Die Heilung der Welt: Das Goldene Zeitalter der Medizin 1840-1914

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Heilung der Welt: Das Goldene Zeitalter der Medizin 1840-1914' von Ronald D. Gerste
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Heilung der Welt: Das Goldene Zeitalter der Medizin 1840-1914"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
EAN:9783608984095

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more

Rezensionen zu "Die Heilung der Welt: Das Goldene Zeitalter der Medizin 1840-1914"

  1. gut zu lesendes Sachbuch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Mär 2021 

    Die Heilung der Welt erzählt die Geschichte der Medizin von ca. 1840 bis 1914. Ronald D. Gerste beschränkt sich dabei aber nicht nur auf die medizinischen Entdeckungen dieser Zeit wie die Betäubung mit Äther und Chloroform oder der Antisepsis, er stellt diese Entwicklungen auch in den geschichtlichen Kontext. So erklärt sich wie die moderne Krankenpflege erst durch die grausamen Erfahrungen im Krimkrieg entwickelt hat und es zur Gründung des Roten Kreuzes kam.

    Der Leser begegnet in diesem Buch vielen Pionieren der Medizin wie Ignaz Semmelweis, Robert Koch, Lous Pasteur und anderen, deren Namen vielleicht nicht ganz so geläufig sind, ohne die aber viele auch heute noch gängigen Methoden nicht möglich wären.

    All diese Fakten werden in einer gut lesbaren Form vorgestellt und in 23. Kapiteln bildhaft vorgestellt. Zwischendrin erinnert der Autor auch immer wieder an Persönlichkeiten, deren Schicksal eng mit dem medizinischen Fortschritt verbunden sind.

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, durch die nicht zu langen Kapitel kann man immer wieder eines lesen und dann das Buch auch wieder zur Seite legen. Die Informationen werden gut verständlich auch für medizinische Laien vermittelt. Von daher kann ich das Buch wirklich empfehlen. Ich werde wohl auch noch andere Büchern des Autors lesen.

 

1918 - Die Welt im Fieber

Buchseite und Rezensionen zu '1918 - Die Welt im Fieber' von Laura Spinney
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "1918 - Die Welt im Fieber"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
EAN:9783446258488

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more

Rezensionen zu "1918 - Die Welt im Fieber"

  1. Hatschi!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Dez 2020 

    Genau 100 Jahre hatten wir jetzt Zeit, über ein Ereignis in unserer Geschichte nachzudenken, einen Plan für den Wiederholungsfall zu entwickeln und vor allem die Menschen über ein sensibles Thema zu informieren.

    Dieser Aufgabe hat sich die Autorin bravourös gestellt!

    Ein gutes Jahr hatten wir Leser dann Zeit (das Buch ist 2018 hier in Deutschland erschienen), uns vorzubereiten, wenn wir denn damit so schnell gerechnet hätten.
    Ich aber las das Buch erst jetzt und hatte diesen eigenartigen Effekt, mich ständig daran erinnern zu müssen, dass es nicht um die aktuelle Lage ging sondern um das Jahr 1918.

    Die Parallelität der Grippepandemie Ende des Ersten Weltkrieges und die Corona-Pandemie, die heuer um die Welt rast, ist zugleich erschreckend, aber auch ein Stück beruhigend, da wir mit Abstand eine Katastrophe besser einschätzen und besonnener handeln können.

    Es war nicht der erste Grippeausbruch, den die Welt traf und auch nicht die letzte Influenza, die großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft hatte, aber die Spanische Grippe fiel genau in eine Zeit der Umbrüche. Die Medizin hatte das Bakterium schon unter dem Mikroskop, aber das Virus entkam der Entdeckung durch seine Winzigkeit und seiner Weigerung, sich in einer Nährlösung vermehren zu wollen. Ärzte und Wissenschaftler stritten also noch darum, warum die Menschen krank wurden, woher der Fluch kam und welche Behandlungsmethoden, neben erfolgreichem Abstand halten und Quarantäne, wohl die besten seien.

