Kanaky: Auf den Spuren von Alphonse Dianou. Ein Bericht

Buchseite und Rezensionen zu 'Kanaky: Auf den Spuren von Alphonse Dianou. Ein Bericht' von Joseph Andras
NAN
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Inhaltsangabe zu "Kanaky: Auf den Spuren von Alphonse Dianou. Ein Bericht"

Bis heute gehört die südpazifische Inselgruppe Neukaledonien zu Frankreich. Um den kanakischen Unabhängigkeitskämpfer Alphonse Dianou, der dort bei einer vom französischen Militär blutig beendeten Geiselnahme ums Leben kam, ranken sich die widersprüchlichsten Legenden. Joseph Andras beginnt nachzuforschen, er reist an den Ort des Geschehens, trifft Dianous Witwe, Vertraute und Zeitzeugen. Seine Notizen, Gespräche und Begegnungen verbindet er zu einem augenöffnenden Text, der in den Kern eines hier kaum bekannten Konflikts dringt. Voller literarischer Kraft erzählt Andras von einer schillernden Figur des antikolonialen Widerstands, von einer verdrängten Kultur und einem Land, zerrissen im Kampf für einen unabhängigen Staat: Kanaky.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag:
EAN:9783446269132
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An Liebe stirbst du nicht: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'An Liebe stirbst du nicht: Roman' von Géraldine Dalban-Moreynas
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "An Liebe stirbst du nicht: Roman"

Paris. An einem Novembersonntag begegnen sich die beiden zum ersten Mal am bogenförmigen Eingangstor. Es regnet. Als er den Hof betritt, bleibt ihr Herz stehen. Als sie auf ihn zukommt, bringt er kein Wort heraus. Später stellen sie gemeinsam fest, dass das der Moment war, in dem alles begann. – Ein beeindruckender, unvergesslicher Debütroman, der einem den Atem nimmt; spannend bis zur letzten Seite – unerwartet, modern und voller Leidenschaft.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:192
EAN:9783312011742
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Rezensionen zu "An Liebe stirbst du nicht: Roman"

  1. Amour fou

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Dez 2020 

    Wow, was für ein intensives Buch! Dieses Buch holt eine Achterbahnfahrt an Gefühlen hervor, lässt Erinnerungen an das Feuer hochkommen, lässt mich lächeln und genießen. "An Liebe stirbst du nicht" lässt mich die Charaktere, ihr Handeln begreifen, aber auch anzweifeln. Manchmal denke ich "Was für ein Drama!", manchmal lässt mich dieses Buch/seine Handlung zweifeln, ein Zuviel verspüren. Aber, ich bin immer dabei!!! Vollkommen dabei!!! Irgendwie erwarte ich kein gutes Ende, denn am Rande lauert ein Grauen/ein Schmerz. Und als dieses Grauen/dieser Schmerz dann kommt, ist es dennoch überraschend und ungeheuer grauenhaft/schmerzhaft.

    Eine Obsession wird geschildert, eine Amour fou. Und wirklich keiner der Beteiligten kommt ungeschoren davon! Alle müssen bezahlen! Und dennoch gab es ein Feuer! Ein Feuer, dem Sie und Er erliegen, dem Sie und Er fast ausgeliefert erscheinen. Doch ist das wirklich so? Oder gibt es nicht doch eine Wahl? Oder sollte man eher fragen: Was ist man bereit zu geben, für ein Gefühl des Feuers, des Verbrennens? Sind diese Momente des Feuers nicht auch etwas Wunderbares und auch Essenzielles?

    Dieses Buch ist derartig intensiv geschrieben, es berührt mich tief und ich kann es definitiv empfehlen!

    Aber auch die Art des Geschriebenen fasziniert. Die Protagonisten haben keine Namen, werden nur in ihrer Funktion bezeichnet, sind damit auch austauschbar, Er und Sie, seine Frau und ihr Freund usw.. Fast allesamt sind es recht kurze und sehr prägnante Kapitel. Gerade diese Art des Buches gefällt mir ungemein. Denn dieses kurze, etwas reduziert Geschriebene passt in meinen Augen wunderbar zu diesem Gefühlsinferno, macht es noch deutlicher!

