Ist die Avocado regional? Skurrile Geschichten aus dem Restaurant

Buchseite und Rezensionen zu 'Ist die Avocado regional? Skurrile Geschichten aus dem Restaurant' von Olli
2
2 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ist die Avocado regional? Skurrile Geschichten aus dem Restaurant"

Format:Taschenbuch
Seiten:272
EAN:9783948486136
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Rezensionen zu "Ist die Avocado regional? Skurrile Geschichten aus dem Restaurant"

  1. Olli Gastronomicus

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 22. Nov 2020 

    Ollie Riek ist ein Gastronom mit Leib und Seele. Er kennt auch die Schattenseiten im Gastronomiebetrieb aus langjähriger Erfahrung: schlechte Bezahlung, familien-und gesundheitsunfreundliche Arbeitszeiten und Dauerstress. Dass es dazwischen auch immer wieder zu lustigen, peinlichen und auch anrührenden Begegnungen mit dem Gast kommt, war ein Grund für ihn, seine Erlebnisse aufzuschreiben.

    Nun liegt schon sein zweiter Band mit dem Titel „Ist die Avocado regional“ vor und der Titel verrät schon, welche Anekdoten wir erwarten können.

    Manchmal musste ich schallend lachen, denn es bestätigt sich immer wieder, dass gegen Dummheit kein Kraut gewachsen ist und eine dicke Börse nicht alles richten kann. Dann wieder konnte ich nur den Kopf schütteln über das Benehmen mancher Mitmenschen Servicepersonal gegenüber. Es wirkt oft so, als ob Ollie Riek seine Anekdoten bereits für Comedy aufbereitet und zuspitzt. Außerdem scheint er den Hang zu haben, seine Gäste zu erziehen und das kommt doch manchmal ein wenig besserwisserisch rüber.

    Der Autor schreibt frei Schnauze und die ist ziemlich vulgär. Auch musste ich mich an seine Wortschöpfungen gewöhnen, die er durchgehend verwendet. Der Service ist der Sörwis und das Restaurant immer nur das Restaurang, es gibt Gastiaten und ähnliches. Muss es aber so oft „bumsvoll“ oder „rotzevoll“ sein?

    Was ich gut finde: Er setzt sich für Nachwuchs und für den korrekten Umgang mit Azubis im Service und der Küche ein. Auch eine gerechte Bezahlung gehört für ihn dazu und wenn das manche Leser zum Nachdenken bringt, bevor er ein knappes Trinkgeld hinterlässt oder sich über die Preise im Restaurant mokiert, dann ist das schon mal gut.

    Mein Eindruck: Die Sprache war mir zu gewollt prollig und im Endeffekt wiederholen sich die Anekdoten.

    2,5 Sterne wäre gerecht, aber auf 3 möchte ich nicht aufrunden.

 

Kaimankacke: Roman (Comedy-Trilogie um Torsten, Rainer & Co., Band 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Kaimankacke: Roman (Comedy-Trilogie um Torsten, Rainer & Co., Band 2)' von Lars Simon
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Kaimankacke: Roman (Comedy-Trilogie um Torsten, Rainer & Co., Band 2)"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:320
EAN:9783423215541
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Rezensionen zu "Kaimankacke: Roman (Comedy-Trilogie um Torsten, Rainer & Co., Band 2)"

