Koskas und die Wirren der Liebe: Roman

Rezensionen zu "Koskas und die Wirren der Liebe: Roman"

  1. Ein unsagbar nerviger Protagonist!

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 23. Mai 2020 

    Puh - mit so einem unsympathischen Protagonisten habe ich selten so viel Zeit verbracht.
    Jaques Koskas und ich, wir werden definitiv keine Freunde!

    Von Paris bis Israel - von 2003 bis 2010.

    Körperliche Reife spät - emotionale Reife nie.

    Scheitern und Niedergang...selbst verschuldet oder ein „Produktionsfehler der Eltern, für den man Schadensersatz fordern kann“?

    Aber der Reihe nach:
    Diesen 336-seitigen Roman zu lesen, war für mich fast ein „Muss“.
    Ich habe von Olivier Guez „Das Verschwinden des Josef Mengele“ gelesen und den Autor in einem Interview auf der Frankfurter Buchmesse erlebt.
    Das Buch über den NS-Arzt war lesenswert, faszinierend und erschütternd und Herrn Guez, ein interessanter Mann mit Humor, empfand ich sympathisch, tiefsinnig und belesen.

    Jaques Koskas, in Kindheit und Jugend ein schmächtiger, braver, fleißiger und angepasster Spätentwickler, will seiner jüdischen Familie, die in Frankreich lebt und die jüdischen Traditionen hochhält, den Rücken kehren und seinen eigenen Weg finden.
    Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, aber wenn man als Leser verfolgt, wie er das macht und wie er sich entwickelt, sträuben sich einem die Nackenhaare.

    Beruflich kommt Jaques auf keinen grünen Zweig und beziehungstechnisch klappt es auch nicht. Außer wilden Träumen und zahlreichen Affären läuft nichts und durch den beruflichen Alltag als Journalist schlängelt sich der Mittdreißiger irgendwie hindurch.

    Aus dem einstigen Bilderbuchknaben wird immer mehr ein selbstbezogener, oberflächlicher, verantwortungsloser Lebemann, Luftikus und Frauenheld, der andere blendet und sich die Welt und seine Misserfolge schönredet.

    Anfangs schmunzelte ich noch über seinen klammernden, fürsorglichen und besorgten Vater, bald ging er mir ziemlich auf die Nerven und wenig später konnte ich ihn verstehen.

    Als Eltern kann man nur besorgt sein, wenn sich der Sprössling so entwickelt.

    Nachvollziehbarerweise fragen sich Jaques‘ Eltern, ein Gynäkologe und eine Urologin, wie aus einem so folgsamen und fleißigen Knaben ein derart phlegmatischer und unambitionierter Mann hatte werden können.

    Dann passiert ihm bei der Arbeit ein verhängnisvoller Fehler.
    Er bekommt einen ordentlichen Dämpfer und in der Folge geht es zunehmend bergab.
    Jaques torkelt oberflächlich, unreif und ziellos durchs Leben, hangelt sich von Sexabenteuer zu Sexabenteuer, bekommt Ekzeme und Burnout-Symptome und landet in der Klinik, wodurch erstmals Hoffnung auf Besserung aufkeimt.

    Aber das währt nicht lange.
    Jaques lebt schließlich genauso selbstgefällig und unbeständig weiter. Ein Aufschneider und Taugenichts mit Größenphantasien und ohne Durchhaltevermögen, der nur nach dem Lustprinzip lebt.
    Es ist kaum auszuhalten!

    Und dann kommt der Tiefpunkt.
    Dieses nachvollziehbar einschneidende Ereignis bewirkt bei Jaques endlich den Entschluss, „sich am Riemen zu reißen“, weil dies der „Beginn seines zweiten Lebens“ war.
    Mit dem Lotterleben „war es jetzt aus und vorbei.“

    Ob das klappt, ob das stimmt, wie es weitergeht und endet werde ich natürlich nicht verraten.

