Die Unbezwingbare

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Unbezwingbare' von Katja Kettu
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Unbezwingbare"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
Verlag: Ecco
EAN:9783753000015
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Die Liebe heiligt die Mittel (Kölner Freundinnen - Reihe)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Liebe heiligt die Mittel (Kölner Freundinnen - Reihe)' von Nina Cavalli
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Liebe heiligt die Mittel (Kölner Freundinnen - Reihe)"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:248
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Liebe heiligt die Mittel (Kölner Freundinnen - Reihe)"

  1. Ein Roadtrip in die Toskana und in die Vergangenheit

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Apr 2021 

    Claudia , über 40 , und ihre ehemaligen Klassenkameradinnen Kathrin und Ariane fahren gemeinsam in die Toskana . In der Nähe von Pienza wohnt nämlich der ehemalige Klassenschwarm Marco in seinem alten Bauernhof . Und genau diesen wollen die drei besuchen .

    Der Schreib - und Erzählstil ist sehr locker , leicht und flüssig zu lesen . Die Protagonisten sind sehr sympathisch und gewinnend . Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel aber der Humor kommt dabei nicht zu kurz .

    Fazit : Immer wieder geht die Geschichte zurück als die drei Freundinnen noch ins Gymnasium gingen . Es sind zwei Handlungsstränge die gleichzeitig ziemlich spannend verlaufen . Dabei wechseln die Kapitel zwischen Claudia , die in ich - Form erzählt und ihren zwei Freundinnen ab . Beim lesen musste ich fast die ganze Zeit über schmunzeln . Dieser Roman ist einfach nur süß . Kurzweilig und voller Witz gespickt mit Charme und eine Brise Romantik so stellte sich mir dieser Roman über die drei Freundinnen dar . Aber auch viele zurückgehalte Emotionen werden in diesem Buch wieder aufgerissen und es wird gerade auch zum Ende hin sehr emotionsreich . Auch ich habe regelrecht mitgefiebert und war zwischendurch auch aufgewühlt . Der Roman beinhaltet die ganze Bandbreite der Emotionen . Dadurch war er für mich kurzweilig und spannend zu lesen . Außerdem beschreibt die Autorin die Story sehr bildhaft ich konnte mich ihr kaum entziehen .

 

Bis an die Grenze: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Bis an die Grenze: Roman' von Dave Eggers
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Bis an die Grenze: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:496
EAN:9783462049466
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Rezensionen zu "Bis an die Grenze: Roman"

  1. Roman über das Leben mit hinreißender Protagonistin!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Mär 2021 

    Dave Eggers ist ein großartiger Schriftsteller. Das vorweg. Vielseitig. Ich lese jetzt den dritten Roman von ihm und keiner ist wie der andere. Und alle super. Unvorhersehbare Autoren finde ich genial. Hat man Eggers bezüglich seines Romans „ The Circle“ eine automatisierte Protagonistin vorgeworfen (Mae), hat Josie jede Menge Individualität!

    "Bis an die Grenze" ist ein Roadmovie. Das habe ich vorher nicht gewusst. Roadmovies mag ich nämlich nicht besonders. Ich dachte, ich kriege Alaska. Landschaft. Leute. Krieg ich auch, aber nicht in erster Linie. In erster Linie kriege ich Josie. Und mit Josie haben die meisten LeserInnen so ihre Schwierigkeiten, wie ich an den Rezensionen sehe. Wenn man sich auf Josie nicht einlassen kann, kann man „Bis an die Grenze“ nicht mögen.

    Vordergründig ist Josie etabliert. Sie ist vierzig und eine mehr oder weniger gute Zahnärztin mit eigener Praxis. Sie hat sich also etwas aufgebaut. Sie bekommt ihre beiden Kinder, also Beruf und Familie zwar unter den Hut, irgendwie, aber von perfekt organisiert kann keine Rede sein. Das merkt man schon daran, wie sie den Ausführungen eines befreundeten Kollegen über seine Bilanzen, das Hin- und Herrechnen auf die Zukunft hin, befremdet lauscht: Josie weiß nur so ungefähr, was auf dem Konto ist, überschätzt in aller Regelmässigkeit ihre Einnahmen, während sie die Ausgaben unterschätzt. Doch bis zu einem bestimmten Punkt läuft es einigermassen.

