Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt - Mit Bonus-CD: Wie ich Förster wurde - der Autor im O-Ton

Buchseite und Rezensionen zu 'Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt - Mit Bonus-CD: Wie ich Förster wurde - der Autor im O-Ton' von Peter Wohlleben
NAN
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Inhaltsangabe zu "Das geheime Leben der Bäume: Was sie fühlen, wie sie kommunizieren - die Entdeckung einer verborgenen Welt - Mit Bonus-CD: Wie ich Förster wurde - der Autor im O-Ton"

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783844524772
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Die unglaubliche Reise der Pflanzen

Buchseite und Rezensionen zu 'Die unglaubliche Reise der Pflanzen' von Stefano Mancuso
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die unglaubliche Reise der Pflanzen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:154
Verlag:
EAN:9783608981926
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Rezensionen zu "Die unglaubliche Reise der Pflanzen"

  1. Ein Sachbuch der besonderen Art

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Okt 2020 

    „Wir wissen also kaum etwas über Pflanzen und oftmals ist das wenige, das wir zu wissen glauben, auch noch falsch. Wir denken, sie könnten ihre Umgebung nicht wahrnehmen, in Wirklichkeit sind sie empfindlicher als Tiere.“ (S. 9) Einleitung

    In sechs Kapiteln widmet sich der italienische Botaniker Stefano Mancuso 16 Pflanzen-Porträts, die mit geheimnisvollen Titeln wie „Pioniere, Kämpfer und Heimkehrer, Flüchtlinge und Eroberer, Mutige Kapitäne, Zeitreisende, Einsiedler, Der Baum des Lebens in Bahrain,
    Anachronisten.“

    In kleinen Geschichten und Anekdoten berichtet der Autor, dass Pflanzen Erstaunliches leisten können.

    Pflanzen, die Katastrophen überlebten, wie die Bäume, die der Atombombe von Hiroshima ausgesetzt waren. Pflanzen, die nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl sich trotz der Radioaktivität, ihren Lebensraum in der dieser feindlichen Umgebung zurückeroberten.

    „Anscheinend ist der Mensch noch um einiges tödlicher für Pflanzen als radioaktive Strahlung. Durch sein Fernbleiben wurde ungewollt ein riesiges Naturschutzgebiet geschaffen.“ (S.22/23)

    Beispielsweise überwindet das Leimkraut Zeitgrenzen. Der Samen dieser Pflanze wurde, nachdem sie 39000 Jahre im Permafrostboden Ostsibiriens überdauert hatte, wiederbelebt.

    Pflanzen, die als einzige Überlebende ihrer Art die Zeiten überdauerten, wie die Samen einer Dattelpalme aus der antiken Festung Masada. Archäologen fanden im Jahr 1965 in einem Tontopf Samen, der dann in einem Labor im Jahre 2005 wieder zum Keimen gebracht wurde.

    Pflanzen nutzen zum Anlocken und Bestäuben auch Tricks um extreme Trockenheit oder bittere Kälte zu überstehen. Der Sandbüchsenbaum, eine tropische Art, die auch Dynamitbaum genannt wird schleudert seine Samen, nachdem die reife Frucht des Baumes explodiert ist, mit 250 km/h über 40 Meter weit!

    Der Leser erfährt von Pflanzen, die sich auf Tiere als Transporter verlassen. Arten, die aus botanischen Gärten sich weiterverbreiteten, wie die stark wuchernde Wasserhyazinthe. Von der Avocado, die in letzter Minute gerettet wurde und heute in Gefahr ist kernlos zu werden.

    „Beraubt man eine Pflanze jedoch die Möglichkeit, ihre eigenen Samen zu produzieren, degradiert man sie von einem Lebewesen zum bloßen Produktionsmittel in den Händen der Lebensmittelindustrie., die alleine darüber entscheidet, welches Individuum sich wann, wo uns wie vermehrt„ (S. 132)

    Sprache und Stil

    Mancuso versteht es in Anekdoten und kleinen Geschichten spannend und humorvoll über Pflanzen, ebenso Kultur und Menschen zu erzählen. Obwohl Pflanzen fest verwurzelt und ortsgebunden sind, haben sie Strategien entwickelt, um in entfernte Regionen vorzudringen, sich anzupassen und auszubreiten. Macuso verwebt seine Pflanzengeschichten mit Menschen oder Orten und erzählt auch von eigenen Erlebnissen. Er berichtet, wie er in Japan in einem Restaurant unerwartet von einem Einheimischen angesprochen wurde, der ihn später zu den Hibaku jumoku führte und ihm zeigte, wie die Japaner diese Pflanzen ehren.

