Andrin: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Andrin: Roman' von Martina Altschäfer
NAN
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Inhaltsangabe zu "Andrin: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:264
Verlag:
EAN:9783947857050

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Das Geburtstagsfest: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Geburtstagsfest: Roman' von Judith W. Taschler
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Geburtstagsfest: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag:
EAN:9783426306468

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Rezensionen zu "Das Geburtstagsfest: Roman"

  1. Vielschichtig, spannend, großartig erzählt

    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Sep 2020 

    „Als ihm bewusst wurde, dass es Tevi sein musste, da sie den Kopf etwas zur Seite neigte, stand er da wie angewurzelt. Ines sah in den Augen ihres Sohnes Triumph, in den Augen ihres Mannes bestürzte Hilflosigkeit und beides rührte sie so sehr, dass auch ihr die Tränen kamen.“ (Zitat Seite 27)

    Inhalt
    Kim Mey, Architekt, will seinen fünfzigsten Geburtstag nicht besonders feiern, doch seine Frau Ines sieht das anders. Ende 1978 war Kim vierzehn Jahre alt und Tevi zwölf, als sie auf abenteuerlichen Wegen als Flüchtlinge aus Kambodscha über Thailand nach Österreich kamen, wo sie von Ines‘ Mutter aufgenommen worden waren. Seit dreiundzwanzig Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen, doch Jonas, der zwölfjährige Sohn von Kim findet Tevi und lädt sie als besonderen Überraschungsgast zum Geburtstagsfest ein. Seine beiden älteren Geschwister helfen ihm dabei – es ist das Geburtstagsgeschenk der Kinder an ihren Vater und sie sind voll Vorfreude.

    Thema und Genre
    Kernthema ist die Schreckensherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha, Schuld und der Preis des Überlebens, Flucht, Kindheitstraumata, Liebe, Familie und ein Familiengeheimnis, das alles verändert.

    Charaktere
    Kim ist ein erfolgreicher Architekt. Seine Ehe mit Ines wurde mit den Jahren mühsam, da er ihre Erwartungen nicht immer erfüllen kann. Er war zwar noch ein Mal in Kambodscha, 1993, aber er schweigt über die Vergangenheit. Tevi dagegen spricht auf Vortragsreisen über ihre Kindheit in Kambodscha und erzählt auch Kims Kindern von dieser Zeit. Sie verbringt drei bis vier Monate des Jahres dort und ist ehrenamtlich tätig.

    Handlung und Schreibstil
    Die Geschichte wird in mehreren Handlungssträngen auf unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Die Jetztzeit in Österreich betrifft die Tage um Kims Geburtstagsfest zwischen 17. und 19. Juni 2016 und wird durch Abschnitte unterbrochen, die in der Vergangenheit spielen, deren zeitliche Abfolge jedoch immer in sich chronologisch bleibt. Die Zeit in Kambodscha, Siebzigerjahre, Familie Mey, wird von einem Ich-Erzähler geschildert, Kambodscha Siebzigerjahre, Familie Chhang dagegen in einer personalen Erzählform, in deren Mittelpunkt Tevi steht. Dazwischen erfahren wir auch mehr über die Kindheit von Ines, die gemeinsame Zeit von Kim, Tevi und Ines und über die Ehejahre von Kim und Ines.
    Judith Taschler ist eine großartige Erzählerin, sicher, einfühlsam und stimmig entwickelt sie ihre Geschichte aus diesen einzelnen Erzählsträngen, bis sich langsam Vergangenheit und Gegenwart zu einem Ganzen verbinden. Doch nicht immer sind die Dinge so, wie sie scheinen.

    Fazit
    Ein sehr vielschichtiger, spannender Roman um das Schicksal Kambodschas unter der Herrschaft der Roten Khmer. Parallel dazu wird das Leben von zwei inzwischen längst erwachsenen Menschen erzählt, die damals als Kinder alles verloren haben und deren Geheimnisse und Entscheidungen ihr Leben geprägt haben. Eine sehr intensive, packende Geschichte mit überraschenden Wendungen, die lange nachklingt.

