Glückskatz

Buchseite und Rezensionen zu 'Glückskatz' von Kaspar Panizza
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Das Ableben des zwielichtigen Abmahnanwaltes Hasso von Käskopf gleicht zwar einer Hinrichtung, löst in München aber Genugtuung aus. Ein weiterer mysteriöser Mord - und schon spricht man in der Stadt von einem Serienmörder, der Recht und Gesetz in die eigenen Hände nimmt. Viele Verdächtige erschweren Steinböck und seinem Team die Arbeit. Dann taucht plötzlich, zu Frau Merkels Missfallen, eine winkende Porzellankatze aus Japan mit einer geheimnisvollen Botschaft auf. Jetzt ist Steinböck wirklich gefordert.

Format:Kindle Edition
Seiten:281
Verlag: GMEINER
EAN:
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Rezensionen zu "Glückskatz"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Mär 2019 

    Frau Merkel ermittelt wieder

    Kommissar Steinböck und sein eingespieltes Team mit Emil Meyer jr. ein urbayerischer, dunkelhäutiger Rollstuhlfahrer und Ilona Hasleitner, leicht übergewichtig und nicht auf den Mund gefallen und nicht zuletzt Frau Merkel, die legendäre Katze, haben einen neuen Fall.

    Hanno von Käskopp, ein zwielichtiger Anwalt der mit Abmahnungen Geld scheffelt, wurde in seiner Kanzlei getötet. Der Mund wurde ihm mit gut 2000,--€ gestopft und überall finden sich Zettel mit der Aufschrift „Letzte Mahnung“ . Als kurz darauf ein zweiter Toter, ein recht dubioser Schrotthändler, gefunden wird, der auf gleiche Weise starb, ist in der Münchner Presse schon von einem Serienmörder die Rede. Eine Art Rächer, der das Gesetz in die eigene Hand nimmt. Keine leichten Ermittlungen für Steinböck, der auch noch von einer reizenden Dozentin der Filmhochschule abgelenkt wird. Gut, dass Frau Merkel Prioritäten setzen kann!

    Das ist der dritte Fall für dieses ausgefallende Polizeiteam und wieder ist es ein großes Lesevergnügen. Die nonverbalen Dialoge von Frau Merkel mit ihrem Dosenöffner sind dabei jedes Mal ein besonderes Highlight. Die Katze ist eine rechte Diva und hält mit Kritik und bösen Bemerkungen nicht hinterm Berg, vor allem, wenn sie weibliche Konkurrenz befürchtet. Dann bekommt es Steinböck noch mit einem besonderen Geschenk zu tun, eine Winkekatze mit einer geheimnisvollen Botschaft zu tun.

    Wenn der Roman auch nicht mit Humor geizt, so hat er doch ein ganz ernstes Thema. Abmahnungen und die Auswirkungen auf die oft unbedarften Beklagten, die sich kaum dagegen wehren können, dubiose kriminelle Strukturen bei Elektromüll-Entsorgung, Steinböck muss gar nicht so tief bohren.

    Fans von Frau Merkel kommen wieder auf ihre Kosten und auch der dritte Band ist wieder gelungen. Aber wer die Vorgänger nicht kennt, braucht keine Angst zu haben. Schnell ist man im Kosmos von Steinböck, seinen Kollegen und seiner Hausgemeinschaft angekommen. Wobei die Hausgemeinschaft auch etwas ganz Besonderes ist. Mitten im überteuerten München ist hier ein Hausbesitzer, der seine Wohnungen nach Sympathie vergibt und daraus resultiert diese ganz besondere Mischung, auch Emil Meyer ist seit kurzem nicht nur Kollege, sondern Nachbar.
    Neben den gelungenen und überaus treffsicheren Bemerkungen von Frau Merkel, gefallen mir die gemütlichen Münchner Dialekteinsprengsel.

    Frau Merkel, bitte ermitteln Sie weiter.