    „Und weniger als 400 Meter von uns entfernt sah ich den Champion der Hibaku jumoku von Hiroshima, eine Trauerweide (Salix babylonica), die aus ihren erhaltenen Wurzeln wiedererstanden war. „(S. 32)

    „Die unglaubliche Reise der Pflanzen“ überzeugt zusätzlich durch die gelungenen pastelligen, in Aquarell gezeichneten Illustrationen von Grisha Fisher. Inseln und Kontinente sind in Blattform mit botanischen Begriffen beschriftet.

    Es ist ein Sachbuch der besonderen Art. Pflanzen können erstaunliches leisten auf ihrer Wanderschaft vom Ätna nach Oxford oder vom Amazonasbecken in die ganze Welt.

 

Virus: Die Wiederkehr der Seuchen

Buchseite und Rezensionen zu 'Virus: Die Wiederkehr der Seuchen' von Nathan Wolfe
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:338
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

  1. Betrifft uns jetzt.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Okt 2020 

    Wie abgebrüht muss man sein, um in dieser Pandemiezeit, die inzwischen alle Lebensbereiche beeinflusst und über die wir täglich in den Medien die neuesten Entwicklungen vernehmen, auch noch ein Sachbuch zu lesen, das sich mit Seuchen aller Art ausführlich beschäftigt? Nun ja, ziemlich!

    Aber so panne ist es nun auch wieder nicht. Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel "The viral storm", 2012 dann auf deutsch und wurde jetzt im Juni 2020 vom Rowohlt Verlag, mit dem Rückentexthinweis auf Covid19 neu aufgelegt. Allerdings scheint nur der Umschlag einen neuen Anstrich bekommen zu haben, denn die Erzählungen brechen 2011 ab und es werden zwar erstaunlich gute Tipps für baldige zukünftige Pandemien gegeben, vieles scheint wie die Faust aufs Auge des Corona Virus aus 2019 zu passen, aber die aktuelle Lage wird nicht besprochen, das Virus hat sich nur namentlich aufs Cover verirrt.

    Zuerst gibt es eine kleine Lektion in Biologie. Bakterien, Pilze und Pflanzen besitzen Zellen und können sich selbständig vermehren, Viren und Prionen sind auf Wirtszellen angewiesen, damit sie einen ordentlichen Stammbaum bekommen. Viele sind harmlos, manche sind sogar von Vorteil, ein paar krankmachende Rüpel aber verderben allen den Ruf. Die zu entdecken und zu bekämpfen, ohne auf allen Ebenen tabula rasa zu machen, das ist Wissenschaft.

    Und die Wissenschaft musste sich anstrengen. Sie musste nicht nur im tiefsten Kongo schauen, welche Mikrobiome dort den Menschenaffen scheinbar verschonen, um dann beim Verzehr von Bushmeat beim Menschen gnadenlos zuzuschlagen, sie musste auch verstehen, was den Menschen so anfällig macht und was der Sapiens seitdem alles falsch macht.

    Denn seien wir mal ehrlich, Seuchen hat es schon früher gegeben und aus heutiger Sicht fällt es uns leicht, mit dem Finger auf die Fehler zu zeigen, die uns jetzt niemals mehr unterlaufen würden... wenn es denn so einfach wäre und wir ab sofort auf Urlaub, Sofortlieferungen, Familienzuwachs und vieles mehr verzichten würden. Unsere Welt ist hoffnungslos vernetzt, unsere Wirtschaft hängt wie Bandsalat zusammen, immer mehr Menschen drängen sich auf engstem Raum und der größte Teil der Bevölkerung wird abgehängt. Abgehängt von sauberen Trinkwasser, abgehängt von Hygienestandards und medizinischer Vorsorge und abghängt von regulären Märkten. So enstehen Brennpunkte, in denen Seuchen ausbrechen und mit immer schnellerem Tempo die ganze Welt umrunden können.