  1. Kaimankacke

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 21. Nov 2020 

    Hach ja, es war einfach mal Zeit etwas Lustiges zu lesen, irgendwie war mir danach und so kam es, dass ich über Kaimankacke von Lars Simon in meinem Bücherregal stolperte.
    Gut, das erste was mir mal wieder auffiel war, dass mir in der Reihe schon wieder das erste Buch fehlt - nämlich Elchscheiße. Dies bin ich ja irgendwie schon gewohnt und es ist nicht weiter schlimm, auch wenn ich gerne den Anfang dieser Gruppe kennengelernt hätte. Aber wie gesagt, alles halb so wild.
    So startet man also in Schweden bei Torsten, der mit seinem zweiten Buch, zumindest was den Start betrifft, so seine Schwierigkeiten hat. Seine Lektorin ist so gar nicht mit dem Anfang des Buches und dem Thema einverstanden; und auch er selbst kommt nicht so wirklich weiter. Außerdem ist da noch Linda, die er irgendwie liebt, aber auch nicht wirklich weiter kommt.
    Wie aus heiterem Himmel ruft Torstens Vater an, der gerade im Urlaub in der Karibik ist. Torsten bucht also einen Urlaub in besagtem Club und reist hinterher. Außerdem trifft er dann seine Freunde und vielleicht klappt es dann mit dem Schreiben des Buches auch wieder, so zumindest seine Idee. Schon beim buchen wird ihm erzählt, dass die Hütte nicht unbedingt dem Standard des Clubs entspricht.
    Dies ist nur der Anfang des Buches, mehr oder weniger kurz, und was ich sagen muss, ist einfach, dass Lars Simon eine unwahrscheinlich lustige Art hat, alles zu beschreiben. Wenn man zufällig im Bus sitzt und liest, muss man ständig aufpassen, dass man nicht anfängt laut zu lachen. Ich kann euch sagen, es ist anstrengend nicht zu lachen, wenn man sich zum Beispiel vorstellt wie ein Mann vor dem Plumpsklo kniet und mit dem Handy telefoniert, welches ihm in besagtes Klo gefallen ist und an welches er nicht dran kommt, weil, wie gesagt, die Hütte in der er untergebracht ist, „nicht ganz“ dem Clubstandard entspricht.
    Lars Simon beschreibt einige Cluburlauber genau so, dass man sich diese sehr gut vorstellen kann. Man erwischt sich immer wieder dabei, wie sich die Mundwinkel nach oben verschieben, da man lächeln oder einfach mal laut lachen muss.
    Alles in allem ist es ein kurzweiliges Buch, welches man gerne mal zwischendurch lesen kann. Wenn einem der Alltag zu wenig Spaß verspricht. Man muss nicht viel nachdenken, aber dafür umso mehr lachen, ohne dass das Buch flach wirkt. Ich freue mich auf alle Fälle auf das nächste Buch von Lars Simon, welches zufällig auch schon in meinem Regal steht. Bei dem Titel Renntierköttel, muss ich jetzt schon schmunzeln. Ich bin mir sicher, ihr werdet meine Meinung zu diesem Buch in den nächsten Wochen hier finden.

 

Trennung in 10 Tagen

Buchseite und Rezensionen zu 'Trennung in 10 Tagen' von Frank Osbuch
NAN
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Inhaltsangabe zu "Trennung in 10 Tagen"

Jeder von uns hat schon eine Trennung hinter sich – man passt nicht recht in das eigene Leben und der Fokus ist immer auf die grade verlorene Beziehung gerichtet. Nie, absolut nie, hat ein anderer Mensch, so gelitten wie man selbst gerade und der beste aller möglichen Partner, ist von uns gegangen… Besonders Begabte reden sich auch gern die Schuld an der Trennung ein. In Frank Osbuchs Roman werden alle Aspekte einer zeitgemäßen Trennung und Liebeskummer betrachtet und in 10 Tagen humorvoll verarbeitet. Nie ohne eine Prise bösen Humors und tiefschürfender Männerlogik. Dafür sorgt die facettenreiche, bunte Gedankenwelt von Trennungsopfer Marc. Trennungen von Partner, von Freunden und der Abschied durch den Tod. Marc durchlebt viele Facetten des Abschiednehmens, doch alle mit dem ihm eigenen Witz. Trotzdem legte Frank Osbuch Wert darauf, auch die tatsächlichen Phasen einer Trennung und was sie mit uns anstellen zu analysieren und verständlich zu verpacken. Dieses Buch soll uns unterhalten, es soll uns den Spiegel vorhalten und Lösungen aufzeigen. Nicht mehr, nicht weniger.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:184
Verlag:
EAN:
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Beim Morden bitte langsam vorgehen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Beim Morden bitte langsam vorgehen: Roman' von Sara Paborn
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Beim Morden bitte langsam vorgehen: Roman"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:273
Verlag:
EAN:

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Rezensionen zu "Beim Morden bitte langsam vorgehen: Roman"

  1. Ausgekocht

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Jun 2018 

    In ihrer langjährigen Ehe ist Irene von Ehemann Horst immer mehr an den Rand gedrängt worden. Er ist ein kaltherziger, ichbezogener Mensch, der seine eigenen Bedürfnisse über alles stellt und Irene kommt sich immer mehr wie ein überflüssig gewordenes Möbelstück vor, das in den Keller verbannt wurde. Das kann man buchstäblich so sehen, denn Horst hat sich im Haus ausgebreitet, für Irenes geliebte Bücher bleibt nur ein altes Regal im Keller, wohin sie sich zwischen Waschmaschine und Krempel zurückziehen kann. Dort findet sie auch alte ausrangierte Gardinen ihrer Mutter, am Saum noch mit Bleigewichten beschwert. So kommt sie auf die makabre Idee – als Bibliothekarin ist sie sehr belesen – in Chemiebüchern nachzusehen, wie sie daraus Bleizucker herstellen kann. Der erste Schritt zu ihrer Befreiung.

    Nachdem sie die ersten Portionen Bleizucker gekocht und Horst in kleinen Dosen verabreicht hat, wird sie ihren Weg zielstrebig bis zu Ende verfolgen. In ihren Notizen beschreibt sie die vergangenen Jahre, wobei die kleinen Episoden ein Licht auf die lieblosen Jahre ihrer Ehe werfen. Doch diese Fesseln hat sie nun abgestreift, ein neues Leben – ganz wie sie es sich wünscht, steht vor ihr.

    Der Roman dieses Gattenmords beginnt leise und makaber, aber je weiter die Geschichte und Irenes Aktivität fortschreitet, umso mehr tritt die farblose Ehefrau aus ihrem Schatten. Sie spürt den Hauch der Freiheit und das macht sie mutig. Als Leserin stand ich anfangs auf Irenes Seite, obwohl es bitterböse und rabenschwarz ist, wie sie handelt. Sie lässt Horst leiden, nicht nur am Gift, auch an seiner zunehmenden Schwäche, die es ihr ermöglicht, ihm nun ihren Willen aufzuzwingen. Die Machtverhältnisse haben sich umgekehrt und Irene genießt es. Dadurch wird auch ihr Charakter zwiespältig und die Geschichte zynischer.

    Obwohl das Ende schon von Anfang an feststand, bleibt die Faszination des Romans bis zum Schluss erhalten, weil ich als Leserin ganz in die Gedankenwelt Irenes eintauchen kann.
    Eine sehr böse und zynische Alternative zur Scheidung

 

88 Namen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu '88 Namen: Roman' von Matt Ruff
NAN
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Inhaltsangabe zu "88 Namen: Roman"

John Chu liebt seinen Job. Als Sherpa begleitet er zahlungskräftige Kunden in Online-Rollenspiele wie das populäre Call to Wizardry und zeigt ihnen die Kniffe des Games. Das Geschäft brummt, und John würde sich als glücklich bezeichnen, wären da nicht zwei klitzekleine Probleme: Zum einen hat seine Ex-Freundin nach einer unglücklich verlaufenen Trennung geschworen, seine berufliche und private Existenz zu vernichten. Zum anderen vermutet er, dass es sich bei seinem neuesten Kunden in Wirklichkeit um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un handelt, der die virtuelle Welt studieren möchte, um sie für seine politischen Zwecke zu instrumentalisieren. John versucht, der wahren Identität des ominösen »Mr. Jones« auf die Spur zu kommen – und verstrickt sich in ein Komplott, das ihn den Kopf kosten könnte.