    Auch die Namensgebung war umstritten, schließlich hatte jedes Land seinen eigenen Verdacht, wer die Seuche eingeschleppt haben könnte. Schließlich einigte man sich auf die Spanische Grippe, wobei die Spanier damit nicht wirklich einverstanden waren. Nachvollziehbar, denn der Erste Weltkrieg endete gerade, weltweit kehrten die Truppen heim, geschwächt, hungrig und oftmals krank. Den Daheimgebliebenen ging es auch nicht besser. Fehlende Arbeitskräfte und schlechte Wetterbedingungen ließen die Ernten schrumpfen. Die Friedensverhandlungen verschoben ganze Landstriche in neue Herrschaftsgebiete und die folgenden Flüchtlingsbewegungen verschärften die Lage. In diesem Chaos war an eine Dokumentation der krankheitsbedingten Fallzahlen nicht zu denken und somit war es im Nachhinein eine Herkulesaufgabe, herauszufinden, wieviele Tote auf das Konto des Krieges gingen und wieviele der Pandemie angerechnet werden müssen.

    Eines jedoch war den Nationen spätestens jetzt rund um den Erdball sehr bewusst, dass es keine Länder geben kann ohne Volk, dass kein Wiederaufbau mit kranken, siechenden Menschen möglich ist und dass Vertrauen in eine Regierung maßgeblich auch auf eine gute Gesundheitsfürsorge beruht. Krankenversicherungen wurden eingeführt, oder verbessert, Krankenhäuser besser ausgestattet, Ärzte von Institutionen finanziert und Organisationen gegründet, die die Daten sammeln und auswerten sollten.

    Aber natürlich gab es auch damals schon Skepsis gegenüber den Anordnungen der Regierungen und den Behandlungsmethoden der Ärzte. Zu oft war man mit den indigenen Völkern in den Kolonien unmenschlich umgesprungen, als dass sie jetzt an das Gute glauben sollten. Zu lange war man in den Mietskasernen der Großstädte auch ohne behördliche Anweisungen über die prekären Runden gekommen, als dass man jetzt die Selbständigkeit aufgeben wollte. Und zu erfolglos waren die Bemühungen der Schulmedizin, die gegen ein Bakterium kämpfte, das nicht die Ursache war. Und just als man sich der Alternativmedizin, dem Medizinmann oder der Geistersitzung zugewandt hatte, flaute die Grippe ab.

    Der Schaden war angerichtet, der Schock saß tief, aber wie immer nach einem traumatischen Erlebnis, drehte sich die Erde weiter und der Blick war nach vorn gerichtet.... nicht ganz! Denn schon damals wurde klar, dass nicht alle, die die Krankheit überstanden hatten, wieder voll genesen waren und dass fast ein ganzer Jahrgang an Neugeborenen fehlte.

    Die Autorin erschafft hier einen vollständig anmutenden Überblick über das Geschehen in jenen Jahren, beleuchtet Hotspots über das Erdenrund verteilt, betritt die Künstler-, als auch die Politikerbühne und wirft nebenbei noch einen Blick auf die Erforschung der Viren. Klug und aufs Wesentliche konzentriert, kann man auch als Laie verstehen, wie tiefgreifend die Veränderungen in allen Gesellschaftsschichten waren und wie wichtig eine künftige, genaue Beobachtung der Weltgesundheit ist.

    Denn, wie wir inzwischen schmerzlich am eigenen Leibe erfahren haben, wir werden nicht weniger Menschen und wir werden in unserer Mobilität auch nicht langsamer. Wir sind mittendrin und dürfen gern aus der Vergangenheit lernen. Ein besonderes Buch, das für sich spricht, das erinnern wollte und doch zur Prophezeiung wurde.

