Zeichnung des Hauptcharakters wird in diesem Buch eine Frage gestellt. was ist wichtiger bei einem Menschen, das Gute oder das Schlechte? Doch kann man beides gemeinsam bewerten? Oder muss man hier nicht trennen? Einerseits eine Koryphäe und andererseits ein Straftäter!

    Gleichzeitig ist dieses Buch ein Bericht, wie die westliche Welt mit anderen Kulturen umgeht/umgegangen ist. Der Schutz einer anderen Kultur oder der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt war der westlichen Welt lange vollkommen egal, erst nach und nach regten sich andere Geister, dennoch dauert eine Veränderung im Denken lange, wie man auch momentan beim Klimaschutz beobachten kann. In diesem Bericht wird dem Leser genauso die Frage nach seiner Bewertung des Geschehens gestellt. Besonders gut gelungen fand ich hierbei die Beschreibung des Lebens auf Ivu'Ivu, einer fiktiven mikronesischen Insel, deren Bewohner/ihre Kultur dennoch recht real gezeichnet ist, in ihrer Art manchmal an reale Kulturen erinnert. Oft habe ich bei der Lektüre an werke der Ethnographie aus der Zeit der Entdeckungen denken müssen. Der große westliche Beobachter und sein Blick auf eine andere Welt/auf eine andere Kultur mit der Brille der eigenen Wert- und Moralvorstellungen. Nicht immer korreliert so etwas.

    Genauso interessant wie die Thematik ist auch der Stil des Buches. Die autobiographische Betrachtung von Perinas Leben durch ihn selbst, gespickt mit Beobachtungen und Meinungen eines Freundes von Perina machen dieses Buch zu etwas Besonderem, teilweise zwar etwas schwierig zu lesen, ich finde zum Beispiel, dass die Fußnoten sich nicht über mehrere Seiten hätten erstrecken dürfen. Aber auch das habe ich schon anderswo genauso gesehen. Die Schreibe Hanya Yanagiharas ist aber derartig intensiv und die Thematik so ungeheuer vielschichtig, dass man förmlich gezwungen ist 5 vollkommen verdiente Sterne zu vergeben. Genauso wie die Schreibe Yanagiharas derartig real rüberkommt, dass man sehr geneigt ist alles Geschriebene zu glauben. Dennoch ist dieses Buch eine Fiktion, die aber auf einem wahren Fall basiert, dem Fall von Gajdusek!

  1. Terra incognita

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 31. Mär 2019 

    Norton Perina ist Arzt, Forscher, Wissenschaftler, Nobelpreisträger. Auf einer mikronesischen Insel erforschte er den Mythos der Unsterblichkeit. Eine unbekannte Schildkrötenart soll den Schlüssel zum ewigen Leben bergen. Es sind die „Träumenden, die von dem Schildkrötenfleisch gegessen haben und hunderte Jahre alt werden, während ihre geistige Verfassung demenzartig abbaut. Wochen-, monatelang verbringt Perina mit dem Anthroplogen Paul Tallent und dessen Assistentin Esme auf der einsamen Insel, lernt deren Gebräuche und Initiationsriten kennen. Mit der Zeit adoptiert Perina insgesamt 45 Kinder von der Insel. Als alter Mann wird er wegen Vergewaltigung und Unzucht mit Minderjährigen zu zwei Jahren Haft verurteilt.
    Hanya Yanagihara hat für ihren Erstling Das Volk der Bäume die Geschichte von Daniel Carlton Gajdusek, der auf Papaua Neuguinea die Prionkrankheit erforscht und unzählige Kinder der Eingeborenen adoptiert hat, zum Vorbild genommen.
    Das Buch beginnt mit der Verurteilung Perinas. Während der Zeit in Haft verfasst Perina seine Memoiren. Es ist die zunächst langweilige Selbstbeweihräucherung eines blasierten Studenten und Doktoranden, dem der Zufall zu dem Forschungsauftrag führt, der Perinas Leben verändern wird. Perina ist herablassend, präpotent, dabei ein äußerst unzuverlässiger Erzähler.
    Mir hat dieses Buch einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Hanya Yanagiharas Beschreibungen der Terra incognita sind opulent, ausufernd, bildgewaltig. Perina selbst scheint emotionslos und nahezu angeödet.
    „O Gott, dachte ich, kann sich denn nichts in diesem Dschungel verhalten, wie es soll? Müssen sich Früchte bewegen und Bäume atmen und Süßwasserflüsse nach Ozean schmecken? Warum muss alles so überdeutlich darauf hinweisen, dass Verzauberung hier Realität ist?“ lässt sie Perina schreiben. Ich dachte so ähnlich. Eigentlich wollte ich nur weg von dieser Insel, voller widerwärtiger, mit Parasiten gefüllter Früchten, abscheulicher Beschreibungen von geplagten Kreaturen und primitiver Riten. Dabei wird im Text unzählige Male auf Indexverweise zurückgegriffen. Irgendwann habe ich mir das Blättern nach fiktiven Quellenangaben gespart.
    Genie oder Monster, diese Frage kann man bei diesem Buch nicht unvoreingenommen begegnen. Perina zerstört zum Zwecke der Forschung eine ursprüngliche Zivilisation, vergewaltigt Mensch und Natur. Vielleicht ist es, weil das Buch aus der Sicht des Täters, des Zerstörers der ursprünglichen Zivilisation, des Kinderschänders, geschrieben ist, dass es mich nicht erreichen konnte.
    Martin Pesl schrieb in seiner Rezension im Falter: „Man liest weiter, nicht so sehr, weil einen die Details rund um das ohnehin fiktive Baumvolk interessieren, sondern weil man verdammt noch mal endlich wissen will, wo der Typ eigentlich ang’rennt ist.“ Danke, besser kann man es nicht ausdrücken.

