1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen
Information ausblenden

Du bist neu hier?

Unter dem folgenden Link findest Du Hilfe für den Einstieg
Das bietet whatchareadin für Leser 

Rezension Rezension (5/5*) zu Wenn man vom Teufel spricht: 200 Zeitgeschichten von Kunze, Heinz Rudolf.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von kingofmusic, 7. April 2020.

  1. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    30. Oktober 2018
    Beiträge:
    2.251
    Zustimmungen:
    2.580
    Kunze kann´s immer noch

    Eine Kollegin wünschte sich vor ein paar Wochen die neue CD „Der Wahrheit die Ehre“ von Heinz Rudolf Kunze zum Geburtstag. Gesagt, geschenkt :). Natürlich hatte ich auch sofort ein „Ohr“ riskiert und war sofort wieder „gefangen“ von der immensen Sprachgewalt des Herrn Kunze.

    Kurz darauf ergab sich die Gelegenheit, ein Rezensionsexemplar von „Wenn man vom Teufel spricht“, dem neuesten Buch von Heinz Rudolf Kunze, im Rahmen einer Leserunde zu gewinnen. Mein Dank geht an dieser Stelle an den Adeo-Verlag für die Möglichkeit, an der Leserunde teilzunehmen.

    War ich am Anfang noch recht „zögerlich“ und langsam beim Lesen, war ich irgendwann in einem Sog drin, der es mir schwergemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Dabei ist der Großteil von Kunze´s Texten bei weitem keine „Eben mal so schnell nebenbei“-Lektüre. Nein, man muss sich in die Melodie der Texte, in die Hintergründe und –gedanken von Heinz Rudolf Kunze „einlesen“, sinnieren und manches Mal sogar einen zweiten, dritten, vierten Blick „riskieren“, um den Text zu erfassen.

    Was von vornherein auffällt, sind die Gedanken über das „Älterwerden“ von Heinz Rudolf Kunze. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Und auch wenn ich einige Jahre jünger bin, kann ich die Gedanken und Ängste größtenteils nachvollziehen und verstehen.

    In vielen Texten kommt aber auch die Wut respektive Verständnislosigkeit gegenüber den aktuellen politischen Strömungen und Gesinnungen der Gesellschaft zum Tragen; ebenso die Verblendung und (leider) auch die Verdummung der Menschen durch die (a-)sozialen Netzwerke, womit wir wieder bei Kunzes (literarischem) Abbild der Gesellschaft wären. Er hält den Leser*innen also den Spiegel vor, was falsch läuft und gibt die Empfehlung „Werdet Elite!“ (nebenbei bemerkt einer meiner Lieblingstexte in dem Buch!).

    Allerdings ist Kunze auch in der Lage, einfach nur poetisch-schöne Texte wie „Wolken“ oder „Lebensfeldweg“ (noch einer meiner absoluten Lieblingstexte) zu schreiben; bei letzterem musste ich spontan an das Lied „Eigene Wege“ denken.

    Auch einem seiner (scheinbaren) Lieblingsschriftsteller (Franz Kafka) setzt er mit den kafkaesken Texten „Die Bewerbung“, „Gregor Sumsum“ (da musste ich auch an Ian McEwan´s Novelle „Die Kakerlake“ aus dem letzten Jahr denken *g*) sowie „Sag deinen Satz“ ein „Denkmal“. Schön, dass ich mindestens eine literarische Vorliebe mit Heinz Rudolf Kunze teile :).

    Dass nicht jeder der im Buch abgedruckten 200 Texte überzeugt (als Beispiel sei hier „Frauen für Trump“ genannt), ist logisch und absolut normal. Jede*r wird hier einen anderen „Schwerpunkt“ haben, welche Texte für ihn respektive für sie herausragen. Ich habe ein paar meiner Highlights genannt.

    Nun hoffe ich, dass Heinz Rudolf Kunze mit seiner Lesetour zu diesem Buch (vier Termine stehen bereits fest) auch noch ein bisschen näher an oder direkt nach Bielefeld kommt; dann wäre ich nämlich definitiv an diesem Abend dabei. Denn Kunze live habe ich schon viel zu lange nicht mehr gesehen; jetzt durch das vorliegende Buch und die neue CD habe ich jedoch verstärkt wieder Lust drauf!

    Well done! 5*

    @kingofmusic


     
    • Hilfreiche Rezension Hilfreiche Rezension x 2
    • List
Die Seite wird geladen...
Die Seite wird geladen...