    In der Wahl eines Lebensgefährten hat Josie kein gutes Händchen bewiesen, Carl ist anspruchsvoll, lebt auf ihre Kosten und hat einige echt unangenehme Eigenschaften. Das weiß Josie genau und macht sich über ihn keine Illusionen, lacht innerlich über ihn. Dennoch schafft sie es nicht, Forderungen an das Zusammenleben zu stellen, geschweige denn, sie durchzusetzen oder ihm einen Tritt zu geben, „Fott mit dir!“. Nein, das kann sie nicht. Schon, wenn alles normal läuft, ist Josie mit ihrem Leben überfordert, so nimmt sie gerne ein Schlückchen, um die Praxis, die Patienten und die undankbaren Mitarbeiter zu ertragen. Und Carl. Was wird erst sein, wenn etwas aus dem Ruder läuft?

    Sicher läuft etwas aus dem Ruder. Das tut es immer. Josie kriegt die diversen Krisen, die alle auf einmal auf sie zuzurennen scheinen, nicht unter die Füße, und so erscheint ihr die Aussicht, alles hinzuschmeißen und wegzulaufen, verlockend. Gedacht, getan. Denn Josie ist impulsiv. Sie schnappt ihre Kinder und ein Wohnmobil und schon ist sie auf und davon.

    So beginnt ein Roadtrip durch Alaska. Obwohl sich der ganze Roman um die Protagonistin Josie handelt, die jedoch keineswegs sympathisch ist oder rational handeln würde oder sich in der üblichen Form um ihre Kinder kümmert, kommen Land und Leute nicht zu kurz. Die Leserschaft befindet sich richtig in Alaska. Straßen, Bäume, Wildnis, Einsamkeit, Waldbrände. Elche. Kauzige Typen. Dave Eggers beschreibt die Natur wunderbar, dabei beiläufig.

    Josie hat trotz ihres sozialen Berufs nicht viel Menschenkennntnis. Und Josie ist ziemlich unvorbereitet aufgebrochen und Josie hat Angst. Und die Angst betäubt sie weiter mit Alkohol. Wenn Josie nicht aufpasst (oder nicht genug trinkt), dringen Fetzen der Erinnerung in ihr Bewusstsein. Und Josie passt nicht immer auf. So erfährt der Leser, was so alles schief gelaufen ist in ihrem Leben.

    Unterwegs passieren die merkwürdigsten Dinge. Und Josie benimmt sich auch immer merkwürdiger und, liebe LeserInnen, Josie weiß das. Aber sie kann nichts dagegen tun, eine gewisse Lethargie hat sich über sie gelegt. Irgendwie aber kommt sie immer wieder aus der Bredouillie, einmal habe ich echt Angst um sie, weil ich denke, sie hat jemanden umgebracht. Und das hätte leicht sein können, Josie schrammt mit ihren Kindern immer haarscharf an einer Katastrophe vorbei.

    Als Josie endlich die letzte Kontrolle verloren hat, das letzte bisschen Sicherheit und Berechenbarkeit weggebrochen ist, erkennt sie eine wichtige Lektion: „Mut ist einfach eine Form von Weitergehen.“ Und so lebt Josie den Augenblick und verliert die Angst davor, dass sie das Unvorhergesehene, das das Leben in jedem Augenblick mit sich bringen kann, vielleicht nicht gebacken bekommt und vertraut auf ihr Improvisationstalent, das die LeserInnen während der Reise bereits hinlänglich kennen gelernt haben, Josie bisher aber nicht als ihre eigentliche Stärke erkannt hat.