 

Feenstaub: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Feenstaub: Roman' von  Cornelia Travnicek
NAN
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Inhaltsangabe zu "Feenstaub: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:280
Verlag:
EAN:9783711720900

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Was Nina wusste: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Was Nina wusste: Roman' von David Grossman
3
3 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Was Nina wusste: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag:
EAN:9783446267527

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Rezensionen zu "Was Nina wusste: Roman"

  1. Familiäre Verstrickungen

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 12. Sep 2020 

    „Rafael war fünfzehn, als seine Mutter starb und ihn von ihrem Leiden erlöste.“ (S.7) Bereits mit diesem ersten Satz erfasst man den Charakter dieses Romans, in dem es im Kern um familiäre Verstrickungen, um Liebe, Verrat, Reue, Schuld und Scham geht. Rafael lebt zusammen mit seinem Vater Tuvia in einem Kibbuz in Israel, als der Teenager sich unsterblich in die geheimnisvolle, nur wenige Jahre ältere, Nina verliebt, die erst kurz zuvor gemeinsam mit ihrer Mutter Vera im Kibbuz eingezogen ist. Das Schicksal will es, dass Tuvia und Vera nach Ende der Trauerzeit heiraten. Die neue Stiefmutter versucht dem Jungen ein liebevoller Mutterersatz zu sein. Nina entzieht sich der Familie jedoch, sie verlässt den Kibbuz und wird jahrelang nicht gefunden.
    Rafael leidet unter ihrer Abwesenheit, sie ist die Liebe seines Lebens. Irgendwann wird seine permanente Suche belohnt. Nina wird eine Weile sesshaft, die beiden führen eine schwierige Beziehung, sie bekommen eine Tochter, Gili. Nach etwa drei Jahren hält es die unstete Nina nicht mehr aus. Sie zieht erneut von ihren Dämonen getrieben in die Welt.

    Anlässlich des 90. Geburtstages ihrer Oma Vera beginnt die mittlerweile 36-jährige Gili, die Familienchronik zu recherchieren und zu hinterfragen. Wie ihr Vater arbeitet sie in der Filmbranche. Das macht es naheliegend, eine Filmdokumentation mit Interviews aller Familienmitglieder vorzubereiten.
    Auch Nina ist zum Geburtstag ihrer Mutter angereist. Es ist sofort augenfällig, dass die Beziehungen zwischen Müttern und Töchtern schwer gestört sind. Gili kann das frühe Verlassenwerden von ihrer Mutter nicht verzeihen, sie wird zwischen Anziehung und Ablehnung hin- und hergerissen. Auch Nina hat ein dysfunktionales Verhältnis zu ihrer Mutter Vera. Ursachen scheinen auch bei ihr traumatische Erlebnisse aus der Kindheit zu sein. Eine diagnostizierte schwere Krankheit macht Nina etwas zugänglicher. Sie bleibt und öffnet sich für das Filmprojekt.

    Die Ich-Erzählerin ist Gili. Sie führt den Leser zunächst in das komplizierte Familiengeflecht ein, indem sie verschiedene Episoden aus der Vergangenheit zusammenträgt. Ihre wichtigsten Bezugspersonen sind ihr Vater und Oma Vera, viele Informationen hat sie zwangsläufig von ihnen erhalten.

    Im Rahmen des Filmprojekts werden sich die Frauen zum ersten Mal seit Jahren mit den Brüchen ihrer Familiengeschichte konfrontieren und sich gemeinsam darüber auseinander setzen. Das führt zu Diskussionen und Konflikten, zu intensiven Gefühlen; verschwiegene Wahrheiten und Geheimnisse brechen aus ihnen heraus. Der Leser erfährt immer mehr, kann sich nach und nach ein komplettes Bild der Figuren und ihrer Traumata machen. Dabei muss man nicht alles verstehen oder gar gutheißen. Grossman versteht es, die Charaktere seiner Protagonisten differenziert und vielschichtig anzulegen. Es gibt nicht nur gut oder nur schlecht.

    Höhepunkt des Romans ist eine gemeinsame Reise, die zunächst nach Kroatien in Veras Heimatstadt Cakovec führt, wo sie einst Ninas Vater Milos kennen- und lieben lernte. Ihre Geschichte wird blumig, zu Übertreibungen neigend, erzählt. Manche Episode mutet auch skurril an, doch man nimmt sie dieser alten jüdischen Dame ab. Doch diese Ablenkungen währen nur kurz, denn Veras Geschichte findet ihren tragischen Ausgang auf der Gefängnisinsel Goli Otok. Nach dem Tod ihres Mannes wird sie der Spionage verdächtigt und für fast drei Jahre dort eingesperrt. Sie muss Zwangsarbeit leisten und ihre 6-jährigeTochter Nina zurücklassen - ein Verhängnis, das sie lebenslang begleitet.

