Sakuko

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27. Juni 2016
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NRW
Maila ist eine junge, erfolgreiche Frau. Eines nachts beginnt sie Klarträume von einem gutaussehenden Mann zu haben, zu dem sie sich sehr hingezogen fühlt. Sie beginnen eine Art Beziehung mit Leander und sehen sich jede Nacht, allerdings wird Maila immer erschöpfter und hat tagsüber Halluzinationen an die sie sich nachher nicht erinnert. Leander drängt sie, in ihren Träumen zu bleiben, und die reale Welt zu vergessen, aber Maila möchte das nicht, und sucht Hilfe bei einem Psychiater. Ist sie wirklich psychisch krank, oder steckt mehr dahinter?

Ich habe mir diese Kurzgeschichte gekauft, weil ich eine gute Rezension darüber gelesen habe, die dieses Buch als Urban Fantasy über Klarträume (Lucid Dreams) bezeichnete. Leider trifft das nicht so ganz zu. Das Genre ist eher magical Realism, und auch Klarträume spielen keine so intrikante, wichtige Rolle, wie ich es erhofft hatte.

Leider fand ich das Buch auch nicht so wirklich gut geschrieben. Die Autorin ist noch unerfahren und das merkt man auch.
Es gibt viel Exposition und lange Monologe voll Hintergrundinformation. Die Dialoge wirken oft gestelzt und aufgesetzt.
Die Charaktere bleiben recht flach, obwohl wir nur wenige davon haben. So ist Maila eigentlich so ziemlich perfekt: attraktiv, wohlhabend, liebenswert und tolerant, hat aber anscheinend keine Interessen außer mit ihrer Freundin Emma abzuhängen und ihren Job (irgendwas im Büro, wird nicht näher erläutert).
Leander ist eine Traumgestalt, also da ist auch nichts los, einzig Emma bekommt gegen Ende ein gewisses Maß an Charaktertiefe.

Die Thriller-Elemente (so nenne ich das mal, um niemanden zu spoilern) fand ich zu offensichtlich und nicht gut genug integriert.
Ich finde man hätte mit dem Thema viel mehr machen können, wenn man Realität und Vorstellung für den Leser mehr verschwimmen lassen hätte. So bekommt man als Leser zu schnell mit, wenn etwas nicht echt ist.

Die Auflösung am Ende fand ich dann doch tatsächlich unerwartet und überraschen, also ein paar Punkte dafür, allerdings fand ich es schade, das es nicht mal ein paar kleine Hinweise in die Richtung gegeben hat. Ich finde man hätte da selbst nicht wirklich drauf kommen können.
Es wird dann aber auch alles in schöner Sherlock-Holmes-Manier klar dargelegt und aufgelöst, so dass man auch ja weiss, was nun Wirklichkeit war und was nicht.

Hinzu kommen viele Rechtschreibfehler, Zeichensetzungsfehler, ein paar Kontinuitäts- und Logikfehler. Außerdem ist das Layout nicht gut und das Buch dadurch sehr anstrengend zu lesen, weil es einfach keine Zeilenumbrüche gibt. Jeder Abschnitt ist als großer Textblock verfasst, Dialoge und Text, alles zusammen.
 

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