Ein Sohn der Stadt (Ein Holt Roman)

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein Sohn der Stadt (Ein Holt Roman)' von Kent Haruf
NAN
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Inhaltsangabe zu "Ein Sohn der Stadt (Ein Holt Roman)"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
Verlag:
EAN:9783257071726

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Auf sieben Beinen

Buchseite und Rezensionen zu 'Auf sieben Beinen' von  Fine Sturm
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Auf sieben Beinen"

Format:Taschenbuch
Seiten:392
Verlag:
EAN:9783969666937

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Rezensionen zu "Auf sieben Beinen"

  1. Wenn die Liebe die Angst weichen lässt

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 04. Mai 2021 

    "Angst ist die größte Behinderung von allen. Es wird dich mehr lähmen, als wenn du im Rollstuhl sitzt." (Nick Vujici)
    Ein verheerender Schicksalsschlag verändert von heute auf morgen für immer Franzis junges Leben. Seither muss sie mit einer Behinderung leben und kann ihre Angst vor Hunden einfach nicht ablegen. Inzwischen ist sie eine erwachsene Frau und lernt bei einem Bewerbungsgespräch den gut aussehenden Architekten Jan kennen. Dieser zeigt sich jedoch zuerst von seiner arroganten Seite, doch mit der Zeit entwickelt er sich zu einem sympathischen Mann. Leider nur hat Franzi zwei Probleme. Ihre Angst vor Hunden, den Hansi Jan Hund fährt leidenschaftlich auf Franzi ab. Außerdem hatte sie bisher noch keinen Freund, geschweige den, dass sie jemandem von ihrer Behinderung erzählt hat. Ein Buch über die ganz realen Ängste einer traumatisierten Frau, die sich noch immer nicht mit ihrem Schicksal auseinandergesetzt hat.

    Meine Meinung:
    Das verträumte Cover und der Klappentext haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Da ich selbst ein Bein verloren habe, war ich auf Franzis Geschichte sehr gespannt. Der schwere Schicksalsschlag am Anfang des Buchs hat mich tief getroffen. Ein Bein durch so eine Hundeattacke zu verlieren, das ist wahrlich heftig. So kann ich von daher Franzis Hundetrauma sehr gut nachvollziehen. Besonders wenn man körperlich attackiert wird, wie von Hansi und wenn er es nur aus Liebe getan hat. Allerdings hatte ich Franzi zum Zeitpunkt der Hundeattacke deutlich jünger eingeschätzt. Für mich las es sich eher, als wenn sie damals 12-14 Jahre alt und nicht wie eine 17-jährige. Selbst der eigene Umgang mit ihrer Behinderung konnte ich größtenteils nicht ganz nachvollziehen. Franzi steht sich da in manchen Szenen und vor allem bei ihrer Zukunft oft selbst im Weg. Solche Betroffene kenne ich eher nicht, zwar kommen manche nicht mit der Prothese zurecht, doch so extrem wie bei Franzi habe ich das bisher nicht erlebt. Vor allem junge Menschen kommen oft mit solchen Handicaps besser zurecht als Ältere. Ebenso habe ich das Gefühl, das die Autorin über das Thema Amputation und Prothese zu wenig Bescheid wusste. Den normalerweise geht man wegen einer neuen Prothese oder Problemen zu seinem Techniker, bzw. Prothesenbauer. Hausärzte kennen sich hier meist viel wenig oder gar nicht damit aus. Genauso gab es noch weitere Ungereimtheiten, die ich persönlich nicht nachvollziehen konnte. Allerdings, was die Liebesgeschichte und ihre spätere Wendung anbelangt, die hat mir hier sehr gut gefallen. Dabei bewahrheitet sich mal wieder, dass man Menschen nie nach dem ersten Eindruck beurteilen sollte. Den trotz des unsympathischen Auftritts von Jan entwickelt sich dieser zu einem wirklich liebevollen, herzensguten und verständnisvollen Menschen. Dass er und sein Hund Hansi Franzi allmählich aus ihrem Schneckenhaus holen, fand ich wirklich gelungen. Den der knuddelige, behäbige Hund kann wirklich keiner Fliege etwas zuleide tun. Im Gegenteil, er verteidigt sogar Franzi und bringt sich dabei selbst in größte Gefahr. Die Autorin zeigt hier dabei gut, wie viel Überwindung ein traumatisierter Mensch wie Franzi braucht, um so eine Erfahrung zu verarbeiten. Manche einer bekommt wahrscheinlich seine Ängste sogar niemals richtig mehr in den Griff und raubt sich so ein Stück seines Lebens und der Zukunft. Besonders wenn man dafür sogar die Liebe hinten anstellt aus lauter Angst vor Hohn, Verachtung oder gar Ablehnung. Sympathisch fand ich außerdem ihre Freundin Kicki und Jans Schwester Judit. Vielleicht hätten es ein paar Schicksalsschläge weniger auch getan. Die große Überraschung allerdings kam zum Ende, mit der ich gar nicht gerechnet hatte. Nur gut, dass sie alles vernünftig klären konnten. Darum gebe ich dem Buch 4 von 5 Sterne.

 

Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte' von David Sheff
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag: Barth O.W.
EAN:9783426293140

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Rezensionen zu "Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte"

  1. tragische Lebensgeschichte

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 18. Apr 2021 

    Eine schreckliche Kindheit, die falschen Freunde und mehrere Straftaten – Jarvis Jay Masters Leben war geprägt von Hass und Gewalt. 1990 wird ihm ein Mord an einem Gefängniswärter angehängt, und er wird zum Tode verurteilt. Masters ist voller Wut, hat Panik-Attacken und weiß keinen Ausweg mehr. Bis er eines Tages den Rat bekommt, es mit Meditation zu versuchen. Zunächst zweifelt Masters an der Wirksamkeit des buddhistischen Weges und es graut ihm davor, die Augen im Gefängnis zu schließen. Doch eines Tages beginnt er dennoch zu meditieren und gewinnt eine völlig neue Sicht auf sein Leben.

