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Teil III - bis 13. Mai 1914

Dieses Thema im Forum "Leserunde zu "Olga" von Bernhard Schlink" wurde erstellt von supportadmin, 4. Januar 2018.

  1. supportadmin

    supportadmin Administrator

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    Diskussionen zu Teil III - bis 13. Mai 1914
     
  2. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Unser Ich-Erzähler Ferdinand hat die Briefe Olgas, die postlagernd in Tromsö lagen, bekommen. Er liest sie und wir gleich mit.

    Was für mich mal ein kurzer, flüchtiger Gedanke war, bewahrheitet sich schnell: Eik ist Olgas und Herberts Kind. Wovon Letzterer nichts weiß. Eine Heirat würde sich gar nicht so einfach gestalten: sie könnten Eik nicht einfach als eigenes Kind annehmen, denn dann würde eine Anzeige wegen Unzucht drohen. Paradox, oder ?! Zusätzlich würde Olga als verheiratete Frau offensichtlich ihre Arbeitserlaubnis verlieren...
    All jene, die in dem bestehenden Arrangement für Olga auch Vorteile gesehen haben, können sich bestätigt fühlen.

    Die Briefe handeln von ihrer Liebe, von der Sehnsucht. Sie sparen auch Vorwürfe (je nach Stimmung) nicht aus. Olga hat Herberts Wesen voll und ganz akzeptiert. Sie wusste, "dass er nicht für ein bürgerliches Leben taugt." Dennoch hofft sie, dass es eine gemeinsame Zukunft geben werde. Sie erwähnt einige Expeditionen, die aufbrechen, um ihn zu suchen. Auch sein Vater war bei ihr, auch dieser auf der Suche nach dem Sohn.

    Die Briefe sind sehr aufschlussreich. Sie geben Antwort auf viele unserer in der Diskussion aufgeworfenen Fragen.
     
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  3. Renie

    Renie Moderator
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    Ich frage mich immer wieder, wie es Olga gelungen ist, diesen hohen Stellenwert bei Ferdinand einzunehmen. Bei Eick ist es mittlerweile klar. Aber warum hat sie dieses innige Verhältnis zu Ferdinand? Sie schien die Oma-Position bei ihm inne zu haben. Wenn man bedenkt, dass sie für die Familie (nur) Näh-Jobs übernommen hat, wundert mich, dass sie quasi zum Familienmitglied geworden ist.

    Die Briefe, für die Ferdinand eine große Summe hingeblättert hat, berühren mich sehr. Ob Olga jemals glücklich war? Sie hat die Dinge im Leben immer genommen, wie sie kamen, sich damit arrangiert und war zufrieden. Aber Zufriedenheit lässt sich nicht mit Glück gleichsetzen.

    Ich bin so gespannt, welches Geheimnis um Olga noch zutage treten wird. Und ich frage mich, ob Viktoria noch eine Rolle spielen wird.
     
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  4. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Das hatte ich mich auch gefragt. Ich habe es mir so erklärt, dass er als jüngstes Kind von mehreren vielleicht nicht mehr die Aufmerksamkeit bekommen hat, die er brauchte. Außerdem hat es zwischen Olga und ihm einfach "gepasst."
    Mehr Aufklärung bekommen wir nicht.
    Ich zweifele daran, dass unser heutiges Streben nach Lebensglück in der damaligen Zeit auf irgendein Verständnis gestoßen wäre. Zu sehr drückten die täglichen Nöte, man war stärker mit dem Bewältigen des Alltags beschäftigt.
    Außerdem, wie du auch sagst, hat man das Leben genommen, wie es kam - zumindest war das weit verbreitet. (Herbert ist erwiesenermaßen ein anderer Typ).

