Viktor: roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Viktor: roman' von Judith Fanto
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Viktor: roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:396
Verlag: Ambo|Anthos
EAN:9789026350764
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Rezensionen zu "Viktor: roman"

  1. Ansichten einer neuen Generation

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Apr 2021 

    !ein Lesehighlight 2021!

    Klappentext:
    „Wien, 1914. Der junge Viktor entwickelt sich zielstrebig zum schwarzen Schaf seiner wohlhabenden jüdischen Familie.
    Nimwegen, 1994. Die Studentin Geertje hat es satt, dass sich ihre Familie noch immer für ihr Judentum schämt. Auf der Suche nach ihrer eigenen Identität will sie die Mauer des Schweigens endlich durchbrechen. Denn das Schicksal ihrer Familie ist allgegenwärtig – auch das von Viktor.“

    Ich muss gestehen, ich war mir zu Beginn nicht ganz sicher, was ich von diesem Roman halten sollte, aber von Seite auf Seite nahm er mich mehr gefangen und löste ein besonderes Lesegefühl aus. Autorin Judith Fanto hat mit „Viktor“ einen sehr persönlichen Roman geschrieben und zeigt uns damit, einen tiefen Einblick in ihre Familiengeschichte. Viktor Rosenbaum war der Rebell der Familie und der Bruder von Geertjes Großvater. Über ihn sprechen? Um Himmels Willen! Aber warum wird so über ihn geschwiegen? Zart und einfühlsam erzählt uns Fanto die Geschichte von Viktor und eröffnet uns somit ihre jüdischen Familiengeschichte. Gene vererben sich in einem gewissen Rhytmus und Geertje scheint einen großen Schwung von Viktor abbekommen zu haben, denn auch sie ist eine Rebellin, die nicht versteht, warum das jüdische Familienleben so unter den Teppich gekehrt wird. Wenn sie doch Juden sind, sollen sie doch auch so leben! Doch die Zeit ist eine andere. Der Holocaust sitzt noch zu tief in den Alten und die Gefahr, sich öffentlich als Jude zu „outen“ ist immer noch eine undefinierbare. Geertje geht einen besonderen Weg und bricht aus diesem Schweigen auf besondere Art und Weise aus. Hier wird Fanto dementsprechend laut und es wird aufwühlend. Muss es aber auch, denn Geertje ist in einer neuen Zeit angekommen und die ist nunmal eben lauter und kräftiger als damals. Der größte Schrei ist ihr Namenswechsel in „Judith“. Was sie damit auslöst, ist ihr nicht ganz bewusst, aber es wird eine Reise in die Vergangenheit aber auch die Findung eines neuen „Ich‘s“. Die Zeitenwechsel sind Fanto mit ganz großem Bravour gelungen und auch die Wortwahl und der Ausdruck sind der Zeit jeweils angepasst. Es tauchen immer mehr Fragen auf und man grübelt immer mehr als Leser mit. Fragt sich, ob Judith den richtigen Weg einschlägt, was sie damit auslöst und vor allem, was es für ihre Familie wohl bedeutet. Muss man den Namen ändern um anerkannt zu werden? Versteckt sie sich denn damit nicht auch? Viele Fragen werden ganz gekonnt von Judith Fanto beantwortet, aber einige bleiben im Geheimen. Sie merken schon anhand vom Vornamen der Protagonistin und der Autorin, das es sich hier wohl um ein und die selbe Person handeln könnte...lassen Sie sich verzaubern! Das schafft ein neues Bild und das Kopfkino beginnt seine Bahnen zu ziehen.
    Ich bin wirklich begeistert von dieser Geschichte und hätte nie gedacht, das hier so eine Kraft darin steckt. Es ist ein Kampf von Generationen den Judith hier führt, aber wie gesagt, die Zeit ist eine andere und vielleicht ist sie reif, das endlich über Viktor gesprochen wird und über so viele andere Dinge, die Familie Rosenbaum gern „verdrängt“ und umschreibt. Fantos Schreibstil ist keine reine Biografie, aber der aufmerksame Leser kann erkennen was die Autorin hier loswerden will. Shoa - ein Wort das dieser Geschichte den roten Faden verleiht und eine zarte Bande zwischen den geschichtlichen Ereignissen knüpft.
    Für dieses Lesehighlight vergebe ich 5 von 5 Sterne!

