Totalschaden: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Totalschaden: Roman' von Zweigbergk  von, Helena
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag:
EAN:9783312011636
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Rezensionen zu "Totalschaden: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Apr 2020 

    Eine Ehe vor dem Aus

    "Ich sehe fünf tote Hasen, und ich versuche zu lächeln."

    Dies ist der erste Satz des Romans "Totalschaden" der Schwedin Helena von Zweigbergk. Ein Hase ziert auch das Cover dieses Buches. Hasen scheinen hier also eine entscheidende Rolle zu spielen. Zumindest sind sie in "Totalschaden" schuld daran, dass in dem Haus von Agneta und Xavier ein Feuer ausbricht, das für eben diesen Totalschaden sorgt. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Nun müssen sich Agneta und ihr Mann entscheiden, ob sie das Haus wieder aufbauen oder einen kompletten Neuanfang wollen.
    Eigentlich waren auch nicht die Hasen schuld an diesem Totalschaden, sondern Agneta, die in einem Moment der Unachtsamkeit, bei dem Versuch, aus den toten Hasen eine kulinarische Köstlichkeit zuzubereiten, das eigene Heim abgefackelt hat. Und da steht sie nun als diejenige, die ihren Lieben Heim und Elternhaus genommen hat. Und während sie mit ihrem Schicksal hadert und sich in Selbstmitleid und Selbstvorwürfen suhlt, erkennt sie, dass das verbrannte Haus vermutlich nicht der einzige Totalschaden in ihrem Leben sein könnte.

    "Mit den Jahren hat unsere Streitlust nachgelassen, und seit die Kinder aus dem Haus sind, brausen wir allenfalls mal kurz auf. Der Gedanke, uns richtig zu streiten, ist schon fast absurd. Wir leben mit der unausgesprochenen Übereinkunft, dass die Zeit unserer Kämpfe vorüber ist. Wir lassen die Dinge kommen und gehen. Es ist ein ruhiger, angenehmer Frieden und eigentlich nichts, was wir infrage stellen wollen."

    Agneta und Xavier sind seit über 20 Jahren Jahren verheiratet und Eltern von mittlerweile erwachsenen 3 Töchtern. Die Ehe verlief bisher sehr harmonisch. Denn Routinen und Gewohnheiten bestimmten den Ehealltag und ließen das Zusammenleben entspannt vor sich hindümpeln.
    Als Xavier, der 14 Jahre älter als Agneta ist, in den Ruhestand tritt, funktioniert die Harmonie in der Ehe auf einmal nicht mehr. Vielleicht hat sie auch schon vorher nicht mehr funktioniert. Agneta ahnt, dass die bisher von ihr geschätzten Routinen und Gewohnheiten nicht mehr ausreichend sind. Noch will sie es nicht wahrhaben. Durch den Hausbrand wird das Ehepaar jedoch aus seinem bisherigen Alltag gerissen. Agneta und Xavier werden durch dieses einschneidende Erlebnis gezwungen, ihre Ehe und ihr bisheriges Zusammenleben in Frage zu stellen, was für alle - Töchter inbegriffen - schmerzhaft ist.

    Helena von Zweigbergk hat diesen Roman aus der Perspektive von Agneta geschrieben. Dabei konzentriert sich die Handlung auf den Zeitpunkt des Brandes und auf die Wochen danach. Der Roman ist in drei Teile gegliedert, welche die Entwicklung von Agneta aufzeigen. Und diese Entwicklung ist extrem:
    - von der anfangs perfekten Agneta, die ihre Energie dahingehend investiert hat, Mutter einer heilen Familie zu sein und für eine Wohlfühlatmosphäre in einem heimeligen Zuhause zu sorgen;
    - über die krisenuntaugliche und vor Selbstmitleid zerfließende Heulsuse, die ihre Lieben mit ihren kaum versiegenden Tränenfluten an den Rand des Wahnsinns treibt;
    - bis hin zu einer Agneta, die wie Phönix aus der Asche aus diesem Drama wieder aufersteht und ihr Leben selbst in die Hand nimmt, nachdem sie ausreichend ihre Wunden geleckt hat.

    "Kann eine Familie funktionieren, ohne dass jemand die Rolle auf sich nimmt, die ich innehatte? Oder verstehe ich am Ende meine eigene Rolle und Bedeutung falsch? Male ich ein sentimentales Bild von mir als Königin unseres Heims, des Reichs der Familie? Bin ich nur noch eine staatenlose königliche Hoheit, die sich selbst und ihrer Umgebung verzweifelt einzureden versucht, dass es irgendwo auch für sie einen Platz gibt?"

    Agneta ist in diesem Roman also extrem wandelbar, was vielleicht in dieser Ausgeprägtheit befremdlich erscheinen mag. Aber außergewöhnliche Situationen bringen außergewöhnliche Eigenschaften in einem Menschen zutage, weshalb man der Autorin die drastische Entwicklung ihrer Protagonistin am Ende abnimmt.

    Helena von Zweigbergk erzählt die Geschichte von Agneta und Xavier mit großer Leichtigkeit und Ironie. Diese Ironie wird durch einen Sprachstil, der reich an kuriosen Metaphern ist, verstärkt. Dadurch wird dieser problembehaftete Roman zu einer unterhaltsamen und witzigen Lektüre, die insbesondere für den langjährig verheirateten Leser den einen oder anderen Wiedererkennungsmoment parat hat.

    Leseempfehlung!

