Virus: Die Wiederkehr der Seuchen

Buchseite und Rezensionen zu 'Virus: Die Wiederkehr der Seuchen' von Nathan Wolfe
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:338
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

  1. Betrifft uns jetzt.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Okt 2020 

    Wie abgebrüht muss man sein, um in dieser Pandemiezeit, die inzwischen alle Lebensbereiche beeinflusst und über die wir täglich in den Medien die neuesten Entwicklungen vernehmen, auch noch ein Sachbuch zu lesen, das sich mit Seuchen aller Art ausführlich beschäftigt? Nun ja, ziemlich!

    Aber so panne ist es nun auch wieder nicht. Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel "The viral storm", 2012 dann auf deutsch und wurde jetzt im Juni 2020 vom Rowohlt Verlag, mit dem Rückentexthinweis auf Covid19 neu aufgelegt. Allerdings scheint nur der Umschlag einen neuen Anstrich bekommen zu haben, denn die Erzählungen brechen 2011 ab und es werden zwar erstaunlich gute Tipps für baldige zukünftige Pandemien gegeben, vieles scheint wie die Faust aufs Auge des Corona Virus aus 2019 zu passen, aber die aktuelle Lage wird nicht besprochen, das Virus hat sich nur namentlich aufs Cover verirrt.

    Zuerst gibt es eine kleine Lektion in Biologie. Bakterien, Pilze und Pflanzen besitzen Zellen und können sich selbständig vermehren, Viren und Prionen sind auf Wirtszellen angewiesen, damit sie einen ordentlichen Stammbaum bekommen. Viele sind harmlos, manche sind sogar von Vorteil, ein paar krankmachende Rüpel aber verderben allen den Ruf. Die zu entdecken und zu bekämpfen, ohne auf allen Ebenen tabula rasa zu machen, das ist Wissenschaft.

    Und die Wissenschaft musste sich anstrengen. Sie musste nicht nur im tiefsten Kongo schauen, welche Mikrobiome dort den Menschenaffen scheinbar verschonen, um dann beim Verzehr von Bushmeat beim Menschen gnadenlos zuzuschlagen, sie musste auch verstehen, was den Menschen so anfällig macht und was der Sapiens seitdem alles falsch macht.

    Denn seien wir mal ehrlich, Seuchen hat es schon früher gegeben und aus heutiger Sicht fällt es uns leicht, mit dem Finger auf die Fehler zu zeigen, die uns jetzt niemals mehr unterlaufen würden... wenn es denn so einfach wäre und wir ab sofort auf Urlaub, Sofortlieferungen, Familienzuwachs und vieles mehr verzichten würden. Unsere Welt ist hoffnungslos vernetzt, unsere Wirtschaft hängt wie Bandsalat zusammen, immer mehr Menschen drängen sich auf engstem Raum und der größte Teil der Bevölkerung wird abgehängt. Abgehängt von sauberen Trinkwasser, abgehängt von Hygienestandards und medizinischer Vorsorge und abghängt von regulären Märkten. So enstehen Brennpunkte, in denen Seuchen ausbrechen und mit immer schnellerem Tempo die ganze Welt umrunden können.

    Mit viel Sachverstand führt uns Wolfe durch die frühe Menschheitsgeschichte, klärt über Fachbegriffe auf, beschreibt, was er und seine Kollegen tun, damit Seuchen verstanden und eingedämmt werden können und macht Vorschläge, wie eine zukünftige, weil immer dringender werdende Arbeit der Länder und Behörden aussehen könnte. Aber ein Großteil des Buches befasst sich auch mit erstaunlichen Sidesteps, die mich auf den gut 300 Seiten bei Laune gehalten haben, zwar nur sekundär dem Thema geschuldet, aber für ein umfassendes Verständnis wirkungsvoll schienen.

