Die Novizin

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Novizin' von Margaret Frazer
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Mord hinter Klostermauern.

Als die Novizin Thomasine ihr Gelübde ablegt, trifft ihre Großtante zu einem Besuch ein. Selbst von den Schwestern wird die adelige Dame wegen ihres Auftretens gehasst. Immer wieder hat sie gedroht, Thomasine aus dem Kloster zu holen und zu verheiraten. Wenig später ist die Adelige tot - vergiftet. Und Schwester Frevisse hat ihren ersten Fall.
Eine unvergleichliche Detektivin - Schwester Frevisse, die Miss Marple des Mittelalters.

Format:Kindle Edition
Seiten:293
EAN:
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Rezensionen zu "Die Novizin"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Jan 2019 

    Schwester Frevisse ermittelt

    Friedlich geht das Leben im Kloster St. Frideswide seinen Gang. Novizin Thomasine will dort in wenigen Tagen ihr Gelübde ablegen. Das passt ihrer Großtante Lady Ermentrude Fenner überhaupt nicht in ihre Pläne. Sie möchte Thomasine, ausgestattet mit einer guten Mitgift, verheiraten. Ihre turbulenten Besuche im Kloster sind gefürchtet, aber als Gönnerin des Konvents muss sie mit gebührenden Ehren aufgenommen werden, doch sie überlebt ihren Besuch nicht.

    Schwester Claire, die kräuterkundige Nonne, vermutet Gift und schon bald haben der Coroner und die aufgebrachte Verwandtschaft von Lady Fenner eine Schuldige ausgemacht. Doch Schwester Frevisse hält nichts von schnellen Urteilen. Mit Erlaubnis der klugen Priorin beginnt sie zu ermitteln.

    Das Kloster als Schauplatz eines Verbrechens ist ein beliebtes Sujet. Der Kontrast zwischen frommen Frauen hinter friedlichen Klostermauern und der Gewalttat, bietet viel Stoff für farbig geschilderte Szenen. Klosterleben, Gebetsregeln und Alltag der Schwestern und das mittelalterliche Leben der Landedelleute werden erzählt und werden durch die bildhafte Sprache lebendig. Schwester Frevisse ist eine gescheite und mutige Frau, die das Kloster nicht als Einengung empfindet und so stellt sie sich mutig dem Coroner und den Schergen der Fenners entgegen. In ihrer Unbeirrtheit und ihrer Hartnäckigkeit ähnelt sie wirklich der im Werbetext erwähnten Miss Marple.

    Als weltlicher Gegenpart darf Thomas Chaucer auftreten. Der Sohn des angesehenen Dichters Geoffrey Chaucer, dessen Canterbury Tales zum englischen Kulturgut gehören, ist zwar nicht adlig, aber vermögend und angesehen bei Hofe. Dem Kloster ist er durch sein früheres Mündel Frevisse verbunden. Was der kleinen, abgeschiedenen Welt des Klosters fremd ist, kann der weitgereiste und politisch versierte Thomas beitragen.

    Margaret Frazer ließ Schwester Frevisse in vielen Bänden ermitteln. Sie erschienen um die Jahrtausendwende in Deutsch. Nun werden sie E-books wieder aufgelegt und die Wiederentdeckung lohnt sich.

 

Vivienne Arp ist der Barrakuda

Rezensionen zu "Vivienne Arp ist der Barrakuda"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Jan 2019 

    Alle Achtung!

    Tamara Bloch wurde erschossen, treffsicher mitten ins Herz. Wer hat die Seniorpartnerin einer Steuerberaterkanzlei auf dem Gewissen? „Fragen Sie Frau Arp“, bekommt die Polizei zu hören. Niemand mag sie in der Kanzlei die toughe Vivienne Arp, berechnend und karrierebewusst soll sie sein. Und schießen kann sie auch. Fall gelöst, bei weitem nicht!

    Steuerberater haben ja selten etwas Spannendes an sich, Zahlen, Bilanzen, Erbsenzähler. Nicht so Vivienne Arp, denn Vivienne Arp ist „der Barrakuda“. Die Frau hat Biss. Zugegeben auch Ellbogen. Sie ist nicht nur schlau sondern auch attraktiv. Ihren eigenen Vorteil im Auge ist sie aber trotzdem nicht blind für die Vorgänge in der Steuerberatungskanzlei Bloch, deren Seniorpartnerin tot aufgefunden wird. So ergreift Vivienne die Initiative, um den Mord an ihrer Chefin aufzuklären. Kanzlei-, Geschäftspartner und Polizei, vor allem den attraktiven Julius Gravi, hat sie bald fest im Griff. Die unlauteren Machenschaften ihrer Chefin führen nach Genf, in die Welt der Reichen und Schönen, Diamantenhändlern, Societygirls und Gangstern.

