Follower: Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt

Buchseite und Rezensionen zu 'Follower: Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt' von Gunnar Engel
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Follower: Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:248
EAN:9783417269574
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Rezensionen zu "Follower: Wie Gott dein Leben verändert, wenn du ihn lässt"

  1. Gott möchte dein Leben ändern, lässt du es zu?

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Nov 2020 

    "Und ich hörte die Stimme des Herrn, der sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich!" (Jes. 6, 8)
    Der Lebensbericht von Pastor Gunnar Engel zeigt auf, wie wir Gottes Stimme hören, auf sein Rufen antworten und reagieren sollten. Können wir einen neuen Lebensweg für uns finden, wenn wir zu Gott rufen "Hier bin ich, sende mich"? Anhand einiger biblischer Persönlichkeiten zeigt der Autor auf, wie diese auf Gottes Rufen reagiert und wie sehr es ihr Leben verändert hat. Mose, Abraham und Samuel drei große biblische Vorbilder, dessen Leben mit dem Ruf Gottes sich extrem veränderte hat. Doch wir können ebenso zu Gott rufen "Hier bin ich, sende mich". Jedoch sind wir dann auch bereit, das zu tun, was Gott von uns möchte?

    Meine Meinung:
    Gunnar Engel ist Influencer, Pastor und nun noch Buchautor. Er betreibt einen erfolgreichen Youtube-Kanal zu Fragen des christlichen Glaubens. Er erzählt von seinen eigenen Erfahrungen und berührt damit die Hörer. Er glaube, dass Gott mit jedem Menschen eine Geschichte hat und dass es an uns liegt, im Glauben und im Leben zu wachsen. In diesem Buch geht es um unsere ganz persönliche Nachfolge Gottes. Viele sind in ihrem Glauben zwar verwurzelt, sie beten, doch sie empfangen oft nichts mehr. Sie versuchen, Gottes Stimme zu hören, doch in der Hektik des Alltags verstehen sie seine Stimme schon lange nicht mehr. Ebenso erging es eines Tages dem Autor. Eigentlich hätte er glücklich sein sollen, er hatte eine wundervolle Ehefrau, wurde bald Vater, diente als Pastor in einer wachsenden Kirchengemeinde. Doch in seinem Innersten waren Depressionen, Hoffnungslosigkeit, Angst und Leere, die bei ihm bis zu Schlafmangel, Appetitlosigkeit und Atemnot führten. Das ging so weit, bis man ihn als Notfall einwies und einen heftigen Erreger feststellte. Da sein Immunsystem inzwischen extrem gelitten hatte, musste er mehrere Wochen in Isolation. Doch gerade dieses allein sein und die Ruhe hat geholfen, dass er wieder Gottes Stimme hören konnte. Eine anschließende Bergtour sollte sein Leben weiter verändern. Den der Satz "Hier bin ich, sende mich" wird zum Leitsatz für diese Wanderung mit Gott. Auf nachdenkliche, teils humorvolle Art zeigt Gunnar Engel, was wirkliche Nachfolge bedeutet und wie wir sie erleben können. Die vier größere Kapitel sind eingeteilt in: 1. Hier 2. Bin 3. Ich 4. Sende mich. Dort geht es unter anderem um die Nachfolge Gottes von Abraham, Mose, Samuel und Jesaja. Um ihre inneren Kämpfe, den Gehorsam jedoch ebenso um denn Wachstum unseres Glaubens, das Fallen lassen unserer Masken im Alltag, Gebet und natürlich um die Zukunft unseres Glaubens. Nur wenn wir unsere Kontrolle ganz an Gott abgeben, kann er in unserem Leben wirken und unsere Zukunft bestimmen. Doch sind wir auch bereit dafür unser Leben ganz abzugeben, auf Gottes Stimme zu hören und das zu tun, was er von uns möchte? Abraham hätte dafür sogar fast seinen Sohn geopfert. Doch Gott möchte keine spektakulären Opfer von uns, er möchte nur eine persönliche Beziehung zu uns. Genau dies zeigt der Autor hier auf, anhand vieler Beispiele und eigenen Erfahrungen. An einigen Stellen hätte es deutlich mehr Humor sein können und noch ein wenig mehr von seinen eigenen Erfahrungen. Zudem fand ich es mitunter etwas verworren und unstrukturiert und ich bin mir nicht ganz klar, für wenn er dieses Buch geschrieben hat. Ansonsten ist es ein Buch, das man sicher immer wieder zur Hand nehmen kann. Lassen wir uns durch dieses Buch auf eine neue Zukunft ein und geben die Kontrolle unseres Lebens ganz an Gott ab oder vertrauen wir Gott erst, wenn es zu spät ist? Von mir gibt es für dieses Buch 4 von 5 Sterne für dieses Buch.