    Fazit:
    Meiner Meinung nach, passt das Buch bzw. eigentlich der Schreibstil nicht zu dieser Geschichte, die hier eigentlich dahintersteckt. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor kein Buddhist ist? Es wirkt, als hätte er nicht das nötige Einfühlungsvermögen, was notwendig ist, die Geschichte so zu schreiben, wie sie es verdient. Der Schreibstil wirkt sehr nüchtern und distanziert.
    Schade. Ansonsten handelt es sich bei diesem Buch um eine tragische Lebensgeschichte, die es definitiv Wert ist erzählt zu werden!
    Auch ich selbst kenne mich zu wenig mit Buddhismus aus, um hier wirklich alles ganz nachvollziehen zu können.
    Interessante Ansätze - aber überzeugen konnte mich das Buch nicht.

  1. Chancenlos

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Apr 2021 

    Kurzmeinung: Habe ich gerne gelesen, obwohl die Lehren des Buddhismus einen großen Raum einnehmen - es ist nämlich gut geschrieben.

    Dieser Roman beschäftigt sich einerseits mit dem Schicksal des Jarvis Jay Masters und andererseits in aller Ausführlicheit mit den Praktiken und Lehren des Buddhismus.

    Anders als in der Fiction von „The Guardians“ gelingt es den Unterstützern von Jarvis Jay Masters nicht, ihren Schützling freizubekommen. Beide Romane haben durchaus Berührungspunkte. Für mich als Leser steht in „Gefangen und frei“ nicht im Vordergrund ob Jarvis schuldig ist oder nicht. Sondern wie chancenlos er schon als Kleinkind war. Verantwortung für seine Taten trägt er trotzdem. Aber hätten nicht manche Menschen eine Begnadigung verdient, die sich über Jahrzehnte im Gefängnis lebend positiv verändert haben? Vielleicht sind wir aus lauter Angst zu unbarmherzig, eine zweite Chance zu geben.

    Denn die intensive Beschäftigung mit dem Buddhismus hat aus Jarvis erst den Menschen gemacht, der er hätte sein sollen oder hätte sein können, hätte er die Chance dazu gehabt und wäre in einer liebevollen Familie aufgewachsen.

    Was den Buddhismus betrifft, dessen Lehren im Buch fast mehr Raum einnehmen als Jarvis Leben selber, meine ich, ihn etwas lapidar auf das Prinzip herunterbrechen zu können. „Wenn dich etwas belastet, denk einfach an was anderes“. Doch da buddhistische Lehren und Lehrer Jarvis halfen, sich zu verändern, hat die überaus ausführliche Behandlung dieser Ideologie eine gewisse Berechtigung.

    Fazit: Über Strafe und ihre Sinnhaftigkeit kann man wirklich lange nachdenken. Mich fasziniert und interessiert das Thema immer wieder.

    Kategorie: Biographie. Religion.
    Verlag: O.W. Barth

 

Hart auf Hart: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Hart auf Hart: Roman' von T. C. Boyle
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Hart auf Hart: Roman"

Absoluter Freiheitsanspruch und Verfolgungswahn – T. C. Boyle erkundet in seinem neuen Roman die dunkle Seite der USA. Adam, den seine Eltern nach etlichen Schulverweisen und Therapiesitzungen aufgegeben haben, ist eine wandelnde Zeitbombe: In der Wildnis, wo er ein Schlafmohnfeld angelegt hat, führt er ein Einsiedlerleben und hortet Waffen gegen imaginäre Feinde. Aber es gibt jemanden, der sich in ihn verliebt. Sara hat ebenfalls ausreichend Feindbilder: Spießertum, Globalisierung, Verschwörer und die Staatsgewalt. Als sie Adam am Straßenrand aufgabelt, beginnt eine leidenschaftliche Liaison. Doch bald merkt Sara, dass Adam es ernst meint mit den Feinden, sehr ernst.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:400
EAN:9783423145152

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Bogners Abgang: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Bogners Abgang: Roman' von Hans Platzgumer
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Bogners Abgang: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783552072046

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Rezensionen zu "Bogners Abgang: Roman"

  1. Ein richtig gutes Buch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Apr 2021 

    Dieses Buch ist umwerfend. Es hat gerade mal 144 Seiten, vermittelt aber den Eindruck, man hätte mehrere menschlichen Tragödien intensiv miterlebt.

    Ein nächtlicher Autounfall mitten in Innsbruck verknüpft die Schicksale einiger Menschen und wirft Fragen auf. Wie konnte es dazu kommen und wer trägt die Schuld dafür. Was macht man, wenn man Schuld auf sich geladen hat? Kann man das ignorieren? Oder ist nur der schuldig, der erwischt wird?

    Hans Platzgumer schreibt wunderbar eindringlich in schöner Sprache, originell und mit feiner Ironie. Man kommt seinen Figuren sehr nah und kann sich gut hineinversetzen.
    Da ist Andreas Bogner, ein Maler, dessen Künstlerseele nachvollziehbar ausgebreitet wird. Er hat eine Berufung, aber wünscht sich auch Anerkennung.
    Und Nicola Pammer ist eine brave, fleißige Studentin, muss aber feststellen, dass ihre heile Welt ganz schnell ins Wanken geraten kann und dass ihre Mutter Seiten hat, von denen sie nichts ahnte.

    Dieses Buch lotet die Grenzen aus. Es ist ein elegant komponiertes Drama, das an mehreren Fronten eskaliert und fesselt, ein kniffliges Rätsel das spannend bleibt bis zum Schluss.
    Ich bin erschüttert, ich habe mitgelitten, mir viele Gedanken gemacht und nehme einiges mit aus diesem kleinen Buch. Dabei habe ich mich auch noch köstlich amüsiert. Es war spannend, ergreifend, witzig und moralisch, ganz ohne erhobenen Zeigefinger, ein richtig gutes Buch.
    Chapeau.