    Die Erinnerungen Veras an das Lager Goli Otok werden durch eine andere Schriftart und Erzählperspektive abgehoben. Für mich waren diese Abschnitte die Highlights des Buches. Man hat schon oft über die Zustände in Lagern von Unrechtsstaaten gelesen, hier gelingt es besonders intensiv, bewegend und authentisch. (Man sollte wissen, dass es für die Figur der Vera eine reale Person gegeben hat: Eva Panic-Nahir war eine in Jugoslawien hoch angesehene Frau, die fast drei Jahre auf der Gefängnisinsel Goli Otok zubringen musste. Das ist der Ort, an den unter Tito die vermeintlichen Dissidenten des Regimes verbracht wurden. Die beschriebenen Erlebnisse dürften weitgehend der Wahrheit entsprechen. Grossman war mit der vor wenigen Jahren verstorbenen Eva Panic-Nahir befreundet und hatte die Erlaubnis, ihre Lebensgeschichte fiktional zu bearbeiten.)

    Die Stärke des Romans ist seine bild- und facettenreiche Sprache. Die Dilemmata der weiblichen Charaktere werden sehr gut ausgearbeitet. Rafael bleibt im Hintergrund für meinen Geschmack etwas blass. Der Roman entwickelt immer mehr Dramatik. Das muss man mögen. Grossman lässt die Handlung sehr gezielt auf einen Höhepunkt zusteuern, der von Naturgewalten, unglücklichen Zufällen und Gefahren begleitet wird. Das war mir persönlich etwas viel. Die Geschichte an sich hat ein so großes Potential, sie beginnt so intensiv, dass man sie auch etwas leiser mit weniger Wucht hätte erzählen können. Außerdem empfand ich manche Länge, kreiste der Roman doch immer wieder um das Seelenleben seiner drei Protagonistinnen, ohne im Kern zu neuen Erkenntnissen zu führen. Zudem passte aus meiner Sicht die Auflösung am Ende nicht zu den zuvor höchst kompliziert angelegten, lange schwelenden Konflikten.

    Ich empfehle diesen Roman allen Freunden komplizierter Familiengeschichten. „Was Nina wusste“ ist kein Roman, der fröhlich stimmt. Er setzt sich mit einem Stück europäischer Zeitgeschichte auseinander, ohne sehr politisch zu werden. Alles dreht sich um drei Frauenfiguren einer Familie, die unter großen Verlusten leiden und gemeinsam versuchen, ihre Traumata zu überwinden.

  1. Unausgewogen

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 09. Sep 2020 

    Wunderbares Thema: Eine Familientragödie, die noch in der dritten Generation Auswirkungen hat. Die 90jährige Vera hat im damaligen Jugoslawien eine Entscheidung getroffen, die ihre Tochter schwer verstört hat. Die wiederum hadert mit der eigenen Mutterrolle. Enkelin Gili möchte es jetzt wissen, befragt die Oma und dreht einen Film darüber. Was ist passiert und was wusste Nina, ihre Mutter?

    David Grossman schreibt wunderbar, plastisch, eindringlich, poetisch, und entschlüsselt gekonnt dieses vertrackte Beziehungsgeflecht. Hier erzählt jeder mal ein bisschen, was einen spannenden Flickenteppich ergibt, der sich zur Familiengeschichte mausert, die mit den politischen Unruhen in Jugoslawien zu Titos Zeit ihren Anfang nimmt.

    Das sind die Pluspunkte dieses Buches: Erzählerische Raffinesse, spannendes Thema, einfühlsame psychologische Analyse der Figuren, alle Zutaten, die ein grandioses Buch braucht. Nur belässt es der Autor nicht dabei. Er will auch noch große Kunst und ewige Liebe, der ein Denkmal gesetzt werden muss. Gili und ihr Vater Rafael sind Filmprofis und so filmen sie nahezu besessen, jeden Moment, jedes Wort, jede Regung, verlieren dabei aber aus den Augen, dass es hier nicht um die Oskarnominierung geht. Und um dem Projekt zusätzliches Gewicht zu verleihen, zaubert er noch eine Alzheimererkrankung aus dem Hut. Unnötig.

    Grossman setzt auf große Gefühle, vergisst dabei aber den historischen Background zu beleuchten. Vera und ihr Mann waren im Untergrund gegen das Tito-Regime aktiv, erfährt man hier im Nebensatz und hätte gerne mehr erfahren. Die eigentliche Tragödie, verursacht durch die Repressalien eines diktatorischen Regimes tritt zurück hinter einem aufgebauschten Gefühlsdilemma, Liebe gegen Verantwortung, Mutterliebe gegen Familienehre. Schade.