    Olivier Guez schreibt lässig, leichtfüßig, überspitzt, mit Humor und manchmal sogar mit satirischen Unterton.
    Die streng religiösen Verwandten werden z. B. mit subtilem Witz, ironisch oder überspitzt dargestellt.
    Ich musste anfangs manchmal amüsiert die Augen verdrehen und oft laut lachen.
    Mir kam der Gedanke, dass sich das Buch zum Verfilmen eignen und dass daraus eine französische Komödie à la „Bei den Schtis“ werden könnte.

    Einen abwechslungsreichen Kniff hat der Autor angewendet, als er vorübergehend zur Tagebuchform wechselt.

    Gekonnt arbeitet er den Kontrast zwischen der konservativen, streng gläubigen Familie und der Leichtlebigkeit des Protagonisten heraus.

    Die äußerst zahlreichen Einsprengsel das Weltgeschehen betreffend störten meinen Lesefluss. Da wäre weniger mehr gewesen.

    Wirklich schlimm für mich waren die unfassbare Oberflächlichkeit und die nicht enden wollenden Frauengeschichten von Jaques.
    Ich langweilte mich irgendwann und mit der Zeit ging mir das alles ziemlich auf die Nerven. Auch hier hätte es nicht geschadet, mächtig zu kürzen.
    Etwa ab der Hälfte fragte ich mich ständig, ob und wie lange das noch so weitergeht.

    Der Autor beherrscht sein Handwerk. Er spielt gekonnt mit Extremen, Überspitzungen und Ironie und er schafft es scheinbar mühelos, dem Leser den Protagonisten nahezubringen und die passenden Gefühle (z. B. genervt sein) in angemessener Dosierung (im Falle des Genervt seins ausgesprochen stark) zu erzeugen.

    Trotzdem kann ich den Roman beim besten Willen nicht empfehlen, weil er mir nur sehr wenig Lesevergnügen bereitet hat.

    Schade :-(

 

Sag, dass es dir gut geht

Rezensionen zu "Sag, dass es dir gut geht"

  1. Aufrüttelnd und ehrlich...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Feb 2020 

    Barbara Bišický-Ehrlich zeichnet als Chronistin ihrer eigenen Familiengeschichte ein mehrfaches Generationenporträt, angefangen bei ihren Urgroßeltern in der ehemaligen Tschechoslowakei, über die Zeit ihrer Großeltern und Eltern, bis hin zu ihren eigenen Erfahrungen als Enkelin von Holocaust-Überlebenden – ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland. Immer wieder kreuzt die Weltgeschichte den Weg dieser Familie. Schreckensnamen wie Bergen-Belsen und Theresienstadt sind damit ebenso verknüpft wie die Zeit des Kommunismus nach 1945 in der CSSR und der Prager Frühling. Die Gefahr eines gewaltsamen Todes hängt beständig wie ein schwarzer Schatten über allen Familienmitgliedern. Entwurzelung, Neuanfang und erneute Entwurzelung sind die Folgen.

    Diese Geschichte erzählt vom einem Leben zwischen den Extremen, mit unerwarteten Wendungen, mit Traumata, die an Kindern vererbt werden und mit dem unglaublichen Überlebenswillen eines jeden Nachkommen. Barbara Bišický-Ehrlich lässt den Leser durch die Schilderung ihres Familienschicksals mühelos Jahrzehnte überbrücken und in die Zeitgeschichte eintauchen. Sie schafft eine Nähe, die dem Leser erlaubt an den Ängsten und Hoffnungen der Menschen teilzuhaben, die sich nichts sehnlicher wünschen als Frieden auf Erden. Zwischen Prag und Frankfurt am Main, zwischen Gefahren, Bedrohungen und den großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts, schwebt die eine große Frage: »Wie gehe ich mit Vergangenheit um?«.

    Dieser Klappentext schildert hervorragend, worum es in diesem Buch geht. Barbara Bišický-Ehrlich erzählt hier eine sehr besondere Familiengeschichte, die aufzeigt, wie sich erlebte Traumata durch die Generationen ziehen und damit Auswirkungen auch auf die Nachkommen haben.

    "Mirek weinte bitterlich, drückte seine Tochter und sagte: 'Falls wir uns nie wieder sehen, wünsche ich dir ein schönes Leben.'"

