Meine ersten Wörter vom Bauernhof

Buchseite und Rezensionen zu 'Meine ersten Wörter vom Bauernhof' von Cornelia Frank
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Meine ersten Wörter vom Bauernhof"

Format:Pappbilderbuch
Seiten:12
EAN:9783473416974
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Rezensionen zu "Meine ersten Wörter vom Bauernhof"

  1. Spannend, niedlich und lehrreich

    Meine ersten Wörter vom Bauernhof ist ein Pappbilderbuch für Kinder ab 12 Monaten. Das besondere an dem Büchlein sind die Schiebeklappen. Durch das herausziehen der Klappen verändert sich das Bild auf der Seite. So ist das Schaaf plötzlich geschoren oder die Küken sind aus dem Ei geschlüpft.

    Die Illustrationen sind sehr niedlich und nicht zu abstrakt. Das Kind kann die gezeigten Tiere und Gegenstände als solche in der Realität wiedererkennen. Die einzelnen Bilder sind auch beschrieben. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass die Kinder der Gans, Gössel heißen. Toll, da habe ich auch gleich was gelernt.

    Das einzige, was ich zu beanstanden habe, ist die Stabilität der Seiten. Ich habe das Buch meinem 18 Monate alten Sohn überlassen und er hat es geschafft, seine Finger zwischen Seite und Klappe zu schieben und dann ist die Seite aufgerissen. Ich konnte sie leicht wieder kleben, aber da hätte ich mir etwas stabileres gewünscht. Nur deshalb, gab es nicht die volle Zahl an Sternchen.

    Das Büchlein ist wirklich sehr schön gestaltet und macht einfach Spaß.

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  1. Den Bauernhof sprachlich entdecken

    Bei der Arbeit auf dem Feld, auf der Weide oder im Stall: In der Landwirtschaft gibt es viel zu tun und oft spielen Tiere eine wichtige Rolle.

    „Meine ersten Wörter vom Bauernhof“ ist ein Bilderbuch von Cornelia Frank.

    Meine Meinung:
    Das Bilderbuch umfasst fünf Doppelseiten, die sich je einem bestimmten Bereich widmen. Jeweils rechts ist ein seitenfüllendes Bild zu sehen, jeweils links gibt es einzelne kleinere Abbildungen. Es richtet sich an Kleinkinder ab zwölf Monaten.

    Die Illustrationen stammen von Steph Hinton und Carol Herring. Sie sind zum Teil stark vereinfacht und unproportional, zum Beispiel was die Köpfe der Figuren angeht. Die Zeichnungen schauen aber niedlich aus. Sie sind zudem divers und bilden unterschiedliche Personen ab.

    Auf jeder Doppelseite wird der jeweilige Bereich mit zwei Zeilen beschrieben. Darüber hinaus stehen die entsprechenden Wörter neben den Abbildungen, beispielsweise „der Traktor“. Auch die Schieber beinhalten Vokabeln. Die ausgewählten Wörter passen gut zum Thema und sind - mit Ausnahme der „Gössel“ - nicht zu speziell. Sie eignen sich daher für Kleinkinder, die noch keinen großen Wortschatz haben. Die erklärenden Sätze sind leicht verständlich und damit ebenfalls altersgerecht.

    Thematisch ist das Bilderbuch nicht allumfassend, aber deckt die wichtigsten Bereiche ab: Feld, Weide, Bauerngarten, bei den Hühnern und den Schweinen. Der Fokus wird auf die Tiere und Fahrzeuge gelegt. Aber auch alltägliche Gegenstände wie Eimer und Gießkanne kommen vor. Die Chance, hier auch Obst und Gemüse in seiner Vielfalt darzustellen, bleibt größtenteils ungenutzt. Zum sprachlichen Einstieg in das Themenfeld Bauernhof ist das Bilderbuch aber dennoch hilfreich.

    Zu jeder Doppelseite und zum Cover ist rechts ein Schieber integriert. Durch ihn verändert sich das rechte Bild und es tauchen auf dem Schieber selbst weitere Abbildungen auf. Dieser Mechanismus, der ebenso wie die stabilen Seiten ausreichend robust ist, kam bei meinem Kind sehr gut an.

