Bildband: Subterranea

Buchseite und Rezensionen zu 'Bildband: Subterranea' von Chris Fitch
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Bildband: Subterranea"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag:
EAN:9783954163526
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Rezensionen zu "Bildband: Subterranea"

  1. Verborgene Welten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Mai 2021 

    Klappentext:

    „Würde sich der Boden unter unseren Füßen auftun, wir wären überwältigt von den Entdeckungen unter uns. Seien es der FluchtTunnel 57 in Berlin, die unterirdische Stadt Derinkuyu in Kappadokien oder die neuseeländische Waitomo Cave, die für ihre Glowworms berühmt ist. Dieser Bildband unternimmt eine Reise durch die Natur und Menschheitsgeschichte zu den Mysterien »unter uns«, erzählt in spektakulären Fotografien, aufwändigen Illustrationen und detailreichen Karten.“

    Es befindet sich so viel mehr unter unseren Füßen als wir denken. Chris Fitch zeigt uns hier Fotos auf, wo man nicht so recht weiß, ist das jetzt noch Realität oder ein fremder Planet?! Seine Aufnahmen sind gigantisch, die Brillanz der Bilder eine besondere. Die Geschichten zu den Örtlichkeiten und zu ihren Entstehungen klingen eher wie aus einem Fantasy-Buch aber nicht unbedingt nach Wirklichkeit. Man ist einfach nur fasziniert als Leser und der Lesesog kommt hier ganz automatisch. Hier tun sich Welten auf, wo niemand gedacht hätte, das es so etwas überhaupt gibt. Wir erleben Höhlen von nie gekanntem Ausmaß...einfach nur irre! 5 von 5 Sterne!

 

Die Wikinger

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Wikinger ' von  Matthias Toplak
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Wikinger "

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:136
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806242904
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Rezensionen zu "Die Wikinger "

  1. Wikinger

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Apr 2021 

    Klappentext:

    „...Die Wikinger gelten als wilde, barbarische Seekrieger, die im Mittelalter aus Skandinavien über die Dörfer und Städte Europas hereinbrachen. Sie raubten der Bevölkerung ihren Besitz und plünderten Kirchen und Klöster. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit....“

    Wenn man im Norden wohnt, begegnen einem die Vermächtnisse immer wieder, manchmal sieht man sie, manchmal nicht. Die Zeichen der Wikinger sind überall verstreut. In diesem Buch von Archäologe Matthias Toplak erfahren wir Leser kurz und bündig auf wenigen Seiten das Wichtigste was wir wissen müssen zum Thema. Toplak untermalt sehr viel mit Bildern und lässt seine Worte damit wunderbar aufzeigen. Schnell merkt man aber, das Toplak viele Dinge hinterfragt und er als Forscher die Dinge gern auch aufklären und belegen will. Zudem nimmt er sich den Mythos vor, Wikinger seien die „bösen Männer aus dem Norden“, grobschlächtig, gewaltbereit und furchteinflößend. Was ist dran?

    Dieses Buch beinhaltet sehr viel Wissen über Waffen, Schiffbau und Co. und wenn man sich die Fundorte verschiedener Dinge genauer betrachtet, lohnt eine Reise in die dortigen Museen um ein weiteres.

    Die Wikinger waren ein „Völkchen“ für sich und Toplak zerpflückt dieses Volk sehr unterhaltsam und kurzweilig - ein sehr informatives Buch in dem nur ein begrenzter Teil Wissen steckt, dieser aber dafür wunderbar recherchiert. Ich vergebe 4 von 5 Sterne!

 

Al-Aqsa oder Tempelberg

Buchseite und Rezensionen zu 'Al-Aqsa oder Tempelberg' von Joseph Croitoru
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Al-Aqsa oder Tempelberg"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:365
Verlag: Beck C. H.
EAN:9783406765858
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Rezensionen zu "Al-Aqsa oder Tempelberg"

  1. Lesenswert!

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Mär 2021 

    Klappentext:
    „Tempelberg für die Juden, drittwichtigstes Heiligtum für die Muslime: Der Komplex aus Felsendom, Al-Aqsa-Moschee und Klagemauer ist der geheimnisvollste und umstrittenste heilige Ort der Welt. Joseph Croitoru erzählt seine 3000-jährige Geschichte und schildert, wie der Streit um Jerusalems heilige Stätten seit dem 19. Jahrhundert immer weiter eskaliert ist. Inzwischen planen jüdische Eiferer einen "dritten Tempel", der Widerstand der Muslime wird mit Polizeigewalt unterdrückt. Der uralte Ort des Gebets wird zur Zeitbombe.

