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Rezension Rezension (5/5*) zu Neujahr: Roman von Juli Zeh.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von Querleserin, 3. November 2018.

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  1. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Neuer Anfang ?

    Am Neujahrsmorgen 2018 sitzt Henning in Lanzarote auf dem Fahrrad. Sein Ziel ist der steile Pass von Fermés, da er sich beweisen will, dass er das schafft. "Erster, erster, erster", betet er sich vor, wenn seine Kräfte ihn verlassen.

    Während er einsam gegen Wind und Berg kämpft, lässt er den letzten Abend Revue passieren und reflektiert über sein Leben, das objektiv betrachtet, gut verläuft:
    Er liebt seine Frau Theresa, gemeinsam kümmern sie sich um die Kinder Bibi (2) und Jonas (4), wobei er mehr Zeit zu Hause verbringt, da seine Frau besser verdient. Wurmt ihn das? Ist das Grund, warum "Es" immer wieder hervor kriecht.
    Henning leidet unter Angstzuständen, hat Panikattacken, die ihn überfallen und mit denen er nicht zurecht kommt. Hat Theresa deshalb den letzten Abend mit dem Franzosen vom Tisch gegenüber Tango getanzt? Wird dieser Urlaub der letzte gemeinsame sein? Während er sich weiter den Berg hinauf quält, beschleicht ihn das Gefühl, dass er diese Gegend kennt. Er erreicht eine einsame Villa, an deren Hauswand viele Spinnen sitzen - schlagartig hat er ein Déja-Vu, er kennt dieses Haus...

    Im zweiten Teil des Romans erzählt der vierjährige Henning von einem schrecklichen Erlebnis aus seiner Kindheit, das er bisher verdrängt hat.

    Bewertung
    Zu Beginn kann man als Elternteil Hennings Gedanken gut nachvollziehen. Wenn er von seiner Erschöpfung spricht, davon, wie anstrengend die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, wie unzufrieden er sich in seiner Rolle fühlt, dann nickt man zustimmend beim Hören und denkt, genauso ist es. Juli Zehs klare Sprache deckt die Widersprüche in Hennings Leben auf, seine Unsicherheit und seine Verzweiflung darüber, dass es scheinbar keinen Grund für die Panikattacken gibt. Besonders gut hat mir der Teil aus der kindlichen Perspektive gefallen - sehr genau beschreibt Zeh, wie die Situation auf ein vierjähriges Kind wirken muss, so dass man zwangsläufig intensiv mitfühlt - viel mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich konnte beim 2.Teil fast nicht mehr auf "hören" ;), wozu auch der hervorragende Sprecher Florian Lukas maßgeblich beigetragen hat.
    Die psychologischen Ursachen für die Panikattacken, Hennings Reaktionen und Wahrnehmungen während der Fahrradfahrt werden im 2.Teil nachvollziehbar erzählt und den Schluss fand ich ebenso schlüssig wie genial.

    Klare Lese-Empfehlung!
    Jetzt freue ich mich demnächst auf "Unterleuten", das noch ungehört in meiner Bibliothek auf mich wartet.

     
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  2. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Unterleuten ist eine tolle Geschichte, die auch ich als Hörbuch kennengelernt habe. Mit sehr viel Dorfkolorit ;)
     
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