 

Der Preis des Ruhms: Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Preis des Ruhms: Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges' von Füssel, Marian
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Preis des Ruhms: Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:656
Verlag: Beck
EAN:9783406740053

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

Lesern von "Der Preis des Ruhms: Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges" gefiel auch

read more

Rezensionen zu "Der Preis des Ruhms: Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges"

  1. Lesenswerte Studie zum siebenhährigen Krieg

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 31. Mai 2020 

    Mit "Der Preis des Ruhms. Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges" von Marian Füssel, erschienen im C.H.Beck Verlag (656 S, 32 €), habe ich eine private Bildungslücke geschlossen. Weder im Studium noch in meiner beruflichen Tätigkeit hatte ich es mit dieser Phase der Geschichte zu tun. Insofern besaß ich vor der Lektüre dieser Studie lediglich Oberflächenwissen über diesen Krieg, der von 1756 bis 1763 dauerte. Mir war geläufig, dass dieser Krieg neben den bekannten Schauplätzen in Mitteleuropa (so auch in meiner Heimat Ostwestfalen-Lippe, ja sogar direkt im Umfeld meiner kleinen Heimatstadt) auch in Nordamerika stattfand, dass er aber auch Indien, die Karibik, Südamerika und Afrika erfasste, war mir neu. Gerade diese globalen Auswirkungen bringen den Klappentext dazu, von einem Weltkrieg zu sprechen, einen Begriff, den der Autor Füssel in seiner Studie selbst gewaltig relativiert. Doch die Ausgangslage Großbritannien im Bündnis mit Preußen, später auch Portugal, gegen Frankreich im Bündnis mit Österreich und den meisten Reichsfürsten, Russland und Schweden,später Spanien, hatte eben globale Auswirkungen mit Folgen. Kanada wurde endgültig britisch, gleichzeitig stieg das Selbstbewusstsein der britischen Siedler in Nordamerika, was sicherlich zur Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika beitrug. Indien wurde nach der weitgehenden Verdrängung der Franzosen zunehmend Teil des britischen Empire. Somit hatte der Krieg mit Großbritannien einen eindeutigen Sieger, das verbündete Preußen ging vergleichsweise leer aus, was aber bei der ursprünglichen Ausgangslage beinahe einem Sieg gleichkam. Einer Übermacht von Gegnern ausgesetzt, gelang es Preußen unter der Führung Friederichs sich zu beahupten und das kurz zuvor von Österreich geraubte Schlesien zu behalten. Allerdings setzte der König mehrfach dabei alles aufs Spiel, gewann aber. Doch der Preis des Ruhms war ein hoher. Lassen wir hier ein Zitat des Zeitgenossen Graf von Lehndorff sprechen, das Füssel am Ende seiner Darstellung eingebaut hat: "Somit (mit dem Friedensschluss) hat all unsere Not ein Ende. Wenn man aber nun einmal bedenkt, welche unzähligen Opfer dieser Krieg gefordert hat, wie viele Provinzen verwüstet, wie viele Familien ruiniert worden sind, und das alles, um die Herrscher in dem status quo ante zu sehen, so möchte ich über den Wahnwitz laut aufschreien" (S.522). Das gilt sicher nicht nur für diesen Krieg, aber eben auch für ihn.

    Überhaupt tragen solche zahlreich eingestreuten Betrachtungen und Berichte von Zeitzeugen aus verschiedenen Ländern und sozialen Schichten zu einem beträchtlichem Wissenszugewinn des historisch interessierten Lesers bei.Also alles in allem eine empfehlenswerte Studie.

 

Frau Chambers

Buchseite und Rezensionen zu 'Frau Chambers' von Michelle Ule
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Frau Chambers"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag: SCM Hänssler
EAN:9783775159326

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more

Rezensionen zu "Frau Chambers"