 

Kein Ort ist fern genug: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Kein Ort ist fern genug: Roman' von Santiago Amigorena
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Kein Ort ist fern genug: Roman"

Der internationale Bestseller über den Umgang mit Schuld und die unerschütterliche Kraft der Liebe Santiago Amigorena erzählt die bewegende Geschichte seines Großvaters: In den Zwanzigern flüchtet Vicente Rosenberg aus Warschau nach Buenos Aires. Dort verliebt er sich in Rosita, gründet mit ihr eine Familie und betreibt ein Möbelgeschäft. Fernab von dem, was in Europa geschieht. Doch mit jedem neuen Brief seiner Mutter aus dem Warschauer Ghetto wachsen Schuld und Ohnmacht. Bis Vicente verstummt und ins innere Exil geht. Rosita aber kämpft weiter – um ihre Liebe, um ihre Familie, um eine Zukunft. Ein ergreifender Roman von großer Dringlichkeit, plastisch und virtuos erzählt.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:184
EAN:9783351038311
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Rezensionen zu "Kein Ort ist fern genug: Roman"

  1. Grauen und Schuld

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Dez 2020 

    Thematisch ist dieses Buch definitiv meins. Es geht um den Menschen und seine Handlungen, seine negativen Handlungen genauer gesagt. Der Holocaust steht hier zentral. Aber er wird einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Vicente Rosenberg lebt in Argentinien, in Buenos Aires. Er ist in den späten Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts hierher ausgewandert, versucht seither seine restliche Familie aus Warschau zu überzeugen, dass sie nachkommen. Allerdings versucht er dies wegen gewisser familiärer Zwistigkeiten und/oder Generationenkonflikte und/oder auch seiner gefühlt fehlenden Zugehörigkeit zum Judentum und auch einer gewissen Scham wegen seiner jüdischen Familie etwas sacht und ist sich gar nicht so sicher, dass er sie wirklich in Argentinien haben möchte. Nach und nach wird dem Ausland klarer, was in Deutschland mit den Juden passiert und dadurch fällt Vicente in eine tiefe Depression, auch aus der Scham vor seinem eigenen Handeln oder eher Nicht-Handeln. Einerseits kann man durchaus nachvollziehen, dass durch gewisse interfamiliäre Konflikte Vicente zu seinen Überlegungen kommt. Wenn man dann überlegt, was es auslösen könnte, wenn man dann mit dem Grauen der Nazis konfrontiert wird und mit der eigenen Schuld leben muss, nicht genug getan zu haben aus recht eigennützigen Gründen. Eine furchtbare Vorstellung! Dennoch reagiert Vicente teilweise auch recht eigenwillig, suhlt sich sehr im eigenen Elend, ist auch hier wieder sehr bei sich und seinem eigenen Grauen. Er hat auch Frau und Kinder und diese bräuchten ihn ebenso. Dies sieht er jedoch nicht! Dieses Verhalten könnte man auch mit einer Depression oder einer für sich empfundenen Unwürdigkeit erklären. Ja, durchaus! Aber gefallen muss mir das als Leser ja nicht. Auch wenn der Erzählcharakter nicht vollkommen meine Sympathien erhält, ist dieses Buch eines der Bücher, die bewegen und mitreißen. Es ist eines der Bücher mit einem riesigen Sog! Und es ist ein Lesetipp!

  1. Ergreifend und intensiv

    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Jul 2020 

    „Mit am schlimmsten am Antisemitismus ist die Tatsache, dass die Juden sich zwangsläufig als Juden zu fühlen haben, dass man sie auf eine Identität jenseits ihres Willens festlegt und kurzerhand für sie beschließt, wer sie wirklich sind.“ (Zitat Pos. 572)

    Inhalt
    1928 verlässt der junge Pole Vicente Rosenberg Europa und wandert nach Argentinien aus. Fünf Jahre später begegnet er Rosita Szapire, die er heiratet. 1940 haben die beiden drei Kinder und Vicente hat gerade sein Möbelhaus eröffnet. Als er im Oktober 1941 einen Brief von seiner Mutter erhält, in dem sie ihm das Leben im Warschauer Ghetto schildert, fühlt er sich schuldig, weil er sie und seinen Bruder nicht schon längst zu sich nach Argentinien geholt hat. Um die Stimme des eigenen Gewissens nicht mehr hören zu müssen, spricht auch er nicht mehr, er zieht sich völlig in sein Schweigen zurück.

    Thema und Genre
    Das Hauptthema dieses biografischen Romans ist eine andere Perspektive des Völkermordes an den Juden im WKII, es geht um die Schuldgefühle jener, die überlebt haben, ihre Fassungslosigkeit, Scham und Ohnmacht, nichts tun zu können. Weitere Themen sind die Frage nach den eigenen Wurzeln und Identität, und die Familie.

    Charaktere
    Vicente Rosenberg war der Großvater des Autors, der sich als Pole, später als Argentinier, aber nie als Jude fühlte. Die Ungewissheit über das Schicksal seiner Mutter und seines Bruders stürzen ihn in tiefe Schuldgefühle, gefolgt von Depressionen und Spielsucht. Er hüllt sich buchstäblich in ein umfassendes Schweigen.

