Final Control: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Final Control: Thriller' von Veit Etzold
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Final Control: Thriller"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:480
Verlag:
EAN:9783426307090

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Rezensionen zu "Final Control: Thriller"

  1. Ein packender Wirtschafts- und Politthriller

    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Okt 2020 

    „Es gibt kein richtiges Handeln im falschen.“ (Zitat Seite 257)

    Inhalt
    Die zweite Heimat des Mediziners Tom Bayne ist Shenzhen, Sonderwirtschaftszone, Sitz bedeutender ausländischer Investoren. Seine Firma CUMO arbeitet im Bereich medizinischer Start-ups und er braucht dringend einen Investor. Die Chinesen sind sehr an seiner innovativen Cure-Mobile App in Kombination mit einem Chip interessiert, doch Tom entscheidet sich für den Milliardär Dairon Arakis, der ihn als persönlichen Betreuer engagiert. Dann überschlagen sich die Ereignisse, Toms App zeigt eigenartige Werte in Verbindung mit Fake News, in der Schweiz gibt es ein Seebeben, die italienischen Banken stehen vor dem Zusammenbruch und drohen die gesamte Eurozone mitzureißen. Die NSA macht Tom ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

    Thema und Genre
    In diesem Polit-Thriller geht es um modernste technische Lösungen für die umfassende Überwachung, nicht nur der virtuellen Daten, sondern auch des realen Lebens der Menschen. Themen sind die aufstrebende Weltwirtschaftsmacht China und das uneinige, zögerliche Europa, sowie weltweite Finanztransaktionen.

    Charaktere
    Tom Bayne ist in Deutschland und China zu Hause, ein deutscher Vater und eine englische Mutter machen ihn zu einem international denkenden Menschen. Auf der Suche nach einem Investor für seine innovative App im Bereich Medical Big Data und der Wahl zwischen der höchst interessierten chinesischen Regierung und einem privaten Global Player, Milliardär und Investor, steht er plötzlich im Zentrum einer brisanten Mischung aus internationaler Hochfinanz und internationaler Politik mit durchaus unterschiedlichen Interessen, deren Spielball Europa ist.

    Handlung und Schreibstil
    Dieser packende Thriller spielt in einer straffen Zeitspanne. Die unterschiedlichen Handlungsorte liegen in China, Amerika, Deutschland, Großbritannien, Italien, Schweiz, in Büros in modernsten Hochhaustürmen, Banken, Luxushotels, im Vatikan und auch in einer kleinen italienischen Trattoria. Die Geschichte selbst ist sehr genau recherchiert und zeigt das Fachwissen des Autors in den Bereichen neueste Forschung, Unternehmensstrategien, Wirtschaftsmacht China, Politik der Großmächte und internationale Finanzmärkte. Manche Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und umfassende Überwachung sind vielleicht in dieser Form noch nicht umgesetzt, aber durchaus reale, nahe Zukunft. Trotz dieser komplexen Themen sind die Zusammenhänge klar, verständlich und nachvollziehbar geschildert, wobei der Schwerpunkt durchgehend auf der spannenden Handlung und bei den agierenden Figuren liegt. Die Sprache beschreibt, wo es um Situationen, Orte, Stimmungen und Zusammenhänge geht, und zieht rasant vorwärts, wo es um Einsatz und Action mit dem entsprechenden Zeitdruck geht.

    Fazit
    Ein packender Wirtschafts- und Politthriller, interessant, informativ und sehr spannend.