 

Das Volk der Bäume

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Volk der Bäume' von Hanya Yanagihara
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Volk der Bäume"

Gebundenes Buch
Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu'ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel. Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: Hanser Berlin
EAN:9783446262027
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Rezensionen zu "Das Volk der Bäume"

  1. Ein beeindruckendes Konstrukt!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Sep 2020 

    Hier habe ich ein Buch gelesen, welches es mir inhaltlich nicht leicht gemacht hat!

    Ein wirklich unsympathischer Hauptcharakter gibt Einblicke in seine Gedankenwelt. Der Arzt Norton Perina macht eine ungeheuer wichtige Entdeckung, ist also auf wissenschaftlichen Gebiet eine Koryphäe, menschlich dagegen zeigt Perina einige unschöne Züge, die sich gen Ende bis ins Unermessliche Steigern, ekelerregend sind. Und hier möchte ich vorwarnen, es geht um Kindesmissbrauch, nicht jeder Leser möchte so etwas lesen. Mit der Zeichnung des Hauptcharakters wird in diesem Buch eine Frage gestellt. was ist wichtiger bei einem Menschen, das Gute oder das Schlechte? Doch kann man beides gemeinsam bewerten? Oder muss man hier nicht trennen? Einerseits eine Koryphäe und andererseits ein Straftäter!

    Gleichzeitig ist dieses Buch ein Bericht, wie die westliche Welt mit anderen Kulturen umgeht/umgegangen ist. Der Schutz einer anderen Kultur oder der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt war der westlichen Welt lange vollkommen egal, erst nach und nach regten sich andere Geister, dennoch dauert eine Veränderung im Denken lange, wie man auch momentan beim Klimaschutz beobachten kann. In diesem Bericht wird dem Leser genauso die Frage nach seiner Bewertung des Geschehens gestellt. Besonders gut gelungen fand ich hierbei die Beschreibung des Lebens auf Ivu'Ivu, einer fiktiven mikronesischen Insel, deren Bewohner/ihre Kultur dennoch recht real gezeichnet ist, in ihrer Art manchmal an reale Kulturen erinnert. Oft habe ich bei der Lektüre an werke der Ethnographie aus der Zeit der Entdeckungen denken müssen. Der große westliche Beobachter und sein Blick auf eine andere Welt/auf eine andere Kultur mit der Brille der eigenen Wert- und Moralvorstellungen. Nicht immer korreliert so etwas.

    Genauso interessant wie die Thematik ist auch der Stil des Buches. Die autobiographische Betrachtung von Perinas Leben durch ihn selbst, gespickt mit Beobachtungen und Meinungen eines Freundes von Perina machen dieses Buch zu etwas Besonderem, teilweise zwar etwas schwierig zu lesen, ich finde zum Beispiel, dass die Fußnoten sich nicht über mehrere Seiten hätten erstrecken dürfen. Aber auch das habe ich schon anderswo genauso gesehen. Die Schreibe Hanya Yanagiharas ist aber derartig intensiv und die Thematik so ungeheuer vielschichtig, dass man förmlich gezwungen ist 5 vollkommen verdiente Sterne zu vergeben. Genauso wie die Schreibe Yanagiharas derartig real rüberkommt, dass man sehr geneigt ist alles Geschriebene zu glauben. Dennoch ist dieses Buch eine Fiktion, die aber auf einem wahren Fall basiert, dem Fall von Gajdusek!