    Handlung und Schreibstil
    Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Jahre 1940 bis 1945, ergänzt durch Rückblenden und sachliche Berichte über geschichtliche Tatsachen. Die bewegende Geschichte beginnt voll Hoffnung, Vicente ist dabei, sich ein erfolgreiches Leben aufzubauen, ist ein romantischer Ehemann und liebevoller Vater. Dies alles ändert sich schlagartig, als die ersten kurzen Meldungen über die Situation der Juden in Europa nach Argentinien gelangen. Nun stehen Vicente und seine Befindlichkeiten und Schuldgefühle im Mittelpunkt der weiteren Geschichte und die bisherige Intensität der Handlung und die eindrückliche Sprache verlieren etwas von der ursprünglichen Aussagekraft.

    Fazit
    Eine ergreifende Geschichte, beklemmend in ihrer Hoffnungslosigkeit. Irgendwann jedoch mündest sie in eine ständige Wiederholung der Metaphern und Schilderungen der Befindlichkeit des Hauptprotagonisten, als ob auch dem Autor weitere Worte fehlten. Ich vermute, dass dies Absicht ist, mich konnte es jedoch nicht vollkommen überzeugen.

 

Doggerland

Buchseite und Rezensionen zu 'Doggerland' von Élisabeth Filhol
NAN
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Schmelzende Gletscher, ansteigende Meere und ein dramatischer Erdrutsch haben das Doggerland vor achttausend Jahren verschwinden lassen. Damals verband das schon in der Steinzeit besiedelte Gebiet Großbritannien mit dem Kontinent; es gilt als das »alte Herz Europas«. Heute ist das mysteriöse Land ein Schlüssel zum Verstehen des Klimawandels für die Wissenschaft – und zugleich den Zugriffen der Offshore-Industrie ausgesetzt. Margaret, Geologin aus Aberdeen, erforscht das Doggerland seit dem Ende der achtziger Jahre. Marc hingegen hat den Fachbereich Geologie an der Universität St. Andrews und seine damalige Freundin Margaret gleichermaßen abrupt verlassen und gegen ein abenteuerliches Leben als Ingenieur auf den Bohrinseln der Welt eingetauscht. Im Dezember 2013 sind beide zu einem Kongress in Dänemark eingeladen. Sie könnten sich dort wiedersehen. Doch am Vorabend ihrer Anreise wird in Großbritannien Warnstufe Rot ausgerufen: Orkan Xaver nähert sich Nordeuropa. Der Roman folgt dem Weg des Sturms und seiner zunehmenden Stärke voller Faszination; Xaver erweckt die Geister des Doggerlandes zum Leben, genauso wie die Erinnerungen der beiden an ihre gemeinsame Zeit, er fördert alte Bruchlinien zutage und wirft die Frage auf, was das Vergangene für die Gegenwart bedeuten kann.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
EAN:9783960542322
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Spiegel unseres Schmerzes: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Spiegel unseres Schmerzes: Roman' von Pierre Lemaitre
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Inhaltsangabe zu "Spiegel unseres Schmerzes: Roman"

Das große Finale der Romantrilogie von Goncourt- Preisträger Pierre Lemaitre Im April 1940 glaubt in Frankreich niemand mehr an den Krieg, weder die Soldaten in ihren Bunkern noch die Pariser in ihren Cafés, und erst recht nicht Lehrerin Louise Belmont. Fast wird es gemütlich – bis die deutsche Wehrmacht durch die Ardennen vorrückt und Louises Leben völlig aus den Fugen gerät. Pierre Lemaitre erweckt mit Louise Belmont eine außergewöhnliche Heldin zum Leben und erschafft ein unvergleichliches Panorama jener Zeit. In Frankreich scheint die Zeit stillzustehen. Schon im September 1939 haben Frankreich und Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg erklärt, doch seitdem: nichts. Während sich an der Maginotlinie die feindlichen Truppen gegenseitig belauern, geht für die Bewohner von Paris der Alltag weiter. Man sitzt im Café, plaudert und spekuliert über die Zukunft. So auch bei Monsieur Jules, dem Restaurant in Montmartre, in dem die Lehrerin Louise an den Wochenenden kellnert. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Louise wird mit einer unliebsamen Enthüllung konfrontiert, die ihr Leben auf den Kopf stellt, während der junge Soldat Gabriel mit den Konsequenzen einer überraschenden Beförderung zu kämpfen hat. Überrumpelt wird auch der Rest Frankreichs – und zwar von der deutschen Wehrmacht, die die Maginotlinie durchbrochen hat und Kurs auf Paris nimmt. Dann bricht Chaos aus, und nichts ist mehr so, wie es einmal war ..

