Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich | Biografie. Der SPIEGEL-Bestseller #1

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich | Biografie. Der SPIEGEL-Bestseller #1' von Hape Kerkeling
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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
EAN:9783492057004

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Die Hungrigen und die Satten: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Hungrigen und die Satten: Roman' von Timur Vermes
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Hungrigen und die Satten: Roman"

Vom Autor von ER IST WIEDER DA!

"Ein großartiges Buch: lustig, böse, traurig!" KESTER SCHLENZ, STERN

Deutschland hat eine Obergrenze für Asylsuchende eingeführt, ganz Europa ist bis weit nach Nordafrika hinein abgeriegelt. Jenseits der Sahara entstehen riesige Lager, in denen Millionen von Flüchtlingen warten, warten, warten. So lange, dass man in derselben Zeit eigentlich auch zu Fuß gehen könnte, wäre das nicht der sichere Tod.

Als die deutsche Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch das größte dieser Lager besucht, erkennt der junge Lionel die einmalige Gelegenheit: Mit 150.000 Flüchtlingen nutzt er die Aufmerksamkeit des Fernsehpublikums und bricht zum Marsch nach Europa auf. Die Schöne und die Flüchtlinge werden zum Quotenhit. Und während sich der Sender über Live-Berichterstattung mit Zuschauerrekorden und Werbemillionen freut, reagiert die deutsche Politik mit hilflosem Wegsehen, Kleinreden und Aussitzen. Doch je näher der Zug rückt, desto mehr ist Innenminister Joseph Leubl gefordert. Und desto dringlicher stellen sich ihm und den Deutschen zwei Fragen: Was kann man tun? Und in was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Timur Vermes' neuer Roman ist eine Gesellschaftssatire, aktuell, radikal, beklemmend und komisch zugleich. DIE HUNGRIGEN UND DIE SATTEN fängt dort an, wo der Spaß aufhört.

"Wenn Timur Vermes' Erstlingswerk ER IST WIEDER DA böse, realistisch und komisch ist, so ist sein zweiter Geniestreich böser, realistischer und komischer." CHRISTOPH MARIA HERBST

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:512
Verlag: Lbbe
EAN:9783404178865

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Rezensionen zu "Die Hungrigen und die Satten: Roman"

  1. So real, dass es weh tut...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Mai 2019 

    Der Autor dürfte jedem ein Begriff sein aufgrund des Buches "Er ist wieder da", das ich damals verschlungen habe. So kam ich nicht umhin auch sein neustes Werk zu lesen, welches komplett anders als sein Erstling, aber in meinen Augen noch besser ist.

    In der Geschichte geht es um die Starmoderatorin Nadeche Hackenbusch, die für eine Reality- Show ein Flüchtlingscamp besucht. Ihr geht das Elend der Menschen dort zu Herzen. Kann man diese armen Menschen nicht nach Deutschland holen? Die Idee ist geboren, doch lässt sie sich tatsächlich umsetzen?

    Habe ich zu Beginn der Handlung noch lauthalt lachen können, selbst Freudentränen sind mir dabei gelaufen, so wird der Roman im Verlauf immer ernster und gleicht zum Schluss einem Thriller, der niemals gut enden kann.

    Nadeche Hackenbusch darf man sich als eine Art Daniela Katzenberger vorstellen, die nicht nur Leute unterhalten will, sondern auch gut Kasse machen möchte. Ihre Starallüren und ihre ganze Art haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Gerade ihre Wortverwechslungen waren einfach nur herrlich zu lesen. Bedrückend war jedoch wie sehr sie sich von ihrem Arbeitgeber, dem TV- Sender missbrauchen lässt.

    Ebenfalls sehr im Gedächtnis geblieben sind mir die Artikel und die Handlung rund um Astrid von Roell. Mit ihr habe ich ehrlich gesagt am meisten gelitten, denn sie rackert sich wirklich ab für ihren Job. Die Darstellung der Frauenzeitschriftsthemen sind Herrn Vermes hervorragend gelungen, denn leider sind diese oft inhaltslos und fernab der Realität.

    Die Ausführungen zu Politikern und ihrem Verhalten fühlten sich beim Lesen die ganze Zeit echt an. Hier hatte ich nie Zweifel, dass es genauso ablaufen könnte.

    Die Blicke hinter die Kulissen eines TV- Senders haben bei mir Gänsehautmomente hervorgerufen. Wie berechnend manche Menschen doch für die Quote sein können. Wenn es ums Geld geht, dann ist die Ethik bald vergessen.

    Das Erstaunlichste an dem Buch ist jedoch, dass man sich die ganze Zeit fragt, warum noch niemand im realen Leben auf diese Idee gekommen ist und man hofft innerlich, dass es nie dazu kommen wird.

    Der Showdown am Ende hat mich sprachlos zurückgelassen, denn nie im Leben hatte ich gedacht, dass das anfangs so lustige Buch so enden würde.

    Fazit: Dieser Roman hat alles, was ein perfektes Buch braucht. Ich bin noch völlig baff und kann nur eine klare Leseempfehlung aussprechen. Das darf man sich nicht entgehen lassen. Klasse!

  1. Fängt dort an, wo der Spaß aufhört.

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Okt 2018 

    Und der Spaß hört auf. Er hört auf eine Art und Weise auf, die schleppend beginnt. Er hört umso mehr auf, je mehr die Grenze von Österreich zu Deutschland naht. Für 150.000.