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:336
Verlag: FISCHER TOR
EAN:9783596700936
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Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Buchseite und Rezensionen zu 'Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse' von Thomas Meyer
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:236
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse"

  1. Motti und der heiße Tuches...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Apr 2020 

    Nachdem mir von diesem Roman vorgeschwärmt wurde und ich den Film dazu herrlich fand, musste ich nun endlich dieses Buch lesen.

    In der Geschichte geht es um Mordechai Wolkenbruch, Spitzname Motti, der aus seiner jüdisch orthodoxen Familie ausbricht, weil er sich in eine Nicht- Jüdin verliebt. Wie wird seine Familie reagieren und wird sich das Risiko lohnen?

    Das Besondere hier ist, dass Motti als Ich- Erzähler mit jiddischem Zungenschlag zu uns Lesern spricht. Da muss man sich erst einmal dran gewöhnen. Mit der Zeit fand ich es richtig amüsant und sehr authentisch.

    Herr Wolkenbruch ist einfach eine Figur, die man gern haben muss. Es ist schön miterleben zu dürfen wie aus einem schüchternen Kerlchen, der alles macht was seine Mutter möchte, ein erwachsener Mann wird, der versucht seinen eigenen Weg zu gehen.

    Durch die Geschichte bekommt man einen guten Einblick in das Leben von orthodoxen Juden. Dies fand ich so interessant, dass ich mich bereits jetzt schon weiter mit der Thematik befasst habe.

    Der Roman bietet witzige und ernste Momente und kann in meinen Augen als Coming- of- Age- Literatur bezeichnet werden.

    Das Ende ist offen gehalten und kaum hat man das Buch geschlossen, vermisst man Motti. Zum Glück gibt es eine Fortsetzung ("Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin"), welche ich zeitnah lesen werde.

    Am Ende findet man ein Glossar mit Begriffserklärungen, so dass es keine Verständnisprobleme geben sollte.

    Fazit: Eine besondere Geschichte, die eure Aufmerksamkeit verdient hat. Gute Unterhaltung.