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
EAN:9783608983616
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Marseille.73 (Ariadne)

Buchseite und Rezensionen zu 'Marseille.73 (Ariadne)' von Dominique Manotti
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Inhaltsangabe zu "Marseille.73 (Ariadne)"

Elf Jahre nach der Unabhängigkeit Algeriens schwelt es an der Côte d’Azur. Bei Teilen der Marseiller Polizei gehört Rassismus zum guten Ton. Der Mord an einem französischen Busfahrer wirkt wie ein Signal zur Eskalation, Scharfmacher schüren die Pogromstimmung, ein Junge wird auf offener Straße niedergemäht. Man ermittelt halbherzig und schlampig – bis Commissaire Daquin auf den Plan tritt. Doch er ist kein Marseiller …

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
EAN:9783867542470
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Stille Nacht in der Provence: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Stille Nacht in der Provence: Kriminalroman' von Cay Rademacher
4
4 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Stille Nacht in der Provence: Kriminalroman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
EAN:9783832181390
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Rezensionen zu "Stille Nacht in der Provence: Kriminalroman"

  1. Beschaulicher Winterkrimi

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 27. Dez 2020 

    Es ist wenige Tage vor Weihnachten, als das Hamburger Ehepaar Andreas und Nicola Kantor in dem verschlafenen Ort Miramas-le-Vieux in der französischen Provence ankommen. Andreas ist Lehrer und steht kurz vor dem Burn Out, Nicola hat gerade ihren Job als Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift verloren. Mit der Ehe der beiden steht es schon lange nicht mehr zum Besten dennoch hatte sich Andreas spontan entschieden als Housesitter im Ferienhaus eines Kollegen einzuspringen. Nicolas Freude darüber hält sich in Grenzen, zumal sie aus gewohnter journalistischer Neugier recherchiert hatte, dass vor zwei Jahren in Miramas-le-Vieux ein junger amerikanischer Tourist spurlos verschwand. Die erkaltete Beziehung wird aber auf erstaunliche Weise wiederbelebt. Denn gleich am ersten Morgen in ihrem Domizil entdeckt Andreas in einem eingestürzten Kellergewölbe einen Sarg mit menschlichen Überresten darin. Als er jedoch mit Unterstützung aus dem Ort zu dem Fund zurückkehren will, ist der Sarg verschwunden.

    „In Miramas-le-Vieux. Ausgerechnet in diesem Kaff war er zumindest zum letzten Mal von einem Zeugen lebend gesehen worden. Seither: nichts. David Brown war verschollen, als hätte es ihn nie gegeben.“

    Cay Rademacher macht die Provence abseits seiner Krimreihe wieder zum Schauplatz für ein Verbrechen „Stille Nacht in der Provence“ ist ein beschaulicher Winterkrimi in malerischer Kulisse. Der französische Urlaubsort Miramas-le-Vieux ist im Winter wie ausgestorben. Ausgiebiger Schneefall sorgt dafür, dass der Ort bald von der Außenwelt nahezu abgeschnitten ist. Kalt, finster und pittoresk sind die Gebäude und verwinkelten Gässchen.

    Die wenigen Einheimischen, auf die das deutsche Ehepaar trifft, begegnen diesem nicht immer mir besonderer Freundlichkeit. Da sind vor allem Valéria, die Wirtin des La Table du Roy, und ihr Neffe Dennis, die Künstlerin Milène und ihr grobschlächtiger Ehemann Roger und der Dorfpolizist Jean-Michel Zulesi, der vor zwei Jahren aus Marseille versetzt wurde. Es zeichnet sich schnell ab, dass in diesem Kreis der Verdächtigen, jemand ganz bestimmt etwas zu verbergen hat.

    Es ist ein klassisches und fein reduziertes Setting in diesem winterlichen Kriminalroman – ein abgeschiedener Ort, ein ungeklärtes Verbrechen und Fremde, die in einem „geschlossenen System“ einiges durcheinanderbringen. Das Lokalkolorit der Provence tut maßvoll sein Übriges. Ein solides Kammerspiel zum Genießen.

  1. Nettes Winterbuch

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 26. Nov 2020 

    Die Kantors verbringen Weihnachten in der Provence um einmal aus der Hektik des Alltags rauszukommen und sich eventuell auch wieder aneinander anzunähern. Als Andreas dann aber auf dem Grundstück einen Sarg mit einem Toten darin entdeckt und dieser plötzlich verschwindet, ist es vorbei mit der ruhigen Weihnacht.

    Cay Rademacher liefert hier einen kleinen Krimi mit einer überschaubaren Zahl an Protagonisten. Er schafft es den Leser mitzunehmen in das Rätsel um den verschwundenen Toten. Das winterliche Dorf ist wirklich toll beschrieben, man kann es sich sehr gut vorstellen und durch den starken Schneefall wird es fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten.

