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Zweiter Teil, IV bis Ende

Dieses Thema im Forum "Leserunde "Der Fremde" von Albert Camus" wurde erstellt von supportadmin, 23. Juni 2018.

  1. supportadmin

    supportadmin Administrator

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    Leserunde "Der Fremde" von #albert camus , zweiter Teil, IV bis Ende
     
  2. parden

    parden Forumlegende

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    Wie witzig, dass hier niemand postet... :D Ich bin sicher nicht die einzige, die schon längst fertig ist mit der Lektüre? Aber ich musste das Gelesene erst einmal sacken lassen.

    Das Urteil. Der Gefängnisalltag in banger Erwartung der Vollstreckung des Urteils - schwankend zwischen Hoffnung, Angst und Erleichterung, wenn frühmorgens die befürchteten Schritte ausbleiben. Der Besuch des Geistlichen und Meursaults Ausbruch, dann seine Schicksalsergebenheit.

    Als hätte diese große Wut mich vom Bösen geläutert, von Hoffnung entleert, öffnete ich mich angesichts dieser Nacht voller Zeichen und Sterne zum ersten Mal der zärtlichen Gleichgültigkeit der Welt.


    *****************

    Ich verstehe das mit dem Existentialismus irgendwie immer noch nicht so recht, sorry.

    "Dieses Gefühl der Entfremdung greift auch der Schriftsteller und Philosoph Camus in seinen Werken immer wieder auf. Er spricht von dem "Absurden" und meint damit, dass jeder Mensch weiß, dass er sterben wird und trotzdem einen Lebenswillen besitzt - hierin sah der Denker die Möglichkeit, in einer eigentlich "gleichgültigen" Welt seiner Existenz einen Sinn zu verleihen: Der Mensch kann einen eigenen Lebensentwurf schaffen und dadurch sein Dasein selbst gestalten. Auch Sartre sagt, dass wir zwar gezwungen sind, die Verantwortung für unser Leben zu ergreifen - doch darin liegt auch die Chance, verantwortungsvoll zu handeln und unserem Dasein einen Sinn zu geben."

    Das mit der gleichgültigen Welt taucht hier auf, auch dass jeder Mensch sterben wird, egal was er in seinem Leben anfängt oder was ihm begegnet. Aber das mit dem Sinn verleihen sehe ich hier überhaupt nicht oder das mit der Verantwortung für das eigene Leben?! Für mich ist 'Der Fremde' eher ein nihilistisches Buch...
     
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  3. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Ich habe den Fremden gerade ausgelesen. Während mir die Figur im letzten Abschnitt doch einigermaßen nahe kam, hat sie sich im diesem wieder von mir entfernt.
    Zu idealistisch erscheinen mir die Gedanken des Verurteilten, in dem Sinne, dass sie zur Philosphie des Autors passen sollen...

    Wäre dies eine Schullektüre, würde ich mir eine Interpretationshilfe beschaffen, um die Note zu retten :confused:
    Nun lese ich es freiwillig. Mich interessieren aber diese skurrilen Gedanken M.s nicht. Ich habe keine Lust, mich in sein destruktives Weltbild hineinzudenken. Insofern bin ich vielleicht auch nihilistisch, @parden ?

    Ich habe ein Buch von Camus gelesen. Jippie! Den Horizont erweitert. Ein Genuss sieht aber anders aus...

    Ich vermute, ich bin nicht die einzige, der es so ergeht. Auch euer Schweigen spricht Bände :D
     
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  4. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Mir ergeht es ähnlich wie @parden und @Literaturhexle. In dem Roman kommt eher die Gleichgültigkeit zum Ausdruck, von der Freiheit sich zu verweigern, aber eine Sinngebung kann ich nicht erkennen. Mich lässt der Roman etwas ratlos zurück :oops:...
     
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  5. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Das tut mir jetzt gut: Dass du als geschulte Vielleserin ähnlich ratlos bist wie ich.
    Da lasse ich das Buch doch getrost hinter mir und Versuche, mich Interessanterem zuzuwenden ;)
     
  6. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Ich habe das Buch gestern zu Ende gelesen und bin total begeistert.
    So viele Sätze, die unglaublich tief gehen. Die mich ganz tief bewegen.