    Mein Fazit:
    Das Bilderbuch „Meine ersten Wörter vom Bauernhof“ eignet sich prima als Einstieg, um Kleinkinder im zweiten Lebensjahr mit der Arbeit in der Landwirtschaft sprachlich und optisch in Berührung zu bringen. Für ältere Kinder oder besonders wissbegierige Entdecker bietet dieses Buch dagegen zu wenig.

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Zugvögel: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Zugvögel: Roman' von Charlotte McConaghy
3.5
3.5 von 5 (6 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Zugvögel: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:400
EAN:9783596705207
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Rezensionen zu "Zugvögel: Roman"

  1. Wo fliegen sie denn hin?

    !ein Lesehighlight 2020!

    Klappentext:
    „Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis
    Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer.“

    Himmel, was war das ein geniales Buch! Autorin Charlotte McConaghy hat hier in meinen Augen ein echtes Meisterwerk niedergeschrieben. Ihr Wortwahl und ihr Sprachmelodie sowie ihre Intension diese Geschichte zu erzählen, ergeben eine wahrlich Verschmelzung und haben mich ab der ersten Seite gefangen genommen. Ihren Charakter „Franny“ kann man sehr gut verstehen und sich sehr gut in sie hineinversetzen. Man spürt regelrecht ihren Drang, den Vögeln auf die Spur zu kommen. Man will verstehen, genau wie Franny, warum sie dies tun, warum zieht es sie aus ihrer eigentlichen Heimat? Sind es Getriebene? Heimatsuchende? Liegt es alles wirklich nur am Klimawandel? Diese ganzen Fragen sind zumeist sehr zweideutig zu sehen und man sollte als Leser über den Tellerrand rausschauen und weiterdenken. McConaghy hat so eine wunderbare Form des Nachdenkens in ihrem Buch angegeben und somit hallt dieses Buch mehr als nach, wenn man es beendet hat. Aber nicht nur das. Franny wird zu einer Art Schützerin und man folgt ihr unheimlich gern. Ich mochte ihre Art und ihr Gefühl und Gespür für die Tierwelt. Dennoch reißt mein Lobgesang für dieses Buch noch nicht ab, denn ein wenig Spannung, Liebe und Abenteuer kommen ebenfalls dazu und geben der Geschichte die entsprechende Würze, die sie aber problemlos verträgt.
    McConaghy‘s Geschichte trägt enorm viel Aktualität in sich. Dieses Buch ist ein echter Schatz in der Buchwelt und verdient absolute 5 von 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung von mir. Ich bin restlos begeistert! Dieses Buch ist eine Reise zu sich selbst und das nicht nur für Protagonistin Franny....

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  1. Zugvögel

    Franny Stone will den letzten Küstenseeschwalben auf ihrem Zug nach Süden folgen. Um dies verwirklichen zu können, braucht sie ein Schiff. Zusammen mit Ennis und seiner Mannschaft macht sie sich auf den Weg.

    Charlotte McConnaghy erzählt hier Frannys Lebensgeschichte in Abwechslung mit den Abschnitten auf der Fahrt nach Süden. So lernt der Leser Franny und ihre Ängste, Leidenschaften und Ziele nach und nach kennen.

    Ich muss sagen, mir ist Franny fremd geblieben. Mir war sie zu spröde und vor allem zu unehrlich zu ihrer Umgebung. Sie erzählt eigentlich immer Geschichten, aber selten ihre wahren Gründe.

    Die Geschichte ist an sich gut geschrieben, allerdings fand ich das zeitliche Konstrukt tatsächlich irritierend. Es bleibt unklar wann, bzw. wo diese Geschichte spielt. Ist es unsere Zukunft oder eine Parallelwelt? Das Szenario, dass schon die meisten wilden Tierarten ausgestorben sind fand ich durchaus beängstigend, aber man erfährt nichts über die Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Nur dass es zu teilweise gewalttätigen Übergriffen auf Fischer kommt, wird erwähnt und ist auch Teil der Geschichte. Hier hätte ich mir mehr gewünscht.

    Von daher war es jetzt kein Buch für mich, ich würde es jetzt auch nicht unbedingt weiterempfehlen. Aber nur, weil es mir nicht zugesagt hat, heisst es ja nicht, dass es nicht anderen gefallen kann.

