Forgotten Girl (Thriller)

Buchseite und Rezensionen zu 'Forgotten Girl (Thriller)' von Eva-Maria Silber
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Forgotten Girl (Thriller)"

Traue niemandem, vor allem nicht dir selbst

Der spannende Psychothriller für alle Fans von Gone Girl

Fünf Teenager zelten am Karfreitag 1984 am Totenmaar. Am nächsten Morgen sind drei von ihnen tot – sie wurden auf grausame Art und Weise ermordet. Die anderen beiden überleben schwer verletzt. Sebastian behauptet, nichts gesehen zu haben und Katharina hat durch das Trauma ihr Gedächtnis verloren. Der Täter wurde nie gefunden.

30 Jahre später werden die Morde von Ermittlerin Janna Habena als „cold cases“ wiederaufgenommen. Bei der erneuten Befragung trifft Katharina nach all den Jahren wieder auf Sebastian und die beiden verlieben sich ineinander. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Spielt Sebastian ihr nur etwas vor, weil er Angst hat, dass sie sich erinnert? Und weiß er mehr als er zugibt?

Forgotten Girl basiert auf einem authentischen, ungelösten Mordfall aus Finnland.

Erste Leserstimmen

„fesselnd bis zum Schluss mit einem überraschenden Ende“
„Spannung ohne Pausen – sehr empfehlenswert für alle, die Psychothriller lieben!“
„ein Buch, das man nicht mehr so einfach aus der Hand legen kann“
„düsterer und mitreißender Thriller“
„wenn man nach dem Lesen noch tagelang über die Geschichte nachdenken muss, hat die Autorin alles richtig gemacht“

Über die Autorin
Eva-Maria Silber, geboren 1959, studierte Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen hochgradiger Schwerhörigkeit aufgeben musste. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt sie Krimis und Thriller.

Format:Kindle Edition
Seiten:242
EAN:

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Rezensionen zu "Forgotten Girl (Thriller)"

  1. Verhängnisvoller Karfreitag am Totenmaar

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Okt 2018 

    "Nichts hält etwas intensiver in der Erinnerung fest, als der Wunsch es zu vergessen." (Michel de Montaigne)
    Trier 1984 die fünf Jugendlichen Britta, Anette, Katharina, Marc und Sebastian, wollen gemeinsam in Brittas Geburtstag hinein feiern und verbringen die Nacht im Zelt am Totenmaar. Die Eltern wissen nichts davon das sie ausgerechnet dort zelten werden, den sonst hätten, sie es niemals erlaubt. Am nächsten Morgen findet man ein Blutbad vor, nur noch Sebastian und Katharina können lebend geborgen werden. Beide sind schwer verletzt, während Sebastian nichts gesehen haben will, hat Katharina eine Amnesie und ein Trauma erlitten. Die anderen drei dagegen wurden auf brutalste und bestialische Weise getötet. Wer nur richtet so ein Blutbad an, fragen sich KHKC Helmuth Berg und die junge Kriminalmeisterin Janna Habena die den Fall übernehmen. Doch der Täter soll nie gefunden werden.
    30 Jahre später Janna Habena hat dieser Fall nie wirklich losgelassen, ist er doch der einzige, den sie nie lösen konnte. Inzwischen ist Janna stellvertretende Kommissarleiterin und rollt den Fall als Cold Case wieder auf. Sie trifft nun wieder auf Katherina und Sebastian, die sich nach ihrer erneuten Befragung ineinander verlieben. Doch kann Katharina ihm wirklich trauen, den noch immer kämpft sie mit ihrem Trauma und Alpträumen. Weiß Sebastian doch mehr als er zugeben will?

    Meine Meinung:
    Ein geheimnisvolles Cover und ein interessanter Klappentext haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Der Schreibstil war sehr gut und fesselt mich sofort von Anfang an. Eingeteilt in 2 Teile, bei der es zu anfangs um die Ereignisse von 1984 geht um dann 30 Jahre später in die Gegenwart zu kehren. Der Plot war so brillant geschrieben, das ich mehrmals den Eindruck verspürt, ob diese Geschichte womöglich in der Realität passiert ist. Dass die Autorin eine ehemalige Rechtsanwältin und Strafverteidigerin gewesen ist, merkt man dem Inhalt sehr gut an. Sie brilliert durch gute Schilderungen der Taten, gute Ermittlungen und durch präzise Zusammenfassungen am Ende der Geschichte. Was mich hingegen stutzig machte, war das extreme Trauma von Katharina, das ich nicht immer ganz nachvollziehen konnte. Genauso das Katharinas Eltern viel zu lange zugesehen haben, bis sie überhaupt reagierten, fand ich etwas unglaubwürdig. Dafür konnte mich alles andere zu 100 Prozent überzeugen. Die Charaktere waren sehr gut durchdacht und für mich weitestgehend glaubwürdig. Trotzdem ich für niemanden von ihnen große Sympathien entwickeln konnte, dazu waren mir die Personen alle zu flach geblieben. Am interessantesten fand ich noch Janna, die alles dafür tat um die Wahrheit herauszufinden. Mit Katharina hingegen wurde ich nie richtig warm, ihre Veränderung, die sie nach dem Massaker erlebte machte sie mir fast sogar noch unsympathischer. Mein Verdacht, den ich hatte, hat sich dann im Nachhinein auch bestätigt, nur nicht ganz in dem Maße wie die Tat wirklich stattgefunden hat. Am meisten erschreckte mich in dieser Geschichte wie Leichtsinn, Neid, Hass und Eifersucht Menschen zu Bestien werden lassen. Dabei nimmt die Autorin bei den Schilderungen kein Blatt vor den Mund und man braucht teilweise schon starke Nerven. Für mich ein Thriller, von denen ich gerne weiter lesen würde und der von mir 4 1/2 von 5 Sterne bekommt.

 

Die letzten Meter bis zum Friedhof

Buchseite und Rezensionen zu 'Die letzten Meter bis zum Friedhof' von Antti Tuomainen
4.35
4.4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die letzten Meter bis zum Friedhof"

Gebundenes Buch
"Großartig!" Aki Kaurismäki

Jaako ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er keine Grippe hat, sondern sterben wird, und zwar sehr bald: Jemand hat ihn über längere Zeit hinweg vergiftet. Das an sich ist schon geeignet, einem Mann so richtig den Tag zu verderben. Leider wird Jaako bei der Rückkehr nach Hause außerdem noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit Petri betrügt, dem jungen, knackigen Angestellten ihrer gemeinsamen Firma. Der Firma, die in jüngster Zeit gefährlich Konkurrenz bekommen hat. Jaako beschließt herauszufinden, wer ihn um die Ecke bringen will. Und er wird sein Unternehmen für die Zeit nach seinem Tod fit machen. Der Handel mit den in Japan zu Höchstpreisen gehandelten Matsutake-Pilzen läuft nämlich ausgezeichnet, und in Finnlands Wäldern wachsen nun einmal die besten. Doch das neue Konkurrenzunternehmen kämpft wirklich mit harten Bandagen. Ist es da Jaakos Schuld, wenn es zu Toten kommt? Und hat er überhaupt Zeit für anderer Leute Sorgen? Denn so viel ist klar: Mit dem Tod vor Augen geht alles leichter, gilt es doch jede Minute zu genießen.

