Gassengeflüster: Schwarze historische Geschichten

Buchseite und Rezensionen zu 'Gassengeflüster: Schwarze historische Geschichten' von Albrecht Sommerfeldt
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Gassengeflüster: Schwarze historische Geschichten"

Format:Taschenbuch
Seiten:234
EAN:9798358575172
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Rezensionen zu "Gassengeflüster: Schwarze historische Geschichten"

  1. Liebenswerte Leichenfledderer und schweigende Stiftsfrauen

    Dirnen, Vagabunden, Bettler. Wer die bisherigen drei Historischen Romane von Albrecht Sommerfeldt kennt, weiß, dass sich der Hamburger Autor gern auf die Seite der Schwachen und Hilfsbedürftigen schlägt. In seinen Geschichten regieren Schmutz und Armut, manchmal auch Gewalt und ein wenig Spuk. So auch im jüngst erschienenen Erzählband "Gassengeflüster", mit dem Sommerfeldt die Pause bis zu seinem neuen, für das nächste Jahr geplanten Roman "Sold und Sühne" gewohnt kreativ und spannend überbrückt.

    Vier mehr oder weniger lange Erzählungen zwischen 35 und 90 Seiten beinhaltet das "Gassengeflüster". Während der Auftakt "Wer anderen eine Grube gräbt" mit seinem vor allem atmosphärisch gelungenem Leichengefledder noch stark an Sommerfeldts Debüt "Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen" erinnert, folgt die größte Überraschung des Buches mit der zweiten Geschichte "Die Witte Tulp", die nicht nur wegen ihrer Länge wohl als Herzstück des Buches bezeichnet werden kann. In Tagebuchform lässt der Autor den Naturwissenschaftler Jacob Voigt von April bis Juli 1642 die Geschichte eines Schiffbrüchigen erzählen, der gemeinsam mit einer Handvoll niederländischer Matrosen auf einer unbewohnten Insel strandet und sich dort mit zunehmender Dauer einem unerbittlichen Überlebenskampf ausgesetzt sieht. Sommerfeldt experimentiert hier mit der Sprache und lässt diesen Voigt selbst die schauerlichsten Dinge extrem nüchtern und gewählt erzählen. Das wirkt bisweilen aberwitzig und brachte mich mehrfach trotz der Grausamkeit der Geschichte zum Lachen. Gerade weil sich Voigt als recht unzuverlässiger Erzähler präsentiert und Dinge, die ihn in ein schlechtes Licht rücken könnten, bewusst verheimlicht. Zwar weist "Die Witte Tulp" im Mittelteil die ein oder andere Länge auf, was jedoch zum zähen Ringen auf der Insel so gut passt, dass ich diese nach dem überraschenden Finale kaum noch als eine solche wahrnahm.

    Der zweite Höhepunkt des Buches folgt mit "Das Sichtbare vergeht..." auf dem Fuße. Der aus den "Glunterschratzen" bekannte Wanderprediger Thomas von Marburg soll in einer nicht näher bezeichneten norddeutschen Stadt aufklären, warum zwei Frauen aus dem benachbarten Stift des Nachts eine Leiche ausgraben und eine dieser Frauen dabei zu Tode kommt. Marburgs Gefängnis-Besuche bei der überlebenden Stiftsvorsteherin Dorothea von Erlmoor entpuppen sich als das eigentliche Spektakel der Erzählung. Die beiden von der Intelligenz ebenbürtigen Gegenspieler:innen mögen ein wenig an Clarice Starling und Dr. Hannibal Lecter erinnern. Nur ohne "Quid pro quo", denn Dorothea schweigt beharrlich. Das Ende der Geschichte verblüfft mit einem unerwarteten Kniff, der sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

    Abgerundet wird das "Gassengeflüster" mit der diesmal einzigen Geschichte aus Hamburg namens "Bis dass dein Tod uns scheidet". In ihr sieht sich der junge Gaukler Lorenz einem moralischen Dilemma ausgesetzt, als er nach einem Einbruch ein "schrecklich nettes" Ehepaar trifft und entscheiden muss, wem er trauen kann. Eine Frage, die über Leben und Tod entscheidet...

