Résistance und Todesmarsch: Ein Franzose in Buchenwald, Halberstadt und Langenstein

Buchseite und Rezensionen zu 'Résistance und Todesmarsch: Ein Franzose in Buchenwald, Halberstadt und Langenstein' von Paul Le Goupil
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Format:Taschenbuch
Seiten:424
EAN:9783868411379

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Wunder muss man selber machen: Wie ich die Wirtschaft auf den Kopf stelle

Buchseite und Rezensionen zu 'Wunder muss man selber machen: Wie ich die Wirtschaft auf den Kopf stelle' von Sina Trinkwalder
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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag: Droemer HC
EAN:9783426276150
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Republik der Angst: Eine andere Geschichte der Bundesrepublik

Buchseite und Rezensionen zu 'Republik der Angst: Eine andere Geschichte der Bundesrepublik' von Frank Biess
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Eine andere Geschichte der Bundesrepublik
Gebundenes Buch
Die Anatomie der deutschen Angst.
Frank Biess erzählt die Geschichte der Bundesrepublik als eine Geschichte kollektiver Ängste. Die Furcht vor Vergeltung in der unmittelbaren Nachkriegszeit, die Angst vor einem Atomkrieg und kommunistischer Infiltration in den fünfziger Jahren und dann vor Arbeitslosigkeit durch Automatisierung und vor autoritären politischen Tendenzen, schließlich die apokalyptischen Ängste der achtziger Jahre: Immer waren die politischen Debatten und die deutsche Politik von Angst geprägt, nicht zuletzt von der Angst vor der vermeintlichen Allgegenwart des Faschismus.
Biess geht es nicht darum, im Rückblick die Berechtigung dieser Ängste zu bewerten. Er beschreibt vielmehr ihre prägende Rolle für die Entwicklung des Landes. Die Erfahrung von Krieg und Gewalt, lautet seine These, begleitete die Demokratisierung und Liberalisierung der Bundesrepublik; die Angst stellte die soziale und politische Ordnung in Frage - und stabilisierte sie zur gleichen Zeit.
Schließlich diskutiert der Autor die Auswirkungen dieser Angstgeschichte auf die politische Kultur der Berliner Republik. Sind die aktuellen Ängste vor Krieg, Einwanderung und Terrorismus noch spezifisch deutsch, also auf die deutsche Vergangenheit bezogen? Oder spiegeln sie allgemeinere "transnationale" Befürchtungen, die sich in anderen westlichen Nationen auch finden lassen? Er geht damit der spannenden Frage nach, ob die Geschichte der "deutschen Angst" heute an ihr Ende gelangt ist.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:624
EAN:9783498006785
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Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)

Buchseite und Rezensionen zu 'Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)' von Leonhard Koppelmann
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Mit unveröffentlichten O-Tönen von Klaus Barbie u. a. Feature. 170 Min.
Audio CD
Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als "Schlächter von Lyon" in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Doku-Drama mit Felix von Manteuffel u.v.a.
min

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783862316663
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Rezensionen zu "Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)"

  1. Die zwei Leben des Massenmörders...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Mär 2019 

    Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als »Schlächter von Lyon« in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

    Klaus Barbie war mir auch vor dieser Dokumentation ein Begriff. Natürlich. Der 'Schlächter von Lyon', einer der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher, der, wie so viele andere auch, über die Rattenlinie nach Südamerika entkam. Punkt. Tatsächlich endete mein Wissen da.

    Nun, nach Anhören der Dokumentation, ist mir deutlich, dass sich ein Mensch kaum ändert, nur weil er sich plötzlich einer komplett veränderten Realität gegenübersieht. Der Mensch Klaus Barbie nach der Flucht bleibt machtbesessen, skrupellos, uneinsichtig. Und weil es Geheimdiensten, Landesregierungen, Politikern und einflussreichen Geschäftsleuten gut in den Kram passte, erhielt Barbie auch stets die notwendige Protektion.

    Der US-amerikanische CIC beispielsweise - der Vorläufer des CSI - nutzte Barbies Wissen und seine Verbindungen nur zu gern, und als es für ihn in Deutschland tatsächlich zu heikel wurde und Frankreich auf seiner Inhaftierung und Auslieferung bestand aufgrund der von ihm verübten unfassbaren Kriegsverbrechen, sorgte eben dieser CIC mit Unterstützung des Vatikan dafür, dass Barbie nach Südamerika entkam.