    Dabei werden nach und nach alle Mitglieder der weitverzweigten Familie beleuchtet, was zeitweise etwas verwirrend für mich war. Der bebilderte Familienstammbaum zu Beginn sorgte dann aber für ausreichende Orientierungsmöglichkeiten. Durch zahlreiche Fotos aus dem Familienalbum bekommen die Namen in dem Buch auch ein wirkliches Gesicht. Und letztlich zeigte sich die Schilderung der einzelnen Schicksale doch auch als bedeutsam für das Verständnis der Verhaltensweisen und Ängste der Autorin selbst. Auch als Urenkelin der Opfer des Holocaust leidet sie noch unter dessen Auswirkungen.

    Die Zeit des Kommunismus nach 1945 in der Tschechoslowakai und der Prager Frühling verschärften die Lage zusätzlich - die Enteignung der Juden ging beispielsweise damit einher. In der Folge emigrierten die Eltern der Autorin - ausgerechnet nach Deutschland. Die Entwurzelung, die Suche nach einer neuen Identität, die Sehnsucht nach der Heimat - das Schicksal der Migranten. Alles zusammen ein schweres Erbe, das ohne Zweifel Spuren hinterlassen hat.

    "Manchmal denke ich, dass es mögicherweise als reflektierender und hinterfragender Mensch sogar schwerer ist, mit einer 'Tätervergangenheit' der Familie klarzukommen, als in einer Opferfamilie groß zu werden. (...) Wir mussten mit den Traumata klarkommen, die Täterangehörigen mit der Schuld. Da ist es klar, wem das Solidarisieren leichter fiel."

    Schonungslos ehrlich schildert die Autorin die Folgen all dieser Ereignisse für sich und ihre Familie, und jenseits von Schuldzuweisung oder Abrechnung schafft sie den Spagat zwischen Verständnis und - ja, auch Verzeihen. Dabei lassen trotz der distanziert geschilderten Ereignisse des Holocaust einzelne Szenen beim Lesen den Atem stocken.

    Aufrüttelnd und ehrlich erscheint dieses Familienportrait, das die Autorin im Andenken an ihre Familie geschrieben hat, nicht zuletzt aber auch für sich und für ihre Standortbestimmung im Leben. Unbedingt lesenswert!

    © Parden

 

Hilfe, Jesus, ich bin Jude

Rezensionen zu "Hilfe, Jesus, ich bin Jude"

  1. Wie ein Jude, Christen und Juden versöhnen möchte

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 26. Feb 2020 

    "Nur dann, wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei." (Johannes 8,36)
    Am 8. April 1959 kommt Anatoli Uschomirski in Kiew zur Welt, der neugierige Junge wird schon recht früh mit seinen jüdischen Wurzeln konfrontiert. In der Schule verprügelt und als "Stinkender Jude" tituliert, merkte er schnell, dass er anders ist als die anderen. Ständig hatte er Angst als Jude aufzufallen und verprügelt oder verspottet zu werden. Recht früh stellt er seinen Eltern Fragen, wie: "Was heißt es, ein Jude zu sein? Ist es etwas Schlechtes, ein Jude zu sein? Kann ein Jude ein Nichtjude werden, um sich alle Unannehmlichkeiten im Leben zu ersparen?" Doch seine Mutter kann ihm diese Fragen nicht beantworten. Recht jung und unerfahren heiratet er Irina Kaz und muss schnell feststellen, dass die Ehe kein Abenteuer, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. Weiterhin will er mehr über seine jüdischen Wurzeln wissen und entdeckte dabei, das viele seiner Verwandten 1941 bei einem schrecklichen Massaker in Babyn Yar (Babyn Jar) ums Leben kamen. Er beginnt die Deutschen zu hassen und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit für sein Leben. Antworten jedoch findet er nicht im Judentum, Philosophie oder Esoterik. Erst als er ein Buch von Stan Telchin entdeckt und liest, werden ihm die Augen geöffnet, wo er Hilfe und Erlösung findet. Er nimmt Jesus als Erlöser an, besucht Gottesdienste von messianischen Juden und reist schließlich 1992 mit seiner Familie nach Deutschland aus, wo sie heute noch leben. Seit 1994 engagiert er sich dort beim Evangeliumsdienst für Israel (EDI), gründete eine jüdisch-messianische Gemeinde und hält viele Vorträge in ganz Europa. Immer davon das sich Juden und Christen annähern und versöhnen sollen.

