Germanen

Buchseite und Rezensionen zu 'Germanen' von  Matthias Wemhoff
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Germanen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:640
Verlag:
EAN:9783806242614
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Rezensionen zu "Germanen"

  1. Abschied von schnäde-räng-täng

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Okt 2020 

    Als die Römer frech geworden, zogen sie nach Deutschlands Norden. Und wen trafen sie dort? Die Germanen. Klar doch.
    Gar nicht klar! Im Begleitband zur Ausstellung „Germanen. Eine archäologische Bestandsaufnahme“ wird das Bild der Germanen vom Kopf auf die Füße gestellt. Bis hin zur Frage: ob es ein „Volk, das sich Germanen nannte“ überhaupt je gegeben hat.

    Damit ist der erste Themenkomplex des Buches abgesteckt: Welche Rolle spielte die Vorstellung eines einheitlichen, germanischen „Volkes“, aufgeteilt in „Stämme“, in unserer Geschichte? Wieviel Wissenschaft war darin enthalten und wieviel Sehnsucht nach mythischen Vorfahren einer deutschen Nation, oder eben eines „tausendjährigen“ deutschen Reiches. Dazu empfehle ich den wunderbar sachlichen Artikel „Wer hat Angst vor den Germanen?“ von Susanne Grunwald und Kerstin P. Hofmann am Ende des Bandes.
    Der Artikel ist ernüchternd und erleichternd – er zeigt uns die Projektionskraft, die mit den Germanen als einer Art Ur-Deutschen verbunden ist – mit dem Höhepunkt leider in der Zeit des Nationalsozialismus. Von diesen Vorstellungen müssen und dürfen wir uns verabschieden.

    Wenn „Germania“ dann nur ein von den Römern benutztes Wort ist für die Gegenden rechts des Rheins und nördlich der Donau? Und wenn die „alten Germanen“ nur die Menschen waren, die damals dort gewohnt haben, wo wir (und die Dänen, Polen, Tschechen, …) heute wohnen? Dann stellt sich trotzdem – jenseits von Verklärung und Mythen – die Frage wie unsere „Vormieter“ gelebt haben. Damit sind wir beim zweiten Themenkomplex. Zur Beantwortung sind nur archäologische Funde erlaubt, die der Band – im Sinne einer „archäologischen Bestandsaufnahme“ – uns näher bringt. Die vielen Artikel namhafter Wissenschaftler beschäftigen sich mit Wohnverhältnissen, Lebenswelten, der Gesellschaft, dem Krieg und dem Verhältnis zum römischen Reich. Das ist nicht immer leicht lesbar – um es freundlich auszudrücken – auch wenn die Autor/innen (übrigens zu ein Drittel Frauen) sicherlich Ihr Bestes gegeben haben. Zum „hintereinander weg lesen“ eignet sich der Band sicher nicht.
    Aber es finden sich auch leichter anmutende Stücke. Mein Highlight: zwei germanische Breirezepte, die ich aber – man möge es mir verzeihen – nicht nachgekocht habe.

    Damit komme ich zu etwas ganz anderem: den Bildern. Und hier liegt der Reiz des Bandes: Von Ort- und Hausskizzen über wunderbare Fotos von Fundstücken bis zu großformatigen Bildern, die mit viel Fantasie das Leben der „Germanen“ ausschmücken. Höhepunkt ist das Kapitel „Germanenkult oder Mythengeschichte“ von Matthias Wemhoff mit Bildern und Erläuterungen zum Gemäldefries im Berliner Neuen Museum, das in der Berliner Ausstellung zugänglich ist.

    Die Ausstellung ist vom 17.9.2020 bis zum 21.3.2021 in der James-Simon-Galerie in Berlin zu besuchen und wandert dann in „nicht-germanische“ Gefilde links des Rheins, in das LVR-Landesmuseum Bonn (vom 6.5. bis zum 24.10.2021). ACHTUNG! Das ist KEIN AUSSTELLUNGSKATALOG, sondern ein wissenschaftlicher Begleitband! Der reichlich bebilderte Band, kostet 50€ bzw. 39€ als Museumskauf. Er wiegt stolze 2,835 kg – nichts für Leute, die in der Regel auf dem Sofa lesen, soviel kann ich bestätigen! (Das ist 1,38€ pro 100 g – viel Buch fürs Geld )

    Mir hat der Band zweierlei gebracht: den Abschied von den „alten Germanen“ (schnäde-räng-täng ) und Lust auf die Ausstellung.