    Natürlich wirbt der Virologe Nathan Wolfe zum Schluss für mehr Geld und Aufmerksamkeit in seinem Fachgebiet (vermutlich fließt das Geld seit diesem Jahr). Die Wichtigkeit für Mensch und Wirtschaft dürfte inzwischen jedem einleuchten, aber sein Vorschlag sämtliche Social Media Kanäle zu überwachen und so zukünftige Ausbruchsherde schneller identifizieren zu können, hat dann doch bei mir einen kleinen roten Alarmknopf anspringen lassen.

    Alles in allem aber ist es ein vernünftiges Buch von einem Fachmann, unaufgeregt, aber doch eindringlich und gänzlich ohne Verschwörungstheorien.

 

Spuren lesen: Geschichten, die uns die Fährten der Tiere erzählen

Buchseite und Rezensionen zu 'Spuren lesen: Geschichten, die uns die Fährten der Tiere erzählen' von Stefanie Argow
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Spuren lesen: Geschichten, die uns die Fährten der Tiere erzählen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:308
Verlag:
EAN:9783869951010
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Rezensionen zu "Spuren lesen: Geschichten, die uns die Fährten der Tiere erzählen"

  1. Draußen in der Natur

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Okt 2020 

    Die Autorinnen zogen mit Maßband , Lineal und Skizzenbuch in die Natur , robbten über Sand - oder Waldböden . Sie vermaßen Gangarten und trugen die Maßen in Kladden ein . Sie merkten bald , dass fast überall wilde Tiere ihr Zuhause hatten auch z . B . im Berliner Stadtgarten ...

    Der Erzählstil ist sehr bildhaft und geht ins Detail . Ich merkte gleich wieviel Herzblut die zwei Autorinnen in ihr Buch gesteckt haben . Der Schreibstil ist gut zu lesen , trotzdem musste ich mich ab und zu schon konzentrieren . Die Erzählungen oder Geschichten sind nicht allzu lang dazwischen gibt es gezeichnete Tierbilder von Hasen , Wisente u .a . Die Spannung hält sich im Hintergrund da es ja mehr um Informationen und Erklärungen geht . Erzählt wird z . B . von Waschbären über Waldameisen bis hin zu Gänsen und Vögeln . Dazu passt das Cover hervorragend dazu . Die Zeichnungen in dem Buch sind genauso schön gezeichnet und unterstreichen zusätzlich das geschriebene .

    Fazit : Ich fand es sehr interessant welche und wie viele verschiedene Tierarten vor unserer Haustür , in den Parks , in den Großstädten und in deutschen Wäldern aufhalten . Der Klimawandel ist auch ein Thema , das mir sehr gut gefallen hat . Dieses Buch ist schon fast ein Fachbuch in meinen Augen . Es wird alles sehr genau erklärt . Im Glossar werden Fachbegriffe erklärt außerdem gibt es Literaturempfehlungen . Sie sind sehr gut beschrieben . Dann gibt es auch noch einige Seiten mit Pfotenabdrücke . Dieses Buch ist detailgetreu und für Tier - und Naturfreunde die sich tiefer in die Materie hineinlesen möchten sehr informativ und interessant .

 

Nestwärme: Was wir von Vögeln lernen können

Buchseite und Rezensionen zu 'Nestwärme: Was wir von Vögeln lernen können' von Ernst Paul Dörfler
NAN
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Inhaltsangabe zu "Nestwärme: Was wir von Vögeln lernen können"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag: Hanser
EAN:9783446261853
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Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ - aktualisierte Neuauflage

Buchseite und Rezensionen zu 'Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ - aktualisierte Neuauflage' von Giulia Enders
NAN
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Inhaltsangabe zu "Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ - aktualisierte Neuauflage"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:289
Verlag:
EAN:
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Demenz: Abschied von meinem Vater

Buchseite und Rezensionen zu 'Demenz: Abschied von meinem Vater' von Tilman Jens
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Demenz: Abschied von meinem Vater"

Walter Jens und die Reise ins Vergessen – Chronik eines langsamen Abschieds


- »O welch ein edler Geist ist hier zerstört«: Deutschlands größter Rhetoriker verstummt
- Ein bewegendes Buch über Auslöser und Auswirkungen einer grausamen Krankheit