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  1. Eine Umweltschmonzette

    Dieses Buch erstaunt auf ganzer Linie. Es wollte wohl etwas Umweltdystopisches werden, hat aber ziemlich bald den Kurs verlassen und sich verlaufen. Was es letztendlich ist, kann ich gar nicht genau sagen. Auf jeden Fall spart es nicht mit großen Gefühlen.

    Da ist Franny, die tief trauert, die im Gefängnis war und die den Küstenseeschwalben folgt. Entgegen der Behauptung der Buchbeschreibung ist sie weder Ornithologin noch strebt sie irgendwelche tierschützenden Maßnahmen an. Sie hat ganz andere Gründe, sich in die Arktis aufzumachen. Das ist das Rätsel, das den Leser bei der Stange hält, während es hier auf mehreren Zeitebenen zur Sache geht. Es liegen so einige Rätsel auf dem Tisch. Nur werden die im Verlauf des Geschehens eher mehr als weniger.

    Die Reise und der Tierschutz sind eigentlich nur der Aufhänger, Frannys Vergangenheit und ihre große Liebe aufzuarbeiten, mit großen Gefühlen und einigem Pathos, wobei sie damit nicht alleine ist. Auch der Kapitän des Schiffes hat sein Päckchen zu tragen, hat riesige Hände und ist doch so hilflos.

    Was als abenteuerliche Dystopie begann mutiert zur allgemeinen Elegie über verlorene Liebe, Weltschmerz und das Sterben der Natur. An Dramatik und Kitsch wird nicht gespart. Zum Ende hin gibt es noch ein bisschen Action und eine halbgare Auflösung.

    Dieses Buch ist eine pathetisch geschriebene Schmonzette und tarnt das mit ordentlich Seeluft, ein bisschen Umweltkatastrophe und ganz viel Betroffenheit. Ich weiß nicht, womit ich gerechnet habe, damit auf jeden Fall nicht.
    Das Hörbuch wird sehr schön gelesen, dafür gibt es den zweiten Stern, allerdings keine Leseempfehlung.

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  1. Es gibt keine Vögel mehr

    Kurzmeinung: Ganz nett - mit einer halbgaren Protagonistin

    Der Roman „Die Zugvögel“ setzt die Geschichte einer jungen Frau, Franny Stone, zwischen den Ländern Irland und Australien nach ihrer Herkunft fahndet, in einem dystopischen Zusammenhang. Der Fischbestand hat sich so weit verringert, dass es alsbald verboten wird, auf Fang zu gehen, es gibt quasi keine Vögel mehr und die restliche Tierwelt ist ebenso bedroht. Insoweit ist das Artensterben mit ein Thema.

    Die junge Protagonistin, von deren Leben man bruchstückhaft immer mehr erfährt, hat es sich in den Kopf gesetzt, mit einem Fischerboot den letzten Zug der Seeschwalben von der Artis zur Antarktis zu verfolgen. Für diesen Zweck reist sie zuerst an den Ort, von dem aus diese letzten, übriggebliebenen Tiere voraussichtlich starten, beringt sie und stattet sie mit einem Pfeilsender aus. Nun sucht sie nach einem Schiff, das ihr Vorhaben unterstützen wird und trifft auf eine mürrische Crew.

    Der Roman, der teilweise auf See spielt, wirkt exotisch. Dazu trägt die dystopische Sicht natürlich nicht wenig bei, aber auch die Figur der Fanny selbst, die, so wird dem Leser bald klar, ein Trauma zu überwinden hat, nachtgesichtig ist und schlafwandelt.

    Das Thema ist fesselnd, aber die Autorin hat auch so manche Längen im Roman stehen gelassen, der einfach manchmal auf der Stelle tritt. Die Protagonisten handeln für meinen Geschmack etwas zu traumwandlerisch.

    Fazit: Die etwas andere Dystopie, gleichwohl ist es eine.

    Kategorie: Dystopie
    Verlag: Fischer, 2020

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  1. Die Frau mit den Wanderfüßen...

    Auf das Buch bin ich durch die hübsche Aufmachung aufmerksam geworden und nach der Leseprobe war klar, dass ich diesen Zukunftsroman unbedingt lesen möchte.