    Warum behaupte ich, Josie sei hinreißend, da die meisten LeserInnen sie nicht einmal ausstehen können? Weil der Autor sie mit so vielen Facetten ausgestattet hat. Sie ist so echt. Solche Menschen gibt es. Verunsicherte. Die erst lernen müssen, auf sich und das Leben zu vertrauen. Sämtliche Protagonisten leben. Und wie. Alle sind glaubhaft dargestellt. Auch der altkluge Paul. Solche Kinder gibt es ebenfalls. Die mit acht den Haushalt schmeißen und ein Partnerersatz sind. (Keiner hat gesagt, dass das „gut“ ist).

    Der englische Titel des Romans „Heroes of the Frontier“ ist mit „Bis an die Grenze“ sehr gut übertragen und doppelbödig. Einmal ist Alaska die Grenze von Josies Welt, das Ende der Vereinigten Staaten und andererseits geht auch Josie mit ihren Kindern bis an die Grenze. Bisweilen unerträglich für die Leserschaft.

    Fazit: Fantastische Personenzeichnungen inmitten von Alaskas Weite, was will man mehr?

    Kategorie: Anspruchsvolle Literatur
    Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2017

 

Als wir uns die Welt versprachen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Als wir uns die Welt versprachen: Roman' von Romina Casagrande
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Als wir uns die Welt versprachen: Roman"

Als die Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob sieht, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften, wie Tausende arme Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug und ihrem Papagei Emil im Gepäck, beginnt Edna unbeirrt eine Reise voller berührender und überraschender Begegnungen. Dieser Roman nimmt uns mit auf einen inspirierenden Weg zu Freundschaft und Freiheit – wenn wir uns gegenseitig helfen, können wir alles schaffen.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: FISCHER Krger
EAN:9783810500090
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Rezensionen zu "Als wir uns die Welt versprachen: Roman"

  1. Eine berührende Wanderung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Mär 2021 

    Netzgestöber im Dezember 2020. Ein literarischer Adventskalender. Auf einem Cover ein kleines Mädchen. Über dem Cover steht: „Ein Stück unerzählte Geschichte: das berührende Schicksal der Schwabenkinder“. Darunter: „Zwei Kinder, tausend Schicksale und eine wundersame Reise über die Alpen zwischen Italien und Deutschland.“
    Ich musste da etwas verwechselt haben. Hätte mich jemand nach den Schwabenkindern gefragt, dann wäre die Antwort gewesen, dass Kinder aus Schwaben sich auf reichen Bauernhöfen verdingten weil deren Eltern nicht die ganze Familie ernähren konnten. Doch es war genau andersrum: Bergbauernkinder aus Tirol, Vorarlberg, der Schweiz und Lichtenstein zogen alljährlich insbesondere nach Oberschwaben als Saisonarbeitskräfte.

    Über Netgalley erhalte ich das eBook aus den Fischer - Verlagen als Rezensionsexemplar. Also verfolgte ich diese wundersame Reise und nun lest, was ich dazu zu sagen habe.

    Jacob und Edna sind zwei dieser Kinder, die sich vor Jahrzehnten auf einem solchen Bauerhof trafen und Freunde wurden. Es ist ein großer Hof, der sich viele Kinder leisten konnte. Wurden die Jungen und Mädchen noch durch Pater Gianni über das Gebirge geleitet, hier gab es keinen Beschützer mehr. Im Gegenteil:
    „Der Kirschbaum war ihre Zuflucht, ein geheimer Ort, an dem sie sich sicher fühlten, selbst wenn es auf dem Hof keine Sicherheit gab. Geheim konnte man den Ort eigentlich auch nicht nennen, denn der Hof war ein Ungeheuer mit vielen Augen, die alles sahen, und Ohren, die sogar ihre Gedanken hören konnten.“

    Viele Jahrzehnte später betrachtet eine alte Frau in Castelbello, in der Nähe der italienisch-österreichischen Grenze, im Magazin Stern ein Bild. Ein alter Mann ist in einem Krankenhaus eingeliefert wurden. Eine Schlammlawine hatte ihn in Folge eines Unwetters im eigenen Haus überrascht. Das linke Augenlid, welches von einer Narbe gekennzeichnet war, hing schwer herunter und bedeckte den Augapfel. Unverwechselbar, dieses Lid... Jacob Kneip, heißt er, doch kannte Edna den Familiennamen des Jungen nicht, doch es konnte nicht anders sein...

