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Rezension Rezension (5/5*) zu Schnee, der auf Zedern fällt von David Guterson.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von Literaturhexle, 16. Mai 2018.

  1. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Amerikanischer Gesellschaftsroman aus der Nachkriegszeit

    So, nun habe ich "Der Schnee, der auf Zedern fällt " fertig gelesen. 1994 erschienen, kann man den Roman guten Gewissens als Klassiker bezeichnen.

    Ich habe mich ganz unwissend an die Lektüre begeben. Von Anfang an herrscht eine etwas beklemmende Atmosphäre.
    Man steigt gleich in die Haupthandlung ein: Kabuo Miyamoto wurde angeklagt, Carl Heine, Fischer wie er selbst, ermordet zu haben. Im Gerichtssaal sind die Geschworenen, Journalisten, Zuschauer und die direkt am Prozess Beteiligten versammelt. Draußen schneit es auf die Zedern an den Berghängen. Dieses Bild hat mich sofort gefangen ;)

    Man schreibt das Jahr 1954. Schnell bekommt der Leser Zweifel an der Schuld Kabuos. In Rückblicken erfährt man viel über die Geschichte der Personen auf der kleinen Insel San Piedro an der Nordwestküste der USA: Die Japaner, die dort bis zum Überfall auf Pearl Harbor friedlich lebten, wurden in Folge des Kriegsbeginns als Spione verdächtigt und in Lager ausgewiesen. Dadurch verlor Kabuos Vater Anrechte auf das Land, das er schon lange mit Erdbeeren bewirtschaftete, und das der Sohn gerne wiedererlangen möchte - als Lebenstraum sozusagen.

    Kabuo ist mit Hatsue verheiratet, die in ihrer Jugend mit dem Journalisten Ishmael Chambers zusammen war. Letzterer verlor seinen linken Arm im Krieg, ist seelisch schwer verletzt und trauert dieser großen Liebe noch immer hinterher... Ihm wird in dem Prozess - nicht nur als Journalist - eine Schlüsselrolle zukommen.

    Der Hass auf die "Japse" ist geblieben und wird noch immer von den traumatisierten Kriegsheimkehrern befeuert. Vorurteile allerorten, sie spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte, die in der zweiten Hälfte durch den Prozessverlauf stark an Fahrt aufnimmt, fast einem Krimi gleich.

    Es geht um verletzte Menschen, Rassismus, die Folgen des Krieges, die Liebe und den Neuanfang. Es menschelt, während aus dem anfänglichen Schneefall ein richtiger Schneesturm wird, der Strom und Heizung zum Erliegen bringt. Tolle Kulisse für einen großen Roman, der auch durch seine ruhige Sprache und Poesie besticht. Meine Leseempfehlung!

     
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