Mario Adorf. Zugabe!

Buchseite und Rezensionen zu 'Mario Adorf. Zugabe!' von Tim Pröse
NAN
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Gebundenes Buch
Die Lebensbilanz eines Weltstars
"Tim Pröse hat mir mit großer Zuneigung und Begeisterung, aber auch mit geschickten, immer tiefer bohrenden Fragen mehr Persönliches entlockt, als ich normalerweise preisgeben würde." Mario Adorf
Im Alter von fast 90 Jahren schaut der große Schauspieler Mario Adorf zurück auf ein abenteuerliches Leben voller Triumphe am Theater, im Film und im Fernsehen. In zahlreichen und intensiven Gesprächen mit dem Autor Tim Pröse entstand so die Lebensbilanz eines großartigen Künstlers und Jahrhundertschauspielers.
Sehr persönlich spricht Mario Adorf hier über seine Arbeit und sein Leben besonders in den letzten Jahren, über Glücksmomente und Enttäuschungen, über Deutschland, Italien und Frankreich, über den Beruf des Schauspielers, über die Frauen seines Lebens, seine Freunde und seine Kollegen. Mit Sorge schaut er als Zeitzeuge des Zweiten Weltkriegs und als überzeugter Europäer und Kosmopolit auf die Wiedergeburt des Nationalismus und Rassismus in der Gegenwart. Und nicht zuletzt spricht er gelassen und nüchtern über die Endlichkeit des eigenen Lebens und über das, was vergeht und was bleibt.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
EAN:9783462052794
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Die Süße mit der großen Klappe: Helga Hahnemann. Die Biographie (Bild und Heimat Buch)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Süße mit der großen Klappe: Helga Hahnemann. Die Biographie (Bild und Heimat Buch)' von Christin May
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:192
EAN:9783867894234
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Rezensionen zu "Die Süße mit der großen Klappe: Helga Hahnemann. Die Biographie (Bild und Heimat Buch)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 16. Jun 2019 

    Eine Entertainerin, wie man sie mit der Lupe suchen muss

    Jetzt kommt Dein Süßer - Cry to me - Wo ist mein Geld geblieben - 100 mal Berlin - Een kleenet Menschenkind: Das sind Ohrwürmer, die mich sofort befallen, wenn ich an Helga Hahnemann denke - oder wir wie sie ganz einfach nannten - die Henne.
    Ich kannte sie aus Funk und Fernsehen - vor allem aus dem Kessel Buntes. Eine Entertainerin, wie man sie mit der Lupe suchen muss. Immer gut aufgelegt, brachte sie Millionen Menschen zum Lachen und sicherlich auch mal zum Nachdenken.

    Geboren wurde Helga Hahnemann als viertes Kind am 8. September 1937 in Berlin. "Helga" war in den 1930er Jahren Deutschlands beliebtester Mädchenname. Die Eltern gaben noch den Zweitnamen Frieda dazu.

    Die Nationalsozialisten waren vier Jahre an der Macht, in zwei Jahren sollte der Zweite Weltkrieg ausbrechen, an dessen Ende Berlin in Schutt und Asche lag.
    Als Nesthäkchen und Nachzügler wuchs Helga zunächst sehr behütet auf und sie wusste schon als kleines Mädchen, was sie später mal werden möchte: Quatschmacher. Die Musikalität scheint sie vom Großvater geerbt zu haben.
    Doch dann erreichte der Krieg Berlin. Die ortsansässigen Bergmann-Fabrikanlagen stellten auch Rüstungsgüter her, und so wurde Wilhelmsruh intensiv bombardiert. Über ihr Kriegstrauma erzählte Helga nichts. Zu private journalistische Fragen mochte sie eh nicht, und auch nur sehr wenige enge Freunde wussten davon.