    Das schafft noch einmal eine ganz besondere Atmosphäre. Allerdings waren mir die Ermittlungen der beiden Kantors schon fast zu waghalsig. Sie werden teilweise eh schon misstrauisch beäugt und begeben sich dann mehrfach in wirklich gefährliche Situationen. Das kam mir manchmal einfach zu gewollt vor.

    Das Ende hat dann eine schlüssige Auflösung gebracht, die die Ereignisse noch einmal in einem anderen Licht erscheinen lassen.

    Alles in allem war es ein nettes Buch, weihnachtliche Stimmung ist allerdings nicht unbedingt aufgekommen. Ich würde es nicht unbedingt als Weihnachtsbuch sehen. Trotzdem transportiert es das Gefühl für die winterliche Provence.

  1. Frostige Provence

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Okt 2020 

    Mit der Ehe von Andreas und Nicola Kantor steht es im Augenblick nicht zum Besten. Da kommt das Angebot eines Kollegen von Andreas gerade recht. Der besitzt ein Ferienhaus in einem abgelegenen Bergdorf in der Provence, genau das richtige für romantische Weihnachtsfeiertage um wieder zu einem harmonischen Zusammenleben zu finden.

    Miramas-le-Vieux ist ein typisch provenzalisches Dorf, fast alle Häuser sind zu Feriendomizilen umgebaut. Im Sommer wird das Leben dort pulsieren, aber nun, einige Tage vor Weihnachten, wirkt es wie ausgestorben. Einheimische sind kaum zu sehen und die meisten Läden und Restaurants geschlossen. Dann kommt zu den eisigen Temperaturen noch ein heftiger Schneefall. Als Andreas früh aus dem Haus tritt, sieht er, dass der Schnee die Decke eines alten Kellers zum Einsturz brachte und zwischen den Steinbrocken sieht er einen Sarg. Nicht taufrisch, aber auch noch nicht so alt, dass es sich um einen historischen Fund handeln könnte. Auch die Überreste im Sarg scheinen noch sehr alt zu sein. Auf der Suche nach Hilfe stößt er im Ort auf Schweigen, niemand öffnet die Tür und als er später zu seinem Haus zurückkommt, ist der Sarg verschwunden. Nur Autospuren zeigen, dass er nicht geträumt hat.

    Der Einzige, der ihm Glauben schenken will, ist ein strafversetzter, dem Alkohol zugeneigter Flic. Da der Schneefall das mittelalterliche Dorf von der Außenwelt abgeschnitten hat, beginnen Nicola und Andreas mit ihrer eigenen Recherche und statt des lähmenden Schweigens zwischen den beiden, gibt es nur endlich wieder Gespräche und Nähe.

    Eine winterlich-weihnachtliche Geschichte vom Bestseller Autor Cay Rademacher, die zwar nicht in romantisch-verklärte Weihnachtsstimmung versetzt, aber spannend und ein wenig geheimnisvoll zugleich ist. Der Weihnachtskrimi ist kein umfangreiches Buch und auch nicht mit seinen Provence-Krimis zu vergleichen, aber vom Setting und von der Atmosphäre her gelungen und mir viel Vergnügen gemacht. Was frostig verhalten beginnt, nimmt bis zum Schluss noch gehörig Fahrt auf und löst sich sehr überraschend auf.

    Ein gelungener, kleiner Krimi zum Fest.

  1. Ein richtig spannender Krimi der zur Weihnachtszeit spielt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Okt 2020 

    Andreas und Nicola Kantor fahren über Weihnachten in die Provence nach Miramas - le - Vieux um sich um das Ferienhaus von Andreas' Kollegen Martin zu kümmern . Mit ihrer Ehe steht es nicht zum besten . Als dann Andreas einen von Schneemassen eingestürzten alten Gewölbekeller entdeckt in dem ein Sarg samt Skelett steht , ist es mit der Ruhe vorbei . Als er nämlich Hilfe holt und kurz darauf wieder zurückgekehrt ist der Sarg verschwunden ...

    Zu Beginn des Buches wurde ich mit der Gegend und dem Ferienhaus bekannt gemacht . Es wird alles anschaulich beschrieben , so dass ich einen sehr guten Überblick bekam . Der Schreibstil ist eher ruhig und am Anfang kompakt geschrieben , wird er im Laufe des Buches aufgelockerter .Der Erzählstil ist flüssig und sehr bildhaft . Die Protagonisten sind sehr gut auf die Geschichte abgestimmt . Die Spannung hält über das ganze Buch hinweg an .Sie steigert sich praktisch von Kapitel zu Kapitel . Die Handlung spielt sich im Dorf ab , mit seinen engen Gassen hat es seinen eigenen Charme .