 

Doppelte Spur: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Doppelte Spur: Roman' von  Ilija Trojanow
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Doppelte Spur: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag:
EAN:9783103900057

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Rezensionen zu "Doppelte Spur: Roman"

  1. Packend, realistisch, beklemmend

    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Okt 2020 

    „Weil die entscheidenden Fäden der Macht hinter den Kulissen gezogen werden, ist jede Entlarvung zunächst eine „Vermutung“ (darin das Wörtchen „Mut“), bis sie – oft erst Jahrzehnte später – bewiesen wird.“ (Zitat Seite 229)

    Inhalt
    Dem erfahrenen Investigativ-Journalisten Ilija werden streng geheime Unterlagen angeboten. Erstaunlich ist nur, dass sie ihm zeitgleich von Informanten aus dem amerikanischen und auch aus dem russischen Geheimdienst angeboten werden. Auf Grund des Umfangs der Unterlagen schließt er sich mit Boris zusammen, einem amerikanischen Wirtschaftsjournalisten mit russischen Wurzeln, der die Unterlagen ebenfalls erhalten hat, allerdings nur den Teil des amerikanischen Geheimdienstes. Boris, Computerspezialist, kennt sich mit allen Formen der internationalen Finanzgeschäfte aus, inklusive aller dunklen Seiten, während Ilija im Bereich Politik und Machtstrukturen recherchiert. Sie finden unglaubliche Zusammenhänge, doch lassen sich diese auch beweisen, sodass eine Veröffentlichung möglich ist?

    Thema und Genre
    Dieser Roman ist eine Mischung aus Politthriller und Wirtschaftsthriller, in dem die internationale Macht der maßgeblichen Politiker, der Oligarchen und Wirtschaftsmagnate aufgedeckt wird. Es geht um eine Welt, in der Macht- und Geldgier über alles gestellt werden und in welcher die Menschen nur mehr manipulierbare Figuren auf dem internationalen Schachbrett jener sind, welche die Züge vorgeben. Weitere Themen sind investigativer Journalismus, Leaks und Geheimdienste.

    Charaktere
    Ilija und Boris ergänzen einander von den ersten Sätzen ihres ersten Treffens an. Beide sind hartnäckig und suchen nicht nur nach Spuren, sondern vor allem nach Beweisen. Unterstützt werden sie durch die engagierte Filmemacherin Emi, die umfassende Unterlagen zu einem anderen Thema gesammelt hat, das jedoch plötzlich weit in die ihnen vorliegenden Dokumente reicht.

    Handlung und Schreibstil
    Die Handlung führt von Hongkong zurück nach Wien, nach Moskau und New York und durch das dazwischenliegende, weltweite Netz. Ergänzt wird die aktuelle Geschichte einerseits durch persönliche Rückblenden, vor allem aber durch die Schilderung der Ereignisse, Gespräche und Vorfälle, die in den Unterlagen genau dokumentiert sind. Auch durch das Gespräch mit Boris und Emi erfährt der Ich-erzählende Ilija weitere Tatsachen, die er bisher nicht wissen konnte. Dadurch ergibt sich eine Kombination aus Fakten, fiktiven, aber glaubhaften Daten, interessanten Informationen einerseits, und einer sehr spannenden Geschichte andererseits, die mit jeder neuen Seite noch Fahrt aufnimmt und auch mit unvorhergesehenen Wendungen überrascht.

    Fazit
    Ein spannender Polit- und Wirtschaftsthriller, der auch sprachlich überzeugt. Die brisanten Fakten sind mit fiktiven Ergänzungen verknüpft, die jedoch eine beklemmende Realität aufweisen. In Verbindung mit den interessanten Themen und der Geschichte der intensiven Recherchetätigkeit ergibt dies einen packenden Pageturner.

  1. Biznes

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 27. Sep 2020 

    Von zwei ihm unbekannten Quellen bekommt der Journalist Ilija Trojanow umfangreiches Material zugespielt. Das Material erscheint äußerst brisant, allerdings auch sehr umfangreich und unübersichtlich. Die Quellen stehen sich quasi diametral gegenüber, die eine scheint aus den USA zu kommen, die andere aus Russland. Ilija überlegt, ob er einem Schwindel aufgesessen sein kann. Trotz seiner Unsicherheit beginnt er weiter in dem Material zu graben und den Spuren zu folgen. Dabei bekommt er in Amerika Hilfe von Boris, der einen anderen Ansatz verfolgt und dessen Erkenntnisse sich mit den Ilijas zu einem wahren Politthriller vereinen.