"Die letzten Meter bis zum Friedhof" ist nicht einfach ein Kriminalroman, sondern ein besonderes Buch: lustig und tragisch, berührend und skurril, lebensklug und nachdenklich, ein Roman, der trotz seines makabren Themas die Lebensgeister weckt, und eine schräge Lektüre, bei der man sich fühlt, als befände man sich in einem Film von Aki Kaurismäki.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag: Rowohlt
EAN:9783498065522

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Rezensionen zu "Die letzten Meter bis zum Friedhof"

  1. Du suchst deinen Mörder und findest dich selbst...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Aug 2020 

    Jaakko ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er bald sterben wird: Jemand hat ihn vergiftet. Das an sich ist schon genug, um einem Mann so richtig den Tag zu verderben. Leider wird Jaakko zu Hause auch noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit Petri betrügt, dem jungen knackigen Angestellten der gemeinsamen Firma. Der Firma, die jüngst gefährliche Konkurrenz bekommen hat.

    Jaakko beschließt herauszufinden, wer ihn um die Ecke bringen will. Und er wird sein Unternehmen für die Zeit nach seinem Tod fit machen. Das Geschäft mit den in Japan zu Höchstpreisen gehandelten Matsutake-Pilzen läuft nämlich blendend, und in Finnlands Wäldern wachsen nun einmal die besten. Doch die neuen Mitbewerber kämpfen mit harten Bandagen. Ist es da Jaakkos Schuld, wenn jemand zu Tode kommt? Und hat er überhaupt noch Zeit für anderer Leute Sorgen? Eins ist jedenfalls klar: Mit dem Tod vor Augen geht’s irgendwie auch leichter.

    Obiger Klappentext verrät in der Tat sehr gut, um was es in dem Buch geht. Um seine Gedanken zu ordnen - und das tut Not angesichts der sich überschlagenden Ereignisse und der Kürze der verbleibenden Zeit - fährt Jaakko gerne ziellos mit dem Auto durch die Straßen der kleinen Stadt. Wer hat ihn vergiftet und weshalb? Wer oder was steckt hinter dem plötzlichen Konkurrenzunternehmen in der Pilzbranche? Steht seine Firma ebenso vor dem Aus wie er selbst? Und wem kann er überhaupt noch vertrauen?

    „Bist du krank?“, fragt sie. --- „Nein“, entgegne ich. Ich fühle mich tatsächlich in diesem Moment ganz gesund. Ich bin ja auch nicht wirklich krank, ich sterbe nur.

    Jaakko beschließt jedenfalls, keine Zeit damit zu verlieren, zur Polizei zu gehen und zu versuchen, die merkwürdigen Umstände zu erläutern, die sich gegen ihn verschworen haben. Bis die Polizei einen möglichen Täter gefunden hat, ist der 37Jährige womöglich schon tot. Es bleibt ihm also nur, selbst nach seinem Mörder zu fahnden. Und im Rahmen seiner Ermittlungen kommt es dann zu allerlei skurrlien Begegnungen...

    Natürlich ist Jakkoo schockiert über die Nachricht, dass er bald sterben wird. Aber so kann er eben auch plötzlich jeden Augenblick so leben, als sei er sein letzter, was ihn Dinge machen lässt, über die er zuvor nie auch nur nachgedacht hätte. In jedem Fall ruiniert er nach und nach seine komplette Garderobe, denn immer wieder landet er aus diversen Gründen in Dreck und Schlamm, was letztlich fast so etwas wird wie ein Running Gag.

    Trotz des drohenden Todes mit einigen durchaus schwermütigen Gedanken, kommt hier auch der Humor nicht zu kurz. Schwarz, trocken, morbide kommt der daher, so dass der Hörer hier auch durchaus was zu lachen hat. Skurrile Szenen gibt es hier zudem zuhauf, so überzogen oft, dass sie den Wirklichkeitstest sicher nicht bestehen würden - Spaß machen sie trotzdem. Ob nun eine Verfolgungsjagd im Kreisverkehr, ein actionmäßig gekonnt in Szene gesetzter Suizid oder ein zweckentfremdeter Saunaofen: man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

    Ein wenig fehlte mir hier phasenweise der Spannungsbogen, gerade im Mittelteil zog sich die Erzählung für meinen Geschmack etwas zäh in die Länge. Dann aber überraschte der Autor wieder mit ungeahnten Wendungen - und letztlich kommt eben doch immer alles anders als gedacht.

    Jaakko fungiert hier als Ich-Erzähler und ist demzufolge der Charakter, der am sorgfältigsten ausgearbeitet wurde und den man im Verlauf immer besser zu kennen glaubt. Schön fand ich, dass er bei aller Betroffenheit über seine tödliche Vergiftung nicht in Selbstmitleid verfiel, sondern im Gegenteil zunehmend das Heft selbst in die Hand nahm und dadurch lebendiger wurde als je zuvor. Die anderen Charaktere blieben eher eindimensional, was hier aber nicht schlimm ist, allenfalls skurril.

    Mich hat das Hörbuch (ungekürzte Ausgabe, 7 Stunden und 57 Minuten, passend unaufgeregt gelesen von Peter Lontzek) jedenfalls so gut unterhalten, dass ich gerne Ausschau halte nach weitern Büchern von Antti Tuomainen.

    © Parden

  1. Ein Raum aus Zeit, der schwindet

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Feb 2020 

    Jaakko geht wegen einer hartnäckigen Magendarmgrippe zum Arzt – und wird zum Sterben nachhause geschickt. Irgendjemand hat ihn vergiftet, offenbar über einen langen Zeitraum hinweg. Alle Organe sind bereits so stark geschädigt, dass da nichts mehr zu machen ist; er hat nur noch ein paar Tage, allerhöchstens Wochen.

    Wer steckt dahinter? Seine Ehefrau und ihr beschämend attraktiver Liebhaber? Die zwielichtige Konkurrenz, die seinem florierenden Pilzhandel nur zu gerne die Kundschaft stehlen würde?