    Über Peru ging es nach Bolivien, wo er die Militärs in dem von ihm perfektionierten Waterboarding und anderen Foltermethoden unterrichtete, lebhafte Verbindungen zum BND unterhielt, v.a. in Angelegenheiten von Waffenlieferungen, und maßgeblich an der Verfolgung und Ermordung des Rebellenführers Che Guevara beteiligt war.

    "Alles nur, weil man SS-Mann war."

    Obwohl Barbie, der ab 1951 unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebte, bereits Anfang der 70er Jahre enttarnt wurde, wurde er erst nach einem Regierungswechsel in Bolivien 1983 festgenommen. Helmut Kohl verhinderte eine Auslieferung an Deutschland, um so kurz vor den Wahlen die Schulddebatte von Kriegsverbrechern nicht wieder aufkommen zu lassen. Stattdessen beantragte schließlich Frankreich die Auslieferung Barbies, wo er vor Gericht gestellt und 1987 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1991 starb er mit fast 78 Jahren im Gefängnis von Lyon.

    Diese Dokumentation ist sehr lebendig und authentisch gestaltet, wobei Auszüge aus den Memoiren Klaus Barbies zitiert werden, die er im Gefängnis von Lyon schrieb (allerdings unter Auslassung diverser 'Details' aus seinem Leben in Bolivien, z.B. hinsichtlich seiner hervorragenden Kontakte zu und Geschäften mit den Drogenbaronen). Originalton-Aufnahmen von Klaus Barbie fließen hier ebenso ein wie die Versuche einzelner engagierter Personen, diesen Kriegsverbrecher endlich dingfest zu machen. Den Behauptungen und Bewertungen Klaus Barbies werden in nüchternem Ton die objektiven Tatsachen gegenübergestellt, die zu seinen persönlichen Ansichten nur zu oft eklatant im Widerspruch stehen.

    Ein Unbelehrbarer also? Ganz bestimmt. Fast noch erschreckender allerdings finde ich das Netz aus Politik, Geldmacht und Geheimdiensten, die solchem Verhalten noch den Boden bereiten und dies auch noch honorieren. Und es wäre wohl blauäugig anzunehmen, dass dies heutzutage anders ist. Der ein oder andere bekannte Staatspräsident mag hierfür als Beweis genügen... Dies aber nur mal so am Rande.

    Alles in allem jedenfalls eine empfehlenswerte Dokumentation!

    © Parden

 

Deutschland außer Rand und Band: Zwischen Werteverfall, Political (In)Correctness und illegaler Migration

Buchseite und Rezensionen zu 'Deutschland außer Rand und Band: Zwischen Werteverfall, Political (In)Correctness und illegaler Migration' von Petra Paulsen
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Zwischen Werteverfall, Political (In)Correctness und illegaler Migration
Gebundenes Buch
Sie schrieb einen emotionalen Brief an Bundeskanzlerin Merkel, der durch die Medien ging. Fast eine Million Menschen sahen ihre Botschaft auf YouTube. Spätestens seit ihrer Teilnahme an der ZDF Sendung "Wie geht's Deutschland" wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Die Rede ist von Petra Paulsen.

Als eine unübersehbare Zahl von Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika im Herbst 2015 plötzlich unkontrolliert nach Deutschland strömte, stellte sich die Gymnasiallehrerin die Frage "Was ist hier bloß los?". Sie machte sich auf die Suche nach den Hintergründen einer Entwicklung, die sich immer mehr als ein Verhängnis abzeichnet - für Deutschland wie für Europa.

Die Autorin begann, Recherchen anzustellen und Fakten zusammenzutragen. Ihre analytische Neugier überspannte dabei einen weiten thematischen Bogen: Von den katastrophalen Folgewirkungen der Zuwanderung auf die innere Sicherheit, über den sinkenden Bildungsstand, die demografische und mentale Verformung der Gesellschaft, bis zum fatalen Verlust des Geschichtsbewusstseins - vor allem aber das schicksalsschwere Versagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, zu deren Wählern Petra Paulsen sich einst selbst zählte.

Was daraus entstand, unterscheidet sich in mancherlei Hinsicht von den üblichen Darstellungen der Gegenwart. Dieses Buch ist ein Höhenflug an Heimatliebe, gepaart mit dem sezierenden Intellekt der Naturwissenschaftlerin, gespickt mit akribisch belegten Tatbeständen sowie spannend lesbaren und aufrüttelnden Informationen. Durch seine inhaltliche Fülle leistet es einen Beitrag zum Geschichtsverständnis dieses Jahrhunderts. Es ist ein Weckruf an alle Menschen, die nicht verstehen, was in diesem Land gerade geschieht.