  1. Verstrickungen einer Nacht

    5
    (5 von 5 *)
     - 07. Apr 2021 

    „Es gibt Dinge, die behält man besser für sich. Manches verletzt erst dann, wenn man es ausspricht, nicht, wenn man es verschweigt.“ (Zitat Seite 81)

    Inhalt
    Die Bregenzerin Nicola Pammer studiert an der Universität Innsbruck. Auch an diesem 5. April 2018 will sie sofort nach der letzten Vorlesung nach Hause fahren, doch eine ihrer WG-Mitbewohnerinnen feiert Geburtstag. Drei Aperol Spritz später steigt Nicola nachts in ihr Auto und fährt los. Plötzlich taucht aus dem Nichts ein Schatten vor ihr auf der Straße auf.

    Thema und Genre
    Dieser Roman handelt von einem plötzlichen Ereignis und der Reihe von zufälligen Verkettungen, die zu dieser Situation geführt haben. Es geht um menschliches Verhalten,
    Selbstwertgefühl, Schuldgefühle, Verantwortung, auch zeitgenössische Kunst und Kunstkritik spielen eine wichtige Rolle.

    Charaktere
    Der Autor taucht in die Gedankenwelt seiner Figuren, zeigt uns in eindrücklichen Abschnitten ihr Befinden und ihr Verhalten. Er schildert, macht Handlungen nachvollziehbar, doch überlässt er die Wertung und Einschätzungen uns Leser:innen. Auch die Namen der Figuren sind Charakter, der Künstler Andreas Bogner, in dessen aktuellem Kunstzyklus auch ein Bogen eine Rolle spielt und der selbst in einer starken mentalen Anspannung lebt, seiner verbissenen Sucht nach Anerkennung, der überhebliche Kunstkritiker Kurt Niederer, dessen vernichtende Kunstkritik Künstler niedermacht.

    Handlung und Schreibstil
    Die Sprache ist präzise, teilweise protokollarisch, nimmt sich aber auch Zeit für Beschreibungen des Umfeldes, der Denkweise, der Gefühle seiner Figuren. Die Geschichte spielt innerhalb von wenigen Tagen, wird verdichtet durch erklärende Rückblenden, wechselt zwischen den einzelnen Figuren und wird nicht chronologisch geschildert. Erst langsam bringen die unterschiedlichen Handlungssplitter Klarheit darüber, was in dieser Nacht tatsächlich geschehen ist. Gespannt und neugierig folgen wir den Figuren und ihren Entscheidungen. Dadurch entstehen vielschichtige Impulse für eigene Überlegungen, was wir selbst in extremen Konfliktsituation wie den geschilderten tun würden, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.

    Fazit
    Eine facettenreiche, spannende Geschichte über eine Verkettung von Zufällen. Extrem belastende Situationen führen zu unterschiedlichen menschlichen Reaktionen, zu spontan getroffenen Entscheidungen und deren nicht vorhersehbaren Auswirkungen. Der Autor erzählt uns, wie es dazu kommen konnte. Das Nachdenken über die Schuldfrage, Verantwortung, eigene Verhaltensweisen und mögliche anderen Lösungen der Konflikte, auch „was wäre gewesen, wenn“-Überlegungen überlässt er uns Leser:innen.

 

Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte' von David Sheff
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte"

"Dieses Buch zeigt lebhaft, dass selbst angesichts der größten Widrigkeiten, Mitgefühl und warmherzige Sorge um andere Frieden und innere Stärke bringen." Dalai Lama Der New-York-Times Bestsellerautor David Sheff beschreibt die wahre Geschichte eines zum Tode Verurteilten, der im Gefängnis zum Buddhisten wurde. Eine schreckliche Kindheit, die falschen Freunde und mehrere Straftaten – Jarvis Jay Masters Leben war geprägt von Hass und Gewalt. 1990 wird ihm ein Mord an einem Gefängniswärter angehängt, und er wird zum Tode verurteilt. Masters ist voller Wut, hat Panik-Attacken und weiß keinen Ausweg mehr. Bis er eines Tages den Rat bekommt, es mit Meditation zu versuchen. Zunächst zweifelt Masters an der Wirksamkeit des buddhistischen Weges und es graut ihm davor, die Augen im Gefängnis zu schließen. Doch eines Tages beginnt er dennoch zu meditieren und gewinnt eine völlig neue Sicht auf sein Leben.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:265
Verlag:
EAN:

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Rezensionen zu "Gefangen und frei: Der Buddhist in der Todeszelle. Eine wahre Geschichte"

  1. tragische Lebensgeschichte

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 18. Apr 2021 

    Eine schreckliche Kindheit, die falschen Freunde und mehrere Straftaten – Jarvis Jay Masters Leben war geprägt von Hass und Gewalt. 1990 wird ihm ein Mord an einem Gefängniswärter angehängt, und er wird zum Tode verurteilt. Masters ist voller Wut, hat Panik-Attacken und weiß keinen Ausweg mehr. Bis er eines Tages den Rat bekommt, es mit Meditation zu versuchen. Zunächst zweifelt Masters an der Wirksamkeit des buddhistischen Weges und es graut ihm davor, die Augen im Gefängnis zu schließen. Doch eines Tages beginnt er dennoch zu meditieren und gewinnt eine völlig neue Sicht auf sein Leben.