 

Was Wollen Wissen: Radschläge aus der Wortspielhölle

Buchseite und Rezensionen zu 'Was Wollen Wissen: Radschläge aus der Wortspielhölle' von Fettes Brot
NAN
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Die lustigsten Naseweisheiten von Fettes Brot endlich zwischen zwei Buchdeckeln! Geben Veganer ihren Haustieren Fruchtfleisch zu fressen? Sind rote Ampeln nur schüchtern? Wie tief ist ein Poloch? Egal wie drängend die Frage, Fettes Brot hat garantiert aus dem Handstand eine Antwort parat. Denn Besserwissen ist die Kernkompetenz der beliebten Bei-Hamburger. Seit fünf Jahren spielen sich Dokter Renz, Björn Beton und König Boris nun schon in ihrer wöchentlichen Radiofragestunde WAS WOLLEN WISSEN (auf N-JOY und Bremen Vier) als gut polierte Glaskugeln auf. Die Sendung wurde im Nu zum Fixstern der modernen Lach- und Lebenshilfe und liegt nun in Buchform vor.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:208
EAN:
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Zwischen den Büchern: Wie mich die Liebe in der Buchhandlung traf

Buchseite und Rezensionen zu 'Zwischen den Büchern: Wie mich die Liebe in der Buchhandlung traf' von Sergio Bambaren
NAN
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Nicht nur zwischen den Zeilen oder zwei Buchdeckeln, sondern auch in Literaturhäusern, im Schutz solider Buchregale oder in einer Buchhandlung kann er uns treffen: Amors Pfeil. Tatsächlich hat das süße Gift schon viele erwischt: Den Autor, der hunderte von Lesungen hinter sich hat, die junge Debütantin, den späteren Preisträger des Deutschen Buchpreises; Autorinnen wie Leserinnen, Leser wie Autoren. Und selbst Buchhändlerinnen sind nicht gefeit …
Dreizehn wahre Geschichten von Autorinnen und Autoren – und einer Buchhändlerin. In diesem Band lassen sie uns an ihren ganz persönlichen Geschichten teilhaben. Das ideale Geschenk für Buchliebhaber und Verliebte.
Mit Beiträgen von Sergio Bambaren, Eva Baronsky, Artur Becker, Claudia Brendler, Renatus Deckert, Urs Faes, Petra Hartlieb, Lídia Jorge, Franz Keller, Anthony McCarten, Perikles Monioudis, Titus Müller und Jörg Thadeusz

Format:Kindle Edition
Seiten:144
Verlag: weissbooks
EAN:

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Die grüne Ente: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die grüne Ente: Roman' von Manu Causse
2
2 von 5 (1 Bewertungen)

Eine zauberhaft verspielte Geschichte voller französischem Charme erzählt Autor Manu Causse in seinem Roman "Die grüne Ente". Ein poetisch erzählter und humorvoller Roman über einen Aufbruch aus dem Alltag, eine Reise durch Frankreich mit einem 2 CV, Vergangenheits-Bewältigung und die Kunst, dem Leben einen neuen Dreh zu geben.

Was wirklich zählt im Leben hat Eric längst vergessen. Jeden Mittwoch besucht er seinen autistischen Sohn Isaac in der französischen Kinderklinik, um mit dem immerzu schweigenden Jungen Karpfen zu beobachten - bis ihm die Besuche verboten werden.
Der Zufall will es, dass Eric just zu diesem Zeitpunkt von seinem Onkel einen grünen 2CV erbt. Auf der Rückbank der Ente namens Titine sitzt neben dem Geist des toten Onkels auch dessen Katze, und beide halten sich mit Kommentaren nicht zurück. Zu kommentieren gibt es bald so einiges, denn Eric macht sich mit Autist Isaac, den er kurzerhand aus dem Krankenhaus entführt, und 2 CV Titine auf die Reise:
quer durch Frankreich, in die Vergangenheit und zurück ins Leben. Eine fabelhafte Reise, auf der ihnen ein Pilze sammelnder Gendarme begegnet, sie eine junge Frau und deren vorwitzigen Schmetterling kennen lernen und der immerzu schweigende Autist Isaac anfängt zu lachen.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:306
Verlag: Droemer eBook
EAN:
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Rezensionen zu "Die grüne Ente: Roman"

  1. 2
    (2 von 5 *)
     - 12. Feb 2019 

    Eine originelle Idee, enttäuschend umgesetzt

    "Ehrlich, alter Mann, ein Vater und sein verrückter Sohn, eine Geister-Ente voller Schatten und Geheimnisse, was meinst du, wohin das führt?" (Zitat Seite 196)

    Inhalt:
    Der zur Zeit nicht sehr erfolgreiche Comic-Zeichner Éric erbt von seinem Onkel ein kleines, altes Haus und Titine, einen grünen 2CV Baujahr 1973. Spontan beschließt er, einen Ausflug mit dem Auto zu machen und seinen autistischen Sohn Isaac, zehn Jahre alt, mitzunehmen. Die Klinik, in der sein Sohn lebt, hat er allerdings nicht informiert. Isaacs Mutter spricht von Entführung und fordert die Gendarmarie auf, eine Suchaktion zu starten. Kann das gut gehen? Die Geister auf dem Rücksitz, seine bei einem Unfall mit diesem Auto verstorbenen Eltern, sein verstorbener Onkel und die rätselhafte Katze Sphinx, sind unterschiedlicher Meinung.