    Man spürt das emotionale Engagement des Autors, der, wie er im Nachwort erzählt, Eva Panić-Nahir persönlich gesprochen hat. Auf ihrer Geschichte beruht dieses Buch, eine tragische Geschichte, die wirklich erzählenswert ist und es nicht nötig hat, mit Effekten ausgeschmückt zu werden.
    Der tolle Erzählstil gleicht vieles aus, es ist durchaus lohnend, dieses Buch zu lesen. Es ist nur eher ein Rührstück geworden, was das Zeug zu großem Kino gehabt hätte.

 

Silver Crown - Forbidden Royals

Buchseite und Rezensionen zu 'Silver Crown - Forbidden Royals' von Julie Johnson
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Silver Crown - Forbidden Royals"

Format:Broschiert
Seiten:304
Verlag:
EAN:9783736313033

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Rezensionen zu "Silver Crown - Forbidden Royals"

  1. "Plötzlich Prinzessin" für Erwachsene

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Sep 2020 

    Inhalt: „Silver Crown“ ist der erste Band der „Forbidden Royals“-Triologie von Julie Johnson. Er ist am 28.08.2020 bei LYX erschienen.
    Emilia Lancaster genießt ihr Leben als Studentin. Eines Tages ändert der Tod des Königs alles. Sie hat versucht die royale Familienseite zu vergessen. Immerhin hat ihr Vater nie Kontakt zu ihr gewollt. Ihre Mutter hat sie alleine großgezogen. Als ihr Vater zum neuen König gekrönt werden soll, muss sie an seiner Seite den Platz der Kronprinzessin einnehmen. Immerhin ist sie sein einziges leibliche Kind. Was für andere ein Traum ist, ist für sie der reinste Albtraum. Sie wollte nie die Prinzessin sein. Nicht alle Menschen sind davon begeistert, dass es eine rechtmäßige Erbin gibt und somit die Monarchie weiter erhalten bleibt. Emilia muss sich nun an ihren neuen Status und Familie gewöhnen. Sie merkt schnell, dass es viele Intrigen und Machtspielchen gibt. Besonders ihr neuer Stiefbruder und sie haben keinen besonders guten Anfang und trotzdem fühlt sie sich zu ihm hingezogen...

    Meinung: Das Cover finde ich schön, wenn auch ein bisschen blass. Es passt zu einer Prinzesinnengeschichte. Der Titel passt perfekt. Ich denke, dazu muss ich nicht mehr erklären. Übersetzt wurde die Geschichte von Anika Klüver. Von der Autorin habe ich schon mal ein Buch gelesen, das mir eher mittelmäßig gefallen hat. Bei diesem Buch hat mir der Schreibstil sehr viel besser gefallen. Ich bin quasi durch die Geschichte geflogen. Der Plot hat mich einfach mitgerissen und der Schreibstil ließ sich diesmal flüssiger lesen. Im Gegensatz zu ihrem anderen Buch habe ich diesmal überhaupt nicht das Gefühl als würde eine Szene unnötig lange dauern. Ich war die ganze Zeit über neugierig wie es wohl weitergehen würde. Das komplette Buch wird aus Emilias Sicht geschrieben. Das finde ich in diesem Fall gut gewählt, obwohl ich eigentlich immer gerne aus beiden Sichten lese. In diesem Band liegt der Schwerpunkt nicht auf der Liebe. Das sollte einem vielleicht bewusst sein, bevor man das Buch liest. Man begleitet Emilia von dem Moment an, als sie erfährt, dass der König gestorben ist. Man bekommt mit, wie sie zur Prinzessin wird und wie sie sich in ihr neues Leben einlebt. Gerade das fand ich interessant. Man überlegt die ganze Zeit, ob es eine Verschwörung gibt und wer wohl dahinter steckt. Man merkt, wie Emilia sich entwickelt. Ihre Familie und Freunde finde ich interessant. Bei ihrem Vater bin ich hin und hergerissen und kann mich immer noch nicht so wirklich entscheiden, was ich denn nun von ihm halten soll. Bei seiner Frau und gleichzeitig Emilias neuer Stiefmutter weiß ich jetzt schon, dass ich sie nicht leiden kann. Sie ist ein intrigantes Miststück. Ich bin auf ihre weiteren Machenschaften gespannt und bin neugierig wie Emilia mit ihr umgehen wird. Emilias Stiefschwester finde ich einfach nur großartig. Sie ist so eine offene Person und einzigartig. Dank ihr musste ich einige male grinsen. Ihr Bruder ist eher das Gegenteil. Bisher habe ich ihn noch nicht ganz durchschaut. Er ist ein Badboy. Man merkt auch jetzt schon seine weiche Seite, weswegen ich gespannt bin, wie er sich noch entwickeln wird. Bisher würde ich sagen, passt das zwischen Emilia und ihm sehr gut. Ich hoffe, dass ihre Beziehung noch etwas tiefgründiger wird. Auch bin ich gespannt, wie sich die Beziehung mit ihrem besten Freund weiter entwickeln wird. Immerhin gab es in diesem Band einige Vorfälle.

