Der Geist auf dem Thron

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Geist auf dem Thron' von James Romm
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Geist auf dem Thron"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406688034
read more

Rezensionen zu "Der Geist auf dem Thron"

  1. Detail-und kenntnisreiche Studie über die Auseinandersetzungen u

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Feb 2020 

    James Romm erzählt in seinem Buch "Der Geist auf dem Thron" die Geschichte des rapiden Zerfalls des Alexanderreiches zwischen 323 und 310. Als Alexander 323 stirbt, hat er es (absichtlich?) versäumt, einen Nachfolger zu bestimmen, sodass im Grunde unmittelbar nach seinem Tod ein erbitterter Machtkampf unter seinen Feldherren entbrennt, der zahlreich Bruderkriege mit wechselnden Koalitionen zur Folge hat.

    Zum Spielball werden dabei die Angehörigen Alexanders, seine schwangere Frau Roxane, die ihm später einen gleichnamigen Sohn schenkt, sein schwachsinniger Bruder und dessen Frau sowie andere Geschwister. Der Feldherr, der diesen Personenkreis kontrolliert, hat die vermeintlich beste Legitimation für seine Herrschaft, doch oft ist diese trügerisch, denn die jeweiligen Gegner berufen sich ebenfalls auf die Legalität der Argeadendynastie, für die sie vorgeben zu kämpfen. Zahlreiche Schlachten kosten einzelnen ehemaligen Gefolgsleuten Alexanders das Leben (wobei alte Freundschaften keine Rolle mehr spielen), ganz zu schweigen von zehntausenden Soldaten, die einst gemeinsam zum Alexanderzug aufgebrochen sind und sich nun auf verschiedenen Seiten wiederfinden. Als die Alibiherrscher ihre Pflicht erfüllt haben, sprich, als sich ihre Vormünder in ihrer jeweiligen Machtposition etabliert haben, werden sie stillschweigend beseitigt, als letzte der junge Alexander und seine Mutter Roxane im Jahr 310. Damit endet Romms Studie, doch die Diadochenkriege gehen noch weiter.

    James Romms Werk ist detail- und Kenntnisreich geschrieben, das einzige, was bisweilen stört, sind anachronistische Modernismen, etwa wenn er von "Hooligans" spricht, wenn er die verführte Menge der athenischen Wähler aus den unteren Schichten meint, die sich zu einem letztlich erfolglosen Aufstand gegen die Makedonenherrschaft aufstacheln lassen.

 

Athen oder Sparta: Die Geschichte des Peloponnesischen Krieges

Buchseite und Rezensionen zu 'Athen oder Sparta: Die Geschichte des Peloponnesischen Krieges' von Wolfgang Will
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Athen oder Sparta: Die Geschichte des Peloponnesischen Krieges"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406740985
read more

Rezensionen zu "Athen oder Sparta: Die Geschichte des Peloponnesischen Krieges"

  1. Leider ist die Geschichte der

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Feb 2020 

    Leider ist die Geschichte der griechischen Antike im Lehrplan nur noch Stoff der Klasse 6, und das auf einem äußerst oberflächlichen Niveau. Dabei hat diese doch so viel zu bieten, unter anderem auch den Antagonismus zwischen den Suprematiemächten Athen und Sparta. Standen diese noch gemeinsam gegen die in Griechenland eindringenden Perser, so entwickelte sich schnell ein Gegensatz zwischen der Landmacht Sparta und der Seemacht Athen, der dann in die finale Auseinandersetzung des Peloponnesischen Krieges (431-404 v. Chr.) führte. Athen als demokratisch regierter Staat nutzte seine Stellung als Führungsmacht des attischen Seebundes aus, um von den Verbündeten, die bald eher den Status Unterworfener hatten, horrende Tribute für die Kriegskasse zu erpressen. Dies spielte Sparta, wo eine Oligarchie seit Jahr und Tag die Geschicke der Stadt lenkte, insofern in die Hände, dass es sich als Schutzmacht aller Griechenstädte gerieren konnte. Zunächst getrieben von den eigenen Verbündeten ließ sich die Kriegerstadt, Führungsmacht des Peloponnesischen Bundes, auf einen blutigen Kampf um die Vorherrschaft in Griechenland ein. Nache einem längeren Hin und Her gelang es zunächst keiner der beiden Städte, deutliche Vorteile zu erzielen, aber der Übermut trieb die Athener zu ihrer sizilianischen Expedition, wo sie mit Syrakus einen Verbündeten der Spartaner ausschalten wollten, um die Insel selbst zu kontrollieren. Bekanntlich endete dieses Unternehmen mit einer riesigen Katasprophe, von der sich Athen nie mehr erholen sollte, womit dem Sieg der Spartaner der Weg bereitet wurde.