    "Gassengeflüster" ist ein insgesamt überzeugender Erzählband, in dem jede Geschichte für sich punkten kann. Atmosphärisch, spannend und augenzwinkernd lädt Albrecht Sommerfeldt damit alte und neue Leser:innen ein, sich den düsteren Gestalten in den Gassen der frühen Neuzeit anzuschließen. Mich haben vor allem die beiden mittleren Erzählungen überzeugt, die mehr als nur ein Appetithappen auf den nächsten Roman sind. Wobei zu viel Appetit auch nicht gut ist, wie einige Figuren in diesem Buch eindrücklich zeigen. Denn bei der Lektüre bleibt einem auch schon mal das Lachen im Halse stecken...

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Nacht über den Wassern: Roman .

Buchseite und Rezensionen zu 'Nacht über den Wassern: Roman .' von Ken Follett
NAN
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Inhaltsangabe zu "Nacht über den Wassern: Roman ."

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:608
Verlag: Lübbe
EAN:9783404178094
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Hotel Portofino: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Hotel Portofino: Roman' von JP O'Connell
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Hotel Portofino: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
EAN:9783832182069
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Rezensionen zu "Hotel Portofino: Roman"

  1. Sommer und Menschen im Hotel

    m „Hotel Portofino“ kann man ein paar unterhaltsame Tage mit interessanten Twists, Liebe, Intrigen, Betrug und politischen Zwistigkeiten unter der warmen Sonne der italienischen Riviera verbringen. Im Mittelpunkt der Handlung steht der Hotelbetrieb des Ehepaars Ainsworth und ihrer Kinder, der von einer sehr überschaubaren Anzahl von Mitarbeitern am Laufen gehalten wird, und die vorübergehende Heimat für eine mehr oder weniger illustre Gästeschar bildet. Der Roman transportiert einen in die goldenen 1920er Jahre, die mit einigen Referenzpunkten aus Literatur und Zeitgeschichte gut kontextualisiert werden.

    Handlungs- und figurentechnisch erinnert der Roman sehr an eine Soap Opera. Zahlreiche Figuren bevölkern das Hotel Portofino, die Handlungsstränge sind mal mehr, mal weniger stark miteinander verknüpft, episodenhaft werden Ereignisse angerissen, die dann aber im weiteren Verlauf kaum noch eine Bewandtnis haben. So bleibt der Roman in Figurenzeichnung und Handlungskomplexität doch ziemlich an der Oberfläche. Oftmals fühlte ich mich an flüchtige Begegnungen in einer Hotellobby erinnert, in denen man Personen nur kurz begegnet, Small Talk hält und sich der nächsten zuwendet. Ein wenig entbehrt der Roman durch sein Interesse an all den Figuren, die er in seine Handlungsstruktur einbindet, eines roten geordneten Fadens. Es scheint zeitweise einfach mit zu vielen Figuren jongliert worden zu sein, obwohl eine merkwürdige Disbalance herrscht, denn es gibt realistisch gesehen einfach zu wenig Dienstboten. Dazu schleicht sich der „Downton Abbey“-Effekt ein: das Verhältnis zwischen Untergebenen und Vorgesetzen gestaltet sich oft zu freundschaftlich und zu sehr auf Augenhöhe.
    Das grundsätzliche Überangebot an Figuren führt auch zu einem Überfluss an Handlungsteilen, die alle irgendwie nicht richtig zu Ende gedacht oder geführt werden. Der Schluss ist dazu genau so gestaltet, wie man es von Staffelenden von TV-Serien kennt. Zwar erhalten einige Figuren eine Art von Ende für ihren Handlungsstrang, dieser ist aber so strukturiert, dass im Grunde eine Fortsetzung fast schon notwendig scheint. Für einen Roman fand ich diese Art des Endes sogar eher ärgerlich.