    Im letzten Abschnitt ihrer Briefe reflektiert Olga nochmal das "was wäre, wenn"...
    Du darfst gespannt sein ;)
     
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  5. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Das ist immer auch ein wenig eine philosophische Frage und wie man Glück definiert. Konnte man im Mittelalter glücklich sein? Ohne Heizung, bei einer Lebenserwartung von 35, ohne medizinische Versorgung, in einer Welt voller Aberglauben, unter der Knute der Kirche und willkürlicher Despoten? Aus heutiger Sicht fällt das schwer zu glauben. Aber aus damaliger Sicht ging das sicher genauso wie heute. @Renie
    Ja genau. In vielen Fällen gerät unser heutiges Streben nach Lebensglück nach meiner Beobachtung zu einem bis zum Exzess gelebten Individualismus, der die Leute manchmal eher neurotischer, als glücklich macht. @Literaturhexle
     
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  6. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Mich haben die Briefe sehr berührt. Endlich erleben wir Olga unvermittelt, unverstellt. Der erneute Perpektivwechsel bringt noch einmal einen anderen Ton in den Roman.
    Olga hat zumindest gewusst, worauf sie sich einlässt und hat Herbert so geliebt wie er gewesen ist bzw. sie hat ihn geliebt, weil er diese Begeisterung und Leidenschaft in sich getragen hat. Auch wenn sie dahinter zurückstehen muss. Konnte gestern nicht mehr aufhören zu lesen - zu spannend und zu berührend!
     
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  7. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Der Mensch hat sich selbst wohl noch nicht so sehr als Individuum wahrgenommen. Man hatte seinen Platz im Leben und in der Gesellschaft und nur wenige haben das hinterfragt.
     
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  8. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Ihre Art, ihre Charakterstärke, denke ich, ist es zu danken, dass sie gut bei Menschen ankommt. Sie kann auch gut mit Kindern. Ich finde schon, dass Olga ein vertrauenswürdiger Mensch ist.

    Die Szenen mit den Briefen haben mir auch gut gefallen, denn so wurde sie für mich wieder lebendig. Wieso war Ferdinand es so wichtig, an diese Briefe dranzukommen? Wollte er etwas über sich in Erfahrung bringen?

    Ich glaube, dass Olga ihr ganzes Leben ihren Herbert vermisst hat. Diese Liebe, die sie für ihn empfand, hat sie reell nicht ausreichend ausleben können. Sie hätte sich einen neuen Partner suchen können, Ferdinand stellt ihr auch diese Frage, wieso nicht? Die Antwort, an die ich mich erinnern kann, war, dass Männer nicht wie Äpfel auf Bäumen wachsen würden. Mir reicht diese als Antwort nicht aus. Ich finde, dass es ihr nicht gelungen ist, sch von Herbert zu lösen, weil aber auch sein Fortbleiben, sein Tod ungewiss ist. Es ist leichter einen Toten zu betrauern, wo man genau weiß, dass die Person gestorben ist und auf einem Friedhof begraben liegt. Auf diese Art zu sterben und bestattet zu werden, wäre für die Hinterbliebenen leichter, mit dem Tod desjenigen fertigzuwerden. Ein Mensch, der den Verlust seines Partners nicht verwinden kann, der wird nicht offen sein können, sich nach der Trauer für einen anderen Partner zu öffnen, weil es hier keine Trauer danach gegeben hat. Zumindest nicht in ihren jüngeren Jahren.
     
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  9. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Noch ein vollkommen andersgearteter Teil des Romans. Alle drei erzählen über Olga. Alle drei ganz anders und aus anderer Perspektive und doch sind sie miteinander und im Verbund stimmig. Das hat Schlink wirklich großartig komponiert! Olga ist ein vielschichtiger Mensch. Wir denken schon nach Teil 1, dass wir sie sehr gut kennen lernen konnten. Aber: nichts dergleichen! Die Teile 2 und 3 geben neue Informationen, neue Nuancen, neue Sichtweisen und erst am Ende entsteht ein so ausgefeiltes Bild von Olga, dass uns der Autor zurücklassen möchte zum Nachdenken über eine andere Zeit als unsere und was sie den Menschen abverlangt hat im Vergleich zu unserer. Olga ist für ihre Zeit eine selbständige und auch politisch aktive Frau, aber sie akzeptiert Grenzen und Einschränkungen ohne Klage, gegen die unsere Vorgenerationen gekämpft und mit denen wir nun wie selbstverständlich leben und sie genießen und als Teil unseres Glücks hinnehmen. Aber es war hart in Zeiten, die gar nicht mal sooo weit vor unserer liegen.
    Sie steht ziemlich hilflos vor der Welt der Männer, in der Weite und Größe eine verheerende Rolle spielen.
    Ein Geheimnis ist gelüftet: Eik ist wirklich ihr Sohn. Jetzt bin ich noch gespannt, @Querleserin, ob deine Vermutung, dass sie die Attentäterin ist (das hatte ich in dem entsprechenden Kapitel auch gleich gedacht und mich gewundert, dass die Polizei gar nicht in diese Richtung ermittelte), auch noch stimmt...
    Anjuta
     