    Wolfgang Will schildert diese Auseinandersetzung sehr anschaulich mit detailreichen Kenntnissen. Sein Hauptzeuge ist naturgemäß Thukydides, der Augenzeuge aus dem Krieg, der als attischer Stratege selbst eine, leider nicht ganz vollendete Darstellung vorgelegt hat. Will ergänzt dessen Berichte aus dem Bereich der überlieferten Tragödien, die immer auch ein Spiegel ihrer Zeit waren sowie um die Berichte Xenophons. Deutlich wird vor allem, mit welchen Schmierenkomödien um die Macht über die Volksversammlungen in Athen gestritten wurde, Verleumdungen und falsche Zeugen gab es zuhauf. Doch heißt das im Umkehrschluss nicht, dass die spartanische Oligarchie die bessere Alternative gewesen wäre. Das Bemühen Spartas als Befreier aufzutreten war allenfalls eine Finte, spätestens als die Stadt mit dem Sieg kurzzeitig die unangefochtene Nummer 1 in Griechenland war, zeigte sich, dass sich lediglich der Unterdrücker geändert hatte, weniger die Verhältnisse an sich.

 

Athen und Sparta (Geschichte kompakt)

Buchseite und Rezensionen zu 'Athen und Sparta (Geschichte kompakt)' von Raimund Schulz
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Athen und Sparta (Geschichte kompakt)"

Format:Taschenbuch
Seiten:188
EAN:9783534266784
read more

Rezensionen zu "Athen und Sparta (Geschichte kompakt)"

  1. Kompakte Übersicht für jeden Geschichtsinteressierten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Feb 2020 

    Zu Weihnachten hatte ich mir die hervorragende Darstellung Wolfgang Wills über den Peloponnesischen Krieg schenken lassen, im Januar trat ich dann der WBG bei und endeckte die Studie "Athen und Sparta" von Raimund Schulz im Programm. Auch hier steht der eben genannte Krieg im Mittelpunkt, aber Schulz bettet ihn etwas stärker in die Darstellung der Vorgeschichte bzw. der langfristigen Nachwirkungen ein, ergänzt also Will in vielerlei Hinsicht (wobei, um der Wahrheit die Ehre zu geben, es eher andersherum ist, betrachtet man die Erscheinungsdaten). Ausgehend von dem gemeinsam errungenen Sieg über die Perser beschreibt Schulz die Entwicklung des attisch-spartanischen Antagonismus, wobei, der Aufgabenverteilung bei der Abwehr der Perser entsprechend, sich Sparta als Land- und Athen als Seemacht herauskristallisierten. Bide wurden zu Hegemonialmächten ihrer jeweiligen Bündnisse, dem Peloponnesischen Bund und dem attischen Seebund, was letztlich dazu führte, dass Sparta durch Verbündete in den Krieg mit Athen hineingezogen wurde. Die sich dauraus entwickelnde innergriechischen Auseinandersetzungen zogen sich über einen Zeitraum von über 100 Jahren hin und endeten letztlich mit einer allgemeinen Erschöpfung der Militär- und Wirtschaftskraft der beteiligten Poleis. Beinahe grotesk ist, dass es des ehemaligen Aggressors Persien brauchte, um einen Garanten für den brüchigen Frieden zu finden, was die Frage aufwirft, wer auf langfristige Perspektive diese Auseinandersetzung, die Xerxes mit seiner Invasion begonnen hatte, tatsächlich gewonnen hat. Zudem beschreibt Schulz die innenpolitischen Entwicklungen der beiden Städte, die auf den ersten Blick so unterschiedlich verlaufen zu sein scheinen. Doch im Grunde waren sowohl die Abgrenzung der Spartiatenkaste in Sparta als auch die Erweiterung der Bürgerrechte auf immer weitere Bevölkerungsschichten in Athen Antworten auf die gleiche Frage, nämlich die, wie das Militärpotential am besten auszuschöpfen sei. Alles in allem bietet die übersichtliche Studie Schulz' entsprechend dem Namen der Reihe, in der sie erschienen ist, "Geschichte Kompakt", eine gute Übersicht über die Vorgänge, verbunden mit zahlreichen fruchtbaren Denkanstößen.

