Was wird der neue Trend?

Maycroft

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19. Mai 2014
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Hallo,

ich schaue mir gerade die Herbst / Winter Programme an und bin etwas am grübeln wohin der Trend gehen wird, in der Vergangenheit war dies sehr leicht Vampire, Vampire, Vampire, das ging mir zwar auf die Nerven aber naja.

Sehe ich mir die Programme jetzt an, kann man eigentlich keinen richtigen Trend oder Trendsetter ausmachen, es zeigt sich auch zurzeit kein Megabestseller am Horizont.

Was denkt ihr wohin wird die Reise gehen?
 

Helmut Pöll

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9. Dezember 2013
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Hallo,
ich glaube, dass wir uns in einer Art Orientierungsphase befinden, wo die alten Trends allmählich am Horizont verblassen, die neuen aber noch nicht sichtbar sind, @Maycroft .

Plötzlich wird da ein Bestseller auftauchen, der aus irgendeinem Grund den Nerv der Zeit trifft, dann wird es viele Verlage und Autoren geben, die in dieser Richtung etwas versuchen werden, das wird dann der neue Trend.
 

Maycroft

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19. Mai 2014
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Und gerade dies verstehe ich nicht, als die Vampire populär wurden, hat jeder angefangen damit, bis zu einem gewissen Maß ist da sicherlich eine Nachfrage gewesen, aber ab einem gewissen Punkt hat man sich selbst das Geschäft kaputt gemacht.
 

ManfredsBücherregal

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15. April 2014
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Aber ähnlich ist sowas in der Musikbranche ja auch. Ich höre gerne Rockmusik. Und wenn eines sicher ist, dann die Gewissheit wenn eine Band einen großen Erfolg verbuchen kann, werden in den nächsten Wochen von den Labels Bands am Fließband unter Vertrag genohmen die ähnlich Klingen. Um dann meist nach der 1. oder 2. CD wieder im Nirgendwo zu verschwinden. Aber nicht unbedingt weil diese Bands schlechter sind, sondern weil der Markt dann damit überschwemmt wird und diese dann in der Masse untergehen.
 

Sebastian

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18. April 2014
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Wenn man denn überhaupt ein volles Album einer solchen Band zu hören bekommt, es also nicht nur ein One Hit Wonder ist. Das ist generell das Problem mit Trends, wobei ich den Vampirtrend besonders zum kotzen fand, da ja jeder auf diese verdammte Twilight-Schiene aufgesprungen ist. Es gibt so viele richtig gute Vampir-Stories (So finster die Nacht, Vampire - The Masquerade (die Clansromane), John Carpenters Vampires, Stoker und und und...). DAS sind die Vampire, die ich mag und von denen ich auch tatsächlich noch was lesen würde. Nicht diese Glitzer-Daywalker-Scheiße (sorry...). Aber durch diesen sogenannten Trend gibt es in der Hinsicht nichts nennenswertes mehr, nur diese Romantic-Erotic-Heititeivampirgrütze. Ätzend.

Zombies lagen eine ganze Weile auch ganz weit vorne dabei, tatsächlich sogar mit guten und teilweise innovativen Werken (Return Man würde mir da einfallen). Aber auch das ist schon wieder abgeebbt. Derzeit würde ich auch nicht wirklich einen Trend ausmachen wollen, auch wenn ich mich wie ein blöder darüber freuen würde, dass SciFi mal wieder beliebt wird. Aber das ist wohl selbst SciFi, fürchte ich...

Was Bestseller angeht... schwierig zu schätzen, wobei im September zumindest der neue King in den Startlöchern steht. Vielleicht kein Bestseller im klassischen Sinn, aber ich denke mal, der wird einschlagen.
 
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Helmut Pöll

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Vielleicht kein Bestseller im klassischen Sinn, aber ich denke mal, der wird einschlagen.

King schlägt immer ein. Die Wahrscheinlichkeit ist einfach hoch, dass er ein solide gemachtes und spannendes Buch abliefert. Deshalb kaufen die Leute. Er müsste wohl erst dreimal hintereinander eine todlangweilige Story liefern, damit sich ein neues Buch von ihm nicht verkauft. Und das ist eigentlich nicht abzusehen.

Mir geht es ähnlich mit Vampirgeschichten, @Sebastian . Bei den meisten kann ich nur gelangweilt gähnen, während ich Dracula beispielsweise großartig finde.
 

Maycroft

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King schlägt immer ein. Die Wahrscheinlichkeit ist einfach hoch, dass er ein solide gemachtes und spannendes Buch abliefert. Deshalb kaufen die Leute. Er müsste wohl erst dreimal hintereinander eine todlangweilige Story liefern, damit sich ein neues Buch von ihm nicht verkauft. Und das ist eigentlich nicht abzusehen.

King ist aber auch einer der letzten Dinos in der Buchbranche, mir würde auf anhieb jetzt niemand einfallen der am Erscheinungstag schon solche Verkaufsraten hat, abgesehen von Rowling vielleicht (wobei ich vermute das nach den letzten Bruchlandungen dies nicht mehr so ist).

Ich denke generell fehlt dem Markt der Mut, gerade im Bereich SciFi sehe ich es so wie Sebastian, hier hätte man durchaus Chancen mal etwas neues zu bringen, aber man traut sich nicht.

Die letztens Trends haben und ich denke das sind wir uns einige nicht die Qualität sondern der Gewinn bestimmt und so wird es leider vorerst bleiben.
 