Andreas Kirschhofer-Bozenhardt, Publizist und Sozialforscher

Mit einem Vorwort von Thorsten Schulte, Autor des Bestsellers "Kontrollverlust".

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
EAN:9783945780329
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Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland

Buchseite und Rezensionen zu 'Der neue Tugendterror: Über die Grenzen der Meinungsfreiheit in Deutschland' von Thilo Sarrazin
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Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht. Doch im Alltag begegnet man so manchem Denk- und Redeverbot. Thilo Sarrazin analysiert in seinem neuen Buch den grassierenden Meinungskonformismus. Wer Dinge ausspricht, die nicht ins gerade vorherrschende Weltbild passen, der wird gerne als Provokateur oder Nestbeschmutzer ausgegrenzt.


Mit gewohntem Scharfsinn prangert Thilo Sarrazin diesen Missstand an, zeigt auf, wo seine Ursachen liegen, und benennt die 14 vorherrschenden Denk- und Redeverbote unserer Zeit.


Format:Audio CD
Seiten:11
EAN:9783868043686
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Die Destabilisierung Deutschlands: Der Verlust der inneren und äußeren Sicherheit

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Destabilisierung Deutschlands: Der Verlust der inneren und äußeren Sicherheit' von Stefan Schubert
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Der Verlust der inneren und äußeren Sicherheit
Gebundenes Buch
Bei seinen umfangreichen Recherchen nutzte der ehemalige Polizist Stefan Schubert seine Kontakte zu Sicherheitsorganen und sah Polizei- und Geheimdienstakten ein.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
Verlag: Kopp Verlag
EAN:9783864455902
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Inside Duisburg-Marxloh: Ein Stadtteil zwischen Alltag und Angst

Buchseite und Rezensionen zu 'Inside Duisburg-Marxloh: Ein Stadtteil zwischen Alltag und Angst' von Franz Voll
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Inside Duisburg-Marxloh: Ein Stadtteil zwischen Alltag und Angst"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
Verlag: Orell Füssli
EAN:9783280056349
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Rezensionen zu "Inside Duisburg-Marxloh: Ein Stadtteil zwischen Alltag und Angst"

  1. No-Go-Area?

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Nov 2017 

    Eine Stadt verkommt, ein Stadtteil kippt, wer kann, haut ab. Vermüllte Häuser, verängstigte Bewohner, kriminelle Elemente. Wird Duisburg-Marxloh zu Deutschlands erster No-go-Area? Das Detroit Deutschlands? Oder kann der Problembezirk im Ruhrgebiet für andere Städte mit ähnlichen Problemen Lösungen aufzeigen? Und vor allem: Was kann man tun?

    Franz Voll vom »Team Wallraff« war monatelang in Marxloh unterwegs. Er hat mit langjährigen Einwohnern und neuen Zuwanderern gesprochen, hat Prominente, Politiker und Polizisten interviewt. Sein Fazit: Von Marxloh lernen heißt anderswo die gleichen Fehler zu vermeiden. Dieses Buch ist das Porträt eines besonderen Stadtteils und seiner Menschen - investigativer Journalismus, professionell recherchiert, mit schockierenden Wahrheiten und verblüffenden Einsichten.

    Als ich auf dieses Buch stieß, wollte ich es sofort lesen. Nein, nicht weil ich in diesem Duisburger Stadtteil lebe, aber weil ich beruflich mit zahlreichen Menschen aus Marxloh in Kontakt komme und auch immer wieder dort vor Ort bin. Dort leben meist Menschen mit geringem Einkommen, oftmals Hartz-, IV-Empfänger, dazu noch überdurchschnittlich viele Menschen mit Mirgrationshintergrund. Seit einiger Zeit berichten diese Menschen aber von einer deutlichen Verschlechterung der Lebensumstände. Viele Zuwanderer, Bulgaren und Rumänen, würden das Stadtbild verschlechtern, viele Spielplätze seien gar nicht mehr nutzbar, und alles würde abwärts gehen. Da interessierte mich dieses Buch eben sehr, um zu erfahren, wie viel ist eigentlich dran an den Berichten einzelner Einwohner oder auch an den schlagzeilenträchtigen Medienberichten?