  1. Biddys Leben für die Liebe und den Glauben

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Nov 2019 

    "Liebe ist nicht berechnend, Liebe ist spontan. Und manchmal kommt sie auch ganz unerwartet." (Oswald Chambers)
    London 1908 Die junge Gertrude „Biddy“ Hobbs verliert recht früh und unerwartet ihren Vater. Die als Kind etwas kränkliche Biddy scheint dagegen ein wahrer Kämpfer zu sein. Nun muss sich nach dem Tod des Mannes ihre Mutter alleine mit den drei Kindern versorgen. Doch da sie fest im Glauben waren, wussten sie, Gott würde sie versorgen. Mit 20 Jahren lernt Biddy dann den englischen Baptistenprediger Oswalds Chambers bei einer Missionswoche in ihrer Gemeinde kennen. Trotzdem Oswald nie auf der Suche nach einer Frau war, lernt er Biddy Mal zu Mal bei seinen Besuchen der Familie Hobbs kennen. Schon von Beginn an war Biddy klar das für Oswald immer der Glaube und Gott an erster Stelle sein wird. Nichtsdestotrotz heiraten sie am 25. Mai 1910 in London. Biddy als gelernte Stenotypistin schreibt währenddessen Oswalds Predigten und Vorträge mit. 1913 wird ihre Tochter Kathleen geboren und 1915 reist die Familie nach Kairo damit Oswald dort, als Militärpfarrer vom CVJM dienen konnte. Trotz all den Risiken des Krieges, Kultur und Klima vertraut Biddy Gott, das er sie wohlbehütet in dieser Zeit. 1917 verstirbt dann Oswald völlig unerwartet an einer Lungenembolie nach einem Blinddarmdurchbruch. Wieder zurück in London widmet sich Biddy den Notizen von Oswalds Predigten und sorgt dafür, das diese Andachten veröffentlicht werden. Biddy war Hausfrau, Mutter, Seelsorgerin und Bibellehrerin, doch in allem ging es ihr nur darum eine Jüngerin für Jesus zu sein und andere Menschen zum Glauben zu bringen.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Bildnis von Biddy zeigt mir eine starke Frau und Persönlichkeit. Der Schreibstil war sehr interessant, unterhaltsam und chronologisch verfasst. Mit den Bildern im Mittelteil konnte ich mir eine Vorstellung von der Familie Chambers, ihrer Familie, Freunden und Bekannten machen. Die Autorin hat hier eine beeindruckende Biografie über eine starke Frau geschrieben. Oswald Chambers kannte ich bisher nur von einigen Andachten, habe mich aber bisher nicht mit seinem Leben befasst. Dafür fand ich das Leben das seine Ehefrau Biddy, so bescheiden und demütig an Oswalds Seite führte umso bemerkenswerter. Die beiden waren wahre Diener Gottes im Dienste den Glauben weiterzugeben. Trotzdem Biddy wusste, das für Oswald Gott immer an erster Stelle stehen würde, hat sie ihn geschätzt und lieben gelernt. Schade nur das ihre Ehe so kurz währte, doch dafür sorgte Biddy dafür das Oswald Chambers niemals vergessen werden wird. Mich beeindruckt es jedes Mal, wenn ich solche Frauen sehe, die sich hinten anstellen, damit ihr Mann groß wird, um Gott zu verherrlichen. Ihr hat man es schlussendlich zu verdanken, dass neben mehr als 30 Werken, im Jahre 1923 sein Andachtsbuch "Mein Äußerstes für sein Höchstes" zum ersten Mal erschienen ist. Eine Frau, die man bewundern muss und dank Michelle Ule niemals vergessen wird. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.

 

An den Ufern der Seine: Die magischen Jahre von Paris 1940 - 1950

Buchseite und Rezensionen zu 'An den Ufern der Seine: Die magischen Jahre von Paris 1940 - 1950' von Agnès Poirier
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "An den Ufern der Seine: Die magischen Jahre von Paris 1940 - 1950"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:508
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608964011

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more

Rezensionen zu "An den Ufern der Seine: Die magischen Jahre von Paris 1940 - 1950"

