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Rezension Rezension (5/5*) zu Die Stunde des Opfers: Kriminalroman von Anna Carls.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von claudi-1963, 10. Juli 2018.

  1. claudi-1963

    claudi-1963 Silber Mitglied

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    Hass entstanden aus einer verletzten Seele

    <strong> "Der Hass hat seine Kristallisation; sobald man hoffen kann, sich zu rächen, fängt man wieder an zu hassen." (Henri Stendhal) </strong>
    Rebekka Windmöller, alleinerziehende Mutter der 2-jährigen Amelie könnte glücklicher nicht sein. Vor kurzem hat sie den Biologen Dr. Jamal Aziz kennen und lieben gelernt. Gegen die Ratschläge ihrer Schwester Hedda lässt sie ihn bei sich einziehen. Doch dann hat sie eine Art Tagtraum bei der Arbeit, wie sie es schon damals bei ihrer Mutter hatte als danach was passiert war. Schnell eilt sie nach Hause, Jamal der eigentlich auf Amelie aufpassen sollte und von Amelie selbst fehlt jede Spur. Als sie kurz darauf einen Anruf ihrer Schwester erhält, das Amelie bei ihr ist, ist sie sichtlich erleichtert. Aber was ist mit Jamal, der eigentlich Amelie abholen hätte sollen? Immer suspekter wird es, als ihre Tochter am nächsten Tag eine Obdachlose tot auf ihrer Terrasse findet. Diese wurde über längere Zeit brutal misshandelt, gefoltert und mit einem Genickschuss getötet. Danach wurden Augen, Mund und Ohren mit Klebstoff verschlossen wie bei den drei weisen Affen. Ist dies ein Hinweis das sie was mitbekommen hat und was soll nicht gesehen, gesagt und gehört werden? Kommissar Adrian Sandersberg, erst seit kurzem in Oldenburg übernimmt den Fall zusammen mit einem sehr eigenwilligen Team. Als kurz darauf ein weiterer Toter mit denselben Anzeichen gefunden wird, geht Adrian von einem Serientäter aus. Hat der verschwundene Jamal etwas mit diesen Morden zu tun? Als Rebekka mysteriöse SMS bekommt, macht sich Sandersberg ernsthaft Sorgen auch um ihr Leben.

    <strong> Meine Meinung:
    Ich kenne die Autorin bisher nur von ihren Krimis als Barbara Wendelken. Doch ich muss sagen mit diesem Krimi, als Anna Carls konnte sie mich fast noch mehr überzeugen. Das düstere, unheimliche Cover und vor allem der Klappentext haben mich neugierig gemacht. Ich bereue es auch nicht auf dieses Buch aufmerksam geworden zu sein, den es hat mich von Anfang bis Ende in den Bann gezogen. In diesem hoch psychologischen Kriminalfall konnte ich einmal mehr wieder mitraten und auf Tätersuche gehen. Ich kam mir manchmal vor wie in einem Labyrinth, wenn ich jemand in Verdacht hatte, musste ich diesen wenig später wieder revidieren. Eingeteilt nicht in Kapitel, sondern Tage verfolgen wir die Suche nach einem Serientäter. Der Schreibstil ist sehr gut, spannend, geradezu fesselnd so das ich das Buch kaum mehr weglegen konnte. Die Autorin lässt ihre Opfer jetzt nicht detailliert und blutig bis zum Ende leiden, aber sie geht schon intensiv auf die Eigenarten des Täters ein. Der Plot allein ist schon durch seinen psychologischen Aspekt des Serientäters und dessen Vergangenheit außerordentlich interessant. Die Charaktere sind mir anfänglich einige recht unsympathisch, bis auf Rebekka. Sie werden zwar im Laufe der Geschichte teils etwas einfühlsamer, allerdings haben fast alle ihre Eigenarten. Allen voran das Team von Adrian Sandersberg, das aus der transsexuellen Polizistin Diana und Kaatje einer jungen, unerfahrenen Kripobeamtin besteht. Einzelgänger Adrian Sandersberg selbst empfand ich als ein ziemliches Ekel, launisch und arrogant, der erst gegen Ende etwas sympathischer wurde. Während ich Rebekka als sehr akribisch im Job und fürsorglich bei Amelie empfunden habe, war sie für mich eher naiv und leichtgläubig was ihre Partner anbelangt. Sicher hätte man alle Charaktere noch etwas mehr vertiefen können, aber im Anbetracht der Kürze und des Falls war das kaum möglich. Anna Carls Debüt ist für mich ein absolut gelungener Kriminalfall, den ich nur jedem empfehlen kann und der von mir 4 1/2 von 5 Sterne bekommt. <strong>


     
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