    Fazit: Gelungener Reihenauftakt! Wer nach einer neuen Prinzessinengeschichte sucht ist hier genau richtig! Hier geht es um Macht, Intrigen, Familienproblemen und auch ein bisschen um Liebe. Es ist ein bisschen wie „Plötzlich Prinzessin“ für Erwachsene. Der zweite Teil „Golden Throne“ erscheint am 27.11.2020 bei LYX und ich kann es kaum erwarten!

  1. Ein gelungener Auftakt und Vorarbeit für die Folgebände

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Aug 2020 

    Einmal Prinzessin sein und im Rampenlicht stehen… welches Mädchen wünscht sich das nicht? Emilia möchte alles, aber definitiv keine Prinzessin sein…
    In „Silver Crown“ von Julie Johnson geht es um die junge Emilia Lancaster, die alleine bei ihrer Mutter in bürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen ist. Gemeinsam mit ihrem besten Freund Owen lebt sie ein normales Teenager Leben, bis es eines Tages zu einem tödlichen Unfall im Königshaus kommt, der Emilias Leben für immer verändert. Plötzlich findet sie sich als einzige Thronerbin im Palast wieder und wir mit allerhand Intrigen und Verpflichtungen konfrontiert – eine Rolle die sie nie wollte und immer verabscheut hat. Zudem ist bislang ungeklärt, wie es zu dem tragischen Unfall im Königshaus gekommen ist und ob nicht doch mehr dahintersteckt. Als wäre das noch nicht genug, hat sie plötzlich auch noch einen heißen Stiefbruder Carter, der ihr immer wieder im Kopf herumspukt…
    Das Cover ist schlicht in weiß und Silber gehalten und für mein ästhetisches empfinden wirklich ansprechend. Das Buch selber wirkt in real sogar ein bisschen rosa. So oder so, ein wirklich schönes und passendes Cover.
    Julie Johnsons Schreibstil ist echt klasse. Man suchtet die Seiten nur so weg und man kommt super in die Geschichte rein. Insbesondere das knistern zwischen Carter und Emilia ist extrem gut beschrieben. Ich habe bei vielen Szenen die Verzweiflung der beiden, über die unmögliche Situation in der sie sich befinden, richtig spüren können. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir eine Szene, wo Carter Emilia einen Song vorspielt – diesen habe ich mir danach bei Youtube angehört und seitdem einen echten Ohrwurm. Mal ganz davon abgesehen, dass die Playlist der beiden im Buch abgedruckt ist und ich diese sehr empfehlen kann, fand ich die Idee einfach mega süß. Aber lest ruhig selber, denn ich möchte nicht zu viel verraten.
    Emilia ist ein echt toller Charakter. Neben ihrem Liebeschaos mit Carter muss sie sich auch noch mit einem eifersüchtigen Besten Freund, einer bösen Stiefmutter, politischen Intrigen und vielen weiteren Problemen rumschlagen. Dabei bleibt Emilia stark und schlagfertig – eine echte Powerfrau. Insbesondere die Dialoge habe ich in „Silver Crown“ zu schätzen gewusst. Nicht nur zwischen Emilia und Carter sondern auch zwischen den anderen Charakteren, wie z.B. Stiefschwester Chloe oder Vater Linus. Julie Johnson hat das Talent die richtigen Worte zu finden.
    Einen Stern Abzug gibt es von mir, weil ich im Laufe des ersten Bandes ab und an den Eindruck hatte einen langen Prolog für die Folgebände zu lesen. Damit möchte ich keineswegs sagen, dass mir langweilig war, denn das war mir zu keinem Zeitpunkt. Ich wusste aber schon während des Lesens, dass sich die Probleme und Rätsel des ersten Bandes nicht auflösen, sondern noch verkomplizieren werden. Da hätte ich mir vielleicht ein paar kleine Lichtblicke gewünscht.
    Ich kann das Buch dennoch sehr empfehlen und werde definitiv die Folgebände lesen.