    Sommer 1981: Auf der Suche nach der verschollenen Bundeslade gräbt sich Rabbiner Jehuda Getz durch den heiligen Felsen und stößt auf ein altes Gewölbe. Kaum herausgeklettert, entdecken ihn Muslime im Seitenraum der Moschee. Es kommt zu Handgreiflichkeiten, zum Generalstreik und beinahe zur internationalen Krise. Der Streit um den Tempelberg hat längst sein Inneres erreicht. Ein jüdischer Tunnel zur Klagemauer sorgte in den 1990er Jahren für Aufstände. Parallel dazu bauten die Muslime die unterirdischen "Ställe Salomos" unter jüdischem Protest zur Wintermoschee aus. Archäologen durften 60 Tonnen Aushub auf einer Schutthalde sichten. Grabungen sind ihnen nicht erlaubt. Joseph Croitoru erzählt auf der Grundlage zahlreicher hebräischer und arabischer Quellen die dramatische Geschichte eines Kampfes, der seit der Antike mit religiösen und politischen Heilserwartungen aufgeladen ist, mit Aufständen, Waffengewalt, Pilgerfahrten und Gebeten geführt wird und für den heute weniger denn je eine Lösung in Sicht ist.“

    Ich bin völlig frei an dieses Buch herangetreten und wollte mich einfach überraschen lassen. Man kennt den Tempelberg und dessen Bedeutung, aber nun so genau hinblicken zu dürfen, war ein echtes Highlight von Autor Joseph Croitoru. Wie im Klappentext bereits geschrieben, geht er auf Grundlage zahlreicher Quellen an dieses Thema heran und allein dies wird hier dem Leser verständlich und ohne großes Vorwissen rübergebracht. Wir erfahren einerseits den geschichtlichen Teil und auf der anderen Seite den politischen Aspekt. Der Tempelberg ist so viel mehr und wird immer wieder überzogen mit dem Bösen, dafür brauch man keiner Religion angehören um dies zu verstehen. Wichtig sei hier vermerkt, das die Zeit Anfangs des 20. Jahrhunderts intensiv beleuchtet wird, wer hier weiter in die Geschichte reisen will, muss sich anderer Lektüre bedienen. Wie bereits von einigen Rezensenten ebenfalls mokiert wurde, fehlt es an kulturellen Aspekten. Dieses Thema geht in den geschichtlichen Beschreibungen doch etwas unter.
    Wie gesagt, dieses Buch beleuchtet nur einen gewissen Teil der historischen Geschichte des Tempelbergs und da sollte vor dem Kauf bedacht werden.
    Alles in allem aber sehr lesenswert und wissensgeballt - 4 von 5 Sterne.

 

Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians

Buchseite und Rezensionen zu 'Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians' von  Peter Heather
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806238921
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Rezensionen zu "Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians"

  1. Spätantike Geschichte, fundiert dargeboten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Mär 2021 

    Lange habe ich gezögert, mir dieses Buch zuzulegen, doch nun hat die Wissenschaftliche Buchgesellschaft eine kostengünstigere Paperback-Ausgabe herausgegeben. Und vorweg: ja, die Anschaffung und Lektüre hat sich gelohnt.