  1. Terra incognita

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 31. Mär 2019 

    Norton Perina ist Arzt, Forscher, Wissenschaftler, Nobelpreisträger. Auf einer mikronesischen Insel erforschte er den Mythos der Unsterblichkeit. Eine unbekannte Schildkrötenart soll den Schlüssel zum ewigen Leben bergen. Es sind die „Träumenden, die von dem Schildkrötenfleisch gegessen haben und hunderte Jahre alt werden, während ihre geistige Verfassung demenzartig abbaut. Wochen-, monatelang verbringt Perina mit dem Anthroplogen Paul Tallent und dessen Assistentin Esme auf der einsamen Insel, lernt deren Gebräuche und Initiationsriten kennen. Mit der Zeit adoptiert Perina insgesamt 45 Kinder von der Insel. Als alter Mann wird er wegen Vergewaltigung und Unzucht mit Minderjährigen zu zwei Jahren Haft verurteilt.
    Hanya Yanagihara hat für ihren Erstling Das Volk der Bäume die Geschichte von Daniel Carlton Gajdusek, der auf Papaua Neuguinea die Prionkrankheit erforscht und unzählige Kinder der Eingeborenen adoptiert hat, zum Vorbild genommen.
    Das Buch beginnt mit der Verurteilung Perinas. Während der Zeit in Haft verfasst Perina seine Memoiren. Es ist die zunächst langweilige Selbstbeweihräucherung eines blasierten Studenten und Doktoranden, dem der Zufall zu dem Forschungsauftrag führt, der Perinas Leben verändern wird. Perina ist herablassend, präpotent, dabei ein äußerst unzuverlässiger Erzähler.
    Mir hat dieses Buch einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. Hanya Yanagiharas Beschreibungen der Terra incognita sind opulent, ausufernd, bildgewaltig. Perina selbst scheint emotionslos und nahezu angeödet.
    „O Gott, dachte ich, kann sich denn nichts in diesem Dschungel verhalten, wie es soll? Müssen sich Früchte bewegen und Bäume atmen und Süßwasserflüsse nach Ozean schmecken? Warum muss alles so überdeutlich darauf hinweisen, dass Verzauberung hier Realität ist?“ lässt sie Perina schreiben. Ich dachte so ähnlich. Eigentlich wollte ich nur weg von dieser Insel, voller widerwärtiger, mit Parasiten gefüllter Früchten, abscheulicher Beschreibungen von geplagten Kreaturen und primitiver Riten. Dabei wird im Text unzählige Male auf Indexverweise zurückgegriffen. Irgendwann habe ich mir das Blättern nach fiktiven Quellenangaben gespart.
    Genie oder Monster, diese Frage kann man bei diesem Buch nicht unvoreingenommen begegnen. Perina zerstört zum Zwecke der Forschung eine ursprüngliche Zivilisation, vergewaltigt Mensch und Natur. Vielleicht ist es, weil das Buch aus der Sicht des Täters, des Zerstörers der ursprünglichen Zivilisation, des Kinderschänders, geschrieben ist, dass es mich nicht erreichen konnte.
    Martin Pesl schrieb in seiner Rezension im Falter: „Man liest weiter, nicht so sehr, weil einen die Details rund um das ohnehin fiktive Baumvolk interessieren, sondern weil man verdammt noch mal endlich wissen will, wo der Typ eigentlich ang’rennt ist.“ Danke, besser kann man es nicht ausdrücken.

 

Ich knall euch ab!

Buchseite und Rezensionen zu 'Ich knall euch ab!' von Morton Rhue
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ich knall euch ab!"

Gary und Brendan sind Außenseiter und werden von den "Stars" der Schulde gedemütigt und terrorisiert. Die Lehrer schauen weg. Allmählich reift in den Köpfen der beiden der Plan, es ihren Mitschülern und Lehrern - nach dem Vorbild der Amokläufer von Littleton - heimzuzahlen. Am Tag des Abschlussballs präparieren sie die Ausgänge der Turnhalle mit Bomben und stürmen das Fest.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:160
EAN:9783473581726
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Dschihad Online

Buchseite und Rezensionen zu 'Dschihad Online' von Morton Rhue
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Dschihad Online"

Er hat gute Noten, er geht auf Partys, er flirtet mit dem hübschesten Mädchen der Schule - auf den ersten Blick wirkt Khalils Leben wie das seiner amerikanischen Mitschüler. Doch der Schein trügt: Khalil und sein älterer Bruder Amir leben in einem heruntergekommenen Loch und halten sich nur notdürftig über Wasser. Amir sieht sich im Internet immer häufiger gewalttätige Videos von islamistischen Hasspredigern an. Außerdem twittert er über den Kampf gegen den "heuchlerischen Westen". Schon bald gerät auch Khalil in die Fänge der Islamisten.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:256
EAN:9783473585137
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Billie: Abfahrt 9:42