Das allmähliche Vergessen begann im Jahr 2004, nur wenige Wochen nachdem in den Medien ausführlich diskutiert wurde, dass Walter Jens 1942 Mitglied der NSDAP gewesen ist. Kann es sein, dass diese alte Geschichte die Demenz ausgelöst oder zumindest beschleunigt hat?
Tilman Jens’ Buch ist die Chronik eines Abschieds des Sohnes vom geliebten und bewunderten Vater. Schmerzhaft konkret erzählt er von der Entdeckung eines ganz anderen, hilflosen Menschen, von der Grausamkeit der Krankheit, von einem quälend langen Weg in die letzte Stufe des Dämmerns. Er zeichnet die Stationen dieses Abschieds nach und erzählt von einem Lebensende, das so gänzlich anders verläuft, als es seinem Vater, dem »Virtuosen des Wortes«, vorbestimmt schien.


Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:160
Verlag:
EAN:9783442156184
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Insulinresistenz natürlich behandeln

Buchseite und Rezensionen zu 'Insulinresistenz natürlich behandeln' von Alicja Kurzius
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Insulinresistenz natürlich behandeln"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag: Riva
EAN:9783742310958
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Rezensionen zu "Insulinresistenz natürlich behandeln"

  1. Sehr informativer, verständlicher und praktischer Einstieg in IR

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Sep 2020 

    Sehr informativer und leicht verständlicher Einstieg mit praktischen Tipps und ganzheitlichem Konzept! Absolute Empfehlung für jeden Betroffenen!

    Warum habe ich das Buch gekauft?
    Letzte Woche habe ich von einem Diabetiker die Diagnose Insulinresistenz erhalten. Angestoßen hatte diesen Test mein Gynäkologe, da ich seit einigen Jahren immer wieder unter starken Migräneattacken leide, zu denen sich seit einigen Monaten nun auch noch Schwindel, Hitzewallungen, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und extreme Müdigkeit gesellt haben.

    Etwas überfordert mit dieser Diagnose, zumal meine Besprechung der Werte mit dem Frauenarzt erst nächste Woche stattfindet, habe ich mich auf die Suche nach Informationsmaterial gemacht und bin auf dieses Buch gestoßen.

    Worum geht es in diesem Buch?
    Der Befund Insulinresistenz ist nicht allgemein geläufig, ist aber die Vorstufe zu Diabetes Typ 2 und kann auch Ursache für viele weitere Erkrankungen sein. Dieses Buch gibt zunächst erst mal einen vereinfachten Einblick in die Materie “Insulinresistenz (IR)”, und wie dies durch eine IR-Konforme Ernährung in Kombination mit körperlicher Aktivitäten und Stressbewältigung geheilt werden kann. Es motiviert mit vielen Ratschlägen, seinen Lebensstil maßgeblich zu ändern, und gibt sehr praktische Tipps & Tools an die Hand.

    Autor
    Die Autorin Alicja Kurzius ist selbst Betroffene und hat einen sehr langen Leidensweg mit vielen Auf und Abs hinter sich. Um anderen Betroffenen eine einfache und verständliche Hilfestellung zu geben, hat sie die Initiative “Insulinresistenz - Der Weg in die Genesung” in Deutschland ins Leben gerufen und dieses Buch geschrieben, zusammen mit Co-Autoren und Gastkommentaren aus der Wissenschaft und Praxis.