    In der Geschichte begleiten wir Franny in einer nicht allzu weit entfernten Zukunft, in der bereits zahlreiche Tierarten nicht mehr existieren. Sie beschließt den Küstenseeschwalben ein letztes Mal zu folgen. Wird diese Reise ihr Ende oder einen Neuanfang bedeuten?

    Zunächst einmal muss ich von dem unglaublich fesselnden Schreibstil der Autorin schwärmen. Sie hat so wundervolle sprachliche Bilder geschaffen, dass es einem sehr leicht fällt sich die Situationen vorzustellen.

    Während die erste Hälfte des Romans nur aus Mysterien und diversen Puzzlestücken eines Lebens besteht und man beim Lesen immer nur noch mehr Fragezeichen im Kopf tanzen hat, lösen sich diese nach und nach auf. Man beginnt zu verstehen, bekommt Vermutungen bestätigt oder widerlegt.

    Franny als Figur ist schon etwas anderes als du und ich. Ihre Kindheit war nicht die leichteste und die Vergangenheit verfolgt sie auf Schritt und Tritt. Ich brauchte recht lange, um emotional an sie heranzukommen und sie zu verstehen. Wahrscheinlich war dies von der Autorin so gewollt, dass die Hauptakteurin und der Roman an sich lange Zeit ein Rätsel bleiben.

    Die Crew auf dem Schiff war schon ein cooler, bunt gemischter Haufen, allerdings bleibt die Autorin bei diesen Nebenfiguren sehr an der Oberfläche.

    Als es zu den Auflösungen kommt, werden einem einige Überraschungen geboten, die man so in keinem Fall erwartet hat. Leider werden diverse Fragen gar nicht beantwortet, vieles auch recht unschlüssig aufgelöst. Irgendwie hat für mich so einiges logisch keinen Sinn ergeben.

    Zudem muss ich anmerken, dass ich beim Lesen zu keiner Zeit das Gefühl hatte, dass man sich in der Zukunft bewegt, da das Setting eher so dargestellt war wie unsere Gegenwart, wenn nicht sogar zwanzig Jahre zuvor.

    Fazit: Eine Roman, der mich sprachlich umgehauen hat, aber inhaltlich nicht vollends überzeugen konnte. Daher kann ich nur bedingt eine Leseempfehlung aussprechen.

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  1. Unvergessliches, sehr emotionales Leseerlebnis