    Jaakko wird herausfinden, was dahintersteckt – auch wenn es höchstwahrscheinlich das Letzte ist, was er tut. Aber bis dahin pflastern erstmal die Leichen anderer Menschen seinen Weg… Düster ist es in Finnland – bitter die Schwermut, schwarz der Humor.

    Es gibt Szenen, die actiongeladen und brutal auch in einem Film von Tarantino nicht fehl am Platz wären. Gnadenlos überzogen, da muss man jeglichen Gedanken an Glaubwürdigkeit erstmal fallen lassen. Aber irgendwie funktioniert das.

    Es gibt Szenen, bei denen man sich totlachen will, wo einem das Lachen dann aber quer im Halse stecken bleibt. Darf man das, so über den Tod lachen? Über eine Tragödie, die ihrem Helden quasi das Leben von den Knochen schabt? Ja, darf man, vor allem, wenn der Humor so gekonnt und wohldosiert eingesetzt wird.

    Dies ist eine Tragikomödie mit Flair, die ihre Munition nicht unbedacht verpulvert.

    Und nebenbei, vollkommen überraschend: Tiefgang, das kann Antti Tuomainen auch. Und dieser Tiefgang ist es auch, der für die nötige Balance sorgt, so dass der Humor nicht zu viel wird, die Geschichte nicht zu platt.

    Noch bei den skurrilsten Entwicklungen schwingt ein leiser Ton lebenskluger Philosophie mit. Denn so klischeebehaftet es klingt, so zutiefst ehrlich und lebensnah liest sich das: erst im Angesicht des Todes wacht Protagonist Jaakko auf und begreift, was das Leben noch alles zu bieten hätte. Nur ist es jetzt zu spät. Oder?

    Er hat nicht mehr viel Zeit, aber er packt so viel Leben in jede Minute, wie möglich – allerdings nicht, indem er einen Baum pflanzt oder einen Sohn zeugt. Seinen Mörder finden, das will er unbedingt noch schaffen, bevor er den Löffel abgibt. Und seinen Betrieb retten, obwohl ihm das ja eigentlich schon egal sein könnte. Nebenbei kann er ja noch am ein oder anderem Blümchen riechen.

    Fest steht: irgendwie erleichtert ihn sein bevorstehender Tod auch. Er hat nicht mehr genug Platz im Handgepäck für Nebensächlichkeiten.

    Was wir hier haben, ist eine Geschichte mit scheinbar überschaubarem Verlauf und Ende. Schließlich weiß man von Anfang an, was passiert und wie es unvermeidlich enden wird: Jaakko stirbt. Ob er seinen Mörder findet oder nicht, ob er seinen Betrieb rettet oder nicht. Nicht vielleicht. Nicht im schlimmsten Fall.

    JAAKKO. STIRBT.

    (Oder? Die Hoffnung stirbt zuletzt.)

    Dennoch baut der Autor einige unerwartete Wendungen ein, die es in sich haben. Während dem Leser noch der Kopf schwirrt, wartet Tuomainen mit einem brillant geschriebenen Charakter nach dem anderen auf, dem das Kunststück gelingt, gleichzeitig lebensecht und wie ein Klischee zu wirken. Er treibt diese Klischees auf die Spitze, bis man sich denkt: ja klar, solche Menschen muss es doch auch wirklich geben. Wahrscheinlich in Finnland.

    Das ist so zutiefst originell und einfallsreich, dass man sowas wie logische Schlüssigkeit gar nicht vermisst. (Das muss man als Autor auch erstmal schaffen.) In dieser Stadt, in diesem verklingenden Leben, sind die Dinge nun mal, wie sie sind. Und das nimmt den Leser, der sich darauf einlässt. mit auf eine spannende, lustige, tragische Reise. Alles auf einmal.

    Jaakko selber ist ein liebenswerter Mensch mit Macken und Fehlern, der durch seinen nahenden Tod paradoxer Weise erst so richtig aufblüht.

    Das Sahnehäubchen auf dem Beerdigungskuchen ist der Schreibstil. Mal ist er locker-leicht, mal so karge und knochentrocken, dass man zum Glas greifen will. Aber immer zielsicher mitten rein, ob nun ins Herz oder ins Zwerchfell. Und manchmal wird er gar melancholisch-poetisch – ohne so zu klingen wie die pseudo-poetischen Ergüsse auf Grußkarten. Da haut der Autor einem mal so eben die eigene Sterblichkeit um die Ohren.

    "Es ist seltsam. Wie lange ich in dem Glauben gelebt habe, unsterblich zu sein, als würde Sommer auf Sommer folgen, als würde der nächste besser werden als der vergangene. Wahr ist, dass wir nur einen Augenblick haben: einen Moment lang Sonne, einen hellen Schein, den wir nicht verstehen, einen Raum aus Zeit, der schwindet."
    (Zitat)

    Fazit

    Jaakko hat gerade erfahren, dass er nur noch wenige Tage, höchstens Wochen, zu leben hat – Organversagen durch eine lange andauernde, schleichende Vergiftung. Die Zeit, die ihm bleibt, will er nutzen, um aufzuräumen: seinen Mörder finden, seinen Betrieb so hinterlassen, dass dieser Chancen am Weltmarkt hat.

    Skurril. Morbide. Zum Schreien komisch. Tragisch. Actiongeladen, Mit Tiefgang. Absurd.

    Über das Buch kann man vieles sagen, auch viel Widersprüchliches. Aber es ist alles wahr, alles auf einmal, denn es schert sich keinen Deut um Konventionen und Genregrenzen. Verfolgungsjagden im Kreisverkehr (!!) kommen hier genauso vor wie choreographisch beeindruckende Actionszenen mit ungeplantem Suizid.

    In meinen Augen ist das sehr gelungen und wirklich mal was ganz Anderes, wenn auch sicher nichts für allzu Zartbesaitete.

  1. Fast tot

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Jan 2020 

    Seit einiger Zeit fühlt Jaako sich nicht wohl. Endlich geht er zum Arzt, der ihm mitteilt, dass die Untersuchungen Hinweise auf eine Vergiftung ergeben haben. Diese sei schon so weit fortgeschritten, dass nichts mehr zu machen sei. Schockiert überlegt Jaako, wer einen Grund haben könnte, ihn zu töten. Tja, wer? Jemand aus seinem Umfeld? Er muss unbedingt mit seiner Frau sprechen. Daheim angekommen ist das erste was er sieht, seine Herzensdame, die sich mit einem Angestellten vergnügt. Ist da das Motiv? Oder liegt es doch eher in seiner Firma, die Pilze nach Japan liefert und die plötzlich Konkurrenz bekommen hat.