    Peter Heathers Studie "Die letzte Blüte Roms. Das Zeitalter Justinians" stellt im Schwerpunkt die Regierungsjahre (525-565 n.Chr.) dar, eine Zeit, in der es kurze Zeit so aussah, als könne das alte römische Reich wiederaufleben. Gut ein halbes Jahrhundert nach dem Untergang des Weströmischen Reiches eroberte das Byzantinische (Oströmische) Reich in den Vandalenkriegen die reichen nordafrikanischen Provinzen zurück, um danach dem Gotenreich in Italien den Garaus zu machen, einem langwierigen, verlustreichen, aber letztendlich von Erfolg gekröntem Unterfangen. So gesehen kann man tatsächlich von der letzten Blüte Roms sprechen. Aber was war der Preis dafür? Und war es ein Programm, dem Justinian folgte? Das sind die beiden Leitfragen, denen Heather in seiner Studie nachgeht. Die Antworten sind ambivalent. Was die Frage nach dem Programm betrifft, so beantwortet sie Heather mit einem klaren Nein. Jusinian war weniger ein Gestalter als ein Getriebener, wie so viele seiner Vorgänger und auch Nachfolger musste er ständig seine Daseinsberechtigung als Kaiser nachweisen und sich gegen potentielle Mitbewerber durchsetzen. Dazu brauchte es Erfolge, um so mehr, als dass das Regime beim Nika-Aufstand am Rande des Abgrundes stand. Verluste/ausbleibende Erfolge in den Auseinandersetzungen mit den Persern an der Ostgrenze, religiöse Spannungen wegen des Konzils von Calchedon, in dem es um die Frage der göttlichen und menschlichen Natur Jesus ging, die aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar sind, entluden sich in diesem Aufstand der Zirkusparteien, der buchstäblich in letzter Sekunde niedergeschlagen wurde. Und damit beginnt das bis heute bekannte uralte Spiel: Um von innenpolitischen Problemen abzulenken, wird ein Krieg inszeniert. Und da traf es sich eben gut, dass die Perser sich auf einen längeren Waffenstillstand einließen und dass Nachfolgestreitigkeiten im Vandalenreich den Byzantinern Anlass zum Einschreiten gab. Und da das mit eher unklarem Auftrag gestartete Herr gleich nach der Landung in Nordafrika große Erfolge erzielte, beschloss der verantwortliche Feldherr Belisar, gleich das Königreich der Vandalen zu zerschlagen und dem römischen Reich wieder einzugliedern. Damit war der nächste Schritt fast vorprogrammiert, der über Sizilien nach Italien, wobei auch hier die Auseinandersetzungen um die Nachfolge Theoderichs den Vorwand für das Einschreiten der Byzantiner abgaben.Selbstredend verschafften diese militärischen Erfolge Justinian den Rückhalt in seinem Reich, den er brauchte, auch um die nach wie vor schwelenden relgiösen streitereien zu beenden.

    Was die Frage nach dem Preis betrifft: es war ein verdammt hoher. Unzählig ist die Zahl der durch die Kriege Getöteten oder Versklavten, was allein schon den wichtigsten Aspekt darstellt. Rein ökonomisch betrachtet vielen die Reichtümer vor allem Nordafrikas an Byzanz, nur müssen die zuvor aufgewendeten Kosten für die militärischen Aktionen dagegen gerechnet werden. Und nicht nur das, Byzanz war nicht (mehr) in der Lage, seine militärische Präsenz an allen Fronten stark zu halten. Von Norden drangen imer wieder fremde Völker zu Raubzügen ins Reich ein, aber in seinen Auswirkungen weitaus schlimmer, die Perser nutzen das Fehlen der im Westen eingesetzten Truppen, um das den Osten des Byzantinischen Reiches zu bedrängen, ein Unterfangen, der zum Untergang der damaligen Weltstadt Antiochia führte. Die Provinzen konnten zwar letztendlich von Byzanz gehalten werden, aber nur, um unter den Nachfolgern Justinians gut hundert Jahre später endgültig verloren zu gehen. Makabrerweise war dies eine Folge des Jahrhunderte langen Dauerkrieges zwische den Römern und den Persern, der letztlich beide Mächte so sehr auszehrte, dass sie den durch den Aufstieg des Islam befeuerten Arabern nichts mehr entgegenzusetzten hatten. Das alles ist nicht Justinians Schuld, wie Heather mehrfach betont. Aber muss man sich nicht auch fragen, ob die Eroberungskriege im Westen nicht doch langfristige Auswirkungen hatten, in dem Sinn, dass die damaligen Verluste eben doch zu einer Schwächung nicht nur des Militärs führte. Aber damit geraten wir in den Bereich der Spekulation.

