Franz: Schwul unterm Hakenkreuz

Buchseite und Rezensionen zu 'Franz: Schwul unterm Hakenkreuz' von Jürgen Pettinger
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Franz: Schwul unterm Hakenkreuz"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:184
EAN:
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Rezensionen zu "Franz: Schwul unterm Hakenkreuz"

  1. Rezension zu Franz: Schwul unterm Hakenkreuz

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Nov 2021 

    Franz Doms ist eines der vergessenen Opfer der NS-Justiz. Er gehört zu den tausend schwulen Männern, die verfolgt, diskriminiert, inhaftiert, gefoltert und zum Tode verurteilt wurden. Mit nur 21 Jahren wurde Franz Dom 1944 im Hinrichtungsraum des Landgerichts Wien getötet. Bis zu seinem Tod denunzierte er nie andere um sich selbst zu retten.
    Jürgen Pettinger, rekonstruiert anhand von Ermittlungs- und Gerichtsakten und Gesprächsprotokollen, Franz Doms leben und webt aus diesen Fakten Lebensgeschichte nach. Dabei steht Franz Dom exemplarisch für die vielen anderen homosexuellen Opfer während des NS-Regimes.

    Franz: Schwul unterm Hakenkreuz stammt aus der Feder von Jürgen Pettinger.

    Der Autor zeichnet anhand von Ermittlungs- und Gerichtsakten und Gesprächprotokollen, Franz Doms Leben und Ende nach. Als junger schwuler Mann in Wien während der NS-Zeit bekommt er Probleme, sein sorgloser Umgang mit allem, trotz der bekannten Gefahren, wird sich für ihn bitter rächen, denn bald hat in die NS-Justiz im Visier und es wird mit seiner Hinrichtung enden.
    Jürgen Pettinger versteht es gut dem jungen Franz Dom Leben einzuhauchen, und schafft es damit aus der sachlichen Ebene heraus einen gefühlsmäßig zu packen, was das Buch für mich noch eindringlicher macht.
    Franz Doms Naivität im Umgang mit seiner Homosexualität während des NS-Regimes ließ mich beim Lesen erschauern, denn auch wenn ich nicht schon durch den Klappentext gewusst hätte das Doms hingerichtet wurde, ist einem klar das dies kein gutes Ende nehmen kann.
    Was mir aber besonders unter die Haut gegangen ist, ist die menschenverachtende Sprache die in der Justiz genutzt wurde, sie löst immer wieder Fassungslosigkeit und Ekel bei mir aus.
    Bei allem was Franz Doms erlebte blieb er seinen Freunden gegenüber in allen Verhören standhaft und verriet sie bis zu seiner Hinrichtung nicht. Die Gefängniszeit bis zur Hinrichtung ist bedrückend und man kann die Verzweiflung nachvollziehen.
    Ein bedrückendes Buch, das mit seiner Erzählung für die vielen homosexuellen Opfer der NS-Justiz steht.

    Mein Fazit:
    Trotz der intensiven Thematik, die einem unter die Haut gehen kann, schafft es der Autor Franz Doms Lebensgeschichte so zu beleben, das sich das Buch gut lesen lässt, und den Schrecken dieser Zeit dabei auch gut wiederspiegelt.

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Der Vater: Eine Abrechnung

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Vater: Eine Abrechnung' von Niklas Frank
NAN
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Inhaltsangabe zu "Der Vater: Eine Abrechnung"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:328
Verlag:
EAN:9783000463075
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"Das Glück kam immer zu mir"

Buchseite und Rezensionen zu '"Das Glück kam immer zu mir"' von Alexander Zinn
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Inhaltsangabe zu ""Das Glück kam immer zu mir""

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:356
Verlag:
EAN:9783593394350
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Feuer der Freiheit

Buchseite und Rezensionen zu 'Feuer der Freiheit' von Wolfram Eilenberger
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Inhaltsangabe zu "Feuer der Freiheit"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
EAN:9783608964608
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Die Kinder von Teheran

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Kinder von Teheran' von Mikhal Dekel
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Kinder von Teheran"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:440
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806242782
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Rezensionen zu "Die Kinder von Teheran"

  1. Der Weg in die Freiheit

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Jul 2021 

    Klappentext:

    „Mikhal Dekels Vater entkam den Nazis in Polen und überlebte den 2. Weltkrieg - doch die Konsequenzen seiner Kindheit blieben stets gegenwärtig. Gerade der Aspekt des Vergessen-Wollens beeinflusste die folgenden Generationen nachhaltig. Die Autorin hat sich in Archiven und in Gesprächen mit Zeitzeugen auf Spurensuche begeben. Schicht für Schicht legt sie ihre Familiengeschichte frei. So entstand eine einfühlsame Erzählung über Nächstenliebe, den Einfallsreichtum der jüdischen Hilfsorganisationen und über die Schrecken des 2. Weltkriegs. Ein Buch über den Holocaust, in dessen Mittelpunkt nicht das Konzentrationslager, sondern der Flüchtling steht, und dessen Schauplatz nicht Europa, sondern Zentralasien und der Nahe Osten ist!“

    Diese Geschichte geht ganz tief unter die Haut und kratzt im Inneren an der dünnsten Stelle die am meisten weh tut - der Holocaust war überall und verfolgte die Menschen nicht nur in Deutschland und Polen bis in den Tot. Diese Geschichte hier ist wie eine Art Mahnmal und Aufrütteln zugleich, denn Dekel ist offen und frei mit ihren Erläuterungen und Geschichten. Beim lesen nimmt es einem oft die Luft und ich musste das Buch ab und an zur Seite legen und erstmal wieder Luft holen. Natürlich ist es bedrückend, aber wir dürfen diese Schandtaten nicht vergessen. Es scheint schier unfassbar welche gewaltige Maschinerie hinter all dem Bösen gesteckt hat und welche Macht sie hatten….Dieses Buch ist so gewaltig und stark, man muss es einfach lesen! 5 von 5 Sterne!

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Gegenwartsbewältigung

Buchseite und Rezensionen zu 'Gegenwartsbewältigung' von Max Czollek
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Inhaltsangabe zu "Gegenwartsbewältigung"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
EAN:9783446267725
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Anatomie eines Genozids

Buchseite und Rezensionen zu 'Anatomie eines Genozids' von Omer Bartov
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Inhaltsangabe zu "Anatomie eines Genozids"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:486
EAN:9783633543090
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Viktor: roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Viktor: roman' von Judith Fanto
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Viktor: roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:396
Verlag: Ambo|Anthos
EAN:9789026350764
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Rezensionen zu "Viktor: roman"

  1. Ansichten einer neuen Generation

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Apr 2021 

    !ein Lesehighlight 2021!

    Klappentext:
    „Wien, 1914. Der junge Viktor entwickelt sich zielstrebig zum schwarzen Schaf seiner wohlhabenden jüdischen Familie.
    Nimwegen, 1994. Die Studentin Geertje hat es satt, dass sich ihre Familie noch immer für ihr Judentum schämt. Auf der Suche nach ihrer eigenen Identität will sie die Mauer des Schweigens endlich durchbrechen. Denn das Schicksal ihrer Familie ist allgegenwärtig – auch das von Viktor.“

    Ich muss gestehen, ich war mir zu Beginn nicht ganz sicher, was ich von diesem Roman halten sollte, aber von Seite auf Seite nahm er mich mehr gefangen und löste ein besonderes Lesegefühl aus. Autorin Judith Fanto hat mit „Viktor“ einen sehr persönlichen Roman geschrieben und zeigt uns damit, einen tiefen Einblick in ihre Familiengeschichte. Viktor Rosenbaum war der Rebell der Familie und der Bruder von Geertjes Großvater. Über ihn sprechen? Um Himmels Willen! Aber warum wird so über ihn geschwiegen? Zart und einfühlsam erzählt uns Fanto die Geschichte von Viktor und eröffnet uns somit ihre jüdischen Familiengeschichte. Gene vererben sich in einem gewissen Rhytmus und Geertje scheint einen großen Schwung von Viktor abbekommen zu haben, denn auch sie ist eine Rebellin, die nicht versteht, warum das jüdische Familienleben so unter den Teppich gekehrt wird. Wenn sie doch Juden sind, sollen sie doch auch so leben! Doch die Zeit ist eine andere. Der Holocaust sitzt noch zu tief in den Alten und die Gefahr, sich öffentlich als Jude zu „outen“ ist immer noch eine undefinierbare. Geertje geht einen besonderen Weg und bricht aus diesem Schweigen auf besondere Art und Weise aus. Hier wird Fanto dementsprechend laut und es wird aufwühlend. Muss es aber auch, denn Geertje ist in einer neuen Zeit angekommen und die ist nunmal eben lauter und kräftiger als damals. Der größte Schrei ist ihr Namenswechsel in „Judith“. Was sie damit auslöst, ist ihr nicht ganz bewusst, aber es wird eine Reise in die Vergangenheit aber auch die Findung eines neuen „Ich‘s“. Die Zeitenwechsel sind Fanto mit ganz großem Bravour gelungen und auch die Wortwahl und der Ausdruck sind der Zeit jeweils angepasst. Es tauchen immer mehr Fragen auf und man grübelt immer mehr als Leser mit. Fragt sich, ob Judith den richtigen Weg einschlägt, was sie damit auslöst und vor allem, was es für ihre Familie wohl bedeutet. Muss man den Namen ändern um anerkannt zu werden? Versteckt sie sich denn damit nicht auch? Viele Fragen werden ganz gekonnt von Judith Fanto beantwortet, aber einige bleiben im Geheimen. Sie merken schon anhand vom Vornamen der Protagonistin und der Autorin, das es sich hier wohl um ein und die selbe Person handeln könnte...lassen Sie sich verzaubern! Das schafft ein neues Bild und das Kopfkino beginnt seine Bahnen zu ziehen.
    Ich bin wirklich begeistert von dieser Geschichte und hätte nie gedacht, das hier so eine Kraft darin steckt. Es ist ein Kampf von Generationen den Judith hier führt, aber wie gesagt, die Zeit ist eine andere und vielleicht ist sie reif, das endlich über Viktor gesprochen wird und über so viele andere Dinge, die Familie Rosenbaum gern „verdrängt“ und umschreibt. Fantos Schreibstil ist keine reine Biografie, aber der aufmerksame Leser kann erkennen was die Autorin hier loswerden will. Shoa - ein Wort das dieser Geschichte den roten Faden verleiht und eine zarte Bande zwischen den geschichtlichen Ereignissen knüpft.
    Für dieses Lesehighlight vergebe ich 5 von 5 Sterne!