    Thema und Genre:
    In diesem Roadtrip in Buchform geht es um die Situation von Eltern mit einem autistischen Kind, um Liebe, Überforderung, Hoffnung und Selbstzweifel. Ein Thema sind auch Kindheitstraumata.

    Charaktere:
    Isaac, der schweigsame, in sich selbst lebende Sohn, Éric, der liebende Vater, der irgendwie etwas verloren und überfordert wirkt, der Gendarm, der sich nicht immer an die Vorschriften hält und Marion mit ihrem Schmetterling, deren Kindheit ihr Misstrauen gegenüber allen Menschen erklärt - sie alle sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie für den Leser auf Distanz bleiben.

    Handlung und Schreibstil:
    Die personale Erzählform in Multiperspektive zerpflückt die Handlung, die Charaktere bleiben trotzdem, oder gerade deswegen, Figuren, die man zwar interessiert betrachtet, aber nicht wirklich kennenlernen möchte. Man verfolgt ihre Geschichte gespannt, aber unbeteiligt.
    Der Klappentext spricht von poetisch und märchenhaft, beides konnte ich in dieser Erzählung nicht finden. Die Idee ist originell und vielversprechend, die Umsetzung enttäuscht.

    Fazit:
    Was hätte man aus diesem phantasievollen Plot machen können! Entstanden ist eine trotz der offensichtlichen Bemühungen eher humorlose Geschichte, deren "kleines Wunder", das der Klappentext verspricht, nicht märchenhaft, sondern konstruiert wirkt.

 

Ein Vampir und Gentleman (Argeneau 7)

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein Vampir und Gentleman (Argeneau 7)' von Lynsay Sands
NAN
(0 Bewertungen)

Seit sie durch ein Versehen in eine Vampirin verwandelt wurde, schläft Elvi Black in einem Sarg, meidet die Sonne und verzichtet auf Knoblauch. Sonst hat sie allerdings keine Ahnung, was es eigentlich heißt, eine Vampirin zu sein. Als ihre Nachbarn für sie eine Anzeige in die Zeitung setzen, trifft sie den umwerfenden Victor Argeneau. Victor ist reich, mächtig und gut aussehend, und jede Frau würde sich ihm mit Freuden zu Füßen werfen - egal, ob lebendig oder untot. Victor erklärt sich bereit, Elvi in das Dasein als Vampirin einzuführen. Doch da verübt ein Unbekannter ein Attentat auf Elvi, dem sie nur knapp entgeht. Irgendjemand scheint es auf ihr Leben abgesehen zu haben...

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:384
Verlag: LYX.digital
EAN:

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Bad Bachelor (New York Bachelors 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Bad Bachelor (New York Bachelors 1)' von Stefanie London
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

"Reed McMahon ist ein Meister der Manipulation; er weiß genau, was er sagen muss, um dich rumzukriegen. Glaub ihm kein Wort."

Was wäre, wenn es eine App zur Bewertung von New Yorks heißesten Single-Männern gäbe? Und warum sich auf Prince Charming konzentrieren, wenn man den neuesten Klatsch über die am schlechtesten bewerteten Bachelors lesen kann – New York Citys berüchtigtste Bad Boys!