    Kleines Bonmot am Rande, Heather zieht in seiner 2018 erstmals in Großbritannien veröffentlichten Sudie des Öfteren Paralellen zu heute, mein Lieblingszitat ist auf S. 93, wo über den Vorgänger und Onkel Jusitnians heißt: Justin konnte auf ein paar außergewöhnliche erfolgreiche Monate zurückblicken (was mehr ist, als zum Beispiel Donald Trump je von sich wird behaupten können). Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago

Buchseite und Rezensionen zu 'Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago' von Michael Sommer
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:368
Verlag: Beck C. H.
EAN:9783406767203

Lesern von "Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago" gefiel auch

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Rezensionen zu "Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago"

  1. Das Buch ist sehr gut in dem, was es macht.

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 22. Mär 2021 

    Der Autor hat hier ein einwandfreies wissenschaftliches Werk verfasst, mit ausführlicher Quellenforschung und Behandlung offener Forschungsfragen. Was hier herausgekommen ist, ist ein Werk für Studenten, Wissenschaftler und Amateurhistoriker. Für mich jedoch, den das Thema durchaus interessiert und der einfach gerne in die Ereignisgeschichte eingetaucht wäre, ist dies leider ein sehr mühsam zu lesendes Buch. Ständig die Verwendung von Konjuntiv I und immer wieder die Vergleiche von schriftlichen Quellen, sind zwar handwerklich korrekt gemacht, aber für mich komplett uninteressant. Ich lese gerne Geschichtsbücher, wenn sie spannend die Geschichte erzählen. Der Autor holt hier jedoch immer sehr weit aus mit seinen Theorienvergleichen, Hintergrundinformationen und Ereignisinterpretationen, wodurch es auf mich teilweise etwas langatmig wirkt.
    Anderseits werden Leser, die sich intensiv mit diesem Konflikt beschäftigen wollen, zufriedengestellt werden, denn der Autor geht auch detailliert auf die Vorgeschichte, die Zwischenkriegsphasen, die Nachkriegszeit und die Peripherie ein, auf die kulturellen und politischen Hintergründe, auf die Rezeption in Literatur und Kunst im späteren Europa, auf einfach alles, was irgendwie mit den Punischen Kriegen zu tun hat. Mangel an Vollständigkeit kann hier sicher nicht kritisiert werden.
    Wie gesagt, finde ich, dass dieses Buch absolut gelungen ist und ein großartiges Grundlagenbuch zu den Punischen Kriegen abgibt, nur bin ich halt nicht das Zielpublikum. Dieses Werk reduziert auf ein Beck-Wissen-Format und ich hätte es verschlungen, so ist es mir jedoch zu viel.
    Fazit: Für die interessierte Leserschaft zu empfehlen.

  1. Es ist nicht die erste, aber

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Mär 2021 

    Es ist nicht die erste, aber sicherlich die bisher beste Darstellung der Punischen Kriege, die ich bisher gelesen habe. Dem Oldenburger Althistoriker gelingt es, die die Weltgeschichte prägenden Phase der drei mit der Zerstörung Karthagos endenden Kriege informativ und fesselnd darzustellen. In einem relativ kurzen Zeitraum von ca. 120 Jahren (264 v. Chr. -146v. Chr) vollzog sich ein völliger Wandel innerhalb der Mittelmeerwelt, der am Ende Roms Aufstieg zur Weltmacht sah. Ausgehend von einem eher zweitrangigen Anlass auf der Insel Sizilien.entwickelte sich ein Vernichtungskrieg zwischen der Seemacht Karthago und der auf Italien beschränkten Landmacht Rom. Plündernde Ex-Söldner besetzten die Stadt Messina an der Meerenge zwischen Sizilien und der Stiefelspitze Italiens, als sie die Reaktion der mit Karthago verbündeten Syrakusaner fürchteten, wandten sie sich mit der Bitte um Unterstützung an den römischen Senat. Was trieb diesen an, dem Hilfegesuch zu entsprechen? Im Vorfeld hatten die Römer eigentlich ein gutes Verhältnis zu Karthago und erkannten in einigen Verträgen deren Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer an. Doch nun riskierten sie eine Auseinandersetzung, deren Ausgang durchaus unklar war, da die Römer es anders als in ihren bisherigen inneritalischen Kriegen mit einem gleichwertigen, möglicherweise sogar übermächtigen Gegner zu tun hatten. Die Antriebsfedern waren letztendlich die zu erwartende Beute im Siegesfall und vor allem innenpolitische Beweggründe. Senatsmitglieder, die sich im sogenannten cursus honorum bewähren wollten, sahen in erfolgreich geführten militärischen Kommandos eine hervorragende Möglichkeit, sich für höhere Weihen zu profilieren. Der letztere Beweggrund war genauso wichtig für die dem ersten Punischen Krieg folgenden Auseinandersetzungen, auch mit Griechen und den Diadochenreichen. Am Ende stand der 264 nicht unbedingt absehbare Aufstieg Roms zur Weltmacht. Mit der Eroberung Siziliens hatten die Römer den ersten Schritt aus dem Festland getan, danach folgte ihe Ausdehnung in Spanien, Griechenland und Nordafrika. Der Preis dafür war sicherlich ein hoher, aber letztendlich war, so Sommer, der Bestand der römischen Suprematie in Italien, der Machtbasis Roms, nie ernsthaft in Gefahr. Selbst Hannibals Zug nach Italien führte nicht zum Zusammenbruch der römischen Macht, da die Bundesgenossen, anders als von den Karhagern erhofft, trotz aller Niederlagen fest an der Seite Roms standen. So verpuffte Hannibals Initiative letztendlich in einem Abnutzungskrieg, den die Karthager fernab ihrer Machtbasis (die zudem mit Spanien auch noch verloren ging), nicht gewinnen konnten. Nicht zufällig endete dann der zweite Punische Krieg mit der Schlacht von Zama in Nordafrika. Und das Ende Karthagos im dritten Punischen Krieg war letztendlich vorprogrammiert, denn angesichts der römischen Übermacht waren die Karthager chancenlos.