    Was war geschehen? Deutschland hat endlich seine Obergrenze durchgesetzt. Irgendwie hat das dazu geführt, daß die Flüchtlinge erstmal fortblieben. Sie sammeln sich da, wo sie hingehören in Flüchtlingslagern tief in der Dritten Welt. Europa scheint sich einig geworden zu sein. Ergebnis: FRONTEX funktioniert.

    Nadeche Hackenbusch, eine Starmoderatorin des dritten Fernsehens reist in die Dritte Welt, in das größte derzeit existierende Lager der Post-Merkel-Ära. Pardon, das dritte Fernsehen ist natürlich Mai TV – ein Privatsender vielleicht so wie RTL II. Sie trifft dort auf DEN FLÜCHTLING. Der träumt davon, soviel Geld zusammen zu bekommen, dass er einen Spitzenschlepper bezahlen kann, der ihn nach D bringt. Das ist nicht einfach, wenn man jeden Cent, den man verdient, erdient, egaunert hat, mit anderen teilen muss, die dabei geholfen haben. Doch es naht seine große Chance, das ist Nadeche mit dem trolligen Englisch. Diese wächst angesichts de Elends über sich hinaus. Da hilft auch ihr Sender nicht, der vor allem mit seinem Star nach einem Quotenhit sucht.

    Nadeche zieht mit Lionel los. 300000 nehmen sie mit. Der Engel aus Deutschland, Mutter zweier Kinder, strohdumm und super hübsch, setzt sich durch und bleibt in mitten dieses Marsches. Mit ihr geht eine gewisse Astrid von Roel, die für ihr Boulevardblatt berichtet. Lionel hat es geschafft, dass die 150000, regelmäßig mit Wasser und Nahrung versorgt, jeden Tag 15 km gehen, alle 15 km steht ein Wassertanklaster und ein LKW mit Lebensmitteln für 1000 Menschen, schön nummeriert von 1 bis 300. Eine logistische Meisterleistung, finanziert von allen, die da marschieren, dank moderner bankingfähiger Kommunikationstechnik.

    In Deutschland macht sich Innenminister Leubel, CSU, langsam Sorgen. Der Alte wird einem im Kreis seiner Frau und seiner Enkelin richtig sympathisch. Mit einigem Abstand kommt einem der Gedanke, dass dies die einzigen Szenen sind, die am Ende normale Szenen waren. Oma, Opa und die Enkelin mit Gesprächen am Abendbrottisch, wie sie so oft in vielen Familien vorkommen. Die 150000 kommen immer näher.

    Mittlerweile überwinden die sich überschlagend bewegende Flüchtlingsschlange die Sahara, Ägypten, Jordanien, Syrien, die Türkei – wer hätte das gedacht – und nun ist es nicht mehr weit. Es naht die Grenze und in Deutschland geschieht ein Mord...

    Das Buch ist nicht einfach nur großartig – lustig – böse – traurig, wie man im Sternzitat auf der Webseite des Lübbe-Verlages lesen kann. Es war lustig, es wurde böse und böser und es endete unendlich traurig – und es endete satirisch durch die Arbeit einer Journalistik-Studentin, kommentiert von einem, der wissen muss, wie das mit einer Nadeche Hackenbusch wirklich gewesen ist, einem an der Astrid-von-Roel-Akademie für Qualitätsjornalismus, der sowohl diese Astrid als auch Nadeche kannte.

    Es scheint, als hätten alle vergessen, auch Claus Maria Herbst geht darauf nicht ein, dass bereits 1990 ein Film entstand, der das kommende Problem aufzeigte: Der Film hieß bezeichnenderweise DER MARSCH. In diesem wird einer EG-Kommissarin gezeigt, wie es in diesen Lagern zugeht. Deren Rolle übernimmt besagte Moderatorin, genannt Malaika – der Engel. Beide Geschichten haben denselben Hintergrund, das Ziel ist aber nur teilweise dasselbe.

    Hier handelt es sich um „eine Gesellschaftssatire vom Feinsten, die unsere Realität schonungslos durchleuchtet und demaskiert. Ob es um eine zynische Medienszene geht, die das Leid anderer als Quotenbringer nutzt, um eine Politik, die ihre Aufgabe nur mehr darin sieht, „Scheiße von hier nach dort“ zu verschieben und sich hauptsächlich vor schlimmen Bildern fürchtet, oder um die Flüchtlinge und ihren unerschütterlichen Glauben an Europa: Timur Vermes seziert die Gegenwart mit feiner, aber scharfer Klinge. Dabei ist er gleichzeitig humorvoll und bitterböse, empathisch und respektlos – und von der ersten bis zur letzten Seite unterhaltend.“ *

    Allerdings ist das so eine Sache mit der Unterhaltung bis zur letzten Seite: Die letzten Seiten sind sicher wieder ausgibig satirisch, das Ende der Geschichte allerdings weniger „unterhaltend“: Man hält den Atem an, angesichts der kommenden Katastrophe. Diese naht, hörend oder lesend, um so schneller, je näher die immer größer werdende, unüberschaubare Menschenmenge den Bosporus überwindet und Europa betritt.