    Es handelt sich hier um eines der Bücher, die sich eher als Printausgabe empfehlen, denn mehr als einmal möchte man einen Stift zücken, um eine bestimmte besonders prägnante Stelle zu markieren oder um etwas anzustreichen, das man sich selbst noch einmal genauer anschauen möchte. Auch empfiehlt sich dieses Buch gewiss für eine zweite Lektüre, in der man mal vor und zurück blättern kann und sich den Stellen widmet, die beim ersten Durchlauf wegen der fortlaufenden Lektüre vielleicht zu kurz gekommen sind. Man muss in einigen Passagen schon genau hinschauen, damit man wenigstens das Meiste mitbekommt. Leider kann man sich nicht alles merken.

    Was für ein Roman. Oder ist es überhaupt ein Roman? Beim Lesen etlicher Stellen drängt sich der Gedanke auf, man könne dies doch in der ein oder anderen Form so oder so ähnlich schon mal in anderen Publikationen gelesen haben. Wie eine Wühlmaus gräbt man durch das Buch nach Indizien und Hinweisen, um die eigene Auffassung zu bestätigen oder einen anderen Blickwinkel eröffnet zu bekommen. Allerdings muss man immer wieder mal absetzen, weil die Fülle der Information einfach zu viel wird. Auch wird der Lesefluss etwas gehemmt, wenn der fiktive Autor tief in seine Quellen einsteigt und man tatsächlich Wort für Wort aufnehmen muss, um nichts zu verpassen. Dennoch ist dieses Spiel zwischen Wahrheit und Fiktion sehr gelungen. Schon während der Lektüre beginnt man sich zu fragen, wo die Grenze zwischen diesen beiden Polen liegt. Und nach dem Umblättern der letzten Seite arbeitet der Inhalt noch in einem nach und man fragt sich, welchen Manipulationen man wohl selbst ausgesetzt ist und welche Informationen man nur gefiltert präsentiert bekommt.

    Zitat: „Woran erkennt man einen Präsidenten auf Lebenszeit? Er fälscht Wahlergebnisse. Sollte er trotzdem verlieren, annulliert er die Wahlen wegen „schwerwiegender Unregelmäßigkeiten“.“

    4,5 Sterne

 

Sag nicht, wir hätten gar nichts: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Sag nicht, wir hätten gar nichts: Roman' von Madeleine Thien
NAN
(0 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:656
EAN:9783630875200

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Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich

Buchseite und Rezensionen zu 'Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich' von Friedrich Christian Delius
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
EAN:9783737100762

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Rezensionen zu "Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich"

  1. Politik, Wirtschaft, Europa - kritisch, humorvoll, literarisch b

    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Jan 2020 

    „Der Mensch denkt, und Gott lenkt. Die zwei größten Irrtümer der Menschheit in sechs Worten, in einem Satz.“ (Zitat Seite 251)

    Inhalt
    Zwei Jahre vor der Rente wird der unangepasste, kritische Wirtschaftsredakteur – die Kollegen nennen ihn „Kassandra“ – freigestellt und in den Vorruhestand geschickt. Spontan beschließt er, weiterzuschreiben, diesmal in der Freiheit der eigenen Themenwahl. Ein Tagebuch soll es werden, ein Jahr lang wird er seine Gedanken und Eindrücke zu Papier bringen, als Zeitdokument, vielleicht für seine Nichte Lena, die gerade das Abitur macht und sich später, in dreißig Jahren etwa, fragen wird, wie es damals war, am Beginn des 21. Jahrhunderts.