Buchseite und Rezensionen zu 'Billie: Abfahrt 9:42' von Sara Kadefors
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Billie: Abfahrt 9:42"

Okay, Billie hat eine Mutter, die sich nie um sie kümmern konnte. Familienleben und Gefühle kennt sie hauptsächlich aus Fernsehserien. Als 12-jährige Frohnatur kann sie aber damit umgehen. Als sie zu
der perfekten Pflegefamilie kommt, mischt sie mit ihren Dreadlocks und ihrer entwaffnenden Offenheit die Provinz auf – und zeigt, worauf es wirklich ankommt . . .
Sie entlarvt die bürgerliche Fassade ganz ohne pubertäre Aufmüpfigkeit, einfach indem sie sich unbedarft auf sie einlässt. Sie lernt zum ersten Mal "Freizeitaktivitäten" kennen, geht zum Tischtennis und zum Gospelchor – und bleibt immer noch sie selbst. Notfalls singt sie mörderisch laut Michael-Jackson-Songs. Sonnigen Charakteren wie ihr sollte man einmal im Leben begegnet sein – und sei es nur zwischen zwei Buchdeckeln.

Format:Kindle Edition
Seiten:176
EAN:
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Rezensionen zu "Billie: Abfahrt 9:42"

  1. Lebenswelten...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 02. Jan 2019 

    Okay, Billie hat eine Mutter, die sich nie um sie kümmern konnte. Familienleben und Gefühle kennt sie hauptsächlich aus Fernsehserien. Als 12-jährige Frohnatur kann sie aber damit umgehen. Als sie zu der perfekten Pflegefamilie kommt, mischt sie mit ihren Dreadlocks und ihrer entwaffnenden Offenheit die Provinz auf – und zeigt, worauf es wirklich ankommt …

    Billie landet aus der Großstadt Stockholm plötzlich in einem kleinen schwedischen Dorf. 'Langweilg' ist das Erste, was ihr dazu einfällt, doch sie bemüht sich, sich möglichst nichts anmerken zu lassen. Und so gibt Billie sich Mühe, als sie ihre Pflegefamilie kennenlernt, versucht sich anzupassen, eigene Wünsche hintenanzustellen, ihren Sehnsüchten nicht zu viel Raum zuzugestehen.

    Billie ist 12 Jahre alt, und das Jugendamt hat beschlossen, dass ihre Mutter sich nicht länger um sie kümmern kann. Nur für eine Weile, so der Plan, soll sie daher bei der Pfarrerin Petra und ihrer Familie wohnen. Eine neue Familie, eine neue Schule, andere Regeln, aufdringliche Fragen - all das meistert Billie scheinbar mit bemerkenswerter Gelassenheit. Dabei macht sie sich durchaus so ihre Gedanken, und wenn sie glaubt, sie müsse platzen, schleicht sie sich aus dem Haus und in den Wald und singt sich die Seele aus dem Leib, bis es ihr wieder besser geht.

    Doch bald schon merkt sie, dass es auch anderen Personen in ihrem Umfeld nicht immer gut geht. Und mit großem Einfühlungsvermögen gibt sie Dingen, Fragen, Sorgen einen Namen und zerrt sie damit aus ihrem Tabu. Ganz allmählich verliert das Grau im Dorf seine Eintönigkeit und macht Lebendigkeit und Lachen Platz.

    Die Schwedin Sara Kadefors hat hier ein wirklich lesenswertes Jugendbuch mit einer unkonventionellen Protagonistin geschrieben, das mich stellenweise sehr berührt hat. Dabei steht Billie selbst im Mittelpunkt des Geschehens, doch spielen hier auch andere Jugendliche eine Rolle, und so findet die Zielgruppe (empfohlenes Lesealter: 12-15 Jahre) mit Sicherheit passende Identifikationsmöglichkeiten.

    Billie selbst hat mir sehr gut gefallen. Sie ist selbständig ohne zu unabhängig zu wirken, sie ist traurig, nicht bei ihrer Mutter leben zu können, aber realistisch genug um zu erkennen, dass es nicht anders geht, sie will in ihrer Klasse dazugehören, aber nicht um jeden Preis. Ein Mädchen, das durch seine Offenheit besticht, durch seine Lebensfreude und durch seine Weigerung, Regeln einfach nur deshalb hinzunehmen, weil sie jemand aufgestellt hat. In jedem Fall ein Mensch, den man selbst gerne kennen würde...

    Ein schönes Jugendbuch, das tiefgründiger ist als es anfangs den Anschein hat, und dem ich viele Leser wünsche...

    © Parden

 

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