  1. Rive Gauche

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Mär 2019 

    Die Dekade von 1940 – 1950 betitelt die Autorin Agnès Poirier als die „magischen Jahre“ von Paris. Warum magisch? Nach der Lektüre dieses faszinierenden Sachbuchs kann ich es für mich beantworten. Paris war schon in den 20iger und 30iger Jahren Treffpunkt von Intellektuellen und Künstlern, hier wurden neue Kunstströmungen geboren und das vergangene Jahrhundert endgültig abgestreift.
    Aber unter dem Druck der Besatzung, der Kriegsjahre und der Nachkriegszeit entstand noch etwas anderes. Neue Lebensentwürfe wurden erprobt, Philosophen im Diskurs mit Lebenskünstlern und Intellektuellen, man entwickelte Theorien, das alles in vielen Facetten und Strömungen.
    Besonders beeindruckend war für mich, wie die Agnès Poirier diese Atmosphäre, dieses Flair der Stadt einfängt und lebendig werden lässt. Wie ein spannender Roman liest sich diese Kulturgeschichte. Es ist ein Who is Who der Intellektuellen, die bis heute Kunst und Literatur prägen.
    Während in anderen europäischen Metropolen durch die Kriegsjahre quasi ein geistiges Vakuum herrschte, versammelten sich Paris die Geistesgrößen dieser Zeit. Hier zeigt die Autorin die Verbindungen, die Freundschaften und Leidenschaften, die Paris zu einem intellektuellen Hot Spot werden ließ.
    Auch wenn sich das Buch wie spannend und faszinierend wie ein Roman liest, lädt ein ausführliches Personenregister, eine detaillierte Chronologie und viele Anmerkungen und Literaturhinweise zu einer weiterführende Beschäftigung mit diesem Jahrzehnt ein.
    Die Ausstattung des Bandes ist gelungen, ein Lesebändchen in den Farben der „Grande Nation“ und einige historische Fotos runden das Bild ab.
    Bei mir hat die Autorin viel Interesse geweckt und einige Biografien aus den Anmerkungen stehen schon auf meiner Leseliste.

 

9 Tage wach

Buchseite und Rezensionen zu '9 Tage wach' von Eric Stehfest
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "9 Tage wach"

Eric Stehfest gehört zu den Shootingstars des deutschen Fernsehens, er ist Hauptdarsteller in »Gute Zeiten, Schlechte Zeiten« und brillierte in der Tanzshow »Let's dance«. Was nur wenige wissen: In seiner Jugend war er jahrelang von der Partydroge Crystal Meth abhängig. Erst über eine einjährige Entziehungskur - Auslöser war ein neun Tage langer Rausch, den er fast nicht überlebte - schaffte er den Absprung.
Heute ist er clean und hat sich zur Aufgabe gemacht, über die Gefahren dieser Modedroge aufzuklären. In »9 Tage wach« berichtet Eric Stehfest schonungslos über seine Zeit in der Drogenszene, den schmerzhaften Entzug und ein jahrelanges Doppelleben.

Format:Taschenbuch
Seiten:288
EAN:9783841905185

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more
 

Gertrude Pressburger, und Marlene Groihofer

Buchseite und Rezensionen zu 'Gertrude Pressburger, und Marlene Groihofer' von Gertrude Pressburger
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Gertrude Pressburger, und Marlene Groihofer"

Gertrude Pressburger, und Marlene Groihofer

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
EAN:9783552058903

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more

Rezensionen zu "Gertrude Pressburger, und Marlene Groihofer"

  1. Niemals vergessen!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Dez 2018 

    „Das Niedrigste wird aus den Leuten herausgeholt, nicht das Anständige.“

    Gertrude Pressburger hat 2016 mit knapp 90 Lebensjahren auf sich aufmerksam gemacht, als sie im Wahlkampf um den österreichischen Bundespräsidenten ein Plädoyer gegen rechts gehalten hat. Das Video wurde viral, die alte Dame war in aller Munde. Nun ließ sie ihre Lebensgeschichte von der Radiojournalsitin Marlene Groihofer aufzeichnen.

    Frau Pressburgers Geschichte spricht für sich, sie hat Auschwitz überlebt, ihre Familie nicht. Verfolgung, Flucht, Internierung, menschliche Grausamkeit, Gertrude Pressburger musste als junges Mädchen viel ertragen. Ihre Erinnerungen machen betroffen, bei jedem Wort über ihre Eltern, ihre kleinen Brüder spürt man immer noch die Liebe zu diesen Menschen und die Trauer um deren Verlust.