    Fazit : Die einzelnen Kapitel sind in Tage eingeteilt . Vom 19 . Dezember Dezember bis zum 25 . Dezember . Der Autor beschreibt auf anschauliche Art das eingeschneite Dorf mit seinen Bewohnern . Eigentlich könnte es richtig romantisch sein , wenn es nicht das verschwundene Skelett gäbe . Da muss ich gleich auf das Cover eingehen . Es ist einfach gehalten und zieht es den Blick auf sich . Das Bild sieht trotzdem romantisch und weihnachtlich aus . Es ist mal etwas ganz anderes . Es ist ein fesselnder Krimi der für spannende Lesestunden sorgt . Besonders wenn es draußen dunkel und kalt ist und innen gemütlich warm .

 

Unsichtbare Tinte: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Unsichtbare Tinte: Roman' von Patrick Modiano
NAN
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Inhaltsangabe zu "Unsichtbare Tinte: Roman"

Wer ist Noëlle Lefebvre? Warum verlor sich Mitte der 60er Jahre ihre Spur? Jean Eyben ist knapp zwanzig, als er in einer Pariser Detektei anheuert und auf die verschwundene Noëlle Lefebvre angesetzt wird. Alle Hinweise führen ins Leere, doch das Rätsel lässt Jean auch Jahre später nicht los. Da sind die Namen von Noëlles Kontakten, das schmale, damals heimlich entwendete Dossier und ihr sporadisch geführter Kalender mit dem geheimnisvollen Satz „Wenn ich gewusst hätte…“. Als Jean einen Jugendfreund trifft, erscheint ihm ein Detail plötzlich von Bedeutung: Noëlle Lefebvre stammt aus „einem Dorf in der Umgebung von Annecy“. So wie er selbst. Ein verblüffender, tief berührender Roman über die Hoheit der Erinnerung und die Deutung der eigenen Geschichte.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783446269187
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Die Rezepte meines Vaters

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Rezepte meines Vaters' von Jacky Durand
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Rezepte meines Vaters"

Monsieur Henri ist ein unvergleichlicher Koch, einer von denen, der die Geschmacksnerven seiner Gäste mit ganz wenigen Mitteln erfreuen kann. Er leitet "Le Relais Fleuri", ein unprätentiöses Bistro im Osten Frankreichs, das den Gästen noch alles geben kann, was sie sich wünschen - zumindest auf dem Teller. Aber eins steht für Henri fest: "Le Relais" wird schließen, wenn er mal nicht mehr sein wird. Unter keinen Umständen soll sein Sohn Julien es übernehmen. Als Henri unheilbar erkrankt, verbringt Julien viele Stunden am Sterbebett seines Vaters. Er hält seine Hand und versucht, sein kulinarische Erbe in Erinnerung zu rufen. Bald hat Julien einen einzigen Wunsch: das Rezeptbuch zu finden, in das sein Vater seine Küchentricks notiert hat. Doch während er sucht, stößt er auf ein anderes Geheimnis, eines aus seiner Familie.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
EAN:9783463000084
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Rezensionen zu "Die Rezepte meines Vaters"

  1. Ein tiefgründiger Leckerbissen mit überraschenden Wendungen!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Nov 2020 

    Eine berührende Familiengeschichte.
    Eine ergreifende Geschichte über eine Vater-Sohn-Beziehung.
    Eine erstaunliche Coming-of-Age Geschichte.
    Ein bewegender Entwicklungsroman.

    So könnte man das Buch „Die Rezepte meines Vaters“ einordnen.

    Zu Beginn des Romans, der in Frankreich spielt, sitzt der erwachsene, ca. 1960 geborene, Ich-Erzähler Julien, am Krankenhausbett seines Vaters in der Palliativstation.

    Seit sechs Monaten liegt Henri dort. Vor drei Wochen ist er ins Koma gefallen.
    Der Tod scheint unmittelbar bevorzustehen.

    Julien schwelgt in Erinnerungen und erzählt seinem Vater aus seinem Leben.
    Er erinnert sich an viele Episoden und gemeinsame Erlebnisse im „Le Relais fleuri“, dem Bistro seines Vaters, das er jetzt am Laufen hält.

    Dabei wird immer klarer, dass wir es mit einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung zu tun haben.

    Julien konnte seinen Vater, den kühlen, wortkargen und unnahbaren Küchenchef wohl trotz aller Bemühungen emotional nicht erreichen.

    Es resultierte ein distanziertes Verhältnis, das von Seiten des Sohnes einerseits von Bewunderung, tiefer Zuneignung und großer Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung sowie andererseits von Wut und manchmal sogar Hass geprägt war.