 

Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt - Mit Bonus-CD: Wie ich Förster wurde - der Autor im O-Ton

Buchseite und Rezensionen zu 'Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt - Mit Bonus-CD: Wie ich Förster wurde - der Autor im O-Ton' von Peter Wohlleben
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt - Mit Bonus-CD: Wie ich Förster wurde - der Autor im O-Ton"

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783844524772
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Brief an meine Mutter (Gatsby)

Buchseite und Rezensionen zu 'Brief an meine Mutter (Gatsby)' von Georges Simenon
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Brief an meine Mutter (Gatsby)"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:112
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Brief an meine Mutter (Gatsby)"

  1. Wenn jemand zeitlebens nicht erkannt werden wollte...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Okt 2020 

    Als Georges Simenon in seine Heimatstadt Lüttich kommt, um seine einundneunzigjährige Mutter während ihrer letzten Tage zu begleiten, richten sich im Krankenhauszimmer zwei Augen von verwaschenem Grau auf ihn. »Warum bist du gekommen, Georges?« So beginnt ein letztes, regloses Duell zwischen Mutter und Sohn. Aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen war das Leben der Mutter geprägt von Entbehrungen und Enttäuschungen, von unbedingtem Aufstiegswillen, von Sorgen um ihr Auskommen und ihre Außenwirkung. Das Verhältnis zu ihren zwei Ehemännern war kühl, den Ruhm des Sohnes wusste sie nicht zu würdigen. Nie war er gut genug. Haben sie einander je verstanden, haben sie sich je geliebt? Drei Jahre nach ihrem Tod schrieb Simenon seiner Mutter einen Brief. Es ist sein wohl bedeutendster autobiographischer Text, ein schmales Buch von gewaltiger Wirkung.

    "Meine liebe Mama, es ist nun etwa dreieinhalb Jahre her, dass Du einundneunzigjährig gestorben bist, und vielleicht lerne ich Dich erst jetzt allmählich kennen. Ich habe meine Kindheit und meine Jugend im selben Haus wie Du verbracht, mit Dir, und als ich Dich verließ, um nach Paris zu gehen, im Alter von etwa neunzehn Jahren, warst Du für mich noch immer eine Fremde."

    Was haben sich Mutter und Sohn zu sagen gehabt? Offenbar nicht viel, nur Oberflächliches, eine gespielte Liebe, wie Simenon es hier offenbart. Zeitlebens hat der Sohn seiner Mutter nicht genügt, viel Verletzendes ist wie im Nebensatz gefallen, die Mutter lebte ihr Leben ganz nach eigener Fasson. Dieser Brief ist der Versuch, im Nachhinein die Person der Mutter zu erfassen, sie, die zeitlebens nicht erkannt werden wollte.

    Überspannt ist wohl der Ausdruck, der einem einfällt, wenn man über die Mutter und ihre Eskapaden liest. Es liegt in der Familie, eine Schwester der Mutter wurde in die Psychiatrie eingeliefert, eine andere erlag dem Alkohol. Simenon meint hierzu: "Du warst, wie Dein Vater, wie die meisten Deiner Geschwister, mit einem gewissen Hang zur Schwermut auf die Welt gekommen, heute würde man es als neurotisch bezeichnen."

    Trotz aller Offenheit und auch der Schilderung heftiger Szenen scheint der Brief tatsächlich eher eine Annäherung an die Mutter zu sein denn eine Abrechnung. Es scheint um ein Verstehenwollen zu gehen. Weshalb sich Simenon letztlich entschieden hat, diesen Brief zu veröffentlichen, sei einmal dahingestellt. Vielleicht sah er sich in der Nachfolge des berühmten Franz Kafka mit seinem "Brief an den Vater"?

    "Denn dieses Lächeln, in das sich auch Melancholie und Resignation mischten, kenne ich seit meiner Kindheit. Du hast das Leben ertragen. Gelebt hast du es nicht."