    Die Situation eines zum Tode verurteilten Menschen finde ich total interessant gewählt. Wir sind ja alle zum Tode verurteilt (wie der Anstaltsgeistliche zu Recht feststellt). In dieser Situation verdichten sich alle Gedanken, die wir Menschen uns über unser Leben und unseren Tod machen können.
    Meursault versucht erst einen Ausweg zu finden. Die Stellen sind ganz toll. Wie er sich zum Beispiel eine Hinrichtung ausdenkt, die nur in 9 von 10 Fällen tötet usw. Wir Menschen können nun mal nicht ohne Hoffnung leben.
    Dann die Auseinandersetzung mit dem Geistlichen. Das hat mir als bekennende Atheistin super gefallen. Der Ausweg, den Religion bietet erscheint mir, wie M. als Lüge. Aber wie soll man als Atheist leben? Camus gibt die Antwort: indem man das Sinnlose des Lebens zutiefst akzeptiert.
    Die Art wie Camus das darstellt muss man mögen - oder nicht. Dies kurzen trocken Sätze, manchmal viel Pathos...mir hat das sehr gut gefallen.

    Dieser berühmte Satz von Camus, den @parden zitiert hat...in dem sich der Held der"gleichgültigen Zärtlichkeit der Welt öffnet.." Schöner kann man diese Einstellung nicht zusammenfassen.

    In diesem Buch geht es erst mal um eine Art Diagnose: Das Leben ist absurd.( Wer könnte das bezweifeln?) Dann im nächsten Schritt darum, dies zu akzeptieren. In dem Roman "Der Fremde" geht Camus nicht über die Erkenntnis hinaus. Insofern verstehe ich eure Ratlosigkeit.
    Ich lese gerade die Biographie von Camus, die Iris Radisch geschrieben hat. Daraus geht hervor, dass Camus Schlussfolgerungen aus all dem sehr weitgehend sind. Als nächstes Stichwort, nach dem Absurden, fällt bei Camus dann schon das Stichwort" Revolte". Der Mensch sollte sich engagieren und sein Leben in Mäßigung leben. Diese Gedanken hat er dann in dem Roman " Die Pest" dargestellt. Camus war ja als Journalist dem französischen Widerstand verbunden - also nicht nihilistisch.
    Vielleicht hätten wir lieber "Die Pest" von Camus zusammen lesen sollen - das wäre aber sehr viel länger gewesen...


     
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  7. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Mit diesem Hintergrund, @Leseglück verschwindet ein Teil meiner Ratlosigkeit. Danke schön!
     
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  8. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Ich finde das toll, dass du einen Zugang zu dem Buch gefunden hast. Leider habe ich mich noch nie für Philosophie erwärmen können. Die Idee, die Sinnlosigkeit des Lebens anzuerkennen.... das hat für mich etwas Nihilistisches. Damit kann ich nicht umgehen: Ich Versuche, jeden Tag zu gestalten, sinnvoll zu füllen. Da mag ich nicht dran denken, dass ich sowieso mal sterben muss und alles umsonst ist.

    Deine Ausführungen sind erhellend und ich danke für dein Verständnis uns Ratlosen gegenüber;)
    Schön, dass dich die Lektüre "gepackt" hat und du jetzt auf eigene Faust weiter liest!
     
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  9. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Ja das verstehe ich.

    Ich fühle mich ein bisschen verantwortlich dafür, dass wir uns das Buch ausgesucht haben. Ich habe das so in Erinnerung, dass ich das vorgeschlagen hatte...Ich selbst wurde ja nicht enttäuscht aber für euch war es wohl kein Vergnügen...aber immerhin ein kurzes Missvergnügen;)
     
  10. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    @Leseglück: Aufgrund deiner Erläuterungen sind wir auf jeden Fall um eine Leseerfahrung reicher und wissen jetzt etwas mit dem Existenzialismus anzufangen. Insofern war es alles andere als ein Missvergnügen. Dir herzlichen Dank für die philosophische Bereicherung dieser Leserunde!
     
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  11. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Da schließe ich mich uneingeschränkt an!!
    Das gehört einfach dazu, dass es unterschiedliche Meinungen zu einer Lektüre gibt. Das ist völlig in Ordnung! Außerdem geht es bei uns ja auch klar um eine Erweiterung des Horizonts. Dazu hat "der Fremde " auf jeden Fall beigetragen.
    Schön, dass es für dich ein Vergnügen war.
     
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