Rezension Rezension (5/5*) zu Mainschatten von Anja Mäderer.

Bibliomarie

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10. September 2015
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Nadja kommt beinahe aus dem Takt

Sebastian Dreher, Juniorchef und Tanzlehrer einer angesehenen Würzburger Tanzschule, kommt ums Leben. War es Unfall durch falsche Insulindosierung des Diabetikers oder hat jemand nachgeholfen?
Victor de Mancini, der unnahbare Staatsanwalt, stimmt zum großen Erstaunen der Polizeitruppe einem nicht ganz korrekten Undercover Einsatz von Kommissarin Nadja Gontscharewa in der Tanzschule zu. Während die übrige Truppe Angehörige und Angestellte routinemäßig befragt und dabei die Unfalltheorie nach außen weiter stehen lässt, sind die Ergebnisse der Gerichtsmedizin eindeutiger.
Der neue Würzburg Krimi der Autorin Anja Mäderer löst das Versprechen ein, dass sie mit ihrem Debütroman „Mainleid“ gegeben hat. Eine raffiniert ausgedachte Geschichte mit genügend Bodenhaftung zum fränkischen Umfeld und eine ganze Reihe von Verdächtigen, die den Leser lange miträtseln lassen, machen das Lesen wirklich zum Vergnügen. Dabei sind die Protagonisten wirklich toll geschildert. Vom Womanizer bis zum stillen Wasser mit Sprachstörung, findet Nadja viele Charaktere in der Tanzschule versammelt und merkt sehr schnell, dass es trotz der lockeren Stimmung viele unterschwellige Spannungen und Eifersüchteleien gibt. Der Einsatz stellt sich schnell gefährlicher heraus, als sie anfangs dachte.
Besonders gefiel mir der gut dosierte Einsatz von Witz und Dialekt, die das Buch auflockern und eine ironisch-humorvolle Komponente mitbringen. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum zur Seite legen. Ein gelungener Regionalkrimi, wie so oft aus dem Emons Verlag, der in diesem Genre immer wieder gute Autoren entdecken lässt. Ich freue mich schon auf weitere kriminelle Abstecher nach Würzburg mit Anja Mäderers toller Truppe.


 

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