    Schon seltsam, man geht zum Arzt und erfährt, dass man eigentlich schon so gut wie tot ist. Damit muss man erstmal zurecht kommen und auch mit dem Gedanken, dass einem offensichtlich einer ans Leder will. Fraglich, wem man noch vertrauen kann. Der eigenen Frau offenbar nicht. Und die Konkurrenz beginnt, Mitarbeitern in seiner Firma Arbeitsplätze anzubieten. Haben sie alle Jaako etwa schon abgeschrieben? Das lässt Jaako nicht mit sich machen. Er will unbedingt herausfinden, was wer vorhat. Und wenn es das Letzte ist, war er tut.

    Richtig schön schräg ist dieser Kriminalroman um skurrile Typen aus Finnland. Natürlich ist es eine Ausgangslage, in der man nicht stecken möchte. Da ist man doch lieber gesund. Aber nichtsdestotrotz Jaako packt es an. Er gibt nicht einfach auf und damit ergibt sich eine spannende Gemengelage, die es aufzulösen gilt. Wahrscheinlich nicht perfekt und manchmal vielleicht auch etwas weit hergeholt, aber so witzig oder gar irrwitzig wie sich die Handlung entwickelt, da kann man einfach nur weiterlesen. Leicht und vergnüglich, aber auch fesselnd besticht dieser Roman mit seinem Helden quasi auf Krücken. Gerade das Richtige für einen entspannten Sonntagnachmittag.

 

Die letzten Meter bis zum Friedhof

Buchseite und Rezensionen zu 'Die letzten Meter bis zum Friedhof' von Antti Tuomainen
4.35
4.4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die letzten Meter bis zum Friedhof"

Gebundenes Buch
"Großartig!" Aki Kaurismäki

Jaako ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er keine Grippe hat, sondern sterben wird, und zwar sehr bald: Jemand hat ihn über längere Zeit hinweg vergiftet. Das an sich ist schon geeignet, einem Mann so richtig den Tag zu verderben. Leider wird Jaako bei der Rückkehr nach Hause außerdem noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit Petri betrügt, dem jungen, knackigen Angestellten ihrer gemeinsamen Firma. Der Firma, die in jüngster Zeit gefährlich Konkurrenz bekommen hat. Jaako beschließt herauszufinden, wer ihn um die Ecke bringen will. Und er wird sein Unternehmen für die Zeit nach seinem Tod fit machen. Der Handel mit den in Japan zu Höchstpreisen gehandelten Matsutake-Pilzen läuft nämlich ausgezeichnet, und in Finnlands Wäldern wachsen nun einmal die besten. Doch das neue Konkurrenzunternehmen kämpft wirklich mit harten Bandagen. Ist es da Jaakos Schuld, wenn es zu Toten kommt? Und hat er überhaupt Zeit für anderer Leute Sorgen? Denn so viel ist klar: Mit dem Tod vor Augen geht alles leichter, gilt es doch jede Minute zu genießen.

"Die letzten Meter bis zum Friedhof" ist nicht einfach ein Kriminalroman, sondern ein besonderes Buch: lustig und tragisch, berührend und skurril, lebensklug und nachdenklich, ein Roman, der trotz seines makabren Themas die Lebensgeister weckt, und eine schräge Lektüre, bei der man sich fühlt, als befände man sich in einem Film von Aki Kaurismäki.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag: Rowohlt
EAN:9783498065522

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Rezensionen zu "Die letzten Meter bis zum Friedhof"

  1. Du suchst deinen Mörder und findest dich selbst...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Aug 2020 

    Jaakko ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er bald sterben wird: Jemand hat ihn vergiftet. Das an sich ist schon genug, um einem Mann so richtig den Tag zu verderben. Leider wird Jaakko zu Hause auch noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit Petri betrügt, dem jungen knackigen Angestellten der gemeinsamen Firma. Der Firma, die jüngst gefährliche Konkurrenz bekommen hat.

    Jaakko beschließt herauszufinden, wer ihn um die Ecke bringen will. Und er wird sein Unternehmen für die Zeit nach seinem Tod fit machen. Das Geschäft mit den in Japan zu Höchstpreisen gehandelten Matsutake-Pilzen läuft nämlich blendend, und in Finnlands Wäldern wachsen nun einmal die besten. Doch die neuen Mitbewerber kämpfen mit harten Bandagen. Ist es da Jaakkos Schuld, wenn jemand zu Tode kommt? Und hat er überhaupt noch Zeit für anderer Leute Sorgen? Eins ist jedenfalls klar: Mit dem Tod vor Augen geht’s irgendwie auch leichter.

    Obiger Klappentext verrät in der Tat sehr gut, um was es in dem Buch geht. Um seine Gedanken zu ordnen - und das tut Not angesichts der sich überschlagenden Ereignisse und der Kürze der verbleibenden Zeit - fährt Jaakko gerne ziellos mit dem Auto durch die Straßen der kleinen Stadt. Wer hat ihn vergiftet und weshalb? Wer oder was steckt hinter dem plötzlichen Konkurrenzunternehmen in der Pilzbranche? Steht seine Firma ebenso vor dem Aus wie er selbst? Und wem kann er überhaupt noch vertrauen?

    „Bist du krank?“, fragt sie. --- „Nein“, entgegne ich. Ich fühle mich tatsächlich in diesem Moment ganz gesund. Ich bin ja auch nicht wirklich krank, ich sterbe nur.

    Jaakko beschließt jedenfalls, keine Zeit damit zu verlieren, zur Polizei zu gehen und zu versuchen, die merkwürdigen Umstände zu erläutern, die sich gegen ihn verschworen haben. Bis die Polizei einen möglichen Täter gefunden hat, ist der 37Jährige womöglich schon tot. Es bleibt ihm also nur, selbst nach seinem Mörder zu fahnden. Und im Rahmen seiner Ermittlungen kommt es dann zu allerlei skurrlien Begegnungen...

    Natürlich ist Jakkoo schockiert über die Nachricht, dass er bald sterben wird. Aber so kann er eben auch plötzlich jeden Augenblick so leben, als sei er sein letzter, was ihn Dinge machen lässt, über die er zuvor nie auch nur nachgedacht hätte. In jedem Fall ruiniert er nach und nach seine komplette Garderobe, denn immer wieder landet er aus diversen Gründen in Dreck und Schlamm, was letztlich fast so etwas wird wie ein Running Gag.