    Fazit:
    Meiner Meinung nach, passt das Buch bzw. eigentlich der Schreibstil nicht zu dieser Geschichte, die hier eigentlich dahintersteckt. Vielleicht liegt es daran, dass der Autor kein Buddhist ist? Es wirkt, als hätte er nicht das nötige Einfühlungsvermögen, was notwendig ist, die Geschichte so zu schreiben, wie sie es verdient. Der Schreibstil wirkt sehr nüchtern und distanziert.
    Schade. Ansonsten handelt es sich bei diesem Buch um eine tragische Lebensgeschichte, die es definitiv Wert ist erzählt zu werden!
    Auch ich selbst kenne mich zu wenig mit Buddhismus aus, um hier wirklich alles ganz nachvollziehen zu können.
    Interessante Ansätze - aber überzeugen konnte mich das Buch nicht.

  1. Chancenlos

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Apr 2021 

    Kurzmeinung: Habe ich gerne gelesen, obwohl die Lehren des Buddhismus einen großen Raum einnehmen - es ist nämlich gut geschrieben.

    Dieser Roman beschäftigt sich einerseits mit dem Schicksal des Jarvis Jay Masters und andererseits in aller Ausführlicheit mit den Praktiken und Lehren des Buddhismus.

    Anders als in der Fiction von „The Guardians“ gelingt es den Unterstützern von Jarvis Jay Masters nicht, ihren Schützling freizubekommen. Beide Romane haben durchaus Berührungspunkte. Für mich als Leser steht in „Gefangen und frei“ nicht im Vordergrund ob Jarvis schuldig ist oder nicht. Sondern wie chancenlos er schon als Kleinkind war. Verantwortung für seine Taten trägt er trotzdem. Aber hätten nicht manche Menschen eine Begnadigung verdient, die sich über Jahrzehnte im Gefängnis lebend positiv verändert haben? Vielleicht sind wir aus lauter Angst zu unbarmherzig, eine zweite Chance zu geben.

    Denn die intensive Beschäftigung mit dem Buddhismus hat aus Jarvis erst den Menschen gemacht, der er hätte sein sollen oder hätte sein können, hätte er die Chance dazu gehabt und wäre in einer liebevollen Familie aufgewachsen.

    Was den Buddhismus betrifft, dessen Lehren im Buch fast mehr Raum einnehmen als Jarvis Leben selber, meine ich, ihn etwas lapidar auf das Prinzip herunterbrechen zu können. „Wenn dich etwas belastet, denk einfach an was anderes“. Doch da buddhistische Lehren und Lehrer Jarvis halfen, sich zu verändern, hat die überaus ausführliche Behandlung dieser Ideologie eine gewisse Berechtigung.

    Fazit: Über Strafe und ihre Sinnhaftigkeit kann man wirklich lange nachdenken. Mich fasziniert und interessiert das Thema immer wieder.

    Kategorie: Biographie. Religion.
    Verlag: O.W. Barth

 

Grado in Flammen

Buchseite und Rezensionen zu 'Grado in Flammen' von  Andrea Nagele
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Grado in Flammen"

In Grado wütet ein Feuerteufel, der bereits ein Menschenleben auf dem Gewissen hat – doch die Polizei jagt ein Phantom. Commissaria Maddalena Degrassi wird von ihrer ehemaligen Dienststelle zu Hilfe gerufen. Zusammen mit ihrem Team begibt sie sich auf die fieberhafte Suche nach dem Täter, bevor es weitere Opfer gibt. Doch möglicherweise ist es dafür längst zu spät …

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:282
Verlag:
EAN:

Diskussionen zu "Ein Sohn der Stadt (Ein Holt Roman)"

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Rezensionen zu "Grado in Flammen"

  1. Nachdem im letzten Roman der

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Mär 2021 

    Nachdem im letzten Roman der Verlobte von Maddalena Degrassi ums Leben kam, kämpft diese nun mit Depressionen, die sie auch davon abhalten, ihrem Dienst nachzugehen. Doch ein unerwartetes Treffen mit der Ehefrau eines Kollegen weckt sie aus ihrer Lethargie auf. Da trifft es sich beinahe gut, dass Grado seit längerem von einer Serie von Brandstiftungen heimgesucht wird, bei der auch ein Mensch ums Leben kommt. Ihr Chef und Schwiegervater, Commandante Scaramuzza bittet Maddalena daher, in den aktiven Dienst zurückzukehren, ein Ersinnen, dem sich die Commissaria nicht widersetzt. Beinahe so, als ob sie nie pausiert hätte, funktionert die Zusammenarbeit mit ihrem alten Team, doch die Überführung des Brandstifters gelingt am Ende ehrer zufällig.

    Mit "Grado in Flammen" lässt Andrea Nägele ihre Protagonistin den Weg ins Leben zurückfinden, was wohl das Wichtigste am Roman ist, lässt sich dadurch doch die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Reihe begründen. Daneben beschreibt die Autorin verschiedene Schicksale von Menschen in Grado, die alle irgendwie, wenn auch zum Teil nur am Rande, mit der Brandserie zu tun haben. Beinahe Mitleid hat man als Leser mit dem Verantwortlichen für die Brandstiftungen, dem das Leben besonders übel mitgespielt hat.

 

Die nicht sterben: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die nicht sterben: Roman' von Dana Grigorcea
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die nicht sterben: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag:
EAN:9783328601531

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Rezensionen zu "Die nicht sterben: Roman"

  1. Ungewöhnlich und eigenwillig

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Apr 2021 

    Was habe ich da nur gerade gelesen? Der Roman "Die nicht sterben" von Dana Grigorcea ist ungewöhnlich, außergewöhnlich, rätselhaft, mysteriös, politisch, blutig, satirisch ..... und einiges mehr. Er ist also vieles, aber eines ganz sicher nicht: langweilig ... auf gar keinen Fall!
    Die Autorin Dana Grigorcea wurde in Rumänien geboren und in Rumänien spielt auch ihr Roman - genauer gesagt in der Walachei. Die Walachei grenzt an Transsilvanien, und ist die Rede von Transsilvanien denkt man sofort an Graf Dracula, der dort ein Schlösschen hatte und eigentlich ein Fürst war, nämlich Fürst Vlad III, auch als "der Pfähler" bekannt.

