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Rezension Rezension (5/5*) zu Leere Herzen: Roman von Juli Zeh.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von milkysilvermoon, 14. November 2017 um 10:15 Uhr.

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  1. milkysilvermoon

    milkysilvermoon Neues Mitglied

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    Eine düstere Zukunftsvision

    Braunschweig im Jahr 2025: Die Besorgte-Bürger-Bewegung hat die Wahlen gewonnen und beschließt ein Effizienzpaket nach dem anderen, das zulasten der Grundrechte geht. Das Bedingungslose Grundeinkommen wurde eingeführt. Viele haben sich mit den Umständen abgefunden und den Glauben an eine bessere Zukunft verloren. So auch Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi, beide desillusioniert und pragmatisch. In der Zeit der Perspektivenlosigkeit haben die beiden gemeinsam eine kleine Firma, „Die Brücke“, aufgebaut, die sie unter dem Deckmantel einer Heilpraxis betreiben. In Wahrheit floriert in den unscheinbaren Büroräumen aber das Geschäft mit dem Tod. Alles läuft gut, bis unliebsame Konkurrenz auftaucht. Britta und Babak setzen alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer skrupellos auszuschalten…

    Juli Zehs dystopischer Roman „Leere Herzen“ ist Polit- und Psychothriller zugleich.

    Meine Meinung:
    Erzählt wird die Geschichte in 29 Kapiteln, deren Länge ich als angenehm empfunden habe. Sprachlich konnte mich der Roman absolut überzeugen. Der flüssige Schreibstil wirkt zunächst einfach und nüchtern, ist aber auf den zweiten Blick wesentlich detailreicher und raffinierter.

    Schon ab dem ersten Kapitel war die Neugier auf die Geschichte geweckt und Spannung erzeugt, die dafür gesorgt hat, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Das Bild, das von der nicht allzu ferner Zukunft gezeichnet wird, ist provokant und etwas überspitzt, aber grundsätzlich durchaus vorstellbar. Dabei geht es um heute schon aktuelle Themen. Immer wieder kommt die Kritik an der Gesellschaft und deren Politikverdrossenheit durch. Dadurch ist der Roman mehr als nur bloße Unterhaltung. Er hat mich sowohl zum Nachdenken angeregt als auch schockiert. Einen Spiegel will uns die Autorin vorhalten, denn schon ganz am Anfang heißt es: „Da. So seid ihr.“

    Mit Britta dreht sich die Geschichte um eine interessante Hauptprotagonistin. Authentisch und facettenreich werden auch die Personen der Geschichte beschrieben. Dargestellt wird eine Generation, deren Herzen leer sind und die ihre Überzeugungen verloren. Sie gibt dem Roman den treffenden, ansprechenden Titel. Inhaltlich passend dazu ist auch das reduzierte Cover, das ich sehr gelungen finde.

    Mein Fazit:
    Mit „Leere Herzen“ ist Juli Zeh in mehrfacher Hinsicht ein sehr lesenswerter Roman gelungen, der mich absolut überzeugen konnte.

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  2. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Autor

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  3. Literaturhexle

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    Das ist doch genau Das, was @Xirxe über den Roman gesagt hat... :D
    Vielleicht nicht ganz so literarisch geschliffen formuliert;)

    Auch ich behalte das Buch um Auge, weil ich "Unterleuten" einfach super fand. Sofort kaufen werde ich es aber nicht @Helmut Pöll
     
  4. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Autor

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    Oh ja, Du hast Recht, @Literaturhexle . Xirxes Rezension ist glatt an mir vorbeigerauscht.
    @Xirxe - das deckt sich auch mit meinem Bauchgefühl und erstem Eindruck.
     
  5. Literaturhexle

    Literaturhexle Bekanntes Mitglied

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    DIR entgeht etwas !?
    Kaum zu glauben :p
     
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