    Mit viel Sachverstand führt uns Wolfe durch die frühe Menschheitsgeschichte, klärt über Fachbegriffe auf, beschreibt, was er und seine Kollegen tun, damit Seuchen verstanden und eingedämmt werden können und macht Vorschläge, wie eine zukünftige, weil immer dringender werdende Arbeit der Länder und Behörden aussehen könnte. Aber ein Großteil des Buches befasst sich auch mit erstaunlichen Sidesteps, die mich auf den gut 300 Seiten bei Laune gehalten haben, zwar nur sekundär dem Thema geschuldet, aber für ein umfassendes Verständnis wirkungsvoll schienen.

    Natürlich wirbt der Virologe Nathan Wolfe zum Schluss für mehr Geld und Aufmerksamkeit in seinem Fachgebiet (vermutlich fließt das Geld seit diesem Jahr). Die Wichtigkeit für Mensch und Wirtschaft dürfte inzwischen jedem einleuchten, aber sein Vorschlag sämtliche Social Media Kanäle zu überwachen und so zukünftige Ausbruchsherde schneller identifizieren zu können, hat dann doch bei mir einen kleinen roten Alarmknopf anspringen lassen.

    Alles in allem aber ist es ein vernünftiges Buch von einem Fachmann, unaufgeregt, aber doch eindringlich und gänzlich ohne Verschwörungstheorien.

 

Wenn Insekten über Leichen gehen

Buchseite und Rezensionen zu 'Wenn Insekten über Leichen gehen' von Marcus Schwarz
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Wenn Insekten über Leichen gehen"

Format:Broschiert
Seiten:288
Verlag:
EAN:9783426302149
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Rezensionen zu "Wenn Insekten über Leichen gehen"

  1. Rezension zu Wenn Insekten über Leichen gehen

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 05. Okt 2020 

    „Wenn jemand stirbt, feiert die Natur ein Festbankett.“

    Marcus Schwarz arbeitet als Entomologe und unterstützt Ermittlungsbehörden bei Todesfällen. In diesem Sachbuch geht der Autor intensiv auf Insekten ein, die bei einer Leichenbesiedelung eine Rolle spielen. Dabei erfuhr ich alles was ich schon immer über Fliegen wissen wollte oder lieber nicht wissen wollte.
    Ich bin kein Freund von Insekten, ich weiß sie sind unverzichtbar für ein stabiles Ökosystem, und trotzdem brauche ich sie nicht wirklich in meiner Nähe und trotzdem faszinieren mich Insekten oftmals.

    Marcus Schwarz gibt einen genaue Überblick über die hier beheimateten Arten, die sich an einer Leiche gütlich tun oder diese Insekten nutzen um zu überleben. Manche Beschreibungen wo und wie sich diese Tiere dann aufhalten und vermehren sind nicht immer für einen empfindlichen Magen geeignet, da es schon Ekelgrenzen berührt oder auch für manche überschreitet. Mich persönlich faszinierte es.

    Das Buch ist wirklich sehr sachlich gehalten, vor allem bei den wissenschaftlichen Beschreibungen der verschiedenen Arten und Typisierung, was ich manchmal schon ein klein wenig trocken empfand.
    Auch die vom Verlag in der Werbung versprochenen „spektakulären“ Fälle waren für mich nicht wirklich spektakulär und eigentlich nur schmückendes Beiwerk um weitere Erläuterungen zu den Insekten zu geben und um die Arbeit des Autors zu beschreiben.

    Auch wenn die Materie manchmal ein wenig trocken rüber kam ist es ein sehr interessantes Buch, das auch Krimi- und Thrillerliebhaber interessieren könnte.

    Mein Fazit:
    Alles was ich schon immer über Fliegen/Maden usw. wissen wollte oder lieber nicht wissen wollte.

 

Nestwärme: Was wir von Vögeln lernen können

Buchseite und Rezensionen zu 'Nestwärme: Was wir von Vögeln lernen können' von Ernst Paul Dörfler
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Inhaltsangabe zu "Nestwärme: Was wir von Vögeln lernen können"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag: Hanser
EAN:9783446261853
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Das kleine Waldhotel – Ein Blütenfest für Mona Maus

Buchseite und Rezensionen zu 'Das kleine Waldhotel – Ein Blütenfest für Mona Maus' von Kallie George
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das kleine Waldhotel – Ein Blütenfest für Mona Maus"

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783839849330
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Rezensionen zu "Das kleine Waldhotel – Ein Blütenfest für Mona Maus"

