Gedankengewitter

Buchseite und Rezensionen zu 'Gedankengewitter' von Andy Feind
NAN
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Inhaltsangabe zu "Gedankengewitter"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:284
EAN:9783752886047

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Achterbahn

Buchseite und Rezensionen zu 'Achterbahn' von Ian Kershaw
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Achterbahn"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:832
EAN:9783421047342

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Rezensionen zu "Achterbahn"

  1. Ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Sep 2021 

    Der britische Historiker Ian Kershaw kann es einfach. Nachdem ich bereits "Höllensturz", der Geschichte Europas in den Jahren von 1914 bis 1949 beschreibt, mit Genuss und Gewinn gelesen haben, folgt nun mit "Achterbahn" der zweite Teil seiner Darstellung, die die Jahre 1950 bis 2017 umfassst. Zwar fehlen auch hier, wie er im Vorwort beschreibt, aus Gründen der Lesbarkeit die Fußnoten, die man sich manchmal wünschet, aber das tut dem Werk nur wenig Abbruch. Der Titel versinnbildlicht das Auf und Ab der europäischen Geschichte seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wobei Kershaw ein ambivalentes Fazit zieht. Sicherlich sind bewaffnete Auseinandersetzungen in dem zuvor von zwei Weltkriegen zerrissenem Kontinent bis zum Balkankrieg nach dem Zerfall Jugoslawiens ausgeblieben, auch ist der Lebensstandard der Menschen deutlich gestiegen, zunächst nur im Westen, nach dem Zerfall des Ostblocks jedoch, nach schweren Geburtswehen, auch dort. Und auch die Demokratie, so scheint es, ist gefestigter als in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Doch beschreibt Kershaw auch die zahlreichen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt ist, angefangen von der Abhängigkeit von wirtschaftlichen Entwicklungen, dem Klimawandel, dem fundametalistischem Terror, den internationalen Migrationsbewegungen und den vor allem durch die beiden letztgenannten beiden Aspekte aufkommenden Populismus von rechts. Insofern steht Europa auch heute vor gravierenden Herausforderungen, die nur gemeinsam gemeistert werden können, fogerichtig plädiert Kershaw, ein Brite, der den Brexit hart verurteilt und beschreibt, mit welchen Lügen- und Schauergeschichten die sogenannten Brexiteers diesen vorangetrieben haben, für eine Stärkung der EU und eine Führungsrolle deren wirtschaftlichen Motors, der Bundesrepublik Deutschland.

    Für einen Leser wie mich selbst, der vieles des Beschriebenen seit 1980 bewusst miterlebt hat, kommt noch dieser Reiz dazu. Man ist überrascht, wie schnelllebig die Zeit doch ist und wie schnell manches in Vergessenheit gerät, weil es durch neue Problemlagen und Ereignisse obsolet wird. Auch die kurze Hofnung des Jahres 1989, als nach dem Zerfall der Ostblocks, dem der Berliner Mauer und vor allem dem Wegfall der akuten atomaren Bedrohung der Weg in eine rosige Zukunft offen zu stehen schien, wird bei der Lektüre noch einmal gegenwärtig. Der Katzenjammer wurde (jedenfalls bei mir) allerdings weniger durch die ernüchternden Kriege im Irak und in Jugoslawien ausgelöst als vielmehr dadurch, dass sich nach dem Wegfall der Systemalternative der Kapitalismus zunehmend von seiner hässlichen Seite zeigte, der zuvor im Westen Entscheidungen leitende Keynesianismus wich zunehmend den Neokapitalismus/-liberalismus, eine Entwicklung, die leider auch noch heute festzustelllen ist.

    Alles in allem ein absolut lesenwertes Werk.