    Und die Aura des, vor ca. 700 Jahren lebenden legendären Adeligen ist auch heute noch in diesem Landstrich zu spüren - genauso wie in dem Roman "Die nicht sterben". Der vielsagende Titel dieses Romanes erweckt Assoziationen, die man mit unsterblichen Vampiren in Verbindung bringt. Alles in allem versetzt uns die Autorin an ein Setting, das den Mythos Dracula förmlich "atmet".

    „Nun will ich Ihnen aber die blutrünstige Geschichte erzählen, die sich in B. zugetragen hat; ich rufe ihn als Zeugen auf, meinen Vorfahren Vlad den Pfähler, dessen Blut in meinen Adern fließt."

    Ich-erzählende Protagonistin dieses Romans ist eine Kunststudentin, die den Sommer bei ihrer Großtante "Mamamargot" im rumänische B. verbringt, wie jeden Sommer seit sie denken kann. In der Kindheit der Protagonistin war die Sommerresidenz von Margot zur Zeit Ceaucescus vom Staat enteignet. Die Großtante mietet sich daher in das eigene Anwesen ein, um hier den Urlaub in vertrauter Umgebung verbringen zu können. Margot gehört der höheren Gesellschaft an und scharrt einen großen Freundeskreis aus Adeligen, Künstler, Intellektuellen um sich. Diese Freunde geben sich in Margots Sommerresidenz quasi die Klinke in die Hand und gemeinsam frönt man dem Laissez-faire.

    Nach dem Sturz des Diktators Ceaucescu und dem damit verbundenen politischen Umbruch geht das Anwesen wieder in Margots Besitz über. Der Ort verändert sich. Die Menschen ziehen aus der abgelegenen Gegend weg. Die Häuser verfallen. Das Dorf scheint auszusterben.

    Mit dem Namen Dracula verbinden sich Mythen und Geschichten, deren Faszination sich keiner entziehen kann. Was die politischen Oberen dieses Ortes für sich ausschlachten und somit dem wirtschaftlichen Niedergang dieser Gegend entgegenwirken wollen. Tourismus muss her.

    „Ansonsten schlenderten die Touristen umher und schauten sich nach einem möglichen Dracula oder nach Vampiren um; und sie legten dabei eine ungewöhnliche Bereitschaft an den Tag, alles hier bizarr zu finden, primitiv und abstoßend. Wie bestellt kamen die wenigen Bauern aus ihren Häusern hervor und liefen mit grimmigen Mienen umher, lebendige Beweise für ihre vermeintliche Andersartigkeit."

    Doch nicht nur die Touristen lassen sich von den Geschichten um Dracula vereinnahmen. Auch die Ich-Erzählerin verfällt dem Bann des Mythos. Doch ist es nur ein Mythos? Denn irgendetwas geschieht in der Gegend und mit der Ich-Erzählerin - Dinge, die sich nicht mit dem gesunden Menschenverstand erklären lassen.

    In Dana Grigorceas Roman treffen Aberglauben und Tradition auf das moderne Leben und seine "Errungenschaften". Dieses Aufeinanderprallen von Archaismus und Fortschritt ist schon sehr krass. Ein Bild das dies mehr als verdeutlicht ist sicherlich ein Moment, wenn mit Handys bewaffnete Touristen über uralte Gräber trampeln, auf der Suche nach einem Hintergrundmotiv für das ultimative Selfie. Dabei entsteht beim Lesen ein merkwürdiges Unbehagen, das nicht durch die Respektlosigkeit gegenüber der Geschichtsträchtigkeit entsteht, sondern eher durch drohende Konsequenzen auf diese Respektlosigkeiten. Man wartet voller Spannung auf das, was da kommen könnte – selbst wenn sich dies nicht mit Logik und Verstand erklären ließe.

    „Ich erinnere mich an viele Details, die ich aber mit den späteren Berichten aus den Medien vermischen mag, wobei mir das persönlich Erlebte rückblickend unwirklich erscheint. Ich habe mit mir gehadert. Ist mein Vorsatz, bei der Wahrheit zu bleiben, überhaupt einzuhalten, wenn sich die Erinnerung bruchstückhaft darstellt?"

    Die Autorin setzt dabei auf die Vorstellungskraft des Lesers. Denn sie lässt vieles im Ungewissen, wobei Unausgesprochenes und Andeutungen eine ganz eigene Wirkung erzielen, die durch einen poetischen Sprachstil voller Farbenpracht und kraftvoller Bilder noch verstärkt wird.
    Ein ungewöhnlicher und rätselhafter Roman! Leseempfehlung!

    © Renie

 

Dunkelnacht

Buchseite und Rezensionen zu 'Dunkelnacht' von Kirsten Boie
5
5 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Dunkelnacht"

„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“ April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:112
EAN:9783751200530

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Rezensionen zu "Dunkelnacht"

  1. Warum wurdet ihr Tätern eurer eigenen Bewohner?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Apr 2021 

    "Wer heute nach Penzberg kommt, ahnungslos und ohne zu wissen, den wird nichts mehr erinnern an dieses Grauen der Mordnacht am Ende des Zweiten Weltkriegs" (Buchauszug)
    Es ist die Nacht des 28. auf den 29. April 1945 im bayrischen Penzberg. Die Menschen sehen sich dem Ende des Kriegs entgegen uns so ist es kein Wunder, das eine Radiomeldung die Bevölkerung des Orts aufschreckt und Hoffnung macht. Bei dieser wird das Kriegsende verkündet und der ehemalige Bürgermeister, der damals von den Nazis abgesetzt wurde, versucht nun möglichst zu retten, was geht, um das Dorf nach dem Krieg am Leben zu erhalten. Was gut gedacht war, wird zur schlimmsten Nacht Penzbergs werden. Den gerade sein Vorhaben soll ihm und Weiteren zum Verhängnis werden.

