Rezension (5/5*) zu Baumgartner von Paul Auster

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28. Oktober 2018
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Wienerin auf Rügen
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Eine Geschichte über das Leben

„To live is to feel pain, he told himself, and to live in fear of pain is to refuse to live.“ (Zitat Seite 55)

Inhalt
Der Philosophieprofessor und bekannte Autor Seymour „Sy“ Baumgartner, Anfang siebzig, kann sich auch zehn Jahre nach dem plötzlichen Tod seiner Ehefrau Anna nicht damit abfinden, dass sie nicht mehr da ist. Alles in seinem Haus atmet die glücklichen Erinnerungen von vierzig gemeinsamen Jahren, manchmal glaubt er sogar noch ihr Tippen auf ihrer geliebten alten Schreibmaschine zu hören, das er seit ihrem Tod vermisst. Er liest in ihren alten Texten, während er an seinem neuesten Buch arbeitet. Bis er eines Nachts von Anna träumt und nach diesem Traum spürt er, wie sich seine innere Starre zu lösen beginnt.

Thema und Genre
In diesem Roman geht es um Liebe und Erinnerungen, um den plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen nach einer langen Beziehung, um Philosophie, aber auch die kleinen Erlebnisse des Alltags.

Erzählform und Sprache
Sy Baumgartner steht im Mittelpunkt dieses personal erzählten Romans. Die Handlung verläuft in einem chronologischen Rahmen, wird jedoch durch Erinnerungen ergänzt und durch Lyrik und in sich geschlossene, kurze Geschichten. Austers Sprache ist einfühlsam und gleichzeitig präzise, von der ersten Seite an schaut man intensiv auf die Situation der Hauptfigur Sy Baumgartner, spürt sich tief in seine Gedanken, in seine Trauer, seinen Stillstand im Leben nach Annas Tod, folgt gespannt seinen Erinnerungen und vollzieht seine ungewöhnlichen philosophischen Ideen nach. Gleichzeitig nimmt man teil an den alltäglichen Ereignissen und Problemen im Alter, die nicht ohne Humor geschildert werden, so wie Sy selbst in seinen Gedanken seine Lebenssituation als aktiver Schriftsteller einerseits und andererseits als Professor auf dem Weg in den Ruhestand sieht. Die Sprache, ich habe das englische Original gelesen, vervollständigt das Lesevergnügen.

Fazit
Ein philosophischer Roman über das Leben, seine Herausforderungen und Fragen, über prägende Erinnerungen und die kleinen Alltagserlebnisse. Es ist die Geschichte über Verlust und Einsamkeit im Alter, einfühlsam und berührend.


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