    MEINE MEINUNG
    Mit „Zugvögel” hat die australische Autorin Charlotte McConaghy einen bemerkenswerten Roman vorgelegt, der mit seiner erschütternden Thematik und Intensität unter die Haut geht und sehr nachdenklich stimmt. In ihrem Roman ist McConaghy ein abwechslungsreicher und faszinierender Genremix aus bewegendem Familiendrama, unterhaltsamen Abenteuerroman, wunderschönem Nature Writing, bedrückender „Climate Fiction“und schockierendem Endzeitroman gelungen.
    Behutsam führt uns die Autorin in das beklemmende und erschreckend realistisch wirkende Setting ihrer in einer nahen Zukunft angesiedelten Geschichte ein und es dauert eine Weile bis man voller Beklommenheit erkennt, dass wegen des Klimawandels nicht nur einzelne Tierarten vom Aussterben bedroht sind, sondern dass die komplette Tierpopulationen betroffen ist und Fische, Reptilien, Affen, Bären, Großkatzen oder Wölfe fast völlig aus ihrem Lebensraum verschwunden sind. Sogar Wälder stehen vor dem totalen Kollaps und werden in einigen Jahren nicht mehr existieren, so dass es Wartelisten für Naturliebhaber gibt, um diese noch ein letztes Mal besuchen zu dürfen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die etwas seltsame Protagonistin Franny Stone, die sich in den Kopf gesetzt hat, die letzten Küstenseeschwalben auf ihrer möglicherweise letzten beschwerlichen Reise von Grönland bis zur Antarktis zu folgen. Alles setzt sie daran, um an Bord der Saghani, eines der wenigen verbliebenen Fischereiboote, zu kommen sowie Kapitän und Crew davon zu überzeugen, den mit Peilsendern markierten Vögeln auf ihrer „Wanderung“ Richtung Süden zu folgen – in der Hoffnung, dass diese sie zu großen Fischschwärmen und einem ertragreichen Fang führen.
    Es dauerte eine ganze Weile, bis ich in die recht düstere Erzählung hineingefunden habe und insbesondere mit der sehr außergewöhnlichen Protagonistin und Ich-Erzählerin, ihrer zunächst unverständlichen Getriebenheit und ihren dunklen Geheimnissen warm wurde. Doch dann konnte ich mich der enormen Sogwirkung dieser eindringlichen, bisweilen verwirrenden und aufwühlenden Geschichte nicht mehr entziehen. Bald war ich völlig von der dichten, melancholischen Stimmung und den atemberaubenden Naturbeschreibungen gefesselt.
    Franny ist ein vielschichtiger, schwieriger und sehr ambivalenter Charakter, der von den Schatten der Vergangenheit gezeichnet ist und oft von ihren irritierenden Seelenzuständen und düsteren Obsessionen in die Tiefe gezogen wird. Sehr eindringlich bringt sie uns Frannys unentwegten Kampf gegen ihre inneren Dämonen näher und konfrontiert uns mit den Abgründen ihrer instabilen Psyche. Geschickt präsentiert die Autorin in den eingestreuten Rückblenden schrittweise Einblicke in Frannys tragische Vergangenheit und leidenschaftliche, impulsive Ehe mit dem Wissenschaftler Niall, so dass immer mehr Geheimnisse aber auch traumatische Ereignisse und Verluste ans Licht kommen. So beginnt man allmählich die Hintergründe für Frannys fatale „Wanderlust“ zu verstehen, bewundert ihre Stärke und leidet mit ihren Qualen. Schließlich begreift man auch den Beweggrund für ihre besessene Jagd nach den letzten Vögeln der Welt, mit der sie sich eine letzte Chance auf persönliche Erlösung und Selbstvergebung erhofft.
    Sehr faszinierend sind auch die übrigen, teilweise sehr exzentrischen Charaktere der Crew des Fischerboots, die auf ihre Weise alle sehr »speziell« und mit vielen Ecken und Kanten sind und ihre besondere Rolle während ihrer oft herausfordernden und lebensbedrohlichen Reise übernehmen.
    Die Autorin beendet ihren aufwühlenden und eindringlich geschriebenen Roman trotz aller Düsternis mit einem berührenden und hoffnungsvollen Ausklang, der sehr nachdenklich aber auch versöhnlich stimmt.

    FAZIT
    Ein eindringlicher, bewegender Roman mit einer aufwühlenden, sehr bemerkenswerten Geschichte und einer faszinierenden Heldin.
    Ein herausforderndes, aber unvergessliches Leseerlebnis!

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Virus: Die Wiederkehr der Seuchen

Buchseite und Rezensionen zu 'Virus: Die Wiederkehr der Seuchen' von Nathan Wolfe
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:336
EAN:9783499626920
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Rezensionen zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

  1. Betrifft uns jetzt.

    Wie abgebrüht muss man sein, um in dieser Pandemiezeit, die inzwischen alle Lebensbereiche beeinflusst und über die wir täglich in den Medien die neuesten Entwicklungen vernehmen, auch noch ein Sachbuch zu lesen, das sich mit Seuchen aller Art ausführlich beschäftigt? Nun ja, ziemlich!

    Aber so panne ist es nun auch wieder nicht. Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel "The viral storm", 2012 dann auf deutsch und wurde jetzt im Juni 2020 vom Rowohlt Verlag, mit dem Rückentexthinweis auf Covid19 neu aufgelegt. Allerdings scheint nur der Umschlag einen neuen Anstrich bekommen zu haben, denn die Erzählungen brechen 2011 ab und es werden zwar erstaunlich gute Tipps für baldige zukünftige Pandemien gegeben, vieles scheint wie die Faust aufs Auge des Corona Virus aus 2019 zu passen, aber die aktuelle Lage wird nicht besprochen, das Virus hat sich nur namentlich aufs Cover verirrt.