    Aufbau
    Das Buch mit seinen 271 Seiten ist in 5 Abschnitte unterteilt. Prof. Dr. Miguel Hinrichsen, ein international renommierter Reproduktionsmediziner, führt das Buch in einem Geleitwort ein. Nach einem Vorwort und einer kurzen Einführung der Autorin, beginnt das Buch mit Teil 1, der die Grundlagen der Insulinresistenz behandelt. In Teil 2 geht es um die Behandlung von IR, Teil 3 beleuchtet auch das PCO-Syndrom und Insulinresistenz in der Schwangerschaft und bei der Kinderwunschbehandlung. In Teil 4 wird noch mal auf die Umstellung des Lebensstils im Ganzen eingegangen, der mit ca. 90 Seiten mit Rezepten begleitet wird. Im 5. Teil gibt es neben Erfahrungsberichten zum IR-konformen Konzept von Betroffenen auch noch mal einen Selbstcheck und ein Fazit. Zum Schluss erhält man eine Übersicht über die Mitwirkenden mit einem kurzen Lebenslauf, gefolgt von der Danksagung, ein sehr ausführliches Literaturverzeichnis, Informationen zu weiterführender Literatur und ein Index.

    Inhalt

    Das Buch startet mit einer sehr anschaulichen, der Komplexität wegen vereinfachten, Begriffserklärung und die Beschreibung des pathologischen Zustandes bei einer Insulinresistenz. und Hyperinsulinämie, sowie mögliche Ursachen und Symptome. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Zellen gestört auf das Insulin, dies führt zu einer dauerhaften Überproduktion von Insulin.

    Außerdem wird eingehend auf die unterschiedlichen Diagnosemöglichkeiten von IR eingegangen und was die verschiedenen Werte bedeuten. Sehr anschaulich werden auch die mit der IR verbundenen Erkrankungen, wie vor allem Adipositas, Metabolisches Syndrom und die häufigste Folge, Diabetes mellitus (Blutzuckerkrankheit).

    Weitergehend setzt Alicja Kurzius bei der Behandlung von IR auf die sogenannte IR-konforme Ernährung und beschreibt diese sehr ausführlich und super nachvollziehbar. Besonders praktisch sind die direkten Vorschläge für eine Einkaufsliste nach Lebensmittelprodukten aufgeteilt. Es wird dabei aber immer auf mögliche Intoleranzen und Unverträglichkeiten eingegangen und Alternativen angeboten.

    Das Konzept “IR-Konform” bedeutet, kurz gesagt, dass man bei der Ernährung nicht nur auf den glykämischen Index sondern vor allem auf komplexe (“guten”) Kohlenhydraten und die Glykämischen Last achten muss.

    Alicja stellt aber deutlich dar, dass die IR-konforme Ernährung keine Diät ist, sondern eine komplette und ganzheitliche, und vor allem dauerhafte Umstellung des ganzen Lebensstils: Ernährungsgewohnheiten, Steigerung der körperlichen Aktivitäten und Stressbewältigung. Ein ausführliches Kapitel beschreibt, warum körperliche Aktivität für den Erfolg sehr wichtig ist und gibt für den Anfang wertvolle Tipps, wieder mehr und den geeigneten Sport zu betreiben. Aber auch Stress kann Auslöser von IR sein, und muss bei der ganzheitlichen Umstellung bewältigt werden. Einige Entspannungstechniken werden hier beschrieben.

    Ich finde es auch ganz wichtig und richtig, dass die Autorin näher auf Medikamente zur Behandlung von IR sowie Nahrungsergänzungsmitteln, deren Wirkung und Nebenwirkungen und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Lebensmitteln, eingegangen ist. Denn auch das ist ein Aspekt und kann eine unterstützende Maßnahme zur Behandlung von IR sein.

    Im 3. Teil geht die Autorin auf die Zusammenhänge und Auswirkungen von Insulinresistenz und Fruchtbarkeit der Frau ein. Dabei beleuchtet sie auch das PCOS-Syndrom, welches oft mit einer IR begleitet wird. Auch hier wird noch mal die Medikation während der Schwangeschaft und beim Stillen kurz beleuchtet.

    Ein neues Leben beginnen ist ein Prozess. Um diesen Prozess im Leser anzustoßen wird im 4. Teil noch mal resümiert. Toll finde ich auch hier, dass die Autorin auch gleich praktische Tipps in Form eines Ernährungsplan für sieben Tage mit Rezepten und Einkaufsliste als Eingewöhnung in die IR-konforme Ernährung mitgibt. Über 60 einfache aber vielfältige Rezepte begleiten diesen Abschnitt, die mir schon einiges an Inspiration gegeben haben.