    Wie so ziemlich jede historische Darstellung beginnt Sommer mit einer Übersicht über die Quellenlage, die in diesem Fall eindeutig römisch geprägt ist. Es gibt leider nur die Sicht der Sieger auf diesen Konflikt, was alles hätten uns wohl karthagische Quellen verraten können? Und, nun völlig in kontrafaktische Geschichtsschreibung abgleitend, was wäre gewesen, wenn sich die in einer Abfolge verschiedener Kriege gegen die Römer unterlegenen Kathager, Griechen und Seleukiden verbündet hätten, wie es Hannibal gern gesehen hätte?

    Wer sich für die antike Geschichte interesssiert, sollte sich diese Studie zu Gemüte führen.

 

Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin

Buchseite und Rezensionen zu 'Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin' von  Michael Kulikowski
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:488
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806236699
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Rezensionen zu "Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin"

  1. Anregend und fundiert

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Jan 2021 

    Generell bin ich grundsätzlich immer etwas skeptisch bei historischen Studien amerikanischer Historiker. Zu oft schon habe ich eher reißerische, aber wissenschaftlich wenig fundierte Darstellungen in den Fingern gehabt, wobei sich diese zumeist auf die Zeitgeschichte bezogen. Nun wurde von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Michael Kulikowskis "Triumph der Macht" angeboten und ich habe mir das Buch, ehrlicherweise zugegeben, auus Mangel an Alternativen zu Weihnachten schenken lassen. Doch dieses Mal wurde ich positiv überrascht. Der Historiker, der an der PennStat University lehrt, erweist sich als wissenschaftlich solide arbeitender profunder Kenner der römischen Kaiserzeit. Er beschreibt in seiner Studie den die ca 200 Jahr zwischen Kaiser Hadrian (117-131) und Constantius II (gest. 361), einen, historisch betrachtet relativ kurzen Zeitraum, in dem sich aber im römischen Imperium so einiges veränderte. Stand Hadrian, noch in der Tradition der von Augustus geschaffenen Staatsordnung, so entwickelte sich unter seinen Nachfolgern das römische Reich gravierend. Innenpolitisch wurde das Bürgerrecht letztendlich auf alle Bewohner ausgeweitet, was natürlich einen weitaus größrenen Verwaltungsaufwand und -apparat mit sich brachte. Dieser Apparat führte zur Ausbildung des neuen Ritterstandes (Fachleute aus vermögenden Familien, oft mit militärischen Anfängen), der nach und nach den Einfluss der alten Senatorenfamilien zurückdrängte. So ist es auch nicht überraschend, dass in der Transformationsphase auch Kaiser aus dieser gesellschaftlichen Schicht entstammten. Sie hatten sich als militärische Fachleute in den zahlreichen Abwehrkämpfen an den Grenzen des Reiches bewährt und wurden von ihren Armeen in gewisser Weise hochgeputscht. Um den Koloss des Riesenreichs überhaupt noch regieren zu können und um die zahlreichen Bürgerkriege zu beenden, schuf der Soldatenkaiser Diokletian die Tetrarchie, ein System mit zwei Augustie (einen für den Westen, einen für den Osten), denen jeweils ein Caesar (eine Art Juniorkaiser) zur Seite stand, wiederum mit Aufgaben an den bedrohten Grenzen versehen. Dieses System wiederum brachte dann Konstantin an die Macht, der dann das Fundament für die nächsten Jahrhunderte römisch-griechischer Geschichte bis zum Untergang Konstantinopels schuf. Nicht nur, dass er zu einer eher traditionellen Besetzung der Tetrarchie zurückkehrte (nach der Ausschaltung seiner ursprünglichen Mitkaiser ersetzte er sie durch seine Söhne), bekanntlicherweise machte er ja auch das Christentum zur Staatsreligion und leitete spätestens damit die Spätantike ein.

