Ende in Sicht: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Ende in Sicht: Roman' von Ronja von Rönne
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ende in Sicht: Roman"

Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien? Tieftraurig, elegant und lakonisch erzählt Ronja von Rönne von zwei Frauen, denen der Tod als letzter Ausweg erscheint: ein unvorhersehbares, dramatisches, unangemessen komisches Lesevergnügen.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
EAN:9783423282918
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Rezensionen zu "Ende in Sicht: Roman"

  1. 5 Sterne

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Jan 2022 

    Klappentext:
    „Hella, 69, will sterben. In der Schweiz, in einem Krankenhaus. Also macht sie sich auf den Weg. Diese letzte Fahrt wird ihr alter Passat schon noch schaffen. Doch kaum auf der Autobahn, fällt etwas Schweres auf die Motorhaube ihres Wagens. Juli, 15, wollte sich von der Autobahnbrücke in den Tod stürzen. Jetzt ist sie nur leicht verletzt – und steigt zu Hella ins Auto. Zwei Frauen mit dem Wunsch zu sterben – doch wollen sie zusammen noch, was ihnen einzeln als letzte Möglichkeit erschien?“

    Autorin Ronja von Rönne hat hier ein echtes Sahnestück niedergeschrieben. Ihre beiden Protagonisten haben eines gemeinsam: sie wollen sterben. Was unterscheidet die beiden?: der Grund und das Alter, aber ist das wirklich so ein Unterschied? Natürlich darf man hier nicht alles für bare Münze nehmen (man stürzt nicht einfach mal so von der Autobahnbrücke und steigt dann in das Auto der Dame ein, auf wessen man gefallen ist…ist klar) aber dennoch ist der Tenor der Autorin ein deutlicher: wenn man sterben will, egal aus welchem Grund, wohin geht man dann? Wer hilft einem? Wer nimmt einen überhaupt für voll? Allein durch den Klappentext entstehen viele Fragen und von Rönne nimmt sich diesen Themenbereich an aber nicht so wie viele sich das denken. Das Buch ist kein Wegweiser für Sterbende aber es ist eine knallharte Geschichte die im Kopf noch lange nachhallt. Von Rönne hat einen feinen Schreibstil und wählt Wörter bewusst und ebenso ihren Humor. Humor und Tod passen nicht zusammen? Falsch. Beides ist gut miteinander vereinbar und so muss man hier auch öfter mal schmunzeln oder auflachen. Aber es gibt auch sehr emotionale Seiten und tieftraurige Parts. Alles ist hier gut verteilt und bringt dem Leser Abwechslung. Hella hat andere Gedanken als Juli und Juli hat anderes im Kopf als Hella…zwei verschiedene Generationen befassen sich mit dem letzten Weg des Lebens und das selbstbestimmt gewollt und nicht weil sie „müssen“. Der Tod ist kein Thema zum totschweigen sondern man muss darüber reden und mit sich selbst einen Nenner finden um diesen letzten Weg in Ruhe für sich gehen zu können. Gehen müssen wir diesen Weg allein…da hilft uns keiner. Hella erfährt hier Julis Ansicht und umgedreht und beiden erleben andere Gedanken dazu…
    Ich muss gestehen, ich hätte nicht vermutet dass dieses Buch so vielseitig und auch etwas speziell ist. Von Rönnes Schreibstil war hier der richtige Ton. Ihre Art und Weise diese Geschichte zu erzählen war feinfühlig, traurig und humorvoll zugleich. Ein Buch das nachhallt und dem Leser zeigt, dass man das Thema Tod auch mit einem Lächeln lesen kann und nicht immer nur grau und trübselig sein muss…

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Der fürsorgliche Mr Cave: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der fürsorgliche Mr Cave: Roman' von Matt Haig
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der fürsorgliche Mr Cave: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
Verlag: Droemer HC
EAN:9783426282618
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Rezensionen zu "Der fürsorgliche Mr Cave: Roman"

  1. Absturz in den Wahnsin

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 13. Jan 2022 

    Der Antiquitätenhändler Terence Cave fühlt sich verflucht. Bereits zwei nahe Angehörige hat er durch unnatürliche Todesfälle verloren und dann stirbt auch noch sein 15-jähriger Sohn Reuben bei einer Mutprobe. Cave bleibt zurück, als alleinerziehender Vater von Reubens Zwillingsschwester Bryony und ihm ist eines klar: seine Tochter muss um jeden Preis beschützt werden. Was mit einer guten und verständlichen Intention beginnt, nimmt bald jedoch wahnhafte Züge an und selbst Terences Schwiegermutter Cynthia kann das drohende Unheil nicht mehr abwenden.

    Nach dem „Comfort Book“ und der „Mitternachtsbibliothek“ ist „Der fürsorgliche Mr. Cave“ mein dritter Roman von Matt Haig. Erzählt wird aus der Perspektive des Protagonisten Terence in der Vergangenheits- und Ichform und zwar in einem Brief, den er rückblickend für seine Tochter schreibt. Als Leser*innen befinden wir uns also die meiste Zeit im Kopf des Antiquitätenhändlers – und das ist wirklich nicht angenehm. Nur einmal wechselt das Geschehen kurz in die Außensicht, um eine zentrale Stelle zu schildern; dieser Kunstgriff ist dem Autor gut gelungen.