    Sprache
    Hochkomplexe medizinische Vorgänge werden in diesem Buch dem Leser in einer schön einfachen, eingängigen aber sehr verständlichen Sprache vermittelt. Alicja Kurzius spricht den Leser direkt an und ich fühlte mich von ihr durch das Buch begleitet, ohne überfordert zu sein. Auch wenn ein paar Aspekte durch die Gast-Autoren wiederholt werden, hat es mir geholfen das Thema zu vertiefen und mich super zurecht zu finden.

    Alicja Kurzius schreibt sehr motivierend, aber definitiv nicht predigend. Sie stellt auch immer wieder klar, dass jeder Mensch anders ist und jeder unterschiedlich auf Lebensmittel und Umstände reagiert. Was dem einen gut tut, zum Beispiel eine “Ausnahme machen”, kann für andere Betroffene einen herben Rückschlag bedeuten.

    Ganz deutlich und mehrfach wiederholt die Autorin auch, dass dieses Buch ein Nachschlagewerk darstellt, und kein Ersatz für eine medizinische Behandlung beim Experten oder zusätzliche fachliche Beratung bei einem Ernährungsberater sein darf. Gerade, weil jeder Mensch einen ganz individuellen Körper, Bedürfnisse und Lebensumstände hat. Vor allem bei zusätzlichen Einschränkungen oder Erkrankungen ist der Weg zum Arzt unabdingbar. Dieses Buch kann nur eine begleitende Unterstützung bieten und stellt kein Allwundermittel dar!

    Buchlayout
    Das Buchcover ist sehr ansprechend gestaltet. Zu sehen ist ein großflächiges Foto von einer dunklen Tischplatte mit diversen Lebensmitteln um den Rand herum. Der Titel und der Autorenname ist in einer sehr klaren modernen Antiqua gesetzt.
    Jeder Buchabschnitt hat eine eigene Farbe. Die 5 Teile werden durch ein doppelseitiges Foto, dem Thema des Abschnittes entsprechend eingeleitet. Kapitel und Absätze werden deutlich abgesetzt, der Fließtext ist ebenfalls in einer klaren und modernen Antiqua gesetzt, ist zweispaltig aufgebaut und hat einen angenehmen Zeilendurchschuss, wodurch sich der Text sehr schnell lesen lässt. Der Rezeptteil ist etwas verspielter layoutet. Die gesamte Buchgestaltung ist durchdacht, ordentlich gesetzt und gefällt mir sehr gut!

    Fazit
    Alles in allem ist das Buch sehr gut und übersichtlich strukturiert und gibt dem Leser auch sehr viele zusätzliche Informationen neben dem eigentlichen Inhalt mit. Ich habe mich sofort zurecht gefunden und fühlte mich “an die Hand genommen”.

    Mich hat es von Anfang an super motiviert, meinen Lebensstil zu ändern und meine Krankheit in den Griff zu kriegen. Dank diesem Buch habe ich einen sehr guten, für mich verständlichen Einblick in das Thema erhalten, und weiß nun, worauf ich auf jeden Fall achten muss.

    Hier wird keine Wunderdiät oder eine “neueste Modetrend” versprochen, sondern den Lesern ein erster Leitfaden durch das Chaos der unterschiedlichen Informationen und Therapiemöglichkeiten an die Hand gegeben. Ich sehe dieses Buch nicht nur für IR-Betroffene, denn das Ernährungskonzept stellt eine ganzheitliche Umstellung auf die Basisbedürfnisse des Menschen dar. Eine Ernährung mit weniger künstlichem Zucker, weniger einfachen Kohlenhydraten und mehr sportlicher Auslastung, ist die Basis einer gesunden Lebensform, auch ohne IR.

    “Unser Körper ist kein Mülleimer - tun wir uns selbst den Gefallen und füllen so wenig »Müll« ein wie möglich.”

