Die Türken vor Wien. Zwei Weltmächte im Ringen um Europa. Vom Fall Konstantinopels bis zum Ende der Türkenkriege

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Türken vor Wien. Zwei Weltmächte im Ringen um Europa. Vom Fall Konstantinopels bis zum Ende der Türkenkriege' von  Klaus-Jürgen Bremm
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Türken vor Wien. Zwei Weltmächte im Ringen um Europa. Vom Fall Konstantinopels bis zum Ende der Türkenkriege"

Lesern von "Die Türken vor Wien. Zwei Weltmächte im Ringen um Europa. Vom Fall Konstantinopels bis zum Ende der Türkenkriege" gefiel auch

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:432
EAN:9783806241327
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Rezensionen zu "Die Türken vor Wien. Zwei Weltmächte im Ringen um Europa. Vom Fall Konstantinopels bis zum Ende der Türkenkriege"

  1. Lesenswerte Darstellung eines gut 450 Jahre dauernden Konflikts

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Dez 2021 

    Mit der Eroberung Konstantinopels wurde das osmanische Reich endgültig zum Player auf dem europäischen Spielfeld. Die Hauptlast im Kampf gegen das weitere Vordringen der Türken wurde das benachbarte Habsburgerreich. "Spielfeld" war vor allem das Gebiet des heutigen Ungarn, in dem ganze Landstriche verwüstet und entvölkert wurden. Zunächst schien kein Kraut gegen den schier unaufhaltsam scheinenden Eroberungszug gewachsen zu sein, die Söldnerheere der christlichen Staaten waren den Glaubenskämpfern des Islam hoffnungslos unterlegen. So kam es zu den zwei bekannten Belageungen Wiens 1529 und 1683, deren erste nicht ganz so bedrohlich war, während der zweiten stand die Auseinandersetzung bis zum Eintreffen des Entsatzheeres unter dem Polenkönig Johann Sobieski in buchstäblich letzter Sekunde auf des Messers Schneide. Mit der Einführung stehender Heere, die durch ständigen Drill und Untergliederung in kleinere, unahbhängig voneinander agierende Abteilungen zu einer moderneren Kriegsführung übergingen, wendete sich das Kriegsglück zugunsten der Habsburger, die nach und nach weite Teile des Balkans zurückerobern konnten. Am Ende übernahmen die Russen die Federführung im Kampf gegen das osmanische Reich, mit dem die Habsburger längst ihren Frieden gemacht hatten. Nunmehr galt es, den "kranken Mann vom Bospurus" am Leben zu erhalten, damit er als Puffer zwischen den österreich-ungarischen und russischen Interessen auf dem Balkan dienen konnte.

    All dieses schildert der Militärhistoriker Klaus-Jürgen Bremm in seiner Studie "Die Türken vor Wien" in höchst anschaulicher Weise. Immer wieder verweist er dabei auch auf die Folgen für die Bevölkerung der umkämpften Gebiete, die massenhaft von beiden Seiten massakriert, versklavt und verschleppt wurde. Deutlich macht er aber auch, dass es keineswegs so etwas wie ein gemeinsames Interesse der christlichen europäischen Mächte an einer Abwehr des weiteren Vordringens des Islam in Europa gab, im Gegenteil, insbesondere Frankreichs Interessen an westlich gelegenen Gebieten des deutschen Reiches sowie preußische Interessen an Schlesien führten des Öfteren zu einem Paktieren mit dem osmanischen Reich, um den gemeinsamen Gegner Habsburg zu schwächen, insgesmt also eher kein Ruhmesblatt der europäischen Gechichte

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Die Habsburger: Aufstieg und Fall einer Weltmacht

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Habsburger: Aufstieg und Fall einer Weltmacht' von Martyn Rady
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Habsburger: Aufstieg und Fall einer Weltmacht"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:624
EAN:9783737101080
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Habsburg: Geschichte eines Imperiums

Buchseite und Rezensionen zu 'Habsburg: Geschichte eines Imperiums' von Pieter M. Judson
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Habsburg: Geschichte eines Imperiums"

[Neuwertig und ungelesen, als Geschenk geeignet ]

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:667
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406706530
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Rezensionen zu "Habsburg: Geschichte eines Imperiums"

  1. Anregende Studie

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 07. Feb 2021 

    Als Mensch, der Joseph Roth zu sienen Lieblingsautoren zählt, habe ich irgendwie dessen ambivalente Haltung zurm ausgehenden Habsburgerreich übernommen, auch wenn ich, historisch gesehen, ein westfälischer Preuße gewesen wäre. Einerseits trauert Roth um dieses untergegangene Gebielde, das er als sein einziges Vaterland bezeichnet hat, andererseits sieht er durchaus dessen anachronistische Züge, die es dem Untergang geweiht erscheinen ließen.