    Trotz all der unfassbaren Erlebnisse, die sie erlebte und überlebte, hat sie ihren Lebensmut nie verloren, blieb sich selbst immer treu. Die Heimkehr nach Wien nach dem Krieg kam ihr die Heimatstadt wie Feindesland vor. Bei Begegnungen mit Fremden, kreisten ständig ihre Gedanken, darum, was der oder diejenige im Krieg getan oder nicht getan hat. Selbst in ihrer Schwiegerfamilie behielt sie lieber Schweigen um ihre Vergangenheit, erst als ihre Tochter alt genug war, begann sie von ihrem Leben zu erzählen.

    Heute ist es der alten Dame wichtig, gehört zu werden. Bei ihrer Buchpräsentation stellt sich die 90 jährige einem enormen Publikum. Bald wird es keine Zeitzeugen dieser ungeheuerlichen Zeit geben. Umso wichtiger ist es daher, dass Lebensgeschichten, wie die der Frau Pressburger, weitergegeben werden. Es ist nicht Mitleid, das sie möchte, es ist die Hoffnung, dass die Menschen doch in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen. In diesem Sinne, niemals vergessen.

 

1913: Der Sommer des Jahrhunderts (Hochkaräter)

Buchseite und Rezensionen zu '1913: Der Sommer des Jahrhunderts (Hochkaräter)' von Florian Illies
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "1913: Der Sommer des Jahrhunderts (Hochkaräter)"

Format:Taschenbuch
Seiten:320
EAN:9783596193240

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more

Rezensionen zu "1913: Der Sommer des Jahrhunderts (Hochkaräter)"

  1. Ein Schlaglicht auf das Vorkriegsjahr

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Jul 2020 

    Das Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, ein Jahr voller gegenseitiger Versicherungen, dass der europäische Frieden gefestigt ist und alle Beteiligten frohen Mutes, mit neuen Ideen in die Zukunft blicken. Das Jahr 1913 wird, wenn man dem Autor Glauben schenkt, von Kunst und Liebe beherrscht. Gutgelaunt, mit festem Blick auf Wien, Paris und Berlin, zählt Illies alle Ereignisse und Befindlichkeiten zeitgenössischer Persönlichkeiten und ihrer Musen auf. Von Januar bis Dezember, von Louis Armstrong bis Graf Zeppelin, vom alten Adel bis zum vorbestraften Kunstmaler, wird der Leser weich gebettet und darf sich auf gute Unterhaltung freuen, mit vermurksten Liebesbriefen, zögerlichen Anträgen, unvorbereitete Weltreisen und Bünde, die sich schließen und im Streit wieder zerbrechen.

    In der Kunst bricht sich der Kubismus Bahn, ein erfolgloser österreichischer Maler geht in die Politik, Freud und sein Schüler Jung gehen getrennte Wege, Wien scheint eingeschlafen, Paris dafür erwacht zu sein und überhaupt scheinen alle durcheinanderzulaufen, auf der Suche nach neuen Zielen, der großen Liebe, der neuen Erkenntniss.

    Und wenn man genau hinschaut in diesem Wimmelbild (ein Dank an Wanda), dann scheint die einzige Konstante, die verschwundene Mona Lisa aus dem Louvre zu sein. Dabei hatte sie sich auch nur auf den Weg in ihre Heimat begeben.

    Und dann, mit nachlassendem Licht, schwindet auch die Hoffnung auf Frieden, tauchen erste Zweifel und apokalyptische Zukunftsvisionen in Wort und Bild auf.

    Was ist Ursache, was ist Wirkung? Diese Frage stellte sich mir in diesem Kaleidoskop des bunten Allerlei. Waren alle zu sehr mit sich selbst beschäftigt, blind für das Große Ganze, oder waren alle dermaßen gelangweilt vom frommen Verlauf der Geschichte, dass der Kampfgeist heraufbeschworen wurde?

    Ich aber glaube, dass es im gemeinen Fussvolk, welches in diesem Werk keine Stimme hat, gebrodelt hat.

