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Rezension Rezension (5/5*) zu Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert von Joël Dicker.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von Querleserin, 18. Mai 2018.

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  1. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Was ist die Wahrheit?

    Worum geht es?
    Marcus Goldman ist ein erfolgreicher Schriftsteller, gerade (Oktober 2008) hat er einen Roman über den Fall Harry Quebert geschrieben und wird überall in New York auf der Straße auf sein Buch angesprochen, das für Aufsehen gesorgt hat.

    Wer ist dieser Harry Quebert?
    Ein ebenfalls berühmter Schriftsteller, Marcus´ ehemaliger Dozent und sein Freund, der zurückgezogen an der Ostküste der USA, im Städtchen Aurora lebt. Der Kontakt zwischen den beiden ist nach Marcus Erfolg abgebrochen. Als er eine Schreibblockade hat und ihm jegliche Inspiration für einen neuen Roman fehlt, besucht er Harry, der ihn zu dem gemacht hat, was ihn als Schriftsteller auszeichnet.

    Im Roman eingebettet sind immer wieder Lektionen, die Harry Marcus erteilt hat - rücklaufend von Lektion 31 bis zu Lektion eins, die das Ende eines Romans thematisiert und gleichzeitig den Schlusspunkt des vorliegenden Romans einleitet.

    Während der Werdegang des Schriftstellers Marcus zunächst im Vordergrund steht, entwickelt sich die Geschichte unversehens zu einem Kriminalfall, denn ein schreckliches Ereignis erschüttert das Städtchen Aurora. Während Marcus Aufenthalt im Sommer 2008 wird in Harrys Garten die Leiche der schönen Nola gefunden, jenes 15-jährigen Mädchens, das am 30.August 1975 spurlos verschwunden ist. Da beim Skelett nur eine Tasche mit dem getippten Manuskript von Harrys erstem großen Roman "Der Ursprung des Übels" zusammen mit einer persönlichen Widmung - Adieu, allerliebste Nola - gefunden wird, landet Harry in Untersuchungshaft und soll des Mordes angeklagt werden.
    Harry beichtet Marcus, dass er eine Beziehung zu dem 15-jährigen Mädchen in jenem Sommer hatte, beteuert aber seine Unschuld. In den Gesprächen zwischen den beiden im Gefängnis, die Marcus aufnimmt und die die Grundlage seines Romans werden, rekonstruiert Harry die außergewöhnliche Liebesgeschichte der beiden und malt ein leuchtendes Bild des Mädchens, in das er sich unsterblich verliebt hat und die ihn zu seinem Roman inspiriert hat, der von einer unmöglichen Liebe erzählt und Briefe enthält, die die beiden sich geschrieben haben.

    Was ist an jenem Abend des 30.August 1975 geschehen, an dem nicht nur Nola verschwunden ist, sondern auch eine alleinstehende Witwe erschossen wurde? Sie hatte die Polizei informiert, dass ein Mann Nola in den Wald folge. Eine Weile später erreichte die Wache ein weiterer Anruf der Witwe, das Mädchen habe sich zu ihr geflüchtet. Als die Polizisten in ihrem Haus eintreffen, ist sie tot und Nola verschwunden - ein schwarzer Chevrolet Monte Carlo ist die einzige Spur, die die Polizei verfolgen kann - ohne Erfolg.
    Marcus glaubt fest an die Unschuld seines Mentors und stellt eigene Nachforschungen in Aurora an, zuerst gegen den Willen des Ermittlers der Staatspolizei Gaholowood, bis er diesen mit seinen Ergebnissen überredet, fortan zusammenzuarbeiten. Letztlich überzeugen ihn die Drohbriefe, die Marcus erhält und die ihn auffordern zu verschwinden.
    Wer hat ein Interesse daran, dass er keine Nachforschungen anstellt?Welche Rolle spielt der reiche Geschäftsmann Stern und dessen Fahrer, der sich oft in Aurora herumgetrieben hat? Welche Rolle spielen Nolas Eltern, warum ist die Familie 1969 von Alabama nach Aurora umgezogen?
    Marcus "wühlt" tief in der Vergangenheit, befragt Tamara Quinn, in deren Bar Harry Teile seines Romans geschrieben hat, weil Nola dort gearbeitet hat. Und deren Tochter Jenny unsterblich in Harry verliebt gewesen ist. Viele Fragen, denen Marcus und Gaholowood nachgehen. Immer neue Details werfen jeweils ein völlig anderes Licht auf den Fall, so dass man nicht mehr weiß, was denn die Wahrheit über den Fall Harry Quebert ist.

    Nach vielen Irrungen, Wirrungen und unvermuteten Wendungen offenbart das Ende eine überraschende Antwort auf alle offenen Fragen.

    Bewertung
    Glaubt man zunächst, der Roman erzähle vom Werdegang eines Autors, vom Schreiben eines Buches, von den Problemen, die nach dem ersten großen Erfolg auftreten, vom Überwinden dieser Krise bis hin zum nächsten großen Erfolg, so überrascht die Wendung hin zu einem Kriminalfall um das mysteriöse Verschwinden von Nola und dem Fund der Leiche nach über 30 Jahren.

    In den Vordergrund rückt die Frage, was an jenem 30.August 1975 wirklich geschehen ist und welche Ereignisse im Vorfeld dazu geführt haben. Viele Umwege gehen wir gemeinsam mit Marcus, immer wieder neue Hypothesen werden formuliert, verworfen, neue Details zwingen zum Umdenken.

    Beim Hören fällt die außergewöhnliche Struktur des Romans nicht ins Auge, aber die Kombination aus dem Erzählstrang der Gegenwart, den vielen nicht chronologischen Rückblicken in die Vergangenheit aus den unterschiedlichsten Perspektiven, die sich durchaus widersprechen und die Aufnahmen, die Marcus macht, um seinen Roman über den Fall Harry Quebert zu schreiben, sowie die Lektionen sorgen zusätzlich für Spannung und Abwechslung.

    Offene Fragen werden selten sofort beantwortet - meist erfolgt dann ein Rückblick oder ein weiterer Umweg. Die vielen Wiederholungen haben mich beim Hören nicht gestört - im Gegenteil, ich war dankbar dafür, so habe ich den Überblick nicht verloren. Und das Ende ist wirklich überraschend!

    Und da ist ja noch die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der 15-Jährigen und dem über 30 Jahre alten Harry Quebert, der in Nola die Liebe seines Lebens und seine Muse gefunden hat. Auch diese Beziehung und Nola erscheinen immer wieder in einem neuen Licht.

    Torben Kessler, der mich beim Hörbuch "Unter der Drachenwand" nicht überzeugt hat, liest diesen Roman so hervorragend, dass ich definitiv auch "Die Geschichte der Baltimores" hören möchte. Das soll noch besser sein.
    Das mag ich nach diesem großartigen Roman fast nicht glauben, ob der noch zu übertreffen ist?

     
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  2. Renie

    Renie Moderator
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    @Querleserin Diese Frage habe ich mir auch gestellt. Mein Eindruck: "Die Geschichte der Baltimores" ist mindestens ebenbürtig ;)
     
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