Verdrängt das E-Book das Schulbuch?

Bedrohen elektronische Schulbücher das Kulturgut Buch?

  • Ja, gedruckte Schulbücher gehören zu unserer Kultur.

    Stimmen: 2 33,3%
  • Nein, bei Schulbüchern kommt es nur auf die Inhalte an.

    Stimmen: 4 66,7%

  • Umfrageteilnehmer
    6

supportadmin

Administrator
29. Oktober 2013
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2.424
49
Es war nur eine Frage der Zeit, bis in Zeiten klammer Haushalte das E-Book als Ergänzung oder Ersatz für gedruckte Schulbücher in die Diskussion geriet. So geschehen jetzt in Österreich. Für das neue Schuljahr 2016/2017 plant die Regierung von Österreich großflächig auf digitale Schulbücher umzusteigen. Die Opposition gibt sich entsetzt und bangt um das Kulturgut Buch.

Österreich ist nicht das erste Land, das mit digitalen Schulbüchern liebäugelt. In den Niederlanden gibt es bereits mehr als 20 Schulen, wo Schulbücher ausschließlich in elektronischer Form im Unterricht genutzt werden. Um sich ein Bild über die Erfahrungen mit dem Einsatz von E-Books in Schulen zu machen war die Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) zu Besuch in Schweden und den Niederlanden.

Von der Initiative erhofft sich die Ministerin eine Kosteneinsparung. Derzeit gibt die Alpenrepublik jährlich 106 Millionen Euro für gedruckte Schulbücher aus. Während die Opposition durch die Digitalisierung um das Kulturgut Buch fürchtet sieht es Bildungsforscher Stefan Hopmann im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" entspannter.
Aus pädagogischen Gründen sieht er keinen Vorteil elektronischer Schulbücher. Allerdings seien sie aus Kostengründen nicht aufzuhalten.

Mehr Infos:
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/oesterreich/politik/735421_E-Books-statt-Schulbuecher.html
 
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Reaktionen: Jürgen Vogel

Marley

Autor
7. Oktober 2014
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Melbourne
Um das (ein) Kulturgut zu bangen, wenn es um Schulbücher geht ist lachhaft.
Auch bei uns gibt es die Möglichkeit einige der Schulbücher in elektronischer Form zu kaufen. Einmal gemacht - Mathebuch - nie wieder.
Warum nicht? Was in der Theorie gut klingt, ist in der Praxis unbequem. Das lockere blättern - vor oder zurück - ist elektronisch einfach anders. Ich habe immer das Gefühl gehabt, dass ich nicht - ich weiß, es klingt lächerlich - genug sehe, sprich Überblick über eine Seite hatte.
Mein Kind war übrigens eine Ausnahme mit der elektronsichen Ausgabe. Die letzten zwei Jahre haben wir wieder Bücher gekauft.
Als Ausnahme könnte ich mir Lektüren für den Sprachunterricht vorstellen.
 

Buchplauderer

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Ein Buch ist eben ein Buch, wie Marley schon schreibt, man kann hin- und herblättern.
Außerdem finde ich, dass unsere Jugend eh schon genug vor elektronischen Medien sitzt, Augenkrankheiten sind in Zukunft vorprogrammiert!
 

supportadmin

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29. Oktober 2013
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Ein Buch ist eben ein Buch, wie Marley schon schreibt, man kann hin- und herblättern.
Außerdem finde ich, dass unsere Jugend eh schon genug vor elektronischen Medien sitzt, Augenkrankheiten sind in Zukunft vorprogrammiert!
Ja, wobei man unterscheiden muss zwischen den "richtigen" Tablets und den eInk Geräten wie dem Kindle, die die Augen auch nicht stärker ermüden als das Lesen auf Papier.
 

Renie

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renies-lesetagebuch.blogspot.de
Wenn ich bedenke, wieviel Zeug die Schüler mit sich herumschleppen müssen und wie schwer die Schultaschen sind, fände ich den Einsatz von E-Books begrüßenswert. Es gibt mit Sicherheit Schulfächer, bei denen sich mit E-Books arbeiten ließe. Ich denke nicht, dass das "Kulturgut Buch" Schaden nehmen würde. Wir Vielleser haben schließlich auch kein Problem damit. Jeder von uns hat doch mittlerweile einen E-Reader. Für mich ist er aber eher eine Ergänzung zum Papierbuch. Ich lese beides: der Lesegenuss ist mit dem Papierbuch größer, zum E-Reader greife ich meist aus praktischen Gründen. Da mein Sohn dieses Leseverhalten von Zuhause her kennt, hätte er auch kein Problem damit in der Schule. Insofern ist für mich der Einsatz von E-Books in der Schule längst überfällig.
 