    Trotz des drohenden Todes mit einigen durchaus schwermütigen Gedanken, kommt hier auch der Humor nicht zu kurz. Schwarz, trocken, morbide kommt der daher, so dass der Hörer hier auch durchaus was zu lachen hat. Skurrile Szenen gibt es hier zudem zuhauf, so überzogen oft, dass sie den Wirklichkeitstest sicher nicht bestehen würden - Spaß machen sie trotzdem. Ob nun eine Verfolgungsjagd im Kreisverkehr, ein actionmäßig gekonnt in Szene gesetzter Suizid oder ein zweckentfremdeter Saunaofen: man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

    Ein wenig fehlte mir hier phasenweise der Spannungsbogen, gerade im Mittelteil zog sich die Erzählung für meinen Geschmack etwas zäh in die Länge. Dann aber überraschte der Autor wieder mit ungeahnten Wendungen - und letztlich kommt eben doch immer alles anders als gedacht.

    Jaakko fungiert hier als Ich-Erzähler und ist demzufolge der Charakter, der am sorgfältigsten ausgearbeitet wurde und den man im Verlauf immer besser zu kennen glaubt. Schön fand ich, dass er bei aller Betroffenheit über seine tödliche Vergiftung nicht in Selbstmitleid verfiel, sondern im Gegenteil zunehmend das Heft selbst in die Hand nahm und dadurch lebendiger wurde als je zuvor. Die anderen Charaktere blieben eher eindimensional, was hier aber nicht schlimm ist, allenfalls skurril.

    Mich hat das Hörbuch (ungekürzte Ausgabe, 7 Stunden und 57 Minuten, passend unaufgeregt gelesen von Peter Lontzek) jedenfalls so gut unterhalten, dass ich gerne Ausschau halte nach weitern Büchern von Antti Tuomainen.

    © Parden

  1. Ein Raum aus Zeit, der schwindet

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Feb 2020 

    Jaakko geht wegen einer hartnäckigen Magendarmgrippe zum Arzt – und wird zum Sterben nachhause geschickt. Irgendjemand hat ihn vergiftet, offenbar über einen langen Zeitraum hinweg. Alle Organe sind bereits so stark geschädigt, dass da nichts mehr zu machen ist; er hat nur noch ein paar Tage, allerhöchstens Wochen.

    Wer steckt dahinter? Seine Ehefrau und ihr beschämend attraktiver Liebhaber? Die zwielichtige Konkurrenz, die seinem florierenden Pilzhandel nur zu gerne die Kundschaft stehlen würde?

    Jaakko wird herausfinden, was dahintersteckt – auch wenn es höchstwahrscheinlich das Letzte ist, was er tut. Aber bis dahin pflastern erstmal die Leichen anderer Menschen seinen Weg… Düster ist es in Finnland – bitter die Schwermut, schwarz der Humor.

    Es gibt Szenen, die actiongeladen und brutal auch in einem Film von Tarantino nicht fehl am Platz wären. Gnadenlos überzogen, da muss man jeglichen Gedanken an Glaubwürdigkeit erstmal fallen lassen. Aber irgendwie funktioniert das.

    Es gibt Szenen, bei denen man sich totlachen will, wo einem das Lachen dann aber quer im Halse stecken bleibt. Darf man das, so über den Tod lachen? Über eine Tragödie, die ihrem Helden quasi das Leben von den Knochen schabt? Ja, darf man, vor allem, wenn der Humor so gekonnt und wohldosiert eingesetzt wird.

    Dies ist eine Tragikomödie mit Flair, die ihre Munition nicht unbedacht verpulvert.

    Und nebenbei, vollkommen überraschend: Tiefgang, das kann Antti Tuomainen auch. Und dieser Tiefgang ist es auch, der für die nötige Balance sorgt, so dass der Humor nicht zu viel wird, die Geschichte nicht zu platt.

    Noch bei den skurrilsten Entwicklungen schwingt ein leiser Ton lebenskluger Philosophie mit. Denn so klischeebehaftet es klingt, so zutiefst ehrlich und lebensnah liest sich das: erst im Angesicht des Todes wacht Protagonist Jaakko auf und begreift, was das Leben noch alles zu bieten hätte. Nur ist es jetzt zu spät. Oder?

    Er hat nicht mehr viel Zeit, aber er packt so viel Leben in jede Minute, wie möglich – allerdings nicht, indem er einen Baum pflanzt oder einen Sohn zeugt. Seinen Mörder finden, das will er unbedingt noch schaffen, bevor er den Löffel abgibt. Und seinen Betrieb retten, obwohl ihm das ja eigentlich schon egal sein könnte. Nebenbei kann er ja noch am ein oder anderem Blümchen riechen.

    Fest steht: irgendwie erleichtert ihn sein bevorstehender Tod auch. Er hat nicht mehr genug Platz im Handgepäck für Nebensächlichkeiten.

    Was wir hier haben, ist eine Geschichte mit scheinbar überschaubarem Verlauf und Ende. Schließlich weiß man von Anfang an, was passiert und wie es unvermeidlich enden wird: Jaakko stirbt. Ob er seinen Mörder findet oder nicht, ob er seinen Betrieb rettet oder nicht. Nicht vielleicht. Nicht im schlimmsten Fall.

    JAAKKO. STIRBT.

    (Oder? Die Hoffnung stirbt zuletzt.)

    Dennoch baut der Autor einige unerwartete Wendungen ein, die es in sich haben. Während dem Leser noch der Kopf schwirrt, wartet Tuomainen mit einem brillant geschriebenen Charakter nach dem anderen auf, dem das Kunststück gelingt, gleichzeitig lebensecht und wie ein Klischee zu wirken. Er treibt diese Klischees auf die Spitze, bis man sich denkt: ja klar, solche Menschen muss es doch auch wirklich geben. Wahrscheinlich in Finnland.

    Das ist so zutiefst originell und einfallsreich, dass man sowas wie logische Schlüssigkeit gar nicht vermisst. (Das muss man als Autor auch erstmal schaffen.) In dieser Stadt, in diesem verklingenden Leben, sind die Dinge nun mal, wie sie sind. Und das nimmt den Leser, der sich darauf einlässt. mit auf eine spannende, lustige, tragische Reise. Alles auf einmal.

    Jaakko selber ist ein liebenswerter Mensch mit Macken und Fehlern, der durch seinen nahenden Tod paradoxer Weise erst so richtig aufblüht.

    Das Sahnehäubchen auf dem Beerdigungskuchen ist der Schreibstil. Mal ist er locker-leicht, mal so karge und knochentrocken, dass man zum Glas greifen will. Aber immer zielsicher mitten rein, ob nun ins Herz oder ins Zwerchfell. Und manchmal wird er gar melancholisch-poetisch – ohne so zu klingen wie die pseudo-poetischen Ergüsse auf Grußkarten. Da haut der Autor einem mal so eben die eigene Sterblichkeit um die Ohren.