  1. Frühling im Waldhotel...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Sep 2020 

    Der Frühling hält Einzug in den Farnholzwald, und im kleinen Waldhotel herrscht hektisches Treiben: Das große Blütenfest steht bevor und Herr von Walde, der Leiter des Hotels, ist im Urlaub. Mona Maus, Eidechse Gilles, die Eichhörnchen Tilde und Henry und alle anderen pelzigen, geschuppten und gefiederten Kollegen müssen sich ordentlich ins Zeug legen, um ihre Gäste zufriedenzustellen. Es gibt nämlich Gerüchte über ein anderes Hotel im Wald. Und dann erscheinen plötzlich auch noch ungebetene Gäste...

    Ich habe versucht, logisch zu denken - und deshalb mit der Frühlings-Folge begonnen. Tatsächlich ist das aber bereits Band 3 der Reihe, was sich aber nicht als gravierend herausstellte. Es werden zwar Anspielungen auf die Abenteuer der beiden vorherigen Folgen gemacht, aber die Handlung selbst ist in sich abgeschlossen, so dass das Hörvergnügen letztlich nicht getrübt wurde.

    Um allen zu beweisen, dass das Waldhotel das Beste ist - egal wer da ein Konkurrenz-Hotel eröffnen will - beschließt Gilles, der Herrn von Walde während dessen Urlaubs als Geschäftsführer vertritt, ein großes Blütenfest zu veranstalten. Die Gäste checken von nah und fern ein und wollen am Wettbewerb um das süßeste Ei oder um die schönste gepflückte Blüte teilnehmen. Mona Maus hat da als Zimmermädchen alle Hände voll zu tun.

    Mona Maus ist im Verhältnis zu ihrer Freundin, dem Eichhörnchen Tilde, recht klein, zeigt sich aber in vielen Dingen als sehr geschickt. Die Freundschaft von Tilde wird allerdings zunehmend getrübt. Nicht nur der Stress um das Blütenfest lässt ihnen kaum Zeit für private Dinge, nein, auch das kleine Eichhörnchen Henry sorgt dafür, dass Tilde kaum noch etwas anderes im Kopf hat. Der Kleine ist bei allen gern gesehen, auch wenn er viel Unsinn anstellt, braucht aber eben auch viel Aufsicht. Und immer wieder drängt sich Henry so ungewollt zwischen Mona und Tilda, was bei der kleinen Maus allmählich zu einem wachsenden Unmut führt.

    Sie fühlt sich von Tilde nicht mehr beachtet sondern irgendwie nur noch benutzt. Ihre Angst wächst, dass das Hotel sie womöglich gar nicht so sehr braucht wie sie dachte. Schließlich ist Henry jetzt Everybodys Darling. Was kann Mona nur tun, um wieder beachtet zu werden? Doch bald schon gibt es neue Sorgen: ungebetene Gäste werden von den Festlichkeiten angezogen. Und es zeigt sich, dass Monas Einfallsreichtum einmal mehr gefragt ist. Doch alleine - nein, alleine kann es ihr nicht gelingen, alle rechtzeitig vor der Gefahr zu retten?

    Ein nettes Hörbuch für Kinder habe ich da entdeckt (empfohlen für Kinder ab 7). Andreas Fröhlich liest die ungekürzte Fassung (2 Stunden und 56 Minuten) sehr unterhaltsam und mit passenden Nuancen in der Stimme. Untermalt wird die Erzählung von ruhigen musikalischen Einspielungen, was den Kapitelwechsel auf angenehme Art demonstriert.

    Gefallen hat mir vor allem, dass die Tiergemeinschaft rund um das Waldhotel nicht nur Friede-Freude-Eierkuchen-mäßig unterwegs ist, sondern dass auch negative Gefühle wie Angst oder Eifersucht eine Rolle spielen - kindgerecht behandelt. Insofern lässt sich das (Hör-)Buch ideal als Grundlage nehmen, um gemeinsam mit seinem Kind über derartige Gefühle und entsprechende Situationen zu sprechen. Dass die angespannte Situation letztlich aufgelöst wird, passt m.E. auch sehr gut zu dem Genre des Kinderbuchs.

    Ganz sicher halte ich noch nach weiteren Bänden der Waldhotel-Reihe Ausschau!