 

Tiefsee

Buchseite und Rezensionen zu 'Tiefsee' von  Dagmar Röhrlich
NAN
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Inhaltsangabe zu "Tiefsee"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
EAN:9783866481220

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So viele Bücher

Buchseite und Rezensionen zu 'So viele Bücher' von Gabriel Zaid
NAN
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Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:143
Verlag:
EAN:9783593376561

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Exil unter Palmen

Buchseite und Rezensionen zu 'Exil unter Palmen' von Magali Nieradka-Steiner
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Exil unter Palmen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806236569

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Rezensionen zu "Exil unter Palmen"

  1. Welch ein Verlust für die deutsche Kultur

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Aug 2021 

    Als Student habe ich mal eine Hausarbeit zum Thema Exil in Frankreich verfasst, insofern waren mir die von Magali Nieradka-Steiner in "Exil unter Palmen" beschriebenen Ereignisse im großen und Ganzen bekannt. Nicht (mehr) so auf dem Schirm hatte ich die Bedeutung des kleinen Ortes Sanary-sur Mer an der Mittelmeerküste. Die im Buch auf Seite 14 abgedruckte Gedenktafel des Ortes weist 68 Namen bedeutender Kulturschaffender aus verschiedenen Bereichen aus, allen voran die Namen Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel und der des von mir geschätzten, leider etwas in Vergessenheit geratenen Rene Schickele. Einige hielten sich nur kurz hier auf, andere, wie Feuchtwanger, verbrachten die meiste Zeit ihres europäischen Exils hier. Sanary war bereits zuvor von französischen und britischen Künstlern entdeckt worden, die die Wärme, das Meer und das Licht dort schätzten. So wurde nach dem erzwungenen Massenexodus deutscher Kulturschaffender nach 1933 der kleine verschlafene Ort zur inoffiziellen Hauptstadt der deutschen Kultur, zumal man dort als Exilant, der im Normalfall knapp bei Kasse war, relativ preisgünstig wohnen und leben konnte, insbesondere im Vergleich zur Metropole Paris. Zahlreiche Werke von Weltbedeutung entstanden so im Umfeld des Fischerdorfes. Doch die Idylle wurde zur Falle, als der Zweite Weltkrieg von den Nationalsozialisten ausgelöst wurde. Plötzlich waren die aus Deutschland stammenden Künstler nicht mehr belächelte Exoten, sondern potentielle Feind und Spione. Sie wurden in lagern wie Les Milles oder Gurs zusammengefasst, manche gar an die Nazis ausgeliefert und von diesen in den Vernichtungslagen getötet. Anderen gelang die Flucht mit Hilfe der Emergency Rescue Committees (nachzulesen in Varian Fry, Auslieferung auf Verlangen) oder auf dem mühsamen Weg (oft waren die Flüchtlinge ja bereits im fortgeschrittenen Alter und gesundheitlich angeschlagen) über die Pyrenäen (auch hier ein Tipp: Lisa Fittko, Mein Weg über die Pyrenäen). Wer diesen nicht schaffte, dem blühte ein ungewisses Schicksal, was im Fall Ludwig Marcuses zu dessen Freitod führte.

    Wenn man all dies liest, wird einem (wieder mal) klar, welchen Aderlass die sogenannte Machtergreifung der Nazis für die deutsche Kultur, natürlich nicht nur für die, Ähnliches gilt ja bekannterweise auch für die Wissenschaft, bedeutete. Leider habe viele aus dieser Geschichte nichts gelernt, wieder gibt es Drohungen von rechts gegen Intellektuelle, die sich zu gesellschaftlich relevanten Themen äußern.

    Ironischerweise war es, wie Magali Nieradka-Steiner berichtet, ein deutscher Wehrmachtssoldat, der den kleinen Fischerort und somit auch die zahlreich dort vertrenden Gedenkorte rettete. Otto Hartmann verweigerte den Befehl, die wegen einer vermuteten Invasion an der Mittelmeerküste im Ort verlegten Minen zu sprengen. Hätten doch mehr Menschen diesen Mut gehabt.

 

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