    Laut Timur Vermes „geht’s um zwei Knackpunkte: Erstens ist klar, dass, wenn Flüchtlinge im großen Schwung nach Deutschland kommen, unvorbereitet und ohne Plan, dieses Land nach rechts kippt. Wird die Welt da zuschauen? Nachdem sie in zwei Weltkriegen gegen ein autoritäres Deutschland gesehen hat, wie schwer wir wieder einzufangen sind? Punkt zwei: Wenn wer was unternimmt, wird er’s Ihnen nicht sagen. So ist das eben mit der hybriden Kriegsführung. Wie in der Ukraine, in Syrien, im Jemen. Es wird sogar Trolle geben, die sagen, das sei alles für die Kameras erfunden worden. Das ist dann „Die Salzburger Grenzlüge“ oder so. Das sind Optionen, die man einigermaßen fassungslos zur Kenntnis nimmt, die mir als Autor aber ganz neue Möglichkeiten eröffnen.“ **

    Es ist ein politisches Buch, eine Lösung offeriert es nicht. Nachdenklich macht es schon, ob des Rechtsrucks, der hoffentlich nur scheinbar und nicht anscheinend durch Deutschland geht. Hoffentlich. Interessant ist auch die Entwicklung, die Nadeche und Astrid während der monatelangen Reise nehmen, von der Regenbogenschreiberin bleibt genausowenig übrig wie von der einfältigen reichen Moderatorin. Fand ich jedenfalls.

    Timur Vermes, geboren 1957 in Nürnberg, hatte vor einigen Jahren mit ER IST WIEDER DA einen großen Erfolg. Claus Maria Herbst las auch dieses Buch und immitierte dabei Adolf Hittlers Stimme hervorragend. Auch bei diesem Buch blieb einem nach herzhaften Lachen dieses Lachen im Halse stecken. Der Autor hat im Interview direkt gesagt: „Das Ziel ist ..., die Leser sollen auch mal schlucken. Solche Situationen gibt es aber auch in „Er ist wieder da.“ **

    Es ist zu empfehlen, dieses Buch, gegen Rechts, gegen Globalisierung, für Menschlichkeit, Zusammenarbeit, Demokratie.

    © KaratekaDD

    * Deutschlandfunk: https://www.deutschlandfunkkultur.de/timur-vermes-die-hungrigen-und-die-... 03.10.2018, 17:10 Uhr

    ** Interview mit Timus Vermes bei Spiegel-online
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/timur-vermes-ueber-die-hungrigen-... 03.10.2018, 17:10 Uhr

 

Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen

Buchseite und Rezensionen zu 'Juno Browne und der Tote im Antiquitätenladen' von Stephanie Austin
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Juno Browne ist Reinigungskraft und Hundesitterin, da macht man in jedem Fall einiges mit. Doch als sie eines Morgens in den Antiquitätenladen ihres guten Bekannten kommt und diesen dort erschlagen vorfindet, hört der Spaß auf. Dass der schlitzohrige ältere Herr in nicht ganz saubere Geschäfte verwickelt war, wusste sie – aber wer würde ihn dafür gleich umbringen? Juno krempelt die Ärmel hoch und ermittelt auf eigene Faust. Doch bald schon muss sie sich selbst in Acht nehmen, denn Old Nick hat ihr den Laden vermacht – sehr zum Missfallen seiner Kinder. Schnell findet Juno sich zwischen den erzürnten Erben und der Antiquitäten-Mafia in einer äußerst misslichen Lage wieder …

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: HarperCollins
EAN:9783749901463

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Die Sternenschnüffler: Privatdetektei, Falken-Station, 3476A-23

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Sternenschnüffler: Privatdetektei, Falken-Station, 3476A-23' von Thomas Manderley
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Inhaltsangabe zu "Die Sternenschnüffler: Privatdetektei, Falken-Station, 3476A-23"

Format:Taschenbuch
Seiten:532
Verlag:
EAN:9783754101605

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- Marley vor 6 Jahre

Lesern von "Die Sternenschnüffler: Privatdetektei, Falken-Station, 3476A-23" gefiel auch

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Mord all' arrabbiata (Florentinische Morde 3)

Buchseite und Rezensionen zu 'Mord all' arrabbiata (Florentinische Morde 3)' von Beate Boeker
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Inhaltsangabe zu "Mord all' arrabbiata (Florentinische Morde 3)"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:233
Verlag:
EAN:

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Einmal Mord, aber pronto! (Florentinische Morde 4)

Buchseite und Rezensionen zu 'Einmal Mord, aber pronto! (Florentinische Morde 4)' von Beate Boeker
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Inhaltsangabe zu "Einmal Mord, aber pronto! (Florentinische Morde 4)"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:242
Verlag:
EAN:

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QualityLand: Roman (dunkle Edition)

Buchseite und Rezensionen zu 'QualityLand: Roman (dunkle Edition)' von Marc-Uwe Kling
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "QualityLand: Roman (dunkle Edition)"

Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet, die lange nachwirkt. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie.

Format:Taschenbuch
Seiten:384
EAN:9783548291871

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Rezensionen zu "QualityLand: Roman (dunkle Edition)"

  1. Zukunft, wie sie sein könnte

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Jan 2018 

    In welcher Welt leben wir? Und wo geht die Reise hin? Mögliche Antworten auf diese Fragen liefert die Satire "QualityLand" von Marc-Uwe Kling.