 

Buchliste: Griechenland

Die Liste umfasst nicht nur Reiseliteratur, sondern vor allem belletristische Werke, die Griechenland zum Thema haben. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf Korfu und Kreta.
Suchbegriff
  1. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
  2. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
  3. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
  4. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
    Neuman, Ronnith: Tod auf Korfu, Kriminalroman, Berlin, List 2008, 458 S., OKart., gut erhalten
  5. [title_1] von [field_author]
    5
    5 von 5 (2 Bewertungen)
    Im Leben von Eleni ist eigentlich alles in bester Ordnung: Sie führt eine glückliche Ehe mit Panos, dem Besitzer der Autowerkstatt, hat zwei wohl geratene Kinder und liebt ihren Beruf als Zimmermädchen im Hotel Dionysos auf Naxos. Doch dann stößt...
  6. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
    Harko wird mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Rudi, einer seiner früheren V-Leute, ist bei einem Freigang geflüchtet und bittet Harko um Hilfe - er fürchtet um sein Leben. Gemeinsam mit Roberto Bardéz, einem argentinischen Krimiautor, reist...
  7. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
    DAS INSELMEER DER GRIECHEN
  8. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
  9. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
    Taschenbuch
  10. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
  11. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)
    1. Auflage 1994, wirkt ungelesen, innen sauber und gut, Einband etwas bestoßen und berieben, Schnitte minimal angeschmutzt.
  12. [title_1] von [field_author]
    NAN
    (0 Bewertungen)

Alexander der Große. Eroberer der Welt

Buchseite und Rezensionen zu 'Alexander der Große. Eroberer der Welt' von Robin Lane Fox
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Alexander der Große. Eroberer der Welt"

Geschichte/Geschichte Allgemein - Groß-Oktav. Leinen. 807 Seiten mit Abbildungen.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:807
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608940787
read more
 

Mykene - Bericht über meine Forschungen und Entdeckungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Mykene - Bericht über meine Forschungen und Entdeckungen' von Heinrich Schliemann
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mykene - Bericht über meine Forschungen und Entdeckungen"

Nur ein Jahr nach der legendären Entdeckung von Troja durch Heinrich Schliemann reiste dieser im Jahr 1874 nach Mykene, um weiter nach Spuren von Homers Ilias zu forschen, insbesondere nach dem Grab Agamemnons. Zunächst ließ er sechs Tage lang zwölf Arbeitern auf der Akropolis 34 gut fünf Meter tiefe Suchgräben ziehen, bis die illegale Grabung durch die Behörden beendet wurde. Im Sommer 1876 lag endlich die Grabungsgenehmigung vor, und sofort begann Schliemann die Grabungen in Mykene. Er suchte – im Gegensatz zu anderen – die Grablege Agamemnons (des sagenhaften Königs und Oberbefehlshabers der griechischen Streitmacht vor Troja) nicht außerhalb, sondern innerhalb der Burgmauern. Der größte Fund war die sogenannte Goldmaske des Agamemnon aus Mykene, die nach heutigen Erkenntnissen allerdings nicht Agamemnon zugesprochen werden kann, da sie aus einer um etwa 300 Jahre früheren Ära stammt.

In diesem Buch beschrieb Heinrich Schliemann detailliert seine Entdeckungen und versuchte, diese mit den Beschreibungen der antiken Autoren wie Homer in Übereinstimmung zu bringen. Das Buch wurde mit über 250 Abbildungen der gefundenen Artefakte, zahlreichen Plänen und Bildtafeln versehen, die vollständig in diesem E-Book enthalten sind.

Der Text des hier erstmals als E-Book herausgegebenen Grabungsberichtes wurde leicht modernisiert und in die aktuelle Rechtschreibung übertragen.

Format:Kindle Edition
Seiten:503
EAN:
read more