    Insgesamt habe ich den Roman gern gelesen, ich wurde gut unterhalten, es gab immer wieder Handlungsteile, die meine Aufmerksamkeit gefangen nahmen, oft dümpelte ich aber auch träge durch die Wärme der italienischen Sommertage und wartete auf den nächsten kühleren Handlungstwist, der tatsächlich auch zwei- bis dreimal eingelöst wurde. „Hotel Portofino“ ist ein Sommerurlaubsbuch, das nicht viel fordert, aber auch nicht alle Versprechungen einlöst, für ein paar vergnügliche Lesestunden mit Ferienfeeling jedoch durchaus geeignet ist.

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  1. Schöne Sommerlektüre

    Klappentext:

    „Sommer 1926 an der italienischen Riviera: Das spektakulär schön gelegene Hotel Portofino ist erst seit ein paar Wochen wiedereröffnet. Doch schon jetzt haben die Eigentümer, das britische Upperclass-Ehepaar Bella und Cecil Ainsworth, mit Problemen zu kämpfen: Es fehlt an Geld und Personal. Und spätestens als eine verflossene Liebe von Cecil im Hotel eintrifft, deren Tochter mit Bellas und Cecils Sohn Lucian verheiratet werden soll, wachsen die Spannungen zwischen dem Hotelbesitzerpaar. Lucian, der schwer traumatisiert aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt ist, verfolgt unterdessen ganz eigene Pläne. Er liebt die Kunst, das italienische Lebensgefühl – und hat ein Auge auf das Kindermädchen Constance geworfen. Während mehr und mehr illustre Gäste das Hotel bevölkern, darunter eine Tänzerin, ein Kunstkenner, ein erfolgreicher Tennisspieler, entwickelt sich eine Privatfehde zwischen Bella und dem Mussolini zugeneigten Gemeinderat. Als dann auch noch ein wertvolles Gemälde verschwindet, ist alles in Aufruhr …“

    In „Hotel Portofino“ erleben wir Leser eine Zeitreise inkl. Urlaubsfeeling gleichermaßen. An Spannung mangelt es hier nicht und an außergewöhnlichen Gästen erst recht nicht. Egal welche Geschichte hier beleuchtet, erzählt wird, sie hat einen gewisse Neugier inne und passt eben gekonnt zum Hotelleben. Schnell verfängt man sich in der Geschichte und fiebert hier und da mit, ist gespannt auf das was noch kommt und bleibt somit wirklich konstant am Lese-Ball. Die Story ist weder „Cluedo“-like oder eine Art „Schloss am Wörthersee“ - hier liegt eine tolle Mischung vor, mit einem fließenden Sprach- und Schreibstil dem man gerne folgt ohne zu sehr in Kitsch abzudriften.

    Mein Fazit: eine schöne Sommer-Lektüre mit allerhand interessanten Personen und Geschehnissen. 4 von 5 Sterne

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Der Pesthof: Historischer Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Pesthof: Historischer Kriminalroman' von Albrecht Sommerfeldt
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Pesthof: Historischer Kriminalroman"

Format:Taschenbuch
Seiten:323
EAN:9798446070466
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Rezensionen zu "Der Pesthof: Historischer Kriminalroman"

  1. Das Leben ist (k)ein Pesthof

    1619, vor den Toren Hamburgs: Auf dem Hamburger Berg liegt der Pesthof - ein Ort, an dem sich der Aussatz der Hamburger Gesellschaft befindet, um sich auf sein mehr oder weniger langes Dahinsiechen vorzubereiten. Zwischen den Schwindsüchtigen, Tollen und Gichtkranken befindet sich auch Merten Overdiek, ein Hamburger Kaufmann, der zwischen all den Verstoßenen eine Sonderrolle einnimmt. Einerseits genießt er wegen seiner Bildung und seines Wohlstands ein durchaus hohes Ansehen. Doch andererseits ist er selbst unter den Kranken und geistig Verwirrten ein Außenseiter. Denn Merten hat Lepra und darf nicht einmal mit dem Rest des Hofes die Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Als es auf dem Pesthof zu diversen mysteriösen Todesfällen kommt, ergreift Merten die Gelegenheit, der Einsamkeit auf dem Hof zu entkommen und macht sich kurzerhand selbst an die Ermittlungen. Eine Entscheidung, die nicht nur ihn, sondern auch die ihn unterstützende Pflegefrau Maria in höchste Gefahr bringt...