 

Hamster im hinteren Stromgebiet

Buchseite und Rezensionen zu 'Hamster im hinteren Stromgebiet' von Joachim Meyerhoff
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Hamster im hinteren Stromgebiet"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag:
EAN:9783462000245

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Rezensionen zu "Hamster im hinteren Stromgebiet"

  1. Unterhaltsam und berührend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Aug 2020 

    Wenn man schon das ein oder andere Buch des Autors gelesen hat, fühlt sich dieses hier ein bisschen an wie Nachhausekommen. Man klappt es auf und ist direkt wieder drin. Da ist er wieder, dieser unnachahmliche Erzählton und auch diese Welt, in die man schon einmal hineinblicken durfte, die zufällig das ereignisreiche Leben des Autors und somit speziell und sehr persönlich ist.

    Diesmal wird es sogar erschütternd persönlich. Joachim Meyerhoff erzählt, wie er mit 51 Jahren einen Schlaganfall bekam, ihn er- und überlebte. - Es kann noch nicht sehr lange her sein. Alles Gute!

    Das ist eine einschneidende Erfahrung, plötzlich, ohne Vorwarnung, wird man mitten aus dem Leben gerissen und ist eigentlich zu jung und zu gesund, um je diese Möglichkeit in Betracht gezogen zu haben. So eine Situation bringt einen zum Nachdenken und jemand wie Herr Meyerhoff macht das gründlich. Neben dem tragikomischen Bericht über seine Zeit im Krankenhaus, erinnert er sich an viele Episoden aus seinem Leben, teils um sein angeschlagenes Gehirn zu trainieren, teils aber auch um sich zu besinnen, was wirklich wichtig ist. Er erzählt liebevoll von seiner Familie und schließt nebenher auch ein klein wenig diese entsetzliche Lücke von etwa 30 Jahren seines Lebens, die wir verpasst haben.

    Offen, schonungslos ehrlich, mit einer gewaltigen Portion köstlichstem Galgenhumor und sagenhafter Eloquenz bewältigt der Autor eine dramatische Lebenskrise und lässt uns daran teilhaben. Ich bin berührt und beeindruckt.

 

Die Jagd nach dem Blau: Roman (Edition Blau)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Jagd nach dem Blau: Roman (Edition Blau)' von  Romain Gary
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Jagd nach dem Blau: Roman (Edition Blau)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:376
EAN:9783858698285

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Rezensionen zu "Die Jagd nach dem Blau: Roman (Edition Blau)"

  1. Brillant!!!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Aug 2020 

    Der Bauernjunge mit dem brillanten Gedächtnis und die „Drama-Queen“ aus adeligem Hause.

    Es geht in diesem wunderbaren Roman um Liebe, Freundschaft, Solidarität, Loyalität, Rivalität, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebensrealitäten zur Zeit der deutschen Besatzung in der Normandie während des zweiten Weltkrieges.

    Zu Beginn dieses 376-seitigen Romans, der erstmals 1980 erschien, berichtet uns der Ich-Erzähler Ludo von dem nur spärlich besuchten Museum in Cléry, einem abgelegenen Dorf in der Normandie, das seinem bereits verstorbenen Onkel Ambroise Fleury und dessen Papierdrachen gewidmet ist, die alle einen liebevoll ausgewählten Namen tragen, oft Personen aus der französischen Geschichte darstellen und einst dem Blau des Himmels hinterher jagten.

    Ambroise Fleury war ein warmherziger, friedliebender und heiterer Landbriefträger, der in seiner Freizeit mit Leidenschaft diese unterschiedlichsten und originellen Flugobjekte baute und der von Einheimischen und Besuchern sowohl augenzwinkernd als auch mit einer Mischung aus Ernst, Spott und Gehässigkeit, als „leicht durchgeknallt“ (S. 8) bezeichnet wurde.

    Bei ihm wuchs der Ich-Erzähler Ludo auf, nachdem sein Vater im ersten Weltkrieg gefallen und seine Mutter kurz danach gestorben war.

    Wie alle Fleurys ist Ludo mit einem erstaunlichen, bewunderns- und beneidenswerten Gedächtnis ausgestattet.
    Kaum vernommen oder gelesen, schon sind die Informationen abgespeichert und abrufbar.
    Darüber hinaus hat Ludo ein besonderes Rechentalent.