    © Parden

 

Vögel füttern, aber richtig

Buchseite und Rezensionen zu 'Vögel füttern, aber richtig' von Peter Berthold
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Vögel füttern, aber richtig"

Format:Taschenbuch
Seiten:176
EAN:9783440156933
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Rezensionen zu "Vögel füttern, aber richtig"

  1. Ganzjahresfütterung - ja, bitte!

    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Sep 2020 

    „So ist ein wunderbares Buch entstanden, das auf den heute verfügbaren wissenschaftlichen Grundlagen aufbaut und eindeutig zeigt: Vogelfütterung – sowohl als Winterfütterung und besser noch als Ganzjahresfütterung – leistet, verantwortungsvoll durchgeführt, einen überaus wertvollen Beitrag zum Vogelschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt.“ (Zitat Seite 5, Vorwort Heinz Sielmann)

    Thema, Inhalt und Umsetzung

    Dieses Sachbuch mit zahlreichen Farbfotografien ist ein umfassender, informativer Ratgeber zum Thema Ganzjahrsfütterung unserer gefiederten Gäste aus der heimischen Vogelwelt.

    Das über viele Jahre recherchierte Fachwissen ist wie folgt eingeteilt:
    Zunächst werden in zwei übergeordneten Kapiteln die Grundlagen dargelegt.
    Vögel füttern: es geht um den Artenrückgang und die Geschichte der Fütterung. Den Abschluss dieses Teiles bildet der Haussperling als detailliertes Beispiel.
    Was Vögel zum Leben brauchen: hier sind die wissenschaftlichen Grundlagen nachzulesen.

    Es folgt der umfangreiche Praxisteil.
    Vögel Füttern in der Praxis: hier geht es um Futterspender, die unterschiedlichen geeigneten Futterarten, eine Übersicht der Fütterung im Jahreslauf. Diesmal ist der Star das Musterbeispiel. Doch auch auf die nicht gewünschten Besucher des Futterplatzes wird Bezug genommen, auf die erforderliche Hygiene und auch Tipps, was bei kranken oder toten Vögeln zu tun ist. Ein umfangreicher Teil mit ergänzenden Maßnahmen vom vogelfreundlichen Garten bis zu geeigneten Nistplätzen beendet diesen Praxisteil.

    Den Abschluss bildet ein vierzig Seiten langes Porträt der heimischen Vogelarten, die an den Futterstellen zu beobachten sind, jeweils eine genaue Beschreibung, Ähnlichkeiten und Unterschiede für die Bestimmung werden durch zahlreiche Farbfotografien klar erkennbar.

    Am Buchende findet sich ein kurzer Serviceteil mit Quellenangaben und Adressen von Futtermittelherstellern.

    Fazit

    Ein praxisnaher Ratgeber, verfasst nach jahrelanger Forschung von Prof. Peter Berthold und seiner leitenden Assistentin Gabriele Mohr. Klar strukturiert und sehr verständlich und lesbar geschrieben, finden auch schon bisher überzeugte Ganzjahresfütterer wie ich viele neue, wichtige Informationen und Tipps. Ein Sachbuch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, um nachzulesen, oder einfach aus Freude an den vielen wunderbaren Fotografien.

 

Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte' von Josef H. Reichholf
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
Verlag:
EAN:9783446267794
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Rezensionen zu "Der Hund und sein Mensch: Wie der Wolf sich und uns domestizierte"

  1. Auf den Hund gekommen?

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 21. Sep 2020 

    Wie wurde der Wolf zum Hund?
    Warum wurde er Haustier?!
    Was sind die Folgen?

    Diesen Fragen versucht der Evolutionsbiologe und Zoologe Josef H. Reichholf in seinem Buch „Der Hund und sein Mensch“ auf den Grund zu gehen.
    Schon in der Einleitung berichtet der Autor von der besonderen Beziehung Mensch-Hund, vor allem aufgrund seiner persönlichen Erfahrung als Jugendlicher mit einem perfekt abgerichteten Polizeihund.
    Kam nun der Mensch auf den Hund, oder doch umgekehrt?