 

Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman' von Sarit Yishai-Levi
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:555
Verlag:
EAN:9783351038229
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Rezensionen zu "Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman"

  1. Bewegende Geschichte

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 15. Apr 2021 

    Klappentext:
    „Elija aus Tel Aviv ist glücklich, ihren Mann, einen umschwärmten Schriftsteller, in Paris zu besuchen, nur um zu erfahren, dass er sie für eine andere sitzen lässt. Untröstlich kehrt sie nach Israel zurück und lässt sich von den Eltern in ihrem alten Kinderzimmer in Tel Aviv umsorgen. Ihre Mutter Lily kann nur wenig Nähe zulassen, und Elija findet heraus, dass ihre Mutter so kalt ist, weil sie als Baby ausgesetzt wurde und ohne Mutter aufwachsen musste. Elija beschließt, die Geschichte ihrer Familie zu erforschen und ihre Großmutter Rachel zu suchen.“

    Den Hauptort Tel Aviv habe ich bislang in meinen Büchern nicht oft gefunden und da war die Neugier auf „Das Meeresblau von Tel Aviv“ von Sarit Yishai-Levi ganz besonders groß.
    Die Geschichte um Elija ist schon eine besondere, vor allem eine gefühlvolle und emotionale. Da reist die Gute nach Paris um ihren Mann zu besuchen und was findet sie vor? Der Gatte betrügt sie....na Danke auch. Und genau dann erleben wir eine Elija wie sie in uns allen steckt, sie flüchtet und rettet sich in das schützende Nest der Eltern. Das aber dieses Nest nicht unbedingt die größte Nestwärme bietet, merkt Elija dann auch wieder und geht der Sache auf den Grund. Ihre Mutter ist eh und je unterkühlt...aber warum? Wo sitzt bei ihr der Schmerz? Die Autorin hat hier wirklich tiefsinnig eine Schiene getroffen, die wir Leser wohl alle kennen, wenn wir verletzt wurden. Die Flucht zurück in genau das Zuhause was einem alles bedeutet....nicht jeder lässt es zu, einige trauen sich nicht, andere finden es kindisch oder gar bescheuert. Elija konnte nicht anders und ich konnte sie verstehen. Als dann aber auch die Geschichte ihrer Mutter ins Spiel kommt, dreht sich ein wenig das Bild. Die aufkeimende Geschichte die dann um ihre Mutter entsteht, nimmt der Story zwar die Luft raus, fügt aber eine andere hinzu. Dieser Spagat war spannend zu lesen und machte neugierig auf die wahre Familiengeschichte. Wenn man Seite um Seite sich neu erliest, erfährt der Leser Dinge, die man selten gelesen hat.
    Als Leser erfahren wir aber noch so viel mehr: das Leben in Israel, bildhafte Beschreibungen aber dafür fein akzentuiert und einen wunderbaren, runden Schreibstil, der fesselt und eine gute Spannung inne hat.
    Ich vergebe 4 von 5 meeresblaue Sterne.

 

Das siebte Kreuz: Roman aus Hitlerdeutschland

Buchseite und Rezensionen zu 'Das siebte Kreuz: Roman aus Hitlerdeutschland' von Anna Seghers
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das siebte Kreuz: Roman aus Hitlerdeutschland"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:448
Verlag:
EAN:9783746634692
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Kein Ort ist fern genug: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Kein Ort ist fern genug: Roman' von Santiago Amigorena
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Kein Ort ist fern genug: Roman"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:155
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Kein Ort ist fern genug: Roman"

  1. Grauen und Schuld

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Dez 2020 

    Thematisch ist dieses Buch definitiv meins. Es geht um den Menschen und seine Handlungen, seine negativen Handlungen genauer gesagt. Der Holocaust steht hier zentral. Aber er wird einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Vicente Rosenberg lebt in Argentinien, in Buenos Aires. Er ist in den späten Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts hierher ausgewandert, versucht seither seine restliche Familie aus Warschau zu überzeugen, dass sie nachkommen. Allerdings versucht er dies wegen gewisser familiärer Zwistigkeiten und/oder Generationenkonflikte und/oder auch seiner gefühlt fehlenden Zugehörigkeit zum Judentum und auch einer gewissen Scham wegen seiner jüdischen Familie etwas sacht und ist sich gar nicht so sicher, dass er sie wirklich in Argentinien haben möchte. Nach und nach wird dem Ausland klarer, was in Deutschland mit den Juden passiert und dadurch fällt Vicente in eine tiefe Depression, auch aus der Scham vor seinem eigenen Handeln oder eher Nicht-Handeln. Einerseits kann man durchaus nachvollziehen, dass durch gewisse interfamiliäre Konflikte Vicente zu seinen Überlegungen kommt. Wenn man dann überlegt, was es auslösen könnte, wenn man dann mit dem Grauen der Nazis konfrontiert wird und mit der eigenen Schuld leben muss, nicht genug getan zu haben aus recht eigennützigen Gründen. Eine furchtbare Vorstellung! Dennoch reagiert Vicente teilweise auch recht eigenwillig, suhlt sich sehr im eigenen Elend, ist auch hier wieder sehr bei sich und seinem eigenen Grauen. Er hat auch Frau und Kinder und diese bräuchten ihn ebenso. Dies sieht er jedoch nicht! Dieses Verhalten könnte man auch mit einer Depression oder einer für sich empfundenen Unwürdigkeit erklären. Ja, durchaus! Aber gefallen muss mir das als Leser ja nicht. Auch wenn der Erzählcharakter nicht vollkommen meine Sympathien erhält, ist dieses Buch eines der Bücher, die bewegen und mitreißen. Es ist eines der Bücher mit einem riesigen Sog! Und es ist ein Lesetipp!