    Nehmen wir unseren Alltag mit all den Dingen, die uns das Leben leichter und schöner machen: Computer, Internet, Online-Shopping, Social Media, etc. etc. etc. Wir haben uns bereits an die angenehmen Vorzüge dieser Errungenschaften gewöhnt und nutzen sie mit einer Selbstverständlichkeit, die sie nicht mehr aus unserem Leben wegdenken lässt. Das hält uns jedoch nicht davon ab, über diese Dinge zu schimpfen. Das Argument "Zeitfresser" wird gerne in diesem Zusammenhang genannt. Oder aber auch "der gläserne Nutzer". Jeder von uns (oder sagen wir die meisten) hat Angst, zuviel von sich im Internet preiszugeben. Die Angst, dass die eigenen Daten von wem auch immer im Netz missbraucht werden, ist unterschwellig vorhanden. Aber ich schwöre, egal, was wir uns vorstellen oder befürchten, es ist nichts im Vergleich zu dem, was in QualityLand zum Alltag gehört. Die Fantasie kennt keine Grenzen und Marc-Uwe Klings Fantasie geht weit über die Vorstellungskraft des Lesers hinaus.

    Klappentext:
    "In der Zukunft läuft alles rund: Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er haben will, zugeschickt, ganz ohne sie bestellen zu müssen. Superpraktisch! Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen - denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: OK."

    Ist das nicht toll? Ein Leben in QualityLand scheint die nächste Ausbaustufe zu unserem heutigen Alltag zu sein.
    Herrlich, man muss sich über nichts Gedanken machen. Das übernehmen künstliche Intelligenzen für uns, die wir geschaffen haben. Es geht jedoch das Gerücht, dass sich die künstlichen Intelligenzen mittlerweile selbst erschaffen ;-).

    Die Satire "QualityLand" ist ein Sammelsurium an witzigen und fantastischen Ideen des Autors. Egal, womit wir in unserem Alltag zu tun haben, Kling nimmt es und setzt noch einen drauf. Dies schafft beim Leser große Verblüffung. Zum Einen, weil er trotz allem Unbehagens im Umgang mit Internet, Social Media usw. bisher nie so weit wie Kling gedacht hat. Und zum Anderen, weil er feststellt, wie dicht wir mit unserem heutigen Alltag an Klings Szenario dran sind.

    "'... Ich sag Ihnen mal was. Die Bestsellerlisten anzuführen ist keine Kunst. Das ist nur EDV! Wir kriegen gigantische Datenmengen von allen QualityPads geliefert: Wer liest welches Buch, welche Stellen werden übersprungen, welche öfter gelesen, dazu noch die Auswertung der Gesichtszüge von jedem einzelnen Leser bei jedem einzelnen Wort, und daraus errechnen ich und meine Kollegen die neuesten Bestseller. ...'" (S. 67 f.)

    Einige Charaktere in "QualityLand":
    In QualityLand hat man das uns bekannte System der Familiennamen abgeschafft. Stattdessen trägt jeder Einwohner den Beruf des Vaters als Nachnamen. Menschen und deren Bedeutung werden über ihren Beruf bestimmt. Nur blöd, wenn der Vater arbeitslos war. Dann entsteht ein Name wie Peter Arbeitsloser - einer der Hauptcharaktere in Klings Satire, der am Ende heldenhaft gegen das System ankämpft. Unterstützt wird er dabei von ausrangierten Maschinen und Rechnern, die bei Peter zur Verschrottung vorstellig geworden sind. Denn dieser betreibt einen Laden, indem er Elektronik verschrottet. Doch Peter hat ein Herz und Mitleid für nutzlos gewordene Maschinen, insbesondere, wenn diese menschlicher wirken als der größte Teil der Bewohner von QualityLand. Das Zusammenspiel zwischen Peter und den Maschinen erinnert ein Stück weit an Romane von Terry Pratchett.
    Ein weiterer Charakter in diesem Roman ist Martyn Aufsichtsrat-Stiftungspräsident-Berater-im-Präsidialamt-Vorstand, kurz Martyn Vorstand. Man ahnt, Martyn ist mit einem einflussreichen und mächtigen Vater gesegnet (bzw. verflucht). Martyn ist nicht gerade ein cleveres Bürschchen, daher hat er eine Karriere für sich gewählt, die seinen beschränkten geistigen Fähigkeiten entspricht: er ist in die Politik gegangen. Dank des Einflusses seines Vaters führt Martyn ein sorgenfreies Leben. Doch das wird sich im Verlauf der Handlung ändern.
    QualityLand steht kurz vor den Wahlen. Der Spitzenkandidat der aktuellen Regierungspartei ist John of Us, ein Android, der den Wahlkampf auf die einzige Art betreibt, die ihm möglich ist, nämlich logisch. Der Gegenkandidat ist ein Mensch. Wer am Ende die Wahl gewinnen wird, bleibt bis zum Ende offen.

    "'... ihr habt einen Präsidenten bestellt und einen bekackten Klugscheißer geliefert bekommen.'" (S. 77)

    Wenn man diese Satire liest, muss man sich auf eines gefasst machen. Und das ist ganz viel Humor. Ich habe selten einen Roman erlebt, bei dem ich so häufig lauthals losgelacht habe. Bei den meisten lustigen Büchern, gewöhnt man sich irgendwann während der Lektüre an deren Humor. Über Dinge, die man am Anfang urkomisch fand, liest man im Verlauf der Handlung hinweg. Das wird bei "QualityLand" nicht passieren. Die komischen Momente nehmen selbst zum Ende des Buches nicht ab und überraschen immer wieder aufs Neue.