Reed McMahon kann den Tratsch über die Bad Bachelors App nicht mehr hören. Er ist ein PR-Genie und als „Image-Fixer“ bekannt, aber nun holen ihn seine Frauengeschichten ein. Denn er ist New Yorks Bad Bachelor Nummer 1. Reed braucht dringend ein PR-Wunder, um seinen Ruf und seinen Job nicht zu verlieren. 
Als Reed Darcy Greer anbietet, ihr bei der Rettung ihrer kurz vor der Schließung stehenden Bibliothek zu helfen, glaubt sie ihm zunächst kein Wort. Denn Darcy weiß, dass Reed genau die Art Mann ist, von der sie sich fernhalten sollte. Aber die Bibliothek braucht wirklich Hilfe. Also stimmt Darcy zu und beginnt gemeinsam mit Reed eine Charity-Veranstaltung zu planen. Dabei erkennt sie, dass manchmal mehr hinter einem Menschen steckt, als sein Ruf verrät …

Meinungen zum Buch:
Der Auftakt der New York Bachelors Reihe ist super geglückt, weil er einfach Spaß macht. Die Story von Reed und Darcy hat Witz, Drama und ganz viel Gefühl, also alles, was ein schöner Roman braucht. (Rezensentin auf Vorablesen)

Unterhaltsam, fesselnd, emotional - eine gelungene Geschichte mit aktuellen Themen. (Rezensentin auf NetGalley)

Es hat großen Spaß gemacht das Buch zu lesen, denn die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und die Geschichte ist einfach herzlich und auch komisch und gleichzeitig mega interessant. (Rezensentin auf Vorablesen)

Von Stefanie London sind bei Forever by Ullstein erschienen:
Bad Bachelor (New York Bachelors 1)
Bad Boss (New York Bachelors 2)
Bad Billionaire (New York Bachelors 3)

Format:Kindle Edition
Seiten:352
Verlag: Forever
EAN:

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Rezensionen zu "Bad Bachelor (New York Bachelors 1)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Feb 2019 

    Toller Serienstart

    Wie wäre es, wenn man sein Date, also den Mann mit dem man verabredet ist, nachträglich in einer App bewerten kann? Damit haben andere Frauen, mit denen er sich vielleicht nach Dir trifft, schon mal einen Voreindruck und können so entscheiden, ob das der richtige Mann für sie wäre!

    Darcy Greer, engagierte Bibliothekarin in New York, ist nach ihrer geplatzten Hochzeit vor einem Jahr immer noch nicht bereit für eine neue Beziehung. Ihre Freundinnen ermuntern sie sich endlich wieder in den Markt zu stürzen. „Vergiss ernsthafte Beziehungen, gönne dir ein bisschen Spaß. Du hast es dir verdient.“ Dabei stolpert sie über die Bad Bachelor App. Hier steht an erster Stelle Reed McMahon, der von allen Frauen am schlechtesten bewertet wird, aber wohl der heißeste Single in New York ist. Der ist auf keinen Fall etwas für sie, findet Darcy. Er sieht viel zu gut aus. Umso erstaunter ist sie, als sie auf der Suche nach Sponsoren für die Bibliothek plötzlich Reed McMahon gegenüber steht. Bei ihrer ersten Begegnung merken beide, da ist plötzlich dieses Gefühl für den anderen, diese Anziehungskraft, die man nicht begreifen kann.

    Ob aus den beiden, so verschiedenen Menschen mit den so unterschiedlichen Vergangenheiten etwas werden kann, lest selbst. Mir hat dieses Buch gefallen. Kurzweilig waren die einzelnen Abschnitte. Interessant wie die beiden Protagonisten agiert haben, wie sie sich entwickelt haben und vor allem spannend wie die Autorin die Konflikte der beiden dargestellt hat.

    Von mir gibt es verdiente vier Lesesterne und natürlich eine Buchempfehlung.

 

Die Farben des Feuers: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Farben des Feuers: Roman' von Pierre Lemaitre
4.25
4.3 von 5 (4 Bewertungen)

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs regieren Habgier und Neid in den Straßen von Paris, und so bahnt sich ein Komplott an, um das mächtige Bankimperium Péricourt zu Fall zu bringen. Doch Alleinerbin Madeleine weiß, die Verhältnisse in Europa für sich zu nutzen, und dreht den Spieß kurzerhand um.

Als der berühmte französische Bankier Marcel Péricourt im Jahr 1927 verstirbt, steht seine Tochter Madeleine, deren Exmann nach einem landesweiten Skandal im Gefängnis sitzt, plötzlich völlig allein an der Spitze eines Bankimperiums – in einer Epoche, in der es Frauen nicht einmal gestattet war, selbst einen Scheck zu unterschreiben. Während Gustave Joubert, der Prokurist der Bank, Charles Pericourt, Madeleines verschwenderischer Onkel, und André Delcourt, ihr Liebhaber mit dichterischen Ambitionen, um die junge Erbin und ihren Sohn schwirren wie Motten um das Licht, zeichnen sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkriegs ab. Im Schatten von Börsenskandalen und politischen Wirrnissen arbeiten die Neider auf das Verderben der Familie hin. Doch für Madeleine ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. Um ihres Sohnes willen beginnt sie ihren ganz persönlichen Rachefeldzug zu planen.