    Bravo, A. Nonowe, für diesen Independence Krimi, der sich so wohltuend vom Einheitsbrei der Masse abhebt! Keine psychopathischen Serienkiller, keine traumatisierten Ermittler, dafür eine Protagonistin, wie ich mir eine Frauenfigur in Krimis wünsche: intelligent, eigenständig, frech. Kritisch und witzig gleichermaßen, quasi ein Diamant unter den Selfpublishern. Alle Achtung!

 

Blutwette: Julia Durants neuer Fall (Julia Durant ermittelt, Band 18)

Buchseite und Rezensionen zu 'Blutwette: Julia Durants neuer Fall (Julia Durant ermittelt, Band 18)' von Andreas Franz
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Taschenbuch
Seiten:416
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426520840
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Rezensionen zu "Blutwette: Julia Durants neuer Fall (Julia Durant ermittelt, Band 18)"

  1. 3
    (3 von 5 *)
     - 30. Dez 2018 

    Liebe, Macht und Gewalt

    Mit Julia Durant schuf Andreas Franz eine starke Kommissarin. Nach seinem Tod trat Daniel Holbe dessen Erbe an und führt die Reihe nun mehr fort, sodass die Frankfurter Polizistin hier schon in ihrem 18. Fall ermittelt. Mit dabei wie immer: ihre bewährtes Team.
    Unter dem Titel „Blutwette. Julia Durants neuer Fall“ erschien dieser Kriminalroman im August 2018 bei Knaur Taschenbuch und umfasst 416 Seiten.
    Da ich Franz‘ Krimis sehr gern gelesen habe, freue ich mich immer wieder auf einen neuen Fall der Durant. Doch muss ich auch feststellen, dass Holbes Romane nicht an das Original heranreichen.
    Worum geht’s in diesem neuen Fall? Der ehemalige Box-Profi Siggi Maurer wird eines Tages erhängt in seiner Wohnung aufgefunden; alles deutet auf Selbstmord hin. Doch da Julia Durant nicht 100%ig überzeugt ist und sich nach und nach Zweifel an einem Suizid auftun, nimmt das Frankfurter Team die Ermittlungen auf. Allmählich zeigt sich, dass Maurer nicht der Saubermann war, für den ihn alle hielten. Als dann auch noch Bezüge zu einem zwei Jahre zurückliegenden Mord an einer Frau aus dem Balkan zu Tage treten, laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Doch scheint es Menschen zu geben, die an der Aufklärung dieses Verbrechens wenig Interesse haben.
    Im Gegensatz zu den vorherigen Roman brauchte es dieses Mal einige Zeit, bis ich mich in den Fall hineingefunden hatte: Er beginnt zwar, wie gewohnt, mit einem Todesfall, dann werden aber erst einmal verschiedene Szenen und Vorkommnisse geschildert, die im Laufe des Romans nicht unbedingt eine tragende Rolle spielen. Die vielen losen Fäden verwirren beim Lesen eher, als dass sie Spannung erzeugen, und werden am Ende nicht alle befriedigend miteinander verknüpft. Erst ab etwa der Hälfte des Romans steigt der Spannungsbogen allmählich an, jedoch kam ich trotz allem beim Lesen nicht so richtig in den Flow. Einige Ungereimtheiten während der Ermittlungen, warum z.B. Kullmer so vehement auf seinen Undercover-Einsatz beharrt, oder was das Steine in den Weg-Legen von oberster Stelle jetzt wirklich zu bedeuten hat, blieben mir bis zuletzt unklar. Gerade bei Letzterem habe ich den Eindruck, als wollte Holbe einfach noch etwas Skandalträchtiges und Publikumswirksames in die Handlung einbauen. Verschwörungstheoretiker gibt es allerdings, meiner Meinung nach, schon genügend in diesem Land.
    Wenn es um Julia Durants privates Schicksal geht, das sich durch alle Bände hindurchzieht, kommt es beim Lesen immer wieder zu Doppelungen, auch werden Details aus ihrem Umfeld geschildert, die für die Handlung an sich keine Rolle spielen, sodass das Lesen zwischendurch recht langatmig erscheint. Natürlich müssen Hintergründe offengelegt werden, damit auch Neueinsteiger/innen in eine Reihe befriedigt werden, doch ist es hier einfach des Guten zu viel. Da hilft es auch nicht, dass sich den Leser/innen immer wieder neue Spuren auftun, in Sackgassen enden und überraschende Wendungen angebracht werden.
    Sprachlich lässt sich der Krimi, wie gewohnt, locker und leicht lesen.
    Die Charaktere werden detailliert dargestellt und erweisen sich als wandlungs- sowie lernfähig. Besonders Dina hat mich am Ende doch überrascht und hinterlässt bei mir einen zwiespältigen Eindruck.
    Der Grundtenor des Buches ist derselbe wie immer: Die Welt ist voller Grausamkeiten, doch gibt es Menschen, die diesen nach bestem Wissen und Gewissen entgegentreten und nicht aufgeben, auch wenn der Kampf endlos erscheint: Grund zur Hoffnung gibt es also allemal, ohne dass die Welt rosarot gemalt wird. Dieses ist eine Botschaft, die mir an diesen Büchern sehr gut gefällt.
    Alles in allem handelt es sich auch bei diesem 18. Durant-Band wieder um einen zwar guten und durchaus auch lesenswerten Krimi, wenn man die Durant und ihr Team aber wirklich auskosten und liebgewinnen möchte, sollte man eher zu den älteren Bänden greifen. Von mir gibt es dennoch eine Leseempfehlung, doch sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben.

