Rezension Rezension (5/5*) zu Mitternachtsmädchen: Roman von Tanja Wekwerth.

Renie

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19. Mai 2014
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Buchinformationen und Rezensionen zu Mitternachtsmädchen: Roman von Tanja Wekwerth
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kauzige Charaktere, very British

In einer Pension an der englischen Küste werden Zwillinge geboren. Die Mutter, vom frisch angetrauten Ehemann sitzengelassen, träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Dabei stehen ihr die Zwillinge im Weg. Aus einer spontanen Idee heraus verkauft sie eines der neugeborenen Mädchen namens April an ein deutsches Ehepaar, das in der Pension Urlaub macht. Das zweite Mädchen \"May\" lässt sie bei Molly, dem \"Mädchen für alles\" in der Pension. Molly wird zur Ersatzmutter für die Kleine. Anfangs wissen die beiden Mädchen nichts über ihr Schicksal. Erst im Verlauf der Handlung erfährt zunächst May, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Sie hat aber keinerlei Hinweise darauf, was aus ihrer Schwester geworden ist. Im Verlauf der Geschichte versucht sie, ihre Schwester zu finden....

Dieses Buch hat mir Spaß gemacht. Als ich die Buchbeschreibung gelesen hatte, dachte ich \"Was für eine kitschige Geschichte\". Aber nachdem ich angefangen habe, das Buch zu lesen, habe ich ganz schnell festgestellt, dass es ganz viele Aspekte in dem Buch gibt, die es für mich besonders machen:

Da ist zum Einen der Schauplatz der Geschichte: Eine Pension namens \"Old Inn\" - very British und traditionell, hatte etwas von der Atmosphäre in \"Fawlty Towers\". (Fawlty Towers war eine britische Fernsehserie in den 70ern mit John Cleese (Monty Python) um ein Hotel und dessen Angestellten)
Dann haben mir die Charaktere sehr gut gefallen. Auch hier \"very British\", teilweise sehr kauzig und skurril, aber zumindest die Hauptprotagonisten waren immer noch liebenswert.

Die Erzählperspektive hat ständig gewechselt. Natürlich wurde die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Molly bzw. den Zwillingen \"April\" und \"May\" erzählt. Witzigerweise wechselte die Perspektive aber auch auf Charaktere, die nur am Rande etwas mit der Handlung zu tun hatten. So kam es dann auch mal vor, dass die Geschichte aus der Sicht eines Taxifahrer\'s erzählt wurde, der eines der Mädchen einmal mitgenommen hatte und ansonsten keinen Bezug zu den Hauptcharakteren hatte. Dadurch wurde der Verlauf der Geschichte sehr lebhaft und das Lesen sehr kurzweilig.

Insgesamt hat mir hat das Buch richtig gut gefallen. Ich weiss nicht, wo Tanja Wekwerth diesen \"Britischen Humor\" hernimmt, der in ihrem Buch immer wieder durchklingt. Denn ihrer Vita kann man nur entnehmen, dass sie in Deutschland geboren wurde und eine Zeit lang in Paris gelebt hat. Als England-Fan und Freundin des Britischen Humors bin ich voll auf meine Kosten gekommen.

 
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