    Alicja Kurzius “Insulinresistenz - natürlich behandeln”, S. 69 (© 2019 by riva Verlag)

    Natürlich stehe ich erst am Anfang meines Weges, aber dieses Buch hat mir geholfen den ersten Schritt zu machen und wird mich die nächsten Wochen und Monate bestimmt begleiten.

    Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich eingehender mit Insulinresistenz beschäftigen oder vielleicht auch nur seinen Lebensstil und Essensgewohnheiten ändern möchte.

 

Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte' von Josef H. Reichholf
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
Verlag:
EAN:9783446267794
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Rezensionen zu "Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte"

  1. Auf den Hund gekommen?

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 21. Sep 2020 

    Wie wurde der Wolf zum Hund?
    Warum wurde er Haustier?!
    Was sind die Folgen?

    Diesen Fragen versucht der Evolutionsbiologe und Zoologe Josef H. Reichholf in seinem Buch „Der Hund und sein Mensch“ auf den Grund zu gehen.
    Schon in der Einleitung berichtet der Autor von der besonderen Beziehung Mensch-Hund, vor allem aufgrund seiner persönlichen Erfahrung als Jugendlicher mit einem perfekt abgerichteten Polizeihund.
    Kam nun der Mensch auf den Hund, oder doch umgekehrt?

    Reichholf verfolgt den Ansatz, dass Wölfe die Annehmlichkeiten des Zusammenlebens mit dem Menschen erkennen und sich selbst domestiziert haben, nachdem die Beutetiere des Wolfes durch den menschlichen Jäger dezimiert waren. Die Sesshaftwerdung des Homo Sapiens und vor allem der Überschuss an Nahrung, der damit einherging, war somit „ein gefundenes Fressen“ für den Wolf.
    Evolutionsgeschichtlich führt Reichholf vom Steinzeitjäger bis zu den indischen Pariahunden, die mit den Slumbewohnern eine spezielle Symbiose eingehen. Die Selbstdomestikation des Hundes geht aber über eine reine Außenbeziehung hinaus, wodurch eine tiefe Beziehung des Hundes zum Menschen entstand.

    Dieser Beziehung widmet sich Reichholf in einem sehr persönlichen zweiten Teil des Buches und erzählt von Branko, der als Welpe zur Familie kam. Über den Mischling sagt Reichholf:
    „Branko war kein Wunderhund. Er war einzigartig wie jedes andere Hundeindividuum auch, das sich im Zusammenleben mit dem Menschen frei entfalten kann.“

    Hier mögen sich die Geister scheiden, aber was Reichholf „freie Entfaltung“ nennt, scheint mir einfach nur als „nicht erzogen“. Als Ratgeber für die richtige Hundehaltung ist dieser Teil des Buches jedenfalls nicht zu gebrauchen. Es ist schlicht die subjektiv gefärbte Geschichte eines Hundes und „seiner“ Menschen mit einigen Ärgernissen, wie beispielsweise einem Züchter, der eigentlich nur Vermehrer ist oder dass Branko einem extremen Stresslevel bei Trennung ausgesetzt war.

    „Die Katze ist arrogant und der Hund ist gierig.“ – ein dritter Teil, relativ kurzer Teil beschäftigt sich noch mit der Katze als Vergleichsfall. Nun, meine Buben Hund und Kater) hätten zu der vorhin genannten Aussage wohl ihre eigene Meinung.

    Mein Fazit: Der „spannende Wissenschaftskrimi“ spröde und spekulativ, die „berührende Beziehung“ erzeugt Mitleid mit dem Hund.