    All diese Entwicklungen schildert Kulikowski anregend und fundiert. In gewisser Weise ist das Buch eine gute Ergänzung zu der im letzten Jahr von mir gelesenen Studie Mischa Meiers zur Völkerwanderung.

 

Die Perserkriege

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Perserkriege' von Josef Fischer
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Perserkriege"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:224
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Perserkriege"

  1. Solide Darstellung

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 29. Dez 2020 

    Der Wiener Althistoriker hat mit "Die Perserkriege" die wohl aktuellste Darstellung dieses uralten Themas vorgelegt. Ausführlich und unter Verwendung der wenigen vorliegenden Quellen beschreibt er die Voraussetzungen, die Ursachen und den Verlauf der Auseinadersetzung zwischen Griechen und Persern in der ersten Hälfte des 5.Jahrhunderts v.Chr. Dabei ist naturgemäß wenig Neues zu erwarten, eben weil die Quellenlage so dünn ist. Im Grunde ist es beinahe nur der Vater der Geschichtsschreibung Herodot, der dazu Material liefert. Und dieses ist, wie Fischer quellenkritisch mehrfach aufzeigt, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Die bekannten Schlachten bei Marathon, den Thermopylen und die vermutlich entscheidende Seeschlacht bei Salamis sind Allgemeingut, aber ob sie sich wirklich so zugetragen haben, wie Herodot und spätere Autoren sie beschreiben, ist äußerst zweifelhaft. Das beginnt mit den schier unglaublichen zahlentechnischen Überlegenheit der ins Feld ziehenden Perser, die wohl nur dazu dienen soll, den Mut und die Opferbereitschaft der eigenen, der griechischen Seite, zu betonen und endet mit mit einigen Details zum Schlachtverlauf, die bei genauerem Hinsehen sich als zumindest fragwürdig erweisen. Auf jeden Fall haben die Griechen wohl Fortuna an ihrer Seite gehabt, bedenkt man, dass vor der entscheidenden seeschlacht die persische Flotte durch einen heftigen Sturm bereits dezimiert wurde und dass die persischen Feldherren sich einige fatale Fehler erlaubten, unter anderem den, sich die durch die Hoplitenphalnx gekennzeichnete Kampfweise der Griechen aufdrücken zu lassen, was die eher leicht bewaffneten Perser immer wieder ins Hintertreffen brachte.

    Interessant ist vor allem das lieder sehr kurze letzte Kapitel, in dem Fischer eine universalhistorische Wertung der Perserkriege vorzunehmen, d.h. der frage nachzugehen, was gewesen wäre, wenn die Perser damals gesiegt hätten. Frührere Autoren sahen in den Kriegen stets den erfolgreichen Abwehrkampf des Westens gegenüber dem Osten (nicht zufälligerweise appellierte Göring nach Stalingrad an den Durchhaltewillen, indem er die Schlacht an den Thermopylen instrumentalisierte), wobei der westen für Freiheit und Fortschritt, der Osten für Unterdrückung und religiöse Borniertheit. Dagegen betont Fischer, dass die Perser gegenüber den unterworfenen Völkern eine weitgehende Toleranz walten ließen, was vermuten lässt, dass all das, für das das klassische Greichenland steht, auch im Fall einer Niederlage eingetreten wäre, möglicherweise wäre sogar der diesen Auseinandersetzungen folgende fatale Peloponnesische Krieg, in dem es um die Hegemonie der einstmals verbündeten Spartaner und Athener ging, ausgeblieben.