    "'... Man könnte sogar behaupten, in QualityLand gelte der Grundsatz: Je bescheuerter, desto erlaubter.'" (S. 237)

    Fazit:
    Die sicherlich sehr originelle Handlung habe ich in diesem Buch als nebensächlich betrachtet. Viel interessanter und faszinierender war für mich die Beschreibung von QualityLand und seinem Alltag, der so viel Ähnlichkeit mit unserem eigenen Leben hat. Die grenzenlose Fantasie von Marc-Uwe Kling ist einfach nur verblüffend. Er schafft Szenarien, die man sich in seinen wildesten Träumen nicht vorgestellt hätte. Das Buch "QualityLand" ist ein riesengroßer Spaß, jedoch mit einem bitteren Beigeschmack. Denn von der Zukunft, wie sie hier prophezeit wird, sind wir nicht mehr weit entfernt.

    © Renie

  1. Tranparente Individuen im nicht transparenten System

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Dez 2017 

    "QualityLand" erinnert mich stark an die Bücher des zu früh verstorbenen Schriftstellers Douglas Adams, der vor allem durch "Per Anhalter durch die Galaxis" (seine Trilogie in fünf Bänden) bekannt wurde.

    Schon nach wenigen Seiten beschlich mich ein Gefühl der literarischen Heimkehr – da war sie wieder, diese besondere Mischung, die ich mit dem Tod von Adams für unwiderruflich verloren hielt: ein Konglomerat aus skurrilem Humor, absurden Wendungen und Charakteren, die so gnadenlos übersteigert werden, dass sie schon wieder authentisch wirken. Aber vor allem ist es diese Gesellschaftskritik, die mit der brachialen Subtilität einer schwerhörigen Marschkapelle daherkommt – doch wenn die Ohren dann aufhören, zu klingeln, bleibt als Nachhall der Klang der Wahrheit zurück.

    Denn das können sie beide, Adams und Kling. Sie haben ein unfehlbares Gespür für die Essenz der Dinge, legen den Finger treffsicher genau in die Wunde – egal, ob es jetzt um menschliche Schwächen oder gesellschaftliche Entwicklungen geht... Das ist zum Schreien komisch (wann man den Humor mag) und gleichzeitig überfällt einen hier und dort das ungute Gefühl, dass man lieber noch ein bisschen den Kopf in den Sand stecken würde.

    Mein Eindruck ist, dass diese Ähnlichkeit zumindest zum Teil beabsichtigt ist, denn das ein oder andere erschien mir wie eine bewusste Hommage Klings an seinen verstorbenen Kollegen!

    Der Autor zeichnet in "QualityLand" das Bild einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der jeder Mensch gläsern ist – und das niemanden mehr stört. Das Netz weiß alles über dich, und das wird dir noch als superpraktisch verkauft: du brauchst über nichts mehr nachdenken, ist das nicht schön?

    "Ok? Ok."

    Alles, was du tust, wird vollautomatisch von Algorithmen gesteuert. QualityPartner vermittelt dir den besten Lebensgefährten, den du dir bei deinem Einkommen und deinem gesellschaftlichen Rang leisten kannst. Du brauchst nicht mehr einkaufen gehen, denn TheShop weiß besser als du, was du willst, und schickt es dir per Drohne nachhause. Die Nachrichten zeigen dir nur, was mit deiner Sicht der Welt übereinstimmt – Fake News sind durchaus gewollt, solange sie dich glücklich und leicht steuerbar machen. Die Gesellschaft verdummt, weil jeder nur noch in seiner kleinen Blase lebt, wo ihm niemand widerspricht und ihn nichts mehr herausfordert. Sogar Filme und Bücher werden bis zur kompletten Sinnentstellung an den Konsumenten angepasst:

    »In der Schule«, sagt er, »hatte ich mal eine Freundin, in deren Version von Game of Thrones keine einzige Figur gestorben ist. Die haben immer nur eine Sinnkrise bekommen und sind ausgewandert, oder so.«

    Und das wäre wohl immer so weitergegangen, hätte Peter Arbeitsloser von TheShop nicht einen pinken Delfin-Vibrator zugeschickt bekommen... Die Revolution kommt manchmal aus unerwarteten Ecken.

    "Das System sagt, ich will das. Aber ich will das nicht."

    Das ist originell. Das ist spannend. Das ist unlogisch und überzogen und gleichzeitig auf beunruhigende Art und Weise glaubhaft

    Die Geschichte dreht sich vor allem um Peter Arbeitsloser, der so weit abgerutscht ist in seiner Wertung, dass er als nutzlos gilt. Auf den ersten Seiten erschien er mir noch ziemlich flach und vorhersehbar, doch dann findet man etwas über ihn heraus, das alles ändert – denn Peter hält sich stillschweigend nicht an die Regeln... Und das führt dazu, dass sich eine unwahrscheinliche Gruppe von schrägen Gestalten aufmacht, das System zu zwingen, einen Fehler zuzugeben.

    Peter funktioniert als Charakter perfekt, weil er als Rädchen der Maschine nicht funktioniert und man sich daher mit ihm identifizieren kann. Er zeigt uns, wo die Reise hingehen könnte, wenn wir nicht umdenken, und warum wir da wirklich nicht hinwollen.

    Wie schon erwähnt, den Humor muss man mögen. (Oder auch nicht. Aber es wäre definitiv besser, ihn zu mögen, wenn man dem Buch wirklich eine Chance geben möchte.) Auch den Schreibstil kann man meines Erachtens schwer davon trennen. Ich fand ihn großartig – bissig, sarkastisch, flott geschrieben –, aber der Humor zieht sich so durchgehend durch alle Passagen, dass er Lesern, die mit dem Humor nichts anfangen können, wohl nur wenig Freude bereitet.