    Sehr erstaunt hat mich zunächst, dass Marxloh nicht immer das Problemviertel von Duisburg war, sondern ganz im Gegenteil, einmal eines der reichsten Stadtteile. Wer früher eine der begehrten Wohnungen in Marxloh bekam, hatte es geschafft - der war wer! Spaßeshalber habe ich mal geforscht, was Eigentumswohnungen in Marxloh heute so kosten - und nicht schlecht gestaunt. Unzählige Zwangsversteigerungen und auch sonst nur ein Bruchteil dessen, was vergleichbare Wohnungen in bevorzugten Wohnlagen kosten. Traurig. Doch so sieht es nun einmal heute aus in Marxloh:

    "Die Menschen in diesem Stadtteil sind zu 65 Prozent Migranten. In den Schulen werden Klassen gebildet, die bis zu 85 Prozent aus Migranten bestehen, die aus 40 Nationen kommen. Manche sprechen beim Eintritt ins Gymnasium kein einziges Wort Deutsch."

    Marxloh ist ein Armutsbezirk mit einer hohen Arbeitslosenzahl und mit vielen daraus entstehenden sozialen Problemen: 16 Prozent Arbeistlosigkeit, 19000 Einwohner, 64 Prozent davon mit ausländischen Wurzeln. Überall fehlt es an Geld, so dass Marxloh zusehends verfällt. Nicht alle Hauseigentümer kümmern sich ausreichend um ihren Besitz, aber vor allem die Stadt selbst hat kein Geld mehr - Schwimmbäder, Straßen, Schulen, Kindergärten, alles kommt zum Stillstand, und Stillstand bedeutet Verfall. Trotzdem sind sich die Befragten einig: Marxloh ist keine No-Go-Area. Und Franz Voll hat mit vielen Bewohnern gesprochen. Besonders wichtig waren ihm dabei die jungen Menschen, die doch eine Perspektive brauchen. Aber auch mit Hartz-IV-Empfängern, mit Drogendealern, Prostituierten, Schwarzarbeitern und Rumänen - und mit Politikern, Polizeibeamten, Feuerwehrleuten, Lehrern. Sechs Monate hat der Autor sich Zeit genommen, um diesen Stadtteil und seine Menschen näher kennenzulernen und um letztlich ein möglichst umfassendes Bild von Marxloh zu präsentieren.

    Marxloh hat eine lange Tradition als Einwanderungsgebiet. Die Stahlwerke und die Kohlengruben zogen immer schon Arbeiter aus anderen Ländern an, teilweise gezielt angeworben von den Werken. Zunächst nur als Lösung auf Zeit gedacht, blieben doch viele der Arbeiter und gründeten Familien, so dass heute Menschen bereits in 2. und 3. Generation dort leben, teilweise auch mit deutschem Pass. Dadurch gab es ausreichend Zeit, sich aneinander zu gewöhnen, was auch gut funktioniert hat. Selbst der Bau der Moschee in Marxloh stellte so kein wirkliches Problem dar. Was für große Unruhe sorgte, war dann tatsächlich der große Zuzug von EU-Bürgern, Rumänen und Bulgaren, die widersinnigerweise als EU-Bürger keinen Anspruch auf einen Sprachkurs oder Integrationskurs haben - die Plätze werden von den zahllosen Flüchtlingen aus anderen Ländern belegt, die in den vergangenen Jahren noch zusätzlich dazu kamen. Von EU-Bürgern müsste der Sprachkurs selbst gezahlt werden, was die Motivation nicht sonderlich erhöht und die Integration noch zusätzlich erschwert.

    Doch was ist Integration eigentlich? Auch dieser Frage geht Franz Voll nach und stellt erstaunt fest: alle reden davon, aber eigentlich weiß keiner genau, was das sein soll. Jeder hat sein eigenes Bild und persönliche Erwartungshaltungen, so dass es schwierig ist, da auf einen Nenner zu kommen. Kopftuch weg und Deutsch lernen? Moschee abreißen und alle ab zum Fußball? Und wer bewertet eine gelungene Integration?

    "Wie soll sich ein Zugewanderter integrieren? Und ab welchem Zeitpunkt gelten Zuwanderer als integriert? Sind sie integriert, wenn sie die Sprache des Landes sprechen? Oder müssen sie noch in einem Kegelverein oder in einem Sportverein tätig sein? Reicht die Funktion des Kassenwarts aus oder wird mehr Engagement verlangt?"

    Vielleicht kommt die Aussage einer Befragten der Sache am nächsten, die kein Problem damit hat, dass fremde Menschen um sie herum leben, dass diese sich aber benehmen sollen. Wenn man Gast ist, soll man sich auch so benehmen. Der Gastgeber hat Pflichten, aber der Gast eben auch.

