Rezension The Thief who pulled on Trouble's Braids - Michael McClung

Sakuko

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27. Juni 2016
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NRW
Amra ist eine Diebin in Lucernis, ein paar Stufen über einem Taschendieb, wie sie selbst sagt. Ihr Freund Corbin besucht sie, ebenfalls ein Dieb, und bittet sie auf eine Statue aufzupassen, der Rest schief gelaufener Übergabeverhandlungen, den er als Druckmittel verwenden will.
Doch am Ende der Nacht ist Corbin tot, Amra in Besitz einer Statue die viele mächtige Leute begehren und auf der Suche nach Rache für ihren Freund.

Die Welt von Amra ist ein wage spät-mittelalterlicher Ort. Schwert, Dolch und Armbrüste sind der Standard auch wenn erste Schusswaffen existieren. Magie ist ein recht großer und mächtiger Teil der Welt, aber es gibt auch Bluthexen genannte Hellseher, Dämonen und Leute die Pakte mit ihnen schließen, Nekromanten, Philosophen und Götter.
Und gefühlt alle Fraktionen nehmen Anteil an Amras Quest.

Amra selbst ist so sympathisch wie selten ein Charakter. Sie ist eine gezeichnete, vernarbte Frau, mit einer misstrauischen, vorsichtigen Disposition und einem cleveren, gradlinigen Verstand, aber auch loyal und unverfroren. Dabei hat sie einen trockenen, sarkastischen Humor. Ich konnte mich zu jeder Zeit in ihren Handlungen wiederfinden.
Einen guten Gegenpunkt bildet Amras Gefährte, der Magier Holgren. Er hat ein scherzhaftes, lockeres Gemüt und eine "das klappt schon" Mentalität.

Ich fand es sehr gut, wie die Informationen in dem Buch wiedergegeben werden. Es werden viele angepasste Redewendungen verwendet, die der Sprache etwas Tiefe geben, aber das Buch überlädt einen nicht mit unnötigen Hintergrundinformationen.
Amra, als ich-Erzähler, erklärt alles, was man als Leser später Erwartungsweise wissen muss, um die Geschichte und gewisse Plotelemente zu verstehen. Da Amra selbst nicht in der Stadt aufgewachsen ist, in der die Geschichte spielt, gibt dies einen guten Aufhänger über gewisse Dinge nachzudenken, ohne dass es gleich wie ein Information-Dump wirkt. Aber die Welt behält noch viele ihrer Geheimnisse und wenig wird einfach so zum Spass erklärt.

Am Ende des Buches gibt es noch eine Abhandlung über die Geschichte der Welt, Magie und die Götter, die zwar amüsant geschrieben ist aber eigentlich nur im geschichtlichen und magischen Teil wesentliche, neue Informationen liefert.

Mich haben große Teile der Geschichte an Harry Dresden erinnert. Amra ist eine einfach Person ohne magische Talente oder Macht, die in Dinge verwickelt wird, die ganz offensichtlich außerhalb ihrer Fähigkeiten liegen. Ihr wird vom Schicksal ganz schön zugesetzt, aber sie kniet sich rein und behält am Ende die Oberhand.
Aber sie hat mächtige Freunde wie sie mächtige Feinde hat und ihre soliden Pläne oder ihr freches Mundwerk helfen oder hindern sie alternativ.
 

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