 

Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.' von  Angelos Chaniotis
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft."

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:528
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806239935
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Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)' von Cinzia Vismara
NAN
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Inhaltsangabe zu "Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783805335645
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Die Römer in Ungarn (Zaberns Bildbände zur Archäologie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Römer in Ungarn (Zaberns Bildbände zur Archäologie)' von Borhy, László
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Römer in Ungarn (Zaberns Bildbände zur Archäologie)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:168
EAN:9783805348201
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Augsburgerinnen

Buchseite und Rezensionen zu 'Augsburgerinnen' von Zellhuber, Andreas
NAN
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Inhaltsangabe zu "Augsburgerinnen"

Format:Taschenbuch
Seiten:200
Verlag:
EAN:9783896399663
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Geschichte der Völkerwanderung

Buchseite und Rezensionen zu 'Geschichte der Völkerwanderung' von Meier, Mischa
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Geschichte der Völkerwanderung"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:1532
Verlag: Beck
EAN:9783406739590
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Rezensionen zu "Geschichte der Völkerwanderung"

  1. Ein im wahrsten Sinne des Wortes gewichtiges Buch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Apr 2020 

    Angesichts des Preises (58 €), des Umfangs (1532 Seiten, davon 1104 Seiten darstellender Text) und des Gewichts (nicht ganz 2 kg) sicherlich kein Buch für jedermann. Ich hatte es mir zu Weihnachten gewünscht und als Leseprojekt für die Sommerferien vorgenommen, doch der lockdown wegen Corona und der dadurch bedingte Umstieg auf homeschooling hat es ermöglicht, früher damit einzusteigen. Insgesamt habe ich gut fünf Wochen gebraucht (unterbrochen durch eine Romanlektüre) um dieses im doppelten Sinn gewichtige Werk zu lesen, was mal so eben nebenher auch nicht möglich ist.

    Der Althistoriker Mischa Meier beschreibt in seiner "Geschichte der Völkerwanderung" den Zeitraum vom 3. bis zum 8. Jahrhundert nach Christus, also den Übergang von der Spätantike zum Mittelalter und die Wechselwirkungen zwischen dem üblicherweise "Völkerwanderung" genannten Vorgängen mit dem allmählichen Verschwinden des Imperium Romanum.

    Nach einem anregenden Einstieg, dem Vergleich zweier strukturell ähnlicher Ereignisse (die letztlich erfolglose Belagerung Konstantinopels durch die Awaren im Jahr 626 und die Eroberung Roms durch die Westgoten im Jahr 410) stellt der Fachmann einige umfangreiche Überlegungen zur Methodik seiner Analyse an, die für Nicht-Historiker vielleicht nicht ganz so interessant sind, doch dann beginnt die Darstellung des komplexen Sachverhalts, gegliedert nach Regionen (Europa/Nordafrika/Asien) und den jeweiligen Jahrhunderten. Dabei stellt sich die Frage, ob der Begriff "Völkerwanderung" überhaupt noch zutreffend ist und nicht falsche Vorstellungen weckt, die tatsächlich auch lange, insbesondere durch die nationalbewusste deutsche Geschichtsschreibung bedient wurden, man denke an Felix Dahns "Ein Kampf um Rom". Meier macht an zahlreichen Beispielen aus den drei genannten Regionen deutlich, dass es eben keine Völker waren, die sich geschlossen auf Wanderschaft begeben haben, oft mit einer Art Domino-Effekt begründet (irgendwo beginnt in der fernen Steppe ein Volk das andere zu verdrängen, so dass irgendwann die Folgen dieser Verdrängung an den Grenzen des Imperium Romanum zu spüren sind). Tatsächlich handelt es sich bei den zahlreichen "Stämmen", seien es die West- und Ostgoten, die Vandalen, die Franken, die Berber, um nur einige von vielen Beispielen, die Meier beschreibt, eher um militärische Verbände, die, angelockt durch lange Kontakte an den Grenzen, unter der Führung sogenannter Warlords immer wieder auch in kriegerischer Absicht ins Reich einfielen, um dort zu plündern oder sich dort, anfangs noch mit Billigung der west- und oströmischen Autoritäten niederzulassen. Da diese Anführer stets unter dem Druck standen, ihre Erfolge für die ihnen zustrebenden Kämpfer zu wiederholen (schließlich wollte jeder sein Stück vom Kuchen), wurden die Raubzüge immer zahlreicher und weiträumiger. Im Fall der Hunnen führte diese Dynamik letztendlich zu ihrem Verschwinden nach Attilas Tod. Doch waren die Führer erfolgreich, dann entstanden aus diesen anfangs eher lockeren Verbänden wirkliche Ethnien, die sich mal mehr (Franken), mal weniger erfolgreich (Vandalen/Goten) im Gebiet des Imperium Romanum breit machten [in einem anderen Kontext spricht Meier von "Findelkindern der Völkerwanderung" (S. 923). eine Metapher, die meiner Ansicht nach auf viele der genannten Verbände zutrifft). Damit wiederum trugen sie nicht unerheblich zu dessen Zusammenbruch bei, wenn auch nicht allein verantwortlich (auf die innerrömischen/-byzantinischen Verhältnisse geht Meier ebenso ausführlich ein). Das Reich wurde sozusagen von außen wie von innen zerfressen, mit jeder Provinz, die dem Imperium verloren ging, verminderten sich auch Steuereinnahmen und Rekrutierungsgebiete für neue Soldaten, beides dringend notwendig, um den imperialen Anspruch aufrecht zu erhalten.