    Thema und Genre
    Obwohl es vom Verlag so eingestuft wird, ist dieses Buch kein Roman, sondern eher eine Sammlung von Essays in Tagebuchform, mit Gedanken zur europäischen Wirtschaft, zur politischen Lage in Deutschland und in der EU, zu aktuellen Entscheidungen und ihre möglichen Auswirkungen in der Zukunft. Ein Thema ist auch die rasche und einfache Verbreitung von bewusst oder unbewusst falschen Meldungen in den sozialen Medien, von Menschen, die in erster Linie Aufmerksamkeit und Bestätigung suchen.

    Umsetzung
    Der Autor teilt das Buch in vier Kapitel ein. Die einzelnen Einträge tragen das jeweilige Datum, erfolgen chronologisch und beginnen mit dem 30.09.2017. Am 10.07.2018 erfolgt der letzte Eintrag, welcher lautet: (Fast) ein Jahr mein eigener Pausenclown, das reicht.“ (Zitat Seite 253)

    Der Journalist und für seine Wirtschaftsseiten bekannte Redakteur wird seinem Spitznamen „Kassandra“ durchaus gerecht. Auch er warnt vor einseitig argumentierten Entscheidungen, vor den Folgen von nicht ausreichend überdachten Handlungen und auch er sieht sich politischen Entscheidungsträgern, hier „Kanzlerin M“ und „Wirtschaftsminister Sch“, gegenüber, die diese Handlungen beschlossen haben und sie durch bewusste Falschinterpretationen auch weiterhin verteidigen. Doch er ermahnt auch sich selbst, alle Seiten zu sehen und keine Vorurteile zu pflegen.

    Ein besonderes Thema ist die Griechenland/Euro-Krise des Jahres 2017, die europäische Einwanderungspolitik und die verstärkten Investitionen von chinesischen Unternehmen in Europa.

    Der auf Grund des Buchtitels erwartete Rügen-Bezug beschränkt sich auf ein paar Tage auf Rügen, die er gemeinsam mit seinem deutsch-amerikanischen Freund Fritz Roon dort verbringt, im vierten und damit letzten Kapitel des Buches. Hier geht es auch vorrangig um persönliche Themen.

    Die Sprache schildert gekonnt die Gedankengänge des Tagebuchschreibers, der sich selbst, seine Mitmenschen und die Zeit, in der wir leben, mit spitzer, satirischer Feder beobachtet. An manchen Tagen ist er frustriert, verärgert, um am nächsten Tag auch seine Situation und Überlegungen mit Humor zu betrachten und zu den leisen Tönen zurückzukehren.

    Fazit
    Wer einen Roman mit Rügen-Bezug erwartet, sollte sich nicht für dieses Buch entscheiden, denn das wäre eine Enttäuschung. Wer eine sehr kritische, fundierte, freche, aber auch humorvolle wirtschaftspolitische Analyse unserer Zeit zu schätzen weiß, interessiert ist, sich mit den Hintergründen auseinanderzusetzen, bekannte Fakten vielleicht neu zu überdenken, wird dieses auch sprachlich überzeugende Buch mit Vergnügen lesen. Ich jedenfalls ging beim Lesen die gesamte Palette von „genau“ (mit heftigem Kopfnicken) über „na geh, aber wirklich nicht“ (mit Kopfschütteln) bis zu schallendem Gelächter mehrmals durch.

 

Traum von China

Buchseite und Rezensionen zu 'Traum von China' von Ma Jian
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Traum von China"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:192
EAN:9783498001070

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Denn es will Abend werden: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Denn es will Abend werden: Roman' von Anna Enquist
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Denn es will Abend werden: Roman"