    Meine Meinung:
    In dem Buch von Anatolis Lebensgeschichte geht es sehr viel um Versöhnung von Juden und Christen. Es geht darum, wie sein Weg zum Glauben an Jesus geführt hat. Er zeigt Ängste auf, die einige Juden haben, falls sie Jesus als ihren Erlöser annehmen. Schildert von seinen Schwierigkeiten als Jude unter Christen und ebenso als messianischer Jude unter Juden. Anatoli schildert, wie er Menschen hilft die noch immer unter ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit leiden und spricht ihnen so weit möglich Vergebung zu. Er berichtet von seinem Theologiestudium und was dieses bei ihm auslöst. Schildert über seinen Glauben an Jesus, wie er befreit und er trotzdem noch Jude sein darf. Auch seine Frau Irina, mit der er inzwischen über 40 Jahre verheiratet ist, kommt mehrmals zu Wort und zeigt, ihre unterschiedliche Sicht. Schön fand ich den Bildteil in der Buchmitte, der das Ganze noch etwas auflockert. Interessante Leserbriefe bei dem es um Belastung und Vergebung geht und er beantwortet Fragen wie:
    "Was bedeutet es, ein Jude zu sein, der an Jesus glaubt?
    Hellenistisches oder hebräisches Denken?"

    Im Anhang befindet sich eine Zusammenfassung und weitere Themen:
    - Wie Juden und Christen die Bibel verstehen
    - Messianische Juden und die christliche Kirche
    - Die Verfolgung der Juden im Mittelalter
    - Die Aufklärung und die Neuzeit
    - Jüdische Wurzeln des christlichen Glaubens ....

    Besonders diesen Teil fand ich ein wenig trocken und theoretisch, zudem hatte ich mich über diese Themen schon früher informiert. Jedoch für Leser, die sich mit dieser Thematik noch nicht befasst hat, ist der Anhang sehr wertvoll. Ich für meinen Teil hätte allerdings lieber noch etwas mehr über seine jüdische Familie erfahren. Zusammengefasst ist es ein gutes Buch, dass helfen könnte den Riss zwischen Juden und Christen, etwas schmaler werden zu lassen, darum von mir 4 von 5 Sterne.

 

Rückkehr nach Birkenau: Wie ich überlebt habe

Rezensionen zu "Rückkehr nach Birkenau: Wie ich überlebt habe"

  1. Ein Kleid das Hoffnung und Kraft zum Überleben gibt

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Feb 2020 

    "Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." (Max Mannheimer)
    März 1944 die 19-jährige Ginette Kolinka wird zusammen mit Teilen ihrer Familie nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Eine schreckliche Zugfahrt unter viel Hunger, Entbehrungen und Tod muss sie überstehen. Was sie nicht ahnt, ist das sie getrennt werden und nach der Trennung sich nie wiedersehen werden. Unter viel Hunger, Folter und Entbehrungen durchlebt sie die letzten Monate bis Kriegsende in Birkenau, ehe es zum Todesmarsch geht. Hunger, Kälte und die Angst vor dem Tod retten ihr durch viel Zufall das Leben. Unter anderem hat auch ein Kleid von Simone Veil ihr maßgeblich Hoffnung geschenkt. Lange konnte Ginette nichts von ihren Erlebnissen schildern, erst als man Zeitzeugen für Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste" suchte, konnte sie sich öffnen. Heute begleitet sie Schulklassen an den Ort des Grauen und erzählt ihnen wie dieser Ort wirklich aussah und was dort geschah.