    Doch die Kontakte zwischen den Römern und den sogenannten Barbaren (wobei dieser Begriff verallgemeinert und den Fremden immer wieder die gleichen stereotypen Verghaltensweisen, schwankend zwischen Untieren und edlen Wilden"zuweist, Meier unterscheidet in diesem Kontext eher zwischen innen und außen) waren nicht nur kriegerisch. Das Einsickern von Menschen, Handelsgütern und kulturellen Vorstellungen beiderseits der Grenzen führte auch zu Annäherungen, die die o.g. Unterscheidung fragwürdig machten. So gab es durchaus Römer unter den Hunnen, und andererseits waren viele der bekannten "germanischen" Heermeister eher Römer denn "Barbaren.

    Gegen Ende seiner Darstellung widmet sich Meier dann ausgiebig den Entwicklungen im byzantinischen Reich, das durch zahlreiche Naturkatastophen, Kriege mit den Persern und damit verbundene Gebietsverluste sowie innere Unruhen, bedingt durch den Laien immer wieder verwirrende religiöse Auseinandersetzungen über die Natur Jesus regelrecht in Endzeiterwartungen erstarrte. Die zunehmende religiöse Durchdringung des Alltags, gipfelnd in der beinahe gottgleichen Selbstdarstellung der Kaiser sowie die Zusammenarbeit mit arabischen Stämmen zur Abwehr der Perser ebnete Meier zufolge auch dem Aufstieg des Islam ein stückweit den Weg.

    Alles in allem ein durchasu gewichtiges Buch, das jedem historisch interessiertem Leser empfohlen werden kann.

 

Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs' von Steinacher, Roland
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:545
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs"

  1. Geschichte der Spätantike, auf die Vandalen fokussiert

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Mär 2020 

    Es ist schwer, dieses Buch mit Sternen zu bewerten. Anerkennung verdient in jedem Fall der Versuch, die Geschichte der Spätantike durch die Sicht auf dieses Volk, das seinen kurzen, aber nachhaltigen Auftritt in der Zeit der Völkerwanderung hatte, zu fokussieren. Aber genau darin liegt auch die "Schwäche" des Buches. Denn Zeugnisse über die Vandalen lassen sich nur aus römischen Geschichtsquellen ableiten, Selbstzeugnisse sind so gut wie nicht vorhanden. Insofern erfährt der Leser wenig Neues, sofern er bereits Bücher über die Spätantike, den Untergang des römischen Reiches oder die Völkerwanderung gelesen hat. Die Vandalen sind als Zaungäste immer dabei gewesen, in Steinachers Darstellung stehen sie im Mittelpunkt.

    Wenig weiß man über die Ursprünge dieses kriegerischen Volkes, das immerhin für gut hundert Jahre das römische Afrika beherrschte und einmal Rom eroberte und plünderte, was ihren Namen zum Inbegriff des Vandalismus machte. Doch dabei waren sie so gar nicht anders als andere Stämme der Völkerwanderungszeit, die ebenfalls zum Untergang des weströmischen Reiches beitrugen.

    Anders als die Franken hielten die Vandalen als Herrscherkaste in Nordafrika an ihrem Arianismus fest, anders als die Goten kam es auch nicht zu einem friedlichen Nebeneinander von Arianern und Katholiken, im Gegenteil, letztere wurden von den Vandalen heftig verfolgt. Dies erklärt vielleicht auch zum Teil, warum sich das Vandalenreich nicht gegen das relativ schwache oströmische Expeditionsheer durchsetzen konnte und sang- und klanglos aus der Geschichte verschwand. Doch mit dem Verschwinden der Vandalen war Nordafrika keineswegs befriedet, immer wieder kam es zu Aufständen einzelner verbliebener Vandalengruppen und der Mauren, bis die Provinz im Zuge der Islamisierung endgültig verloren ging.