Gebundenes Buch
Wie lebt man weiter nach einer traumatischen Erfahrung? Der Abstand zwischen Menschen, die sich lieben, die guten Absichten, die stillen Verwünschungen und missglückten Annäherungen - all das beschreibt Anna Enquist meisterhaft in ihrem neuen Roman. Nach einer traumatischen Erfahrung findet das Ehepaar Carolien und Jochem keinen Trost mehr im anderen, sie ziehen sich zurück, kapseln sich ab, kämpfen allein mit ihrer Angst und Wut. Ihre Freunde Hugo und Heleen, die das Unglück miterlebt haben, reagieren mit Verdrängung und Flucht. Sie schämen sich, weil sie einander nicht helfen konnten, aber sie reden nicht darüber. Und das Streichquartett, das den vier Musikern stets Freude bereitet und über vieles hinweggeholfen hat, gibt es nicht mehr. Doch als Carolien nach Shanghai aufbricht, wo Hugo einen neuen Job angenommen hat, empfindet sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder so etwas wie Freiheit und sogar Glück. Allmählich scheint Licht ins Dunkel zu dringen ... Ein vollkommen eigenständiger Roman der großen niederländischen Autorin, der dort einsetzt, wo ihr letzter Roman "Streichquartett" ein dramatisches Ende nimmt.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
EAN:9783630876047

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Als wir Waisen waren: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Als wir Waisen waren: Roman' von Kazuo Ishiguro
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Als wir Waisen waren: Roman"

England in den Dreißigerjahren: Ganz London schwärmt von Christopher Banks und seinen Erfolgen. Es gibt nur einen Fall, den der Meisterdetektiv bisher nicht aufklären konnte: Das mysteriöse Verschwinden seiner Eltern in Shanghai, der Stadt seiner Kindheit. Beide waren in den Opiumhandel verstrickt: der Vater als Profiteur, die Mutter als erklärte Gegnerin. Als die Erinnerungen an die Zeit, als er Waise wurde, Banks immer häufiger quälen, beschließt er, sich auf den Weg nach Shanghai zu machen, um endlich das größte Rätsel seines Lebens zu lösen.


Format:Taschenbuch
Seiten:416
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453421554

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Rezensionen zu "Als wir Waisen waren: Roman"

  1. Ein privilegierter Engländer blickt in die Realität

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Okt 2019 

    Der Londoner Meisterdetektiv Christopher Banks blickt in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zurück nach China, nach Shanghai. In seiner Kindheit (1911/1912) verschwanden seine Eltern dort spurlos. Bis jetzt gibt es keine Lebenszeichen von ihnen. Er reist wieder nach Shanghai um Licht in das Dunkel damaligen Geschehens zu bringen. Ein gut situierter junger Mann versucht sich in der Erkundung des Fernen Ostens und fernöstlicher Mentalität und lässt einen etwas verklärten und verfärbten Blick erkennen.
    Dabei ist dieser Hauptcharakter Christopher Banks in seinem ganzen Wesen ein immens egoistischer Mensch in meinen Augen. Ein Kind seiner Zeit und seiner Verhältnisse, ja, und er ist dazu gemacht worden, ja. Trotzdem darf man ja etwas erwarten, oder besser ausgedrückt, ein Mensch sollte lernfähig sein. Und genau dies kommt bei dem Hauptprotagonisten Banks etwas zu kurz. Er lernt dazu, ja, aber für einen gebildeten jungen Mann und einen guten Detektiv lernt er recht spät, aber vielleicht ist ihm dabei auch gerade seine gesellschaftliche Position im Weg. Ich fand aber auch die Art, wie er mit den ihn umgebenden Personen umgeht, extrem egoistisch und recht frech/unverschämt/kaltherzig.
    Aber vielleicht möchte der Autor mit der Person Banks auch etwas vermitteln. Vielleicht steht Banks ja auch sinnbildlich für die Kolonialmächte und ihr Handeln in den Kolonien.
    Auf jeden Fall vermittelt das Buch einen sehr interessanten Blick in ein anderes Land/auf eine andere Kultur und lässt gleichzeitig auch ein interessantes Stück Zeitgeschichte wieder lebendig werden. Nun liegt China nicht so sehr in meinem Fokus und gerade deshalb ist dieses Buch auch sehr interessant und lässt die Zeit des zweiten japanisch-chinesischen Krieges wieder lebendig werden, ermöglicht Einblicke in die Bedeutung des Opiums und in den Opiumhandel und die unrühmliche Rolle der europäischen Mächte dabei und gleichzeitig ermöglicht dieses Buch ebenso interessante Blicke in die politische Situation in China.
    Ich fand dieses Buch sehr interessant und auch spannend gemacht, es hat einen recht starken Sog in meinen Augen und ich habe es sehr gern gelesen und bin gespannt auf weiteres aus der Feder Ishiguros.

