Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman' von Sarit Yishai-Levi
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:555
Verlag:
EAN:9783351038229

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Rezensionen zu "Das Meeresblau von Tel Aviv: Roman"

  1. Bewegende Geschichte

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 15. Apr 2021 

    Klappentext:
    „Elija aus Tel Aviv ist glücklich, ihren Mann, einen umschwärmten Schriftsteller, in Paris zu besuchen, nur um zu erfahren, dass er sie für eine andere sitzen lässt. Untröstlich kehrt sie nach Israel zurück und lässt sich von den Eltern in ihrem alten Kinderzimmer in Tel Aviv umsorgen. Ihre Mutter Lily kann nur wenig Nähe zulassen, und Elija findet heraus, dass ihre Mutter so kalt ist, weil sie als Baby ausgesetzt wurde und ohne Mutter aufwachsen musste. Elija beschließt, die Geschichte ihrer Familie zu erforschen und ihre Großmutter Rachel zu suchen.“

    Den Hauptort Tel Aviv habe ich bislang in meinen Büchern nicht oft gefunden und da war die Neugier auf „Das Meeresblau von Tel Aviv“ von Sarit Yishai-Levi ganz besonders groß.
    Die Geschichte um Elija ist schon eine besondere, vor allem eine gefühlvolle und emotionale. Da reist die Gute nach Paris um ihren Mann zu besuchen und was findet sie vor? Der Gatte betrügt sie....na Danke auch. Und genau dann erleben wir eine Elija wie sie in uns allen steckt, sie flüchtet und rettet sich in das schützende Nest der Eltern. Das aber dieses Nest nicht unbedingt die größte Nestwärme bietet, merkt Elija dann auch wieder und geht der Sache auf den Grund. Ihre Mutter ist eh und je unterkühlt...aber warum? Wo sitzt bei ihr der Schmerz? Die Autorin hat hier wirklich tiefsinnig eine Schiene getroffen, die wir Leser wohl alle kennen, wenn wir verletzt wurden. Die Flucht zurück in genau das Zuhause was einem alles bedeutet....nicht jeder lässt es zu, einige trauen sich nicht, andere finden es kindisch oder gar bescheuert. Elija konnte nicht anders und ich konnte sie verstehen. Als dann aber auch die Geschichte ihrer Mutter ins Spiel kommt, dreht sich ein wenig das Bild. Die aufkeimende Geschichte die dann um ihre Mutter entsteht, nimmt der Story zwar die Luft raus, fügt aber eine andere hinzu. Dieser Spagat war spannend zu lesen und machte neugierig auf die wahre Familiengeschichte. Wenn man Seite um Seite sich neu erliest, erfährt der Leser Dinge, die man selten gelesen hat.
    Als Leser erfahren wir aber noch so viel mehr: das Leben in Israel, bildhafte Beschreibungen aber dafür fein akzentuiert und einen wunderbaren, runden Schreibstil, der fesselt und eine gute Spannung inne hat.
    Ich vergebe 4 von 5 meeresblaue Sterne.

 

Die Buchhändlerin: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Buchhändlerin: Roman' von Ines Thorn
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Buchhändlerin: Roman"

Bücher und Schicksale: Die Geschichte einer starken Frau, Liebe und Literatur in den 1940er Jahren. Frankfurt, kurz nach dem 2. Weltkrieg: Christa bricht enttäuscht ihr Germanistikstudium ab, weil sie als Frau an der Universität nicht für voll genommen wird. Zunächst aus Verlegenheit fängt sie an, in der Buchhandlung ihres Onkels auszuhelfen, die dieser nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten nun wieder aufbaut. Bald schon wird das Bücherverkaufen für Christa zur Passion - und die Buchhandlung zu einem Ort, an dem sich Gleichgesinnte treffen, an dem Freundschaften entstehen und sogar Liebe. Doch noch sind die Wunden der Kriegszeit nicht verheilt, und Christa muss all ihre Klugheit und Tatkraft einsetzen, um die Buchhandlung und ihr eigenes Glück zu bewahren.