    Pieter M. Judson hat mit seiner Studie "Habsburg. Geschichte eines Imperiums 1740 -1918" den Versuch unternommen, zu überprüfen, ob dieser Untergang tatsächlich vermeidbar gewesen wäre. Und siehe da, er stellt einige Thesen auf, die durchaus bedenkenswert sind. Das Haus Habsburg hatte die vielleicht undankbare Aufgabe, dieses üblicherweise als Vielvölkerstaat bezeichnete Gebilde zusammenzuhalten, und das gelang aus der Retrospektive betrachtet, eigentlich überraschend gut, wie allein schon die Dauer des beschriebenen Zeitraums, der ja längst nicht die gesamte Geschichte des Hauses Habsburg umfasst, zeigt.

    Was war der Kitt, der diese Vielzahl unterschiedlicher Völker zusammenhielt? Judson belegt mehrfach, dass es die Loyalität gerade der unteren Schichten war, die sich vom durch das Herrscherhaus repräsentierten Staat Unterstützung in der Auseinandersetzung mit den adligen Grundherren, später auch den bürgerlichen Kapitalisten erhofften. Und tatsächlich, zahlreiche Reformen im Laufe des beschriebenen Zeitraums verschafften ihnen zunächst rechtliche Gleichheit, sukzessive auch Wahlrecht, bis dann 1907 im cisleithanischen Bereich sogar das allgemeine (Männer-)Wahlrecht eingeführt wurde. Doch damit wurde gleichzeitig eine Art Gegenentwicklung eingeläutet, denn nationalistische Parteien, von denen es ja nun weiß Gott genug im Vielvölkerstaat gab, brauchten und missbrauchten den Druck der Massen, um ihre immer radikaler werdenden Forderungen durchzusetzen. Doch Judson vertritt die These, dass die Loyalität der Bevölkerung gegenüber dem Haus Habsburg bis zum Kriegsbeginn letztendlich höher war als das Zugehörigkeitsgefühl zu irgendeiner ethisch definierten Nation. Erst das Versagen des Staates bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und das Misstrauen, das vor allem die Militärführung Minoritäten gegenüber hegte, die potentiell mit den Feindstaaten verbunden sein könnten (Italiener und Slawen), zerstörten diese Loyalität, sodass 1918 das Habsburgerreich in zahlreiche Nachfolgestaaten zerbrach, die, Ironie der Geschichte, oft selbst alles andere als ethnisch homogen waren und mit ihren jeweiligen Minderheiten so verfuhren, wie sie es der Habsburgermonarchie oft zu unrecht vorwarfen (In diesem Kontext sei auf die kongeniale Studie Walter Rauschers, Das Scheitern Mitteleuropas" verwiesen, die zeitlich an Judson anknüpft, verwiesen). Dort war immerhin der Unterricht in der jeweiligen Muttersprache die Regel, wenngleich Deutsch so etwas wie die Verwaltugssprache in den cisteithanischen, ungarisch in den transleithanischen Ländern war. Wie so oft ist und war es also das Gift des Nationalismus, dass Menschen, die zuvor in Frieden zusammenleben konnten, entzweite und bittere Konflikte bis hin zur Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg auslöste. Und in diesem Sinne wird auch deutlich, warum gerade Juden wie Joseph Roth dem untergegangenen Reich nachtrauerten, denn anders als ihre nichtjüdischen nachbarn konnten sie sich keiner Nation einordnen, da sie von allen als Fremdkörper ausgegrenzt wurden.

    Eine kleine Enttäuschung, die der Autor allerdings nicht zu verantworten hat, sind einige überflüssige Rechtschreibfehler, die einem so renommierten Verlag wie dem Beck-Verlag nicht unterlaufen sollten. So wird auf S.493 darüber berichtet, dass Lehrer an die "Form" geschickt wurden, womit offensichtlich Front gemeint ist, und auf S.658 findet sich in einer Anmerkung das Wort unstritten, wobei sowohl die Lesart umstritten wie unstrittig denkbar ist. Schade.

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