  1. Ein Kriminalfall?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Jun 2019 

    "Als wir Waisen waren" ist der 3.Roman, den ich von Ishiguro, der 2017 den Literaturnobelpreis gewonnen hat, lese.

    Seinen berühmtesten Roman "Was vom Tage übrig blieb" fand ich herausragend, auch "Alles, was wir geben mussten" gefiel mir - die Idee Menschen als Organspender zu klonen, sie wie "normale Kinder" aufwachsen zu lassen, um sie dann "auszuschlachten", macht betroffen und am liebsten würde man
    eine solche Möglichkeit gerne ausblenden.

    Auch im Roman "Als wir Waisen waren" führt uns Ishiguro unsere eigene Ignoranz vor Augen, zeigt uns den Krieg in all seiner Grausamkeit und einen Protagonisten, der unverdrossen seine eigenen Ziele verfolgt und - so haben wir es in unserem Lesekreis interpretiert - exemplarisch für die Kolonialmacht England steht.

    Worum geht es?

    Zunächst glaubt man, man habe einen Kriminalroman vor sich liegen. Der Ich-Erzähler, Christopher Banks erzählt im ersten Teil (Juli, 1930, London) davon, wie er sich nach seinem Abschluss in Cambridge dank seines Freundes Osbourne in der besseren Londoner Gesellschaft etabliert und seinen Traum, ein Detektiv zu werden, verwirklicht. Zu den Fällen, die ihn berühmt machen, werden jedoch keine näheren Umstände dargelegt und es wird auch nicht erläutert, wie er diese Fälle löst - eher untypisch für einen Kriminalroman.

    Es stellt sich heraus, dass sein Berufswunsch aus dem Bestreben resultiert, das Verschwinden seiner Eltern in Shanghai Anfang 1911 oder 1912 aufzuklären.

    Seine Kindheit hat er dort, im International Settlement, verbracht. Während sein Vater für eine Firma arbeitete, die den Opiumhandel unterstützte, wandte sich seine Mutter mit mutigen Kampagnen gegen diese subtile Unterdrückung der chinesischen Bevölkerung - mit Hilfe eines Freundes der Familie - Onkel Philip.

    Eines Tages verschwindet sein Vater und der junge Christopher ist davon überzeugt, dass fähige Detektive ihn wieder finden werden. Mit seinem japanischen Freund Akira spielt er unermüdlich Szenen nach, in denen sein Vater aufgespürt wird.

    Auch als seine Mutter kurz darauf ebenfalls entführt wird, will er Shanghai nicht verlassen,

    "die Detektive bemühen sich sehr, meine Mutter und meinen Vater zu finden. Und es sind die allerbesten Detektive von Shanghai. Ich glaube, sie werden meine Eltern bestimmt sehr bald finden." (40)

    Man mag dies als kindlichen Glauben abtun, doch beim Lesen entsteht nach und nach der Eindruck, das, was der Ich-Erzähler berichtet, sei nicht immer zuverlässig. Erste Diskrepanzen zwischen seiner Selbstwahrnehmung und der Realität werden deutlich. Als Osbourne sich erinnert:

    "Mein Gott, zu Schulzeiten warst du wirklich ein merkwürdiger Vogel" (12),

    gibt Banks vor, darüber nicht verstimmt gewesen zu sein. Obwohl er seinen Wunsch, Detektiv werden zu wollen, geheimhält, schenken ihm seine Freunde eine Lupe. Das sind erste Hinweise darauf, dass seine Erinnerung nicht mit dem übereinstimmt, was tatsächlich geschehen ist.