    Reichholf verfolgt den Ansatz, dass Wölfe die Annehmlichkeiten des Zusammenlebens mit dem Menschen erkennen und sich selbst domestiziert haben, nachdem die Beutetiere des Wolfes durch den menschlichen Jäger dezimiert waren. Die Sesshaftwerdung des Homo Sapiens und vor allem der Überschuss an Nahrung, der damit einherging, war somit „ein gefundenes Fressen“ für den Wolf.
    Evolutionsgeschichtlich führt Reichholf vom Steinzeitjäger bis zu den indischen Pariahunden, die mit den Slumbewohnern eine spezielle Symbiose eingehen. Die Selbstdomestikation des Hundes geht aber über eine reine Außenbeziehung hinaus, wodurch eine tiefe Beziehung des Hundes zum Menschen entstand.

    Dieser Beziehung widmet sich Reichholf in einem sehr persönlichen zweiten Teil des Buches und erzählt von Branko, der als Welpe zur Familie kam. Über den Mischling sagt Reichholf:
    „Branko war kein Wunderhund. Er war einzigartig wie jedes andere Hundeindividuum auch, das sich im Zusammenleben mit dem Menschen frei entfalten kann.“

    Hier mögen sich die Geister scheiden, aber was Reichholf „freie Entfaltung“ nennt, scheint mir einfach nur als „nicht erzogen“. Als Ratgeber für die richtige Hundehaltung ist dieser Teil des Buches jedenfalls nicht zu gebrauchen. Es ist schlicht die subjektiv gefärbte Geschichte eines Hundes und „seiner“ Menschen mit einigen Ärgernissen, wie beispielsweise einem Züchter, der eigentlich nur Vermehrer ist oder dass Branko einem extremen Stresslevel bei Trennung ausgesetzt war.

    „Die Katze ist arrogant und der Hund ist gierig.“ – ein dritter Teil, relativ kurzer Teil beschäftigt sich noch mit der Katze als Vergleichsfall. Nun, meine Buben Hund und Kater) hätten zu der vorhin genannten Aussage wohl ihre eigene Meinung.

    Mein Fazit: Der „spannende Wissenschaftskrimi“ spröde und spekulativ, die „berührende Beziehung“ erzeugt Mitleid mit dem Hund.

  1. Chance auf eine Beziehung

    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Sep 2020 

    „Über die Jahre, die ich mit Branko lebte, lösten sich manche Annahmen und Gewissheiten, die ich als Zoologe und Evolutionsbiologe über die Beziehung zum Hund mitgebracht hatte, in eine Vielzahl von Fragen und Ungewissheiten auf.“ (Zitat Seite 151)

    Thema und Inhalt
    In diesem Sachbuch geht es um die besondere Beziehung zwischen Hund und Mensch und die Frage, wie und warum sich der Wolf als Hund zum Weggefährten des Menschen entwickelte. Der Autor und Evolutionsbiologe nimmt uns mit auf eine Reise, die weit in der Vergangenheit beginnt, in der späten Eiszeit.

    Umsetzung
    Das spannend und verständlich geschriebene Buch ist in drei große Abschnitte geteilt: I Wie aus Wölfen Hunde wurden, II Die Beziehung zwischen Hund und Mensch, III Hund und Mensch – und Katze? Ein Ausblick.
    Eine Vorbemerkung umfasst die grundsätzliche Fragestellung, die in den nachfolgenden Texten aus verschiedenen Perspektiven untersucht und mit aktuellen Forschungsergebnissen dokumentiert wird. Ein Nachwort fasst nochmals die Überlegungen und die Gründe, warum dieses Buch entstanden ist, zusammen.

    Abschnitt I schildert die kontinuierliche Interaktion zwischen Menschen und Tieren, die bereits in der Steinzeit begonnen hat und deren Erforschung wissenschaftlich noch lange nicht abgeschlossen ist. Ein einzigartiges Beispiel dafür sind die Wölfe, die sich mit dem Homo sapiens in zwei ökologischen Formen weiterentwickelt haben, die wilden Wölfe und die Hundewölfe, und damit die Hundwerdung von Wölfen durch Selbstdomestikation.
    Abschnitt II beschreibt den Alltag des Autors mit dem Familienhund Branko, der als Welpe in die Familie kam, seine persönlichen Beobachtungen und praktischen Erfahrungen.
    In Abschnitt III geht es um den Vergleich der Ähnlichkeiten und der Unterschiede in der Beziehung Mensch-Hund und Mensch-Katze. Auch bei der Katze ist die Ausgangssituation die Selbstdomestikation, sie hat sich ebenfalls den Menschen angeschlossen, blieb aber unabhängig.