 

Die Suche: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Suche: Kriminalroman' von Charlotte Link
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Mehrere verschwundene Mädchen, eine Tote in den Hochmooren und scheinbar keine einzige Spur ...

In den Hochmooren Nordenglands wird die Leiche der ein Jahr zuvor verschwundenen 14-jährigen Saskia Morris gefunden. Kurze Zeit später wird ein weiteres junges Mädchen vermisst, die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby. Die Polizei in Scarborough ist alarmiert. Handelt es sich in beiden Fällen um denselben Täter? In den Medien ist schnell vom Hochmoor-Killer die Rede, was den Druck auf Detective Chief Inspector Caleb Hale erhöht.
Auch Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist in der Gegend, um ihr ehemaliges Elternhaus zu verkaufen. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft von Amelies völlig verzweifelter Familie, wird zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Drama, das weder Anfang noch Ende zu haben scheint. Und dann fehlt plötzlich erneut von einem Mädchen jede Spur ...



Format:Kindle Edition
Seiten:657
EAN:
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Rezensionen zu "Die Suche: Kriminalroman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 04. Nov 2018 

    Solider Krimi von Charlotte Link

    Als in den Hochmooren Englands die Leiche der seit über einem Jahr vermissten Saskia Morris gefunden wird, ist das Entsetzen der Einheimischen groß. Bei Untersuchungen wird festgestellt, dass das Mädchen noch lange Zeit in Gefangenschaft gelebt haben muss, bevor es gestorben ist. Dann wird erneut ein junges Mädchen Amelie Goldsby vermisst.

    Detective Sergeant Kate Linville befindet sich zufälligerweise im Haus der Goldsbys als das Verschwinden ihrer Tochter bemerkt wird. Eigentlich muss sie sich um das Haus ihrer Eltern kümmern, deren Mieter hatten das Haus völlig verwüstet hinterlassen und sie möchte dieses jetzt ausräumen und renovieren, um es verkaufen zu können.

    Noch überraschter ist Detective Chief Inspector Caleb Hale, als er Kate im Haus der Goldsbys vorfindet. Beide kennen sich bereits von einem vorhergehenden Fall (Die Betrogene). Von Caleb erfährt sie, dass Amelie bereits das dritte verschwundene Mädchen in der Gegend ist. Ist hier ein Serientäter am Werk?

    Gut gefallen hat mir, dass zwei Protagonisten aus einem vorherigen Buch auftauchen. Bei beiden hatte ich das Gefühl sie bereits gut zu kennen. Weniger gut haben mir die endlosen Gedanken z.B. von Caleb Hale zu seinem Alkoholproblem, oder von Kate Linville über ihre verzweifelte Suche nach dem Mann des Lebens, gefallen. Hier hätten es gut und gerne 100 Seiten weniger getan, ohne dass das Buch an Inhalt verliert.

    Das Buch nimmt ab der Mitte so richtig Fahrt auf und man möchte es kaum noch aus der Hand legen. Die Story ist hervorragend, unvorhersehbar mit vielen Ecken und Wendungen, mit denen sich so nicht gerechnet hätte.

    Aufgrund der nicht notwendigen Längen vergebe ich hierfür vier Lesesterne, empfehle das Buch aber sehr gerne allen Krimifans.