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  10. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Das finde ich auch großartig. In jedem Abschnitt gibt es eine neue Sicht auf Olga und das gibt erst ein Ganzes.
     
  11. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Du hast wunderbare Formulierungen gefunden, um das Besondere an dem Buch und das Besondere an Olgas Person und Geschichte hervorzuheben!
    Ich stimme dir in allen Punkten vollkommen zu !
     
  12. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Das ging mir hanz genauso, @Anjuta . Mir ist auch ein Ausspruch des Archivars in seinem Brief an Ferdinand aufgefallen.

    Ich habe Geschichte studiert, müssen Sie wissen, und dachte, endlich bekäme ich die Vergangenheit so zu greifen, wie sie wirklich war. Stattdessen ekelte mich nach weiteren ... Briefen. Geschichte ist nicht die Vergangenheit, wie sie wirklich war. es istd ie Gestalt, die wir ihr geben. (S. 211)

    Im Grunde warnt der Archivar ja davor, sie zu lesen, weil die Briefe aus der Vergangenheit unter Umständen das schöne Bild, dass man von einer Person hat, für immer zerstören könnten.
     
  13. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Ich hatte auch bei irgendeiner Abreise Herberts den Eindruck, dass Olga ein Abschiedsgeschenk in Form einer Schwangerschaft behalten haben könnte. Da dann nichts weiter davon erwähnt wurde, habe ich es so hingenommen, dass Olga alleine geblieben ist.
    Allem Anschein nach haben Herberts Eltern nie von ihrem Enkel erfahren, das ist doch irgendwie schade. Sie mussten sich mit Herberts Ausbleiben abfinden und hatten nichtmal diesen kleinen Trost.
    Allerdings hat Olga sich auch nicht erlaubt mit ganzer Seele Mutter zu sein.
    Mit jedem Teil des Buches offenbart sich eine neue Facette von Olgas Charakter.
    Das kann Bernhard Schlink einfach perfekt.
     
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  14. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Ja, das fand ich auch schade @wal.li . Was ich ebenfalls nie verstanden habe warum sie später, nach dem Krieg, Eik nicht gesagt hat, dass sie seine Mutter ist.
     
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  15. parden

    parden Forumlegende

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    Ich glaube, bei alldem muss man die gesellschaftlichen Bedingungen beachten, die gerade im Hinblick auf Frauen nicht einfach waren. Erst ab 1900 durften Frauen in Deutschland überhaupt studieren, waren dann aber eher Exoten. Es gab nicht viele 'Berufe', die Frauen ergreifen konnten, einer davon war 'Lehrerin' - aber nur solange, wie sie nicht verheiratet waren.

    Bis 1958 galt der § 1354 BGB - der Gehorsamsparagraph, d.h. Männer hatten die alleinge Verfügungsgewalt über alle wesentlichen Belange in der Ehe: Vermögen, Erziehung, Aufenthaltsbestimmungsrecht sowohl der Ehefrau als auch der Kinder. Bis 1928 konnte der Ehemann seine Frau körperlich strafen! Er durfte sie - ohne rechtliche Folgen - ungestraft schlagen! In Bezug auf Kinder endete dieses "Recht auf Körperstrafen" durch die Eltern erst im Jahr 2000! Die Vergewaltigung in der Ehe wurde erst 1997 unter Strafe gestellt. Bis 1977 konnte der Ehemann der Ehefrau die Aufnahme einer Arbeit verbieten. Jahrhundertelang galt die Versorger-Ehe. Die fusste auf der Tatsache, das Frauen i.d.R. keine Ausbildung erlangten und damit keinen Beruf ausüben konnten. Sie standen somit in (finanzieller) Abhängigkeit - Haustöchter, billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft - die einzige Perspektive: zu heiraten um versorgt zu sein, wenn Eltern starben.