    "Es ist seltsam. Wie lange ich in dem Glauben gelebt habe, unsterblich zu sein, als würde Sommer auf Sommer folgen, als würde der nächste besser werden als der vergangene. Wahr ist, dass wir nur einen Augenblick haben: einen Moment lang Sonne, einen hellen Schein, den wir nicht verstehen, einen Raum aus Zeit, der schwindet."
    (Zitat)

    Fazit

    Jaakko hat gerade erfahren, dass er nur noch wenige Tage, höchstens Wochen, zu leben hat – Organversagen durch eine lange andauernde, schleichende Vergiftung. Die Zeit, die ihm bleibt, will er nutzen, um aufzuräumen: seinen Mörder finden, seinen Betrieb so hinterlassen, dass dieser Chancen am Weltmarkt hat.

    Skurril. Morbide. Zum Schreien komisch. Tragisch. Actiongeladen, Mit Tiefgang. Absurd.

    Über das Buch kann man vieles sagen, auch viel Widersprüchliches. Aber es ist alles wahr, alles auf einmal, denn es schert sich keinen Deut um Konventionen und Genregrenzen. Verfolgungsjagden im Kreisverkehr (!!) kommen hier genauso vor wie choreographisch beeindruckende Actionszenen mit ungeplantem Suizid.

    In meinen Augen ist das sehr gelungen und wirklich mal was ganz Anderes, wenn auch sicher nichts für allzu Zartbesaitete.

  1. Fast tot

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Jan 2020 

    Seit einiger Zeit fühlt Jaako sich nicht wohl. Endlich geht er zum Arzt, der ihm mitteilt, dass die Untersuchungen Hinweise auf eine Vergiftung ergeben haben. Diese sei schon so weit fortgeschritten, dass nichts mehr zu machen sei. Schockiert überlegt Jaako, wer einen Grund haben könnte, ihn zu töten. Tja, wer? Jemand aus seinem Umfeld? Er muss unbedingt mit seiner Frau sprechen. Daheim angekommen ist das erste was er sieht, seine Herzensdame, die sich mit einem Angestellten vergnügt. Ist da das Motiv? Oder liegt es doch eher in seiner Firma, die Pilze nach Japan liefert und die plötzlich Konkurrenz bekommen hat.

    Schon seltsam, man geht zum Arzt und erfährt, dass man eigentlich schon so gut wie tot ist. Damit muss man erstmal zurecht kommen und auch mit dem Gedanken, dass einem offensichtlich einer ans Leder will. Fraglich, wem man noch vertrauen kann. Der eigenen Frau offenbar nicht. Und die Konkurrenz beginnt, Mitarbeitern in seiner Firma Arbeitsplätze anzubieten. Haben sie alle Jaako etwa schon abgeschrieben? Das lässt Jaako nicht mit sich machen. Er will unbedingt herausfinden, was wer vorhat. Und wenn es das Letzte ist, war er tut.

    Richtig schön schräg ist dieser Kriminalroman um skurrile Typen aus Finnland. Natürlich ist es eine Ausgangslage, in der man nicht stecken möchte. Da ist man doch lieber gesund. Aber nichtsdestotrotz Jaako packt es an. Er gibt nicht einfach auf und damit ergibt sich eine spannende Gemengelage, die es aufzulösen gilt. Wahrscheinlich nicht perfekt und manchmal vielleicht auch etwas weit hergeholt, aber so witzig oder gar irrwitzig wie sich die Handlung entwickelt, da kann man einfach nur weiterlesen. Leicht und vergnüglich, aber auch fesselnd besticht dieser Roman mit seinem Helden quasi auf Krücken. Gerade das Richtige für einen entspannten Sonntagnachmittag.

 

Sakari lernt, durch Wände zu gehen: Ein Kimmo-Joentaa-Roman

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4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sakari lernt, durch Wände zu gehen: Ein Kimmo-Joentaa-Roman"

Die Macht des Todes – die Kraft des Lebens.
Jan Costin Wagner ist der Meister des literarischen Kriminalromans – ein Buch von hypnotischer Intensität, das zugleich verstört und glücklich macht
Auf dem Marktplatz der finnischen Stadt Turku steigt ein junger Mann in einen Brunnen. Er ist nackt und offenbar verwirrt. Und er hat ein Messer bei sich.Im Nachhinein kann sich niemand so recht erklären, warum einer der herbeigeeilten Polizisten ihn erschossen hat – vor allem nicht der Schütze selbst.
Er versucht, mehr über den jungen Menschen zu erfahren, dem er das Leben genommen hat, und wendet sich hilfesuchend an seinen Kollegen Kimmo Joentaa. Kimmo, inzwischen selbst alleinerziehender Vater einer Tochter, sucht die Eltern des Toten auf – und stößt auf Spuren einer Katastrophe, die nicht nur das Leben des Jungen aus dem Brunnen, sondern das zweier Familien tragisch und tiefgreifend verändert hat.
Kimmo Joentaa beginnt, die losen Fäden zu verknüpfen. Und er begreift, dass diese Ermittlung ihn vor allem mit der Frage konfrontiert, woran Menschen sich in unserer Welt festhalten können, wenn schlimmste Befürchtungen wahr werden.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
EAN:9783869710181

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Rezensionen zu "Sakari lernt, durch Wände zu gehen: Ein Kimmo-Joentaa-Roman"

  1. Das Verschwinden

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Dez 2017 

    Ein junger Mann steht nackt in einem Brunnen, mit einem Messer in der Hand. Die herbei gerufene Polizei soll die Situation entschärfen. Schließlich ist der junge Mann tot und weitere Polizisten müssen aufklären, wie es dazu kam. Kimmo Joeenta, der einen letzten Urlaubstag mit seiner neunjährigen Tochter Sanna und deren Freundinnen verbringen möchte, schaltet sich in die Untersuchung ein. War der Tote wirklich eine Bedrohung für sich oder andere? Und wer ist der Junge, der neben dem Brunnen stand? Von diesem berichtete Petri, der Polizist mit der Waffe. Der etwa zehnjährige Junge ist verschwunden, einfach davon gegangen.

    Im August neigt sich in Finnland der Sommer dem Ende entgegen, die Hitze des Tages geht schon relativ früh in die Dunkelheit der Nacht über. Sanna und ihre Freundinnen genießen die Ferientage. Die Mutter des Toten erscheint seltsam unberührt, ihr Sohn hatte die Familie schon lange verlassen. Aufgrund einer psychischen Erkrankung lebte er in einer betreuten Wohngruppe. Die Mutter selbst ist Psychologin, doch sie konnte ihrem Sohn nicht helfen. Niemand konnte ein traumatisches Ereignis ungeschehen machen. Ein Verlust ist unwiederbringlich. Wieso mussten sich der junge Sakari und der Polizist Petrie ausgerechnet in diesem Moment begegnen. Kimmo Joeenta fühlt sich in die Beteiligten hinein, doch auch er kann Geschehenes nicht ungeschehen machen.