    Deswegen ist "QualityLand" ein Buch, wo ich dringend empfehlen würde, erstmal die Leseprobe zu lesen! Aber es lohnt sich, es zumindest mal auszuprobieren.

    Fazit:
    In der Zukunft wird alles von Algorithmen gesteuert: Du kaufst nicht mehr ein, TheShop kauft für dich ein, weil es dich besser kennt als du dich selbst. QualityPartner vermittelt dir einen Partner, der zu dir passt, den du dir leisten kannst und der wahrscheinlich sogar am selben Tag wie du sterben wird. Die Nachrichten zeigen dir nur, was du glauben willst – wenn du rechtsradikal bist, ist die ganze Welt rechtsradikal. Bis auf die Ausländer natürlich, die sind praktischerweise an allem schuld.

    Das System macht keine Fehler, und deswegen ist immer alles OK. Und wenn es nicht OK ist, liegt der Fehler an dir und nicht am System. Aber als Peter Arbeitsloser einen pinken Delfinvibrator zugeschickt bekommt, hat er ein für alle Mal genug davon.

    "QualityLand" verbindet Klamauk mit böser Gesellschaftskritik und unerwartetem Tiefgang. Ob man das mag, steht und fällt in meinen Augen damit, ob einen der Humor anspricht oder nicht – mir hat das Buch viel Spaß gemacht und mich dabei noch zum Nachdenken angeregt.

 

Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman' von Angelika Jodl
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman"

Olga hat es fast geschafft: Die Tochter georgischer Migranten wird Ärztin, mit Kollege Felix hat sie zudem den Mann fürs Leben gefunden. Glaubt sie zumindest, bis Lebenskünstler Jack in ihr Leben platzt. Jack findet alles an Olga toll, auch ihre Herkunft, die sie selbst am liebsten verschweigen würde. Als sie nach Georgien reist, folgt er ihr. Doch es braucht noch eine Kuh in Nöten, eine Hochzeitsfeier mit gezückten Pistolen und die Aufklärung alter Familienlügen, ehe Olga erkennt, welcher Weg für sie der richtige ist.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
EAN:9783847900689

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Rezensionen zu "Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman"

  1. Zwischen Tradition und Moderne

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Mai 2021 

    Olga Evgenidis, die Tochter georgischer Einwanderer, ist auf dem besten Weg, Ärztin zu werden. Auch privat läuft es für die junge Frau gut, denn sie ist mit dem 28-jährigen Felix van Saan liiert, den es ebenfalls in die Medizin drängt. Mit ihm will sie den Rest ihres Lebens verbringen. Doch dann begegnet ihr Jack Jennerwein, ein Lebenskünstler und Hallodri, der Gefallen an Olga findet und nicht mehr so schnell abzuschütteln ist...

    „Laudatio auf eine kaukasische Kuh“ ist ein Roman von Angelika Jodl.

    Meine Meinung:
    Der Roman beginnt mit einem Prolog, an den sich 14 Kapitel mit einer angenehmen Länge anschließen. Erzählt wird im Präsens aus der Sicht von Olga und aus der von Jack, jeweils im Wechsel. Dieser Aufbau funktioniert gut.

    Der Schreibstil ist anschaulich und lebhaft. Er ist geprägt von vielen äußeren Dialogen und inneren Monologen.

    Olga ist eine gleichsam reizvolle wie sympathische Protagonistin, die ich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen habe. Ihr Fleiß, ihr Ehrgeiz, ihre Schlagfertigkeit und ihre erfrischende Art zeichnen sie aus. Weniger überzeugt haben mich die beiden männlichen Hauptfiguren des Romans, Felix und Jack, deren Faszination auf Olga sich mir nicht so recht erschlossen hat.

    Auf unterhaltsame Weise bringt die Autorin ihrer Leserschaft das Land Georgien und seine Kultur nahe. Der Roman hat dabei einige skurrile Situationen und eine originelle Handlung auf Lager. Immer wieder gibt es humorvolle Passagen, die die rund 330 Seiten zu einem kurzweiligen Lesevergnügen machen. Gleichzeitig lässt sich Wissenswertes aus der Lektüre ziehen.

    Thematisch bietet der Roman darüber hinaus ein weitreichendes Spektrum: Die Aspekte Migration, Diskriminierung, Identität, Klassenunterschiede, Traditionen und Rollenbilder geben einen guten Stoff zum Nachdenken und Diskutieren ab. Diese inhaltlichen Komponenten machen die Geschichte aktuell und facettenreich. Eine große Rolle spielt auch die Familie und deren Zusammenhalt. Alles in allem hätte ich mir jedoch noch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, denn die Liebesgeschichte nimmt sehr viel Raum ein und rückt die anderen Themen zu sehr in den Hintergrund.

    Ungewöhnlich sind sowohl das Cover der gebundenen Ausgabe als auch der Titel. Beides finde ich passend und ansprechend.

    Mein Fazit:
    „Laudatio auf eine kaukasische Kuh“ von Angelika Jodl ist ein humorvoller und kurzweiliger Roman, der mich gut unterhalten hat. Leider bleibt die Geschichte in einigen Punkten aber etwas zu oberflächlich und schöpft daher ihr Potenzial nicht komplett aus.