    Franz Voll hat ein buntes Bild von Marxloh gezeichnet, das manche der Vorurteile durchaus bestätigt, das aber auch die anderen Seiten des Stadtteils zeigt. Die seit einiger Zeit zur Verfügung gestellte zusätzliche Hundertschaft reguliert die deutlichen Nachteile der Sparmaßnahmen bei der Polizei in den vergangenen Jahren, so dass Konflikte meist rasch geregelt werden können. Aber die Aussage eines Befragten macht auch nachdenklich:

    "Über die Ansammlung vieler Migranten muss man sich eigentlich nicht wundern; auch ich geh dahin, wo ich mich am wohlsten fühle und am schnellsten zurechtkomme. Lässt die Kommune diese Ansammlung zu und ergreift keine frühzeitigen Maßnahmen, um Probleme wie Kriminalität oder Bandenkriege zu verhindern,darf sie sich nicht darüber beschweren, hilflos und überfordert zu sein. Der Drops ist gelutscht."

    Probleme gibt es durchaus, das ist durch Franz Volls Bericht deutlich geworden. Aber die Art der üblichen Medienberichterstattung ist oftmals vollkommen überzogen - und vielfacht waren die Reporter gar nicht vor Ort, sondern haben abgeschrieben, was andere behauptet haben.

    Die Zuwanderer aus Osteuropa bereiten allerdings wirklich Schwierigkeiten. Das liegt zum einen an den anderen Lebensgewohnheiten - sobald das Wetter es zulässt, findet das Leben draußen statt, in großen Gruppen bis zu 150 Leuten, Grillen und spielende Kinder bis nach Mitternacht sind da kein ungewohntes Bild. Dass sich da Anwohner gestört fühlen, liegt auf der Hand, und dass da ein Einsatzwagen der Polizei nicht ausreicht, ebenso. Zum anderen liegt es daran, dass nicht, wie von der Politik gemutmaßt (oder schöngeredet) wurde, vorrangig die gebildeten Menschen nach Deutschland kommen, sondern vielfach die Roma, die in Rumänien zu den Geächteten und den Rechtlosen zählen. Dumm wären sie, wenn sie nicht kämen. Sie bekommen als EU-Bürger zwar keine Hartz-IV-Unterstützung, wohl aber Kindergeld - und bei durchschnittlich sechs Kindern ist das kein Betrag, der nicht ins Gewicht fällt. Doch mit den Problemen müssen jetzt nicht die Politiker fertig werden, die diese Entscheidung getroffen haben, sondern die Bevölkerung vor Ort. Und das schafft Unmut.

    Müll, Dreck, Verwahrlosung - zwei Straßen in Marxloh scheinen fest in der Hand dieser Zuwanderer zu sein. Hier entstand der Begriff der No-Go-Area, im Sinne eines rechtsfreien Bezirks mit erhöhter Gewalttätigkeit. Ich muss gestehen, als ich dem Interview mit einem anonymisierten rumänischen Roma folgte, stieg bei mir der Blutdruck deutlich. Eine Geburtsurkunde für ein 'zusätzliches' Kind zu beschaffen, stellt wohl kein Problem dar - und schon erhöht sich das Einkommen durch das gezahlte Kindergeld noch einmal. Schwarzarbeit ist ebenso selbstverständlich, und man klaut dort zwar nicht selbst, gibt aber entsprechende Tipps weiter an zahlende Interessenten. Für die eigenen Kinder kauft man aber kein Spielzeug, denn die können in die Läden mit den vollgefüllten Regalen gehen und sich das 'nehmen', was sie wollen. Klauen sei das nicht. Dazu kommen noch etwa 40 bis 60 Mitglieder des ehemaligen gefürchteten rumänischen Geheimdienstes Securitate in Duisburg und Umgebung, die die Strippen ziehen - organisierte Einbrüche, Drogenhandel, Prostitution. Ich muss gestehen: ein sicheres Gefühl schafft das nicht.

    Nach der Lektüre habe ich das Gefühl, mir nun ein umfassenderes und vielseitigeres Bild von Duisburg Marxloh machen zu können und die Berichte der Einwohner besser einordnen zu können, die immer wieder an mich herangetragen werden. Doch bei allem Optimismus, den manche Aussagen in diesem Buch zu verbreiten suchten, bleibt bei mir das Bild der Problematik mit den Roma haften, die sich zudem noch stets in riesigen Familiensippen ansiedeln. Wenn man Gast ist, soll man sich auch so benehmen? Wenn das der Maßstab für Integration ist, ist diese Gruppe der Zugezogenen jedenfalls noch weit davon entfernt.

    Insgesamt jedenfalls eine durchaus interessante Lektüre...

    © Parden

 

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