Rezension Rezension (5/5*) zu Legenden von Nuareth - Die Stunde der Helden von Jörg Benne.

utaechl

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28. Mai 2014
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Bremen, Germany
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Buchinformationen und Rezensionen zu Legenden von Nuareth - Die Stunde der Helden von Jörg Benne
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Held sein ist nicht leicht

Jörg Bennes neuester abgeschlossener Fantasy-Roman entführt die Leser wieder nach Nuareth, zeigt jedoch eine andere Seite der Welt. Eine Geschichte, die ich zu meinen Rollenspieltagen gerne als Abenteuer gespielt hätte.

Inhalt:
Das Überleben in den wilden Nordlanden ist nicht einfach, dass muss der junge Schreiber Felahar auch schnell erkennen. Zum Glück trifft er auf drei Krieger, deren Heldengeschichten überall erzählt werden. Er schließt sich ihnen an, um ihre Geschichten zu Papier zu bringen, muss aber schnell erkennen, dass der Alltag sich doch erheblich von einer Heldengeschichte unterscheidet.

Setting und Stil:
Nuareth ist eine Fantasy-Welt, in der es so gut wie keine Magie gibt, weshalb Waffen und der gekonnte Umgang mit ihnen die Kämpfe ausmachen. Man findet sich in ihr auch ohne Lesen der Schicksale der Paladine Trilogie sofort zurecht. Jörg Benne gelingt es hervorragend die bedrohliche Situation in den Nordlanden zu vermitteln. Eine Welt, in der man als Rollenspieler gerne Zeit verbringen würde und in die man als Leser die Realität vergessend eintauchen kann.
Die Geschichte wird aus Felahars Ich-Perspektive erzählt und durch einige Einblicke in die Vergangenheit der drei Helden ergänzt.

Charaktere:
Felahar ist ein übergewichtiger Schreiber, der typische Antiheld. Eher er es sich versieht, steckt er selbst im Abenteuer seines Lebens und muss Seiten an sich entdecken, die er bisher gut zu verbergen wusste. Alles nur, weil er sich drei berühmten Helden anschließt. Diese sind sehr unterschiedlich und ergänzen sich zu einer gut funktionierenden Einheit. Ihre Geschichten sind legendär, doch wenn man hinter die Fassade schaut, sind sie doch nur Menschen, bzw. Nicht-Menschen.
Es ist spannend, den Vieren über die Schulter zu schauen und jeder hat Aspekte, die ihn sympathisch machen. Hinzu kommen starke Frauen, die sich in der rauen Welt durchzusetzen wissen. Eine perfekte Mischung für eine gelungene Fantasygeschichte.

Geschichte:
Jörg Benne erzählt von Helden, deren Geschichten erst im Nachhinein heldenhaft werden, von einem Schreiber, in dem mehr steckt, als er vermutet. Von Krieg, Bedrohungen, Syndikaten und dem harten Leben am Rand der Zivilisation. Es gibt viele überraschende Wendungen, humorvolle Momente und ein Ende, das den Leser nachdenklich zurücklassen wird. Eine Geschichte, wie sie das Leben in Nuareth schreibt, lesens- und mitfühlenswert.

Fazit:
Der Roman wendet sich dank der Thematik und den Vorkommnissen an erwachsene Leser und konnte mich rundum überzeugen. Ich bin gerne ins Buch eingetaucht und habe mich in die Fantasy-Welt Nuareths entführen lassen. Das Fehlen von Magie eröffnet andere Handlungsmöglichkeiten und nähert Nuareth an unser Mittelalter an. Ein Buch, das ich gerne zu meiner Rollenspielzeit als Solo-Abenteuer durchlebt hätte. Allen Fantasy-Lesern zu empfehlen.

 

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