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:336
Verlag:
EAN:9783499005152

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Rezensionen zu "Die Buchhändlerin: Roman"

  1. Nachkriegszeit und der Buchmarkt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Apr 2021 

    Als der Krieg zu Ende ist, scheint es für Christa Schwertfeger und ihre Familie langsam wieder bergauf zu gehen. Ihr Onkel Martin kehrt zurück und die Buchhandlung der Familie wird wieder zum Leben erweckt. Christa wünscht sich ein Studium der Literaturwissenschaften und trotz allerlei Hindernissen scheint sich für sie dieser Weg zu öffnen. Doch dann holt der Alltag Christa wieder ein und ihre Familie stellt sie vor Entscheidungen, die ihre eigene Lebensplanung komplett über den Haufen werfen.

    Ines Thorn erzählt hier die Geschichte der Schwertfegers vom Krieg an bis 1949. Christa möchte nach den Schwernissen des Krieges ihre eigenen Wünsche erfüllen, auch wenn diese für diese Zeiten eher ungewöhnlich sind. Doch das normale Leben kommt ihr immer wieder dazwischen und die Liebe zur Familie nötigt ihr wirklich schwere Entscheidungen auf.

    Die Geschichte nimmt viele Themen der damaligen Zeit auf. Der Konflikt, den Christa und ihre Mutter Helene ausfechten ist vermutlich ganz typisch für diese Zeit. Der Wunsch neues zu wagen gegen den Wunsch doch alles so wie früher zu haben. Auch der Kontakt zu den US-Besatzern wird beschrieben und das Phänomen der Frowleins. Hier wird klar, dass es sich eben um eine Besatzung und nicht um eine Befreiung gehandelt hat.

    Schön fand ich vor allem auch die Entwicklung des Buchmarktes, die man hier miterleben kann. Man liest von den Schwierigkeiten der Buchhandlungen nach dem Krieg erlaubte Ware zu bekommen, über die erste Buchmesse und den Besuch Thomas Manns in der Frankfurter Paulskirche. Auch Ernst Rowohlt hat einen kurzen Gastauftritt.

    Mir hat das Buch gut gefallen. Der Schreibstil hat mich sofort ins Geschehen gezogen und es fiel mir schwer es zwischendrin wieder wegzulegen. Sicher hätte man auf einige Dinge noch ausführlicher eingehen können, aber für mich war das Buch in sich stimmig. Der Ausblick darauf, nächstes Jahr eine Fortsetzung darauf lesen zu können macht den Abschied von der Familie doch leichter.

    Daher von mir eine Leseempfehlung!

  1. Ein Frauenroman, in dessen Mittelpunkt eine Buchhandlung steht

    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Mär 2021 

    „Wahre Literatur geht über den Zeitgeist, über die Moden hinaus. Noch hundert Jahre nachdem die Autor das Buch geschrieben hat, ist es aktuell.“ (Zitat Pos. 86)

    Inhalt
    Christa Schwertfeger wächst umgeben von Büchern auf, in der Buchhandlung der Familie, die ihr Onkel Martin leitet. Dieser wird von den Nationalsozialisten verhaftet, doch er überlebt und sofort nach dem Krieg öffnet er die Buchhandlung wieder. Denn trotz Hunger und Armut ist der Wunsch der Menschen nach Büchern ungebrochen. Christa kann es kaum erwarten, bis auch die Universitäten 1946 wieder geöffnet werden, sie will Literaturwissenschaften studieren. Doch familiäre Probleme zwingen Christa, das Studium abzubrechen und die Leitung der Buchhandlung zu übernehmen. Sie gründet einen Literaturzirkel und wird zu einer engagierten Buchhändlerin, ohne jedoch ihre Träume aus den Augen zu verlieren. Doch die Umstände fordern ein weiteres Opfer von ihr.