    "Sicherlich trägt dieselbe aufgewühlte Gemütsverfassung dazu bei, dass mir, denke ich heute an jenen Abend zurück, viele Aspekte irgendwie übertrüben oder unnatürlich erscheint. Versuche ich zum Beispiel heute, mir den Raum vorzustellen, so ist er ungewöhnlich dunkel; und dies trotz der Wandlampen, der Kerzen auf den Tischen und der Lüster über uns - nichts scheint die vorherrschende Dunkelheit beeindrucken zu können." (22)

    Verwirrung herrscht auch bei den Leser*innen, was teilweise mit der assoziativen Erzählweise zusammenhängt. Ankerpunkte sind die 7 Teile, die jeweils datiert sind. Der Ich-Erzähler berichtet, was jeweils bis zu diesem Zeitpunkt geschehen ist. Während er seine Erlebnisse wiedergibt, deutet er voraus, blickt zurück, relativiert seine Erinnerungen - da fällt es manchmal schwer den Überblick zu wahren.

    Die ersten beiden Teile spielen im Jahr 1930 und 1931, im Mittelpunkt stehen Kindheitserinnerungen und seine Bekanntschaft mit Sarah Hemmings, eine Dame der Gesellschaft, die auf der Suche nach einem Mann ist, "der wirklich seinen Beitrag leistet. Ich meine für die Menschheit, für eine bessere Welt." (69)

    Bezeichnenderweise nutzt sie Banks aus, um auf einem gesellschaftlich hochrangigen Empfang eingelassen zu werden. Eine sehr komische Szene...

    Im 3.Teil, der 1937 spielt, taucht plötzlich eine Jennifer auf, die bisher keine Rolle gespielt hat - das ist so ein Moment, in dem man zurückblättert und denkt: "Habe ich etwas verpasst?" - Nein, die Verwirrung ist gewollt und führt uns auf die Spur, das wir diesem Erzähler nicht trauen dürfen.

    Die Teile 4-6 (1937) führen Banks nach langer Ermittlungsarbeit von London aus zurück nach Shanghai, wo er endlich seine Eltern zu finden gedenkt - wie kann er sich sicher sein, dass sie nach all der Zeit noch leben? - und wieder auf Sarah Hemmings trifft, die in einer unglücklichen Ehe gefangen scheint. Ein Umstand, den unser Protagonist ebenfalls verkennt, genau wie die politische Situation. Es herrscht Krieg zwischen Japanern und Chinesen, während die alte Kolonialmacht ignorant an den bestehenden Verhältnissen festzuhalten scheint und sich für unverletzbar hält.

    Und unser Protagonist? Er gerät zwischen die Fronten, ohne sich davon beeindrucken zu lassen.

    Die kafkaesk anmutenden Szenen - ein Häuserkampf in einem chinesischen Ghetto - haben zu kontroversen Diskussionen in unserem Lesekreis geführt. Können wir dem Protagonisten glauben? Ist das alles eine Wahnvorstellung? Fantasie? Warum konfrontiert uns der Ich-Erzähler mit diesem unglaublichen Leid, das detailliert geschildert wird? Und was hat Banks diesem Leid entgegenzusetzen, außer seinem kindlichen Glauben, wenn er seine Eltern fände, würde sich alles zum Guten wenden? Ishiguro konfrontiert uns mit unserer eigenen Ignoranz, das, was wir nicht sehen wollen, mit dem Elend, das der Krieg verursacht - kein Zufall, das Banks sich die Verletzungen einer Frau mit der Lupe ansieht...

    Man ahnt, dass Banks diesen Fall nicht alleine wird lösen können und an seiner zerstörten Kindheit scheitert.