  1. So bunt wie der Titel

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 05. Mai 2021 

    Olga, Kind georgischer Einwanderer empfindet sich selbst „so deutsch wie ein Bamberger Hörnchen“. Ein guter Vergleich, ist diese Kartoffelsorte doch urdeutsch und trotzdem entzieht sie sich mit ihrer vielfältigen Form der Gleichförmigkeit.

    Olga steht kurz vor ihrem zweiten Staatsexamen in Medizin und hat mit ihrem Studienkollegen Felix van Saan auch schon den passenden Verlobten gefunden. Doch dann tritt der Hallodri Jack in ihr Leben, hartnäckig und charmant, bringt er ihre Zukunftsplanung durcheinander. Vor allem, weil Jack auch mit Leichtigkeit die Zuneigung ihrer georgischen Familie gewinnt, bei denen sie ihren Verlobten Felix immer aus Angst vor einem kulturellen Zusammenprall verschwiegen hat.

    Eine Familienreise nach Georgien sorgt für ein Zusammentreffen all ihrer Befürchtungen.
    Ein origineller Plot und dazu eine unterhaltsame, launige Umsetzung ohne die Schwierigkeiten dieses Culture Clash zu verniedlichen – das mich bestens unterhalten. Die Reise nach Georgien, die Beschreibung der überlieferten Sitten der Familie, die sich in der alten Heimat so selbstbewusst zeigen kann, wie nie in Deutschland. Skurrile Verwandte und abenteuerliche Begegnungen wechseln sich ab. Das alles hat Angelika Jodl mit Charme und Zuneigung zu ihren Protagonisten erzählt. Mir hat ihr Erzählton gut gefallen.

    Auch ihre Figuren haben mich überzeugt. Allen voran die temperamentvolle Olga. Aber auch ihre Mutter und Großmutter sind sehr gelungen charakterisiert. „Ich bin die schwierige Mutter von dieser Frau“ – diese Umschreibung der Beziehung Schwiegertochter/Schwiegermutter wird mir im Gedächtnis bleiben.

    Eine interessante Reise zu den Wurzeln und eine unterhaltsame Liebesgeschichte gleichermaßen.

 

Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman' von Angelika Jodl
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman"

Olga hat es fast geschafft: Die Tochter georgischer Migranten wird Ärztin, mit Kollege Felix hat sie zudem den Mann fürs Leben gefunden. Glaubt sie zumindest, bis Lebenskünstler Jack in ihr Leben platzt. Jack findet alles an Olga toll, auch ihre Herkunft, die sie selbst am liebsten verschweigen würde. Als sie nach Georgien reist, folgt er ihr. Doch es braucht noch eine Kuh in Nöten, eine Hochzeitsfeier mit gezückten Pistolen und die Aufklärung alter Familienlügen, ehe Olga erkennt, wer der Richtige für sie ist.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:337
Verlag:
EAN:

Diskussionen zu "Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich | Biografie. Der SPIEGEL-Bestseller #1"

- Marley vor 6 Jahre
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Rezensionen zu "Laudatio auf eine kaukasische Kuh: Roman"

  1. Zwischen Tradition und Moderne

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Mai 2021 

    Olga Evgenidis, die Tochter georgischer Einwanderer, ist auf dem besten Weg, Ärztin zu werden. Auch privat läuft es für die junge Frau gut, denn sie ist mit dem 28-jährigen Felix van Saan liiert, den es ebenfalls in die Medizin drängt. Mit ihm will sie den Rest ihres Lebens verbringen. Doch dann begegnet ihr Jack Jennerwein, ein Lebenskünstler und Hallodri, der Gefallen an Olga findet und nicht mehr so schnell abzuschütteln ist...

    „Laudatio auf eine kaukasische Kuh“ ist ein Roman von Angelika Jodl.

    Meine Meinung:
    Der Roman beginnt mit einem Prolog, an den sich 14 Kapitel mit einer angenehmen Länge anschließen. Erzählt wird im Präsens aus der Sicht von Olga und aus der von Jack, jeweils im Wechsel. Dieser Aufbau funktioniert gut.

    Der Schreibstil ist anschaulich und lebhaft. Er ist geprägt von vielen äußeren Dialogen und inneren Monologen.

    Olga ist eine gleichsam reizvolle wie sympathische Protagonistin, die ich schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen habe. Ihr Fleiß, ihr Ehrgeiz, ihre Schlagfertigkeit und ihre erfrischende Art zeichnen sie aus. Weniger überzeugt haben mich die beiden männlichen Hauptfiguren des Romans, Felix und Jack, deren Faszination auf Olga sich mir nicht so recht erschlossen hat.

    Auf unterhaltsame Weise bringt die Autorin ihrer Leserschaft das Land Georgien und seine Kultur nahe. Der Roman hat dabei einige skurrile Situationen und eine originelle Handlung auf Lager. Immer wieder gibt es humorvolle Passagen, die die rund 330 Seiten zu einem kurzweiligen Lesevergnügen machen. Gleichzeitig lässt sich Wissenswertes aus der Lektüre ziehen.

    Thematisch bietet der Roman darüber hinaus ein weitreichendes Spektrum: Die Aspekte Migration, Diskriminierung, Identität, Klassenunterschiede, Traditionen und Rollenbilder geben einen guten Stoff zum Nachdenken und Diskutieren ab. Diese inhaltlichen Komponenten machen die Geschichte aktuell und facettenreich. Eine große Rolle spielt auch die Familie und deren Zusammenhalt. Alles in allem hätte ich mir jedoch noch ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, denn die Liebesgeschichte nimmt sehr viel Raum ein und rückt die anderen Themen zu sehr in den Hintergrund.