    Steinachers Buch über Aufstieg und Fall eines Barbarenreiches, so der Untertitel, vermag in jedem Fall den Leser zu fesseln, auch wenn dessen Wissen nur bedingt erweitert wird.

 

Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch' von Maier, Bernhard
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch"

Format:Taschenbuch
Seiten:181
Verlag: Utb; Francke
EAN:9783825243548
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Rezensionen zu "Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch"

  1. Gute Monographie, die mit so manchem Vorurteil hart ins Gericht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Feb 2020 

    Bernhard Maier ist ein ausgewiesener Kenner der keltischen Geschichte. In seiner Monoraphie "Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart", erschienen im Münchener Beck-Verlag beweist er dies durch eine fundierte und gut lesbare Darstellung dieses Völkerkonglomerat, das in seinen Ursprüngen nur schwer greifbar ist. Das fängt schon bei der Definition des Begriffes an, den die antiken Quellen erweisen sich diesbezüglich nicht als hilfreich. Ähnlich wie der Begriff Germane ist das Wort Kelte ein Sammelbegriff der Griechen und Römer für fremde Völker, der eher zur Selbstvergewisserung als zur tatsächlichen Tatsachenvermittlung taugt. Am ehesten lässt sich der Begriff durch die Sprachverwandtschaft begründen, was dann em ehesten die Verbreitung dieses Volksstammes vermittelt. Im weiteren folgt Maier der klassischen Einteilung der Geschichtsepochen in Antike, Mittelalter und Neuzeit, um jeweils die historischen und die kulturellen Entwicklungen dieses Volkes zu vermitteln, wobei mit vielen Vorurteilen, auch positiven, aufgeräumt wird. Die Renaissance des Keldtentums, der Druiden etc ist wohl eher einer Flucht der Gegenwart entsprungen als tatsächlicher historischer Faktizität, und manches, was dabei herauskommt, ist unfreiwillig komisch/peinlich. Als Beispiel sei hier der Film "Bravehart" genannt. Die Kilts, die die schottischen Kämpfer dort traghen, sind ein Produkt späterer Zeiten, die Kriegsbemalung entspricht der der antiken Picten und Scoten, aber keineswegs der dargestellten Zeit. Aber die Sehnsucht anch der guten alten (Kelten-)Welt machts möglich. Und auch heutige Bestrebungen in Irland, Schottland,Wales und in der Bretangne an vermeintliche oder tatsächliche keltische Traditionen anzuknüpfen, erweisen sich bei genauerem Hinschauen als eher bedenkliche Produkte eines Nationalismus, der sich von der Sprache und Kultur der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen versucht, also eigentlich eher reaktionär. Aber die selbsternannten Keltologen wird es nicht stören.

 

Die Römer in Tunesien und Libyen.

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Römer in Tunesien und Libyen. ' von Francois Baratte
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Römer in Tunesien und Libyen. "

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
EAN:9783805344593
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Rezensionen zu "Die Römer in Tunesien und Libyen. "

  1. Anschauenswert

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Feb 2020 

    Zaberns Bildbände der Archäologie überzeugen im allgemeinen durch die Vielzahl ihrer Darstellungen, wobei in vielen Fällen auch eine knappe Übersicht über die Historie der dargestellten Landschaften gegeben wird.. Nachdem ich mir im Sommer einen Bildband über den römischen Orient gegönnt habe, nun diesen über das römische Nordafrika. Beeindruckend ist die Vielzahl der erhaltenen Relikte aus der Römerzeit, die Auswahl, die Baratte für die Fotos getroffen hat, besticht durchaus. Fast hat man den Eindruck, als ob man über Ruinen stolpern müsste, wäre man in Nordafrika unterwegs. Leider fällt der Text gegenüber den Darstellungen etwas ab, was vor allem daran liegt, dass Baratte wenig über die Ereignisgeschichte informiert, stattdessen ausgiebig die Darstellungen kommentiert. Dazu kommen dann einige ärgerliche Druckfehler Marke "Landwird". Aber trotzdem, das Buch ist für Interessenten empfehlenswert, da es hervorragende Einblicke in das römische Afrika verschafft.

 

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