    Meine Meinung:
    Das eindrucksvolle Cover mit dem Kleid und dem Haupttor von Birkenau ist sehr bewegend. Ich wollte dieses Buch deshalb unbedingt kennenlernen, war jedoch etwas enttäuscht wegen der Kürze dieses Lebensberichts. Der Schreibstil zwar bewegend, doch eher etwas nüchterner gehalten wie ich es sonst von anderen Lebensberichte von Überlebenden kenne. Natürlich war Ginette Kolinka nicht so lange in Birkenau wie mancher andere Zeitzeuge. Trotzdem kann sie von wirklich vielen schrecklichen und brutalen Vorfällen berichten, die sie in dieser Zeit am eigenen Körper erleben musste. Das die inzwischen fast 95-Jährige aber auch ein paar Gedächtnislücken hat, kann ich sehr gut nachvollziehen und sie macht da auch keinen Hehl daraus. Trotz allem hätte ich mir ab und an ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Irgendwie hat mich dieses Buch nicht so emotional bewegt, wie andere Lebensberichte, die ich zuvor gelesen habe. Am schlimmsten fand ich den Todesmarsch, den sie gegen Ende schildert und dessen Vorstellung mich alleine schon sehr erschüttert. Dass die Wiederkehr nach Birkenau ihr am Anfang Angst gemacht hat, kann ich sehr gut verstehen. Dass man als Besucher nicht mehr alles spüren und nachvollziehen kann, was dort passiert ist, kann ich eher nicht sagen. Bei meinem Besuch habe ich sehr wohl das Elend gespürt, was von diesem Ort ausgeht. Ich denke, wenn man mit offenen Ohren und Augen dort hingeht, dann spürt man sehr wohl, was von diesem Ort ausgeht. Zumal, wenn man so viel über den Holocaust gelesen hat wie ich zum Beispiel. Ich jedenfalls finde es gut, dass sie heute noch Schulklassen nach Birkenau begleitet. Auch wenn sie hier in diesem Buch eindrucksvoll von ihren Erlebnissen berichtet, hätte ich doch ein bisschen mehr als nicht mal 100 Seiten eines E-Books erwartet. Trotzdem berichtet sie hier, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, von einigem, was sie mitmachen musste. Ein bisschen mehr Emotionen und weniger Nüchternheit hätte dem Buch aber noch gutgetan. Deshalb von mir leider nur 4 von 5 Sterne.

 

Wo wir zu Hause sind: Die Geschichte meiner verschwundenen Familie

Buchseite und Rezensionen zu 'Wo wir zu Hause sind: Die Geschichte meiner verschwundenen Familie' von Maxim Leo
NAN
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Die Geschichte meiner verschwundenen Familie
Gebundenes Buch
Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren.
Nach Israel gingen Irmgard und Hans, zwei Berliner Jura-Studenten, die 1934 ins gelobte Land auswanderten und in einem Kibbuz unweit der Golan-Höhen ihre Kinder großzogen. In England trifft Maxim Leo die Familie von Hilde, die als Schauspielerin in kleinen Theatern arbeitete und in jungen Jahren Fritz Fränkel heiratete, Gründer der KPD, Freund Walter Benjamins, mit dem sie nach Frankreich emigrierte. Später floh Hilde mit ihrem Sohn nach London, wo sie es bis zur Millionärin brachte.
In Frankreich wohnt Leos Tante Susi, deren Mutter Ilse im Internierungslager Gurs ihre große Liebe kennenlernte und bis zum Kriegsende im Untergrund lebte. Auf der Suche nach der Vergangenheit seiner Familie entdeckt Maxim Leo eine Zusammengehörigkeit, die keine Grenzen kennt. Und auch seine Cousins und Cousinen, die Enkel von Irmgard, Hilde und Ilse, spüren eine seltsame Verbindung zu ihrer verlorenen Heimat. Es zieht sie zurück nach Berlin, in die Stadt ihrer Vorfahren, die sie neu entdecken und erfahren. Nach "Haltet euer Herz bereit" legt Bestseller-Autor Maxim Leo erneut eine packende Familiengeschichte vor, spannend und herzergreifend.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:368
EAN:9783462050813
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Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft

Buchseite und Rezensionen zu 'Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft: Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft' von Hannah Arendt
NAN
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Antisemitismus. Imperialismus. Totale Herrschaft
Broschiertes Buch
DAS BUCH, DAS HANNAH ARENDT WELTBERÜHMT MACHTE