    Fazit
    In seinen Dankesworten am Ende des Buches schreibt der Autor, er hoffe, dass es immer mehr Hunden vergönnt sein möge, ein Leben mit den Menschen zu führen, das nicht auf strenger Dressur beruhe, sondern auf jener liebevollen Beziehung, zu der die Hunde befähigt sind. Es ist diese Einstellung des Autors und Evolutionsbiologen, die uns Leserinnen und Leser aus jeder Zeile dieses Sachbuchs erreicht. Teilweise nicken wir bestätigend, aber viele dieser interessanten Fakten sind neues Wissen und führen so auch zu einem besseren Verstehen des Wesens dieser besonderen Beziehung zwischen dem Hund und seinem Menschen.

 

Der Pflanzenarzt: Ein gesunder Garten ohne Chemie

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Pflanzenarzt: Ein gesunder Garten ohne Chemie' von Wadas, René
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Pflanzenarzt: Ein gesunder Garten ohne Chemie"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:288
Verlag:
EAN:9783499003028
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Rezensionen zu "Der Pflanzenarzt: Ein gesunder Garten ohne Chemie"

  1. Ein nützlicher Ratgeber

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 02. Jun 2020 

    Der Autor und Pflanzenarzt René Wadas erklärt in seinem Buch, wie man gegen Krankheiten bei Pflanzen vorgeht und wie man seinen Garten gesund hält, damit alles blüht und gedeiht. Dabei setzt er auf rein biologische Bekämpfungsmittel, denn meistens reichen Tinkturen aus Brennnessel, Rainfarn und Ackerschachtelhalm aus, um die Pflanzen gesund zu halten und sie zu stärken. Auch zeigt er auf, wie nützlich vermeintliche Schädlinge sein können.

    Ich habe mich sehr auf dieses Hörbuch gefreut, da wir einen großen Garten habe und ich mir nützliche Tipps erhoffte. Das besondere Augenmerk war hierbei eindeutig auf biologisch, denn chemische Mittel kommen bei uns nicht zum Einsatz.
    Der Sprecher Clemens Benke hat mir gut gefallen. Er hat lebendig und betont gesprochen, so dass mir nie langweilig wurde. Das Zuhören machte Spaß.
    Ein Sachbuch als Hörbuch war für mich neu, denn bisher habe ich nur Romane gehört. Deshalb bin ich offen heran gegangen. Allerdings muss ich sagen, dass ein Sachbuch mit wichtigen und nützlichen Tipps als Printexemplar eindeutig besser für mich ist. Dort kann ich Markierungen vornehmen und Zettel als Hinweis rein heften. Das ist bei einem Hörbuch nicht möglich und ich musste mir daher Notizen machen. Das war für mich das einzige Manko an diesem Hörbuch. Ansonsten fand ich die Beschreibungen sehr gelungen. Es gab nützliche Hinweise, wann und wie etwas im Garten zu erledigen ist, welche Pflanzen sich mögen und welche nicht, aber auch sehr interessante Einblicke in die Tier- bzw. Insektenwelt. Sehr erstaunlich, welchen Nutzen jedes einzelne Insekt hat. Besonders wertvoll fand ich die Tipps zur Stärkung der Pflanzen, damit sogenannte Schädlinge keinen oder nur einen geringen Schaden anrichten können.

    Ein nützlicher Ratgeber für einen biologischen Garten. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

 

Mitten im August: Der Capri-Krimi

Buchseite und Rezensionen zu 'Mitten im August: Der Capri-Krimi' von Ventura, Luca
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mitten im August: Der Capri-Krimi"

Format:Broschiert
Seiten:336
Verlag:
EAN:9783257300765
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Rezensionen zu "Mitten im August: Der Capri-Krimi"

  1. Eine tolle Atmosphäre

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Mai 2020 

    Der Inselpolizist Enrico Rizzi führt auf Capri eigentlich ein ruhiges Leben, denn er hat es nur mit kleineren Delikten zu tun. Doch dann wird mitten im August ein Toter an den felsigen Strand gespült. Für Rizzi ist es der erste Mordfall, den er aufklären muss.