    Zuerst gibt es eine kleine Lektion in Biologie. Bakterien, Pilze und Pflanzen besitzen Zellen und können sich selbständig vermehren, Viren und Prionen sind auf Wirtszellen angewiesen, damit sie einen ordentlichen Stammbaum bekommen. Viele sind harmlos, manche sind sogar von Vorteil, ein paar krankmachende Rüpel aber verderben allen den Ruf. Die zu entdecken und zu bekämpfen, ohne auf allen Ebenen tabula rasa zu machen, das ist Wissenschaft.

    Und die Wissenschaft musste sich anstrengen. Sie musste nicht nur im tiefsten Kongo schauen, welche Mikrobiome dort den Menschenaffen scheinbar verschonen, um dann beim Verzehr von Bushmeat beim Menschen gnadenlos zuzuschlagen, sie musste auch verstehen, was den Menschen so anfällig macht und was der Sapiens seitdem alles falsch macht.

    Denn seien wir mal ehrlich, Seuchen hat es schon früher gegeben und aus heutiger Sicht fällt es uns leicht, mit dem Finger auf die Fehler zu zeigen, die uns jetzt niemals mehr unterlaufen würden... wenn es denn so einfach wäre und wir ab sofort auf Urlaub, Sofortlieferungen, Familienzuwachs und vieles mehr verzichten würden. Unsere Welt ist hoffnungslos vernetzt, unsere Wirtschaft hängt wie Bandsalat zusammen, immer mehr Menschen drängen sich auf engstem Raum und der größte Teil der Bevölkerung wird abgehängt. Abgehängt von sauberen Trinkwasser, abgehängt von Hygienestandards und medizinischer Vorsorge und abghängt von regulären Märkten. So enstehen Brennpunkte, in denen Seuchen ausbrechen und mit immer schnellerem Tempo die ganze Welt umrunden können.

    Mit viel Sachverstand führt uns Wolfe durch die frühe Menschheitsgeschichte, klärt über Fachbegriffe auf, beschreibt, was er und seine Kollegen tun, damit Seuchen verstanden und eingedämmt werden können und macht Vorschläge, wie eine zukünftige, weil immer dringender werdende Arbeit der Länder und Behörden aussehen könnte. Aber ein Großteil des Buches befasst sich auch mit erstaunlichen Sidesteps, die mich auf den gut 300 Seiten bei Laune gehalten haben, zwar nur sekundär dem Thema geschuldet, aber für ein umfassendes Verständnis wirkungsvoll schienen.

    Natürlich wirbt der Virologe Nathan Wolfe zum Schluss für mehr Geld und Aufmerksamkeit in seinem Fachgebiet (vermutlich fließt das Geld seit diesem Jahr). Die Wichtigkeit für Mensch und Wirtschaft dürfte inzwischen jedem einleuchten, aber sein Vorschlag sämtliche Social Media Kanäle zu überwachen und so zukünftige Ausbruchsherde schneller identifizieren zu können, hat dann doch bei mir einen kleinen roten Alarmknopf anspringen lassen.

    Alles in allem aber ist es ein vernünftiges Buch von einem Fachmann, unaufgeregt, aber doch eindringlich und gänzlich ohne Verschwörungstheorien.

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Verwobenes Leben

Buchseite und Rezensionen zu 'Verwobenes Leben' von Merlin Sheldrake
NAN
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Inhaltsangabe zu "Verwobenes Leben"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:464
EAN:9783550201103
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Water Rising - Im Sog der Verschwörung

Buchseite und Rezensionen zu 'Water Rising - Im Sog der Verschwörung' von  Loewe Jugendbücher
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Water Rising - Im Sog der Verschwörung"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:544
Verlag: Loewe
EAN:9783743209640
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Das Meer: Roman (Iberisches Panorama)

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Meer: Roman (Iberisches Panorama)' von Blai Bonet
NAN
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Inhaltsangabe zu "Das Meer: Roman (Iberisches Panorama)"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:280
EAN:9783966750202
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Tauben: Ein Portrait (Naturkunden)

Buchseite und Rezensionen zu 'Tauben: Ein Portrait (Naturkunden)' von Judith Schalansky
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Tauben: Ein Portrait (Naturkunden)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:159
EAN:9783751802048
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Rezensionen zu "Tauben: Ein Portrait (Naturkunden)"

  1. La colomba

    Klappentext:

    „Die Taube ist nicht nur das älteste, sondern auch das umstrittenste Haustier der Menschheit: als Heilsbringerin und Symbol des Heiligen Geistes verehrt, als Fassadenbeschmutzerin bekämpft, zum Champion im Fernflug herangezüchtet und als angebliche Plage vergiftet. Man braucht schon das Heimfindevermögen militärisch ausgebildeter Brieftauben, um in diesem Dickicht von Widersprüchen nicht die Orientierung zu verlieren – oder auch das Know-how des Taubenpaars, das für Aschenputtel selbstlos die guten Linsen ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen sortierte. Tatsächlich dürfte es die Kropfmilch sein, mit der sowohl Täubin als auch Tauber ihren Nachwuchs versorgen, die es den verwilderten Nachfahren domestizierter Tauben erlaubt, in den zugigen Nischen von Hochhäusern zu brüten und mit ihrer erstaunlichen Masse, ihrer Sichtbarkeit und ihrer zupickenden Art die alte Frage »Wem gehört die Stadt?« lautstark gurrend zu beantworten. Karin Schneider verfolgt den Sturzflug von der himmlischen Friedensbotin, deren Nachkommen als Ratten der Lüfte gebrandmarkt den Müll der Metropolen durchstöbern, mit Scharfsinn und Empathie für die urbanen Außenseiter.“

    Autorin Karin Schneider bietet dem Leser hier eine sehr anschauliche Betrachtung über Tauben. Gern werden sie als nervtötend, dreckig und als Plage bezeichnet aber hinter diesen Geschöpfen verbirgt sich ein besonderer Vogel. Neben einerseits biologischen Parts erzählt Schneider hier auch etwas über die Bedeutung, die Mythologie des Vogels. Ihre Beschreibungen und Erläuterungen sind dabei sehr gut verständlich und flüssig notiert. Ihre Wortwahl ist treffend und punktgenau, viele bildhafte Momente tauchen auf und wir lernen die Taube von einer anderen Seite kennen. Die (Hobby-)Ornithologen unter uns werden hier zwar nichts Neues erfahren aber dennoch tut es gut, so ein schönes Loblied über diesen Vogel zu erlesen. Schneider macht sehr deutlich wie verkannt dieser Vogel eigentlich ist und sind ein kleines und gurrendes Loblied mit diesem Buch auf die Taube…

    Optik und Haptik entsprechen der Reihe aus dem Verlag und es reiht sich perfekt in diese Sammlung ein. Das Format des Taschenbuches ist hierfür sehr gut gewählt und es ist dennoch hochwertig aufgemacht.

    Ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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Der Schneeleopard (Naturkunden)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Schneeleopard (Naturkunden)' von Judith Schalansky
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Schneeleopard (Naturkunden)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:330
EAN:9783957579508
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Rezensionen zu "Der Schneeleopard (Naturkunden)"

  1. Auf der Suche nach dem Hüter der Stille

    Klappentext:

    „Im Herbst 1973 bricht Peter Matthiessen mit dem Biologen George Schaller in die höchsten ganzjährig bewohnten Bergtäler der Erde auf: ins nepalesische Dolpo. Hier trotzen Menschen und Tiere extremen Bedingungen ein Leben voller Schärfe und Kontur ab. Und seit Jahrhunderten blüht hier eine Tradition des tibetischen Buddhismus. Schaller will das Brunftverhalten hochalpiner Blauschafe dokumentieren, Matthiessen die Trauer über den Krebstod seiner Frau verarbeiten. Beide verbindet die Faszination für den geheimnisvollsten Bewohner des Dolpos: den Schneeleoparden.“

    Ich muss zugeben das mich Titel und Inhalt etwas stutzig gemacht haben, denn die Geschichte „Der Schneeleopard“ von Sylvain Tesson behandelt nichts anderes wie diese Geschichte hier von Peter Matthiessen. Beide flüchten Richtung Nepal zur Sinnsuche und zum ablenken der großen menschlichen Probleme mit sich selbst und wollen den Meister der Leoparden finden: den Schneeleopard. Oder findet er sie?! Sind sie wirklich auf der Suche nach ihm? Unbedingt lesen!