    Mit Edna beginnt Emil die Reise über die Alpen. Emil ist ein Papagei, ein besonders schlauer und Edna hat ihn schon sehr lange in Obhut. Sie hat ihn in Obhut, seitdem der rennende, der fliehende Jakob den Karren nicht mehr erreichte, mit dem sie davon fuhr...

    „Sie sah einen Jungen vor sich, mit diesen traurigen Augen und dem Schnitt am linken Lid, rot wie eine offene Wunde. Er rannte. Sah seine Hand, die sich nach ihr ausstreckte, während die Welt um ihn, die schneebedeckten Bäume, die Steine auf dem Weg verschwammen. Wie ein Pfeil schnellte er vor in dem Versuch, sie zu erreichen, streckte den schmutzverkrusteten Arm nach ihr aus. Doch sie sah ihn nur an. Anstatt sich hinauszulehnen und ihm auf den Karren zu helfen, der immer mehr Meter voller Schlamm und Wind zwischen sie legte, saß sie einfach starr da, gelähmt vor Furcht.“

    Edna wandert also los auf der Route die dieses Bild hier zeigt. Es ist eine abenteuerlich Reise. Eine Menge Leute lernt sie kennen. Camper, Biker, Hippies könnte man sagen, eine Motorradgang hilft ihr am Schluss weiter zu kommen, viele Kilometer geht sie auch zu Fuß, manchmal kommt sie ein Stück mit Bus und Bahn vorwärts. Edna im Hexenwald, an der Bar der schamlosen Gartenzwerge, am Meer zwischen den Bergen, auf dem Pilgerpfad und beim Wald-Rave... Am Anfang hat sie eine Art Transportkarren für den Paradiesvogel dabei, der ihr „Guten Morgen, Zimperliese!“ zukrächzt. „Zimperliese“, das hatte Emil von Jacob, der Ednas Anker auf dem Bauernhof war, auf dem einige Mädchen Ungeheuerliches erleben und erleiden mussten.

    Ob es Edna schaffen wird? Ein anderes Mädchen wird sich wundern, als es den Vogel „Guten Morgen, Zimperliese!“ sagen hört, dieser Spruch war ihr wohlbekannt...

    * * *
    Das Buch. Es ist eine berührende Freundschaft, die sich da vor dem Leser auftut, eine, die letztlich verstehen lässt, warum eine alte Frau einen solchen Weg auf sich nimmt, auf fast genau derselben Route, die sie schon einmal ging zwischen den Weltkriegen. Es ist nämlich keine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert, in dem der Höhepunkt der halb verkauften Schwabenkinder lag.
    Es ist in dieser Geschichte nicht die Rede davon, dass Edna zwischendurch, über den Winter nach Hause gekommen wäre, mit zwei Satz Kleidung und wenigen Gulden als Lohn.

    Vor uns liegt eine Geschichte mit vielen Sprüngen in die Vergangenheit und zurück in die Gegenwart. Dabei beschränkt sich die Handlung nicht nur auf das, was Edna und Emil auf der Reise alles widerfährt, einschließlich „Killepitsch“, oder was sich auf dem Schwabenhof abspielt. Der Edna folgt noch eine Freundin sowie deren Mann und Enkel, die sich mehr Sorgen um sie machen, als sie selbst wahrhaben will. Es ist also über die innige Freundschaft der beiden Schwabenkinder hinaus ein Freundschaftsbuch.