 

Mordsverrat: Nordseekrimi (Anders und Stern ermitteln 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Mordsverrat: Nordseekrimi (Anders und Stern ermitteln 2)' von Ulrike Busch
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Aufruhr in St. Peter-Ording: In den Bewertungsportalen des dubiosen Geschäftsmanns Lukas Harzog werden die Hoteliers des beliebten nordfriesischen Urlaubsortes gezielt mit Schmäh-Kommentaren überzogen. Für deren Entfernung müssen sie teuer bezahlen.
Eines Morgens wird Harzogs Freundin, die Hotelbesitzerin Jessica Leverenz, tot in ihrer Wohnung gefunden. Selbstmord oder ein Versehen, vermutet Clarissa, die Schwester der Toten. Jessica war tablettensüchtig, und ihre Beziehung mit Harzog drohte zu scheitern.
Die Obduktion ergibt jedoch: Jessica wurde ermordet. Hat sich einer der zu Unrecht diffamierten Hoteliers an ihr für Harzogs Machenschaften gerächt? Tammo Anders und Fenna Stern ermitteln im Umfeld von Bewertungswahn, Fake-Accounts und Rufmord via Internet.

Bisher erschienen von Ulrike Busch:

Reihe 'Ein Fall für die Kripo Wattenmeer':
1. Der Pfauenfedernmord
2. Jaspers letzter Flirt
3. Flaschenpost vom Mörder
4. Mord auf der Hallig
5. Countdown in Westerland

Reihe 'Anders und Stern ermitteln':
1. Mordsrevanche
2. Mordsverrat

Reihe 'Kripo Greetsiel ermittelt':
1. Tod am Deich
2. Mordskuss
3. Mordsleben
4. Mordsschwestern
5. Mordsfinale

Weitere Bücher:
- Himmelhochjauchzendhellblau
- Leichte Mädchen haben's schwer
- Der Blaue Stern
- Tod auf Juist

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:302
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Mordsverrat: Nordseekrimi (Anders und Stern ermitteln 2)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Dez 2018 

    Das Gescgäft mit den Rezensionen

    Ulrike Busch hat sich mit ihrem Krimi ein interessantes Thema ausgesucht. Wie geht man mit schlechten Rezensionen oder Kritiken, in dem Falle auf Hotelportalen um? In der heutigen Zeit, wo man mittlerweile jeden Besuch oder Einkauf- und wenn es nur eine Schraube ist - bewerten soll, gehört das Geschäft mit guten und schlechten Bewertungen mittlerweile zum Alltag. Aber wie ist es eigentlich, wenn man zu Unrecht schlecht und vor allem falsch bewertet wird? Kann man sich überhaupt dagegen wehren?

    Die beiden Kommissare Fenna Stern und Tammo Anders sind noch gar nicht richtig heimisch in ihrer neuen Dienststelle geworden, da stürzt ein Hotelier in ihr Büro und meldet einen Rufmord. Er bezichtigt Lukas Harzog des Betrugs und Rufmords und befürchtet noch weitaus Schlimmeres. Harzog, der eine Bewertungsplattform für Hotels betreibt, erstellt mit seinen Mitarbeitern falsche und vor allem schlechte Bewertungen auf seiner Plattform. Das Löschen dieser unberechtigten und falschen Kommentare lässt er sich von den Hoteliers teuer bezahlen. Die Hotelbesitzer haben kaum eine Chance sich gegen diese schlechten Bewertungen zu wehren. Sie sind aber auch nicht mehr bereit, sich das gefallen zu lassen. Und dann passiert genau das, was zu befürchten war. Eine Tote wird gefunden. Steht ihr Tod im Zusammenhang mit den Bewertungen? Stern und Anders haben diesmal ganz schön zu tun, um alle Spuren zu ordnen und einen Verdächtigen ausfindig zu machen.
    Mit viel Liebe erzählt Ulrike Busch hier die Erlebnisse des sympathischen Ermittlerduos weiter. Dabei erfahren wir nicht nur vom aktuellen Fall, sondern auch wie es im Privatleben der Protagonisten weitergeht. Mit viel Raffinesse führt sie uns und die Ermittler die Autorin wieder einmal gekonnt aufs Glatteis. Und obwohl ich ja während des Lesens direkt mit ermitteln konnte, hätte ich mit diesem überraschenden Ende nicht gerechnet.

    Für Liebhaber von Cosykrimis und vor allem von Krimiserien kann ich auch dieses Buch unbedingt empfehlen. Die aktuelle Thematik macht das Buch obendrein noch lesenswerter.

    Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

 

Flavia de Luce 9 - Der Tod sitzt mit im Boot: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Flavia de Luce 9 - Der Tod sitzt mit im Boot: Roman' von Alan Bradley
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