    "Der Pesthof" ist der mittlerweile dritte Historische Kriminalroman des Hamburger Autors Albrecht Sommerfeldt und - wie aus den Vorgängern gewohnt - punktet auch dieses Buch mit seiner unnachahmlichen Mischung aus Schmutz, Gestank, Düsterkeit, liebenswert-kauzigen Figuren, einer gesunden Prise Humor und einer spannenden Kriminalhandlung, die bis zum Finale alles andere als vorhersehbar ist.

    Während "Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen" im Jahre 1617 und der Nachfolger "Teufelstaler" 1618 spielte, sind wir mittlerweile also im Jahre 1619 angekommen. Und so schreiten nicht nur die Geschehnisse um den Dreißigjährigen Krieg voran, sondern auch das kühne Vorhaben Albrecht Sommerfeldts, über jedes Jahr dieses Krieges einen weiteren Roman verfassen zu wollen.

    Mit dem Protagonisten Merten Overdiek beweist der Autor einmal mehr, dass seine Empathie den Menschen gehört, die sich am unteren Rande der Gesellschaft bewegen. Trotz seiner liebenswerten und zugänglichen Art meiden die Leute vor allem jeglichen Körperkontakt mit ihm, und auch sonst gehen die meisten eher auf Distanz, wenn sie ihn erblicken. Bewegt er sich einmal außerhalb des Pesthofs, muss er eine sogenannte Warnklapper mit sich führen, die ihn schon von Weitem im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Aussätzigen macht. Die besten Voraussetzungen also, um im Sommerfeldt-Universum die Rolle des Helden einzunehmen. Merten zeigt im "Pesthof" eine ungemeine Präsenz und trägt die Handlung ebenso leicht auf seinen Schultern wie ihm die Sympathien der Leser:innen gewiss sein sollten.

    Der eigentliche Star des Romans ist aber der Pesthof selbst. Während sich die Handlungsorte in den vorherigen Romanen vielfältiger zeigten, vollzieht sich in diesem Buch das Geschehen nahezu ausschließlich auf dem Gelände der mildtätigen Stiftung, irgendwo "im Niemandsland zwischen Hamburg und Altona", wie es im Klappentext heißt. Ein riskantes Vorhaben, das in anderen Büchern zu einer gewissen Monotonie führen könnte. Doch so atmosphärisch wie Sommerfeldt diesen Pesthof beschreibt und welch aberwitziges Ensemble sich dort ein Stelldichein gibt, macht deutlich, dass der Autor die absolut richtige Entscheidung getroffen hat. Zwischen kühlen Kellergewölben, Geheimgängen und stinkenden Gräben ist es vor allem das Tollhaus, das die Aufmerksamkeit der Leser:innen auf sich ziehen sollte.

    Die Bewohner:innen des Tollhauses sind ein weiterer Beweis dafür, wie bunt und lebendig Albrecht Sommerfeldt seine Charaktere bis in die kleinsten Nebenfiguren hinein entwickelt. Neben dem prophetischen Maler Michelangelo und dem Wiedersehen mit einer beliebten Figur aus "Teufelstaler" war es vor allem Caesar, der mich begeisterte und zu meiner absoluten Lieblingsfigur wurde. Caesar antwortet ausschließlich mit lateinischen philosophischen Sprichworten, macht aber mit jeder Antwort deutlich, dass der vermeintliche "Irre" alles um sich herum bis ins kleinste Detail mitbekommt - ein tragikomischer Charakter, der mich mehrfach zum Lachen brachte und mich doch auch emotional berührte.

    Aufgrund all dieser Vorzüge ist es Albrecht Sommerfeldt auch zu verzeihen, dass es im "Pesthof" vielleicht den ein oder anderen Ermordeten zu viel gibt und ich beim Leichenzählen manchmal gar nicht mehr hinterherkam.