    Das Schicksal der Schwabenkinder macht fassungslos. Regelrechte „Hütekindermärkte“ gab es in Ravensburg, Friedrichshafen und Kempten. Nicht vermittelte Kinder fuhren mit der Bahn weiter nach Ravensburg. Die Schulpflicht war ausgesetzt in den Heimatländern und am Zielort für „Ausländer“ nicht bindend. Als diese 1921 eingeführt wurde, nahm das „Schwabengehen“ ab. Kinder, die statt auf dem Feld oder im Stall in der Schule waren, lohnten nicht mehr. [1] Es ist ja nicht so, dass das Schicksal der "verkauften" Kinder niemanden rührte: Es gab sogar einen "Schutzverein" und einem Pfarrer erlaubte der zuständige Bischof das Fahrrad, damit er die Kontrakte und die Behandlung der Kinder aus den Bergen überprüfen konnte. [2] Vielleicht ist dieser Pfarrer Gianni, der Edna über die Alpen führte, so ein freundlicher Typ gewesen.

    Es läuft einem kalt den Rücken runter, liest man so etwas im 21. Jahrhundert und doch: auch heute gibt es Gegenden in der Welt, in denen Kinder mit noch weniger auskommen müssen. Da hilft auch nicht, dass die Zustände auf den Höfen unterschiedlich gewesen sind, wie die unten eingefügten Dokumentationen zeigen.

    Die Umstände, unter denen Edna und Jacob lebten sind das eine, der Schwerpunkt unserer Geschichte ist diese berührende Freundschaft, die gegenseitig hielt, über Jahrzehnte hinweg.

    Ein gutes Buch. Ein bewegendes Buch.

  1. Paradiesvogel

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 12. Mär 2021 

    Die alte Dame Edna Weiß lebt allein in ihrem Haus mit Garten in Tirol. Der Papagei Emil, der sich manchmal wie ein Paradiesvogel fühlt, ist ihr einziger Gefährte. Ihr ganzes Leben lang hat Edna an Emils ersten Besitzer gedacht, den Jungen Jakob, mit dem sie als Schwabenkind im fernen Deutschland geschuftet hat. Jakob hat ihr vor langen Jahren zur Flucht verholfen und sie haben sich nie wieder gesehen. Und nun hat sie in einer Zeitschrift von Jakob gelesen und endlich macht sie sich auf den Weg zu ihm, Emil im Schlepptau. Auf dem Weg ist es unvermeidlich, dass die Erinnerungen aufsteigen.

    Die Autorin hat mit ihrem Debüt ein Thema aufgegriffen, von dem vielleicht nicht so viel bekannt ist. Bis ins letzte Jahrhundert hinein wurden Kinder aus kargen Gegenden Norditaliens nach Süddeutschland geschickt, um dort auf Bauernhöfen teilweise sehr schwere Arbeiten zu verrichten. Man kann sagen, die Kinder wurden verkauft und wie ein Besitz wurden sie dann häufig auch behandelt. Dass da der Gedanke an eine Flucht aufkommen kann, verwundert nicht. In welcher Zwangslage müssen die Eltern gewesen sein, um ihre Kinder zeitweilig gegen Geld aufzugeben. Um ihren Jugendfreund zu besuchen geht Edna diesen schweren Weg erneut und lässt die Erinnerungen auf sich wirken. Gleichzeitig steht sie neuen Begegnungen offen gegenüber.

    Ein kleines literarisches Denkmal für Kinder, die auf dem Weg und auch bei den Bauern etliches durchleiden mussten, welche eine wunderbare Idee. Geschichtliches in eine berührende Geschichte verpackt, dass lässt einen sicher zu solch einem Roman greifen. Nur geraten manche Beschreibungen etwas verschwommen und Edna wirkt manchmal etwas sehr versponnen, so dass man ihr kaum abnehmen kann, dass sie diesen beschwerlichen Weg schaffen kann. Dennoch bleibt die sympathische alte Dame präsent und man drückt ihr die Daumen, dass sie ihr Ziel erreicht. Ein schöner Familienroman, mit dem ein Thema aus dem Vergessen geholt wird, dass diese Aufmerksamkeit wirklich verdient.

    3,5 Sterne

 

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