    Das sogenannte „Lehrerinnen-Zölibat“ wurde tatsächlich folgendermaßen begründet: Heiratet eine Frau, muss sie sich vorrangig um Mann, Kinder und Familie kümmern, eine Doppelbelastung mit Kindern/Haushalt und Beruf sei unvereinbar! Deshalb mussten die Frauen mit Verheiratung aus dem Staatsdienst ausscheiden. Es ging dabei aber auch immer ums liebe Geld und gute Positionen, eine Frau die sich im Pensionsalter verheiratete verlor ihre Pension! Die Personalabbauverordnung erlaubte zudem die Entlassung verheirateter Beamtinnen, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Stellen für Männer zu sichern. Unverheiratete Lehrerinnen mussten außerdem eine „Ledigensteuer“ – einen zehnprozentigen Lohnsteueraufschlag – bezahlen. Da sie auch weniger verdienten als gleichrangige männliche Lehrer, konnte eine Heirat schon aus finanziellen Gründen eventuell als erstrebenswert erscheinen. Erst 1950 gab es allmählich Abmilderungen dieser Regelungen, und erst 1957 wurde die Zölibatsklausel vom Bundesarbeitsgericht aufgehoben!

    Eine nicht standesgemäße Beziehung, wie Olga und Herbert sie führten, noch dazu ein uneheliches Kind - das war zu der Zeit eine Schande und hätte sicherlich zu gesellschaftlichen und beruflichen Repressalien geführt. Was hätte Olga dann noch machen sollen? Sie war nun einmal Lehrerin und hatte so die Möglichkeit, auf eigenen Beinen zu stehen. Hätte sie sich auf eine Heirat eingelassen, wäre sie auf der einen Seite nicht als gleichwertig aufgenommen worden, auf der anderen Seite hätte sie ihren Beruf aufgeben müssen und mit ihm auch ihre Unabhängigkeit. Hätte sie sich offen zu Eik bekannt, wann auch immer, hätte sie ihren Beruf sicher auch aufgeben müssen. Nicht umsonst bekam sie die ein oder andere Warnung von Vorgesetzten, denen Gerüchte zu Ohren gekommen waren... Olga war für ihre Zeit eine kritische, selbständig denkende und unabhängige Frau, und genauso wie Herbert auch auf ihren Freiraum bedacht: auf ihre Art.

    Die Briefe jedenfalls bringen mir Olga das erste Mal nahe. Und mit Eik als ihrem Sohn hatte ich ja richtig gelegen. Bleibt noch, die Frage nach dem Attentat auf das Bismarck-Denkmal zu klären... :)
     
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  16. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Danke, dass du mal die Fakten genau recherchiert hast @parden!
    Manches hatte ich mir schon genau so gedacht bzw. aus dem Text entnommen.
    Man muss Olgas Verhalten unbedingt im Rahmen der Grenzen ihrer Zeit betrachten. Für jene Zeit war sie absolut selbständig. Was hätte ihr ein Trauschein gebracht? Sie wäre in die Abhängigkeit eines unzuverlässigen Mannes geraten, dessen Eltern sie ablehnten... Man muss verstehen, dass sie davor zurückschreckte- selbst um den Preis, dass ihr Sohn nicht bei ihr leben konnte.
    Der Zölibatsparagraf für Lehrerinnen ist absolut krass. Aus heutiger Sicht wohlgemerkt. Aber die weiteren von dir dargelegten Zahlen zeigen ja, dass die Entwicklung zum Heute eher schleppend vor sich ging. Gut, dass wir im Jahr 2018 Leben;)
     
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