Format:Kindle Edition
Seiten:479
Verlag: Klett-Cotta
EAN:
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Rezensionen zu "Die Farben des Feuers: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Mär 2019 

    Ein Rachefeldzug

    Bald nach dem großen Erfolg von „Wir sehen uns dort oben“ (Au revoir la haut), das 2013 in Frankreich den renommierten Prix Goncourt erhielt, war klar, dass Pierre Lemaitre damit nur den ersten Band einer geplanten Trilogie vorlegte, die „Trilogie de l'entre deux-guerres“. Umfasste dieser erste Teil die Zeit um den ersten Weltkrieg, so beginnt der nun vorliegende zweite, „Die Farben des Feuers“ (Les couleurs de l´incendie), im Jahr 1927 mit dem Tod des Bankiers und Familienpatriarchen Marcel Péricourt.
    Dessen Sohn Édouard war einer der Hauptprotagonisten in „Au revoir la haut“ und auch die Tochter Madeleine war ein Teil des Figurenensembles. Von ihrem Gatten, dem Halunken und Fiesling Henri d'Aulnay-Pradelle, ist sie geschieden, dieser sitzt im Gefängnis seine Strafe ab. Somit ist Madeleine nun die Erbin eines nicht unbeträchtlichen Vermögens und des Bankhauses. Als Frau ihrer Zeit ist sie diesen Geschäften zunächst nicht gewachsen, wurde ihr vom Vater doch jegliche Kompetenz dafür abgesprochen. Dieser plante eine Vernunftheirat mit dem 15 Jahre älteren, vernünftigen Prokuristen seiner Bank, Gustave Joubert. Zunächst willigte Madeleine auch ein, zog diese Einwilligung aber bald darauf zurück. Eine Kränkung, die Joubert nicht so bald zu vergessen dachte, auch wenn er nach dem Tod Marcel Péricourt sich zunächst aufopferungsvoll um die Geschäfte zu kümmern scheint. Madeleine ist für Geschäftsfragen seit dem tragischen Unfall ihres kleinen Sohns Paul, der am Tag der Beerdigung seines Großvaters aus dem Fenster stürzte und fortan querschnittsgelähmt ist, kaum ansprechbar. Auch ihr Geliebter, der Hauslehrer André Delacourt, ist ihr keine Hilfe. Selbst die Gesellschafterin Léonce, die Madeleine fast so etwas wie eine Freundin ist, scheint ganz eigene Interessen zu verfolgen. Eine enorme Intrige, bei der noch Charles Péricourt, der sich bei der Erbschaft benachteiligt fühlende und stets mit Geldnöten kämpfende Bruder Marcels, mitwirkt, bringt Madeleine und ihren Sohn schließlich an den finanziellen und gesellschaftlichen Abgrund. Nur das polnische Kindermädchen Vladi, so robust wie gutmütig, und die von Paul angehimmelte Operndiva Solange Gallinato, halten ihnen die Treue auch über den Abstieg hinweg. Madeleine hingegen verfolgt einen eigenen, perfiden und komplizierten Racheplan, bei dem ihr der Detektiv Mr. Dupré zur Hand geht.
    Ein Kabinett der Eitelkeiten, Selbstsüchte und der Hinterlist. Tatsächlich hat das Geschehen einiges von einer Seifenoper. Es gibt Täuschungen und Erpressung, Betrug und Treulosigkeit. Aber auch Stolz und Selbstlosigkeit. Es wimmelt von opportunistischen Politikern, ehrgeizigen Journalisten, Pädophilen, dummen Ganoven, eifersüchtigen Frauen. Das könnte fast ein bisschen zu viel des Guten sein. Besonders der generalstabsmäßig durchgeführte Racheplan Madeleines erstaunt dann doch etwas. Pierre Lemaitre hat seinen rasanten, überbordenden Plot aber stets gut in der Hand und erzählt ihn mit einem gewissen Augenzwinkern und einer Portion Ironie. Ganz bewusst wählt er eine ganz altmodische Erzählstimme, die geradewegs ins 19. Jahrhundert, in die Zeit von Balzac, Zola und besonders Alexandre Dumas führt, von dessen Rachegeschichte „Der Graf von Monte Cristo“ die Geschichte so einiges hat. Der Leser wird hin und wieder direkt angesprochen: „Ob Sie es glauben oder nicht…“
    Dieser Ezählton macht einen Reiz dieser in den Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise und des erstarkenden Faschismus in Europa und speziell der Nationalsozialisten in Deutschland spielenden Geschichte aus. Des Weiteren amüsieren Details, die eindeutig mit einem Seitenblick auf unsere Gegenwart ausgestattet sind, seien es die Geldtransfers auf Schweizer Nummernkonten, Steuerhinterziehungen, die Sensationspresse, mit Lobbyisten besetzten Ausschüsse oder die Diskussion darüber, welche Erdölvorkommen aussichtsreicher sind, die in Rumänien oder die im Irak.
    Das ist vielleicht keine ganz große Literatur, war sicher auch „Au revoir la haut“ nicht (der Prix Goncourt neigt immer schon zum gut Lesbaren, die letztjährige Wahl der doch eher anspruchsvollen „Tagesordnung“ verwunderte die Kritiker da fast). Aber Lemaître kann schreiben und „Die Farben des Feuers“ ist gute und lesenswerte Unterhaltungsliteratur (deutlich besser als der zwar weitgehend wörtlich übersetzte Titel – incendie ist mehr der „Brand“ als das ungleich gemütlicher klingende „Feuer“) – vermuten lässt.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Feb 2019 