    Meine Meinung:
    Das düstere Cover mit dem kleinen Emblem zeigt auf, um welche Zeit und Thema es in diesem Buch geht. Ich finde es dazu noch gut, dass es etwas düster ist den, so passt es zu dem Geschehenen. Jedoch hatte ich nicht geahnt, dass mich so eine ungerechte, bestialische Tat erwarten würde, die mich wirklich erschüttert hat. Der Schreibstil ist der Autorin sehr gut gelungen. Die kurzen prägnanten Sätze und die kleinen Kapitel sind genau richtig gewähnt für jugendliche Leser und als Schullektüre. Was ich zumindest hoffe, dass dieses Buch zu den Kommenden zählen wird. Den es ist eine Thematik, die uns alle angeht, jeden betreffen und sich sicherlich jederzeit wiederholen kann. In dieser Geschichte, die auf einen realen Hintergrund basiert, geht es um Gehorsam, Mut, Hetze, Ängste, um eine Tragödie. Es geht nicht um den Holocaust, sondern um die letzten Tage vor Kriegsende, militärische Befehlsgewalt im Nationalsozialismus und wie dies sogar nicht einmal vor der eigenen Bevölkerung Halt macht. Ich wusste ja schon, dass viele Deutsche Angst hatten, vor dem Regime und davor verhaftet zu werden, wenn man etwas Falsches sagte oder tat. Doch bisher habe ich noch nie über so etwas gelesen, wo dieses Thema mit wirklich so viel Vehemenz wie hier behandelt wird. Ich frage mich, wie die Dorfbewohner sich danach je wieder in die Augen schauen konnten. So viel Elend in einer einzigen Nacht durch Personen oder einer Organisation die sich "Werwolf" nannte. Die einerseits total verblendet von einem Hitlerregime waren und anderseits einfach einem Befehl folgten, egal wen es in dem Moment treffen wird. Ich kann nach Ende des Buchs gut verstehen, warum Kirsten Boie dieses Buch so wichtig ist. Sie wollte diese Nacht aufzeigen und den Opfern von damals endlich einen Namen geben. Dass man wirklich allen gedenkt, die in dieser Nacht ums Leben kamen. Ich finde, das hätte sich schon längst gehört. Traurig bin ich, dass man bisher von dieser Gräueltat noch nie was gehört oder gelesen hat. Warum schweigt darüber unsere Generation von damals? Deshalb finde ich es so wichtig, dass man dieses Buch ebenfalls in Schulen behandelt. Den diese Opfer sind genauso Opfer des Naziregimes geworden. Gut ausgesucht sind zudem die fiktiven Charaktere von Schorsch, Gustl und Marie, bei denen ich ihre Ängste, Zweifel und Sorgen spüre, genauso wie den Hass, den einige Werwölfe in sich tragen. Sicherlich wurde bei vielen dieser Hass noch durch die Hitlerjugend (HJ) geschürt. Eindrucksvoll ist, dass am Ende die einzelnen Opfer benannt und im Nachwort weiteres erklärt wird. Trotzdem dieses Ereignis einige sicher erschüttern wird, bin ich der Ansicht, das es enorm wichtig für die Aufarbeitung unserer Vergangenheit ist. Wer, wenn nicht wir, kann diesen Opfern den heute noch gedenken? Darum gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.

  1. Wenn die Nacht ins Dunkel abtaucht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Mär 2021 

    Klappentext:
    „„Weil auch in diesen Zeiten irgendwer das Richtige tun muss, einfach, weil es richtig ist.“
    April, 1945. Alle spüren, dass der Krieg und die fürchterliche Ideologie der Nationalsozialisten kurz vor dem Ende stehen. Doch in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1945, zwei Tage vor Hitlers Selbstmord, ereignet sich das dunkelste Kapitel der damals noch jungen Stadt Penzberg in Bayern. Denn während der einst von den Nazis abgesetzte Bürgermeister zurück ins Rathaus zieht, erlässt die Wehrmacht den Befehl, alle Widerständler sofort hinzurichten. Und zwischen allen Fronten stehen die Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl.“

    Ja, auch als Erwachsener kann man super Jugend-Romane lesen, die einem fast vom Hocker hauen und wenn sie aus der Feder von Kirsten Boie stammen, dann sowieso. Die drei Jugendlichen Marie, Schorsch und Gustl kann man ja nur zu gut mit ihrer Meinung verstehen, da wir Leser ihnen eine ganze Menge mehr voraus haben. Wir verstehen ihre Bedenken, ihre Ängste und würden ihnen am liebsten den Mund verbieten um nicht zu tief in die braune Gefahr abzurutschen oder gar das schlimmste zu befürchten. Boie lässt ihre Figuren extrem frei und gewollt de Gefahr ins Auge blicken. Es ist nichts geschönt, warum auch?! War doch dies, die dunkelste Zeit in unserer Geschichte. Kirsten Boie hat einerseits für Jugendliche aber auch für Erwachsene einen ganz großartigen und kurzen Roman bzw. eine Novelle verfasst, der einen dem Atem anhalten lässt. Ihre Wortwahl ist gewählt und der Zeit entsprechend, ihre Sprache rund und flüssig, ihre Intention großartig. Dem Leser bleiben genügend freie Gedanken um selbst darüber nachzudenken bzw. sich Fragen zu stellen. Es ist für Jugendliche ein anspruchsvolles Buch und für Erwachsene ein echter kleiner Schatz, eine Novelle eben.
    Für dieses großartige Werk kann ich nicht anders als 5 Sterne zu vergeben.

  1. Ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 21. Mär 2021 

    Da ich mich sehr häufig mit den Weltkriegen beschäftige, wollte ich sehen wie die Thematik in einem Jugendbuch verarbeitet worden ist und begann zu lesen. Nie im Leben habe ich gedacht, dass das Leseerlebnis so intensiv sein würde.