    Eine eindrückliche Aussage des Sohnes, die diese traurige Tatsache bestätigt, ist: „Ich mag es, wenn du mit mir meckerst. Das heißt, dass du dich für mich interessierst.“ (S. 68)

    Es macht großen Spaß, über die Gedanken und Erinnerungen des Ich-Erzählers in die Welt des Kochens einzutauchen.
    Julien erinnert sich an die Spezialitäten und Lieblingsrezepte seines Vaters Henri, einem außergewöhnlichen und leidenschaftlichen Koch, es fallen ihm Szenen aus der Küche ein und er erzählt feinfühlig und warmherzig Anekdoten aus seiner Kindheit und Jugend im Bistro, das im Erdgeschoss des Elternhauses untergebracht ist.

    Wir lernen Julien, seine Biographie, seinen Alltag, seine Innenwelt und seine Bezugspersonen auf diese Weise immer besser kennen.

    Obwohl das Setting ernst, bedrückend und traurig ist und obwohl ein Hauch von Sehnsucht und Wehmut über der Geschichte schwebt, ist es keineswegs deprimierend, den Roman zu lesen.

    Wenn man von pochierten Eiern mit Pfifferlingen und Zitronentarte liest, läuft einem das Wasser im Mund zusammen, wenn man sich mit Hilfe von Juliens gedanklicher Beschreibung vorstellt, wie Königinpastete zubereitet wird, bekommt man Lust aufs Kochen, es ist amüsant, zu lesen, dass der Sohn nicht selten Rotwein, Schinken im Heumantel, Käse und andere Delikatessen ins Krankenzimmer geschmuggelt hat, um seinem Vater eine kleine Freude zu bereiten und es ist rührend, zu beobachten, wie der Sohn seinen Vater mit einem Duftwasser einreibt, obwohl dessen Motto während seiner Berufstätigkeit war: „Ein Koch benutzt kein Duftwasser. Das verdirbt ihm die Nase und die Geschmackszellen.“ (S. 11)

    Daneben gibt es auch Momente, in denen man ziemlich wütend auf den ungeduldigen, barschen und ziemlich kaltherzigen Vater wird.
    Er war dem Sohn, der von Kindesbeinen an selbst leidenschaftlich am Kochen interessiert war und nach drei zermürbenden Jahren an der technischen Fachoberschule und einem Studium der Literaturwissenschaften inzwischen Vaters Bistro über Wasser hält, ein ziemlich schlechter Lehrmeister.

    Stop! Darauf sollte ich vielleicht differenzierter eingehen.
    Julien hat Talent und Begeisterung von seinem Vater „geerbt“ und unglaublich viel von seinem Vater gelernt, weil der ihn mithelfen, über die Schulter schauen und ausprobieren ließ, aber er hat ihm kein einziges Rezept erklärt und sich strikt geweigert, ihm seine Kochgeheimnisse anzuvertrauen oder sein Rezeptbuch zu vererben.
    Und nicht nur das!
    „In einem Anfall kalter Wut“ (S. 16) hat der Vater wohl eines Tages beschlossen, seine Rezeptsammlung verschwinden zu lassen.
    Nicht selten fragt der Sohn sich nun, wo der Vater „das verfluchte Rezeptbuch“ (S. 18) versteckt haben könnte.

    Julien erzählt trotz der spürbaren Einsamkeit und Wehmut zackig und lebendig. Man saust regelrecht durch das Buch, weil man neugierig auf diese Vater-Sohn-Beziehung und auf alles andere drum herum ist.

    Schon recht bald erfährt man, dass Juliens Mutter Hélène eine Französischlehrerin ist, die ihre Nase ständig in Bücher steckt und man bekommt den Eindruck, dass Henri seine Partnerin, die er unter allen Umständen von der Küche fernhaften will, aufrichtig liebt und äußerst gern mit Champagner und Austern verwöhnt.

    Etwas verblüfft lese ich, dass die Beziehung zwischen Vater und Sohn einst recht gut gewesen zu sein scheint.
    Julien erinnert sich an viele Episoden mit seinem Vater, in denen man ihr Verhältnis unschwer als unbeschwert und den Vater ohne weiteres als liebevoll und geduldig beschreiben kann.

    Eines Tages schenkt Hélène Henri ein Notizbuch, in das hinein sie seine Rezepte, die er ihr diktieren soll, schreiben möchte.
    Von Diktat zu Diktat entfernen sich die beiden voneinander.
    Sie, die einst so liebevoll und neckisch miteinander umgegangen sind, entfremden sich mehr und mehr.

    Was ist da passiert?
    Haben die Rezeptsammlung und der dadurch eingeleitete Prozess etwas damit zu tun, dass Henri und seine Beziehung zu seinem Sohn Julien sich so zum Nachteil verändert hat?
    Und wo ist das Rezeptbuch, bei dem es um weit mehr als nur um Rezepte geht?