    Insgesamt ist "Der Pesthof" ein ungemein unterhaltsamer und spannender Historischer Kriminalroman, der fernab jeglicher Romantik vor allem auch Leser:innen ansprechen sollte, die sich bei Historischen Romanen gerade daran ein wenig stören. Schmutzig und düster, aber auch warmherzig und witzig, dazu wunderbar recherchiert und lehrreich, denn selbst für mich als Hamburger war der Pesthof, der wirklich existiert hat, absolutes Neuland. Ich muss im Regal jedenfalls schon mal Platz für die weiteren Bücher von Albrecht Sommerfeldt schaffen.

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Arsène Lupin, der Gentleman-Gauner

Buchseite und Rezensionen zu 'Arsène Lupin, der Gentleman-Gauner' von Maurice Leblanc
NAN
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Inhaltsangabe zu "Arsène Lupin, der Gentleman-Gauner"

Die Abenteuer des Meisterdiebs Arsène Lupin in der Neuübersetzung des ersten Bandes! Arsène Lupin ist einer der unsterblichen Superhelden der Weltliteratur: ein Gentleman, der nur in den feinsten Kreisen verkehrt, aber auch ein ausgebuffter Einbrecher, der mit seiner überragenden Intelligenz, seinem Blick für noch so kleine Details, seinen seherischen Fähigkeiten und seiner moralischen Überlegenheit jede Gaunerei erfolgreich ausführt und zugleich jeder noch so großen Versuchung, wirklich Böses zu tun, widersteht: Denn wer könnte diesem Raffael der Einbrecherkunst schon die Diebstähle funkelnder Juwelen und teuerster Gemälde aus reichen und reichsten Häusern verargen? Neben Lupin wird selbst sein größter Rivale, der britische Detektiv Sherlock Holmes, zum kleinlichen Erbsenzähler, der unserem Helden immer erst zu spät auf die Spur kommt. »Arsène Lupin, der Gentleman- Gauner« stellt diese Lichtfigur des Fin de Siècle in all seinen Facetten in einem spannenden Abenteuer voller Esprit vor.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:220
EAN:9783751800419
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Die Physikerin

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Physikerin' von Moritz Hirche
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Physikerin"

Format:Taschenbuch
Seiten:793
EAN:9781549580178
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1981: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu '1981: Kriminalroman' von Eloísa Díaz
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "1981: Kriminalroman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
EAN:9783455010947
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Rezensionen zu "1981: Kriminalroman"

  1. 5
    12. Nov 2021 

    Gerechtigkeit

    Eloísa Díaz, eine Autorin und Tochter argentinischer Eltern, ist hier ein packender und beklemmender Blick auf Argentinien gelungen, ein Blick auf die Diktatur, auf eine Schuld und auf die Hoffnung. Dieses Buch ist teilweise Krimi und teilweise Roman, eine brillante Mischung, die ich recht oft gelungen finde. Vermittelt dieses Buch doch dadurch einen Kriminalfall und ebenso auch einen intensiven und zutiefst berührenden Blick auf die Geschichte des Landes Argentinien, auf das Wüten der Militärdiktatur. Eine ergreifende und düstere Geschichte. Und damit auch ein treffender Blick auf uns Menschen und auf das Grauen, dass in manchen von uns lauert.

    2001: In Buenos Aires wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, deren Tod der Polizeiinspektor Joaquín Alzada und dessen Hilfsinspektor Orestes Estrático untersuchen sollen, Alzada begegnet dem Gerichtsmediziner Dr. Petacchi und alte Wunden reißen wieder auf und erinnern den Polizeiinspektor Alzada an ein altes und trauriges Geschehen. 1981: Der regimekritische Bruder von Inspektor Alzada, Jorge und dessen Frau Adela verschwinden spurlos, nur ihr Sohn Sorolla wird in der verwüsteten Wohnung von Alzada und dessen Frau Paula gefunden und auch von ihnen großgezogen und Inspektor Alzada fragt sich damals in der Militätdiktatur unter Videla, wie auch 2001 zu Zeiten einer Wirtschaftskrise und der Rückkehr des Militärs, welches Verhalten vereinbar ist mit seinem Gewissen. Durchweg spannend geschrieben ist dieses Buch und absolut intensiv. 5 Sterne gibt es von mir für dieses vollkommen interessante und eindringliche Buch! Unbedingt lesen!