    Thema und Genre
    Dieser Frauenroman spielt in Frankfurt, beginnt 1941 und schildert vor allem die schwierige Zeit nach dem Krieg, die langsam beginnende Hoffnung und Aufbruchsstimmung, die erste Frankfurter Buchmesse 1949. Themen sind Bücher, Literatur, vor allem jedoch Familie, Verantwortung, Freundschaft und Liebe in vielen Facetten.

    Charaktere
    Christa Schwertfeger will studieren und Literaturwissenschaftlerin werden. Sie ist ehrgeizig und engagiert und weigert sich, ein Leben als Ehefrau, Hausfrau und Mutter zu führen, wie es ihre Mutter von ihr erwartet. Doch als die familiäre Situation persönliche Opfer von ihr fordert, gibt sie nach und bricht das Studium ab.

    Handlung und Schreibstil
    Dieser Roman spielt in den Jahren unmittelbar nach dem Ende des Zweites Weltkriegs. Die Geschichte der Buchhandlung Schwertfeger wird auch zur Geschichte der jungen Christa, die von einem selbstbestimmten Leben im Literaturbereich träumt, mit einem Studium und anschließender Berufstätigkeit. Der Erzählstrang schildert die Ereignisse chronologisch und beschreibt auch anschaulich das Leben in diesen schwierigen Jahren, die erfolgreiche Wiedereröffnung einer Buchhandlung, deren Regale sich langsam wieder mit Büchern füllen. Obwohl in der Handlung die verbotenen Bücher und Autor*innen, klassische Literatur, dann die jungen amerikanischen und deutschen Romane vorkommen, ebenso wie Lyrik, ist es vor allem eine Frauen- und Familiengeschichte. Die angenehm und leicht zu lesende Sprache entspricht dem Genre.

    Fazit
    Ein unterhaltsamer Frauenroman, der während der Nachkriegsjahre in einer Buchhandlung in Frankfurt spielt.

 

Der leuchtende Himmel

Buchseite und Rezensionen zu 'Der leuchtende Himmel' von Ellin Carsta
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der leuchtende Himmel"

Eigentlich sollte die Geburtstagsfeier ihrer Tochter ein freudiges Erlebnis sein, doch bei Luise hinterlässt sie ein Gefühl des Zweifels. Wird sie jemals an den Punkt in ihrem Leben kommen, an dem nicht die Geschäfte an erster Stelle stehen und sie mehr Zeit und Aufmerksamkeit für ihr Kind aufbringen kann? Doch da kündigt sich bereits die nächste Herausforderung an. Bei einem Empfang der Verlegerfamilie Jensen gibt es nur ein Thema, den Streik der Hamburger Hafenarbeiter. Luise hat Verständnis für die Probleme und Forderungen der Arbeiter, doch ihre Sicht als Frau nehmen die geladenen Gäste nur teilweise ernst. Als sie auf dem Empfang auch noch ihrer Rivalin Ida Kleinschmidt begegnet, wird ihre Kampfeslust geweckt. Sie ahnt noch nicht, dass schon bald in ihrem Leben nichts mehr sein wird, wie es war.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:322
Verlag:
EAN:9782496702613

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Klaras Schweigen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Klaras Schweigen: Roman' von Bettina Storks
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Klaras Schweigen: Roman"

Freiburg im Breisgau, 2018: Nach einem Schlaganfall spricht Miriams hochbetagte Großmutter plötzlich französische Worte – eine Sprache, die sie angeblich nie gelernt hat. Miriam erkennt schnell, dass Klara weit mehr verbirgt, doch alle Nachfragen finden kein Gehör. Was genau passierte im Leben ihrer Großmutter? Warum verließ sie Freiburg und ging im Dezember 1949 überstürzt nach Konstanz? Miriams Suche nach Antworten führt sie bis in die Bretagne, immer auf der Spur eines jahrzehntelang gehüteten Familiengeheimnisses …

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:401
Verlag:
EAN:

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Rezensionen zu "Klaras Schweigen: Roman"

  1. Ein wunderbarer Roman

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Apr 2021 

    Miriams hochbetagte Großmutter Klara spricht nach einem Schlaganfall plötzlich Französisch. Was verbirgt Klara? Und was hat sie in ihrem Leben alles erlebt? Miriam macht sich auf die Suche nach Antworten und kommt einem lange gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur.