    Illies beschreibt mit fröhlichem Ton ein buntes, aufregendes Europa. Die Liste seiner Zeitgenossen scheint komplett, ja erschlägt zuweilen, birgt aber auch so manchen intimen Einblick, der mich staunen ließ. Der Schwerpunkt liegt auf Kunst und Kultur und nur hie und da lugt die Politik mit drohendem Unheil durch den Vorhang. Die Stimmung in der arbeitenden Bevölkerung wird völlig ausgeblendet und so könnte man schnell auf die Idee kommen, dass es mindestens zwei eigenständige Kreisläufe gegeben hat, die sich nicht auf derselben Erde gedreht haben.

  1. Die Geschichte eines Jahrhundertjahres

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Dez 2018 

    Mit „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies habe ich in der vergangenen Woche ein Buch gelesen, um das ich mich sehr lange gedrückt habe, da ich es in dem Raster von fiktionaler Literatur und Sachbuch nur schwer einordnen konnte und mich deshalb einfach nicht entscheiden konnte. Nun habe ich es gelesen und weiß immer noch nicht, wie fiktional und/oder wie historisch/real es ist. Wie es in dieser Skala einzuordnen ist. Es präsentiert uns tatsächlich reale Einblicke in das Leben von Menschen, maßgeblich Künstlern, die Repräsentanten der im Jahr 1913 aufflackernden Moderne sind. Und bindet diese kleinen literarischen Miniaturen dann zu einem Blumenstrauß von Situationen zusammen, der in dieser Form ungemein literarisch und somit fiktional wirkt, ohne aber den realen Bezug zu der historischen Situation jemals zu verlieren, sondern im Gegenteil als Essenz alles das herauszufiltern, heraus zu liften scheint, was die Zeit ausmacht und zu dieser besonderen gemacht hat.
    Es geht darum, „die ungeheure ungleichzeitige Gleichzeitigkeit, die das Jahr 1913 vor allem ausmacht, angemessen zu schildern.“(76) schafft Illies mit dem Buch dann eine angemessene Schilderung? Schwer zu sagen. Ungewöhnlich ist sie auf jeden Fall. Er erzählt die Geschichte der Moderne „als einmal komische, mal herzzerreißende Seifenoper,“ schrieb die Washington Post. Ist das statthaft? Keine Ahnung, wieviel Vereinfachung, Glättung und auch wie viel Ersonnenes in all den von Illies geschilderten Lebenssituationen der Berühmtheiten liegen, aber egal: es bereitet ungemeines Vergnügen! Das Jahr 1913 wird darin ungemein lebendig. Das Jahr ist ein „Moment höchster Blüte und zugleich ein erstes Aufflackern des Untergangs“ (Klappentext), das Illies hier als Jahrhundertjahr schildert.
    Monat für Monat fasst Illies ungemein dicht recherchierte, besondere Szenen aus dem Arbeits- und Liebesleben von Berühmtheiten zusammen. Die große Kunst des Buches besteht dann darin, dass auf den ersten Blick Unverbundenes nebeneinandergestellt wird und dennoch zu einem Ganzen gestaltet ist und so beim Leser ankommt.
    Ich kann nur möglichst vielen Lesern raten, sich auf dieses literarische Experiment lesend einzulassen und sich köstlich unterhalten zu lassen. 5 Sterne für einen absoluten Höhepunkt meines Lesejahres 2018.

 

Französische Hauptstadt, deutsche Provinz: Marcel Proust und der große Krieg. Bad Kreuznach und das kaiserliche Hauptquartier. (Rimbaud-Taschenbuch)

Buchseite und Rezensionen zu 'Französische Hauptstadt, deutsche Provinz: Marcel Proust und der große Krieg.  Bad Kreuznach und das kaiserliche Hauptquartier. (Rimbaud-Taschenbuch)' von Hans Dieter Zimmermann
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Französische Hauptstadt, deutsche Provinz: Marcel Proust und der große Krieg. Bad Kreuznach und das kaiserliche Hauptquartier. (Rimbaud-Taschenbuch)"

Format:Taschenbuch
Seiten:272
Verlag: Rimbaud
EAN:9783890864068

Diskussionen zu "Anatomie eines Genozids: Vom Leben und Sterben einer Stadt namens Buczacz"

read more
 

Seiten