Klara Bellis

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Bei den eWriters hatten wir das mit dem Trend auch gerade diskutiert. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist es gerade ein super angesagter Trend, Bücher zu lesen (und zu schreiben) in denen mehr oder weniger verliebte Teenager qualvoll an Krebs und der gleichen sterben. "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" soll da wohl den Trend angestoßen haben. Und in einer ziemlich großen Facebook-Gruppe, in der sich mehrere Tausend Leser austauschen, sehe ich immer mal wieder die Frage, ob jemand Bücher empfehlen kann, bei denen man weinen muss (ich hatte sofort "Effie Briest" empfohlen ;)). Also, um es kurz zu machen: Der aktuelle Trend = Bücher, bei denen der Leser/die Leserin weinen muss. :(
 
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Sebastian

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Seltsamer Trend. Man gut, dass ich mich gegen so etwas zumeist recht erfolgreich verwehren konnte ;). Aber unter dem Aspekt würde ich dann ja fast schon eher Jojo Moyes und "Ein ganzes halbes Jahr" als Stein des Anstosses sehen.
 

Klara Bellis

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@Sebastian: Kann sein, dass das Jojo Moyes-Buch der Auslöser war. Keine Ahnung. Ich halte mich lieber von "Büchern bei denen ich weinen muss" fern, da ich eh schon ziemlich finster drauf bin. Auch ohne solche traurigen Geschichten. Also definitiv auch kein Trend für mich. Aber anscheinend für sehr viele andere Leser. Zumindest in dieser von mir erwähnten Facebook-Gruppe habe ich das Gefühl, dass "Bücher zum Weinen" fast so häufig nachgefragt werden, wie "Bücher, die so ähnlich sind wie Shades of Grey". :D
 
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Helmut Pöll

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@Sebastian: Ich halte mich lieber von "Büchern bei denen ich weinen muss" fern, da ich eh schon ziemlich finster drauf bin. :D
Also ich glaube nicht, dass es einen Trend zu Büchern gibt, die einen zum Weinen bringen. Aber grundsätzlich lesen wir doch Bücher besonders gerne, wenn sie uns emotional irgendwo berühren, wenn wir lachen, weinen, oder uns gruseln oder mit den Protagonisten mitfiebern können. Zumindest geht es mir so. Und in einer Vampir-Fangruppe wird das bevorzugte Gefühl dann eben das Gruseln sein.
 

Helmut Pöll

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@Helmut Pöll: bei den Ewriters wurde dazu ein Artikel verlinkt: http://www.welt.de/print/die_welt/literatur/article129554667/Mach-mich-traurig.html#disqus_thread Angeblich soll es sich "Sick Lit" nennen.
Wenn es einen dauerhaften Trend gibt, dann vielleicht den, dass man überall schnell ein Label draufklebt und dann so tut, als sei das etwas ganz Neues ;).

Der Realismus der "Sick Lit" ist eher ein moralischer: Das Genre erinnert seine Leser daran, dass das Leben etwas Kostbares ist, dass man es nicht vergeuden sollte, dass man versuchen sollte, sich nicht schuldig zu machen, weil man nie weiß, wie viel Zeit einem noch bleibt

Naja, das ist nun nicht wirklich eine bahnbrechende neue Erkenntnis. Das wußten Homer und Shakespeare auch schon. Deshalb spielt man ja auch "Romeo und Julia" heute noch.
 

Klara Bellis

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Wenn es einen dauerhaften Trend gibt, dann vielleicht den, dass man überall schnell ein Label draufklebt und dann so tut, als sei das etwas ganz Neues ;).

Vielleicht ist man ja in der Buchbranche krampfhaft auf der Suche nach einem neuen, echten Trend, auf den man die nächsten Jahre setzen kann und deshalb werden ganz schnell die Labels geklebt? „Steampunk“ war/ist doch auch ein Trend, oder?
 

Sebastian

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18. April 2014
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Vielleicht ist man ja in der Buchbranche krampfhaft auf der Suche nach einem neuen, echten Trend, auf den man die nächsten Jahre setzen kann und deshalb werden ganz schnell die Labels geklebt? „Steampunk“ war/ist doch auch ein Trend, oder?

Na ja, Steampunk würde ich jetzt nicht unbedingt als Trend sehen. Diese Art Bücher ist ja im Endeffekt schon Asbach, auch wenn sie im Moment zugegebenermaßen forciert wird (warum auch immer, ich habe mal eins angelesen, es nach drei Wochen und ein paarundfuffzig Seiten wieder weggelegt. Ich bleib da, ganz alter Shadowrunner, lieber beim Cyberpunk).
 

Timmytoby

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9. Oktober 2014
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timspohn.de
Was ich auf dem amerikanischen Markt so beobachte ist nach wie vor die Dominanz von Young Adult und Erotic Romance. Die Jugendsparte macht dann auch relativ regelmäßig die ganzen Riesentrends durch. Erst waren es Vampirromane, dann dystopische Geschichten (Hunger Games, Divergent) und zuletzt die todkranken Teenager (wie oben beschrieben).
Die Erotikromanzen sind auch immer noch unheimlich stark und gerade erst wieder aufgeflammt dank dem 50 Shades of Grey Film.

Mehrere Blogs haben in der letzten zeit vorhergesagt, dass ein neues Genre groß im Kommen ist: New Adult. Das wohl Leser abgreifen, die aus dem Young Adult Genre (Teenager) rauswachsen und trotzdem nicht direkt zu normaler Fiction wechseln wollen. Statt Tweens springen dann halt 18-25 Jahre alte Figuren in den Geschichten rum. Mal schauen ob das so eintritt.