    Helgas Weg zur Berühmtheit begann Anfang der 1950er Jahre in der Arbeitsgemeinschaft "Schauspiel" im Haus der Kinder an der Lichtenberger Parkaue. Hier spielte sie als 14-Jährige das Mädchen "Plauderlottchen" - eine Rolle, die ihr wie auf den Leib geschnitten war.

    Nach dem Besuch der Schauspielschule in Berlin-Niederschöneweide in der zweiten Hälfte der 50er Jahre, debütierte sie 1959 an der "Leipziger Pfeffermühle". Die Kunstform Kabarett lag Helga Hahnemann. Zunächst fühlte sie sich hier sehr wohl. Noch dazu, wo Kabarett in der DDR äußerst beliebt war. Es war schwer, an Karten zu kommen, da die Vorstellungen meist ausverkauft waren. "Weil diese Karten so rar waren, entwickelten sie sich beinahe zu einer eigenen Währung, jedenfalls galten sie als "Beschleuniger" für alle möglichen Dienstleistungen" - (Seite 36). Dabei gab es seit Anfang der 1960er Jahre kaum noch Werbung fürs Kabarett und auch Funk und Fernsehen waren fast frei von kabarettistischen Anklängen und Satire. Noch dazu wurden von den Kulturverantwortlichen viel an den Programmen zensiert.
    Im Sommer 1962 verließ Helga die Pfeffermühle. Offiziell, da sie sich künstlerisch nicht ausgelastet fühle. Der wahre Grund waren unüberwindbare Differenzen mit der Kollegin Ursula Schmitter.

    Es ging zurück nach Berlin. Sie zog mit ihrem Lebensgefährten Rudolf Thieme in eine Altbauwohnung am Müggelseedamm, die ihnen von der kommunalen Wohnungsverwaltung zugewiesen wurde. Ende der 1970er Jahre kaufte Helga ein Haus - ihre "Ranch in Beauty-Oak-Village". Sie bezog es mit ihrem Lebensgefährten, später lebte sie alleine dort und vererbte es dann der Welthungerhilfe.

    Helga Hahnemann war eine waschechte Berlinerin - sie liebte ihr Berlin. "Das ist mein letztes Berlin-Lied! Was genug ist, ist genug!" (S. 52), sagte Komponist Arndt Bause missmutig beim vierten Titel.

    Helga hatte Probleme, ein Engagement zu finden. Die "Distel", die mit der Leipziger Pfeffermühle konkurrierte, ließ sie abblitzen. Sie wurde freischaffende Schausielerin, war tätig beim Deutschen Fernsehfunk und gehörte ab 1969 fest dessem Ensemble an und arbeitete z. B. für das Fernsehtheater Moritzburg.
    Helgas Top(p)-Musike war ab Ende der 70er Jahre ihre Sendung im Berliner Rundfunk - drei Fernsehshows gab es davon. Die meisten Schlager, mit denen sie Erfolge feierte, wurden von Angela Gentzmer als Texterin und Arndt Bause als Komponist geschrieben.

    Die dritte Fernsehshow (1985) hat es sogar mit einer guten Kritik in die Westberliner Presse geschafft. Der Tagesspiegel vom 7. Juli 1985 schrieb:

    "Sie hat ein Mundwerk, das die fast immer ziemlich witzlosen, betulichen Moderatoren der Schlager-, Spiel-, Rate- und sonstigen Unterhaltungssendungen vergessen lässt. (...) Eineinhalb Stunden brachte sie das Publikum im Palast der Republik zum Jubeln; sie nicht allein, denn in ihrem Programm mit Gästen aus sieben Ländern traten Leute auf, die ich noch nie gesehen habe und gerne wiedersehen würde. (...) Der Abend gehörte der Parodie. Der Cantus-Chor zog Schlagerstars durch den Kakao (...), und Helga Hahnemann hat den seltenen Mut, sich selber auf die Schippe zu nehmen. In ihrer frechen, lustigen Art ist sie ohne Konkurrenz."