»Die Flavia-de-Luce-Romane sind Kult.« Mail on Sunday

Wie sieht für Sie der typische Ermittler aus? Männlich, mittelalt, ein bisschen brummig, mit einer aufgeweckten jungen Kollegin an seiner Seite? Denken Sie um! Denn kaum jemand hat eine so hohe Erfolgsquote, was die Lösung von Kriminalfällen betrifft, wie Flavia de Luce: zwölf Jahre alt, auf liebenswerte Weise ein bisschen naseweiß, begnadete Chemikerin, an ihrer Seite nur ihr treues Fahrrad Gladys. Auch in diesem ungewöhnlich heißen Sommer in England kreuzt während eines Bootsausflugs mit ihrer Familie eine Leiche Flavias Weg. Der tote Mann ist in blaue Seide gehüllt und trägt einen einzelnen roten Ballettschuh. Als auch noch drei Klatschtanten in der ortsansässigen Kirche dran glauben müssen, läuft Flavias zauberhafte Spürnase erneut zu Hochtouren auf.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:352
EAN:
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Rezensionen zu "Flavia de Luce 9 - Der Tod sitzt mit im Boot: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Dez 2018 

    Bootsfahrt

    Nun ist Flavia de Luces Vater schon ein halbes Jahr tot und unter den Schwestern geht es drunter und drüber. Alle drei sind noch sehr jung, viel zu jung, um Waisen zu sein. Wirklich helfen kann da auch der treue Dogger nicht. In der Hoffnung, dass sich die Wogen etwas glätten, unternimmt er mit den Mädchen eine Bootsfahrt. Doch wenn man Flavia kennt, ahnt man schon, dass sie nicht einfach eine Hand durchs Wasser gleiten lassen kann. Was wohl bei allen anderen gut ginge, führt bei Flavia dazu, dass ihre Hand an einem Hindernis hängen bleibt, genau genommen an dem offenen Mund einer Leiche.

    Man mag es sich nicht vorstellen, schließlich würde man ja an fremden Zähnen hängen bleiben, brrr. Flavia ist glücklicherweise abgebrühter und gemeinsam mit Dogger bringt sie die Leiche ans Ufer. Die günstige Gelegenheit muss genutzt werden, solange die Polizei noch nicht vor Ort ist, untersucht Flavia die Leiche. Und sofort fallen ihr einige Ungereimtheiten auf, die später genauer untersucht werden müssen. Für ein paar Tage müssen die de Luces und Dogger am Ort bleiben, bis der Todesfall genauer geklärt ist. Für Flavia ist es eine willkommene Ablenkung von ihrer Trauer, eigentlich wollte sie sterben, doch mit dem rätselhaften Todesfall kommt wieder Leben in ihr Herz.

    Der Mensch ist doch ein sehr anpassungsfähiges Wesen, auch wenn er meint, nach einer Katastrophe kann es nicht mehr weitergehen, wird er doch erfahren, dass nach einer gewissen Zeit der Trauer und des Stillstands ein Licht am Horizont auftaucht, durch welches die alten Lebensgeister wieder erweckt werden. Das in Flavias Fall das Licht in Form einer Leiche daherkommt, ist schon etwas speziell, typisch Flavia eben. Man ist richtig froh für Flavia, wie sie ihre chemischen Untersuchungen durchführt und mit den Ergebnissen ein paar Denkübungen macht, wodurch sich tatsächlich ein anderer Ansatz für den Leichenfund offenbart als der Unfall, zu dem er durch die Polizei gemacht werden soll. Dogger ist dabei eine große Hilfe, seine denkerischen Fähigkeiten stehen Flavias in nichts nach und sogar ihre Schwestern erweisen sich als hilfreich. Flavia müht sich mit dem schmerzlichen Verlust und mit dem Erwachsen werden, doch wie auch schon in ihren vorherigen Auftritten müht sie sich leichtfüßig und sympathisch.

    Flavia de Luce, 12 Jahre, eine außergewöhnliche Ermittlerin, der man gerne bei der Entwicklung vom naseweisen Kind zur integren Jugendlichen zuschaut.

 

Abwärts: ein Stone Mountain Thriller

Rezensionen zu "Abwärts: ein Stone Mountain Thriller"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 15. Dez 2018 

    Schneebedeckte Berge

    In einem Skiresort in Kanada trainieren sie alle, die Einheimischen, die aus dem Nachbarort, die Deutschen, alle eben. Nicht gut für die Reputation des Ortes ist da natürlich, wenn bei Training ein Unfall passiert. Die neue Sicherheitschefin Kalin, die Pistenbereiter, das Hilfspersonal, alle im Resort versuchen für das Wohlergehen der Sportler zu sorgen. Schon zu Beginn der Trainingssaison allerdings stürzt Steve McKenzie, einer der unbeliebtesten aber auch einer der besten Fahrer. Vielleicht empfindet da mancher etwas Schadenfreude, doch als sich herausstellt, dass der Sportler den Sturz nicht überlebt hat, ist das Entsetzen groß. Neben der Polizei versucht auch Kalin herauszufinden, wie es zu dem schweren Unfall kommen konnte.