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  1. Argentinien in unruhigen Zeiten

    Eigentlich wollte Polizeiinspektor Joaquín Alzada in Rente gehen, doch die Pensionskasse ist leer und so muss er wohl oder übel noch weitermachen. Es herrschen Unruhen auf den Straßen in Buenos Aires. Alzadas Kollegen sind alle im Einsatz. So bleibt ihm nicht anderes übrig, als der Einladung des Gerichtsmediziners Dr. Petacchis nachzukommen, der eine unbekannte tote junge Frau auf dem Tisch hat. Dann taucht auch noch Hilfsinspektor Orestes Estrático auf, der wohl ein Auge auf Alzada haben soll. Kaum ist er in seinem Büro, als ein Paar auftaucht, welches das Verschwinden von Norma Eleonora Echegaray anzeigen will, einer jungen Frau aus wohlhabender Familie. Alzada muss sich wohl um den Fall kümmern. Er will auf keinen Fall, dass sich die Ereignisse von 1981 wiederholen, als sein politisch unbequemer Bruder und seine Frau verschwanden. Und Alzada seinen Neffen aufgenommen hat.
    Dieses Buch ist als Krimi deklariert, aber obwohl es einen Fall zu klären gibt, würde ich es dennoch nicht diesem Genre zuordnen. Die politischen Verhältnisse nehmen doch einen gewissen Raum ein. Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen – 1981 und 2001. An den Schreibstil musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, dann hat er mir doch gefallen.
    Die Charaktere sind gut gezeichnet. Eigentlich will Alzada nur noch eine ruhige Kugel schieben und nicht weiter auffallen, aber nun muss er in diesen unruhigen Zeiten doch einen Fall aufklären. Dabei ist die Gefahr groß, dass er an höherer Stelle aneckt. Seine Gedanken pendeln zwischen dem Geschehen 1981 und der Gegenwart hin- und her.
    Mir hat dieser Exkurs in die argentinische Geschichte gut gefallen, auch wenn darüber die Krimihandlung zu kurz kommt.

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Die Frau aus Oslo: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Frau aus Oslo: Kriminalroman' von Kjell Ola Dahl
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Frau aus Oslo: Kriminalroman"

Format:Taschenbuch
Seiten:432
Verlag: Lbbe
EAN:9783404179923
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Rezensionen zu "Die Frau aus Oslo: Kriminalroman"