    Ishiguro hat nach seinen Romanfiguren befragt - folgende Antwort gegeben:

    "Viele von uns sind gezwungen, ihr Leben auf etwas zu gründen, was in seinem Wesen brüchig oder schon zerstört ist, etwas, das eigentlich repariert werden müßte, aber dazu ist es bereits zu spät. Und in gewissem Sinn ist alles, was man dann in seinem Leben auch tut, nur der Versuch, sich über diese Zerstörung irgendwie hinwegzutrösten.“

    Ein Roman, der zu vielfältigen Interpretationen und Diskussionen einlädt, und - da waren wir geteilter Meinung - mit einer wunderbaren Sprache aus verschachtelten Sätzen -garniert mit Gedankenstrichen - , die ineinander fließen und uns umgarnen.

 

Jenseits der Zeit: Roman (Die Trisolaris-Trilogie, Band 3)

Buchseite und Rezensionen zu 'Jenseits der Zeit: Roman (Die Trisolaris-Trilogie, Band 3)' von Cixin Liu
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Jenseits der Zeit: Roman (Die Trisolaris-Trilogie, Band 3)"

Broschiertes Buch
Ein halbes Jahrhundert nach der Entscheidungsschlacht hält der Waffenstillstand mit den Trisolariern immer noch stand. Die Hochtechnologie der Außerirdischen hat der Erde zu neuem Wohlstand verholfen, auch die Trisolarier haben dazugelernt, und eine friedliche Koexistenz scheint möglich. Der Frieden hat die Menschheit allerdings unvorsichtig werden lassen. Als mit Cheng Xin eine Raumfahrtingenieurin des 21. Jahrhunderts aus dem Kälteschlaf erwacht, bringt sie das Wissen um ein längst vergangenes Geheimprogramm in die neue Zeit. Wird die junge Frau den Frieden mit Trisolaris ins Wanken bringen - oder wird die Menschheit die letzte Chance ergreifen, sich weiterzuentwickeln?

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:992
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453317666

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Rezensionen zu "Jenseits der Zeit: Roman (Die Trisolaris-Trilogie, Band 3)"

  1. Großartiger Abschluss einer faszinierenden Trilogie.

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Apr 2019 

    Inhalt: Ein halbes Jahrhundert nach der Entscheidungsschlacht hält der Waffenstillstand mit den Trisolariern immer noch stand. Die Hochtechnologie der Außerirdischen hat der Erde zu neuem Wohlstand verholfen, auch die Trisolarier haben dazugelernt, und eine friedliche Koexistenz scheint möglich. Der Frieden hat die Menschheit allerdings unvorsichtig werden lassen. Als mit Cheng Xin eine Raumfahrtingenieurin des 21. Jahrhunderts aus dem Kälteschlaf erwacht, bringt sie das Wissen um ein längst vergangenes Geheimprogramm in die neue Zeit. Wird die junge Frau den Frieden mit Trisolaris ins Wanken bringen – oder wird die Menschheit die letzte Chance ergreifen, sich weiterzuentwickeln?
    Es gibt eigentlich nicht viel zu sagen. Wer bereits Band 1 Die drei Sonnen und Band 2 Der dunkle Wald mochte, wird auch hier voll auf seine Kosten kommen. Persönlich habe ich den Hauptcharakter in Der dunkle Wald als besser ausgearbeitet empfunden, aber die Stärke des Autors liegt ohnehin in Plot und Wissenschaft. Mit kreativen, neuartigen und unkonventionellen Sci-Fi-Ideen geht es auch in Jenseits der Zeit weiter und dieser Aspekt hat mir hier sogar noch besser gefallen als in den Vorgängerbänden, wo es auch schon sehr toll war.
    Das Ende ist absolut gelungen und garantiert, dass diese Trilogie ihren hochverdienten Platz inmitten anderer großer Sci-Fi-Werke einnehmen wird.
    Fazit: Die gesamte Trilogie ist nur für Sci-Fi-Fans zu empfehlen, aber für die mit mehrmaligem Ausrufezeichen.

 

Die Angel meines Großvaters: Erzählungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Angel meines Großvaters: Erzählungen' von Xingjian Gao
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Angel meines Großvaters: Erzählungen"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:208
EAN:9783596152490

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