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Viele Streamingdienste sind der Bücher Tod

Dieses Thema im Forum "News aus der Buchwelt" wurde erstellt von Helmut Pöll, 28. Februar 2018.

  1. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    9. Dezember 2013
    Beiträge:
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    Die Zeiten, wo es am Feierabend die zwei Alternativen "dröges Fernsehprogramm auf wenigen Kanälen" oder "Griff zum Buch" gab, sind lange vorbei. Die Alternativen werden immer vielfältiger: Surfen im Internet, Onlinepoker, nächtelang Chatten mit irgendwelchen Menschen am Ende der Welt, die man noch nie gesehen hat, mit denen einen aber ein interessantes Thema verbindet.

    Dann wären da noch die Streamingdienste, also Filmeanbieter, bei denen die Zuschauer selber entscheiden können, wann sie was sehen. Dabei führt auch der gemächliche, schlurfende Gang zum Kühlschrank zwischendurch nicht dazu, dass man die Entlarvung des Mörders oder irgendein anderes wichtiges Detail verpasst. "Was war denn?" wird ersetzt durch den Druck auf die Pausetaste.

    Einer der führenden Streamingdienste ist Netflix. Und genau an die soll der Buchmarkt eine nicht unerhebliche Zahl Kunden verloren haben. Darüber macht sich der Tagesspiegel Gedanken.

    In der Hierarchie der Kulturproduktion stand die Belletristik jahrzehntelang weit über billigen, seriellen TV-Formaten. Heute spricht man von komplexen, nach vielen Seiten anschlussfähigen Erzählströmen und meint die ästhetisch ambitionierten Serien, die seit den späten 1990ern das Genre revolutioniert haben.

    https://www.tagesspiegel.de/kultur/...rien-gemein-haben-und-was-nicht/20803232.html

    Was Romane und TV-Serien gemein haben - und was nicht

    Der Buchmarkt hat viele Kunden an Streamingdienste wie Amazon und Netflix verloren. TV-Serien schlagen Romane – mit deren eigenen Waffen.
    tagesspiegel.de


    P.S: der Artikel ist nicht brandneu, ich habe ihn aber erst heute entdeckt.
     
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  2. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Das Grundproblem sehe ich auch, gerade in der jungen Generation. Da wird das Buch immer mehr zur Randerscheinung. Alles dreht sich in der Freizeit um Spotify, Amazon und Netflix. Bei den Kindern kommen die Spielkonsolen und PC-Spiele noch dazu...

    Trotz aller Sorge wird man den Zug nicht mehr aufhalten. Ob das dann am Ende wirklich merklich zu Lasten der Buchbranche geht, wird man sehen. Zunächst werden die vielen "Alten" den Markt noch stützen. Hoffe ich wenigstens.
     
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  3. Xirxe

    Xirxe Aktives Mitglied

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    Vor allem auch, weil sie ja so langsam in Ruhestand gehen und dann viel mehr Zeit haben werden, all die noch ungelesenen Bücher endlich zu lesen ;)
    Aber ich sehe auch nicht so schwarz: die letzten Meldungen aus der Buchhandelbranche klangen doch ganz gut. Gesteigerte Buchverkäufe; mehr neuaufgelegte Bücher; Zahl der Buchhandlungen sinkt nicht mehr, im Gegenteil.
     
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  4. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    9. Dezember 2013
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    Ich sehe das alles nicht so negativ. Die Frage ist doch auch, ob die Leute, die jetzt täglich vier Stunden vor Netflix sitzen, tatsächlich Bücher lesen würden, wenn es Netflix nicht gäbe. Aber die Auswahlmöglichkeiten sind natürlich vielfältiger geworden, das stimmt schon.

    Andererseits halte ich diese wöchentlich aufgekochten Hiobsnachrichten auch teilweise für ein Medienphänomen. Der Aufreger ist immer interessanter wie die Meldung "alles gut". Seit beginn der 1970er Jahre hat sich die Buchproduktion in Deutschland vervielfacht. Das ist ja nicht passiert, weil niemand mehr Bücher kauft und liest. @Xirxe hat das ja auch angemerkt.

    Man muss aber auch kein Rechengenie sein um anzumerken, dass ein unendliches Wachstum um jährlich 10 Prozent nicht möglich ist, nicht nur in der Buchbranche. Genau das wird aber immer stillschweigend angenommen. Die Negativnachrichten beziehen sich immer auf einen sehr kurzen Zeitraum, maximal ein Jahr.

    Die immer für Aufregung und Untergangsstimmung sorgende Meldung, dass die Buchbranche meinetwegen in diesem Jahr 5 Prozent weniger Bücher verkauft hat als im Jahr davor, verschweigt gerne, dass es davor aber fünf Jahre aufwärts gegangen ist.

    Netflix ist nicht nur eine ernst zu nehmende Konkurrenz für den Buchmarkt, sondern auch für dröge Fernsehprogramme. Dort laufen einfach tolle Serien, die es in dieser Qualität früher nicht gegeben hat. Die oft gehörte Aussage, dass die breite Masse ohnehin nur tumben Enheitsbrei sehen will, stimmt also ganz offensichtlich nicht.

    Vielleicht ist die gesteigerte Konkurrenz nicht das Ende des Buches an sich, sondern nur das Ende so mancher angestaubter und unprickelnder Buchprogramme. Die Messlatte liegt höher, und vielleicht ist das auch ganz gut so.
     
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  5. Andreas Bastian

    Andreas Bastian Mitglied

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    9. April 2018
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    27
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    Ganz Deiner Meinung. Es ist einfacher, sich berieseln zu lassen.
     
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