    Wir begegnen in diesem Roman neben einigen anderen äußerst interessanten Figuren, zwei ungewöhnlichen und aus der Masse durch besondere Begabungen und Beschäftigungen hervorstechenden Sonderlingen, die durch eine gewisse Weltfremdheit glänzen: Ludo und seinem Onkel Ambroise

    Eines Tages im Juni 1932 taucht im Wald bei La Motte, einem Örtchen in der Nähe von Cléry, ein forsches, fesches und hochnäsiges blondes Mädchen mit Strohhut auf und isst wie selbstverständlich die vom fast 10-jährigen Ludo gepflückten Walderdbeeren auf.
    Ludo fängt sofort Feuer für diese rätselhafte Erscheinung, aber nach dieser Begegnung verschwindet sie spurlos und er verfällt in quälendes Warten.

    Quälend?
    Nach nur einer Begegnung?
    Ja!

    Denn aufgrund seines außerordentlich guten Gedächtnisses kann er nicht vergessen…weder Emotionen noch Inhalte.

    Im weiteren Verlauf erfahren wir, dass Ludo bereits mit 14 Jahren sein Abitur und nebenbei die Buchhaltung für ein benachbartes renommiertes Lokal gemacht hat, dass er herausfindet, dass es sich bei der schönen Unbekannten um die Polin Elisabeth de Bronicki, genannt Lila, handelt, deren adelige und reiche Eltern in der Nähe von La Motte einen Sommersitz in einem beeindruckenden Herrenhaus haben und dass ebendieses Mädchen, das eine lebhafte Fantasie und ein vorlautes Mundwerk hat, vier Jahre später wieder auftaucht und Ludo auf diesen noblen Sommersitz ihrer außergewöhnlichen Familie einlädt.

    Ludo kommt in einem denkbar unpassenden und dramatischen Moment an und wird von den Eltern des Mädchens desinteressiert und herablassend empfangen.
    Von Bruno, dem klavierspielenden und in anderen Sphären schwebenden 16-jährigen Adoptivbruder wird er ignoriert und von ihrem ebenfalls 16-jährigen leiblichen Bruder Tad wird Ludo freundlich begrüßt und ... gewarnt.
    Er solle lieber das Weite suchen.
    Ludo ist verwirrt, aufgewühlt, emotional hin- und hergerissen und ratlos...

    Lila verdreht Ludo den Kopf und der naive Ludo, der blind vor Liebe zu ihr und oft nicht weit entfernt vom Liebeswahn ist, nimmt sich vor, über sich hinauszuwachsen, um sie zu erobern.

    Eines Tages wird Ludo unerwartet und aus unerklärlichen Gründen von einem ihm unbekannten Jungen mit langen blonden Haaren angegriffen.

    Im weiteren Verlauf tätigt Ludo, der Junge aus einfachen Verhältnissen, den Schritt in die elegante und schillernde Welt der Bronickis.
    „Der Neffe des berühmten Ambroise Fleury“ (S.56) bewegt sich nun regelmäßig in der feinen Gesellschaft, in der er sich nachvollziehbarer Weise nicht so ganz zu Hause fühlt.

    Bei einem seiner Besuche auf dem luxuriösen Anwesen der Familie seiner theatralischen Freundin Lila, „die am liebsten von sich selbst träumt“, stellt sich dann nicht nur heraus, dass der mysteriöse Angreifer ihr förmlicher und arroganter 14-jähriger Cousin Hans ist, der ihr ebenfalls verfallen ist, sondern wird Ludo gedrängt, seine Fähigkeiten als „mathematisches Wunderkind“ (S. 64) vor Publikum unter Beweis zu stellen.

    Diese gelungene Aufführung des Rechengenies beeindruckt Lilas Vater Stas Bronicki, Finanzgenie, Spekulant und Spieler, zutiefst und er bietet an, Ludo und seine Zukunft (aus nicht ganz uneigennützigen Gründen) zu fördern.

    Die Geschichte nimmt ihren Lauf, wird immer intensiver und spannender.
    Wir lesen von Ludos Besuch auf dem Schloss der Bronickis in Polen, von einem dritten Verehrer Lilas, vom Vorabend und Beginn des zweiten Weltkriegs, davon, wie Ludo mit der hellsichtigen und gewieften jüdischen „Puffmutter“ Madame Julie ins Geschäft kommt, wie sich die Résistance formiert und wie Ludo und Lila getrennt werden.
    Für immer?
    Das und alles andere werde ich natürlich nicht verraten…

    Über der Geschichte, die rückblickend aus der Sicht Ludos erzählt wird, liegt v. a. zu Beginn ein Touch von märchenhafter Erzählweise und bezaubernder Sprache.
    Durchgehend überraschen uns poetische Formulierungen sowie eine ausgefeilter Sprache.
    Im Verlauf verliert sich das Märchenhafte.
    Die Sprache wird dem Zeitgeschehen angemessen nüchterner, klarer und realistischer.