    In jedem Fall scheint mir dieser Brief eine legitime Möglichkeit Simenons, mit der Vergangenheit abzuschließen und sich mit ihr zu versöhnen. Für den Leser bietet das Werk einen interessanten Einblick hinter die Fassade des smarten Vielschreibers und seinen Hang zu meist unverbindlichen Affären - abgesehen von seinen drei Ehen.

    Wer sich für solche Hintergründe des Vaters der Kommissar Maigret Krimis interessiert, dem sei das schmale Büchlein empfohlen.

    © Parden

 

Saturnin

Buchseite und Rezensionen zu 'Saturnin' von Zdenek Jirotka
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Saturnin"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:263
EAN:9788024606835
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Rezensionen zu "Saturnin"

  1. Saturnin

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Okt 2020 

    Saturnin
    Autor
    Der Autor Zdeněk Jirotka wurde am 7. Januar 1911 in Ostrava geboren. Er war ein tschechischer Prosaist und Feuilletonist, Autor von humoristischen Erzählungen und Hörspielen. Zdenek Jirotkas berühmter humorvoller Roman wurde erstmals 1942 veröffentlicht
    Zdeněk Jirotka starb in Prag am 14. April 2003 im Alter von 92 Jahren.
    Meine Meinung
    „Obwohl ich all die Vergleiche und Gleichnisse nicht mag, mit denen Doktor Vlach seine temperamentvollen Reden durchflicht, erkenne ich an, dass an dem anschaulichen Beispiel vom Kaffeehaus, dem Menschen und der Schüssel Berliner etwas dran ist. Man kann daran zumindest annähernd klarmachen, was für ein Mensch Saturnin ist. „(S. 7)
    Personen
    Saturnin ein besonderer und eigenartiger, gefährlicher Diener. Er ist ein Diener, der geschickt andere Menschen manipuliert, ein Diener mit einem kühnen Sinn für Humor. Die Menschen in seiner Umgebung ahnen überhaupt nichts davon und dienen ihm als Opfer für seine durchdachten Pläne.
    Warum der Diener den Namen Saturnin trägt darüber kann nur spekuliert werden, denn der Name Saturnin ist im tschechischen Raum nicht gewöhnlich. Wahrscheinlich ist dieser Name vom griechischen Gott Saturn abgeleitet. Zu Ehren Saturns wurde alljährlich am 17. Dezember eine Feier über mehrere Tage abgehalten bei denen die Diener von ihren Herren bedient wurden.
    „Sein Hauptfest, die Saturnalien, fand alljährlich vom 17. Dezember an über mehrere Tage hin statt. Es war die populärste und fröhlichste Feierlichkeit im antiken Rom (man beschenkte einander und bewirtete die Sklaven am eigenen Tisch).“
    Quelle: Wikipedia
    Im Roman Saturnin stellt man fest, dass in vielen Situationen Saturnin der unsichtbare, eigentliche Initiator ist, der alles unauffällig leitet. Man stellt sich die Frage, wer eigentlich wem dient. Das könnte der Grund sein, warum der Autor der Hauptfigur diesen Namen gegeben hat.
    Der Erzähler ist ein 30jähriger Mann, im Buch ohne Namen. Er lebt bequem in "einer kleinen, friedlichen Wohnung" in Prag. Er ist ein typischer, konservativer, galanter und gut erzogener Stadtmensch, der sich freiwillig und meistens bewusst von Saturnins Ideen manipulieren lässt.
    Tante Katharina – eine scheinbar habsüchtige und affektierte Person, die Witwe des Onkels Frantisek. Sie dient den anderen wegen ihrer Unvorsichtigkeit als Zielscheibe ihrer Witze. Meistens merkt sie es aber nicht. Sie spekuliert auf das Erbe des Groβvaters und dafür ist ihr jedes Mittel recht, um ihr Ziel zu erreichen. Sie benutzt sehr häufig Sprichwörter, Redewendungen und Lebensweisheiten.
    Milous– der 18jährige Sohn der Tante Katharina. Ein schlecht erzogener, ungehobelter „Weltmann“, der sich nicht benehmen kann. Aber im Laufe der Geschichte zeigt er, dass in ihm wahrscheinlich auch etwas Gutes steckt.