    © Renie

 

Das Mondgeheimnis (Liebesdrama)

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Mondgeheimnis (Liebesdrama)' von Stefan M. Fischer
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Klappentext:

Alena ist eine bildhübsche Studentin, die sich aufgrund eines traumatischen Kindheitserlebnisses der Liebe und dem Leben verschließt. Sie spinnt als Schutz ein Netz aus Lebenslügen um ihre Seele. Doch als sie den Künstler Ondrej kennenlernt, merkt sie, dass sie mehr vom Leben will.

Doch da ist nicht nur ihre emotionslose Beziehung mit Vlado, sondern auch die Sache mit ihrer Mutter - und das Mondgeheimnis.


Auszüge aus Rezensionen:

»Dieses Buch hat bei mir ein großes Suchtpotenzial hervorgerufen.«(katis-buecherwelt.blogspot.de)

»Schon bald steuert es auf einen ersten Höhepunkt und eine Wende zu. Doch wer beginnt, sich nun zusammen mit Alena zu entspannen und sich sicherer zu fühlen, dem sei gesagt: Dies ist nur die Ruhe vor einem außerordentlichen Sturm, der den Leser am Ende des Buches geschockt, zerzaust und innerlich völlig aufgewühlt zurücklässt!« (Ilona Hanft)

»Ich lese sehr gerne Bücher und ich bin überglücklich, dass ich dieses Buch entdeckt und gekauft habe! In meiner Büchersammlung ist es unter den ersten 3 (neben "die Wüstenblume" und "das Parfum")« (Kerstin Friedl)

»Das letzte Drittel der 270 Seiten ist so spannend, dass es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Der Autor lief zu Höchstform auf und bescherte mir tränennasse Augen.« (Gabriele Steininger)

»Das Mondgeheimnis war für mich eine "Gedankenreise" in eine Welt mit aussergewöhnlichen Charakteren, phantastischen Szenenbeschreibungen und noch dazu gelingt es ihm, seine Leser zum Weinen zu bringen.« (S. Lemberger)

»Mich hat das Buch wirklich von der ersten bis zur letzten Zeile fasziniert. Die feine Sprache, mit der der Autor die Hauptakteure beschreibt und nach und nach immer plastischer werden lässt, war eine Wohltat.« (BaluForKanzler Top50-Rezent)


Format:Kindle Edition
Seiten:272
EAN:
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Rezensionen zu "Das Mondgeheimnis (Liebesdrama)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Aug 2014 

    Ein Debütroman mit Überraschungen

    Kann man wieder lieben und vertrauen, wenn man eine traumatische Kindheit hat? Alena glaubt nicht mehr daran. Sie ist Medizinstudentin und lebt mit ihrer besten Freundin Magdalena zusammen im Studentenwohnheim. Sie lässt niemanden an sich ran. Nur Magda kennt ihr schreckliches Geheimnis. Alena schützt sich durch Lügen  vor dummen oder zu intimen Fragen.

    Ihr Verehrer Vlado rettet sie eines Nachs bei einem Überfall. Sie hat nie wirklich Gefühle gehabt für ihn. Doch nach diesem Erlebnis werden die zwei ein Paar. Sie fühlt sich bei ihm sicher, aber irgendwann auch zu eingeengt und zu kontrolliert. Sie lehnt sich dagegen auf. Vlado passt das gar nicht.

    Alena lernt irgendwann Ondrej kennen und verliebt sich. Doch kann sie ihm nicht vertrauen und macht durch ihre Lügerei beinah alles kaputt. Sie muss sich ihrer Vergangenheit stellen. 

     

    "Das Mondgeheimnis" ist der Debütroman von Stefan M. Fischer. Ein wunderschöner Roman über verletzte Seelen, traumatische Erlebnisse, Liebe und den Neubeginn. Alena ist eine wunderschöne junge Frau, die sich von der Liebe fern hält. Ihre Freundin Magda ist eine herzensgute Seele und war mir gleich sympathisch. Auch sie findet die Liebe wieder. Und Vlado? Der überraschte am meisten, wo er doch am Anfang als arroganter Snob erscheint, der alles kriegt, was er will. Nicht nur ich als Leser, machte falsche Schlussfolgerungen. Auch die Protagonisten im Buch schätzten ihn falsch ein.

     

    Wer dieses Buch liest, und das sollte man, begibt sich auf eine Reise nach Prag und taucht mit Alena in das Mondgeheimnis ein. Geschichten, die Alenas Vater ihr erzählt hat und in welche sie sich in besonderen Momenten immer verliert.

     

    Auch ich verlor mich in diese schönen Märchen und musste mich oft wieder nach Prag ziehen, um nicht den Faden zu verlieren. Besonders zum Schluss konnte ich manchmal mit Alenas Reise nichts anfangen, weil ich auch unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.

     

    Fischers Art zu schreiben fesselte und berührte mich. Er konnte mir die passenden Emotionen näher bringen, ohne dabei zu kitschig oder zu herzlos zu sein. Besonders Alena schaltete in vielen Situationen ihr Herz aus. Der Autor schaffte es, seinen Hauptcharakter nicht kalt wirken zu lassen.

     

    Für mich ist "Das Mondgeheimnis" ein sehr gelungenes Debüt von Stefan M. Fischer. Das Schreiben war anfangs für ihn wie eine Therapie und das Ergebnis sind tolle Geschichten wie dieser Roman  hier.

    Volle Punktezahl bzw. 5 von 5 Sterne