    Gerade passend für die Jahreszeit ist dieser Winterkrimi. Kalin Thompson, gerade erst zur Sicherheitschefin befördert, muss gleich zu Beginn ihrer Laufbahn ermitteln, wie ein junger Sportler während des Trainings zu Tode kommen konnte. Schnell stellt sich heraus, dass es bei dem Unfall nicht mit rechten Dingen zuging. Dadurch kommt Kalin, die einfach ins kalte Wasser gestoßen wurde, noch mehr unter Druck. Sie kann sich nicht den kleinsten Fehler leisten, schließlich geht es neben der Klärung der Todesumstände auch um den Ruf der Ski-Anlage, die mit guten Ski- und Trainingsangeboten schließlich ihr Geld verdient.

    Abfahrt, Super-G, etc. Wer den Skisport mag und sich gerne in eine winterliche Landschaft versetzen lässt, wird an diesem Krimi sicherlich viel Gefallen finden. Die sympathische Kalin Thompson und ihr Freund, der Feuerwehrmann Ben, halten fest zusammen. Als sogenannte Minipolizeichefin ermittelt Kalin zwar nicht wie die Polizei, doch auch sie stellt Nachforschungen an, schließlich will auch der Chef über alles, was in seinem Laden vorgeht, informiert sein. Damit ist dieser Krimi sowohl vom Setting her als auch von der Ermittlerin her etwas anders angelegt als üblich. Das gibt einen besonderen Reiz, der das Buch von der Masse abhebt. Ebenfalls spannend ist es, einen kleinen Einblick zu gewinnen, wie es während verschiedener Trainingslager in einem Skiresort zugeht.

 

Gula: Gierige Flammen (Die Betonys)

Buchseite und Rezensionen zu 'Gula: Gierige Flammen (Die Betonys)' von Alexandra Schmidt
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Taschenbuch
Seiten:260
EAN:9783748165347
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Rezensionen zu "Gula: Gierige Flammen (Die Betonys)"

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 09. Dez 2018 

    Völlerei - die Gier nach Ruhm und Geld

    Bei „Gula. Gierige Flammen“ von Alexandra Schmidt handelt es sich um den zweiten Band der auf sieben Bände ausgelegten Krimireihe rund um Edda Bretony. Er ist im Oktober 2018 bei Books on Demand erschienen und umfasst 260 Seiten.
    „Das künstliche Herstellen von Taaffeiten mag ein wissenschaftlicher Durchbruch sein; für Edda ist es nur die Fütterung der Gierigen, die den Rachen nicht vollkriegen.“
    Durch Zufall entdeckt Edda den Teil einer Formel zur Herstellung dieses Edelsteins, die ihr Vater vor vielen Jahren entwickelt hat. Dieses ruft erneut den ehemaligen Geldgeber ihres Vaters, Leonard Audorn, auf den Plan, der sich hintergangen fühlt und versucht, Profit aus dieser Entdeckung zu schlagen. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Eddas Onkel Carl sowie seine kleine Enkelin Orla entführt werden und ein altes Herrenhaus in Flammen aufgeht. Schafft es Edda, den grausigen Ereignissen Einhalt zu gebieten?
    Gekonnt eröffnet Alexandra Schmidt ihr Werk mit einem Prolog aus dem Jahre 1987, in dem sich den Leser/innen schon eine Menge Fragen eröffnen: Wer sind die Handelnden in diesem Vorspiel? Was wird hier versteckt? Kenner/innen des ersten Bandes werden schon eine Ahnung haben, Neulinge werden vor ein Rätsel gestellt. Auf jeden Fall aber baut sich hier schon ein Spannungsbogen auf, der alle Leserinnen und Leser bis zum Ende in seinen Bann zieht.
    Die darauf folgende Handlung ist logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut. Die Geschichte spielt sich vor allem im Umfeld dreier Familien ab: der Bretonys, der Hederichs und der Audorns. Geschickt ist dabei ihre Vorgeschichte in diesen Roman eingeflochten: für Neulinge ausreichend, für Kenner/innen des ersten Bandes nicht zu ausufernd, sodass alle über genügend Wissen verfügen dürften, um dem Geschehen zu folgen. Das Ende wartet mit einigen Überraschungen auf, ist aber nichtsdestotrotz schlüssig und stimmig.
    Gekonnt verwebt die Autorin verschiedene Zeitebenen miteinander. Während der eigentlichen Handlung, die sich in der Gegenwart abspielt und im Präsens geschildert wird, gibt es immer wieder Rückblenden in die Zeit von „vor einigen Minuten“ bis hin zu „vor einigen Wochen“, die das Geschehen detaillierter beschreiben. Diese Rückblenden sind durch Zwischenüberschriften und Tempuswechsel klar voneinander abgehoben, sodass sie beim Lesen keinerlei Schwierigkeiten bereiten, dasselbe aber spannend machen und das Geschehen kommentieren.
    Die Zahl der Charaktere ist überschaubar, ihre Darstellung so bunt wie das Leben selbst: Sie reichen vom scheinbar unbelehrbaren Sturkopf bis hin zum einsichtigen, klugen Strategen. Besonders über Carl konnte ich mich beim Lesen einige Mal so richtig aufregen. Sehr gefreut hat mich, dass sich die Figuren, im Gegensatz zum ersten Band, als entwicklungsfähig präsentieren.
    Schmidts Sprache ist eingängig, abwechslungsreich und flott zu lesen. Sie wirkt nun „glatter“ und gleichmäßiger, nur noch selten gibt es Formulierungen, die den Lesefluss stocken lassen. Insbesondere an beschreibenden Stellen zeigt sich auch hier wieder, wie gekonnt und nuanciert die Verfasserin mit Sprache umzugehen vermag.
    Auch wenn das Werk insgesamt ein in sich geschlossenes Ganzes ergibt, eröffnet sich mit dem Epilog den Leser/innen eine neue Frage, die dazu animiert, sich auf den Nachfolgeband zu freuen. Mir jedenfalls ging es am Ende so, und ich bin schon gespannt darauf, wie es mit Edda, ihrer Familie und der Taaffeit-Formel weitergeht.
    Mit diesem Kriminalroman legt Alexandra Schmidt eine gut durchdachte, spannende Geschichte vor, die Leserinnen und Leser mitfiebern lässt und Lust auf mehr macht. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung.

