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Rezension Rezension (5/5*) zu Mann im Dunkel von Paul Auster.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von Xirxe, 18. Juni 2017.

  1. Xirxe

    Xirxe Aktives Mitglied

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    220 Seiten vollgepackt mit Geschichten

    Nur eine Nacht umfasst die Rahmenhandlung dieses Buches, doch die Geschichten die darin erzählt werden, würden locker für eine ganze Woche ausreichen.
    August Brill, 72jähriger verwitweter Literaturkritiker, lebt seit einem Unfall der ihn zum Krüppel machte, bei seiner geschiedenen Tochter Miriam, die ebenso unglücklich ist wie er. Zu den Beiden gesellt sich noch Augusts Enkelin Katya, Miriams Tochter, die sich die Schuld am Tod ihres Ex-Freundes gibt und deren Lebensenergie gerade noch dazu ausreicht, sich gemeinsam mit ihrem Großvater Filme anzuschauen. Wie in fast jeder Nacht kann Brill nicht schlafen und so beginnt er, sich eine Geschichte auszudenken um möglichen Erinnerungen (und ganz besonders einer bestimmten) aus dem Weg zu gehen. Owen Brick lebt mit seiner Frau ein normales kleines Leben bis er sich eines Morgens in einer Grube wiederfindet, gekleidet in eine Soldatenuniform. Nach und nach wird ihm klar, dass er sich in einer Parallelwelt befindet - aber noch immer in der gleichen Zeit und im gleichen Land. Dort herrscht ein Sezessionskrieg, der schon Tausende Menschen das Leben gekostet hat. Und Owen wurde dazu ausgewählt, diese Barbarei zu beenden. Doch dafür muss er einen Menschen töten...
    Wie schon erwähnt, ist dies nicht die einzige Geschichte des Buches. Brill schreckt immer wieder aus seiner Phantasie auf und verliert sich dann in Erinnerungen, in denen ebenfalls wieder Geschichten erzählt werden, die ohne weiteres die Grundlage für ein eigenes Buch sein könnten.
    Es sind traurige Erzählungen, die aber zumindest ein kleines bisschen Trost enthalten: die Frau deren Mann verschwand, sie aber immer liebte; der SS-Offizier der das junge Mädchen hoffnungslos liebte und ihr und ihrer Familie zur Flucht verhalf; Owen Brick, der ein Land von einem Krieg befreien soll - doch um welchen Preis? Und Brills Leben selbst, der sich nie verzeihen kann, was er seiner geliebten Sonja antat...
    Es ist das erste Buch von Auster, das ich gelesen habe und ich bin hin und weg. Nicht nur dass er gut erzählen kann, er ist auch in der Lage diesen an sich schon packenden Geschichten so viel Hintergründiges mitzugeben, dass man ständig zum Weiterdenken angeregt wird. Da führen die USA mal keinen Krieg gegen Dritte - und schon erheben sie die Waffen gegeneinander. Oder welche Aussagekraft Gegenstände in Filmen entwickeln können - beeindruckend. Soll ein Mensch einen anderen töten, um das Leben vieler anderer zu retten?
    Suchte ich nach einem Motto für dieses Buch, wäre es 'Das Leben ist enttäuschend...' - ein Satz der in einem der beschriebenen Filme fällt und vermutlich jeder der Personen in diesem Haus zugeschrieben werden könnte. Doch 'Und die wunderliche Welt dreht sich weiter' - ein Zitat von Rose Hawthorne, das am Ende des Buches auftaucht und (irgendwie allen) wieder Mut macht.

     
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  2. Literaturhexle

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    Tolle Rezension! Da möchte man sofort zu lesen anfangen!
     
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  3. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Autor

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    Ich kreise auch schon länger wieder um Auster. Vielleicht können wir ja im Sommer mal eine Auster-Leserunde machen.
     
  4. Literaturhexle

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    Solche Werke lesen sich einfach in Gesellschaft immer besser. Weil man sich einfach mal austauschen kann. Es hat ja auch nur 224 Seiten.... Wir müssen ja nicht mit dem Wälzer 4321 anfangen:D
     
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  5. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Autor

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    Sehe ich auch so. Am Einfachsten ist es vermutlich wir nutzen dazu "Mitleser gesucht", dann sehen wir schneller, wer was lesen will. @Literaturhexle
     
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  6. Xirxe

    Xirxe Aktives Mitglied

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    Danke für die Blumen ;) Schön, dass meine Begeisterung durchklingt. Bei Auster bin ich auch gerne dabei, es gibt ja noch jede Menge anderer (auch dünner ;)) Bücher von ihm.
     
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