    All das werde ich natürlich nicht erzählen.
    Aber so viel verrate ich noch:
    Es macht große Freude, Julien durch seine Kindheit und Jugend zu begleiten und darüber hinaus seine Familie, Freunde und Bekannte kennenzulernen.
    Unaufgeregt, aber zügig und flott, feinfühlig und psychologisch stimmig und nachvollziehbar beschreibt Jacky Durand die inneren Prozesse und Handlungen seiner Protagonisten.
    Ich war voll dabei und mitten drin.
    Einige unvorhergesehene Wendungen überraschen den Leser ganz plötzlich und machen das Werk auf diese Weise zusätzlich zu einem Schmankerl.

    Ich empfehle diesen besonderen und berührenden Roman, der schon gut beginnt und immer besser wird, äußerst gerne weiter.

 

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge: Thriller' von Alexander Oetker
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge: Thriller"

Ein Terror-Anschlag erschüttert San Sebastián. Das Ziel: die Sommerakademie von Friedensnobelpreisträgerin Ashrami Rafiki. Die Opfer: über 1.500 junge Frauen aus aller Welt. Mit dieser schrecklichen Vorahnung schreckt Terror-Profilerin Zara von Hardenberg aus einem Alptraum hoch. Die beste Profilerin von Europol kann sich jedes Detail merken, entdeckt jeden noch so kleinen Hinweis und ahnt die nächsten Schritte ihrer Gegner voraus – doch sie kann keine Regeln brechen. Und um einen solchen schrecklichen Anschlag zu verhindern, werden legale Mittel nicht ausreichen. Zara sieht sich gezwungen, erneut ihre Zwillingsschwester Zoë um Hilfe zu bitten. Denn die Profi-Killerin der korsischen Mafia schert sich nicht um Regeln und Gesetze und kennt nur eine einzige Grenze: sich selbst. Also müssen sie wieder die Rollen tauschen, um den Terror zu stoppen und einen Fall zu lösen, der sie tief in ihre eigene Familiengeschichte führen wird.

Format:Broschiert
Seiten:336
EAN:9783426307670
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Rezensionen zu "Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge: Thriller"

  1. Das Restaurant

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 20. Nov 2020 

    Die ungleichen Zwillingsschwestern Zara und Zoë müssen einen gemeinsamen Weg finden. Zara von Hardenberg, die bei einer geheimen europäischen Polizeieinheit arbeitet, fürchtet, es könne ein Anschlag drohen. Doch sie selbst sieht sich nicht in der Lage, harte Maßnahmen zu ergreifen. Die einzige Möglichkeit scheint zu sein, mit ihrer Schwester die Rolle zu tauschen. Diese ist die Fürstin, eine Patin der korsischen Mafia und wesentlich weniger skrupellos. Doch Zara muss einfach ausnutzten, dass kaum jemand weiß, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Doch wie wird sich Zara in Zoës Haut behaupten?

    Nachdem sich die Schwestern im ersten Band der Reihe erst wieder gefunden hatten, wird ihre Beziehung im zweiten Band auf eine Probe gestellt. Der Rollentausch ist alles anders als einfach, schließlich bewegen die beiden Frauen sich in sehr unterschiedlichen Umgebungen, allerdings unter Menschen, die alles andere als dumm sind. So leicht kann die Täuschung nicht gelingen. Und doch, ein Anschlag muss einfach verhindert werden. Zu viele Menschenleben stehen auf dem Spiel. Letztendlich begeben sich Beide in Gefahr und es steht keinesfalls fest, dass sie erfolgreich sein werden.

    Während im ersten Band sehr schön beschrieben ist, wie sich die Schwestern wieder annähern und gleichzeitig für Zara ein Fall zu lösen ist, entsteht im zweiten Band etwas der Eindruck, dass die innere Linie fehlt. Beruhend auf einem Albtraum, wird eine Maschinerie in Gang gesetzt, die sehr ungewöhnlich ist. Wie Erkenntnisse zustande kommen, bleibt hin und wieder im Ungewissen. Auch wie eng Vertraute sich von den Schwestern narren lassen, ist manchmal schwer nachzuvollziehen. Einige Fragen werden nicht immer einleuchtend erklärt und einige Ereignisse erscheinen unnötig. Vielleicht sind das Ansätze für einen Folgeband, aber dadurch wird diesem Roman der Zusammenhalt genommen. Und ob die Schwestern in dieser Richtung weitergehen müssen, nun ja. Dieser szenische Thriller ist zwar nicht ganz so packend wie der erste Band, aber doch rasant und spannend geschrieben.

 

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