 

Gula: Gierige Flammen (Die Betonys)

Buchseite und Rezensionen zu 'Gula: Gierige Flammen (Die Betonys)' von Alexandra Schmidt
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Taschenbuch
Seiten:260
EAN:9783748165347
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Rezensionen zu "Gula: Gierige Flammen (Die Betonys)"

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 09. Dez 2018 

    Völlerei - die Gier nach Ruhm und Geld

    Bei „Gula. Gierige Flammen“ von Alexandra Schmidt handelt es sich um den zweiten Band der auf sieben Bände ausgelegten Krimireihe rund um Edda Bretony. Er ist im Oktober 2018 bei Books on Demand erschienen und umfasst 260 Seiten.
    „Das künstliche Herstellen von Taaffeiten mag ein wissenschaftlicher Durchbruch sein; für Edda ist es nur die Fütterung der Gierigen, die den Rachen nicht vollkriegen.“
    Durch Zufall entdeckt Edda den Teil einer Formel zur Herstellung dieses Edelsteins, die ihr Vater vor vielen Jahren entwickelt hat. Dieses ruft erneut den ehemaligen Geldgeber ihres Vaters, Leonard Audorn, auf den Plan, der sich hintergangen fühlt und versucht, Profit aus dieser Entdeckung zu schlagen. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Eddas Onkel Carl sowie seine kleine Enkelin Orla entführt werden und ein altes Herrenhaus in Flammen aufgeht. Schafft es Edda, den grausigen Ereignissen Einhalt zu gebieten?
    Gekonnt eröffnet Alexandra Schmidt ihr Werk mit einem Prolog aus dem Jahre 1987, in dem sich den Leser/innen schon eine Menge Fragen eröffnen: Wer sind die Handelnden in diesem Vorspiel? Was wird hier versteckt? Kenner/innen des ersten Bandes werden schon eine Ahnung haben, Neulinge werden vor ein Rätsel gestellt. Auf jeden Fall aber baut sich hier schon ein Spannungsbogen auf, der alle Leserinnen und Leser bis zum Ende in seinen Bann zieht.
    Die darauf folgende Handlung ist logisch und gut nachvollziehbar aufgebaut. Die Geschichte spielt sich vor allem im Umfeld dreier Familien ab: der Bretonys, der Hederichs und der Audorns. Geschickt ist dabei ihre Vorgeschichte in diesen Roman eingeflochten: für Neulinge ausreichend, für Kenner/innen des ersten Bandes nicht zu ausufernd, sodass alle über genügend Wissen verfügen dürften, um dem Geschehen zu folgen. Das Ende wartet mit einigen Überraschungen auf, ist aber nichtsdestotrotz schlüssig und stimmig.
    Gekonnt verwebt die Autorin verschiedene Zeitebenen miteinander. Während der eigentlichen Handlung, die sich in der Gegenwart abspielt und im Präsens geschildert wird, gibt es immer wieder Rückblenden in die Zeit von „vor einigen Minuten“ bis hin zu „vor einigen Wochen“, die das Geschehen detaillierter beschreiben. Diese Rückblenden sind durch Zwischenüberschriften und Tempuswechsel klar voneinander abgehoben, sodass sie beim Lesen keinerlei Schwierigkeiten bereiten, dasselbe aber spannend machen und das Geschehen kommentieren.
    Die Zahl der Charaktere ist überschaubar, ihre Darstellung so bunt wie das Leben selbst: Sie reichen vom scheinbar unbelehrbaren Sturkopf bis hin zum einsichtigen, klugen Strategen. Besonders über Carl konnte ich mich beim Lesen einige Mal so richtig aufregen. Sehr gefreut hat mich, dass sich die Figuren, im Gegensatz zum ersten Band, als entwicklungsfähig präsentieren.
    Schmidts Sprache ist eingängig, abwechslungsreich und flott zu lesen. Sie wirkt nun „glatter“ und gleichmäßiger, nur noch selten gibt es Formulierungen, die den Lesefluss stocken lassen. Insbesondere an beschreibenden Stellen zeigt sich auch hier wieder, wie gekonnt und nuanciert die Verfasserin mit Sprache umzugehen vermag.
    Auch wenn das Werk insgesamt ein in sich geschlossenes Ganzes ergibt, eröffnet sich mit dem Epilog den Leser/innen eine neue Frage, die dazu animiert, sich auf den Nachfolgeband zu freuen. Mir jedenfalls ging es am Ende so, und ich bin schon gespannt darauf, wie es mit Edda, ihrer Familie und der Taaffeit-Formel weitergeht.
    Mit diesem Kriminalroman legt Alexandra Schmidt eine gut durchdachte, spannende Geschichte vor, die Leserinnen und Leser mitfiebern lässt und Lust auf mehr macht. Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung.