  1. Ergreifend und intensiv

    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Jul 2020 

    „Mit am schlimmsten am Antisemitismus ist die Tatsache, dass die Juden sich zwangsläufig als Juden zu fühlen haben, dass man sie auf eine Identität jenseits ihres Willens festlegt und kurzerhand für sie beschließt, wer sie wirklich sind.“ (Zitat Pos. 572)

    Inhalt
    1928 verlässt der junge Pole Vicente Rosenberg Europa und wandert nach Argentinien aus. Fünf Jahre später begegnet er Rosita Szapire, die er heiratet. 1940 haben die beiden drei Kinder und Vicente hat gerade sein Möbelhaus eröffnet. Als er im Oktober 1941 einen Brief von seiner Mutter erhält, in dem sie ihm das Leben im Warschauer Ghetto schildert, fühlt er sich schuldig, weil er sie und seinen Bruder nicht schon längst zu sich nach Argentinien geholt hat. Um die Stimme des eigenen Gewissens nicht mehr hören zu müssen, spricht auch er nicht mehr, er zieht sich völlig in sein Schweigen zurück.

    Thema und Genre
    Das Hauptthema dieses biografischen Romans ist eine andere Perspektive des Völkermordes an den Juden im WKII, es geht um die Schuldgefühle jener, die überlebt haben, ihre Fassungslosigkeit, Scham und Ohnmacht, nichts tun zu können. Weitere Themen sind die Frage nach den eigenen Wurzeln und Identität, und die Familie.

    Charaktere
    Vicente Rosenberg war der Großvater des Autors, der sich als Pole, später als Argentinier, aber nie als Jude fühlte. Die Ungewissheit über das Schicksal seiner Mutter und seines Bruders stürzen ihn in tiefe Schuldgefühle, gefolgt von Depressionen und Spielsucht. Er hüllt sich buchstäblich in ein umfassendes Schweigen.

    Handlung und Schreibstil
    Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Jahre 1940 bis 1945, ergänzt durch Rückblenden und sachliche Berichte über geschichtliche Tatsachen. Die bewegende Geschichte beginnt voll Hoffnung, Vicente ist dabei, sich ein erfolgreiches Leben aufzubauen, ist ein romantischer Ehemann und liebevoller Vater. Dies alles ändert sich schlagartig, als die ersten kurzen Meldungen über die Situation der Juden in Europa nach Argentinien gelangen. Nun stehen Vicente und seine Befindlichkeiten und Schuldgefühle im Mittelpunkt der weiteren Geschichte und die bisherige Intensität der Handlung und die eindrückliche Sprache verlieren etwas von der ursprünglichen Aussagekraft.

    Fazit
    Eine ergreifende Geschichte, beklemmend in ihrer Hoffnungslosigkeit. Irgendwann jedoch mündest sie in eine ständige Wiederholung der Metaphern und Schilderungen der Befindlichkeit des Hauptprotagonisten, als ob auch dem Autor weitere Worte fehlten. Ich vermute, dass dies Absicht ist, mich konnte es jedoch nicht vollkommen überzeugen.

 

Die Attentäterin (Gabriel Allon 16)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Attentäterin (Gabriel Allon 16)' von Daniel Silva
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Attentäterin (Gabriel Allon 16)"

Ein verheerender Bombenanschlag des IS im Pariser Marais-Viertel zwingt Geheimagent Gabriel Allon ein letztes Mal ins Feld: Anstatt seinen Posten als Chef des israelischen Geheimdienstes anzutreten, hilft er den französischen Behörden, den Drahtzieher des blutigen Terroraktes zu suchen. Außer dessen Namen - Saladin - weiß man nichts über ihn. Allon sieht keinen anderen Weg ihm nahezukommen, als die Terrorgruppe durch einen Spion zu unterwandern. Und so schickt er die junge Ärztin Nathalie Mizrahi mitten in das Reich der Finsternis...

Autor:
Format:Hörbuch-Download
Seiten:0
EAN:
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