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Rezension Rezension (5/5*) zu Beale Street Blues von James Baldwin.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von Sassenach123, 4. Dezember 2018.

  1. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    27. Dezember 2015
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    Schwarz und weiß

    Schwarz und weiß

    Clementine Rogers, genannt Tish, und Alonzo Hunt, genannt Fonny, leben in Harlem in den Siebzigern. Die beiden kennen sich seit sie Kinder waren, nun mit 19 und 22 sind sich beide einig, dass sie zusammengehören. Sie suchen sich einen alten Speicher und mieten ihn. Fonny möchte Kunstarbeiten aus Holz herstellen, nebenher zu seiner Arbeit versucht er damit voranzukommen.
    Doch dann geschieht das unfassbare. Eine Frau sagt aus, dass Fonny sie vergewaltigt habe. Bell, ein Polizist, den Fonny aus einer anderen Situation kennt, hat ihn angeblich in der Gegend gesehen. Als Fonny bei der Gegenüberstellung identifiziert wird, muss er ins Gefängnis. Ein Schwarzer hat wenig Chancen, dass System sieht nicht vor, dass er unschuldig ist. Niemand glaubt ihm!
    Tish erfährt fast zeitgleich von ihrer Schwangerschaft, sie ist verzweifelt. Doch ihre Mutter und ihr Vater wollen dem jungen Paar helfen, Fonny muss wieder auf freien Fuß kommen. Ernestine, Tishs Schwester, hilft auch wo sie nur kann. Lediglich von den Hunts kommt wenig Unterstüzung, nur Frank, Fonnys Stiefvater tut was er kann. Die eigene Mutter sieht in Fonny einen Nichtsnutz, und das nur, weil seine Hautfarbe dunkler ist als ihre.

    Dies ist das Grundgerüst der Handlung. Das, was die Geschichte für mich aber ausmacht, findet zwischen den Zeilen statt. Man spürt förmlich wie James Baldwin hier etwas näher bringt, was von hoher Bedeutung ist. Er klagt dabei nicht an, er lässt nur Bruchstücke einfließen, die erkennen lassen, wie unfair die Menschen sind, wenn ein Betroffener die falsche Hautfarbe hat. Am Beispiel von Fonnys und Tishs Geschichte kann ich nunmehr gut erahnen, was es heißt zu dieser Zeit schwarz zu sein. Der Anwalt gibt sein Bestes, ist mit vielem nicht einverstanden was abläuft, dennoch können sich alle glücklich schätzen ihn zu haben, denn ihm geht es um Gerechtigkeit. Doch wird diese Geschichte gut ausgehen?

    Beale Street Blues ist ein Roman, der zum nachdenken anregt. Er prangert das weiße Gefängnissystem an und versucht auf die Missstände aufmerksam zu machen. Erschienen erstmalig 1974 hat er, was dieses Thema angeht, allerdings nichts an Aktualität verloren. Auch heute gibt es Minderheiten die ausgegrenzt werden, die wenig oder gar keine Gerechtigkeit erhalten.


     
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