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Rezension Rezension (5/5*) zu Slow Horses: Ein Fall für Jackson Lamb von Mick Herron.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von Querleserin, 6. September 2018.

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  1. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    30. Dezember 2015
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    Rasanter Agenten-Thriller

    "Und so kam River Cartwright von der Überholspur ab und geriet zu den Slow Horses." (9)

    Der erste Satz des Kriminalromans klingt zunächst wenig vielversprechend: Ein Agent, der die Karriereleiter abwärts fällt und zu den langsamen Pferden kommt, nachdem er einen wichtigen Einsatz katastrophal vermasselt, weil er die falsche Zielperson verfolgt hat...

    Im ersten Teil - Slough House - wird zunächst sehr ausführlich das Gebäude beschrieben, in dem River zukünftig arbeiten darf - ein

    "Drecksloch, ein Ort von Gelb- und Grautönen, wo einst alles schwarz und weiß war." (31)

    Nur die Tatsache, dass sein Großvater ein bedeutender Agent des Secret Service gewesen ist, rettet ihn vor dem endgültigen Rauswurf.

    Sein neuer Chef ist Jackson Lamb - dessen Vergehen, also der Grund, warum er zu den Slow Horses verbannt wurde, erst am Ende offenbart wird - erinnert River an Peter Pettigrew -Wurmschwanz aus Harry Potter- nicht gerade ein Gewinner-Typ.

    Wie Loser erscheint auch der Rest der jämmerlichen Truppe,

    "niemand [kehrt] von ihnen zurück nach Regent´s Park, denn sie alle hatten dort Geschichte geschrieben, Schmutzflecken in den Annalen des Secret Service hinterlassen", wie

    - Catherine Standish, die ehemalige "Moneypenny" des Secret Service Chefs, trockene Alkoholikerin,
    - Min Harper, der einen wichtigen Datenträger in der U-Bahn hat liegen lassen,
    - Louisa Guy, die eine Zielperson aus den Augen verloren hat,
    - Roderick Ho, Computer-Genie, der nicht weiß, warum er abgeschoben wurde,
    - Jed Moody, der unbedingt zurück will - zu den Dogs:

    " Slough House bedeutet nicht, dass du drin bist, Jed. Regent´s Park ist der Nabel der Welt. Die Dogs - na ja, du weißt schon. Wir patrouillieren durch die Korridore und schnüffeln, an wem wir wollen. Wir gehen sicher, dass alle das tun, was sie tun sollen, und niemand aus der Reihe tanzt. Falls doch beißen wir zu. Deswegen nennt man uns Dogs." (106)

    Ausnahme ist Sidonie Baker, eine hübsche, sympathische junge Frau, von der niemand weiß, warum sie bei den Slow Horses ist.

    Rivers erster Auftrag besteht darin, den Müll des Journalisten Robert Hobden zu durchforsten. Einst war er ein Star, wegen rechtsradikaler Gesinnung ist er ebenfalls aufs Abstellgleis geraten.
    Während sich River mit Abfällen zufrieden geben muss, darf seine hübsche Kollegen Hobden beschatten, entwendet ihm seinen USB-Stick, der zum Regent´s Park, also zum MI 5 gebracht werden soll.
    Seit wann führen die Slow Horses, die statistische Daten auswerten und in langweiliger Ermittlungsarbeit gefangen sind, echte Einsätze durch? Und dann muss River ausgerechnet zu James Webb, Spider genannt, den er für seinen katastrophalen Einsatz verantwortlich macht, um ihm Hobdens Daten zu überbringen.
    Am Ende des ersten Teils wird ein jungen Mann entführt, der gerade auf dem Nachhauseweg ist, und in ein Kellerloch gesperrt. Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Und welche Rolle wird den Slow Horses dabei zuteil?

    Bewertung
    Direkt zu Beginn hat mich der Autor für sich eingenommen, als er den katastrophalen Einsatz von Cartwrights auf dem Bahnhof King´s Cross schildert und auf Bahnsteig 9 3/4 hinweist, an dem der Hogwarts Express abfährt. Harry Potter ist Allgemeingut geworden ;)

    Der Roman startet furios mit dem verpatzten Einsatz Rivers, um dann ganz gemächlich den zukünftigen Arbeitsplatz des Gefallenen zu beschreiben. Nacheinander werden uns die einstigen Agenten und ihre Vergehen vorgestellt, so dass man zunächst die wichtigsten Figuren kennenlernt. Im Lauf der Handlung nimmt dieser äußerst spannende Agententhriller rasant an Fahrt auf. Nach der Entführung des jungen Mannes gilt es herauszufinden, wer dahinter steckt. Spekulationen über Täter und Anstifter führen dazu, dass ich ab dem 2.Teil den Krimi nicht mehr aus der Hand legen wollte. Aufgrund der Andeutungen und immer neuer Wendungen hat man kaum noch Zeit durchzuatmen - umso schöner, dass es ein ruhiges Ende gibt, das einen Bogen zum Anfang schlägt - eine Rahmenhandlung, in der deutlich wird, was sich in Slough House verändert hat.
    Die politische Dimension des Thrillers und die Skrupellosigkeit der Handelnden wirken sehr authentisch - man hat das Gefühl, genauso läuft das. Was für den glaubwürdigen Erzähler spricht, der zudem mit ironischen Kommentaren und britischem Humor überzeugt.

    Spannende Unterhaltung, klare Lese-Empfehlung!

     
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