    Groβvater – ein alter (70 Jahre alt) reicher Mann mit kindlichem Geist, der ein begeisterter Fan vom elektrischen Strom ist. Er amüsiert sich über den Kampf seiner Verwandten, wie zum Beispiel Katharina, die es auf sein sein Erbe abgesehen hat.
    Doktor Vlach – ein Psychiater, ein 50jähriger Mann, ein Familienfreund. Er hat Sinn für schwarzen Humor, liebt es über Themen zu polemisieren und sich verschiedene närrische Theorien auszudenken. Er versteht sich gut mit dem Groβvater und mit Saturnin.
    Fräulein Barbara Terebova – ein nettes, modernes, schönes und kluges Prager Mädchen, das sehr gut Auto fahren und Tennis spielen kann. Sie verliebt sich in den Erzähler.
    Onkel Frantisek – der verstorbene Ehemann von Tante Katharina und Vater von Milous. Ein Amateur-Wissenschaftler, der eine Fabrik für Reinigungsmittel besaß, die aber nicht funktionierte. Man nannte sie die „Fabrik für Katastrophen“, denn viele seiner Versuche endeten mit Explosion. Tante Katharina erbte von ihm ein großes Vermögen, das sie aber sehr schnell ausgab.
    Handlung
    Die Handlung spielt teilweise in Prag und teilweise auf dem Lande im Haus des Groβvaters. Der Erzähler, ein Prager Beamter, lebt ruhig in einer altmodischen Wohnung und stellt den Diener Saturnin ein. Er ahnt nicht, dass Saturnin sein Leben verändern wird. Saturnin ist fleiβig, intelligent und gehorsam, doch er beginnt über seinen Herrn viele Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel wie sein Herr den Hai mit Stativ eines Fotoapparats erschlagen hat, wie viele abenteuerliche Reisen er unternommen hat und vieles mehr. Er wird dafür bewundert. Effizient, diskret, aber auch sehr entschlossen, setzt Saturnin seinen Willen mit einer teuflischen Haltung durch was er für seinen Meister für richtig hält. So entscheidet Saturnin auch bald, dass ein neues Quartier benötigt wird, und verlegt es auf ein Hausboot.
    „Es endete damit, dass mich nachmittags Saturnin im Kreise meiner Bekannten aufsuchte und mit diskret eröffnete wir seien umgezogen. Er fügte hinzu, wir wohnen auf dem Wasser nahe der der Kettenbrücke.“ (S.18)
    Oftmals ist der Erzähler von Saturnins Handlungen und Eskapaden nicht begeistert. Es fehlt ihm aber an Ehrgeiz und Entschlossenheit, und so geht er am Ende zufrieden auf das Hausboot.
    Eines Tages kommt auf sein Hausboot ein unerwarteter Besuch. Tante Katharina und Milous.
    „Je länger die Tante sprach, desto klarer wurde mir, dass sie sich entschlossen hatte, mit Milous auf dem Boot zu bleiben, und zwar so lange, wie sie das für angebracht hielt, und dass ich letzten Endes da nicht reinzureden habe. (S. 43)
    Sie benehmen sich, als ob sie die Besitzer des Hausboots wären und belegen, ohne Genehmigung, die Kajüte des Erzählers. Doch Saturnin hat eine Idee. Er kauft Masken und empfiehlt Tante Katherine und Milous diese nachts zu tragen, weil Nagetier sonst im Schlaf über ihre ungeschützten Gesichter laufen könnten. Die Tante begann eiligst zu packen.
    Dank der vielfältigen Gesellschaft mangelt es nicht an viele groteske Situationen, die der Erzähler bis ins kleinste Detail beschreibt.
    Saturnin bringt dem Groβvater Jiu-Jitsu bei und dieser probiert natürlich seine neuen Fähigkeiten an seinem Enkel aus. Die Folgen waren fürchterlich.
    „Ich flog quer durchs Zimmer über das Parkett und fiel etwa vier Meter von der Stelle, an der ich ursprünglich gestanden hatte, hin.“ (S.64)
    Sein Enkel zieht sich bei dem Sturz eine Verletzung am Knöchel zu und muss ins Krankenhaus gebracht werden.