  1. Orthodox-jüdische Emanzipationsgeschichte mit viel Sprach- und S

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 02. Mär 2017 

    Mit „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ lässt uns Thomas Meyer einen Blick in den Kosmos der ansonsten sehr verschlossenen Welt des orthodoxen Judentums werfen, und das auf eine äußerst komische und unterhaltsame Art.
    Mordechai Wolkenbruch, kurz „Motti“ genannt, wächst in einer orthodoxen jüdischen Familie und Welt in Zürich aus, in der die mehr als klaren und unmissverständlichen Regeln des orthodoxen Judentums allgegenwärtig und unmissverständlich durch die allgegenwärtige Mutter repräsentiert werden. Für Abweichlertum und alternative Lebensweisen bleibt dabei so gar kein Platz und keine Gelegenheit. Motti ist inzwischen in einem Alter, in dem in den Augen seiner Mutter die Brautwahl und Heirat zentraler Lebensmittelpunkt zu sein hat. Und so lässt sie nichts unversucht, für ihn eine passende Braut aufzutreiben. Die traditionellen Bahnen der mütterlichen Heiratsanbahnung werden dabei immer wieder durchgespielt, ohne bei Motti den Hauch eines Interesses an einer der streng orthodoxen Kandidatinnen aus befreundeten und bekannten Familien zu wecken. Das ist kein Wunder, denn tief im Innern interessiert er sich allein für Laura, eine Kommilitonin aus seinem Studium. Als er seiner Mutter diese Gefühlslage schildert, ist diese mehr als tief erschüttert und findet einen möglichen Ausweg allein in der Konsultation mit dem Rabbi. Dieser schickt Motti zu einem Ausflug nach Israel, um ihn am Ort der Wurzeln des Judentums erneut jüdisch einstimmen zu lassen. Doch das Gegenteil passiert dort. In Israel, im Haus seines Onkels, wo hinduistische Meditationen ganz bruchlos den jüdischen Traditionen beigemengt erden, findet für Motti eine Art von Befreiung von der engen jüdischen Welt der Heimat statt. Die Reise wird zu einem Ausflug in Freiheit und Abenteuer eines Judentums der ganz anderen Art.
    „Es war eine andere Welt. Auch jüdisch aber anders. Auf einmal fiel es mir schwer zu glauben, dass die Zürcher jidn ebenso sein sollen wie jene hier in Tel Aviv.“
    Und da muss er sich entscheiden:
    „‘Welche Art, jüdisch zu sein, siehst du für dich?‘ Ich überlegte lange und sagte ‚Eine, bei der man schabbes geht und chanike feiert und mit frojen wie Michal zu tun hat, die einem ihre Telefonnummer geben. Während die eigene Mutter dafür nicht dauernd anruft. Gibt es diese Art? Jonathan lächelte und überlegte auch. Dann sagte er. ‚Diese Art gibt es. Aber es gibt sie nicht gratis. Es ist nicht die jiddischkait, in der du groß geworden bist‘. Ich überlegte weiter. Dann fragte ich: ‚Was ist denn der prajs für die jiddischkait, die ich mir wünsche?‘ ‚Dass du deinen eigenen Weg gehst‘, antwortete Jonathan. ‚nicht den deiner Mutter.‘“
    Für Motti steht nach Rückkehr ins heimische Zürich dann an, den harten eigenen Weg einschlagen zu müssen.
    Er erobert Laura und findet sein Glück auf der Suche nach dem ihm gemäßen Leben, an das er glaubt.
    „Und da erkannte ich das Geheimnis. Die Geschichten sind tatsächlich schon geschrieben, aber wir können sie verraten und uns mit dazu. Wir können so leben, wie wir glauben, leben zu müssen oder nicht anders leben zu können, doch es wird immer ein lebn geben, wie es für uns gemeint ist; es ist jenes, das uns am glücklichsten macht und das uns zu unserer wahren Größe erhebt; was auch immer der prajs dafür sein möge und wie viel auch immer wir dafür auf uns nehmen müssen. Ich beschloss, jenes lebn zu suchen und zu finden.“
    Der Preis – oder ‚prajs‘ wie es im Buch heißt – ist hoch und schwer zu begleichen, aber er führt letztlich zu Befreiung und Glück, das Motti genießt. Aber es ist ohne Frage eine steiniger Weg der Emanzipation, auf dem sich der Leser immer wieder an den Kosmos eines Woody Allen erinnert fühlt und das nicht nur, weil Motti sich – in einer seiner Abweichungsaktionen von den tradierten Wegen der Familie - in einem gojischen Optikergeschäft eine Brille à la Woody Allen anschafft und damit sein tradiertes Aussehen entscheidend verändert und ablegt.
    Mein Fazit:
    Ich habe Motti auf seinem Emanzipationsweg mit großem Lesevergnügen begleitet und habe mit ihm über seine Übermutter gelacht und an ihr gelitten. Motti hat mich authentisch in seine orthodoxe Welt entführt, mich mit der Sprach- und Situationskomik sehr gut unterhalten und ich habe gern mit ihm seine positive, abenteuerlustige Weltsicht geteilt und innerlich diskutiert.
    Wer sich in die sonst so verschlossene Welt orthodoxer Juden im westlichen Europa entführen lassen will, kann das mit Thomas Meyer sehr gut tun. Der ungewöhnliche Sprachstil, der, wie die obigen Zitate schon zeigen, immer wieder jiddische Sprachelemente einfließen lässt, ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig, zieht den Leser, der sich mit Hilfe des umfangreichen Glossars am Ende des Buches schon zurechtzufinden weiß, aber sehr stimmig in die jiddische Welt und deren Denken hinein. Für mich ist dieser ungewöhnliche Sprachstil ein wichtiger Schlüssel für das Funktionieren dieses orthodox-jüdischen Emanzipationsromans, das ich den abenteuerlustigen Lesern wärmstens ans Herz legen kann.

 

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