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Rezension Rezension (5/5*) zu Die letzte Terroristin: Thriller (suhrkamp taschenbuch) von André Georgi.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von ulrikerabe, 12. Oktober 2018.

  1. ulrikerabe

    ulrikerabe Mitglied

    Registriert seit:
    14. August 2017
    Beiträge:
    31
    Zustimmungen:
    0
    Geschichtsunterricht!

    Deutschland 1991, die RAF ermordet Doktor Ernst Wegener, Banker „an der Spitze der Bank mit dem höchsten und potentesten Turm Frankfurts“. Auch das nächste Opfer, das die Terrorgruppe liquidieren will steht schon fest: Hans Georg Dahlmann, der Direktor der Treuhand. Das BKA ermittelt unter Einsatz aller Kräfte, doch niemand ahnt, dass die Gefahr im innersten Kreis Dahlmanns lauert.
    Mir selber war nicht bewusst, dass die RAF bis in die 90er aktiv war. Ich bin ein Kind der 70er, auch das österreichische Fernsehen brachte zu den damaligen Attentaten Berichte. Die Bilder der Schleyer-Entführung sehe ich noch heute vor mir, ohne dass ich sie damals natürlich verstanden hätte.
    Wenn Geschichtsunterricht nur immer auf diese Weise funktionieren würde.
    So finde ich, „Die letzte Terroristin“ ist ein Thriller der Sonderklasse, zeitgeschichtliches Infotainment auf höchstem Niveau. Andre Georgi protokolliert das finale Aufbäumen der dritten Generation der Roten Armee Fraktion präzise und geduldig. Die Karriere als Drehbuchautor merkt man dem Verfasser an. Fakten und Fiktion werden mit hohem Wiedererkennungswert kombiniert. Spielend führt Andre Georgi den geneigten Leser durch eine Zeit des Umbruchs und der Veränderung.
    Der Werdegang der Protagonistin von der behüteten Pfarrerstochter aus dem schnöseligen Vorort Berlins, wo die Mütter „Erna, Erika oder Helga“ hießen, zur Demonstrantin, die aus fehlgeleiteter Liebe zur Radikalen wird und trotzdem ihre bürgerliche Fassade wahren musste und konnte, geht nahe. Georgis Vorschau in die Zukunft der Hinterbliebenen der Opfer oder Angehörigen der Terroristen genauso wie das Scheitern des BKA Ermittlers erzeugt durchaus Emotionen gegenüber den sonst sehr nüchtern dargestellten Ereignissen. Hart und nicht zimperlich kann er schreiben, ich werde wohl nie vergessen, wie Hirnmasse der Beschreibung nach schmecken könnte.

     
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