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Die Verwissenschaftlichung der ›Judenfrage‹ im Nationalsozialismus

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Verwissenschaftlichung der ›Judenfrage‹ im Nationalsozialismus' von Horst Junginger
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Verwissenschaftlichung der ›Judenfrage‹ im Nationalsozialismus"

Lesern von "Die Verwissenschaftlichung der ›Judenfrage‹ im Nationalsozialismus" gefiel auch

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:480
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Verwissenschaftlichung der ›Judenfrage‹ im Nationalsozialismus"

  1. Lesenswerte Studie

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Aug 2020 

    Wie anfangen? Verleitet durch den Titel "Die Verwissenschaftlichung der "Judenfrage" im Nationalsozialismus und den für Mitglieder der WBG deutlich vergünstigten Preis habe ich micht entschlossen, die Studie Horst Jungingers zu lesen. Anfangs war ich ein wenig enttäuscht, weil sich Junginger vorwiegend auf die Entwicklung des Antisemitismus an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, seiner Alma Mater, bezieht. Doch das Durchhalten hat sich gelohnt, denn das, was sich im Tübinger Fokus abspielte, hatte durchaus Folgen für das gesamte Reich, denn mit dem Theologen Gerhard Kittel und dem Religionswissenschaftler Karl-Georg Kuhn wirkten die beiden wohl führenden Wissenschaftler, die sich mit der sogenannten "Judenfrage" auseionandersetzten. Beinahe zwangsläufig verführten sie eine ganze Generation von Studenten, so dass es kein Zufall ist, dass zahlreiche Namen von Technokraten, die in verschiedener Funktion aktiv an der "Endlösung" ihre Hochschulbildung an der Württembergischen Uni bekommen hatten. Das dabei vor allem die theologische Fakultät und das evangelische Pfarrhaus, aus dem eine nicht unbeträchtliche Zahl der Täter stammte, eine bedeutsame Rolle spielten, ist auch keine Überraschung, denn der nationalpatriotische des Protestantismus hatte bereits im deutschen Kaiderreich eine fragwürdige Rolle gespielt, ebenso lässt sich der Antisemitismus auch schon bei Luther erkennen. In Tübingen äußerte sich der Antisemitismus unter anderem darin, dass es im Gegensatz zu anderen Universitäten kaum nötig war, jüdische Professoren und Studenden zu vergrauelen, denn es gab sie nicht. Dafür sorgten auch die dort vertretenen Burschenschaften, aus denen ebenfalls viele der späteren Täter hervorgingen. Das alles war trotz der formalen Gleichberechtigung aller Religionen, die laut Verfassung der Weimarer Republik festgeschrieben war, möglich, indem man bei der Ablehnung jüdischer Professoren nicht auf deren Religion, sondern auf deren angebliche fehlende wisschenschaftliche Kompetenz verwies. Doch 1933 brachte auch für die Theologie in Tübingen Gefahren mit sich, denn es gab nationalsozialistische Fanatiker, die das Christentum ablehnten, weil es unbestreitbar aus dem Judentum hervorgegangen ist. Insofern verschaffte der Theologe Kittel mit seinen vermeintlich wissenschaftlichen Forschungen zur "Judenfrage" nicht nur dem Antisemitismus Aufrieb, er verteidigte auch seine Religion, die seit der Aufklärung zunehmend an Bedeutung verloren hatte, wenn auch längst nicht in dem Ausmaß von heute. Indem er "nachwies", dass die vermeintlich negative Sonderentwicklung der jüdischen "Rasse" erst mit der Zeit des neuen Testaments einsetzte, also der jüdischen Diaspora, schhug er sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits konnte damit das Alte Testament weiterhin als unbelastet und damit für das Christentum unbeschadet