Marley

Autor
7. Oktober 2014
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Melbourne
Bei uns war es so, dass wir noch ein Tablet hätten kaufen oder leasen müssen. Der Junge hatte aber gerade einen neuen Laptop bekommen. Den musste er dann für dieses eine Fach mit zur Schule bringen. Zwar haben die Kinder Schließfächer in der Schule, aber die sind auch ziemlich schmal.
So oder so, muss man sich die Frage stellen, ob Eltern dann Tablets anschaffen müssen. Kann sich oder will sich auch nicht jede Familie (zusätzlich) leisten.
 

Buchplauderer

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25. Januar 2015
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@ Renie:
Ich gehöre zu der Spezies, die noch keinen e-Reader hat! Und stehe dazu! Obwohl ich mir der Vorteile durchaus bewußt bin, bin ich in dieser Beziehung konservativ! ;)

LG Sabine
 
R

ReiGeHe

Gast
Um das Kulturgut Buch mache ich mir dabei gar keine Sorgen. Schulbücher werden zum Teil von Jahr zu Jahr neu benötigt, und nicht von allen Schülern aufbewahrt. Wenn es aber nicht aufbewahrt wird, dann ist es ein eigentlich ein Wegwerfprodukt, bei dem man ruhig über Kostenersparnis nachdenken sollte.
 

Bernd Stephanny

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Ich bin zweifellos ein Fan des papierbedruckten Buches. Ich liebe den Geruch von Blättern.
Aber Schulbücher in digitaler Form das hat meiner Ansicht nach was. Wie schon angemerkt: Leichtere Schultaschen. Der Wegfall von Jahresabbos für Schließfächer.
Die Zeit wird kommen, in der die Schüler mit dem Laptop die Schule besuchen und somit wird es nur noch ein kleiner Schritt bis dahin sein.
 
23. März 2015
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Hennef
www.derandereich.de
Ich sehe hier ehrlich gesagt auch keine Gefahr für das "Kulturgut Buch". Sachbücher lese ich inzwischen sogar sehr gerne auf meinem Tablet, und hierzu zähle ich die Schulbücher auch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Kinder an Ihren Schulbüchern hängen.

Der mehrfach erwähnte Vorteil der "leichteren Schultaschen" ist aber, meiner Meinung nach, ein unschlagbares Argument für Schulbücher als E-Book. Von den Kosten für die geruckten Bücher (die später niemand mehr haben will) ganz zu schweigen.

Hinzu kommt, wie @ManfredsBücherregal es schon angesprochen hat, dass Schulbücher als E-Book auch mehr Möglichkeiten bieten würden (Videos, Musikbeispiele, Verknüpfungen, Sprachausgabe, schnellere Aktualisierung etc.).
 
20. Mai 2014
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sabine-schaefers.de
Tablets und Reader statt dicker, schwerer Bücher halte ich für eine gesunde Alternative, zumal Schriften und Abbildungen skalierbar sind. Für die Augen ist das eher ein Vorteil. Problematisch finde ich höchstens, dass der nächste Schritt ja dann sicher ist, den Schreibstift in die Tonne zu kloppen. Mit der Handschrift geht dann aber wirklich eine kulturelle Errungenschaft verloren.
 

Renie

Moderator
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19. Mai 2014
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Essen
renies-lesetagebuch.blogspot.de
Tablets und Reader statt dicker, schwerer Bücher halte ich für eine gesunde Alternative, zumal Schriften und Abbildungen skalierbar sind. Für die Augen ist das eher ein Vorteil. Problematisch finde ich höchstens, dass der nächste Schritt ja dann sicher ist, den Schreibstift in die Tonne zu kloppen. Mit der Handschrift geht dann aber wirklich eine kulturelle Errungenschaft verloren.