    Selbst der Sommer birgt eine gewisse Melancholie. Die Erforschung des Geschehens fördert eine unendliche Traurigkeit zutage. Noch wärmt die Sonne, aber wie ist der lange dunkle Winter zu überstehen. Kommissar Kimmo Joeenta versucht mit all seiner Kraft, das Geheimnis hinter dem Geschehen zu entschlüsseln. Man gewinnt den Eindruck, er versucht, die Sonne zurück in die Herzen zu bringen, um das eigentlich unerträglich wenigsten soweit erträglich zu machen, dass die Überlebenden auf ein Weiterleben hoffen können. Wie ein Foto, auf dem die Menschen lächelnd einen unbeschwerten Moment erleben. Und so schließt man auch dieses Buch lächelnd mit ein paar Gedanken einer unbeschwerten Hoffnung.
    4,5 Sterne

 

Die Schutzlosen: Roman (Anna Fekete, Band 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Schutzlosen: Roman (Anna Fekete, Band 2)' von Kati Hiekkapelto
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Schutzlosen: Roman (Anna Fekete, Band 2)"

Format:Broschiert
Seiten:384
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453269378

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Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)' von J. K. Johansson
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)"

Format:Taschenbuch
Seiten:266
EAN:9783518465905

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Rezensionen zu "Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)"

  1. Ich freue mich schon auf Teil 2

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Aug 2015 

    Miia Pohjavirta muss wegen ihrer Internetsucht ihren Job bei der Polizei kündigen. Sie zieht wieder in ihre Heimatstadt, fängt an ihrer alten Schule als Sonderpädagogin an und hofft auf einen guten Kontakt zu den Schülern. Auch ihr Bruder Nikke arbeitet an der Schule als Psychologe. Doch so hatte sich Miia ihren ersten Schultag nicht vorgestellt, denn die 16-jährige Laura ist verschwunden und die Polizei verdächtigt ihren Bruder. Doch der kann doch nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben, denn er hat genau wie Miia, seine Schwester Venla auf die gleiche Art und Weise verloren. Was geht nur in dem kleinen Städtchen Palokaski vor sich? Oder ist doch alles nur ein Zufall und die beiden Vermisstenfälle haben überhaupt nichts miteinander zu tun?

    Der Klappentext des Buches gefiel mir, obwohl ich schon ein wenig verwirrt war, denn das Buch wird als Thriller beworben, auch auf dem Buchrücken steht Thriller, aber auf das Cover wurde Roman gedruckt. Also erwartete ich erst mal gar nichts und wurde mit einem tollen und gut ausgearbeiteten Thriller belohnt.

    Leider wusste ich vorher nicht, dass es sich bei diesem Buch um eine Trilogie handelt und noch 2 weitere Bände folgen, daher ich war ich ein wenig vom Ende enttäuscht. Aber das klärte sich dann ganz schnell auf und Band 2 und 3 habe ich gleich vorbestellt, denn ich muss unbedingt wissen, wie es weiter geht.

    Miia war mir sofort sympathisch. Sie ist eine taffe Frau, die viel zu viel Zeit im Internet verbrachte, was aber auch schon durch ihren Beruf erforderlich war. Als süchtig habe ich sie jetzt nicht empfunden, denn das Internet bietet eben eine Fülle an Informationen, wenn man etwas sucht. Da gibt es mit Sicherheit wesentlich schlimmere Internetsüchtige.

    Auch Nikke fand ich sympathisch, auch wenn er recht schnell in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird. Seine Frau nervte mich ziemlich schnell und ich denke, dass er genauso genervt von ihr ist. Meiner Meinung nach benehmen sich die Jugendlichen in der Geschichte etwas seltsam, aber vielleicht unterscheiden sich ja finnische Kinder von deutschen.

    Die Geschichte fand ich sehr gut ausgearbeitet und interessant. Sie war nicht wirklich spannend, aber ich musste trotzdem ständig wissen wie es weiter geht und was noch passieren wird. Es geht um so viel mehr, als man am Anfang erwartet und das macht das Ganze so unglaublich interessant.

    Ich vergebe für dieses tolle Buch 4 von 5 Punkten und kann es nur allen Krimi- und Thrillerfreunden empfehlen. Ich hoffe jetzt mal, dass die Zeit bis September ganz schnell vorbei geht, damit ich den 2. Band lesen kann.

    Reihenfolge:
    1. Lauras letzte Party
    2. Noras zweites Gesicht / 06.09.2015
    3. Venlas dunkles Geheimnis / 07.11.2015

    © Beate Senft

  1. Man kennt sich

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 19. Jul 2015 

    Ja, man kennt sich in dem kleinen finnischen Ort Palokaski, in den Miia Pohjavirta zurückkehrt. Sie wurde als Internetpolizistin bekannt, doch den Job musste sie aufgeben, da sie Gefahr lief, sich in den Tiefen des Internets zu verlieren. Nun soll ihr Leben als Sonderpädagogin an ihrer alten Schule in ruhigere Bahnen kommen. Der Neubeginn gestaltet sich allerdings anders als gedacht. Schon in den ersten Minuten nach ihrer Ankunft in der Schule, erfährt Miia, dass die Schülerin Laura Anderson verschwunden ist. Gehört Laura zu der großen Gruppe von Menschen, die verschwinden und kurze Zeit später unversehrt wieder auftauchen? Ihre Eltern jedenfalls setzen alles daran, ihre Tochter wiederzufinden, und starten eine Facebook-Seite, auf der Posts hinterlassen werden, mit denen niemand rechnen konnte.

    Welch eine Lücke das Verschwinden eines geliebten Menschen reißt, weiß Miia nur zu gut. Manchmal jedoch hilft alles Wissen und jede Ausbildung nicht, gewisse Ereignisse zu verhindern. Das erfährt Miias Bruder, der als Psychologe an der Schule tätig ist. Auch halten sich Eltern nicht immer an die wohlmeinenden Ratschläge, die die Polizei aus vorherigen Erfahrungen gebildet hat.

    In einfachen und prägnanten Worten geschrieben baut dieser Krimi mehr Spannung auf als man ahnen kann. Eigentlich geschieht nicht viel, doch das ganz schön heftig. Man folgt den Personen, die so ein wenig vor sich hin zu ermitteln scheinen, um plötzlich mit Herzklopfen eine Seite nach der anderen zu verschlingen. Die Haare auf den Armen stellen sich auf bei den kleinen subtilen Hinweisen, die noch einiges mehr vermuten lassen als das Offensichtliche, das Harmlose. Was ist nur los in diesem kleinen Ort, in dem es eigentlich keine Ungereimtheiten geben sollte. Welche Kräfte herrschen in Palokaski, welche Kräfte wirken im Verborgenen. Zwangsläufig müssen Ansätze zunächst ins Leere führen, Fragen unbeantwortet bleiben, denn die Handlung ist auf eine Trilogie angelegt, deren Bände vermutlich so eng zusammenhängen, dass letztlich die Geschichte nur im Ganzen zu überblicken ist. Da jedoch alle Bände nicht so umfangreich sind, würde es sicher nicht schaden, hätten sie sich in einem Band versammeln dürfen.