überdauern, andererseits konnte er so eine Brücke zwischen dem alten religiösem und dem neuen rassistisch motivierten Antisemitismus schlagen (nebenbei: ich finde, dass Junginger in diesem Kontext den von der Geschichtswissenschaft betonten Unterschied hier zu sehr herunterspielt, denn der entscheidende Unterschied, dass eine Konversion zum Christentum bei allen religiösem Vorbehalt und weiter bestehenden Vorurteilen gegenüber den Konvertiten im Gegensatz zum späteren Rassenantisemitismus, man denke an die Nonne Edith Stein, die als geborenene Jüdin zur Vernichtung nach Auschwitz deportiert wurde, nivelliert wird). Aber ganz im Sinne der Nationalsozialisten dreht Kittel mit seinen Thesen die Wirklichkeit um: wären die Juden dem weg des neuen Testaments gefolgt, gäbe es sie ja gar nicht mehr, also sind sie mit ihrer selbstgewählten Rolle als Außenseiter selbst an ihrer Verfolgung schuld. Kittel versteigt sich so sehr in diese Attitüde, dass er die Ghettobildung und Kennzeichnug der Juden über weite Teile der Geschichte als den auch dem Judentum angemessenen Weg sieht, die von ihnen ausgehende Gefahr zu bannen. Erst die Aufklärung und die Emanzipation habe zu einer Verschärfung der Judenfrage geführt, zumal jetzt auch die assimilierten Juden nicht mehr erkennbar seien. Und genau an dieser Stelle wird die Armseligkeit der nationalsozialistischen Judenpolitik und ihrer Begründung fassbar: wenn das Kriterium zur Erkennung eines Juden nicht mehr die Religion, sondern die Rasse ist, was macht dann diese Rasse aus? Zahlreiche nationalsozialistische Naturwissenschaftler versuchten, durch Blutuntersuchungen, Schädelvermessungen und anhand von sonstigen typologischen Merkmalen eine Defintion der jüdischen Rasse abzuleiten, allein, es gelang ihnen nicht, da es eben keine signifikanten Unterschiede zu anderen Menschen gab. Letztendlich blieben die Kirchenbücher und Geburtsregister die Grundlage für Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung zahlreicher jüdischer Mitbürger zunächst im Reich, dann in allen von Deutschland besetzten Gebieten. Doch da sprang die 'Geisteswissenschaft der Naturwissenschaft zur Seite. Legionen von Wissenschaftlern mühten sich, Beweise für den angeblich zersetzend wirkenden Volkscharakter der Juden nachzuweisen, so eben auch Kittel unn Kuhn, die den Talmud als angeblichen Kronzeugen heranzogen. Es führt sicherlich kein direkter Weg von den beiden zum Holocaust, aber berechtigterweise schreibt Junginger: "Das Fehlen einer direkten Aufforderung, Gewalt gegenüber Juden anzuwenden, befreit die Vertreter der nationalsozialistischen Judenwissenschaft nicht von ihrer Verantwortung, die intellektuellen Voraussetzungen dafür geschaffen zu haben, dass den Judenmördern ihr Tun sinnvoll und plausibel erschien. Man kann nicht über Jahre hinweg das jüdische Volk zum schlechthin Bösen und negativen Prinzip der Weltgeschichte erklären und dann nichts damit zu tun haben wollen, dass seine Verteufelung zum handlungsleitendem Motiv wurde" (S.403). Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, nur die Tatsache, dass das in vielen Fällen die (erfolgreiche) Strategie vieler Beteiligter war. Nur die wenigsten wurden tatsächlich für ihr Tun zur Rechenschaft gezogen, im Gegenteil, sie konnten unbehelligt weiterhin an deutschen Universitäten, ja sogar im auswärtigem Amt ihre Karriere fortsetzen (Man kann gar nicht so viel essen, wie man in diesem Zusammenhang Kotzen muss). Insofern war der 68-Impetus "Unter den talaren Muff von tausend Jahren" sicherlich nicht der falscheste.

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