    Abgesehen davon muss ich leider sagen, dass ich mir eine etwas andere Art von Geschichte erwartet hatte; eine, die sich mehr mit dem Prozess des Trauerns und der gesamten Familie auseinandersetzt. Was aber letztendlich erzählt wird, ist Terences langsamer Abstieg in den Wahnsinn. Natürlich ist auch das auf eine gewisse Art nur eine Form dessen, was Verlust mit uns macht, aber eben in seiner extremsten Weise. Mr. Craves Gedanken zu folgen, ist stellenweise wirklich unangenehm. Das kann ich zwar durchaus als literarisch gut umgesetzt anerkennen, aber eine Beziehung lässt sich so zu den Charakteren nur schwer aufbauen. Terence selbst ist völlig verblendet, weshalb wir Tochter Bryony auch nicht objektiv wahrnehmen können. Cynthia ist zwar eine stärkere Figur, kommt aber nur selten zu Wort.

    Schade finde ich auch, dass wieder einmal der deutsche Titel nicht die Kraft und Bedeutung des Originals hat. Dieser lautet „The Possession of Mr Cave“ und trägt einen doppelten Sinn in sich: Einmal die Tatsache, dass Terence Bryony behandelt, als sei sie sein persönlicher Besitz. Und auf der anderen Seite fühlt er sich wörtlich, als habe Reubens Geist von ihm Besitz ergriffen. Der deutsche Titel hingegen birgt ein Versprechen, das die Handlung nicht einlösen kann.

    Hat mir das Buch gefallen? Nur teilweise. Werde ich die Bücher des Autors weiterhin lesen, weil ich seinen Kampf für die Akzeptanz von Depressionen und psychischer Krankheiten im Allgemeinen unterstützenswert finde? Auf jeden Fall.

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Das verborgene Wort

Buchseite und Rezensionen zu 'Das verborgene Wort' von Ulla Hahn
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das verborgene Wort"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:608
EAN:9783328105404
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Accabadora

Buchseite und Rezensionen zu 'Accabadora' von  Michela Murgia
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Accabadora"

Format:Taschenbuch
Seiten:176
EAN:9783803127686
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Chirú: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Chirú: Roman' von Michela Murgia
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Chirú: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:208
EAN:9783423147422
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Das Flirren der Dinge

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Flirren der Dinge' von Raffaella Romagnolo
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Flirren der Dinge"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: Diogenes
EAN:9783257071962
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Tell

Buchseite und Rezensionen zu 'Tell' von Joachim B. Schmidt
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Tell"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag: Diogenes
EAN:9783257072006
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Die jüngste Tochter

Buchseite und Rezensionen zu 'Die jüngste Tochter' von Fatima Daas
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die jüngste Tochter"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:192
Verlag: Claassen
EAN:9783546100243
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Rezensionen zu "Die jüngste Tochter"

  1. Zerrissenheit

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 06. Jan 2022 

    Fatima, die jüngste Tochter algerischer Einwanderer im Banlieue Clichy, einem Vorort von Paris in Frankreich, blickt hier in diesem Buch auf ihr Leben, auf ihre Familie, auf ihr Selbstbild, auf die Gewalt und die fehlende Bildung in dieser Familie, auf die Stellung der Frau in dieser Familie, in ihrer Familie. Ist gefangen in dem Bild, dass ihre Familie von ihr hat, haben will, dem sie aber nicht entspricht, nicht entsprechen kann. Ist gefangen in dem Bild, dass das islamische Weltbild ihrer Familie ihr aufzwingt. Denn auch diesem Bild und diesen Wertvorstellungen entspricht Fatima nicht. Fatima liebt Frauen und hat ein anderes Selbstbild und ein anderes Auftreten für ihre Umgebung als ihre Familie, ihre Kultur und ihr Glauben von ihr fordern. Fatima verzweifelt über den Wertvorstellungen ihrer Außenwelt, lebt sie doch in Frankreich, wo ein anderes Leben, ein queeres Leben möglich wäre. Aber auch in Frankreich gibt es die ewig Gestrigen, gegen jene die queeren Menschen ankämpfen müssen.

    Und dieser Kampf fordert Opfergaben. Wer kann schon immer ohne Folgen und Spuren auf einem Schlachtfeld stehen? Man merkt diese Spuren in einer Zerrissenheit von Fatima, einer Unsicherheit, in ihren Bindungsstörungen, ihren Zweifeln, ihrer Aggression. Denn diese so wichtige Zeit der Findung, dieses Coming of age ist bei homosexuellen Jugendlichen noch viel heftiger, noch viel intensiver. Andere können miteinander reden, Fatima kann das nicht. Fatima kann nur über eine Freundin mit anderen sprechen, anderen über diese Freundin berichten, über das Erleben dieser "Freundin" ihre Fragen stellen. Sie merkt aber schnell, dass die Gegenüber herausfinden, wer diese Freundin eigentlich ist, gefährdet sich dadurch selbst. Vorsicht ist in einer gewalttätigen und frauenfeindlichen Welt immer besser und dass weiß natürlich auch Fatima. Doch was wird sie diese Situation noch kosten?

    Geschrieben wurde das Buch in einer eigenwilligen Form, gebetsartig und songtextartig wird hier das Empfinden des Hauptcharakters Fatima geschildert. Wiederholungen sind immer wieder zu finden, die fast wie ein Refrain klingen. Dennoch ist das Geschriebene recht nüchtern, zündet mich nicht an.

    Obwohl das Thema dies tut. Denn ein selbstbestimmtes Leben einer Frau, einer queeren Frau mit arabischen Wurzeln ist thematisch natürlich vollkommen meins. Ihr Hadern mit sich ist nachvollziehbar, obwohl natürlich vollkommen unbegründet. Denn wo steht geschrieben, dass queere Menschen ein schlechteres Leben führen? Das Geschenk der Liebe ist das höchste Gut, was ein Mensch dem anderen Menschen schenken kann, die Liebe ist heilig! Wer wagt es an diesem Gebot, an der heiligen Liebe zu rütteln?!

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