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Rezension Rezension (5/5*) zu Die Bagage von Monika Helfer.

Dieses Thema im Forum "Historische Romane" wurde erstellt von Wandablue, 14. Februar 2020 um 17:49 Uhr.

  1. Wandablue

    Wandablue Aktives Mitglied

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    Muss man eigentlich gelesen haben.

    Kurzmeinung: Auf wenigen Seiten viel Familiengeschichte. Unsentimental, tiefgehend.

    Der Erste Weltkrieg reißt den Ernährer der Kleinfamilie Moosbrugger weg. Das ist eine Katastrophe, denn sie haben sowie so schon wenig und wie sollen sie ohne Josef über die Runden kommen? Moosburgers Frau Maria ist die schönste Frau in der bäuerlichen Umgebung. Doch Schönheit ist ein Fluch in diesen Zeiten. Die einfachen Mannsleute haben sie immer schon begehrt. Josef, ihr Mann, weiß das und beauftragt einen Aufpasser.

    Maria, die Mutter, kämpft während der Abwesenheit des Mannes zusammen mit ihren heranwachsenden Kindern ums Überleben und gegen die Nachstellungen des Bürgermeisters, der eigentlich geschworen hat, sie zu beschützen. Auch nach dem Ersten Weltkrieg ist die Familie von mancherlei Kalamitäten verfolgt. Denn wenn der Krieg vorbei ist, ist er nicht vorbei. Es dauert einige Generationen bis er ausgewaschen ist. Die psychischen Schäden betreffen noch die nachfolgenden Kinder und deren Kinder.

    Die vorliegende, ziemlich düstere, Familiengeschichte ist über den Zweiten Weltkrieg hinaus geschrieben und aus Sicht der erwachsenen Enkelin erzählt, die ebenfalls einige Schicksalsschläge hinnehmen musste. Dadurch ist man manchmal ganz nah dran, aber manchmal auch ganz weit weg und muss gut aufpassen, um mitzukriegen, von wem in jeder Zeile die Rede ist. Denn der Roman ist kurz.

    Monika Helfer schreibt in gewohnter fesselnder und natürlicher Weise. Man ist sofort drin in der Geschichte und weiß, so war das. Ja. So war das wirklich, früher. So wenig hat man seine Onkel und seine Tanten gekannt, nur einen Bruchteil ihres Lebens gewusst. Es waren andere Zeiten. Schlimme Zeiten. Und es brauchte einige Generationen, daraus herauszuwachsen. Manches war schön, manches war hart, die Menschen, die diese Zeiten erlebt haben, sind spröde geworden und schweigsam geblieben. Vor allem die Männer. Unter den Spätfolgen leiden allerdings alle.

    Fazit: Es ist eine Kunst, so viel Familiengeschichte in nur 160 Seiten zu packen. Da sind natürlich Lücken. Dennoch vermisst man nichts. Das Buch ist anrührend. Aber völlig unpathetisch. Wunderbare Sprache. Einfach gehalten, um nachzuzeichnen, wie die Charaktere gewesen sind. Trotzdem keine leichte Kost. Sehr viel Schicksal.

    Kategorie: Anspruchsvolle Literatur
    Verlag, Hanser, 2020

     
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  2. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Die zweite 5-Sterne-Rezension heute...
    Muss man wohl lesen ;)
     
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  3. sursulapitschi

    sursulapitschi Mitglied

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    Ja gut, ich lese es. :D
     
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