Unter dem Eindruck des Holocaust, der nationalsozialistischen Vernichtung des europäischen Judentums, hat Hannah Arendt mit "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft" - zuerst 1951 in New York erschienen, in deutscher Übersetzung 1955 - zugleich eine Geschichte und eine Theorie des Totalitarismus geschrieben. Hier hat sie "die allgemein gültige Vorstellung vom monolithischen Charakter des Dritten Reiches erschüttert und auf die eigentümliche Strukturlosigkeit totaler Regierungen hingewiesen. Hannah Arendt analysiert den Nationalsozialismus und den Stalinismus als verwandte Herrschaftstypen und als Folgeerscheinungen von Antisemitismus und
Imperialismus." (Deutschlandfunk)

Format:Taschenbuch
Seiten:1024
EAN:9783492210324

Diskussionen zu diesem Buch im Bücherforum

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Unter der Haut: Roman

Rezensionen zu "Unter der Haut: Roman"

  1. Skinner - die Seele eines Psychopathen

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Feb 2019 

    Dieses Buch ist erstmal ein optischer Genuss. Schutzumschlag und Einband sind sehr schön gearbeitet und perfekt auf das Buch abgestimmt. Das Papier gefällt mir sehr und auch die Schriftart ist perfekt gewählt. Da wurden sich viele Gedanken bei der Umsetzung gemacht. Die Schriftart repräsentiert für mich etwas Altes, wie ja auch dieses Buch aus einer vergangenen Zeit berichtet, und da es um einen bibliophilen Menschen geht, sollte man auch auf die Buchgestaltung größeren Wert legen, was hier in einem perfekten Sinne erfolgt ist.

    Dann ist dieses Buch nicht im herkömmlichen Sinne der Krimi- oder Thrillersparte zuzurechnen. Es ist vielmehr ein äußerst durchdachtes geniales Konstrukt, in dem sich der Autor mit vielen Feldern befasst hat. Es ist sprachlich perfekt durchgestylt, da wird den verschiedenen Epochen entsprechend, äußerst angepasst gesprochen, Ausdruck und Grammatik selbstverständlich ebenso abgestimmt, da werden durch Sprache wunderschöne Bilder im Hirn freigesetzt, ich konnte selbst bestimmte Gerüche wahrnehmen. Da werden psychologisch angepasste Charaktere entworfen, die einem trotz des Inhaltes des Buches nicht absolut widerwärtig vorkommen, man kann sogar teilweise verstehen, warum alles so passiert, wie es passiert. Und dieses Buch vermittelt außerdem jede Menge Wissen, es kommt viel bibliophiles Wissen, aber auch geschichtliche Fakten werden vermittelt. Und das in einer Art, die mir sehr gefallen hat, sehr spannend geschrieben ist, eine riesengroße Sogwirkung hat. Diesen Autor sollte man sich merken.

    Zur Handlung: Es geht in diesem Buch um die Beschreibung eines Psychopathen, dem Skinner. Dies geschieht in mehreren Erzählsträngen, die chronologisch nicht geordnet sind. Im ersten Erzählstrang sind wir in New York im Jahre 1969, es wird die Beziehung zweier Männer zueinander beschrieben. Einmal der Literaturstudent Jonathan Rosen und der zweite im Bunde, der bibliophile Dandy Josef Eisenstein. Ersterer wird wie zu einem Schüler von Letzterem, wobei zwischen den Beiden noch ein tieferes Beziehungsfeld entsteht. Josef vermittelt Jonathan bibliophiles, literarisches und philosophisches Wissen und unterweist den schüchternen Jonathan in der Kunst der Verführung. Jonathan bestellt dann die Frauen in das Apartment von Josef, dort schläft er mit ihnen und Josef schaut zu. Wobei Jonathan nach und nach ohne es zu merken in eine Abhängigkeit hineinrutscht. Der zweite Erzählstrang spielt von 1919 bis 1940 und schildert das Leben von Josef Eisenstein und berücksichtigt dabei sehr stark die historischen Gegebenheiten. Und im dritten Erzählstrang werden die Ermittlungen von der ehemaligen FBI-Agentin Sally Goldman dargestellt, die den Skinner jagt.

    Ich gebe eine ganz klare und sehr dringliche Leseempfehlung. Extrem toll gemacht dieses Buch.

 

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