    3,5 Sterne

 

Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)' von J. K. Johansson
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)"

Format:Taschenbuch
Seiten:266
EAN:9783518465905

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Rezensionen zu "Lauras letzte Party: Roman (Palokaski-Trilogie)"

  1. Ich freue mich schon auf Teil 2

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Aug 2015 

    Miia Pohjavirta muss wegen ihrer Internetsucht ihren Job bei der Polizei kündigen. Sie zieht wieder in ihre Heimatstadt, fängt an ihrer alten Schule als Sonderpädagogin an und hofft auf einen guten Kontakt zu den Schülern. Auch ihr Bruder Nikke arbeitet an der Schule als Psychologe. Doch so hatte sich Miia ihren ersten Schultag nicht vorgestellt, denn die 16-jährige Laura ist verschwunden und die Polizei verdächtigt ihren Bruder. Doch der kann doch nichts mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun haben, denn er hat genau wie Miia, seine Schwester Venla auf die gleiche Art und Weise verloren. Was geht nur in dem kleinen Städtchen Palokaski vor sich? Oder ist doch alles nur ein Zufall und die beiden Vermisstenfälle haben überhaupt nichts miteinander zu tun?

    Der Klappentext des Buches gefiel mir, obwohl ich schon ein wenig verwirrt war, denn das Buch wird als Thriller beworben, auch auf dem Buchrücken steht Thriller, aber auf das Cover wurde Roman gedruckt. Also erwartete ich erst mal gar nichts und wurde mit einem tollen und gut ausgearbeiteten Thriller belohnt.

    Leider wusste ich vorher nicht, dass es sich bei diesem Buch um eine Trilogie handelt und noch 2 weitere Bände folgen, daher ich war ich ein wenig vom Ende enttäuscht. Aber das klärte sich dann ganz schnell auf und Band 2 und 3 habe ich gleich vorbestellt, denn ich muss unbedingt wissen, wie es weiter geht.

    Miia war mir sofort sympathisch. Sie ist eine taffe Frau, die viel zu viel Zeit im Internet verbrachte, was aber auch schon durch ihren Beruf erforderlich war. Als süchtig habe ich sie jetzt nicht empfunden, denn das Internet bietet eben eine Fülle an Informationen, wenn man etwas sucht. Da gibt es mit Sicherheit wesentlich schlimmere Internetsüchtige.

    Auch Nikke fand ich sympathisch, auch wenn er recht schnell in ein sehr schlechtes Licht gerückt wird. Seine Frau nervte mich ziemlich schnell und ich denke, dass er genauso genervt von ihr ist. Meiner Meinung nach benehmen sich die Jugendlichen in der Geschichte etwas seltsam, aber vielleicht unterscheiden sich ja finnische Kinder von deutschen.

    Die Geschichte fand ich sehr gut ausgearbeitet und interessant. Sie war nicht wirklich spannend, aber ich musste trotzdem ständig wissen wie es weiter geht und was noch passieren wird. Es geht um so viel mehr, als man am Anfang erwartet und das macht das Ganze so unglaublich interessant.

    Ich vergebe für dieses tolle Buch 4 von 5 Punkten und kann es nur allen Krimi- und Thrillerfreunden empfehlen. Ich hoffe jetzt mal, dass die Zeit bis September ganz schnell vorbei geht, damit ich den 2. Band lesen kann.

    Reihenfolge:
    1. Lauras letzte Party
    2. Noras zweites Gesicht / 06.09.2015
    3. Venlas dunkles Geheimnis / 07.11.2015

    © Beate Senft

  1. Man kennt sich

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 19. Jul 2015 

    Ja, man kennt sich in dem kleinen finnischen Ort Palokaski, in den Miia Pohjavirta zurückkehrt. Sie wurde als Internetpolizistin bekannt, doch den Job musste sie aufgeben, da sie Gefahr lief, sich in den Tiefen des Internets zu verlieren. Nun soll ihr Leben als Sonderpädagogin an ihrer alten Schule in ruhigere Bahnen kommen. Der Neubeginn gestaltet sich allerdings anders als gedacht. Schon in den ersten Minuten nach ihrer Ankunft in der Schule, erfährt Miia, dass die Schülerin Laura Anderson verschwunden ist. Gehört Laura zu der großen Gruppe von Menschen, die verschwinden und kurze Zeit später unversehrt wieder auftauchen? Ihre Eltern jedenfalls setzen alles daran, ihre Tochter wiederzufinden, und starten eine Facebook-Seite, auf der Posts hinterlassen werden, mit denen niemand rechnen konnte.

    Welch eine Lücke das Verschwinden eines geliebten Menschen reißt, weiß Miia nur zu gut. Manchmal jedoch hilft alles Wissen und jede Ausbildung nicht, gewisse Ereignisse zu verhindern. Das erfährt Miias Bruder, der als Psychologe an der Schule tätig ist. Auch halten sich Eltern nicht immer an die wohlmeinenden Ratschläge, die die Polizei aus vorherigen Erfahrungen gebildet hat.

    In einfachen und prägnanten Worten geschrieben baut dieser Krimi mehr Spannung auf als man ahnen kann. Eigentlich geschieht nicht viel, doch das ganz schön heftig. Man folgt den Personen, die so ein wenig vor sich hin zu ermitteln scheinen, um plötzlich mit Herzklopfen eine Seite nach der anderen zu verschlingen. Die Haare auf den Armen stellen sich auf bei den kleinen subtilen Hinweisen, die noch einiges mehr vermuten lassen als das Offensichtliche, das Harmlose. Was ist nur los in diesem kleinen Ort, in dem es eigentlich keine Ungereimtheiten geben sollte. Welche Kräfte herrschen in Palokaski, welche Kräfte wirken im Verborgenen. Zwangsläufig müssen Ansätze zunächst ins Leere führen, Fragen unbeantwortet bleiben, denn die Handlung ist auf eine Trilogie angelegt, deren Bände vermutlich so eng zusammenhängen, dass letztlich die Geschichte nur im Ganzen zu überblicken ist. Da jedoch alle Bände nicht so umfangreich sind, würde es sicher nicht schaden, hätten sie sich in einem Band versammeln dürfen.

    3,5 Sterne