  1. Chance auf eine Beziehung

    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Sep 2020 

    „Über die Jahre, die ich mit Branko lebte, lösten sich manche Annahmen und Gewissheiten, die ich als Zoologe und Evolutionsbiologe über die Beziehung zum Hund mitgebracht hatte, in eine Vielzahl von Fragen und Ungewissheiten auf.“ (Zitat Seite 151)

    Thema und Inhalt
    In diesem Sachbuch geht es um die besondere Beziehung zwischen Hund und Mensch und die Frage, wie und warum sich der Wolf als Hund zum Weggefährten des Menschen entwickelte. Der Autor und Evolutionsbiologe nimmt uns mit auf eine Reise, die weit in der Vergangenheit beginnt, in der späten Eiszeit.

    Umsetzung
    Das spannend und verständlich geschriebene Buch ist in drei große Abschnitte geteilt: I Wie aus Wölfen Hunde wurden, II Die Beziehung zwischen Hund und Mensch, III Hund und Mensch – und Katze? Ein Ausblick.
    Eine Vorbemerkung umfasst die grundsätzliche Fragestellung, die in den nachfolgenden Texten aus verschiedenen Perspektiven untersucht und mit aktuellen Forschungsergebnissen dokumentiert wird. Ein Nachwort fasst nochmals die Überlegungen und die Gründe, warum dieses Buch entstanden ist, zusammen.

    Abschnitt I schildert die kontinuierliche Interaktion zwischen Menschen und Tieren, die bereits in der Steinzeit begonnen hat und deren Erforschung wissenschaftlich noch lange nicht abgeschlossen ist. Ein einzigartiges Beispiel dafür sind die Wölfe, die sich mit dem Homo sapiens in zwei ökologischen Formen weiterentwickelt haben, die wilden Wölfe und die Hundewölfe, und damit die Hundwerdung von Wölfen durch Selbstdomestikation.
    Abschnitt II beschreibt den Alltag des Autors mit dem Familienhund Branko, der als Welpe in die Familie kam, seine persönlichen Beobachtungen und praktischen Erfahrungen.
    In Abschnitt III geht es um den Vergleich der Ähnlichkeiten und der Unterschiede in der Beziehung Mensch-Hund und Mensch-Katze. Auch bei der Katze ist die Ausgangssituation die Selbstdomestikation, sie hat sich ebenfalls den Menschen angeschlossen, blieb aber unabhängig.

    Fazit
    In seinen Dankesworten am Ende des Buches schreibt der Autor, er hoffe, dass es immer mehr Hunden vergönnt sein möge, ein Leben mit den Menschen zu führen, das nicht auf strenger Dressur beruhe, sondern auf jener liebevollen Beziehung, zu der die Hunde befähigt sind. Es ist diese Einstellung des Autors und Evolutionsbiologen, die uns Leserinnen und Leser aus jeder Zeile dieses Sachbuchs erreicht. Teilweise nicken wir bestätigend, aber viele dieser interessanten Fakten sind neues Wissen und führen so auch zu einem besseren Verstehen des Wesens dieser besonderen Beziehung zwischen dem Hund und seinem Menschen.

 

Anaconda Taschenführer Sterne und Planeten

Buchseite und Rezensionen zu 'Anaconda Taschenführer Sterne und Planeten' von Blandine Pluchet
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Anaconda Taschenführer Sterne und Planeten"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:160
Verlag:
EAN:9783730608975
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Rezensionen zu "Anaconda Taschenführer Sterne und Planeten"