    Die Beschreibung dieses Romans hat mich sofort angesprochen und sehr neugierig gemacht. Außerdem fand ich das Cover wunderschön, so dass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe.
    Der Schreibstil war richtig toll und ließ sich schnell und flüssig lesen. Ich konnte mich komplett auf die Geschichte einlassen und in die verschiedenen Zeiten eintauchen. Die Beschreibungen waren sehr authentisch und lebendig.
    Die Charaktere wurden liebevoll und echt beschrieben. Sie wirkten absolut passend und fügten sich super in die Story ein. Ich konnte mich hervorragend in Miriam und Klara hineindenken und mit ihnen mitfühlen. Ich war einfach mittendrin.
    Die Geschichte gefiel mir wichtig gut. Ich fand insbesondere die beiden Zeitebenen, in denen die Geschichte erzählt wurde, sehr faszinierend und gelungen. Ich liebe solche Romane, die mich tief in die Vergangenheit führen und deren Sinn bzw. Verbindungen zur Gegenwart sich erst nach und nach zeigen. Genau so war es hier auch. Ich fand die gesamte Geschichte unglaublich spannend, fesselnd und ergreifend, voller Emotionen und Tiefgang. Am Ende wurden dann alle Fäden miteinander verbunden und bildeten einen rundum gelungenen Abschluss.

    Ein wunderbarer Roman, der mich total gefesselt hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

 

Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit, Band 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit, Band 1)' von  Leonard
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit, Band 1)"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:464
EAN:9783548063867

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Rezensionen zu "Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit, Band 1)"

  1. Ein BUch über eine sehr interessante Frau

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Jan 2021 

    Madame Curie ist am Vorabend der Hochzeit ihrer ältesten Tochter auf dem Friedhof in Sceaux um Zwiesprache mit ihrem verstorbenen Mann Pierre zu halten. Auf dem Friedhof trifft sie auf eine ehemalige Studentin, die sie bewundert und darum bittet ihr doch aus ihrem Leben zu erzählen.

    So startet das Buch, das Marie Curies Lebensweg bis zum Tod ihres Mannes begleitet. Die Episoden aus dem Jahr 1926 verbinden dabei die Erzählungen aus Marie Sklodowskas Jugendzeit und ihren ersten Jahren in Paris.

    An sich liest sich das Buch sehr gut, ich habe mich mit der Schreibweise sofort wohlgefühlt und mit Interesse die Jugendjahre von Marie Curie verfolgt. Die letzte Lektüre von Eve Curies Buch über ihre Mutter liegt mittlerweile auch lang genug zurück, als dass es für mich nichts gab, was ich schon so gut kannte, dass ich es als langweilig empfunden hätte.

    Von daher ein schönes Buch über eine wirklich interessante Frau.

    Allerdings hatte ich mit dem Aufbau des Buches ein wenig meine Probleme. In das Bild, das ich bereits von Marie Curie hatte, passte dieses spontane Erzählen der eigenen Lebensgeschichte gegenüber ihr fremden Personen überhaupt nicht. Sogar in diesem Buch wird Marie als eher kühl wirkende Person geschildert, die nicht viele Menschen an sich heranlässt. Für mich war diese Konstruktion daher nicht wirklich glaubwürdig.

    Da dies aber der eigentlichen Geschichte nur einen Rahmen gegeben hat, kann ich es noch verzeihen, dieser Widerspruch machte nur einen Bruchteil der Geschichte aus.