 

Germanen

Buchseite und Rezensionen zu 'Germanen' von  Matthias Wemhoff
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Germanen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:640
Verlag:
EAN:9783806242614
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Rezensionen zu "Germanen"

  1. Abschied von schnäde-räng-täng

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Okt 2020 

    Als die Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden. Und wen trafen sie dort? Die Germanen. Klar doch.
    Gar nicht klar! Im Begleitband zur Ausstellung „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“ wird das Bild der Germanen vom Kopf auf die Füße gestellt. Bis hin zur Frage: ob es ein „Volk, das sich Germanen nannte“ überhaupt je gegeben hat.

    Damit ist der erste Themenkomplex des Buches abgesteckt: Welche Rolle spielte die Vorstellung eines einheitlichen, germanischen „Volkes“, aufgeteilt in „Stämme“, in unserer Geschichte? Wieviel Wissenschaft war darin enthalten und wieviel Sehnsucht nach mythischen Vorfahren einer deutschen Nation, oder eben eines „tausendjährigen“ deutschen Reiches. Dazu empfehle ich den wunderbar sachlichen Artikel „Wer hat Angst vor den Germanen?“ von Susanne Grunwald und Kerstin P. Hofmann am Ende des Bandes.
    Der Artikel ist ernüchternd und erleichternd – er zeigt uns die Projektionskraft, die mit den Germanen als einer Art Ur-Deutschen verbunden ist – mit dem Höhepunkt leider in der Zeit des Nationalsozialismus. Von diesen Vorstellungen müssen und dürfen wir uns verabschieden.

    Wenn „Germania“ dann nur ein von den Römern benutztes Wort ist für die Gegenden rechts des Rheins und nördlich der Donau? Und wenn die „alten Germanen“ nur die Menschen waren, die damals dort gewohnt haben, wo wir (und die Dänen, Polen, Tschechen, …) heute wohnen? Dann stellt sich trotzdem – jenseits von Verklärung und Mythen – die Frage wie unsere „Vormieter“ gelebt haben. Damit sind wir beim zweiten Themenkomplex. Zur Beantwortung sind nur archäologische Funde erlaubt, die der Band – im Sinne einer „archäologischen Bestandsaufnahme“ – uns näher bringt. Die vielen Artikel namhafter Wissenschaftler beschäftigen sich mit Wohnverhältnissen, Lebenswelten, der Gesellschaft, dem Krieg und dem Verhältnis zum römischen Reich. Das ist nicht immer leicht lesbar – um es freundlich auszudrücken – auch wenn die Autor/innen (übrigens zu ein Drittel Frauen) sicherlich Ihr Bestes gegeben haben. Zum „hintereinander weg lesen“ eignet sich der Band sicher nicht.
    Aber es finden sich auch leichter anmutende Stücke. Mein Highlight: zwei germanische Breirezepte, die ich aber – man möge es mir verzeihen – nicht nachgekocht habe.

    Damit komme ich zu etwas ganz anderem: den Bildern. Und hier liegt der Reiz des Bandes: Von Ort- und Hausskizzen über wunderbare Fotos von Fundstücken bis zu großformatigen Bildern, die mit viel Fantasie das Leben der „Germanen“ ausschmücken. Höhepunkt ist das Kapitel „Germanenkult oder Mythengeschichte“ von Matthias Wemhoff mit Bildern und Erläuterungen zum Gemäldefries im Berliner Neuen Museum, das in der Berliner Ausstellung zugänglich ist.

    Die Ausstellung ist vom 17.9.2020 bis zum 21.3.2021 in der James-Simon-Galerie in Berlin zu besuchen und wandert dann in „nicht-germanische“ Gefilde links des Rheins, in das LVR-Landesmuseum Bonn (vom 6.5. bis zum 24.10.2021). ACHTUNG! Das ist KEIN AUSSTELLUNGSKATALOG, sondern ein wissenschaftlicher Begleitband! Der reichlich bebilderte Band, kostet 50€ bzw. 39€ als Museumskauf. Er wiegt stolze 2,835 kg – nichts für Leute, die in der Regel auf dem Sofa lesen, soviel kann ich bestätigen! (Das ist 1,38€ pro 100 g – viel Buch fürs Geld )

    Mir hat der Band zweierlei gebracht: den Abschied von den „alten Germanen“ (schnäde-räng-täng ) und Lust auf die Ausstellung.

 

Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.' von  Angelos Chaniotis
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft."

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:528
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806239935

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Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)' von Cinzia Vismara
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Inhaltsangabe zu "Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783805335645
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Seiten