    Rachefeldzug

    „Die Farben des Feuers“ von Pierre Lemaitre ist eine Geschichte um Rache und Betrug verpackt in ein spannendes Sittengemälde und Familienepos zu Beginn der 1930er Jahre in Paris, mit den Vorboten des Zweiten Weltkrieges am Horizont und mit intensivem Blick auf die Entwicklung einer kraftvollen jungen Frau und Mutter.

    Das Oberhaupt der Bankiersfamilie Marcel Péicourt ist tot, und die alleinerbende Tochter Madeleine steht plötzlich an der Spitze des Imperiums, ahnungslos und als Frau in der damaligen Zeit auch ohne Macht und Anerkennung. Sie ist umgeben vom enttäuschten und unterbezahlten Prokurist Gustave Joubert, ihrem verschwenderischen und politisch ambitionierten Onkel Charles Péricourt, ihrem Liebhaber André und ihrem kranken Sohn Paul, der nach einem Fenstersturz zur Beerdigung seines Großvaters neben körperlichen Schäden schlimme Erinnerungen mit sich herumträgt. Neider wollen Madeleines Verderben und treiben sie tatsächlich in den Ruin, aber Madeleine plant für die Zukunft ihres Sohnes einen eiskalten Rachefeldzug, mit dem sie im Schatten von Börsenskandalen und Kriegstreibereien die Habsucht und das Misstrauen ihrer Gegner gekonnt auszunutzen versteht.

    Zu Beginn tat ich mich beim Lesen schwer mit der Sprache, die gewollt auf alt gemacht doch etwas gewöhnungsbedürftig ist. Es passt zur Geschichte, ist zwar nicht schwer zu lesen, aber eben ungewohnt. Auch an die feine Ironie musste ich mich erst gewöhnen, und sie als solche erkennen, da auch das in meinen Augen ein wenig zu gewollt wirkte, nicht so ironisch-leichtfüßig wie erhofft.
    Im Mittelteil zieht sich die Handlung ein wenig, man vermisst den Fortgang von anfangs sich fast überschlagenden Ereignissen, aber im letzten Viertel nimmt die Spannung wieder zu.
    Äußerst ansprechend finde ich den historischen Bezug der Figuren, hier vermute ich wirklich gute Recherchearbeit des Autors, die beim Lesen unbemerkt und leichtfüßig daher kommt.

    Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen, und auch wenn sich in filmischer Abenteuermanier mitunter allzu viele zwielichtige Gestalten und Bösewichter die Klinke in die Hand geben bleibt die Geschichte letztlich dennoch eine nachvollziehbare, von langer Hand geplante Rachegeschichte, die mit viel Spannung erzählt ist und ein interessantes gesellschaftliches Bild des Paris der 1930er Jahre zeichnet.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Feb 2019 

    Rache auf französisch

    An dem Tag, an dem Madeleine Péricourt ihren Vater beerdigen muss, stürzt sich ihr achtjähriger Sohn Paul aus dem Fenster. Damit beginnt eine lange Reihe von fatalen Ereignissen, die die junge Erbin der Banque Péricourt im Paris der 1930er Jahre zu meistern hat. Von ihrem Geschäftsführer Joubert und ihrem windigen Onkel Charles um alles betrogen, ersinnt sie einen perfiden Rachefeldzug.
    Pierre Lemaitre hat mit den Farben des Feuers einen opulenten Schicksalsroman vorgelegt, der alles bietet, was das Genre verlangt: Macht, Betrug, Intrigen, schöne Frauen. Und doch verfügt das Buch immer wieder über Längen, die mich querlesen ließen. Es erfordert immer wieder volle Konzentration, nicht den Punkt zu versäumen, wo sich die Geschichte dreht. Denn den Längen stehen wiederum spannende und aberwitzige Passagen gegenüber. Mir erschien die Geschichte Madeleines oft reichlich überzogen. Bankrott, während der Börsenkrise und am Vorabend des zweiten Weltkrieges schafft sie es, ihren Widersachern beizukommen. Jedem Komplott gegen sie kontert sie mit noch härteren Bandagen. Das Finale, auch wenn es nicht sehr realistisch erscheint, nimmt ordentlich an Fahrt auf.
    Richtig gut gemacht fand ich die ungewöhnliche Erzählweise, wenn sich der Autor direkt an den Leser wendet. „ Dupré, Dupré…. Doch, doch, erinnern Sie sich…“ Wie in einem Reigen lässt Lemaitre seine Figuren sich immer wieder neu positionieren. Genau das macht den eigentlichen Charme dieses Buches aus.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 21. Jan 2019 

    Tage der Abrechnung

    Am Tag der Beisetzung des Bankiers Marcel Péricourt, stürzt oder springt der Enkel aus dem Fenster und bleibt schwerverletzt auf dem Katafalk liegen. Madeleine Pericourt verliert sich in ihrer maßlosen Trauer und in ihrer Sorge um den nach dem Sturz gelähmten Sohn Paul. So steht sie zwar formell an der Spitze des Bankhauses, aber der Prokurist der Bank Gustave Joubert lenkt die Geschäfte. Umgeben ist Madeleine vom raffgierigen Onkel Charles und vom Hauslehrer André Delcourt, der auch ihr Liebhaber ist. Erst spät, zu spät begreift Madeleine, dass keiner ihrer Vertrauten ihr Wohlwollen im Auge haben. Joubert will Rache für die Kränkung, dass er mit einem Almosen im Testament des alten Péricourt abgespeist wurde.
    Doch als Madeleine alles verloren hat, erwacht in ihr die Kraft ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Die politischen Wirren, die Wirtschaftskrise und die Vorboten des Zweiten Weltkriegs spielen ihr in die Hände und sie beginnt die Schuldscheine für den Verrat einzufordern.
    Pierre Lemaitre findet einen leichten, oft sogar ironischen Ton um seine Figuren zu portraitieren. Der Roman entwickelt fast die Dynamik einer Kriminalgeschichte, wenn Madeleine Zug für Zug ihren Rachefeldzug umsetzt. Die farbige Darstellung der Gesellschaftsschichten und deren Umwälzungen im Vorkriegsfrankreich ist prägnant und gelungen. Der Roman entwickelt einen Sog, dem ich mich als Leserin nicht entziehen konnte. Besonders gelungen fand ich die Frauen der Geschichte, nicht nur Madeleine, sondern auch Kindermädchen Léonce und Pflegerin Vladi sind großartig portraitiert und stehen für ihre jeweilige Gesellschaftsschicht. Es ist ein groß angelegter Sitten- und Gesellschaftsroman, in den Lemaitre Madeleines Abrechnung einbettet. Dabei gefiel mir ganz besonders die Raffinesse der einzelnen Handlungsstränge, die auch mit Kritik an der damaligen Gesellschaft nicht spart. Ob nun es die Arroganz des Großbürgertums oder die Eitelkeit der Politiker oder die Geltungssucht der Presse ist. Madeleine hat viel verloren, aber ihre Freiheit hat sie sich zurück erobert.
    Ein wunderbarer Roman, dessen brillante Sprache mich nachhaltig beeindruckt hat.

 

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