 

Tod eines Weinbauern: Neusiedlersee-Krimi

Buchseite und Rezensionen zu 'Tod eines Weinbauern: Neusiedlersee-Krimi' von Evelyne Weissenbach
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Broschiert
Seiten:240
Verlag: Prolibris
EAN:9783954751730
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Rezensionen zu "Tod eines Weinbauern: Neusiedlersee-Krimi"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Nov 2018 

    Luise lässt sich nichts vormachen

    „Einen Toten haben wir schon länger keinen mehr gehabt. Vielleicht wird’s spannend“, freut sich Büroassistentin, als Oberst Doktor Luise Pimpernell zu Ermittlungen in ihren Heimatort am Neusiedler See aufbricht…
    Für Luise ist der Tote, der schon länger im Schnee lag und erst nach einer Tauperiode gefunden wurde, kein Unbekannter. Es ist der alte Emser, ein Winzer vom alten Schlag, in dessen Keller Luise öfters nach einem Spaziergang in freundlichem Schweigen den Tag ausklingen lässt. Schlimm ist es auch, dass Emser niedergeschlagen und im Weinberg liegengelassen wurde, ohne Hilfe ist er in den schneereichen, kalten Tagen erfroren.
    In der Familie wird die Todesnachricht sehr unterschiedlich aufgenommen. Die Kinder haben schon lange auf das Erbe geschielt und hätten den Vater wohl schon längst in ein Seniorenheim abgeschoben, wenn der bloß nicht so stur gewesen wäre. Auch unter den Geschwistern herrscht kein guter Ton. Als Luise merkt, dass das Siegel am Hof aufgebrochen wurde, ganz offensichtlich wurde ein Testament gesucht, wird sie erst recht sauer. Aber nicht nur die lieben Verwandten geben Anlass zum Verdacht, ein Winzer in der Nachbarschaft ist schon lange hinter den Weinlagen her und auch der Bürgermeister würde gern aus dem Emserhof etwas Ansehnliches machen, schließlich ist das hier Tourismusgegend.
    Luise Pimpernell ist eine erstaunliche Person, nicht mehr jung, nicht mehr schlank und von fragwürdigem Kleidungsstil, wird von Menschen die sie nicht kennen wohl unterschätzt. Sie ist eine tief in der Landschaft verwurzelte Person, der man nichts vormachen kann. Sie achtet auf Details im Gespräch und trägt so Stückchen für Stückchen zusammen. Diese Ermittlerin habe ich gleich sehr sympathisch gefunden, nicht nur weil sie so lebendig gestaltet wurde, sondern weil sie einfach in diesen Krimi passt. Aber auch alle anderen Figuren sind lebensecht gestaltet worden.
    In diesem Regionalkrimi darf die Landschaft nicht nur Hintergrund sein, sie wird mit zum tragenden Teil der Geschichte. Althergebrachtes im Wettstreit mit dem Neuen – das findet man nicht nur in den Höfen, sondern auch in den Köpfen. Wenn man das Burgenland oder die Gegend um den Neusiedler See nicht kennt, wird man durch dieses Buch neugierig.
    Ein spannender Krimi und auch eine Liebeserklärung an die Landschaft und ihre Besonderheiten, das hat mir ausnehmend gut gefallen.

 

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