    In der Geschichte geht es um Marie, Schorsch und Gustl. Beide Jungen mögen das Mädchen und möchten es für sich gewinnen, aber geht das in so einer Zeit überhaupt, wo der Krieg noch nicht vorbei ist? Doch dann passieren schreckliche Dinge im Ort. Auf welcher Seite stehen die jungen Leute?

    Ich möchte gleich vorab sagen, dass es in jedem Fall besser ist sich an die Altersempfehlun des Verlages zu halten. Auch wenn die Aufmachung fast einem Kinderbuch gleich kommt, so habe ich doch Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass 10- Jährige das Geschriebene verstehen könnten.

    Die Kapitel sind mit dem jeweiligen Datum, Uhrzeit, Ort und handelnden Figuren versehen, so dass der Leser immer weiß bei wem er gerade ist. Zudem fühlte es sich dadurch wie ein Countdown an.

    Durch die gesamte Handlung führt ein beobachtender Erzähler und es wird eher distanziert berichtet. Anfänglich fand ich das etwas seltsam, aber bei den geschilderten Ereignissen war es dann doch besser, dass der Leser von oben drauf schaut und nicht mittendrin ist.

    Der nüchterne und reduzierte Schreibstil der Autorin trägt zusätzlich dazu bei, dass eine dunkle Grundstimmung herrscht. Ahnlich fühlt sich das Herrannahen eines Gewitters an. Man muss sich an die Art der Schreibe erst einmal gewöhnen, da man es einfach nicht erwartet, dass doch so erwachsen alles dargestellt wird.

    Mir hat gefallen, dass durch diese Geschichte mal andere Taten als die üblich bekannten angesprochen werden, denn von Penzberg hatte ich bis dato noch nie gehört. Nur wenn wir uns immer daran erinnern, werden die grausamen Taten nicht in Vergessenheit geraten.

    Ansonsten möchte ich noch die tolle Gestaltung des Buches hervorheben. Mir gefällt die raue Oberfläche und dass man auf einen Schutzumschlag verzichtet hat. Dass die Seiten am oberen Ende wie angekokelt aussehen, macht auch optisch etwas her beim Lesen selbst.

    Im Anhang befinden sich übrigens Begirffserklärungen, was ich zwar nicht benötigt habe, aber den jüngeren Lesern sicher helfen wird zu verstehen.

    Fazit: Ein ungemein wichtiges Buch, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. So etwas sollte Schullektüre sein. Klasse!

  1. „Wozu sind ganz und gar durchschnittliche Menschen fähig?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Mär 2021 

    Die erschütternden Geschehnisse am 28. und 29. April 1945 in der rund 50 Kilometer südlich von München gelegenen ehemaligen Bergarbeiterstadt Penzberg sind Gegenstand der Jugendnovelle "Dunkelnacht" von Kirsten Boie. Die historischen Fakten sind akribisch recherchiert und stammen aus dem Archiv der Stadt Penzberg sowie aus den Prozessakten zu diesen sogenannten Endphasenverbrechen. Fiktiv sind jedoch die drei Jugendlichen Schorsch, Marie und Gustl, aus deren Sicht Kirsten Boie über die Verbrechen berichtet, wenn sie sich nicht selbst als auktoriale und emotionale Erzählerin einbringt. Gustl kämpft als „Verräter-Kind“ bei den Werwölfen fanatisch für das Vaterland und seine Ehre, Schorsch wird als Sohn eines Polizeimeisters Zeuge von dessen Aktenvernichtung und Maries Vater saß als "Roter" eingige Zeit im KZ Dachau.

    Die historischen Fakten
    Am 28. April 1945 standen die Amerikaner unmittelbar vor der ehemals roten Stadt Penzberg. Die Widerstandsbewegung Freiheitsaktion Bayern hatte den Reichssender München besetzt und rief zum Schutz der Betriebe gegen Sabotage durch die Nazis und zur Übernahme der Ordnungsmacht durch die Bürgermeister aus der Zeit vor 1933 auf. Zusammen mit einigen Getreuen setzte daraufhin das ehemalige Stadtoberhaupt Hans Rummer den Penzberger NS-Bürgermeister ab, verhinderte die Flutung des Bergwerks, befreite die Zwangsarbeiter und bereitete den Einmarsch der Amerikaner ohne Blutvergießen vor. Ein durchziehendes Wehrmachts-Regiment und ein Rudel der Untergrundorganisation Werwölfe sorgten jedoch dafür, dass die Gruppe um Hans Rummer sowie ihrer roten Gesinnung verdächtige Penzberger Bürger als „Volksverräter“ hingerichtet wurden. Am Nachmittag des 28 April 1945 wurden acht Männer von einem Vollstreckungskommando erschossen, in der darauffolgenden Nacht sechs Männer und zwei Frauen erhängt: „Die Wehrmacht schießt, der Werwolf hängt.“ (S. 100) 

    Schnelle Szenenwechsel
    Wie ein Protokoll ist der schmale Roman aufgebaut mit exakten Zeitangaben als Kapitelüberschiften. Die Unterkapitel sind mit den handelnden Personen überschrieben. Die Kürze dieser Abschnitte steigert die unheilvolle Dramatik und die Spannung, obwohl nie ein Zweifel am düsteren Ausgang dieser Stunden besteht. Die Schilderung der Morde durch die Augen der Jugendlichen ist äußerst knapp, aber gerade darum besonders eindrücklich. Das gelungene Layout mit dem grau-schwarz angesengten oberen Rand verstärkt die zutiefst beklemmende Szenerie.