    Das tolle Cover dieses Capri-Krimis aus dem Diogenes-Verlag hat mich sofort angesprochen. Auch die Beschreibung machte mich neugierig, und dass es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe handelte.
    Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ich bin nicht ins Stocken geraten, sondern konnte das Buch zügig fertig lesen. Sehr schön empfand ich die Beschreibungen der Umgebung und der Insel, das hätte ich toll vor Augen. Eine anschauliche Atmosphäre.
    Enrico Rizzi hat mir als Ermittler prima gefallen und ich hatte Freude, ihn bei seinem ersten Mordfall zu begleiten. Er wurde gut beschrieben und es gab auch passende Einblicke in sein Privatleben. Dadurch wurde er für mich zu einer präsenten Person, von der ich sehr gerne mehr lesen möchte.
    Der Fall war interessant und ich habe mich gefragt, was dahintersteckt. Auch ein aktuelles und wichtiges Thema findet einen passenden Platz in der Geschichte. Die Spannung baute sich jedoch erst allmählich, zum Ende hin auf. Statt eines reißerischen Krimis gab es hier viel Atmosphäre, nachvollziehbare Ermittlungsarbeit und einen sympathischen Polizisten. Das Ende bot eine kleine Überraschung und war insgesamt rund und schlüssig.

    Mir hat dieser atmosphärische Krimi gut gefallen und ich möchte gerne mehr von Rizzi lesen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

  1. Schöner Urlaubskrimi

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Mai 2020 

    Mit „Mitten im August“ von Luca Ventura kommt ein neuer Krimischauplatz bei Diogenes dazu. Die malerische Insel Capri ist die Heimat von Polizist Rizzi. Ein bodenständiger und sympathischer Charakter, der sehr mit der Landschaft verbunden ist. In seiner Freizeit hilft er seinem Vater auf dem bäuerlichen Anwesen und versucht ihn vom naturnahen Anbau zu überzeugen.

    Auch beruflich ist er herausgefordert. In einem Boot, das vor der Küste treibt, wird die von Stichwunden gezeichnete Leiche eines jungen Mannes gefunden. Es ist Jack Milani, Sohn eines Industriellen aus dem Norden, der sich als Straßenmusiker sein Geld verdiente. Jack spielte Hits von Cat Stevens und gab sich ganz als Lebenskünstler und Späthippie. Die junge Sofie, Studentin der Ozeanografie verliebt sich ihn und sie verbringen schöne Monate im Süden. Aber nun ist Jack tot und Sofie verschwunden. Sie ist ebenfalls tot oder ist sie vielleicht die Mörderin?

    Zwar übernimmt die Mordkommission in Neapel als übergeordnete Behörde die Ermittlungen, aber Rizzi ist damit nicht zufrieden, zu oberflächlich laufen die Untersuchungen für seinen Geschmack und er lässt nicht locker.

    Mit so einer malerischen Location ist bei einem Urlaubskrimi schon die halbe Miete drin und die Figur des Ermittlers Rizzi ist ebenfalls passend entworfen. Ein junger, ehrgeiziger Mann, der sich Gedanken um die Umwelt macht und auch sich auch beruflich nicht nur auf die einfachsten Lösungen verlässt. Ihm zur Seite steht Antonia Cirillo eine Frau, die nach privaten Problemen in den Süden strafversetzt wurde. Natürlich darf auch nicht der polternde und dümmliche Vorgesetzte nicht fehlen, der sich allein um die gute Presse und den Tourismus sorgt und ansonsten unsinnige Befehle erteilt. Hier rutscht die ansonsten ganz gut komponierte Geschichte ein wenig ins Klischeehafte ab.

    Ökologie und Umweltgedanken spielen nicht nur bei Rizzis bäuerlichen Aktivitäten eine Rolle, auch über die Meeresverschmutzung macht sich der Autor Gedanken und lässt sie in die Handlung einfließen. Das ist ein aktueller und interessanter Ansatz.

    Insgesamt passt der Krimi perfekt ins Genre der Bücher, die an malerischen Orten spielen und ein wenig Land und Leute als perfekten Hintergrund portraitieren, für mich selbst nenne ich sie „Urlaubskrimis“. Allerdings kann Luca Ventura – ich nehme an, es ist ein Pseudonym, das Authentizität vermitteln soll – keine neuen Akzente in diesem Genre setzen.

    Aber spannende und entspannende Stunden bietet der schön gestaltete Krimi auf jeden Fall und ich könnte mir weitere Folgen durchaus vorstellen. Entwicklungspotential ist jedenfalls da.

 

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