  1. Ein interessantes Buch, das hält, was es verspricht.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Jul 2020 

    Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht mit Begeisterung den Sternenhimmel betrachtet, aber wer will, bzw. kann sich schon ein Teleskop leisten? Da ist es natürlich super so ein Büchlein in der Hand zu haben, das einem hilft die Objekte am Himmelszelt mit bloßem Auge zu erkennen und zu interpretieren.
    Das Buch ist klar aufgebaut, gut strukturiert und dank eines Registers findet man schnell die Objekte, die man gerne beobachten möchte, egal ob alltägliche Phänomene, Himmelskörper unseres Sonnensystems, Sternenbilder, Objekte im Deep Sky oder andere astronomische Erscheinungen. Jedes Objekt wird auf einer Doppelseite dargestellt: rechts ein Foto, links Ausführungen zu Theorie, Beobachtung, Wissenswertes und Mythologie. Außerdem wird bei jedem Objekt angeführt, wann die ideale Beobachtungszeit ist und wie gut man es erkennen kann.
    Ein kleines, handliches Buch, das man locker mit sich rumtragen kann und das für die Sternenbeobachtung mit bloßem Auge sehr hilfreich ist. Dennoch gibt es meiner Meinung nach zwei Mankos: Einerseits wird immer wieder erwähnt, dass man zur Beobachtung im Internet die „Ephemeriden oder astronomische Nachrichten verfolgen“ sollte, aber die entsprechenden Adressen sind leider sehr gut versteckt; Andererseits wäre ein kleiner Kalender im Buch sehr nützlich, was man wann beobachten kann, damit man das nicht bei jedem Objekt einzeln nachschlagen muss. Doch außer diesen zwei Punkten gibt es von mir nichts zu bemängeln. Ein Taschenführer par excellence, wie ich ihn mir gewünscht habe.
    Fazit: Sehr zu empfehlen.

 

Das Buch vom Schleim (Naturkunden)

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Buch vom Schleim (Naturkunden)' von Judith Schalansky
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Buch vom Schleim (Naturkunden)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:287
EAN:9783957577740
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Rezensionen zu "Das Buch vom Schleim (Naturkunden)"

  1. Wer rumschleimt, gewinnt das Leben.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Jul 2020 

    So ist das, im metaphorischen, wie auch im richtigen Leben.

    Es sei denn, ich wäre beim Lesen dieses Buches doch kurzzeitig ins Koma gefallen und hätte da was missverstanden. Die blassgrünen Bildkollagen mit den schwer zuzuordnenden Kennziffern, die ebenfalls in Hellgrün auf Weiß erklärenden Bildunterschriften an den Anfängen der Kapitel, ließen, explizit im Lampenlicht, die Augenlider über der Schleimschicht des Apfels (Aug-) runtergleiten und schwer wieder hochfahren! Kleine eingeschobene Textpassagen und Kapitelüberschriften verschwanden fast von der Oberfläche, wie die glibbrigen Quallen zur Tarnung im Meer.

    Die künstlerisch wertvolle Gestaltung dieses Naturkundenbuches aus dem Hause Matthes und Seitz setzt einen starken Willen beim Leser voraus, sich dem Thema "Schleim" nähern zu wollen. Hat dieser kaum fassbare Gegenstand einen großen Iiiiih-Faktor und schweren Stand in unseren Köpfen, so sind wir doch eher gewillt weg- anstatt hinzuschauen, die Flucht zu er- als das Gelee zu begreifen, als das, was es ist: lebenswichtig!

    Das Buch nähert sich aus allen Richtungen seinem Thema, sowohl was die Köpfe der Film- und Buchbranche daraus hervorgebracht haben, die Physik des Schleims, seine Bedeutung in der Evolution, seiner Habitate (und ja, auch wir Menschen kommen nicht ohne aus), wofür er in unserer Umwelt zuständig ist, bis hinauf ins Weltall, dort eher als Gedankenmodell.

    Ist der Kopf also nicht zwischendurch auf den Tisch geknallt und das Denkorgan gut im Schleim gebettet, erschließt sich so langsam eine faszinierende Welt voller Blobs, Glibberschichten und Schleimsphären, die nicht immer ekelig, aber meistens wirklich wichtig sind, damit es gut fluppt. Insbesondere die letzten Kapitel waren hochinteressant und ließen mich kritisch über so harmlos klingende Tätigkeiten, wie Betreten des Waldbodens (Querfeldeinfahrten mit dem Rad), Kärchern von Gehwegplatten, oder Einnahme von Antibiotika nachdenken.

    Hört sich komisch an? Ist aber so! Ich wünschte nur, der Verlag hätte es mir optisch und finanziell leichter gemacht. So aber befürchte ich keine große Verbreitung der essentiellen Botschaften in diesem Buch.

 

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