    Wer hier eine Biographie erwartet wird vermutlich enttäuscht werden. Die eigentliche Zeit ihrer Forschungen und Entdeckungen spielen zwar eine Rolle, bieten aber nur den Hintergrund zu ihrer persönlichen Geschichte. Die Zeit nach Pierres Tod wird nur in Bruchstücken erwähnt.

    Alles in allem war es ein unterhaltsames Buch, das als Einstieg in das Leben Marie Curies sicher geeignet ist. Wer mehr über sie wissen möchte, dem sei die Biographie ihrer Tochter Eve Curie empfohlen (Madame Curie: Eine Biographie, erschienen im Fischer Verlag, ISBN: 978-3596222438)

 

Helenes Versprechen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Helenes Versprechen: Roman' von Beate Rösler
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Helenes Versprechen: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:576
EAN:9783746634968

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Rezensionen zu "Helenes Versprechen: Roman"

  1. Was kann ein Mensch ertragen?

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 27. Jan 2021 

    Da ich Schicksalsromane sehr mag und die beschriebene Zeit mich fasziniert, begann ich gespannt mit der Lektüre.

    In der Geschichte geht es um Helene, deren größter Traum es ist einmal Ärztin zu werden. Sie studiert Medizin, fängt an einem renomierten Kinderkrankenhaus an und dann sind plötzlich die Nazis an der Macht und nichts mehr wie zuvor. Helene ist Jüdin. Man verbietet ihr zu arbeiten. Wie soll es nun weitergehen? Wird es wirklich Krieg geben?

    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen begleiten wir Helene beginnend in den 20er und 30er Jahren, wo die Anfeindungen gegen die jüdische Bevölkerung immer größer werden. Zum anderen erleben wir Helene Ende der 40er Jahre, nach Kriegsende. Beide Stränge sind für sich sehr emotional und bedrückend. Während andere Romane dieser Art immer auch etwas Leichtes haben, wird dem Leser hier schonungslos das ganze Leid greifbar gemacht. Zu Beginn hatte ich da noch meine Schwierigkeiten mit, aber da man so viel erfährt und auch lernt, hatte ich mich bald daran gewöhnt. Das Geschilderte ist eben sehr düster und teils auch deprimierend, da darf man als Leser nicht zart besaitet sein.

    Helene mochte ich erst auf den zweiten Blick. Zu Beginn habe ich erst keinen Zugang zu ihr gefunden, weil sie so verschlossen ist und man kaum an sie ran kommt. Erst im Verlauf der Handlung wird klar, warum sie so ist und dass sie nicht immer so war. All ihre Erlebnisse haben mich tief berührt und teilweise auch geschockt. Da fragt man sich wirklich wieviel ein einzelner Mensch aushalten kann?

    Direkt klasse fand ich die freche Lore, die nicht auf den Mund gefallen ist. Sie versucht trotz all dem Leid noch etwas aus ihrem Leben zu machen. Durch sie wird so auch das Leben der ärmeren Bevölkerung beleuchtet und das eben nicht alle Mitläufer waren.

    Sohn Moritz kam zwar eher selten vor, aber seine Erlebnisse als Kind in dieser schweren Zeit hatten auch ihren Reiz, da Kinder ja vieles anders wahrnehmen als die Erwachsenen.

    Leon hat auf mich stets etwas Mystisches. Er taucht immer mal wieder auf, ist aber nie so präsent wie die anderen Nebencharaktere. Die zarten Bande zwischen ihm und Helene fand ich gut, vor allem weil diese Jahrzehnte überdauern konnten.

    Das Ende war schlüssig und hat nach meinem Empfinden keine Fragen offen gelassen.

    Fazit: Wer nicht nur unterhalten werden will, sondern auch etwas lernen möchte, der ist bei diesem Roman genau richtig. Gern spreche ich eine Empfehlung aus.

 

Die Tochter des Blütensammlers: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Tochter des Blütensammlers: Roman' von Kayte Nunn
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Tochter des Blütensammlers: Roman"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:448
Verlag:
EAN:9783492227414

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