    Bezüglich des sprachlichen Ausdrucks von Romain Gary kam mir immer wieder der englische Begriff „sophisticated“ in den Sinn, für dessen Bedeutung mir jedoch leider kein wirklich treffender und passender deutscher Begriff einfällt. Es geht in Richtung „anspruchsvoll“ und „raffiniert“, hat aber auch etwas von „gestelzt“...

    Immer wieder wird der Leser mit wunderschönen poetischen Phrasen überrascht, wie z. B.
    „Ich wollte irgendetwas sagen, denn man muss immer Zuflucht in Worten suchen, um das Schweigen daran zu hindern, allzu laut zu werden...“ (S. 115)

    „Mein Gedächtnis erfasste jeden Augenblick, legte ihn beiseite; bei uns nennt man das „Sparstrumpf“, und was da drin war, reichte für mein ganzes Leben.“ (S. 148)

    „Niemand hatte jemals drei Männer gesehen, die stummer über Dinge schwiegen, die sie sich zu sagen hatten.“ (S. 191)

    Dass die Drachen und deren „Jagd nach dem Blau“ immer wieder in ihrer Symbolik aufgegriffen werden oder Assoziationen hervorrufen, gefällt mir: Höhenflüge machen, Träume haben, sich im Zaum halten, auf dem Boden bleiben, die Leine locker lassen, etwas hinterher jagen oder die Zügel straffen...

    Scharfzüngige, sarkastische und witzige Formulierungen, die einem auf der Zunge zergehen, machen das Werk zu einem Lesevergnügen.

    Die Personen werden in ihrer Komplexität und Vielschichtigkeit gezeichnet. Uns begegnen völlig unterschiedliche Charaktere, wobei ein jeder für sich in all seiner Komplexität und Vielschichtigkeit gezeichnet wird.

    Die gespannte, ungewisse und bedrohliche Atmosphäre im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges und während der Jahre des Schreckens wird wunderbar vermittelt.
    Ebenso die Gefühlswelt von Ludo, das Getriebene und Suchende von Lila, das Resignative und Künstlerische von Bruno, das angestaubt, unzeitgemäß und selbstgefällig Wirkende von Hans, das Scharfsichtige und Kluge von Tad und das Knistern der Rivalität zwischen den drei jungen Männern.

    Man sollte sich meines Erachtens Zeit nehmen und den Roman aufmerksam lesen, damit einem nichts entgeht.
    Weder die schöne Sprache, noch die bildhaften Beschreibungen oder die authentische Atmosphäre.

    Es ist kein Roman, den man en passant oder, müde vom Tag, kurz vor dem Schlafen lesen kann, weil die Sprache gleichermaßen gehaltvoll wie anspruchsvoll und das Buch, das trotz der Schwere seiner Thematik ein Plädoyer für Mut, Zuversicht, Durchhaltevermögen, Loyalität und Solidarität ist, kein ganz einfach und nebenbei zu lesender Unterhaltungsroman ist.

    Das Eintauchen in diese andere Zeit und Welt und das Kennenlernen dieser völlig unterschiedlichen und wunderbar sezierten Charaktere, die sich im Verlauf des Romans verändern und entwickeln, war berührend, bewegend, herzerwärmend und erschütternd und bereitete mir neben Momenten des Nachdenkens und Erschauderns auch viel Vergnügen und Genuss.

    Sehr gelungen und bereichernd fand ich, dass wahre historische Gestalten und Ereignisse, wie z. B. Ilse Koch, das Stauffenberg-Attentat und das Dorf Le Chambon-sur-Lignon, ein Örtchen in den Cevennen, dessen Bewohner mit vereinten Kräften jüdische Menschen gerettet haben, erwähnt wurden und eindrucksvoll war für mich, den zweiten Weltkrieg durch die Brille der französischen Widerstandsbewegung, der Résistance, zu erleben.

    Realität eingebettet in Fiktion.
    Schwere eingebettet in Poesie.
    Dramatik und Tragik neben Hoffnung und Leichtigkeit.

    Sehr Lesenswert!
    Unbedingte Empfehlung!

    https://lieslos.blog/

 

Der Halbbart

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Halbbart' von Charles Lewinsky
NAN
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Inhaltsangabe zu "Der Halbbart"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:688
Verlag:
EAN:9783257071368

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