    Dennoch muss man klar herausstellen, dass Matthiessen hier diese Reise schon viel früher, vor knapp 50 Jahren, angetreten hat und da war von dem Wort „Achtsamkeit“ kaum die Rede. Er war seiner Zeit, was dieses Thema betrifft, weit voraus.

    Neben seinen Erlebnissen und Sichtweisen erleben wir Leser auch die Natur mit ihren Gefährten. Diese Beschreibungen werden gleichzeitig zum Sinnbild für Ruhe, Ausgeglichenheit und zur Einkehr zu sich selbst. Andere gehen ins Kloster oder beichten, Matthiessen ging dafür nach Nepal. Ein weiterer Begleiter dieser ruhesuchenden Menschen wird George Schaller. Der Biologe ist auf einem Tripp und will Untersuchungen anstellen.

    Als beide dann mit dem Schneeleoparden in „Berührung“ kommen, wirkt dies auf den Leser wie ein Trostpflaster bzw. wie eine Auflösung der gesamten Schwere - aber dies natürlich nur im Inneren der Seelen.

    Sprachlich ist dieses Buch einerseits anspruchsvoll aber anderseits auch authentisch zur damaligen Lage bzw. einfach nur passend zur Situation. Manchmal braucht es nicht vieler Worte um zu verstehen.

    Parallelen zu Sylvain Tesson sind durchaus da und gegeben. Beide haben „ihre Bekanntschaft“ mit dem Hüter des Schnees, dem Schneeleoparden, gemacht, aber jeder hat seine Erfahrungen dabei gewonnen.

    Noch kurz zur Optik und Haptik: der Verlag versteht es einfach hochwertige Bücher mit tiefsinnigen Inhalt herzustellen. Der feste Einband hat nicht nur ein tolles Cover sondern auch eine feste Haptik. Die Buchseiten und die Bindung von sehr guter Qualität und erklären auch den Preis dieses Werkes.

    Ein besonderes Buch mit besonderer Botschaft - 5 von 5 Sterne!

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Naturschutz

Buchseite und Rezensionen zu 'Naturschutz' von Enric Sala
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Naturschutz"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
EAN:9783866907669
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Rezensionen zu "Naturschutz"

  1. „Ich muss nur noch schnell die Welt retten...“

    Klappentext:

    „Enric Sala will die Welt verändern – und in diesem fesselnden Buch zeigt er uns, wie. Wenn wir erst einmal begriffen haben, wie die Natur funktioniert, werden wir verstehen, warum Naturschutz wirtschaftlich klug und für unser Überleben unerlässlich ist. Seine Enthüllungen sind überraschend, manchmal kontraintuitiv: Mehr Haie signalisieren einen gesünderen Ozean; die Vielfalt der Nutzpflanzen, nicht die intensive Monokulturhaltung, ist der Schlüssel zur Ernährung des Planeten.

    Dieses kraftvolle Buch wird die Art und Weise verändern, wie Sie über unsere Welt – und unsere Zukunft – denken!“

    Ich mag Weltveränderer und Perfektionisten. Enric Sala zeigt uns in diesem Buch mit voller Inbrunst und hundertprozentiger Überzeugung wie er „die Welt retten“ würde, wenn er könnte, bzw. wie wir alles etwas dazu beitragen könnten, wenn wir einfach nur ein wenig achtsamer durch diese Natur gehen. Mit seinen Ansichten und Erzählungen öffnet er dem Leser die Augen, falls dieser es bis jetzt immer noch nicht getan hat. Der Buchtitel verrät eigentlich schon alles, denn fest steht: die Natur gehört der Natur und diese kann sich regenerieren wenn wir Menschen uns endlich nicht mehr einmischen. Sala hat hier und da einen mahnenden Ton am Leib und das darf er auch bei diesem Thema. Man spürt in jedem Satz seine Begeisterung für die Erhaltung der Artenvielfalt und zeigt uns anhand bewegender Beispiele was wäre wenn….Dieses Buch war großartig und ging mir sehr unter die Haut! Ich kann es nur empfehlen! Wir werden nicht gleich den Klimawandel damit stoppen können, aber definitiv kann jeder von uns dazu beitragen, etwas zu ändern und die Natur wieder Natur sein zu lassen.

    Ein großartiger Appell der von jedem gelesen werden sollte! 5 von 5 Sterne!

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