    Ungewöhnlich sind sowohl das Cover der gebundenen Ausgabe als auch der Titel. Beides finde ich passend und ansprechend.

    Mein Fazit:
    „Laudatio auf eine kaukasische Kuh“ von Angelika Jodl ist ein humorvoller und kurzweiliger Roman, der mich gut unterhalten hat. Leider bleibt die Geschichte in einigen Punkten aber etwas zu oberflächlich und schöpft daher ihr Potenzial nicht komplett aus.

  1. So bunt wie der Titel

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 05. Mai 2021 

    Olga, Kind georgischer Einwanderer empfindet sich selbst „so deutsch wie ein Bamberger Hörnchen“. Ein guter Vergleich, ist diese Kartoffelsorte doch urdeutsch und trotzdem entzieht sie sich mit ihrer vielfältigen Form der Gleichförmigkeit.

    Olga steht kurz vor ihrem zweiten Staatsexamen in Medizin und hat mit ihrem Studienkollegen Felix van Saan auch schon den passenden Verlobten gefunden. Doch dann tritt der Hallodri Jack in ihr Leben, hartnäckig und charmant, bringt er ihre Zukunftsplanung durcheinander. Vor allem, weil Jack auch mit Leichtigkeit die Zuneigung ihrer georgischen Familie gewinnt, bei denen sie ihren Verlobten Felix immer aus Angst vor einem kulturellen Zusammenprall verschwiegen hat.

    Eine Familienreise nach Georgien sorgt für ein Zusammentreffen all ihrer Befürchtungen.
    Ein origineller Plot und dazu eine unterhaltsame, launige Umsetzung ohne die Schwierigkeiten dieses Culture Clash zu verniedlichen – das mich bestens unterhalten. Die Reise nach Georgien, die Beschreibung der überlieferten Sitten der Familie, die sich in der alten Heimat so selbstbewusst zeigen kann, wie nie in Deutschland. Skurrile Verwandte und abenteuerliche Begegnungen wechseln sich ab. Das alles hat Angelika Jodl mit Charme und Zuneigung zu ihren Protagonisten erzählt. Mir hat ihr Erzählton gut gefallen.

    Auch ihre Figuren haben mich überzeugt. Allen voran die temperamentvolle Olga. Aber auch ihre Mutter und Großmutter sind sehr gelungen charakterisiert. „Ich bin die schwierige Mutter von dieser Frau“ – diese Umschreibung der Beziehung Schwiegertochter/Schwiegermutter wird mir im Gedächtnis bleiben.

    Eine interessante Reise zu den Wurzeln und eine unterhaltsame Liebesgeschichte gleichermaßen.

 

Die letzte Pille bringt den Tod (Ein Allgäu-Krimi, Band 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die letzte Pille bringt den Tod (Ein Allgäu-Krimi, Band 1)' von Romina Angeli
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die letzte Pille bringt den Tod (Ein Allgäu-Krimi, Band 1)"

Format:Taschenbuch
Seiten:256
Verlag: HarperCollins
EAN:9783749901401

Diskussionen zu "Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich | Biografie. Der SPIEGEL-Bestseller #1"

- Marley vor 6 Jahre
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Rezensionen zu "Die letzte Pille bringt den Tod (Ein Allgäu-Krimi, Band 1)"

  1. Walli die Miss Marple aus dem Allgäu

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Mai 2021 

    Im beschaulichen Burglbach im Allgäu wird der Apotheker Ludwig Fischlinger tot aufgefunden . Seine 27 Jahre jüngere Frau Ivana ist seither verschwunden . Walburga ( 62 ) , genannt Walli , stellt heimlich Nachforschungen an denn ihr Sohn Wolfi ist Oberwachtmeister in Kempten . Und der ist davon gar nicht begeistert .

    Die Protagonisten sind äußerst sympathisch und gerade Walli muss man einfach lieben . Neben ihr erblassen sogar James Bond und Mac Gyver . Dabei ist der Schreibstil bildhaft , sehr locker und leicht zu lesen . Der Spannungsbogen ist genau richtig und der Humor kommt auf jeden Fall nicht zu kurz dabei .

    Fazit : Der Regionalkrimi wird in Ich - Form aus Sicht der Walli geschrieben . Der Dialekt kommt öfters zum Vorschein gerade dann wenn die Einheimischen unter sich sind oder geflucht wird . Auch ein kleiner Roadtrip in den Schwarzwald in ein schamanisches Heilzentrum ist mit dabei . Und den fand ich zu köstlich ich habe mich wunderbar amüsiert . Dabei las ich mich von einer Situationskomik zur nächsten . Die ganze Geschichte ist zum schmunzeln , lachen , ist urkomisch und irgendwie abgefahren . Ich habe mich zwischendurch immer mal wieder gefragt wie Wolfi diesen Fall wohl lösen wird in dem ganzen zum Teil doch großen Chaos . Laut seiner Mutter ist er nämlich ein unfähiger Sherlock Holmes . Aber Walli und ihre Freundin haben alles im Griff . Ich bin begeistert von diesem Krimi von seinen Charakteren und von der Kulisse . Gelesen habe ich es fast auf einen Rutsch da ich es kaum aus der Hand legen konnte . Dieser Regionalkrimi zählt auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern und ich habe jetzt einen neuen Lieblingsoberwachtmeister .

 

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