Die Handschrift geht schon mit Beginn der ersten Klasse verloren. Wenn ich sehe, wie mein Sohn schreiben gelernt hat .... gruselig. Angefangen mit Druckbuchstaben, zwischendurch stur die Schreibschriftfibel ausgefüllt (bei A angefangen bei Z aufgehört). Danach konnte jeder schreiben, wie er wollte. Das Ergebnis ist ein Mischmasch aus Schreib- und Druckschrift.
Also, was ich sagen will: an dem Verlust der Handschrift leistet unser Schulsystem in Deutschland einen riesengroßen Beitrag.:mad:
 

R. Bote

Autor
20. Dezember 2014
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rene-bote.jimdo.com
Aus pädagogischen Gründen sieht er keinen Vorteil elektronischer Schulbücher. Allerdings seien sie aus Kostengründen nicht aufzuhalten.
Genaugenommen werden damit die Kosten nicht eingespart, sondern abgewälzt. Ich kenne in der Hinsicht das Österreicher Verfahren nicht, aber z.B. für NRW gilt, dass die Eltern pro Jahr ein oder zwei reine Schulbücher (Sachbücher) plus Lektüre für Deutsch und Fremdsprachenunterricht selbst anschaffen müssen, wobei die Kosten, die ihnen dadurch entstehen, gedeckelt sind. Den Rest stellt die Schule leihweise zur Verfügung. In der Konsequenz heißt das entweder, dass die Schulen technisch aufgerüstet werden müssen bzw. ein Partner mit dem entsprechende Knowhow ins Boot geholt wird, der das sicherlich nicht umsonst macht, um eine Onlihe zu realisieren, oder die Kosten für die Schulbücher liegen plötzlich komplett bei den Eltern, zuzüglich Lesegerät, das auch noch angeschafft werden müsste.

Da große Tabellen, lange Zeitstrahlen für Geschichte und Politik, Karten für Erdkunde und Skizzen z.B. für Bio auf einem handelsüblichen Reader kaum ausreichend groß und bei den meistens auch nicht farbig dargestellt werden können, würde die Tendenz wohl zum Tablet gehen, mit allen Nachteilen (Sicherung gegen unerwünschte Nutzung etc.), die das wieder mit sich bringen würde.

Wenn ich bedenke, wieviel Zeug die Schüler mit sich herumschleppen müssen und wie schwer die Schultaschen sind, fände ich den Einsatz von E-Books begrüßenswert.

Das ist in der Tat ein Vorteil, zumal die Schultage länger werden und mehr Fächer an einem Tag unterrichtet werden müssen, die Kinder also auch mehr Bücher mitschleppen müssen.

Bei uns war es so, dass wir noch ein Tablet hätten kaufen oder leasen müssen. Der Junge hatte aber gerade einen neuen Laptop bekommen. Den musste er dann für dieses eine Fach mit zur Schule bringen. Zwar haben die Kinder Schließfächer in der Schule, aber die sind auch ziemlich schmal.
Von dem erhöhten Anreiz, die Fächer aufzubrechen und auszuräumen, wenn jeder weiß, dass mindestens in jedem zweiten ein teures elektronisches Gerät liegt, mal ganz abgesehen.

Um das Kulturgut Buch mache ich mir dabei gar keine Sorgen. Schulbücher werden zum Teil von Jahr zu Jahr neu benötigt, und nicht von allen Schülern aufbewahrt. Wenn es aber nicht aufbewahrt wird, dann ist es ein eigentlich ein Wegwerfprodukt, bei dem man ruhig über Kostenersparnis nachdenken sollte.
Wie oben schon gesagt, wäre hier über eine Leihe nachzudenken, wie sie seit Jahrzehnten mit (den gleichen) Papierbüchern praktiziert wird.
Da könnte die elektronische Leihe einen Vorteil bieten, wenn man entsprechende Verträge mit den Lieferanten der Bücher schließt: Wer jemals ein Schulbuch in der Hand hatte, das die Schule leihweise zur Verfügung stellt, weiß, wie lange ein Buch im Umlauf ist. Ich konnte auf diese Weise schon Bücher bis zu Schülejahrgängen vor denen meiner Eltern zurückverfolgen, da hält sich abhängig vom Thema die Aktualität natürlich in Grenzen, da böten entsprechende Verträge mit den Verlagen vielleicht eine Möglichkeit, preisgünstig "Updates" zur Verfügung zu stellen.
 

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