    Wie schon erwähnt, war mir Helga Hahnemann vor allem aus dem Kessel Buntes bekannt. Dort erlebte ich sie singend und tanzend und in vielen Sketchen mit Dagmar Gelbke, Herbert Köfer, Alfred Müller oder Ingeborg Naß. Auch in der TV-Lustspielreihe "Maxe Baumann" war sie mit Rolf Herricht, Gerd E. Schäfer, Margot Ebert, Traute Sense und Heinz Behrens zu sehen. Sie leitete zusammen mit Ingeborg Naß ein Berliner Arbeiterkabarett und ja, wer schon immer dachte, die Stimme von Yvonne Jensen aus einigen Olsenbanden-Filmen komme ihr oder ihm bekannt vor - das war die Helga, zumindest in drei von den 14 Filmen.

    Helga trat zu gerne auch mit anderen Künstlern auf. Als regelrechter Ohrwurm ist mir da besonders "Cry To Me" mit Precious Wilson in Erinnerung:

    Siebenmal wurde Helga Hahnemann vom Publikum zum Fernsehliebling im Bereich Unterhaltung gewählt. Noch mehr schafften nur Sportreporter Heinz-Florian Oertel, Schlagersänger Frank Schöbel und Entertainerin Petra Kusch-Lück. Eine wahre Leistung, zumal Helgas Popularität erst gut zehn Jahre später einsetzte, als die der beiden Herren.

    Wie so viele DDR-Künstler, hatte auch Helga Hahnemann nach der Wende Probleme, den Anschluss nicht zu verlieren. Auch die Gesundheit machte Probleme, doch der zu späte Arztbesuch konnte nicht mehr helfen. Gut zwei Wochen vor ihrem Tod wurde Lungenkrebs im Endstadium diagnostiziert. Die schon geplante Silvestershow 1991 konnte nicht mehr realisiert werden.

    Helga Hahnemann starb am 20. November 1991 in Berlin-Buch mit nur 54 Jahren. Sie ruht in einem Familiengrab auf dem Friedhof Pankow VII in Berlin-Wilhelmsruh - im November 2010 wurde es "Ehrengrab des Landes Berlin".

    Zuletzt möchte ich noch Dieter ("Maschine") Birr, den Sänger der Puhdys, zu Wort kommen lassen:

    "Helga konnte das Publikum und auch andere Künstler begeistern. Dieses Talent ist ein Geschenk Gottes. Das kann man nicht lernen oder sich antrainieren, das ist angeboren. Jedes Wort hat man ihr abgekauft." - Seite 111

    Ich ziehe meinen Hut und verneige mich tief.

 

Joseph Schmidt: Sein Lied ging um die Welt

Buchseite und Rezensionen zu 'Joseph Schmidt: Sein Lied ging um die Welt' von Alfred A. Fassbind
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Sein Lied ging um die Welt
Gebundenes Buch
Joseph Schmidt, einer der ersten großen Musikstars des 20. Jahrhunderts, sang sich mit "Ein Lied geht um die Welt" und "Ein Stern fällt vom Himmel" in die Herzen der Menschen in aller Welt.
Das Nationalsozialistische Regime machte seiner Karriere ein jähes Ende und zwang den Publikumsliebling zur Flucht durch ganz Europa. Einst von Millionen geliebt, starb der Sänger und Filmstar Joseph Schmidt am 16. November 1942 im Schweizer Exil - erst 38 Jahre alt.
Auf eindrückliche Weise schildert Alfred A. Fassbind die ergreifende Geschichte einer der eindruckvollsten Stimmen des letzten Jahrhunderts - befreit vom Dickicht der Legenden und zweifelhafter Anekdoten, die Schmidt bereits zu Lebzeiten begleiteten. Die Biographie ermöglicht den Blick auf Joseph Schmidt als Menschen und zeigt das Bild eines einzigartigen Künstlers in einer dunklen Zeit.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag: Rüffer & Rub
EAN:9783905894141
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