    Gedenken und Mahnung
    Kirsten Boie stieß bei der Lektüre des Sachbuchs "Wolfszeit" von Harald Jähner auf die Verbrechen von Penzdorf. Einerseits hält sie mit Dunkelnacht die Geschichte der Opfer lebendig und setzt ihnen mit einer Namensliste im Anhang ein Denkmal. Andererseits erzählt sie diesen Teil der deutschen Geschichte heutigen Jugendlichen bewusst, um den Gefahren von rechtsnationalem Gedankengut etwas entgegenzusetzen. Der Blickwinkel der jugendlichen Protagonisten erleichtert die Identifikation und die Auseinandersetzung mit Themen wie Angst und Misstrauen, Ehre, Pflichtgehorsam und Mitläufertum, Hass und Verrohung, aber auch Mut und Menschlichkeit.

    Im ebenfalls sehr lesenswerten Nachwort beschreibt Kirsten Boie die beschämende gerichtliche Aufarbeitung der Verbrechen im Nachkriegsdeutschland und das zurückhaltende Gedenken in der Stadt.

    Ich wünsche mir, dass viele Jugendliche ab etwa 15 Jahren "Dunkelnacht" lesen, am besten als Schullektüre. Anregungen für aktuelle Diskussionen bietet der Roman mehr als genug, denn:

    "Penzberg zeigt: Eine unmenschliche Politik betrifft am Ende selbst diejenigen, die glaubten, unbeteiligt bleiben zu können." (Nachwort, S. 116)

 

Die Ankündigung (Ein Kaely Quinn Krimi, 1, Band 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Ankündigung (Ein Kaely Quinn Krimi, 1, Band 1)' von Nancy Mehl
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Ankündigung (Ein Kaely Quinn Krimi, 1, Band 1)"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag:
EAN:9783775160537

Diskussionen zu "Ein Sohn der Stadt (Ein Holt Roman)"

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Rezensionen zu "Die Ankündigung (Ein Kaely Quinn Krimi, 1, Band 1)"

  1. Die Suche nach den sieben kleinen Elefanten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Feb 2021 

    "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." (Friedrich Nietzsche)
    FBI-Agentin und Verhaltensanalytikerin aus St. Louis und Tochter eines Serienmörders, die nun unter ihrem Pseudonym Kaely Quinn lebt, bekommt es mit ihrer Vergangenheit zu tun. Dabei wird sie mit einem anonymen, mehrzeiligen Gedicht bedroht, bei dem der Täter sie auf sechs Morde hinweist, die schlussendlich mit ihrem eigenen Tod enden soll. Gemeinsam mit ihrem FBI Kollege Noah Hunter soll sie den Mörder finden, um möglichst viele sowie ihren eigenen zu verhindern. Verdächtig sind erst mal alle Täter, die Kaely in den letzten Jahren aufgespürt hat und inzwischen entlassen wurden. Doch ebenso Freunde, Familienmitglieder und sogar Kollegen kommen in den Focus der Ermittler. Für Noah und Kaely wird es ein Wettlauf gegen die Uhr, den der Täter ist unberechenbar.

    Meine Meinung:
    Das düstere Cover und der interessante Klappentext hat mich neugierig auf diesen besonderen Krimi gemacht. Speziell der brisante und informative Schreibstil der Autorin war für mich wirklich überrascht. Als ich im Nachwort las, das ihr eine FBI-Agentin behilflich war, war mir klar, woher sie ihre guten Fachkenntnisse hat. Besonders das Katz- und Mausspiel, das der Täter mit Verhaltensanalytikerin Kaely spielt, ist sehr interessant, spannend und hat selbst mich miträtseln lassen. Genauso hat mir das Gedicht über die "Sieben kleine Elefanten" gefallen, ich fand es äußerst gut dargestellt und sehr gut ausgedacht. So habe ich recht schnell schon meine einigen Verdächtige, die sogar ein Motiv hätten, um sie zu töten. Und erst die Thematik rund um den Glauben haben das Ganze dann zu einer Besonderheit gemacht. Beeindruckt hat mich natürlich Kaely Vergangenheit mit ihrem Vater als Serienmörder. Zwar kannte ich das schon von einer anderen Autorin, trotzdem fand ich es gut. Schade nur, dass diese noch sehr verhalten hier in dem Buch gewesen ist. Doch da ich auf weitere Folgen hoffe, nehme ich an das man dort dann Näheres erfährt. Imponiert und gleichzeitig verwundert war ich über Kaelys Gabe, mit den Tätern reden zu können. So war insbesondere bei der Anfangsszene doch recht überraschend und sogar lustig für mich, als sie im Restaurant bei einer dieser Unterhaltungen aufgefallen ist. Imponiert haben mich außerdem die verschiedenen Charaktere, die allesamt ihre ganz eigene Note mitbringen. Sei es der Reporter Jerry Acosta, der unbedingt hinter einer Reportage über Kaelys Vergangenheit her ist. Alex Cartwright, ihr ehemaliger Kollege, den ich mitunter nicht einschätzen konnte. Und ebenso Richard Burton, der väterliche Freund, bleibt für mich suspekt. Genauso hätte Jason Kaelys Bruder ein Motiv. Sehr sympathisch hingegen empfinde ich sofort Noah Hunter ihren neuen Partner. Durch seine Ruhe, seine Fachkenntnis und die Präsenz scheint er mir der Richtige zu sein, um auf sie aufzupassen. Doch mitunter nimmt Kaelys imaginäres Leben sehr eigenwillige und suspekte Züge an, bei dem ich vermute, das es von einem kindlichen Trauma herrührt. Denn gerade solche Eindrücke, wie sie Kaely hat, erlebt man sonst doch eher bei Kindern. Doch vor allem die Idee der Mördersuche zwischen Spiel und Ernsthaftigkeit hat mich absolut überzeugt und so hoffe ich, das es weitere Folgen dieser Ermittlerin geben wird. Wer also einen guten Krimi lesen möchte und selbst vor Glaubensfragen nicht scheut, der ist hier genau richtig. Von mir gibt es dafür eine Empfehlung und 5 von 5 Sterne.

 

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