    Tante Katharina übernimmt die Versorgung des kranken Groβvaters und will niemanden zu ihm lassen. Während dieser Zeit ist sie bemüht, das Erbe des Groβvaters für sich zu gewinnen. Sie inszeniert hysterische Anfälle, Bitten und Zwänge um ihr Ziel zu erreichen. Der Groβvater ist deswegen verdrossen, dass er beginnt, den Wahnsinn vorzuspielen. Tante Katharina ist sicher, dass er ganz gesund ist und zwingt ihn seinen letzten Willen zu schreiben. Der Groβvater inszeniert es und erklärt, dass er sein ganzes Erbe den Sozialeinrichtungen hinterlässt. Die völlig beleidigte Tante Katharina verlässt sehr schnell mit Milous das Haus des Groβvaters. Sie zeigt damit ihre Charakterlosigkeit und ihre einzige Sucht - die Sucht nach Geld. Wer hatte die Idee mit dem Wahnsinn? Natürlich hat sich das Saturnin ausgedacht.
    Stil und Sprache
    Der Roman ist in 26 Kapitel mit römischen Ziffern aufgeteilt. Jedes Kapitel besteht aus mehreren Untertiteln, die das jeweilige Thema in Stichworten beschreiben.
    Der erste Buchstabe am Anfang des Kapitels entspricht ein Initial, ein schmückender Anfangsbuchstabe. Weiter wird die Geschichte durch Illustrationen ergänzt.
    Der Roman wird aus der Ich-Perspektive des Erzählers geschildert, wobei der Erzähler namenlos bleibt. Sprachlich nutzt der Autor einfache Sätze und meistens wird in der indirekten Rede gesprochen.
    Die Geschichte ist lustig, schön, und vergnüglich erzählt. Sie wird angereichert mit Wortspielen, Reimen und Sprichworten, Redewendungen und Lebensweisheiten. Kurzum, der Humor kommt nicht zu kurz. Ein Humor von der manchmal übertriebenen, absurden Art.
    Fazit
    Der Roman Saturnin ist das erfolgreichste und berühmteste Werk von Zdeněk Jirotka., Dieser humoristische Roman erzählt die Geschichten des eigenartigen Dieners Saturnin und seines Herrn, der nicht ahnt, was ihn alles in der Nähe von Saturnin treffen kann. Der Roman erschien zum ersten Mal im Jahr 1942.
    „Jirotka hat sich von der von der englischen Literatur inspirieren lassen, unter anderen vom Werk von Jerome Klapka Jerome und von Romanen und Erzählungen des englischen Schriftstellers Pelham Grenville Wodehouse, der die Geschichten über weise und verständnisvolle Diener, die durch ihre Kenntnisse ihre Herren regieren, geschaffen hat.“[1]
    „Zu der sofortigen Beliebtheit des Romans Saturnin trug wahrscheinlich die Tatsache bei, dass er während des Weltkrieges erschienen ist, und wegen seiner Dosis der Narrheit und Entspannung zur besseren Stimmung beitragen konnte. Oder teilweise half er dem Volk eine
    bestimmte Resistenz zu zeigen, denn alles Englische war während des Protektorats verboten.“[2]
    Saturnin selbst ist eine Eskapisten-Fiktion. Er stimmt nicht mit der Realität überein. Diese absichtliche Komik zeigt eine unbeschwerte und einfache Welt. Er wurde veröffentlicht in einer Zeit als die Nazis die Tschechoslowakei besetzt hatten.
    „ […]wenn sich der Himmel öffnet und Regenströme auf die Erde unten gießen, reißt ein Wirbelwind die Blätter von den Bäumen und die Schreie eines heulenden Sturms umgeben die Türme alter Burgen und vermischen sich mit den Schreien verängstigter Krähen mischt, wenn einsame Reiter auf schlammigen Wegen ihren zweifelhaften Zielen entgegen galoppieren […] " (S. 14)
    Saturnin ist ein Buch für sich - und sicherlich für das Geschehen der Zeit. Eine ansprechende, seltsame Geschichte mit einigen lustigen Ideen und Szenen und auch noch in der heutigen Zeit
    ein zeitloser Roman.
    Zdeněk Jirotka, Saturnin, übersetzt von Joachim Bruss, herausgegeben von der Karls-Universität Prag, Verlag Karolinum 2007, 264 S., ISBN 978-80-246-1396-3
    [1] https://docplayer.org/56643130-Analyse-der-deutschen..., 25.09.2020
    [2] Ebd.

 

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