  1. Verraten und belogen wird man meist von guten Freunden

    "Die Wahrheit ist eine unzerstörbare Pflanze. Man kann sie ruhig unter einen Felsen vergraben, sie stößt trotzdem durch, wenn es an der Zeit ist." (Frank Thiess)
    Im Jahr 1942 wird Norwegen von den Nazis besetzt, besonders in Oslo macht sich die Judenverfolgung bemerkbar. Esther eine jüdische Widerstandskämpferin wird bei einem Einsatz verraten, kann jedoch rechtzeitig entkommen und sich nach Schweden absetzen. Für ihre Familie jedoch kommt jede Hilfe zu spät. Sie selbst erlebt noch, wie ihr Vater deportiert wird und Rest der Familie folgt wenige Zeit später. Doch zur selben Zeit wird außerdem Esthers Freundin Ase ermordet in ihrer Wohnung vorgefunden. In den Verdacht gerät schnell ihr Freund Gerhard Falkum und so muss er ebenfalls nach Schweden fliehen, um der Verhaftung zu entgehen. Zurück lässt er in der Obhut von Ases Mutter, seine kleine Tochter Turid. Viele Jahre vergehen Esther und Gerhard haben sich aus den Augen verloren, da man annahm, dass er tot ist. Doch 1967 taucht er eines Tages wieder in Oslo auf, anscheinend will er seine Tochter Turid sehen. Esther ist sich jedoch sicher, das er zudem den Mörder von Ase entlarven möchte. Doch selbst Esther sucht nach so vielen Jahren immer noch wer ihre Familie verraten und in den Tod geschickt hat.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit der fliehenden Frau passte sehr gut inhaltlich zum Buch. Für mich war dies das erste Buch des Autors und der erneute Versuch eines skandinavischen Krimis. Zudem wollte ich dieses Buch unbedingt lesen, da es als Bestseller angepriesen wurde und mich der Klappentext neugierig gemacht hatte. Der Schreibstil war anfänglich auch noch sehr interessant, den es ging und die Kriegswirren im Jahr 1942 im norwegischen Oslo. Unter anderem war ich erstaunt zu lesen, wie sehr das norwegische Volk und vor allem die Juden unter den Nazis zu leiden hatten. Darum flohen viele nach Schweden um dort ihrer Verfolgung oder Strafe zu entgehen. Leider wurde die Geschichte für mich immer verwirrender, besonders da die Handlung recht schnell zwischen den Jahren 1942 und 1967 hin und her flog. Ganz nebenbei floss zudem noch die Gegenwart mit ein, wobei ich diese als total unnötig und irrelevant empfand. Auch wenn es mir im ganzen Buch an Spannung und Emotionen fehlte, gefiel persönlich die Handlung von 1942 besser als die anderen Zeitstränge. Dabei stellten sich mir im Lauf des Lesens viele Fragen, die mir jedoch leider nicht alle am Ende beantwortet wurden. Das größte Fragezeichen allerdings war der Tod von Ase, wo ich lange rätselte, wer der Täter/in war. Aufgelöst wurde es erst am Buchende, doch ein genaues Motiv, warum Ase so grausam sterben musste bleib der Autor leider schuldig. Genauso nervte mich das häufige Aufzählen der viele Namen von Straßen und Handlungsplätzen, mit denen ich sowieso nichts anfangen konnte. Manchmal hatte ich dabei eher das Gefühl einen Reiseführer und keinen Krimi zu lesen. Ebenso blieben die ganzen Protagonisten sehr oberflächlich. So erfuhr ich, als Leser relativ wenig was in den Jahren dazwischen mit diesen passiert war. Zum Beispiel erwähnte der Autor mehrmals die unansehnliche Narbe von Esther, klärt jedoch gleichzeitig den Leser nicht auf, woher diese genau stammt. Da fragte ich mich dann schon warum erwähnt man dieses Detail dann so häufig? So ging es leider mehrmals und so war es dann am Ende kein Wunder, das bei mir Fragen offen bleiben und einige Motive gar nicht geklärt wurden. Außerdem empfand ich das Ende viel zu abrupt, surreal und unspektakulär. Vieles wurde dabei der Fantasie des Lesers überlassen, warum es nun so ausging. Von den Protagonisten selbst gefiel mir am besten Esther, sie erschien mir am ehrlichsten und natürlichsten, selbst wenn sie im Laufe der Handlung Dinge tut, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Mit den Protagonisten Gerhard, Roar und Sverre wurde ich nie richtig warm, für mich blieben sie alle drei recht blass, ich hätte mir da deutlich mehr Tiefgang gewünscht. Ebenso wie Turid, von der man meiner Ansicht nach viel zu wenig erfuhr. Darum hat mir dieses Buch erneut gezeigt, das skandinavische Krimis nichts für mich sind. Wer jedoch sehr gerne seichte Krimis, mit nördlicher Kälte liebt, für den mag dieses Buch genau richtig sein. Mich konnte die Geschichte leider nicht packen und ich bin enttäuscht, dass dies ein Bestseller sein soll. Deshalb gibt es von mir nur 2 1/2 von 5 Sterne.

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Isenhart: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Isenhart: Roman' von Holger Karsten Schmidt
NAN
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Inhaltsangabe zu "Isenhart: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:864
EAN:9783462044393
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